Rot – vom Leben bis zum Tod. Prähistorische Rötel- und Hämatitfunde aus Mitteldeutschland

October 3, 2017 | Author: Harald Meller | Category: Prehistoric Archaeology, Palaeolithic Archaeology, Mesolithic Archaeology, Painting, Neolithic Archaeology, Archaeometry, Ancient Colors, Meaning of colours in antiquity, History of Colors, Archaeometry, Ancient Colors, Meaning of colours in antiquity, History of Colors
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TAGUNGEN DES LANDESMUSEUMS FÜR VORGESCHICHTE HALLE

Rot – Die Archäologie bekennt Farbe

Rot – Die Archäologie bekennt Farbe 5. Mitteldeutscher Archäologentag vom 4. bis 6. Oktober 2o12 in Halle (Saale)

Herausgeber Harald Meller, Christian-Heinrich Wunderlich und Franziska Knoll

I S B N 97 8 - 3 - 9 4 4 5 0 7- 01- 0 9 I S S N 18 6 7- 4 4 0 2

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TAGUNGEN DES L ANDESMUSEUMS FÜR VORGESCHICHTE HALLE

Tagungen des Landesmuseums für Vorgeschichte Halle Band 10 | 2013

Rot – Die Archäologie bekennt Farbe 5. Mitteldeutscher Archäologentag vom o4. bis o6. Oktober 2o12 in Halle (Saale)

Tagungen des Landesmuseums für Vorgeschichte Halle Band 10 | 2013

Rot – Die Archäologie bekennt Farbe 5. Mitteldeutscher Archäologentag vom o4. bis o6. Oktober 2o12 in Halle (Saale)

Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt

landesmuseum für vorgeschichte

herausgegeben von Harald Meller, Christian-Heinrich Wunderlich und Franziska Knoll Halle (Saale) 2o13



Die Beiträge dieses Bandes wurden einem Peer-Review-Verfahren unterzogen. Die Gutachtertätigkeit übernahmen folgende Fachkollegen: Prof. Dr. François Bertemes, Prof. Dr. Helga Bumke, Dr. Stefan Dreibrodt, Prof. Dr. Gerhard Eggert, Dr. Michal Ernée, Prof. Dr. Peter Ettel, Prof. Dr. Andreas Furtwängler, PD Dr. Jürgen Golz, Prof. Dr. Hans Peter Hahn, Prof. Dr. Friedrich-Wilhelm von Hase, Dr. Olaf Jöris, Dr. Flemming Kaul, Dr. Mechthild Klamm, Dr. Regine Maraszek, Prof. Dr. Carola Metzner-Nebelsick, PD Dr. Jörg Orschiedt, Prof. Dr. Andreas Ranft, Dipl.-Phys. Thomas Richter, Dr. Ralf Schwarz, Dr. Burkard Steinrücken, PD Dr. Thomas Weber, Dr. Christian-Heinrich Wunderlich.

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://portal.dnb.de abrufbar.

isbn 978-3-9445o7-o1-9 issn 1867-44o2

Wissenschaftliche Redaktion Redaktion der englischen Texte Organisation und Korrespondenz Technische Bearbeitung

Franziska Knoll, Dorothee Menke, Sven Roos, Manuela Schwarz, Wolfgang Schwarz, Andrea Welk Orla Mulholland, Louis D. Nebelsick Dorothee Menke Thomas Blankenburg, Nora Seeländer, Mario Wiegmann

Für den Inhalt der Arbeiten sind die Autoren eigenverantwortlich.



© by Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt – Landesmuseum für Vorgeschichte Halle (Saale). Das Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung des Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt unzulässig. Dies gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfil­m­u ngen sowie die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.

Papier alterungsbeständig nach din/iso 97o6 Satzschrift FF Celeste, News Gothic Konzept und Gestaltung Carolyn Steinbeck • Berlin Layout, Satz und Produktion Nora Seeländer Druck und Bindung Grafisches Centrum Cuno GmbH & Co. KG

Inhalt



9 Vorwort der Herausgeber

Kulturgeschichte und Ethnologie



13 Christian-Heinrich Wunderlich

Scharlach, Rötel und anderer Zinnober. Zur Kulturgeschichte roter Farbmittel 33 Daniela Niesta Kayser

Der motivationale Einfluss der Farbe Rot auf Attraktivität und Status







43 Gregor Borg and Margaret Jacobsohn

Ladies in Red – mining and use of red pigment by Himba women in Northwestern Namibia 53 Alexandra Wessel

Rot in Melanesien: Eine Farbe zwischen Menschen und Ahnen 65 Annemarie Schlerka

Rot im Wandel der Zeit durch Religionen und Kulturen

Archäologie: Paläolithikum bis Mesolithikum

79 Josef Eiwanger

Farbgebrauch im Paläolithikum der Ifri n’Ammar (Nordost-Marokko)









89 Harald Floss und Monika Ostheider

Die Farbe Rot in der paläolithischen Kunst 99 Constantin Rauer

Die blutende Felswand. Zur Ikonografie der Farbe Rot im Jungpaläolithikum 113 Marcel Weiß

Unsere Spuren sind ROT! 121 Judith M. Grünberg

Rot in paläolithischen und mesolithischen Bestattungen 135 Christine Neugebauer-Maresch, Vera M. F. Hammer, Thomas Einwögerer, Marcel Händel und Ulrich Simon

Die gravettienzeitlichen Rötelgräber und die Farbstoffe des Fundplatzes Krems-Wachtberg/ Niederösterreich

Archäologie: Neolithikum bis Spätantike

145 Harald Meller, Franziska Knoll und Juliane Filipp



Rot – vom Leben bis zum Tod. Prähistorische Rötel- und Hämatitfunde aus Mitteldeutschland



185 Andreas Siegl und Christian-Heinrich Wunderlich

Moulin Rouge. Die Farbproduktion in der frühneolithischen Siedlung bei Breitenbach, Burgenlandkreis

199 Elke Kaiser



Die Ockergrabkultur. Kritische Würdigung eines forschungsgeschichtlichen Konstruktes



217 Dovydas Jurke˙nas, Xandra Dalidowski und Susanne Friederich

Handwerkerdepot und rituelle Niederlegung? Ein außergewöhnlicher Befund der schnur­ keramischen Kultur bei Köthen, Sachsen-Anhalt

221 Tünde Horváth



The use of red painting in the Late Copper Age. Two case studies and their comparison



229 Timothy Darvill

Fifty shades of red: The basic colour category red in the monuments and material culture of Neolithic and Bronze Age communities in Atlantic Northwest Europe

243 Torsten Trebeß

Rotsandstein im Grabbau des Neolithikums und der Bronzezeit in Nordostdeutschland

251 Juliane Filipp

ROT – RÖTER – Roteisenstein. Rotfunde in älterbronzezeitlichen Gräbern des Nordischen Kreises









265 Bernhard Steinmann

Frühkykladische Marmorschalen mit roter Ausmalung: Grabkult oder Prestige? 275 Fritz Blakolmer

Die Farbe Rot in Symbolik, Bildkunst und Sprache der bronzezeitlichen Ägäis 287 Vicente Lull, Rafael Micó, Cristina Rihuete Herrada und Roberto Risch

Rot in der Unterwelt: Die chthonischen Rituale der Spätbronzezeit auf den Balearischen Inseln 307 Franziska Knoll, Christian-Heinrich Wunderlich, Maral Asgarzadeh und Vanessa Sever

Alles Rot in der spätbronze-/früheisenzeitlichen Wandmalerei Mitteldeutschlands? 317 Susanne Friederich, Christian-Heinrich Wunderlich und Hans Szédeli

Bunte Farbmaterialien – ein Alltagsgegenstand? Sechs Farbscheiben aus Niederröblingen, Lkr. Mansfeld-Südharz





325 Karina Iwe

Die Farbe Rot in der Pazyryk-Kultur 333 Lukas Thommen

Der Purpur Spartas 341 Marco Schrickel und Klaus Bente

Bedeutung und Bedeutungsverlust roter Korallen: Archäologische und naturwissenschaftliche Studien zu eisenzeitlichen Fibeln

353 Dominika Reich

Rot gegen das »Böse Auge« – die apotropäische Rolle der roten Farbe auf römischen Fußbodenmosaiken

Historische Wissenschaften

361 Doris Oltrogge

Von Purpur zu Parisrot – zur Nutzung roter Farbmittel in mittelalterlichen Handschriften

371 Caspar Ehlers

Otto II. »der Rote« oder »der Blutdurstige« – Beobachtungen zur Symbolik der Farbe Rot in schriftlichen Quellen des Mittelalters

Naturwissenschaften









385 Annemarie Elisabeth Kramell, Christian-Heinrich Wunderlich und René Csuk

Identifizierung von historischen Textilfarbstoffen aus der Bestattung Königin Edithas 393 Henrik Helbig, Wolfgang Kainz und Mechthild Klamm

Rötliche Färbungen in Böden: anthropogen oder natürlich? Fallbeispiele aus Sachsen-Anhalt 407 Manuela Frotzscher

Hämatit in Mitteldeutschland 415 Wolfhard Schlosser

Urknall und Rotverschiebung

Rot – vom Leben bis zum Tod Prähistorische Rötel- und Hämatitfunde aus Mitteldeutschland Harald Meller, Franziska Knoll und Juliane Filipp

Summary

Zusammenfassung

For this conference, a survey has been compiled of finds of ochre/haematite, i. e. pigments containing iron (III) oxide, from prehistoric archaeological contexts in Central Germany1. The focus of this catalogue is on Saxony-Anhalt, matching the conference venue. As this collection of material is for the most part based on published finds and contexts, it does not claim to be exhaustive. Thus while the evidence presented here may just be the tip of the iceberg, it can nonethe­ less serve as the basis for future work and as a contribution to our knowledge of the distribution, use and changing significance of this mineral pigment in prehistoric times. In particular, the dominance of findspots in a settlement context calls the significans that the colour red is frequently held to have borne in funerary ritual into question.

Anlässlich der Tagung wurden erstmals Rötel-/Hämatit­ funde, also Eisen(III)-oxid-haltige Farbstoffe, aus prähisto­ rischen Befunden Mitteldeutschlands zusammengetragen2 . Der Schwerpunkt des Kataloges liegt bedingt durch den Tagungsort auf Sachsen-Anhalt. Da diese Sammlung größtenteils nur anhand der publizierten Funde und Befunde möglich war, ist kein Anspruch auf Vollständigkeit gegeben. Wenn folglich hier nur die Spitze des Eisbergs erfasst sein mag, so kann der Artikel doch als Basis für künftige Arbeiten dienen und einen Beitrag zu Verbreitung, Verwendung und dem Bedeutungswandel des mineralischen Farbstoffes durch die Prähistorie leisten. Insbesondere die Dominanz der Fundpunkte im Siedlungszusammenhang relativiert die oftmals herausgestellte Bedeutung der Farbe Rot im Bestattungsritus.

Die Farbe Rot spielt seit dem Paläolithikum eine wichtige Rolle in der Vorstellungswelt der prähistorischen Menschen. Dieser Umstand kann sicherlich nicht alleine durch die ubiquitäre Verfügbarkeit des Farbrohstoffes Hämatit/ Eisenoxid (Fe2O3) begründet werden. Ein kurzer Blick auf ethnologische Vergleiche zeigt, dass gerade Rot in Verbindung mit Schwarz, Weiß und in manchen Fällen auch Ocker die Bildsprache schriftloser Kulturen bis heute dominiert (Beitrag Wessel in diesem Band). Einer solchen gezielten Farbwahl wären nun die Über­ lieferungsbedingungen entgegenzusetzen. Alle im archäologischen Spektrum vertretenen Farben, also eben jenes Rot und Ocker, Weiß und Schwarz, bestehen in der Regel aus mineralischen Pigmenten 3. Organische Färbemittel, die in einer wesentlich breiteren Farbpalette eingesetzt worden sein dürften, sind archäologisch meist nicht mehr fassbar. Im Fundgut Mitteldeutschlands vertreten sind »rote Funde« vom Rohstoff, über die Verarbeitung bis hin zum Endprodukt. Die Einteilung für die Erfassung erfolgte daher in eben diesen drei Kategorien. Die vorliegende Materialsammlung der roten Funde Mitteldeutschlands fußt

größtenteils auf Literaturangaben, aber auch Hinweisen von zahlreichen Kollegen zu unpublizierten Befunden4. Erschwert wurde die Recherche dadurch, dass »Farbe« nicht als eigenständige archäologische Fundkategorie behandelt wird und deshalb oft keinen Einzug in die Datenbanken, Kataloge oder Veröffentlichungen findet. Dennoch konnten über 18o Fundstellen mit mehr als 24o Einzelfunden vom Paläolithikum bis zur älteren vorrömischen Eisenzeit erfasst und kartiert werden. Ein erster Blick auf die Fundverteilung offenbart, dass fast zwei Drittel der Funde eindeutig einen Siedlungsbezug aufweisen. Lediglich ein Viertel stammt aus Gräbern (Abb. 1). Eine gehobene Bedeutung des roten Farbstoffes im Zusammenhang mit Bestattungen sollte vor diesem Hintergrund überdacht werden (s. u.). Farbdepots bestehend aus gebrauchsfertigen Farbpulvern spielen offensichtlich eine untergeordnete Rolle. Als einziges gesichertes »Farbstofflager« ist der spätbronzezeitliche Depotfund aus Niederröblingen (Kat. 175) anzusprechen. Der größte Fundniederschlag ist, wie zu erwarten war, im Neolithikum – insbesondere im Frühneolithikum – zu verzeichnen.

1 The term »Central Germany« is understood to comprise the following regions, on the basis of modern political borders: Western Saxony, Northeast Thuringia, Southern Saxony-Anhalt. These correspond in essence to the following geographical regions: the area around the Harz Mountains, the HalleLeipzig basin and the Thuringian basin to the Thuringian forest. 2 Unter dem Begriff »Mitteldeutschland« wurden nach modernen politischen Grenzen fol-

gende Regionen zusammengefasst: west­ liches Sachsen, Nordostthüringen, südliches Sachsen-Anhalt. Sie entsprechen im Wesen­ tlichen den folgenden geographischen Regionen: Harz-Umland, Halle-Leipziger Tieflandbucht sowie Thüringer Becken bis hin zum Thüringer Wald. 3 Zur Gewinnung von Schwarz wird neben Holzkohle und Graphit Manganerz verwendet, ein Gestein, das wie Hämatit verarbeitet wird. Als Rohstoffgrundlage für die Farbe

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Weiß konnte Gips, Kalk, Kaolin oder einfach helle Tonerde dienen. 4 Den Kollegen gilt unser besonderer Dank, ohne sie wäre dieses Vorhaben nicht möglich gewesen; insbesondere H. Stäuble, der die noch unpublizierten Daten der sächsischen Bodendenkmalpflege großzügig zur Verfügung stellte.

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Abb. 1 Die Katalogeinträge wurden nach Siedlung (hierzu zählen Siedlungsreste im Allgemeinen, also auch Freilandstationen, Höhlen, Erdwerke, etc.), Grab, Sonderbestattung und nicht näher bestimmbarem Fundzusammenhang unterteilt. Das Diagramm gibt die Verteilung der Funde aller Perioden auf den Fundkontext wieder. Fast die Hälfte aller Befunde stammt aus dem Frühneolithikum. Auf dieser Datengrundlage wird die Dominanz der Siedlungsfunde besonders deutlich.

Einzelfund Sonderbestattung Grab

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Siedlung

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Form der Rohstoffe – Problem der Klassifizierung Von 244 »Rotfunden« macht die Kategorie »Farbrohstoff« gut ein Drittel der Funde aus. 83 Befunde mit einem oder mehreren Rohstoffstücken ließen sich in diese Kategorie einstufen (Liste 1). In der Regel handelt es sich bei den durch Eisen(III)-oxid rot färbenden Gesteinen um Erzstücke oder Gesteinsstücke mit Hämatitanteil verschiedenster Form. Dazu zählen oolithische und sandig-siltige Eisenerze sowie eisenschlüssige Sandsteine, denen ein sedimentärer Ent­ stehungsprozess zugrunde liegt, aber auch Eisenkieselerze bzw. kieselige Hämatiterze, die vulkanosedimentär geformt werden. Ebenso häufig sind Nachweise von Verwitterungsprodukten, die verallgemeinert als Rötel- oder Ockererden angesprochen werden können. Eine erste, einfache Unterscheidung wäre folglich die nach der Struktur des Stückes, also hart und ohne Abrieb – »Erze« – und weich mit starkem Abrieb – Verwitterungsprodukte – (Horsch/Keesmann 1982; Zimmermann 1988, 622–623; Siegl/Wunderlich 2o11). Leider existiert für die Beschreibung der Rohstofffunde im archäologischen Kontext keine einheitliche Termino­ logie. Sie werden in der Literatur fast durchweg als »Rötel« oder »Rötelstück« bezeichnet. Zudem werden die oftmals unansehnlichen Stücke in den seltensten Fällen bildlich wiedergegeben. Eine genaue Ansprache der Funde war deshalb auch in vorliegendem Katalog nur bedingt möglich. Rötelstücke aus Erden wurden in eher kleineren Teil­ stücken aufgefunden (Abb.  3a). Die Größe der roten Gesteinsstücke variierte zwischen daumengroßen Stückchen bis hin 5 Ü ber die Tragweise geben die linienbandkeramischen Bestattungen von Derenburg Aufschluss: Hier wurden sechs Gräber mit Farbsteinen gefunden. Allerdings handelt es sich um Manganerz (Pyrolusit) mit schwarzer Strichfarbe. Die Steine wurden allesamt im Hals- oder Beckenbereich der überwiegend juvenilen Bestatteten gefunden

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zu einem Roteisenstein von etwa 1 kg (Kat. 18). Die Stücke konnten aber im geförderten Zustand durchaus ein Gewicht von mehreren Kilogramm erreichen, wie ein Fund aus Lamersdorf 2 (Lkr. Düren, Nordrhein-Westfalen; Löhr/Zimmermann 1977, 171) zeigt. Im Siedlungskontext sind jedoch in erster Linie kleine, bereits abgeriebene Gesteinsstücke zu erwarten, die wohl als Abfallprodukt betrachtet werden dürfen (Weller 2oo3, 97). Bis zur Unbrauchbarkeit abgerieben wurden sie zusammen mit anderem Abfall in Gruben entsorgt. Solche Eisenerze, Roteisensteine oder Hämatite kleineren Formates mit Abriebspuren oder Schlifffacetten waren in den mitteldeutschen Befunden immerhin zwölfmal vertreten (Abb. 3e,g,h). Sechs weitere Exemplare zählen zu sog. durchlochten Farbsteinen, die, obwohl am Körper getragen5, sicherlich nicht als Schmuck, sondern ebenfalls als Rohstoff einzustufen sind (Kaufmann 1976, 69). Zeitlich sind diese Anhänger, wie auch die wohl zugehörigen Reibeplatten, auf einen Abschnitt vom Jungpaläolithikum bis in die Bandkeramik beschränkt6.

Herkunft der roten Pigmente Rötel- oder Ockererden sind nahezu überall verfügbar. Als Verwitterungsprodukt diverser eisenhaltiger Gesteine werden sie aufgelesen. Auch Eisenerze sind in Mitteldeutschland zahlreich vertreten. Hämatitvorkommen sind für den Harz, Thüringer Wald, Thüringer Schiefergebirge und ferner Erzgebirge und

(Fritsch u. a. 2o11, 81; 183). Wahrscheinlich führte man die Steine an einer Schnur um den Hals oder am Gürtel mit sich. Von der Fundstelle Laurenzberg 7 ist sogar ein Bohrer, mit dem diese Anhänger durchlocht wurden, erhalten (Zimmermann 1988, 624). Bekannt sind die Farbsteine seit dem Jungpaläolithikum, nachgewiesen durch einen

Fund in Gönnersdorf, Konzentration IV (Terberger 1997, 289). 6 Eine Bestattung der Glockenbecherkultur aus Rössen enthielt der Literatur nach ebenfalls einen Farbstein (Gerhardt 1953, 6 f.). Ob dieser jedoch die für die bandkeramischen Exemplare charakteristische Durch­ lochung aufwies, ist nicht bekannt.

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Farbcode Jungpaläolithikum Mesolithikum Bandkeramik LBK SBK Mittel- bis Endneolithikum Metallzeiten Bronzezeit ältere Eisenzeit undatiert

Siedlung Grab Sonderbestattung Lesefund

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Abb. 2 Verbreitung der »Rotfunde« in Mitteldeutschland (inkl. Gebiet um Dresden). Kartiert wurden prähistorische Befunde vom Paläolithikum bis zur älteren vorrömischen Eisenzeit. Die Nummern neben den Fundpunkten entsprechen den Katalognummern.

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Abb. 3 Prähistorische Rohstoffe auf Eisen(III)oxidbasis im Überblick. a Rötelklümpchen, Ranis, Saale-Orla-Kreis (Kat. 2); b geformte Scheibe aus Rötelerde, Nieder­ röblingen, Lkr. Mansfeld-Südharz (Kat. 175); c Eisenerz rezent, Harz; d Eisenerz, Bad Frankenhausen, Kyffhäuserkreis (Kat. 1); e Roteisenstein mit Schliffspuren, Ranis, Saale-Orla-Kreis (Kat. 2); f Roteisenstein mit stark verwitterter Ober­ fläche, Stößen, Burgenlandkreis (Kat. 1o5a); g Hämatit mit Schliffspuren, Bad Franken­ hausen, Kyffhäuserkreis (Kat. 1); h Roteisensteinplatte mit Schlifffacetten, Eilsleben, Lkr. Börde (Kat. 2oc); i Hämatitbröckchen, Bad Dürrenberg, Saalekreis (Kat. 6b).

Lausitz bekannt (vgl. Beitrag Frotzscher in diesem Band). Eine prähistorische Nutzung der Erze in Form von Abbauspuren konnte bislang allerdings nicht beobachtet werden. Dieser fehlende Nachweis ist in erster Linie dem derzeitigen Forschungsstand zuzuschreiben. Der älteste bekannte bergmännische Abbau von Hämatit datiert bereits in die Linienbandkeramik. In Sulzburg, Lkr. Breisgau-Hochschwarzwald, wurde Hämatit gefördert7, dies wäre im Harz gleichfalls möglich gewesen. Für die Nutzung der Hämatitvorkommen spricht weiterhin die Verteilung der Rot-Fundstellen rund um den Harz und dessen Vorland sowie im daran anschließenden Tiefland (Abb. 2). Der Farbrohstoff könnte für die Bandkeramiker auch bei der Wahl des Siedlungsplatzes willkommen gewesen sein. So beschreibt D. Kaufmann eine Siedlung der linien- und stichbandkeramischen Kultur bei RöpsenDorna, die in nur 15o m Entfernung zum Eichberg – einer Buntsandsteinkuppe, auf der Rötel ansteht – liegt (Kat. 49 und 124; Kaufmann 1976, 68). 7 Der Hämatitbergbau bei Sulzburg datiert um 5ooo v. Chr. und ist somit nicht nur der erste Nachweis für die bergmännische Gewinnung von Hämatit, sondern gleichzeitig der erste Beleg für einen Untertagebau in Mitteleuropa (Goldenberg/Steuer 1998). 8 Auch Schlagmarken belegen dieses Vorgehen. Solche wurden z. B. auf einem ca. 3 cm

Farbgewinnung und -aufbereitung Weder Erde noch Gestein sind im Rohzustand für das Anmischen von Farbe geeignet. Der Rohstoff muss zerrieben, zermahlen oder geschlämmt werden, um einen kleineren Körnungsgrad zu erhalten. Diesen Prozess belegen die 17 Reibeplatten, bzw. Mahlsteine aus dem mitteldeutschen Umfeld (Liste 2). Zu den Reibeplatten gehörige Reibsteine oder Läufer fehlen in den Befunden, da die hämatithaltigen Gesteine direkt auf der Unterlage zerrieben wurden. Um die eisenoxidhaltigen Gesteine aufzubereiten, mussten diese oftmals, bevor sie zerrieben werden können, mit einem Klopfstein zerkleinert werden8. Solche Werkzeuge sind im Arbeitsgebiet immerhin fünfmal, zumeist in Kombination mit einer Reibeplatte belegt (Abb. 4f, g). Anstelle der Schlagsteine könnten die Erze auch mit ausgedienten Beilen zerschlagen worden sein. Ein Amphibolithbeil aus einer stichbandkeramischen Siedlung bei Roßleben (Kat. 125) trägt eindeutige Rötelspuren auf der Bruchfläche.

großen Stück Roteisenstein aus Wollbrandshausen, Lkr. Göttingen erkannt (Lönne 2oo3, Kat.-Nr. 88.17; Taf. 51:17). 9 Kaufmann 1976, 69. Weitere Literatur bei Weller 2oo3, 97. 1o Die Farbspuren auf den Steingeräten des Depots von Dresden-Nickern sind mit höherer Wahrscheinlichkeit als Reste des vergan-

genen Beilschmuckes mit Ocker- oder Rötelerde und organischen Materialien zu interpretieren. Vergleiche hierzu sind zahlreichen ethnologischen Zeugnissen zu entnehmen. Siehe beispielsweise Musée SaintGermain-en-Lay 2oo6, 254 (87 669).

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Rot – vom Leben bis zum Tod

Abb. 4 Archäologische Nachweise vom Auf­ bereiten und Anmischen der Farbe. a Farbtopf (li.) mit Hämatitpulver (re.) gefüllt, Westerhausen, Lkr. Harz (Kat. 38); b Blick in Maltopf. An der Innenseite ist noch der Stand der mit Wasser angerührten Farbe abzulesen, Westdorf, Salzlandkreis (Kat. 177); c Malpalette. Die Wandungsscherbe eines Kumpfes mit Farb­r ückständen auf Innenseite und Brüchen diente als Farbbehältnis, Breitenbach, Burgenlandkreis (Kat. 15c); d Farbstift. Metatarsus eines Rehs. In der Spongiosa haben sich Rückstände von roter Farbe erhalten, Bad Dürrenberg, Saalekreis (Kat. 6a); e Schminkpalette aus Ton, Altmarkkreis Salzwedel (Kat. 178); f Set aus Reibstein, Roteisenstein und Klopfstein, Minsleben, Lkr. Harz (Kat. 29); g Reibstein mit Resten von Hämatitpulver, Eilsleben, Lkr. Börde (Kat. 2ob).

Einen anderen Interpretationsvorschlag für Rötelreste an Steingeräten verfolgte W. A. Graf. Er postulierte eine Nutzung der Hämatitbrocken als Schleifmittel bei der Felsgeräteproduktion9. Steinwerkzeug mit eindeutigen Rötelspuren ist im Mitteldeutschen Gebiet allerdings sehr spärlich vertreten. Neben dem eben erwähnten Beil sind nur ein linienbandkeramisches Depot bei Dresden-Nickern mit sieben Schuhleistenkeilen und Felsgesteingeräten10 sowie eine paläolithische Spitzklinge aus der Ilsenhöhle bekannt (Kat. 67, Kat. 2; Abb. 5d). Vielmehr rühren die Schleif­ Ta g u n g e n d e s L a n d e s m u s e u m s f ü r V o r g e s c h i c h t e H a ll e • B a n d 10 • 2 013

spuren der Erze und Hämatite vom Abrieb zur Gewinnung der Pigmente her. Einen weiteren Erklärungsansatz für rote Farbreste an Steinklingen könnte die Verwendung von Roteisenstein und Feuerstein als Feuerzeug liefern. Das rote Erz muss eine schwefelhaltige Komponente aufweisen und dient bei der Feuergewinnung – vergleichbar mit Pyrit oder Schwefelkies – als Ambos, der bis zum Funkenflug mit dem Schlagstein bearbeitet wird. Als Schlagsteine kamen durchaus auch Silexklingen zum Einsatz (Seeberger 1977). Ein solches

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Abb. 5 Mögliche prähistorische Verwendung der Eisenoxidfarben. a bemalter Kumpf, Oechlitz, Burgenlandkreis (Kat. 33); b Wand­malerei, Wennungen, Burgenlandkreis (Kat. 179); c bandkeramisches Idol mit roter Haarpracht, Eilsleben, Lkr. Börde (Kat. 2oa); d Klinge mit Farbrest, Ranis, Saale-Orla-Kreis (Kat. 2a); e Randscherbe mit roten Farbresten auf der Außenwandung, Wallendorf, Saalekreis (Kat. 11oa); f Fragment einer Zipfelrandschale mit roten Farbspuren im Inneren, Minsleben, Lkr. Harz (Kat. 29c); g Spritzer von roter Farbe auf der Außen­ wandung eines Gefäßfragments, Stößen, Burgenlandkreis (Kat. 1o5b); h rezente Rotspuren durch den Abrieb von Roteisenstein, Stößen, Burgenlandkreis (Kat. 1o5), im Gegensatz zu den prähistorischen Farbresten haftet die Farbe schlecht an; i stichbandkeramisches Idol mit Eisenstein­ magerung, Stößen, Burgenlandkreis (Kat. 1o 6); j verzierte Wandscherbe eines linienbandkeramischen Gefäßes mit Eisensteinmagerung, Stößen, Burgenlandkreis (Kat. 34); k Randstück einer Schale mit Eisensteinmagerung, Gatersleben, Salzlandkreis (Kat. 82).

Ensemble zur Feuererzeugung ist beispielsweise aus einem Grab der älteren Eisenzeit aus Bescheid, Lkr. Trier-Saarburg bekannt. Der Bestattete trug auf Hüfthöhe einen Roteisenstein mit einer Feuersteinklinge, die, wie zwei eiserne Ringlein nahe legen, wohl am Gürtel befestigt waren (CordieHackenberg 1993, 94; 193  f. Taf. 76). Die häufigste Verwendung von roten Gesteinen, wie auch Rötelerden ist jedoch die Gewinnung von rotem Farbpulver. Das Pulver ist je nach Ausgangsprodukt – Hämatit oder eisenoxidhaltige Erde – mehr oder weniger rein. Nun konnte das mineralische Pigment mit Wasser oder Bindemittel entweder sofort zu Farbe angerührt11 oder aber verwahrt werden. Das Farbdepot aus einer spätbronzezeitlichen Siedlung bei Niederröblingen enthielt mindestens sechs scheibenförmig gepresste Fladen aus aufbereiteten Rötel- und Ockererden. Die Scheiben aus Farbpulver gelangten wohl ursprüng 11 Organische Bindemittel auf Basis von Kasein, pflanzlichen oder tierischen Fetten oder Extrakten sind nach Bodenlagerung chemisch nicht mehr nachzuweisen. Diese Tatsache sollte die Existenz solcher Farb­ mischungen jedoch nicht negieren. Für das

lich von einem organischen Behältnis geschützt in eine Siedlungsgrube (Kat. 175; Abb. 3b; vgl. Beitrag Siegl/Wunderlich in diesem Band). Die gängigere Aufbewahrungsweise für das rote Pigment scheinen Keramikgefäße zu sein (Abb. 4a). Insgesamt neun solcher Farbtöpfe sind im Arbeitsgebiet bekannt. Die Hälfte der Farbpulvertöpfe wurde aus Gräbern geborgen (vgl. Liste 2). Oftmals handelt es sich um besondere Bestattungen, die mit reichen Beigaben versehen waren12. Neben einer rituellen Bedeutung für den Totenkult wird der großen Menge an Farbpulver folglich ein gewisser materieller Wert nicht abzusprechen sein. Mit solchen Farbtöpfen ist freilich auch im Siedlungskontext zu rechnen, teils in wahrscheinlich rituellem Kontext, wie der wie der stichbandkeramische Befund aus Salzmünde belegt (Kat. 1o4a; Schunke in Vorb. a). Doch lassen sich die zahlenmäßig stark vertretenen Wandungsscherben mit Rötelspuren an der

frühe Neolithikum sind weiterhin oftmals Pech und Harz auf Keramik mit roten Farbresten festgestellt worden (z. B. Kat. 14; 16). 12 Der schnurkeramische Befund aus Köthen (Kat. 151) ist nicht eindeutig als Grab zu identifizieren, da Skelettreste fehlen. Ob es sich

hier um einen Kenotaph handelt, oder die Knochen bereits vergangen waren, ist nicht mehr zu klären. Vgl. hierzu Beitrag Jurkénas u. a. in diesem Band.

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Rot – vom Leben bis zum Tod

Innenfläche nicht gesichert mit den Gefäßen zur Farbauf­ bewahrung in Verbindung bringen.

Verwendung der roten Farbe Das mineralische Rot dürfte primär zur Bemalung genutzt worden sein (Liste 3). Als weitere Verwendungsmöglichkeit – bei der die Farbgebung eine untergeordnete Rolle spielt  – wäre außer dem bereits erwähnten Schleifen von Steinge­ räten eventuell ein Einsatz bei der Gerbung von Fellen in Betracht zu ziehen (Zimmermann 1988, 624 mit weiterführender Lit.). Hämatit dürfte als Gerbstoff aufgrund seiner Feuchtigkeit ziehenden Eigenschaft allerdings eher weniger geeignet sein. Reste der roten Farbe sind am häufigsten auf Keramik erhalten: Reste von 67 Gefäßen tragen Farbspuren. Davon aber sind nur 27 Exemplare gesichert als intentionelle Bemalung anzusprechen. Erhalten hat sich die Bemalung oftmals nur in der eingetieften Verzierung. Als seltenes Beispiel für die Bemalung erhabener Zier kann der rote Farbauftrag eines linienbandkeramischen Kumpfes aus Oechlitz herangezogen werden (Kat. 33, Abb. 5a). Der Großteil der Farb­ spuren dürfte auf anderweitigen Kontakt mit der Farbe, etwa durch die Verwendung als Farbtopf oder Malpalette zurückzuführen sein. Den bereits erwähnten neolithischen Farbtöpfen ist ein weiteres Exemplar aus einer spätbronzezeitlichen Siedlung aus Westdorf an die Seite zu stellen (Kat. 177, Abb. 4b). Dieser Topf aber enthielt bereits mit Wasser streichfertig angerührtes Farbpulver aus zerrie­ bener Rötelerde und war auch auf der Außenseite farb­ beschmiert (Wunderlich 1998). Daher wird die Terrine der jüngeren Saalemündungsgruppe, wie zwei weitere Gefäße der Linienbandkeramik, als »Maltopf« bezeichnet. Auch bereits zerbrochene Vasen wurden für Farbzubereitung und -auftrag benutzt. Scherben, die sekundär als Malpalette dienten, sind über Farbreste auf dem Bruch zu identifizieren. Belegt sind solche Spuren auf gut sieben Fragmenten (z. B. Kat. 95d; 96a; 11ob), die allerdings einer genaueren Unter­ suchung bedürften, um den Verwendungsnachweis zu erbringen. Exemplarisch sei hier auf das Fragment eines linienbandkeramischen Kumpfes aus Breitenbach verwiesen, über das, um die Farbe zu schützen, der Rest des Maltopfs gestülpt worden war (Kat. 15b, c; Abb. 4c, vgl. Beitrag Siegel/Wunderlich in diesem Band). Auch die Randscherbe eines stichbandkeramischen Gefäßes aus Minsleben könnte als Palette gedient haben (Kat. 29c; Abb. 5f). Die Farbe kann aber auch zufällig an das Gefäß gelangt sein, wie ein roter Farbspritzer auf der Außenwandung eines Gefäßes aus Stößen zeigt (Kat. 1o5b, Abb. 5g). Von zufälligen Kontakten mit dem Farbstoff zeugen außerdem rezente Spuren an Scherben, die unbeabsichtigt zusammen mit dem Rötelrohstoff gelagert wurden (Abb. 5h). 13 Rote Motive auf geweißten Lehmwänden sind für das frühe Neolithikum beispielsweise aus Hurbanovo (Slowakei) bekannt. Vgl. Fries-Knoblach 2oo9, 445 f. mit weiterführender Literatur. 14 Die Muscheln befinden sich im Museum für Ur- und Frühgeschichte Weimar. R. Loh­

Rot- oder Brauneisenstein wurden in der neolithischen Keramikproduktion nicht nur zur Bemalung eingesetzt. Die Magerung mit den Gesteinspartikeln ist für Mitteldeutschland von der Linienbandkeramik bis zum Spätneolithikum nachzuweisen. Die meisten Funde stammen aus stichbandkeramischem Kontext. Den so aufbereiteten Ton verwendete man nicht nur zur Herstellung von Keramik. Ein tönernes Idol aus Stößen weißt an Bruch und Oberfläche ebenfalls die charakteristischen Partikel auf (Kat. 1o6; Abb. 5i). Nicht nur die Keramik, auch der für die Gebäude genutzte Lehm wurde mit mineralischem Pigment geziert. Wenngleich für das mitteldeutsche Neolithikum nur ein einziger Fund von bemaltem Hüttenlehm bekannt ist (Kat. 138), ist mit solchen Wandmalereien in den klassischen Farben Rot, Ocker, Weiß und Schwarz, wie ein Vergleich mit anderen Fundregionen zeigt13, seit dem Beginn des Hausbaus zu rechnen. Die älteste erhaltene rote Wandfassung eines Grabes stammt aus Leuna-Göhlitzsch (Kat. 143). Zwar sind die teils mit roter Farbe hinterlegten Ritzungen ebenfalls dem Neolithikum zuzuordnen, doch nicht als Wandmalerei im eigentlichen Sinne zu werten. Farbige Wandmalerei mit eben jenem roten Pigment ausgeführt begegnet erst während der späten Bronze-/frühen Eisenzeit in Gräbern. Für eben diese Perioden häufen sich auch die Nachweise für Wandmalerei in Gebäuden (Abb. 5b; vgl. Beitrag Knoll u. a. in diesem Band). Schwieriger als der Nachweis der roten Bemalung von Häusern und deren Inventaren sind Hinweise auf Körper­ bemalung zu finden. Das rote Farbpulver dürfte hierfür mit Fetten oder Öl, ähnlich den rezenten Beispielen aus ethno­ logischem Kontext, vermengt worden sein (vgl. Beitrag Borg in diesem Band). Als Beleg für die rote Bemalung der Körper kann eine Spondylusmuschel aus einem linienbandkeramischen Grab aus Sondershausen herangezogen werden (Kat. 51). Hinter dem Rücken der weiblichen Bestatteten aus Grab SO/32 lag die zerbrochene Muschel, die an den Rändern rote Farbspuren aufwies. Bei einer Interpretation der Muschel als Körperschmuck wären die roten Reste als Abrieb der Körperbemalung zu deuten. Weitere Muscheln mit Spuren roter Farbe stammen aus der jungpaläolithischen Kniegrotte bei Döbritz (Kat. 3)14. Deren Durchlochung macht eine Verwendung als Kette wahrscheinlich. Auch die Beigaben der mesolithischen Bestattung der sog. Schamanin aus Bad Dürrenberg legen eine Bemalung des Körpers, zumindest partiell, nahe. Das reiche Inventar enthielt diverse »Schminkutensilien«. Allen voran einen gespal­ tenen Metatarsus eines Rehes mit Resten von Spongiosa, an der sich noch rote Farbe befand. Dieser Stift diente zum Aufbringen der roten Farbe, die zuvor durch das Zerreiben eines Rötelstückes auf einem Reibstein gewonnen wurde (Kat. 6a; Abb. 4d)15. Falls die tönerne Palette mit Griff aus der Altmark aufgrund der Rötelreste als »Schminkpalette« interpretiert werden darf, wäre ein Hinweis für die Spätbronze-

miller erhielt 1997 die Auskunft über die unpublizierten Funde von F. Gall (Lohmiller 1999, 45, Anm. 134). 15 Solche »Schminksets« sind selten, ein zeitgleiches Ensemble ist bislang nicht bekannt. Durchaus zum Vergleich heranzuziehen ist das wahrscheinlich nicht vollständige Inven-

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tar eines Körpergrabes bei Offenau, Lkr. Heilbronn mit einem Rohstofffragment (mit Schlifffacetten), einem Reibstein und einem knöchernen Spatel zum Auftrag der Farbe. Leider wurde die Bestattung nicht fachgerecht geborgen, demnach ist eine Datierung nicht möglich (Maier 1964).

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zeit erbracht (Kat. 178; Abb. 4e). Ob die Rotfärbung von Skelettteilen als Indiz für eine vergangene Bemalung des Körpers herangezogen werden kann, ist fraglich. Wahrscheinlicher ist die Verfärbung der Knochen während der Lagerung im Boden. Im Falle der linienbandkeramischen Bestattung aus dem Tagebau Domsen (Kat. 35) wird sogar über eine Rotfärbung nach der Entfleischung analog zu ethnologischen, australischen Befunden diskutiert (Timm 1964, 39–41). Lediglich drei weitere, gleichfalls schwer zu interpretierende neolithische Skelettfunde mit Farbspuren sind im mitteldeutschen Gebiet bekannt (Kat. 39, 155, 158). Mit Rot wurde nicht nur der Körper geschmückt, auch beim Färben der Haare wurde diese Farbwahl beibehalten. Der Nachweis für die rote Haarpracht gelingt für Mitteldeutschland leider nur indirekt: Auf dem Schopf der linienbandkeramischen Figurine aus dem Erdwerk von Eilsleben konnten eindeutig Reste von Eisenoxid identifiziert werden (Kat. 2oa, Abb. 5c). Zum eigentlichen Färben der Haare wurde wahrscheinlich ein pflanzlicher Farbstoff benutzt. Das Schneiden und Färben des Haupthaars der Toten mit Krapp führen eindrucksvoll die Befunde eines bronzezeit­ lichen Kollektivgrabes aus Menorca vor Augen (vgl. Beitrag Risch in diesem Band). Inwieweit die Farbe Rot im Bestattungsritus Mitteldeutschlands eine spezifische Rolle spielt, ist nicht klar zu

umreißen, da alle Fundarten sowohl aus Siedlungs- als auch aus Grabkontexten stammen. Auch eine rituelle Färbung der Verstorbenen, die analog zu ethnologischen Vergleichen aus Australien vorgeschlagen wurde (Timm 1964, 4o f.), kann durch die Befundlage nicht gestützt werden. Lediglich die Streuung von Rötelpulver ist ausschließlich in Gräbern nachweisbar und in immerhin neun Fällen vom Mesolithikum bis in die Schnurkeramik im Arbeitsgebiet belegt.

Rot diachron – im Wandel der Zeiten Der älteste Nachweis von mineralischem Rot in Form eines Rohstoffstückes stammt aus der Höhle von Qafez/Israel. Während des Jungneolithikums häufen sich die roten Funde und Befunde und zählen auch in Mitteldeutschland zum gängigen Inventar. Für Paläo- und Mesolithikum sind hämatithaltige Fundstellen im mitteldeutschen Gebiet zwar recht überschaubar, gliedern sich aber in das bekannte Fundbild ein. Felskunst ist nicht bekannt, dafür massive Rohstoffnachweise. Tuben zur Aufbewahrung des Farbpulvers, wie sie beispielsweise aus Frankreich bekannt sind, fehlen16. Die magdalènienzeitliche Wildpferdjagstation bei Bad Frankenhausen erbrachte gleich drei verschiedene rote Rohstoff­ arten: Eine Eisenkonkretion (Geode), Eisenerz und ein Stück Abb. 6 Rekonstruktion der bandkeramischen Lebenswelt. Die Front des Hauses ist in den klassischen Mineralfarben Rot, Schwarz und Weiß bemalt. © Karol Schauer.

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Rot – vom Leben bis zum Tod

Hämatit mit Schlifffacetten (Kat. 1). Aus dem Abri Theure bei Lausnitz (Kat. 4) stammt eine vergleichbare Geode. Eine Reibeplatte zur Verarbeitung des roten Rohstoffes ist aus der Kniegrotte bei Döbritz bekannt. Rotes Farbpulver muss bereits zu dieser Zeit im alltäglichen Gebrauch verankert gewesen sein. Auch die Plattenpflaster der zeltartigen Jagdlager bestanden oftmals aus rotem Gestein. Ob diese Farbwahl gezielt erfolgte, ist nicht zu beurteilen. Immerhin steht neben der Jagdstation bei Bad Frankenhausen in nur ca. 5oo m Entfernung das Rotliegende an17. Vielleicht ist es kein Zufall, dass auch die Wohnoberfläche des Jagdlagers bei Nebra rot gefärbt war (Mania 2oo4, 235 f.). Die Färbung dürfte in diesem Fall wohl eher auf die Herstellung des Farbpulvers innerhalb der Behausung schließen lassen. Weitere Rohstoffnachweise, sowohl in Form von Gestein als auch Rötelerde liegen aus der Ilsenhöhle bei Ranis (Kat. 2; vgl. Beitrag Weiß in diesem Band) und der Knie­ grotte bei Döbritz (Kat. 3) vor. Bei letzterer ergab die Untersuchung von C. Höck einen intensiven Gebrauch von Rötel, die magdalenienzeitliche Schicht schien regelrecht »verfärbt« zu sein. 1o % der organischen und 7 % der lithischen Artefakte weisen rote Farbspuren auf (Höck 2ooo, 146). Die Intensität der Färbung könnte Aussagen zur Aufenthaltsdauer der Jäger am »Siedlungsplatz« ermöglichen, wie T. Terberger für Gönnersdorf herausgestellt hat (Terberger 1997, 1o2). M. Küßner sieht in der Nutzung der roten Farbe sogar »ein verbindendes geistig-kulturelles Element« (Küßner 2oo9, 117). Mesolithische Spuren von Eisenoxid sind nur in Gräbern anzutreffen, nahezu ausschließlich in Form von Rötelstreuungen. Lediglich das bereits besprochene Grabinventar der Schamanin von Bad Dürrenberg bildet mit der Beigabe eines »Schminksets« eine Ausnahme. Erst mit dem einsetzenden Neolithikum boomt der rote Farbstoff in Mitteleuropa. Auch in Mitteldeutschland dominieren die Fundpunkte der Bandkeramik das Verbreitungsbild (Abb. 2). Die neolithischen Innovationen, allen voran die Keramikproduktion, bieten vielseitige neue Verwendungsmöglichkeiten und sind bei Bodenlagerung beständig. Die Welt der Bandkeramiker muss zumindest den Überlieferungsbedingungen entsprechend leuchtend rot gewesen sein. Rot erstrahlten Gebäude, Gebrauchsgegenstände und die Menschen selbst (Abb.  6–7). Die Art der Nutzung des roten Farbstoffes weist enge Verbindungen zum vorhergehenden Paläo- und Mesolithikum auf. Abgesehen von der neuen Materialgattung Keramik sind alle Fundarten im Grab- und Siedlungskontext bereits aus der älteren Steinzeit bekannt (vgl. dazu auch Kahlke 1954, 126). Weiterhin lässt der Fundniederschlag von Rohstücken im Frühneolithikum auf einen hohen Bedarf von rotem Farbstoff schließen (Spatz 1999, 124). Neben dem großmaßstäblichen Abbau wird die ebenso expansive Verhandlung des Rohstoffes im bandkeramischen Verbreitungsgebiet postuliert. E. Biermann geht sogar von Gewinnungs- und Verteilungszentren für den roten Rohstoff aus (Biermann 2oo3a, 247–249). 16 Zur Aufbewahrung des Farbpulvers diente z. B. eine Tube aus Rentierknochen in der Grotte des Cottés bei Saint-Pierre-de-Maillé oder eine Büchse aus Vogelknochen aus

Abb. 7 Rekonstruktionsvorschlag für die bandkeramische Körperbemalung. Um die rote Farbe für den Körperschmuck zu gewinnen, wurde das Hämatitpulver – analog zu ethnologischen Parallelen – wahrscheinlich mit Fett oder Öl vermengt. © Karol Schauer.

Das Bild eines enormen Rohstoffbedarfs kann auch für Mitteldeutschland skizziert werden. Die Rohstoffe selbst nehmen während der älteren Bandkeramik etwa ein Drittel der Gesamtfunde ein. Stichbandkeramische Rohstofffunde belaufen sich immerhin noch auf ein Viertel der Fundmasse. Die meisten Funde sind in beiden Fällen jedoch dem roten Endprodukt, also beispielsweise der Bemalung oder Magerung zuzuschreiben. Auffällig ist die häufige Vergesellschaftung der drei Fundkategorien: Reibeplatten und Schlagsteine wurden häufig zusammen mit Rohstücken, seltener mit bemalter Keramik gefunden. Die Verarbeitung erfolgte also vor Ort. Als Beispiele mögen hier das Inventar einer bandkeramischen Siedlungsgrube aus Minsleben oder Apolda (Kat. 29, Kat. 112) dienen. Wie bereits eingangs erwähnt, dominieren die Befunde aus dem Siedlungskontext die restlichen Fundkategorien. Für beide bandkeramische Kulturen sind jeweils etwa 4o Fundpunkte in Siedlungen anzuführen. Ein Großteil der Siedlungen ist über beide Abschnitte des Frühneolithikums belegt, da die Siedler der Stichbandkeramischen Kultur

dem Abri von La Ferrassie (Streit 1935, 115). 17 Auch die Freilandstation von Oelknitz befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Rotlie-

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genden (verkieselte Stücke, Sammlung Uni Jena). Der jungpaläolithische Horizont trat an der Basis einer 2 m mächtigen Schicht aus rotem Sand zu Tage (Hemmann u. a. 2oo8, 2).

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weithin die Lage am Hochufer bevorzugten (Ostritz 2ooo, Abb. 18). Das Verbreitungsbild der bandkeramischen RotFundstellen fügt sich in das Gesamtverbreitungsgebiet beider Kulturen (Kaufmann 1976, Karte 9; 11; Meller 2oo8, 17; 25)18 . Gräber mit roten Beigaben sind mit 15, bzw. fünf Exem­ plaren hingegen spärlich vertreten, selbst unter dem Ein­ bezug der insgesamt sechs bandkeramischen Sonderbestattungen. Demzufolge scheint die Farbe Rot keineswegs für Bestattungen reserviert gewesen zu sein. Vielmehr sind alle Fundarten – Rohstoffe, Verarbeitungsnachweise und Spuren des Rohstoffs am Endprodukt  – sowohl in Gräbern, als auch in Siedlungen vertreten; ausgenommen die Rötelstreuung, die bereits behandelt wurde. Die nun seit fast einem Jahrhundert pauschalisierte Interpretation des roten Farbstoffes als Symbol für Blut und Leben in Verbindung mit dem Bestattungsritus sollte folglich revidiert werden19. Rot war in der Welt der Lebenden allgegenwärtig, so auch in der Welt der Toten.

Das Ende der Rötel-Ära Mit dem einsetzenden Mittelneolithikum nimmt die Zahl der Rotfunde drastisch ab. Über die Fundverteilung sind kaum mehr Aussagen möglich. Die wenigen Funde stam-

18 Bei den zitierten Verbreitungskarten handelt es sich um Fundpunktkartierungen. Sie beinhalten neben Siedlungsfunden auch Gräber und Einzelfunde. Die Modelle zur Besiedlungsdichte – basierend auf reinen Siedlungsfunden – nach Ostritz 2ooo (98 Karte 1; 99 Karte) decken sich nicht mit der Verteilung der Rot-Fundstellen. Die Ursache für diese Divergenz liegt in der verwendeten Datenbasis begründet. Für die Modelle Ostritz’ wurden Siedlungsstellen, die im

men bis zum Endneolithikum vor allem aus Gräbern, beschränken sich in der Regel aber auf kleinere Rötelstücke oder Bemalungsspuren auf Gefäßen. Drei schnurkeramische Farbtöpfe (Kat. 151, 153, 156) bilden die Ausnahme, hier scheint die frühneolithische Tradition weiterzuleben. Ein gravierender Bedeutungsverlust des mineralischen Farbstoffes scheint mit der Frühbronzezeit einherzugehen. Die Rötelbeigabe im Grab ist mit nur noch zwei Funden aus Haldensleben und Köthen (Kat. 168, 169) belegt. Ein Zusammenhang mit dem Aufkommen des neuen Rohstoffs Metall seit der Kupferzeit kann nur vermutet werden. Die Nutzung von eisenoxidhaltigem Pigment für Bemalungszwecke wird jedoch beibehalten. Keramik mit rotem Farbauftrag ist bis in die Eisenzeit belegt, wenn auch die eigentliche späthallstattzeitliche Produktion Mitteldeutschland ausspart 20. Das vorläufige Ende des Farbstoffes markieren neue rotfärbende Stoffe, die aufgrund ihrer limitierten Verfügbarkeit und des hohen Preises als Statusanzeiger dienten. Zinnober, Mennige und Krapp hielten im Laufe der römischen Kaiserzeit Einzug in die Germania magna. Herausragende Befunde wie das Grab von Gommern zeugen von der ungebrochenen Begeisterung für rote Farbstoffe, die nun aber der herrschenden Elite vorbehalten sind.

Zuge archäologischer Eingriffe untersucht wurden, erfasst und schließlich deren Werte in Kartogrammen wiedergegeben (Ostritz 2ooo, 1o –19). Aktuellere Fundpunktkar­ tierungen zu einzelnen Regionen Mitteldeutschlands: Nord-Ostthüringen bei Einicke 2o12, 335; Nordharzvorland bei Nestmann 2o12, 329. 19 Z . B. Timm 1964, 48: »…dem Toten« sollte »in Form von Blut und rotem Ocker Leben und Kraft zugeführt werden.« Auch Maringer

(1976, 234) schlägt vor, Rot im Grab- und Siedlungskontext als Symbol für Blut als Lebenselixier zu interpretieren. 2o Roter Überzug/Firnis auf Keramik wurde im Katalog nicht berücksichtigt, da es sich bei der eigentlichen Farbe um Tonschlicker handelt, der erst durch einen kontrollierten oxidierenden Brand ihre Farbe erhält.

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Rot – vom Leben bis zum Tod

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H a r a l d M e ll e r , F r a n z i s k a K n o ll u n d J u l i a n e F i l i pp

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Begleitband zur Sonderausstellung (Halle [Saale] 2oo1) 236 f. Küßner 2oo 6 M. Küßner, Ein reich ausgestattetes Grab der Glockenbecherkultur von Apfelstädt, Lkr. Gotha – Ein Vorbericht. Neue Ausgr. u. Funde in Thüringen, 2oo6, 2, 55–62. Küßner 2oo 9 M. Küßner, Die späte Altsteinzeit im Einzugsgebiet der Saale. Weimarer Monogr. zur Urund Frühgesch. 42 (Weimar 2oo9). Lehmann 1927 E. Lehmann, Unsere Heimat in vorgeschicht­ licher Zeit. Mitt. Ver. Gesch. Erfurt 44, 1927, 171–248. Lönne 2oo3 P. Lönne, Das Mittelneolithikum im südlichen Niedersachsen. Materialhefte zur Ur- und Frühgeschichte Niedersachsens 31 (Rahden/ Westf. 2oo3). Löhr/Zimmermann 1977 H. Löhr/A. Zimmermann, Feuersteinartefakte. In: R. Kuper/H. Löhr/J. Lüning/P. Stehli/ A. Zimmermann, Der bandkeramische Siedlungsplatz Langweiler 9, Gem. Aldenhoven, Kr. Düren. Beiträge zur neolithischen Besiedlung der Aldenhovener Platte II. Rheinische Ausgrabungen 18, 1977, 131–266. Lohmiller 1999 R. Lohmiller, Ocker – Monographie einer Farbe. Unpubl. Diss. Univ. Mainz 1999. Maier 1964 R. A. Maier, Ein Neolithgrab mit tierischen Hornzapfenbeigaben. Germania 42, 1964, 244–25o. Mania 2oo4 D. Mania, Jäger und Sammler vor 15 ooo Jahren im Unstruttal. In: Meller (Hrsg.) 2oo4, 233–249. Maringer 1976 J. Maringer, Das Blut in Kult und Glauben der vorgeschichtlichen Menschen, Anthropos 71, 1976, 226–253. Matthias 1968 W. Matthias, Kataloge zur mitteldeutschen Schnurkeramik. Teil III: Nordharzgebiet. Veröff. des Landesmus. Vorgesch. Halle 23 (Berlin 1968). Matthias 1982 W. Matthias, Kataloge zur mitteldeutschen Schnurkeramik. Teil V: Mittleres Saalegebiet. Veröff. des Landesmus. Vorges. Halle 35 (Berlin 1982). Meller 2oo4 H. Meller (Hrsg.), Paläolithikum und Meso­ lithikum. Kataloge zur Dauerausstellung im Landesmus. f. Vorgesch. Halle 1 (Halle [Saale] 2oo4). Meller 2oo 8 H. Meller/A. Muhl, Lebenswandel. Früh- und Mittelneolithikum. Begleithefte zur Dauerausstellung im Landesmus. f. Vorgesch. Halle 3 (Halle [Saale] 2oo8). Moos 2oo 6 U. Moss, Eine Bandkeramische Säuglings­ bestattung. Arch. Sachsen-Anhalt Sonderbd. 4, 2oo6, 71–72. Moos 2o12 U. Moss, Eine Bandkeramische Säuglings­ bestattung aus Westerhausen, Lkr. Harz. Fund des Monats Oktober 2o12. (letzter Zugriff 28.11.2o12). Müller 1959 H.-H. Müller, Bemalter Wandverputz aus einer Siedlungsgrube der späten Bronzezeit von Rottelsdorf, Kr. Eisleben. Ausgr. u. Funde 4, 1959, 15–18.

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Rot – vom Leben bis zum Tod

Schunke in Vorber. b T. Schunke, Bestattungen am Rand. Arch. Sachsen-Anhalt Sonderbd. In Vorber. Schunke in Vorber. c T. Schunke, Eine Plastik aus Ton und Knochen – Ein bemerkenswertes Kindergrab im Salzmünder Graben. Sachsen-Anhalt Sonderbd. In Vober. Seeberger 1977 F. Seeberger, Steinzeitliches Feuerschlagen. Ein experimenteller Beitrag zur Archäologie. Arch. Korrbl. 7, 1977, 195–2oo. Siemoneit 1998 B. Siemoneit, Das Kind in der Linienband­ keramik. Befunde aus Gräberfeldern und Siedlungen in Mitteleuropa. Internat. Arch. 42 (Rahden/Westf. 1998). Siegl/Wunderlich 2o11 A. Siegl/C.-H. Wunderlich, Das Rot der ersten Siedler. Fund des Monats August 2o11. (letzter Zugriff 28.11.2o12). Spatz 1999 H. Spatz, Das mittelneolithische Gräberfeld von Trebur, Kreis Groß-Gerau. Materialh. zur Vor- u. Frühgesch. Hessen 19 (Wiesbaden 1999).

Streit 1935 C. Streit, Unbewegliche Körperzier in vor­ geschichtlicher Zeit, Anthropos 3o, 1935, 1o7–134. Szédeli/Wunderlich 2o11 H. Szédeli/C.–H. Wunderlich, Eine Röteldeponierung der späten Bronzezeit? Arch. SachsenAnhalt Sonderbd. 14, 2o11, 143 f. Teetzmann 19 o5 A. Teetzmann, Eine steinzeitliche Ansiedlung bei Lockwitz. Sitzungsberichte und Abhandlungen der Naturwissenschaftlichen Gesellschaft ISIS in Dresden 19o5, 73–79. Terberger 1997 T. Terberger, Die Siedlungsbefunde des Magdalénien-Fundplatzes Gönnersdorf Konzentrationen III und IV (Stuttgart 1997). Timm 1964 K. Timm, Blut und rote Farbe im Totenkult. EZA 5, 1964, 39–55. Veit 1996 U. Veit, Studien zum Problem der Siedlungs­ bestattung im europäischen Neolithikum. Tübinger Schriften zur ur- und frühgeschichtlichen Archäologie 1 (Münster 1996). Wagener 1933 H. Wagener, Die erste Verwendung von Eisenerz. Mannus 25, 1933, 59–62.

Wagner 2o12 T. Wagner, Führbronzezeitliche Bestattungen. In: H. Meller (Hrsg.), Haldensleben – VOR seiner ZEIT. Archäologische Ausgrabungen 2oo8–2o12, Arch. Sachsen-Anhalt Sonderbd. 17 (Halle 2o12), 65–67. Weller 2oo3 U. Weller, Steingeräte der Linearbandkeramik im Leinetal zwischen Hannover und Northeim. Eine technologisch-archäologische Analyse. Beiträge zur Archäologie in Niedersachsen 4 (Rhaden/Westf. 2oo3). Wunderlich 1998 C.-H. Wunderlich, Ein roter Farbtopf aus der Bronzezeit. In: S. Fröhlich (Hrsg.), gefährdet– gerettet–geborgen. Ausstellung Landesmuseum Halle (Halle 1998) 69–72. Zimmermann 1988 A. Zimmermann, Steine. In: U. Boelicke/ D. v. Brandt/J. Lüning/P. Stehli/A. Zimmermann, Der bandkeramische Siedlungsplatz Langweiler, Gemeinde Aldenhoven, Kreis Düren. Beiträge zur neolithischen Besiedlung der Aldenhovener Platte III,2. Rheinische Ausgrabungen 28, 1988, 569–787.

Abbildungsnachweis

1 Verf. 2 Verf.; N. Seeländer, LDA 3 a, b, d, e, g, i J. Lipták, München; c G. Alper, LDA; f, h Verf. 4 a, c, e, h, J. Lipták, München: f B. Fritsch, LDA; b, g Verf.



5 a K. Schwerdtfeger, LDA b, e–k Verf.; c, d J. Lipták, München 6–7 K. Schauer, Hameln

Anschriften Prof. Dr. Harald Meller Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt Landesmuseum für Vorgeschichte Richard-Wagner-Str. 9 o6114 Halle (Saale) [email protected]

Franziska Knoll M.A. Friedrich-Schiller-Universität Jena Bereich Ur- und Frühgeschichte Löbdergraben 24 a o7743 Jena [email protected]

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Juliane Filipp Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg Institut für Kunstgeschichte und Archäologien Europas Brandbergweg 23 o612o Halle (Saale) [email protected]

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Listen Die Listen 1 bis 3 dienen dem Überblick über das gesamte erfasste Material und orientieren sich unmittelbar am Katalog. Die Reihenfolge und Benennung der Listen erklärt sich aus den von den Autoren vergebenen Kategorien. Dabei ist

zu berücksichtigen, dass mehrere Kategorien von einem Fundplatz bekannt sein können und deshalb Wiederholungen möglich sind. Die Reihung der Fundorte erfolgt chronologisch. Zu den Kürzeln der Datierung siehe Katalog.

Liste 1 – Rohstoffe Art des Rohstoffs

Eisenerz/Hämatit/Rot-, Brauneisenstein

Eisenerz/Hämatit/Rot-, Brauneisenstein mit Schlifffacetten/Abriebspuren

Rötel/Ocker/Rotocker

Fo. Fk./Bef. Dat. Kat.-Nr. Bad Frankenhausen Freilandstation JPaläo. 1 Burg Ranis Höhle JPaläo. 2 Döbritz Höhle JPaläo. 3 Lausnitz Abri JPaläo. 4 Breitenbach Siedlung LBK 15 Derenburg Gräberfeld LBK 18 Eilsleben Erdwerk LBK 2o Minsleben Siedlung LBK 29 Naumburg-Almrich Siedlung LBK 31 Trotha Sonderbestattung LBK 36 Kleinfahner-Gierstädt Grab LBK 45 Eythra Siedlung LBK 61 Grauschwitz Siedlung LBK 62 Deersheim Siedlung SBK 78 Hausneindorf Siedlung SBK 91 Minsleben Siedlung SBK 99 Teuchern Einzelfund SBK 1o7 Trotha Siedlung SBK 1o9 Wulfen Siedlung SBK 111 Ballstädt Höhensiedlung SBK 113 Gotha Einzelfund SBK 12o Röpsen-Dorna Siedlung SBK 124 Schlotheim Siedlung (?) SBK 127 Weimar Siedlung SBK 131 Eythra Siedlung SBK 132 Eythra Grab Baalb 142 Dölau Siedlung BbK 146 Mügeln Siedlung Metallz. 167 Wiesenthal Grab MBZ 171 Schlagwitz Siedlung undat. 182 Bad Frankenhausen Siedlung JPaläo. 1 Burg Ranis Höhle JPaläo. 2 Döbritz Höhle JPaläo. 3 Bad Dürrenberg Grab Mesol. 6 Casabra Siedlung LBK/SBK 1o Eilsleben Erdwerk LBK 2o Walbeck Siedlung LBK 37 Bruchstedt Gräberfeld LBK 41 Tüngeda Siedlung LBK 53 Neunheilingen Siedlung SBK 123 Röpsen-Dorna Siedlung SBK 124 Cauerwitz Grab SK 149 Burg Ranis Höhle JPaläo. 2 Cochstedt Siedlung LBK 17

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Rot – vom Leben bis zum Tod



Eilsleben Erdwerk LBK 2o Hettstedt Siedlung LBK 26 Nachterstedt-Königsaue Siedlung LBK 3o Naumburg Grab LBK 32 Trotha Sonderbestattung LBK 36 Erfurt Grab LBK 44 Sondershausen Gräberfeld LBK 51 Tüngeda Siedlung LBK 53 Weimar – LBK 54 Cotta Siedlung LBK 6o Leubnitz-Neuostra Siedlung LBK 63 Mockritz Siedlung LBK 65 Mockritz Siedlung LBK 66 Zauschwitz Sonderbestattung LBK 72 Goseck Sonderbestattung SBK 85 Profen Grab SBK 1o2 Salzmünde Siedlung SBK 1o4 Stößen Siedlung SBK 1o5 Wulfen Siedlung SBK 111 Erfurt Süd Gräberfeld SBK 117 Neunheilingen Siedlung SBK 123 Roßleben Siedlung SBK 125 Roßleben Grab SBK 126 Tüngeda Einzelfund SBK 13o Nickern Kreisgrabenanlage SBK 134 Storkau Grab RÖ 135 Wulfen Grab JM 136 Alsleben Grab, Grube Baalb 139 Zörbig Grab Baalb 14o Salzmünde Erdwerk SMK 144 Burgscheidungen-Tröbsdorf Gräberfeld SK 148 Köthen Grab SK 152 Buttstädt Grab SK 154 Helfta Grab GBK 157 Wandersleben Grabgruppe GBK 163 Haldensleben Grab FBZ 168 Köthen Grab FBZ 169 Coswig Grab SBZ 173 Niederröblingen Siedlung SBZ 175

Liste 2 – Verarbeitung/Farbaufbereitung Art der Verarbeitung/Farbaufbereitung

Reibplatte/Mahlstein

Fo. Fk./Bef. Dat. Kat.-Nr. Döbritz Höhle JPaläo. 3 Schlagwitz Siedlung LBK/SBK 11 Breitenbach Siedlung LBK 15 Eilsleben Erdwerk LBK 2o Minsleben Siedlung LBK 29 Nachterstedt-Königsaue Siedlung LBK 3o Erfurt Siedlung LBK 42 Lehesten-Nerkewitz Siedlung LBK 46 Sondershausen Gräberfeld LBK 51 Stregda Siedlung (?) LBK 52 Altscherbitz Brunnen LBK 57 Cotta Siedlung LBK 59 Leubnitz-Neuostra Siedlung LBK 63 Minsleben Sonderbestattung SBK 1oo Stößen Siedlung SBK 1o5 Apolda Siedlung SBK 112

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H a r a l d M e ll e r , F r a n z i s k a K n o ll u n d J u l i a n e F i l i pp



Bruchstedt Minsleben Derenburg Deersheim Apolda Bruchstedt Topf mit Farbpulver (Farbtopf) Derenburg Westerhausen Altnickern Altscherbitz Schlagwitz Salzmünde Köthen Poserna Bad Lauchstädt Maltopf (Farbtopf) Breitenbach Gröben Westdorf Mal-/Schminkpalette Bad Dürrenberg Breitenbach FO unbek., Kr. Altmark »Farbstift« Bad Dürrenberg Langendorf Farbstein Döbritz Erfurt Wulfen Gispersleben Siebleben Rössen

Schlagstein

Siedlung SBK 114 Siedlung LBK 29 Gräberfeld LBK 18 Siedlung SBK 78 Siedlung SBK 112 Siedlung SBK 114 Gräberfeld LBK 18 Sonderbestattung LBK 38 Siedlung LBK 55 Gräberfeld LBK 56 Siedlungsgrube LBK 71 Siedlung SBK 1o4 Siedlung (?) SK 151 Grabhügel SK 153 Siedlung SK 156 Siedlung LBK 15 Siedlung LBK 22 Siedlung SBZ 177 Grab Mesol. 6 Siedlung LBK 15 – SBZ 178 Grab Mesol. 6 – – 181 Höhle JPaläo. 3 Grab LBK 43 Siedlung SBK 111 Siedlung SBK 119 Siedlung SBK 128 Grab GBK 16o

Liste 3 – Verwendung der Farbe Art der Verwendung

Rotspuren auf Keramik

Fo. Döbritz Oelknitz Ballenstedt Minsleben Mittelhausen a.d. Gera Altnickern Cotta Balgstädt Beyernaumburg Bernburg Brücken Deersheim Egeln Grana Großörner Hadmersleben Hausneindorf Helfta Korbetha Lißdorf Mehringen Memleben Meuschau Oschersleben Stößen Teuchern

Fk. Höhle Freilandstation Siedlung Siedlung Siedlung Siedlung Siedlung Siedlung (?) Siedlung (?) Einzelfund Siedlung – Gräberfeld Siedlung Siedlung Siedlung Siedlung Siedlung Einzelfund Siedlung Siedlung Siedlung Einzelfund Siedlung Siedlung Siedlung

Dat. Kat.-Nr. JPaläo. 3 JPaläo. 5 LBK 14 LBK 29 LBK 48 LBK 55 LBK 58 SBK 73 SBK 74 SBK 75 SBK 76 SBK 79 SBK 8o SBK 86 SBK 88 SBK 89 SBK 91 SBK 92 SBK 93 SBK 94 SBK 95 SBK 96 SBK 98 SBK 1o1 SBK 1o5 SBK 1o7

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Rot – vom Leben bis zum Tod



Rotspuren auf Steingerät

Rotspuren an Skelett

Bemalung Keramik

Bemalung Hauswand

Bemalung Grab

Keramikmagerung

Wallendorf-Friedensdorf Siedlung SBK 11o Apolda Siedlung SBK 112 Donndorf Siedlung SBK 115 Erfurt Nord Siedlung SBK 116 Erfurt Süd Gräberfeld SBK 117 Gamstädt Siedlung SBK 118 Großschwabhausen Einzelfund SBK 122 Röpsen-Dorna Siedlung SBK 124 Roßleben Siedlung SBK 125 Gera-Tinz Siedlung SBK 129 Zabitz Grab KAK 147 Apfelstädt Grab GBK 161 Wennungen Siedlung FBZ 17o Burg Ranis Höhle JPaläo. 2 Nickern Siedlung LBK 67 Roßleben Siedlung SBK 125 Tornau Sonderbestattung LBK 35 Wulfen Grab LBK 39 Roßleben Grab SK 155 Köthen Grabgruppe GBK 158 Bad Bibra Siedlung LBK 13 Burgscheidungen-Tröbsdorf Siedlung LBK 16 Gröben Siedlung LBK 22 Großörner Siedlung LBK 24 Karsdorf Siedlung LBK 27 Naumburg-Almrich Siedlung LBK 31 Oechlitz Siedlung LBK 33 Röpsen-Dorna Siedlung LBK 49 Seehausen Grab LBK 5o Maschwitz Siedlung LBK 64 Burgscheidungen-Tröbsdorf Einzelfund SBK 77 Egeln Gräberfeld SBK 8o Göttnitz-Löbersdorf Einzelfund SBK 84 Grana Siedlung SBK 86 Großörner Siedlung SBK 87 Helfta Siedlung SBK 92 Salzmünde Siedlung SBK 1o4 Teuchern Siedlung SBK 1o7 Donndorf Siedlung SBK 115 Salzmünde Erdwerk SMK 144 Drosa Grab BbK 145 Lobitzsch Grab GBK 159 Gispersleben Einzelfund GBK 162 ehem. Cröbern Einzelfund GBK 164 Schweta Gräberfeld GBK 165 Zwenkau Grab und Siedlung GBK 166 Zschernitz Siedlung TBK 138 Rottelsdorf Siedlung SBZ 176 Wennungen Siedlung FEZ 179 Quedlinburg Siedlung FEZ 18o Leuna-Göhlitzsch Grabhügel SMK 143 Baalberge Gräberfeld SBZ 172 Großwirschleben Grab SBZ 174 Aylsdorf Siedlung LBK 12 Dölkau – LBK 19 Friedensdorf Siedlung LBK 21 Gröben Siedlung LBK 22 Gröbitz Siedlung LBK 23 Merseburg Siedlung LBK 28 Stößen Einzelfund (?) LBK 34

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Rötelstreuung

Körperbemalung

Altenburg Siedlung LBK 4o Meuselwitz Siedlung LBK 47 Weideroda-Zauschwitz Siedlung LBK 69 Egeln Gräberfeld SBK 8o Egeln Siedlung (?) SBK 81 Gatersleben Einzelfund SBK 82 Gödnitz-Flötz Siedlung SBK 83 Großörner Siedlung SBK 88 Halle (Saale) Siedlung SBK 9o Mehringen Siedlung SBK 95 Merseburg Siedlung SBK 97 Quedlinburg Siedlung SBK 1o3 Stößen Siedlung (?) SBK 1o6 Gräfentonna Siedlung (?) SBK 121 Lockwitz Siedlung SBK 133 Wulfen Siedlung, Gräber JM 136 Heidenau Siedlung JM 137 Wallendorf Siedlung Hutberg 141 Bad Dürrenberg Grab Mesol. 6 Unseburg Grab Mesol. 7 Bottendorf I,II Grab Mesol. 8 Derenburg Gräberfeld LBK 18 Halberstadt Gräberfeld LBK 25 Westerhausen Sonderbestattung LBK 38 Nickern Gräberfeld LBK 68 Portitz Grab LBK 7o Hausneindorf Grab SK 15o Döbritz Höhle JPaläo. 3 Sondershausen Gräberfeld LBK 51

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Rot – vom Leben bis zum Tod

KATALOG Der vorliegende Fundkatalog umfasst mitteldeutsche Rotfunde (d.h. Rötel, Hämatit, Roteisenstein, Ocker) unterschiedlicher Zeitstellung. Der nachfolgenden Legende sind die einzelnen Kategorien der Materialerfassung zu entnehmen. Sollten – in der Regel durch die Publikationslage bedingt – Kategorien nicht angeführt sein, waren hier keine näheren Informationen zu gewinnen. Die Gliederung des Materials erfolgte in chronologischer Reihung. Die Abfolge

der Fundorte innerhalb einer Zeitstellung richtet sich dabei zunächst nach den drei Bundesländern (Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen), innerhalb dieser Einteilung nach dem Alphabet. Die Angaben zum Verbleib sind oftmals auf das gesamte Fundmaterial der Fundstelle oder des Fundvorganges formuliert. Teilweise werden deshalb mehrere Institutionen aufgeführt, die in einigen Fällen nicht mehr existieren.

Legende

Fst. Fundstelle Fu. Fundumstände (Grabung/Lesefund) Fk. Fundkontext (Siedlung/Gräberfeld) Bef. Befund (Grab/Grube/Sonderbestattung/Einzelfund) Fg. Fundgegenstand (Rotfund/-e; falls mehrere Funde vorliegen, sind diese durch Kleinbuchstaben getrennt in Folge aufgeführt) Beschr. Beschreibung; nähere Angabe zur Fund-/Befundlage VB. Verbleib Lit. Literatur (Katalognummern sind in Klammer angegeben) Bem. Bemerkung

Abkürzungen Datierung

Sonstige Abkürzungen

JPaläo. Jungpaläolithikum Mesol. Mesolithikum

B. Breite Bdm. Bodendurchmesser Dat. Datierung Dm. Durchmesser Fußh. Fußhöhe H. Höhe LDA Halle Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie SachsenAnhalt – Landesmuseum für Vorgeschichte – LfA Sachsen Landesamt für Archäologie Sachsen L. Länge Mdg. Mündung N Norden, nördlich O Osten, östlich S Süden, südlich Slg. Sammlung Stk. Stück, Stücke TLDA Thüringisches Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie W Westen, westlich

Frühneolithikum BK Bandkeramik LBK Linienbandkeramik SBK Stichbandkeramik RÖ Rössener Kultur Mittelneolithikum JM Jordansmühler Gruppe TBK Trichterbecher Kultur Baalb Baalberger Kultur SMK Salzmünder Kultur Spätneolithikum BbK Bernburger Kultur KAK Kugelamphorenkultur Endneolithikum SK Schnurkeramik GBK Glockenbecherkultur

Metallz. allgemein Metallzeiten

Bronzezeit FBZ Frühbronzezeit MBZ Mittelbronzezeit SBZ Spätbronzezeit

FEZ Frühe Eisenzeit/Ältere Vorrömische Eisenzeit

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Jungpaläolithikum Thüringen

1 (JPaläo.) Bad Frankenhausen, Kyffhäuserkreis Fst. »Kosackenberg«; Magdalénienzeitliche Wildpferdjägerstation Fu. Ausgrabung 1954 Fk. Siedlung/Sommerjagdlager/Zeltplatz Bef. Kulturschicht Fg. a) Geode aus Hämatit/Eisenkongregation (Feustel 1977) b) Stk. Hämatit mit Schlifffacetten c) Stk. Eisenerz d) Plattenpflaster aus dem Rotliegenden (in 5oo m Entfernung vom Jagdlager anstehend) VB. L DA Halle, HK-Nr. 79:7o (Geode), HK-Nr. 79:71c (Hämatit) Lit. Behm-Blancke 1956, 263–266; Behm-Blancke 196o; Feustel 1977, 25–59; Porr/Wunderlich 2oo4, 261–262 2 (JPaläo.) Burg Ranis, Saale-Orla-Kreis Fst. Ilsenhöhle Fu. Grabungen 1926–1938 Fk. Nutzungshorizont Ilsenhöhle Bef. Fundschicht Ranis 3 Fg. a) lateral retuschierte Sitzklinge mit Rötelspuren auf der Ventralseite b) 11 kleine Ockerklümpchen c) 3 Roteisensteine d) quaderförmiges Stück Roteisenstein mit abgeriebener Eisenader VB. L DA Halle, Studiensammlung: HK-Nr. 4:314 (c), HK-Nr. 4:221 (d), HK-Nr. 4:325 (a), HK-Nr. 4:2oo (b) Lit. Hülle 1977, 63; 84; siehe Beitrag M. Weiß im vorliegenden Band 3 (JPaläo.) Döbritz, Saale-Orla-Kreis Fst. Kniegrotte Fu. Entdeckung durch M. Richter 193o und folgende 8-jährige Ausgrabung Fk. Schicht 8 (magdalénienzeitlich) Fg. a) durchlochte Muscheln mit rötlicher Färbung (wahrscheinlich als Kette getragen) b) unbearbeitete Muscheln mit Rötelfüllung c) 18 Hämatitstücke (13 mit Abriebflächen) d) 2 Hämatite mit Durchlochung, 1 Fragment ritzverziert e) Reibeplatte aus Grauwacke mit roten Farb­ spuren VB. Museum für Ur- und Frühgeschichte Weimar Lit. Höck 2ooo, 146–148 (c–d); Lohmiller 1999, 45 (a–b)

4 (JPaläo.) Lausnitz, Saale-Orla-Kreis Fst. Abri Theure Fu. Entdeckung durch A. Rohleder 1928 und unsys­ tematische Grabungen bis 1931; Grabung durch R. Feustel 196o Fk. Schichtpaket Jungpaläolithikum Fg. a) Halbgeode aus Hämatit b) plattiges Stück Rötel/roter Sandstein mit parallelen Kratzspuren c) Stück Roteisenstein mit Quarzkristallen VB. Museum für Ur- und Frühgeschichte Weimar 462/6o (a), Museum Ranis IV 1576 (b), IV 1577 (c) Lit. Küßner 2oo9, 22o 5 (JPaläo.) Oelknitz, Saale-Holzland-Kreis Fst. Sandberg Fu. 1932 2 Schnitte durch G. Neumann (seit 2oo3 Aufarbeitung durch Uni Jena); 1957–67 Freilegung der 85o m² großen Freilandstation (Museum Weimar) Fk. Freilandstation, ganzjähriges Jagdlager (3 Behausungen) Fg. a) mit Rötel bedeckte Steinplatte b) Steinplatte mit rot gefärbter Oberfläche und evtl. Ritzung (ca. 5 cm x 5 cm) VB. Museum für Vor- und Frühgeschichte Weimar (a); Sammlung Universität Jena, Institut für Ur- und Frühgeschichte (b) Lit. Behm-Blancke 196o, 2o6 (a); Lohmiller 1999, 46 (a)

Mesolithikum Sachsen-Anhalt

6 (Mesol.) Bad Dürrenberg, Saalekreis Fst. Kurpark Fu. 1934 bei Kanalisationsarbeiten entdeckt, untersucht durch Präparator der Landesanstalt für Volkheitskunde (heute LDA Halle) und Verbringung ins Museum Bef. Grab Fg. a) gespaltener Metatarsus eines Rehes mit Resten von Spongiosa zum Auftragen von roter Farbe (Farbreste an der Spitze) b) ein Stk. Hämatit/Rötel mit Abriebfläche (3o g) c) Palette (unbearbeitetes, dreieck-/plattenförmiges Stk. aus Amphibolschiefer) und Reibstein (unbearbeitetes, oval rundliches Schiefergeröll) d) Rötelstreuung ? (Grünberg 2oo4) VB. LDA Halle, HK-Nr. 34:823 Lit. Grünberg 2oo4, 275–278; Porr 2oo4, 297 f. (mit älterer Literatur) 7 (Mesol.) Unseburg, Salzlandkreis Fst. »Weinberg«, ca. 1,5 km vom Ort entfernt Fu. systematische Geländeaufnahmen und Ausgrabungen im Vorfeld des geplanten Braunkohle­ abbaus seit 1981, Juli 1984 Entdeckung des mesolithisches Grabes Bef. Grab

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Rot – vom Leben bis zum Tod

Beschr. m ind. 5o Jahre alte Frau mit Blick nach O, Rötel sowohl in der Grubenfüllung als auch auf dem Skelett VB. LDA Halle Lit. Grünberg 2oo4, 284–286 (mit älterer Literatur) Thüringen

8 (Mesol.) Bottendorf, Kyffhäuserkreis Fst. Kiesgrube Fu. März/April 1939 beim Sandabbau in der Kiesgrube entdeckt Fk. Mesolithischer und frühbronzezeitlicher Bestattungsplatz Bef. z wei Gräber mit Rotfärbung der Grabgrube (Bottendorf I,II) Beschr. Bottendorf I: adulter Mann, Hocker mit Gesicht nach S. Skelettreste in stark rotgefärbtem Sand bestattet. Bottendorf II: Skelettreste von zwei Kindern und einem Erwachsenen, in aufrecht sitzender Hocklage beigesetzt. Grab mit stark rotgefärbtem Sand gefüllt. VB. LDA Halle Lit. Grünberg 2oo4, 279–284

Bandkeramik Sachsen

9 (BK) Zauschwitz, Lkr. Leipzig Fst. Ziegelei Finzel »Neue Grube« (PEG-1o) Fu. Grabungen im Vorfeld des Lehmabbaus, 1952–1978 Fk. Siedlung Bef. Siedlungsschicht Fg. Steingerät mit Rötelspuren VB. Archäologisches Archiv, LfA Sachsen Lit. Nebelsick 2oo6, 56; Taf. 69 1o (BK) Casabra, Nordsachsen Fst. Lehmanns Feld Fu. Notbergung Ende 19. Jh. Fk. Siedlung Bef. unbestimmt Fg. Stück Roteisenstein mit angeschliffener Seite VB. Archäologisches Archiv, LfA Sachsen Lit. unpubl. (frdl. Mitt. LfA Sachsen/H. Stäuble) 11 (BK) Schlagwitz, Lkr. Nordsachsen Fst. südöstlich von Mügeln, nördlich von Schlagwitz, südlich Grauschwitzer Straße (SWX- o3) Fu. Grabungen im Zuge der Ortsumgehung MügelnSchweta S31, 2o12 Fk. Siedlung Bef. Siedlungsgrube Fg. Mahlstein/Lieger mit rotbraunen Pigmentresten auf konvexer Arbeitsfläche VB. Archäologisches Archiv, LfA Sachsen Lit. unpubl. (frdl. Mitt. LfA Sachsen/H. Stäuble)

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Linienbandkeramik Sachsen-Anhalt

12 (LBK) Aylsdorf, OT Zeitz, Burgenlandkreis Fk. Siedlung Fg. Keramik mit Hämatitmagerung VB. Museum Zeitz Lit. Biermann 2oo3, 32 (278); Biermann 2oo3a, 554 (Liste 1) 13 (LBK) Bad Bibra, Burgenlandkreis Fst. 1 Fu. Erweiterung Molkereigenossenschaft; Unter­ suchung durch LDA Halle (M. Klamm) Fk. Siedlung Bef. Lesefund Fg. bandkeramische Scherbe mit roter Bandfüllung VB. LDA Halle, HK-Nr. 96:7349 Lit. unpubl., Ortsakte LDA Halle (frdl. Mitt. M. Klamm) 14 (LBK) Ballenstedt, Lkr. Harz Fst. NO/O des Ortes, Lehmgrube Ziegelei Linde am Fuß der Hohe (auch Ziegelei Schwertfeger), »Fundplatz 3o« Fu. Erdarbeiten/Grabung (1937, 195o –57), Lesefund (o2.o6.1961) Fk. Siedlung Fg. zwei Gefäßscherben mit Farbspuren (Rötel, Pech) VB. Museum Ballenstedt, Inv. 1o95, 1o96 Lit. Behrens 196o, 12–13; Biermann 2oo3, 52 (455) 15 (LBK) Breitenbach, Burgenlandkreis Fst. »Schneidemühle« , etwa 6 km südwestlich von Zeitz in der Gemarkung Schlottweh nordöstlich von Breitenbach; auf einem nach Südosten verlaufenden Geländesporn über der Aga, einem Zufluss der Weißen Elster Fu. zufällig entdeckt bei Bauarbeiten in den zwan­ ziger Jahren des 2o. Jh.; seit 2oo9 planmäßige archäologische Untersuchungen durch das LDA Halle Fk. Siedlung Bef. Siedlungsgruben Fg. a) mehrere Rötelstücke b) rote Farbspuren auf der Innenseite eines Kumpfes (Maltopf) c) unter den Scherben des Kumpfes »Malpalette« d) Reibstein mit roten Farbspuren VB. LDA Halle Lit. Siegl/Wunderlich 2o11 16 (LBK) Burgscheidungen-Tröbsdorf, Burgenlandkreis Fst. A n der Lehmgrube, W-Ortsrand, »Fundplatz 6«, etwa 75 m westlich des Biberbaches, 13o ü. NN Fu. Erdarbeiten (1898–19o2, 1955), Notgrabung (1961), Lesefunde (1976) Fk. Siedlung Bef. Siedlungsgrube Fg. Keramik mit Pech- und Bemalungsresten (rot)

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VB.

Lit.

 useum Freyburg, LDA Halle, Museum BurgM scheidungen, Museum Schloß Neuenburg (Kriegsverlust) Biermann 2oo3, 1o5–1o6 (938)

17 (LBK) Cochstedt, Salzlandkreis Fst. Westlich von Cochstedt, Lehmgrube, Ziegelei Silberschlag Fu. Erdarbeiten Fk. Siedlung Fg. Rötel VB. LDA Halle Lit. Biermann 2oo3, 116 (1o26) 18 (LBK) Derenburg, Lkr. Harz Fst. Meerenstieg II Fu. Grabung LDA Halle 1997–2oo1 Fk. Gräberfeld Bef. Gräber DBG/559 (männl., adult, linker Hocker, Blick nach S) und DBG/7o8 (weibl., adult, linker Hocker, Blick nach S) Fg. a) DBG/599 mit Rötelrohstück von 925 g auf Höhe des Hinterkopfes b) DBG/7o8 mit flächiger Rötelstreuung und Gefäß mit Farbpulver (Topf mit Farbpulver); auch Mahlstein und Läufer/Klopfstein, die evtl. Farbreste aufwiesen VB. L DA Halle, HK-Nr. 99: 5o9 (DBG/599); HK-Nr. 99:364, 365, 367 (DBG/7o8: Gefäß, Mahlstein, Läufer) verschollen Lit. Fritsch u. a. 2o11, 81 f.; 114 f.; 131 f. 19 (LBK) Dölkau, Saalekreis Fg. Keramik mit Hämatitmagerung Lit. Biermann 2oo3, 142 (1235); Biermann 2oo3a, 554 (Liste 1) 2o (LBK) Eilsleben, Lkr. Börde Fst. östlich an Grabungsfläche 1981/82 anschließend, 1 ooo m² großes Areal Fu. Grabung 1984 Fk. Befestigung/Erdwerk Bef. Siedlungsgrube 14/84 (a), Grube 1/77 (b, d, e); Grube 37/76 (c); Grube 8/77 (f) Fg. a) Frauenstatuette mit Rötelresten im Haarbereich (erhaltene Größe: 9,7 cm) b) Reibeplatte mit Rötelspuren (L. max. 28,3 cm; B. max. 8,o cm) c) Roteisensteinplatte mit Schlifffacetten d) Stk. Ocker mit Schleifspuren (Dm. max. 4,3 cm) e) 2 kleine Stk. Roteisenstein f) Roteisenstein mit beilartig geschliffener »Schneide« VB. L DA Halle, HK-Nr. 85:14oa und HK-Nr. 85:1o2d (a), HK-Nr. 78:172f (b), HK-Nr. 77:93b (c), HK-Nr. 78:177h (d), HK-Nr. 78:235d (e) Lit. Kaufmann 1986, 246–247; Kaufmann 1995; Kaufmann 2oo1, 236 f.; Meller 2oo8, 114 f.



21 (LBK) Friedensdorf (ehem. Kriegsdorf), OT Leuna, Saalkreis Fst. Pfaffenbreite, Kiesgrube Kitzing/Kiesgrube Otto im Südosten des Ortes Fk. Siedlung Fg. Keramik mit Hämatitmagerung VB. Mus. Merseburg; LDA Halle Lit. Biermann 2oo3, 232 (2o16); Biermann 2oo3a, 554 (Liste 1)

22 (LBK) Gröben, Burgenlandkreis Fst. Froschknarre, südlich des Ortes, zwischen Gartenanlage und Sportplatz Fu. Erdarbeiten/Notgrabung (Juni 1981) Fk. Siedlung (?) Bef. Siedlungsgrube (?) Fg. a) Farbreste/Rötel in einem Gefäß (Maltopf) b) Nachweis von bemalter Keramik c) Keramik mit Hämatitmagerung Lit. Biermann 2oo3, 273 f. (2383); Biermann 2oo3a, 554 (Liste 1) 23 (LBK) Gröbitz, Burgenlandkreis Fst. Nordabhang Lohmühle, SW des Ortes Fu. Grabung durch K.-H. York und B. Schmidt 197o Fk. Siedlung Fg. Keramik mit Hämatitmagerung VB. LDA Halle Lit. Biermann 2oo3, 274 (2386); Biermann 2oo3a, 554 (Liste 1) 24 (LBK) Großörner, Lkr. Mansfeld-Südharz Fk. Siedlung Fg. Keramik mit Farbresten in Verzierung VB. LDA Halle Lit. Behrens 196o, 13 25 (LBK) Halberstadt, Lkr. Harz Fst. Sonntagsfeld Fu. Grabung LDA Halle 1997–2oo1 Fk. Gräberfeld Bef. Grab HBS/847 (weibl., matur bis senil, linker Hocker, Blick nach SW) Fg. Rötelstreuung, ab ca. 15 cm oberhalb des Kopfes über den gesamten Oberkörperbereich Lit. Fritsch u. a. 2o11, 82; 153 f. 26 (LBK) Hettstedt, Lkr. Mansfeld-Südharz Fst. Strumpfhalde Fu. Notgrabung (1954) Fk. Siedlung Bef. Siedlungsgrube Fg. Rötel VB. Museum Hettstedt (Verlust) Lit. Biermann 2oo3, 344 (3o14) 27 (LBK) Karsdorf, Burgenlandkreis Fu. Grabung LDA Halle 2oo6/2oo7 Fk. Siedlung Bef. 34 (Grube/Pfostenloch ?)

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Rot – vom Leben bis zum Tod

Fg.  Randscherbe Kumpf, Linienverzierung mit Rot gefüllt VB. LDA Halle, HK-Nr. 2oo6:14355 Lit. Behnke 2o12, 39 28 (LBK) Merseburg, Saalekreis Fst. Domplatz Fk. Siedlung Fg. Keramik mit Hämatitmagerung VB. Museum Merseburg, LDA Halle Lit. Biermann 2oo3, 513 (4484); Biermann 2oo3a, 554 (Liste 1) 29 (LBK) Minsleben, Lkr. Harz Fst. 27, Kaninchenberg-West Fu. Grabung Bode 1986 II, 1987 Fk. Siedlung Bef. Siedlungsgrube 25/87 (Bericht vorhanden) Fg. a) Reibeplatte und Klopfstein b) Stück Roteisenstein c) insg. 5 Fragmente einer Zipfelrandschale mit Rötelresten (stark versintert) VB. LDA Halle, HK-Nr. 92:712g, 92:652 (c) Lit. Biermann 2oo3, 521 (4558); Kaufmann 1976, 2o5 (52o) 3o (LBK) Nachterstedt-Königsaue, Salzlandkreis Fst. »Fundplatz 8« O des Ortes am Braunkohle­ tagebau, Abraumtrasse Fu. Erdarbeiten (1967, 1968) Fk. Siedlung Bef. Siedlungsgrube Fg. a) Reibeplatte mit Rötelspuren b) zwei Rötelbruchstücke VB. LDA Halle Lit. Biermann 2oo3, 546 (4777); Kaufmann 1969, 27 f. 31 (LBK) Naumburg-Almrich, Burgenlandkreis Fst. A ltenburg, Weinberg, Straße Richtung Niedermöllern Fu. Untersuchung 1913 Fk. Siedlung Fg. a) rote Farbreste an Keramik b) Rötel VB. LDA Halle, Museum Berlin Lit. Biermann 2oo3, 55o –51 (4817) 32 (LBK) Naumburg, Burgenlandkreis Fst. Eckardstraße Fu. Grabung 1934/35 (4 Hockerbestattungen) Fk. Siedlung der LBK/SBK, 7 Gräber der LBK Bef. Bef. 1935/2; linksseitiger Hocker N-Ausrichtung Fg. ein Stück Rötel über den Knien VB. LDA Halle Lit. Butschkow 1935, 127; Fischer 1956, 27, 26o 33 (LBK) Oechlitz, Burgenlandkreis Fst. Aktivitätsnr. 2671 Fu. Grabung ICE-Trasse durch LDA Halle (K. Schwerdtfeger)

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Fk. Bef. Fg. VB. Lit.

Siedlung Grube, Bef. 212oo Kumpf mit roter Bemalung LDA Halle, HK-Nr. 2671:212oo:1 unpubl. (frdl. Mitt. M. Fröhlich)

34 (LBK) Stößen, Burgenlandkreis Fst. Lohmühle, NW des Ortes Fu. Lesefunde ? Fg. Keramik mit Hämatitmagerung VB. Privatbesitz, LDA Halle Lit. Biermann 2oo3, 745 (66o4); Biermann 2oo3a, 555 (Liste 1) 35 (LBK) Tornau, Burgenlandkreis Fst. N des Ortes, O von Söhesten, Braunkohletagebau Domsen Fu. Erdarbeiten (Frühjahr 196o –1961) Fk. Siedlung Bef. Siedlungsbestattung Beschr. Reste eines menschlichen Skelettes wurden in einer Siedlungsgrube gefunden; verschiedene Knochen mit fleckiger Rotfärbung (am Schädel über den Schläfen, Oberarmknochen, besonders stark an Oberschenkelknochen, Schienbein, Wadenbein). Rotfärbung der Knochen mit Rötel nach der Entfleischung ? VB. Museum Zeitz Lit. Biermann 2oo3, 778 (68o3); Böttcher 1963, 123; Timm 1964, 39 f.; Veit 1996, 128 (B66) 36 (LBK) Trotha, Stadt Halle Fst. K iesgrube Parsch, N des E-Werkes am Weg Richtung Morl Bef. Grab 1 (Siedlungsgrube ?) linker Hocker (weiblich, spätadult) Fg. ein Stk. Eisenoxid Beschr. h inter dem Kopf ein kleiner Stein; vor dem Leib ein umgestülptes, linienbandkeramisches Gefäß VB. LDA Halle Lit. Biermann 2oo3, 311 (2726); Veit 1996, 128 (B68) 37 (LBK) Walbeck, Lkr. Mansfeld-Südharz Fu. Grabung 2oo3; Aufarbeitung Steingeräte im Rahmen einer Magisterarbeit Fk. Siedlung Fg. Hämatitstein mit Schlifffacetten VB. LDA Halle Lit. unpubl. (frdl. Mitt. J. Schüler) 38 (LBK) Westerhausen, Lkr. Harz Fst. III Fu. Grabung B6n durch LDA Halle Fk. Siedlung Bef. 764 (Säugling-/Sonderbestattung) Fg. a) Rötelstreuung im Kopfbereich b) Gefäß mit Rötelpulver gefüllt auf dem Kopf des Kindes (Topf mit Farbpulver) VB. LDA Halle Lit. Moos 2oo6, 71–72; Moos 2o12

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39 (LBK) Wulfen, Lkr. Anhalt-Bitterfeld Fst. V EB Zuckerfabrik, W der Fabrikstraße, betriebseigene Kiesgrube, bzw. Teichwiese, »Wulfen I« Fu. Erdarbeiten (1922, 1957, 196o) Bef. Grab Beschr. Rötelspuren an den Skeletten VB. Museum Köthen Lit. Biermann 2oo3, 869 (76o6) Thüringen

4o (LBK) Altenburg, Lkr. Altenburger Land Fst. Körnerstraße und Eisenbahnsiedlung und Krematorium Fk. Siedlung Fg. Keramik mit Hämatitmagerung und 2 Stk. Rötel VB. Museum Altenburg Lit. A mende 1936, 16f; Biermann 2oo3, 14 (115; 12o); Biermann 2oo3a, 554 (Liste 1) 41 (LBK) Bruchstedt, Unstrut-Hainich-Kreis Fst. W des Ortes, 1oo –13o m SW Ferne-Bach, S des Weges zwischen Bruchstedt und Höhe 231.6 m ü. NN Fu. Grabung 1959–1961 Fk. Gräberfeld Bef. Grab Fg. Grab BR/43 (inf. II, 7–8 J.): u. a. durchlochter schwarzer Farbstein, etwa 5 cm vom Femur entfernt ein Stk. Rötel (Hämatit) mit Gebrauchsspuren VB. Museum Langensalza, LDA Halle, Museum Weimar, Anthropologisches Institut Jena Lit. Kahlke 2oo4, 86; Biermann 2oo3, 98–99 (877) 42

(LBK) Erfurt Fst. Rudolfstraße/Stolzestraße, W Petersberg Fu. Lesefunde (seit 19oo, 193oer, 195oer) Fk. Siedlung Bef. Siedlungsgrube Fg. Mahlsteine z. T. mit roten Farbresten VB. LDA Halle, Museum Erfurt Lit. Biermann 2oo3, 182 (1579)

43 (LBK) Erfurt Fst. Freiligrathstraße Fu. 1924 gefunden Bef. Linksseitiger Hocker, Ausrichtung NO-SW in kleiner Grube unter bandkeramischer Kulturschicht. Fg. faustgroßer roter Farbstein mit glatter Reibfläche auf Beckenhöhe (einzige Beigabe) VB. Museum Erfurt Lit. Butschkow 1935, 144; Fischer 1956, 27, 259; Lehmann 1927, 19o f.; Veit 1996,123 (B4o) 44 (LBK) Erfurt Fst. Ecke Scheffel- und Freytagstr. (Villa Warnecke) Fu. 19o9 gefunden Fk. 2 Gräber LBK Bef. Linksseitiger Hocker, Ausrichtung NO-SW. In der Hüftgegend Schleifstein, ein Silex-Klopfstein und

Fg. VB. Lit. 45

ein mandelförmiger Feuerstein Stk. gelber Eisenocker in der Fußgegend ehem. Sgl. Zschiesche, verloren Butschkow 1935, 145; Fischer 1956, 27, 259

(LBK) Kleinfahner-Gierstädt, Lkr. Gotha Fst. Hopfenberg Fu. Notgrabung (1986) Fk. Grab Bef. Grab 2 Fg. Roteisenerzbrocken Lit. Biermann 2oo3, 4o4 (3549); Siemoneit 1998, 2o6 (99)

46 (LBK) Lehesten-Nerkewitz, Saale-Holzland-Kreis Fst. Doberau oder Thalfrau Fu. Erdarbeiten (1931) Fk. Siedlung Fg. Mahlsteinfragmente u. a. mit Rötelresten VB. Museum Jena, Museum Weimar Lit. Biermann 2oo3, 452 (3964) 47 (LBK) Meuselwitz, Lkr. Altenburger Land Fst. Gemarkungsgrenze zu Zipfendorf Fk. Siedlung Fg. Keramik mit Hämatitmagerung VB. Museum Zeitz, Museum Altenburg Lit. Biermann 2oo3, 518 (4535); Biermann 2oo3a, 555 (Liste 1) 48 (LBK) Mittelhausen a. d. Gera, Stadt Erfurt Fst. Gemeindelehmgrube am Gerasteilhang Fu. Erdarbeiten (1889) Fk. Siedlung Bef. Siedlungsgrube Fg. Scherbe mit roten Farbresten VB. LDA Halle, Museum Erfurt Lit. Biermann 2oo3, 525 (4598) 49 (LBK) Röpsen-Dorna, Lkr. Gera Fst. Baumgarten, Gelände der Ziegelei, Lehmgrube und Umgebung, 23o m ü. NN Fu. Lesefunde Fk. Siedlung Fg. Scherben mit roter und schwarzer Bemalung VB. Museum Gera, Museum Jena, Privatbesitz, Museum Hohenleuben, Museum Mainz Lit. Biermann 2oo3, 676 (5924) Bem. 15o m westlich der Siedlung steht auf dem west­ lichen Teil der Eichbergkuppe Rötel an 5o (LBK) Seehausen, Kyffhäuserkreis Fst. Sportplatz Fu. bei Planierungsarbeiten zum Bau eines neuen Sportplatzes 1955 entdeckt und untersucht Fk. Gräberfeld ? Bef. Grab 2 (weiblich ?, adult) Fg. Kumpf mit roten Farbresten (Rötel) in der Ver­ zierung Lit. Kahlke 1957, 65

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Rot – vom Leben bis zum Tod

51 (LBK) Sondershausen, Kyffhäuserkreis Fst. Gelände des IFA-Schlepperwerkes Fu. Grabung (1949, 1951, 1952, 1955) Fk. Gräberfeld Bef. Gräber, Grube Fg. Grab SO/3 (männlich, frühmatur): auf der Brust lag ein großer unbearbeiteter Buntsandstein mit Rötelspuren Grab SO/8 (weiblich, frühadult): Kopf ruhte auf einer konkaven Reibplatte aus Sandstein mit roten Farbspuren (Rötel) Grab  SO/2o (inf. II, 12–14 J.): Konkave Reibeplatte aus Sandstein mit roten Farbspuren (Rötel) Grab SO/26 (inf. II, 11–13 J.): neben den Händen fanden sich kleine Rötelstücke Grab SO/31 (männlich, spätadult): Kumpf mit intensiver Rötelfärbung in der Verzierung Grab SO/32 (weiblich, frühadult): am Rücken lag eine absichtlich zerbrochene Schale aus Spondylusmuschel mit roter Färbung am Außenrand Grube G1: 3 Reibeplatten mit roten und schwarzen Farbspuren Grube 11: größeres Stk. Rötel ohne Gebrauchs­ spuren VB. Museum Weimar, Heimatmuseum Sonders­ hausen, Anthropologisches Institut Jena Lit. Biermann 2oo3, 738 (6459); Kahlke 2oo4, 16–45 52 (LBK) Stregda, kreisfreie Stadt Eisenach Fst. Ziegelei S des Ortes Fk. Siedlung (?) Fg. Mahlsteinfragmente z. T. mit Rötelspuren VB. Museum Eisenach Lit. Biermann 2oo3, 757 (6625) 53 (LBK) Tüngeda, Warburgkreis Fst. Hermannsdorf (Wüstung), W des Ortes, etwa 296 m ü. NN Fk. Siedlung Fg. a) 7 Rötel- und Ockerstücke b) 7 unterschiedlich große und schwere Braun­ eisensteinknollen (partiell geschliffen) VB. Museum Gotha, Museum Jena Lit. Biermann 2oo3, 783 (6843); Kaufmann 1976, 138 (53); Wagener 1933, 59–62 54 (LBK) Weimar Fst. Ziegelei Schleyer Fg. Rötel VB. Museum Weimar Lit. Biermann 2oo3, 824–25 (721o) Sachsen

55 (LBK) Altnickern, Stadt Dresden Fst. Bebauung Fritz-Meinhardt-Straße (DD-23) Fu. Grabung 1995 Fk. Siedlung Bef. Gefäßdepot

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Fg. VB. Lit.

 umpf mit Rötelspuren an der Außenwand; K mit Rötel gefüllt (Topf mit Farbpulver) Archäologisches Archiv, LfA Sachsen Brestrich u. a. 2ooo; Brestrich 2oo6

56 (LBK) Altscherbitz, Lkr. Nordsachsen Fst. SK-5o Fu. Grabung im Zuge des Neubaus DHL, Flughafen Leipzig-Halle, 2oo4/2oo5 Fk. Gräberfeld Bef. Grab Fg. 2 LBK-Gefäße ineinander, das innere enthielt Rötel (Topf mit Farbpulver) VB. Archäologisches Archiv, LfA Sachsen Lit. Friederich 2oo5, 7 57 (LBK) Altscherbitz, Lkr. Nordsachsen Fst. ASC-31 Fu. Grabung im Zuge des Neubaus DHL, Flughafen Leipzig-Halle, 2oo4/2oo5 Fk. Siedlung Bef. Brunnen Fg. Großer Stein mit an einer Seite flächiger »Bemalung« mit geriebenem Rötel (Reibeplatte/ Mahlstein) VB. Archäologisches Archiv, LfA Sachsen Lit. Objekt nicht publiziert; allg. Elburg 2o1o (frdl. Mitt. LfA Sachsen/H. Stäuble) 58 (LBK) Cotta, Stadt Dresden Fst. Dresdener Elbkessel, im Westen von Dresden, nordnordwestlich von Cotta Fu. Ausgrabung Nov. 1993 bis März 1994 durch R. Elburg (LfA Sachsen) Fk. Siedlung Fg. a) Gefäßmagerung mit »zerkleinerten rötlichen Eisenkonkretionen« (Pratsch 1999, 42) b) 6 LBK-Gefäße mit schwarzer, roter und weißer Farbe c) zwei weitere Scherben mit »dunkelroter Farbe« Lit. Pratsch 1999, 42 f.; 1o3 Bem. Neben LBK-Gefäßen sind auch einige wenige SBK-Gefäße mit Roteisensteinmagerung in der Siedlung nachgewiesen. a) soll nach Aussage der Autorin auf Eisenhydroxidaussscheidungen aus dem Sandstein des Elbsandsteingebirges zurückzuführen sein, die bis in den Elbkessel transportiert wurden (Pratsch 1999, 42). Ob es sich bei der roten Farbe unter c) um die gleiche Substanz handelt wie bei a), kann durch eine rein optische Autopsie nicht beurteilt werden. 59 (LBK) Cotta, Stadt Dresden Fst. Bebauung Ockerwitzer Str. 13 (CDD- o5) Fu. Grabung 2oo4 Fk. Siedlung Bef. Siedlungsgrube Fg. Stein mit Rötelabrieb (Reibeplatte/Mahlstein) VB. Archäologisches Archiv, LfA Sachsen Lit. unpubl. (frdl. Mitt. LfA Sachsen/H. Stäuble)

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6o (LBK) Cotta, Stadt Dresden Fst. Bebauung Mobschatzer Str. (DD-33) Fu. Grabung 1996 Fk. Siedlung Bef. Siedlungsgrube Fg. Rötelfragment VB. Archäologisches Archiv, LfA Sachsen Lit. unpubl. (frdl. Mitt. LfA Sachsen/H. Stäuble) 61 (LBK) Eythra, Lkr. Leipzig Fst. südwestlich Eythra (ZW- o1) Fu. Grabungen im Vorfeld des Braunkohlentagebaus Zwenkau, 1993–2ooo Fk. Siedlung, ca. 3o ha Bef. 8 Siedlungsgruben, 1 Längsgrube, 1 Grab Fg. Hämatitbruchstücke VB. Archäologisches Archiv, LfA Sachsen Lit. Objekt unpubl.; allgemein Cladders u. a. 2o12 (frdl. Mitt. LfA Sachsen/H. Stäuble) 62 (LBK) Grauschwitz, Lkr. Nordsachsen Fst. südöstlich von Mügeln, unmittelbar nordwestlich von Grauschwitz, nördlich Grauschwitzer Straße (GWC- o1) Fu. Grabungen im Zuge der Ortsumgehung MügelnSchweta S31, 2o11/2o12 Fk. Siedlung Bef. 1 Längsgrube und 1 Siedlungsgrube Fg. Hämatitbruchstück VB. Archäologisches Archiv, LfA Sachsen Lit. unpubl. (frdl. Mitt. LfA Sachsen/H. Stäuble) 63 (LBK) Leubnitz-Neuostra, Stadt Dresden Fst. Bebauung Leubnitzer Höhe (DD-8o) Fu. Grabung 1998–2ooo Fk. Siedlung Bef. Siedlungsgrube Fg. Bröckchen roten Materials und Rötelabrieb auf Mahlstein VB. Archäologisches Archiv, LfA Sachsen Lit. unpubl. (frdl. Mitt. LfA Sachsen/H. Stäuble) 64 (LBK) Maschwitz, Lkr. Leipzig Fst. PEG- o5 Fu. Grabung im Vorfeld der Rohstoffleitung RostockBöhlen, 1996/1997 Fk. Siedlung Bef. Siedlungsgrube Fg. rote Farbspuren in der Ritzlinienverzierung der Keramik VB. Archäologisches Archiv, LfA Sachsen Lit. unpubl., allgemein Friederich et al. 1997 (frdl. Mitt. LfA Sachsen/H. Stäuble) 65 (LBK) Mockritz, Stadt Dresden Fst. Bebauung Boderitzstr., »Am Kaitzbach« (DD-27) Fu. Grabung 1995 Fk. Siedlung Bef. Siedlungsgrube

Fg. VB. Lit.

Rötelfragment Archäologisches Archiv, LfA Sachsen unpubl. (frdl. Mitt. LfA Sachsen/H. Stäuble)

66 (LBK) Mockritz, Stadt Dresden Fst. Bebauung Münzteichweg (DD-26) Fu. Grabung 1995 Fk. Siedlung Bef. Siedlungsgrube Fg. 13 Rötelfragmente VB. Archäologisches Archiv, LfA Sachsen Lit. unpubl. (frdl. Mitt. LfA Sachsen/H. Stäuble) 67 (LBK) Nickern, Stadt Dresden Fst. G ewerbegebiet, dicht N, NW und W des alten Ortskerns, N und S-Seite Fritz-Meinhardt-Straße (ehemals Büttigstraße-Straßenecke Alt Nickern, NW Ortsrand, LPG Einheitstyphäuser der LPG »Florian Geyer«), »Fundstelle 1o6« Fu. Grabung 1961 Fk. Siedlung Bef. Depotfund in Siedlungsgrube Fg. a) 1 Schuhleistenkeil (graugrüner Amphibolitschiefer) mit roten Farbspuren b) 3 Flachhacken (graugrüner Amphibolit­ schiefer) mit roten Farbspuren VB. Landesmuseum Dresden Lit. Baumann 1962, 69 f.; Biermann 2oo3, 151 (1316) 68 (LBK) Nickern, Stadt Dresden Fst. Bebauung Fritz-Meinhardt-Straße (ehem. Büttigstr. 56) (NIE- o4) Fu. Grabungen 1958/59 und 2oo2 Fk. Gräberfeld Bef. Grab 8, 9 und 14 Fg. Rötelstreuungen VB. Archäologisches Archiv, LfA Sachsen Lit. Bartels u. a. 2oo3, 116; A. Thümmel (MA-Arbeit Leipzig, in Vorb.) 69 (LBK) Weideroda-Zauschwitz, Lkr. Leipziger Land Fst. Ziegeleilehmgrube Finzel, ca. 5oo m westlich des Ortes Fu. Not- und Plangrabungen (195o, 1952, 1954, 196o, 1965, 197o) Fk. Siedlung (3,6 ha ergraben) Fg. Keramik mit Hämatitmagerung VB. Museum Pegau (teilweise Verlust), Museum Zwenkau, Landesmuseum Dresden, Museum Leipzig, Museum Rochlitz Lit. Biermann 2oo3, 821 (7182); Biermann 2oo3a, 555 (Liste 1) 7o (LBK) Portitz, Stadt Leipzig Fst. Stralsunder Str., grenzt im Südosten an die Alte Theklaer Straße und im Nordwesten an die Autobahnbrücke (PTI- o7) Fu. Grabungen im Vorfeld der Fahrbahnerweiterung der BAB 14, 2oo7 Fk. Siedlung

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Rot – vom Leben bis zum Tod

Bef. Fg. VB. Lit.

ovale Grube, wahrscheinlich Grab Rötelstreuung im Bereich der Grubensohle; keine weiteren Funde Archäologisches Archiv, LfA Sachsen K. Beutler (MA-Arbeit Leipzig, in Vorb.)

71 (LBK) Schlagwitz, Lkr. Nordsachsen Fst. a n Kreuzung zwischen Gaudlitzer Weg-Döbelner Straße (SWX- o2) Fu. Grabungen im Zuge der Ortsumgehung MügelnSchweta S31, 2o11/12 Fk. Gräberfeld/Siedlung Bef. Siedlungsgrube Fg. dünne Rötelstreuung in Kumpf (Topf mit Farbpulver) VB. Archäologisches Archiv, LfA Sachsen Lit. unpubl. (frdl. Mitt. LfA Sachsen/H. Stäuble) 72 (LBK) Zauschwitz, Lkr. Leipzig Fst. Ziegelei Finzel »Neue Grube« (PEG-1o) Fu. Grabungen im Vorfeld des Lehmabbaus, 1952–1978 Fk. Siedlung Bef. Sonderbestattung, Grab 34/1959 Fg. Rötel VB. Archäologisches Archiv, LfA Sachsen Lit. S. Bergemann (Dissertation Kiel, in Vorb.)

Stichbandkeramik Sachsen-Anhalt

73 (SBK) Balgstädt, Burgenlandkreis Fst. ohne Fundstellenangabe Fk. Einzelfund (Siedlung ?) Fg. Wandungsscherbe einer Schale mit Rötel auf der Außenwandung VB. LDA Halle, Museum Naumburg Lit. Kaufmann 1976, 181 (349) 74

(SBK) Beyernaumburg, Lkr. Mansfeld-Südharz Fst. Am Eulenberg, W des Ortes Fk. Einzelfunde (Siedlung ?) Fg. Kumpfscherbe mit Rötel in der Innen- und Außenwandung VB. Museum Sangerhausen III/54/1o32–33, 1o55, 1226 Lit. Biermann 2oo3, 69 (61o); Kaufmann 1976,188 (4o5) 75 (SBK) Bernburg, Salzlandkreis Fst. Kalksteinbruch Solvay, W und O Straße Richtung Altenburg, Sodafabrik/Solvaywerke am Weinberg = Versuchsgarten (?), nördlich von Bernburg, 9o m ü. NN Fu. gefunden bei Erdarbeiten 1883 Bef. Einzelfund Fg. Becher mit Rötelspuren VB. Museum Bernburg III/55/297 Lit. Biermann 2oo3, 66 (588); Kaufmann 1976, 156 (184)

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76 (SBK) Brücken, Lkr. Mansfeld-Südharz Fst. Südabhang des Taubenborn/Taubenbornsberg, SO des Ortes, 14om ü. NN, 17o m nördlich eines Nebenarmes der Kleinen Helme Fk. Siedlung Bef. Einzelfund Fg. a) Wandungsscherbe eines Kumpfes mit Rötelspuren an der Bruchkante b) Randscherbe eines Bechernapfes mit Rötel­ spuren auf der Außenwandung VB. LDA Halle, Museum Berlin Lit. Biermann 2oo3, 99 (882); Kaufmann 1976, 188 (4o7) 77 (SBK) Burgscheidungen-Tröbsdorf, Burgenlandkreis Fst. ohne Fundstellenangabe Fu. durch Kriegseinwirkung verschüttete Funde des ehem. Museum Burgscheidungen Bef. Einzelfund Fg. Wandungsscherbe einer Schale mit Ockerfarbe in den Einstichen der Innen- und Außenwandung VB. Museum Freyburg o. Inv.-Nr. Lit. Kaufmann 1976, 183 (363) 78 (SBK) Deersheim, Lkr. Harz Fst. G elände der Hühnerfarm, NW des Ortes, 1oo m N des Steinbaches, »Fundplatz 19«, 14o m ü. NN Fu. Untersuchung durch A. Siebrecht, Halberstadt Fk. Siedlung Bef. Siedlungsgrube Fg. a) Brauneisenstein b) runder Schlagstein mit Rötelresten auf Unterund Oberseite (5,5 cm x 5,o cm; H. etwa 4,o cm) c) Schlagstein aus Silex mit einseitiger Rötel­ färbung VB. Museum Halberstadt, LDA Halle, HK-Nr. 67:29oa–k Lit. Biermann 2oo3, 124–125 (1o94); Kaufmann 1976, 195 (452) 79 (SBK) Deersheim, Lkr. Harz Fst. ohne Fundortangabe Fg. eine Scherbe mit Rötel auf der Außen- und Innenwandung VB. Museum Osterwiek IV 98/91 Lit. Kaufmann 1976, 194 (451) 8 o (SBK) Egeln, Salzlandkreis Fst. »Fundplatz 4«, Mühlenbreite, S Ortslage, ehe­ malige Kiesgrube, 7o –71 m ü. NN, 1oo –175 m nordöstlich der Ehle Fu. Erdarbeiten (1959) Fk. Gräberfeld Bef. Grab Fg. a) dreikantiges Füßchengefäß mit Roteisensteinmagerung b) Randscherbe einer Schale in der Innen­ wandung Rötelreste c) Schale mit anthropomorpher Darstellung (innen) und Roteisensteinmagerung

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d) Wandungsscherbe einer Flasche oder Bechers mit Rötelspuren und weißer Paste VB. Museum Egeln Lit. Biermann 2oo3, 163 (1423); Kaufmann 1976, 2o1 (5o2) 81 (SBK) Egeln, Salzlandkreis Fst. Friedhof, W Ortslage, 7o –75 m ü. NN; 175 m westlich des Mühlengrabens; 1oo m westlich eines Verbindungsbaches zwischen Schäfergraben und Mühlengraben Fk. Einzelfunde (Siedlung ?) Fg. Bodenscherbe eines Bechers mit Roteisenstein­ magerung VB. Museum Egeln Lit. Biermann 2oo3, 164 (1427); Kaufmann 1976, 2o1 (5o19) 82 (SBK) Gatersleben, Salzlandkreis Fst. W des Ortes, »Fundplatz 7«, neuer Sportplatz (196o) Fu. Lesefunde (1961, 1964) Bef. Einzelfund Fg. R andscherbe einer Schale mit Roteisenstein­ magerung VB. LDA Halle, HK-Nr. 64:81a,h Lit. Biermann 2oo3, 241 (2o96); Kaufmann 1976, 154 (165) 83 (SBK) Gödnitz-Flötz, Lkr. Anhalt-Bitterfeld Fst. Voßkuten, südlich der Straße Flötz-Güterglück, nördlich der Eisenbahn, 64–65 m ü. NN, 125 m südlich eines Baches Fu. Grabung O. Müller (Neuhaldensleben) 1935, 1937 und 1938 im Auftrag des Landesmuseums Halle (ein Teil der Funde ist durch Kriegseinwirkung verlorengegangen) Fk. Siedlung Bef. Siedlungsgrube Fg. a) Rand-und Wandungsscherben mit Roteisensteinmagerung b) Randscherbe eines Bechers mit Roteisensteinmagerung VB. LDA Halle, Museum Zerbst Lit. Biermann 2oo3, 258 (2248); Kaufmann 1976, 2o7–2o8 (543) 84 (SBK) Göttnitz-Löbersdorf, Lkr. Anhalt-Bitterfeld Fst. »Fundplatz  1o«, SW-Ortsteil, S der Straße Richtung Radegast Bef. Einzelfund Fg. Wandungsscherbe eines Bechers mit intensiver Rötelfärbung in der Verzierung VB. Museum Zörbig Lit. Biermann 2oo3, 268 (2334); Kaufmann 1976, 158 (2o1) 85 (SBK) Goseck, Burgenlandkreis Fst. Pflaumenweg Fk. Kreisgrabenanlage

Grube  139/o3, vom Palisadengräbchen geschnitten, SO Durchlass des Palisadengräbchens »Sonderbestattung« Fg. Ocker/Ockerfarbreste ? VB. LDA Halle Lit. Bertemes/Northe 2o12, 18 Abb. 9 Bem. Der »Ockerrest« ist nicht erhalten Bef.

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(SBK) Grana, Burgenlandkreis Fst. ehemalige Tongrube Fikentscher, Richtung Osida Fk. Siedlung Bef. Einzelfund Fg. Unterteil eines Kumpfes mit Rötelspuren auf der Außenwandung und besonders in den Einstichen VB. Museum Zeitz Lit. Biermann 2oo3, 27o (2355); Kaufmann 1976, 192 (433) 87 (SBK) Großörner, Lkr. Mansfeld-Südharz Fst. südlich und südöstlich des Molmecker Friedhofs, 185 m ü. NN, 4oo –425 m westlich der Wipper Fu. Untersuchung 1965 durch W. Matthias Fk. Siedlung Bef. Siedlungsgrube Fg. R andscherbe eines geradwandigen Bechers mit Rötelspuren in den Einstichen VB. LDA Halle Lit. Biermann 2oo3, 287 (25o7); Kaufmann 1976, 164–165 (24o) 88 (SBK) Großörner, Lkr. Mansfeld-Südharz Fst. Hüttenberg, östlich der ehemaligen »Gottesbelohnungshütte«, NO des Ortes, 17o m ü. NN, 1oo –11o m westlich der Wipper Fu. Grabungen durch K. Ziegel (1934–1937) und Th. Voigt (1939) Fk. Siedlung Bef. Siedlungsgrube Fg. a) eine Rand- und zwei Wandungsscherben einer unverzierten Füßchenschale mit Rötespuren in der Innenwandung b) Randscherbe einer Schale mit Brauneisensteinmagerung c) Wandungsscherbe einer Schale mit Rötel auf der Innenwandung d) Bodenscherbe eines Bechers mit Standboden und Rötelresten in der Innenwandung (außerdem Ocker, weiße Farbe und möglicherweise schwarze Farbe oder Harzspuren) VB. L DA Halle, Museum Hettstedt (Verlust), Museum Sangerhausen Lit. Biermann 2oo3, 287 (2511); Kaufmann 1976, 163–164 (239) 89 (SBK) Hadmersleben, Lkr. Börde Fst. Schafstall des VEG in Kloster Hadmersleben, W Ortslage, 8o –9o m ü. NN Fk. Siedlung Fg. R andscherbe einer Schale mit Rötelspuren auf der Innenwandung

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Rot – vom Leben bis zum Tod

VB. Lit.

Museum Ummendorf Biermann 2oo3, 3o3 (2648); Kaufmann 1976, 2o3 (512)

9o (SBK) Halle (Saale) Fst. G elände des Landesmuseums, Wettiner Platz, Richard-Wagner-Straße, Mozartstraße, Triftstraße, 1oo m ü. NN, 55o m nordöstlich des Saalenebenarmes Fu. Grabung, Lesefunde Fk. Siedlung Bef. Siedlungsgrube Fg. Wandungsscherbe eines Kumpfes mit geringen Rötelresten auf der Bruchkante VB. LDA Halle Lit. Biermann 2oo3, 3o9 (27o2); Kaufmann 1976, 162 (232) 91 (SBK) Hausneindorf, Lkr. Harz Fst. Provinzialkiesgrube am Schäferberg, N von Gatersleben, »Fundplatz 1«, 11o –115 m ü. NN, 1oo m nördlich vom See- oder Hauptgraben Fu. Untersuchung durch H. Gebser, W. Matthias 1948 Fk. Siedlung Bef. Siedlungsgrube, Siedlungsbestattung (?) Fg. a) Gefäß mit 18 Feuersteinabsplissen und einigen Stück Rötel (Ergebnis der Untersuchung 1959 durch E. Schwarze/Halle [Saale]: Eisenhydroxydknollen mit hohem Eisenanteil und kohlensaurer Kalk, keine Tonerde) b) Rötelreste auf der Innen- und Außenwandung von Scherben c) atypische verzierte Scherbe mit Rötelspuren auf der Innenwandung d) Becher mit Rötelspuren e) Schale mit intensiver Rötelfärbung auf der Innen- und Außenwandung VB. Schulslg. Gatersleben, Museum Quedlinburg, LDA Halle Lit. Biermann 2oo3, 321 (2816); Kaufmann 1976, 154–155 (168); Veit 1996, 238–239 (B12) 92 (SBK) Helfta, Lutherstadt Eisleben, Lkr. Mansfeld Südharz Fst. Langelochsbreite und Topfsteinbreite, südlich vom Ort, 15o –16o m ü. NN Fu. Lesefunde, Grabung Fk. Siedlung Fg. a) Randscherbe eines Kumpfes z. T. mit intensiver Rötelfärbung in der Verzierung b) Wandungsscherbe einer Schale mit Rötel­ spuren auf der Innen- und Außenwandung VB. Museum Eisleben Lit. Biermann 2oo3, 486 (4248); Kaufmann 1976, 16o (217) 93 (SBK) Korbetha, Saalekreis Fst. Ehem. Sandgrube Rödel und ehem. Acker Gürtsch, Wohnlager des ehemaligen VEB

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Bef. Fg. VB. Lit.

Chemische Werke Buna, O des Ortes, 95–1oo m ü. NN, 37o m südlich der Saale Einzelfund (Siedlung ?) Wandungsscherbe einer Schale mit Rötel auf der Außenwandung LDA Halle, Museum Merseburg Biermann 2oo3, 415–416 (3647); Kaufmann 1976, 174 (294)

94 (SBK) Lißdorf, Burgenlandkreis Fst. 3oo m W des Ortes, 1oo m N der Straße Richtung Eckartsberga, 22o –23o m ü. NN Fu. Untersuchung 19o9–1911 durch C. Schuchhardt und Hagemann Fk. Siedlung Bef. Siedlungsgrube Fg. Wandungsscherbe eines Kumpfes mit Rötelresten auf der Innenwandung VB. LDA Halle, Museum Berlin Lit. Biermann 2oo3, 472 (413o); Kaufmann 1976, 179 (327); 95 (SBK) Mehringen, Salzlandkreis Fst. Ortsausgang nach Aschersleben, 1o5–11o m ü. NN Fu. Untersuchung 1968 durch Schochhardt und Korb (Museum Aschersleben) Fk. Siedlung Bef. Siedlungsgrube Fg. a) zwei Scherben mit Rötelspuren auf der Außenund Innenwandung b) zwei Scherben mit Rötelspuren auf der Außenwandung c) eine Scherbe mit Rötel auf der Innenwandung d) eine Scherbe mit Rötel auf der Bruchkante und Innenwandung e) Scherbe einer Schale mit Roteisenstein­ magerung VB. Museum Aschersleben Lit. Biermann 2oo3, 5o9 (445o); Kaufmann 1976, 155–156 (176) 96 (SBK) Memleben, Burgenlandkreis Fst. »Fundplatz 1«, Nähe Klosterruine, Ortsausgang Richtung Nebra, O Ortslage; 12o m ü. NN Fu. Grabung 1936 durch H. Butschkow und G. Mildenberger, Erdarbeiten (3o.o6.1964) Fk. Siedlung Fg. a) Wandungsscherbe eines Kumpfes mit Rötel­ resten auf der oberen Bruchkante b) zwei Wandungsscherben mit Rötelresten auf der Innen- und Außenwandung VB. LDA Halle, Museum Freyburg Lit. Biermann 2oo3, 51o (4465); Kaufmann 1976, 183 (362) 97 (SBK) Merseburg, Saalekreis Fst. Stecknersberg, Kiesgrube und Umgebung, N Ortslage, zwischen 95 und 1oo m ü. NN Fk. Siedlung Fg. Wandungsscherbe einer innen verzierten Schale

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VB. Lit.

(anthropomorphe Darstellung ?) mit Roteisensteinmagerung Museum Berlin, Museum Jena, Museum Merseburg, LDA Halle Biermann 2oo3, 513 (4487); Kaufmann 1976, 175 (297)

98 (SBK) Meuschau, Saalekreis Fst. Hügel »Hoym« an der Luppe, N Ort, 83 m ü. NN Bef. Einzelfund Fg. R andscherbe einer Schale mit intensiven Rötelspuren auf der Außen- und Innenwandung VB. LDA Halle Lit. Biermann 2oo3, 518 (4533); Kaufmann 1976, 176 (3oo) 99 (SBK) Minsleben, Lkr. Harz Fst. Kaninchenberg, O des Ortes, 19o –193 m ü. NN Fu. Notgrabung (1o.o5.197o) Fk. Siedlung Bef. Siedlungsgrube 1 Fg. 2 Stk. Roteisenstein VB. Slg. Klatt (Minsleben), LDA Halle Lit. Biermann 2oo3, 521 (4558); Kaufmann 1976, 2o4–2o5 (52o) 1oo (SBK) Minsleben, Lkr. Harz Fst. Hinter der Turnhalle/O der Turnhalle, O Ortsrand Fu. Grabung Fk. Siedlung Bef. Siedlungsbestattung/ Skelett in der Nähe von Grube 1 Fg. Reibeplatte mit intensiver Rötelfärbung auf der Reibefläche Beschr. Linksseitiger Hocker mit angewinkelten, zum Gesicht erhobenen Armen; der Kopf lag auf der Rückseite der Reibeplatte (s. o.) VB. Slg. Klatt, Minsleben Lit. Biermann 2oo3, 521 (4562); Kaufmann 1976, 2o3–2o4 (518); Veit 1996, 13o (B7o) Bem. Datierung nach Kaufmann 1976, 2o3 jüngere LBK oder späte SBK 1o1 (SBK) Oschersleben, Lkr. Börde Fst. »Fundplatz 17«, Kiesgrube hinter dem Neuen Friedhof, vor dem Bruche, W des Ortes, 85 m ü. NN Fu. Untersuchung 1963 durch A. Proksch Fk. Siedlung Bef. Siedlungsgrube Fg. a) Wandungsscherbe einer Schale mit Rötel­ spuren auf der Innenwandung b) Boden- und Wandungsscherbe einer Schale mit intensiven Rötelspuren auf der Außenwandung VB. Museum Halberstadt Lit. Biermann 2oo3, 614 (5381); Kaufmann 1976, 199 (487) 1o2 (SBK) Profen, Burgenlandkreis Fst. Braunkohletagebau, Aktivitätsnr. 215o Fu. Augsgrabung LDA Halle April 2o11 (V. Hoffmann)

Fk. Bef. Fg. VB. Lit.

Gräberfeld Grab einer Frau, Bef. 7616 Reste schmieriger roter Farbe neben einem Becher in der SO-Ecke (Schminke ?) LDA Halle unpubl. (frdl. Mitt. S. Friederich)

1o3 (SBK) Quedlinburg, Lkr. Harz Fst. Schenkendorfstraße, N Ortslage, etwa 13o m ü. NN Fk. Siedlung Fg. Scherbe einer Schale mit Roteisensteinmagerung VB. Museum Quedlinburg Lit. Biermann 2oo3, 642 (5633); Kaufmann 1976, 185 (376) 1o4 (SBK) Salzmünde, Saalekreis Fst. Ortsausgang Salzmünde Richtung Halle-Dölau, nordwestl. Ende der Hochfläche Fu. Ausgrabung vor Autobahnbau BAB 143 Fk. Stichbandkeramisches Gehöft Bef. a) zylindrische Speichergrube, Bef. 15632 b) Speichergrube, Bef. 15638 c) Pfostengrube, Bef. 15713 Fg. a) auf Sohle im südl. Teil der Grube: Rippen und Wirbelsäule von Schaf/Ziege sowie Knochen eines Ferkels. Darauf zerbrochenes Gefäß mit roter Farbe an der Innenseite; Deutung als kul­ tische Deponierung ? b) Gefäßfragment Kumpf mit Bemalung aus Rotocker c) kleine Stücke von Ocker/Rötel VB. LDA Halle Lit.  Schunke in Vorber. a, Abb. 27(a); Schunke in Vorber. a, Abb.  29,4 (b) 1o5 (SBK) Stößen, Burgenlandkreis Fst. A m Kurtsberg, Goßlerscher Acker, W/NW des Ortes, 22o m ü. NN Fu. Untersuchung 1914 durch N. Wehr (Stößen) Fk. Siedlung Bef. Grube 1 und 2 Fg. a) zwei Rötelstücke b) Mittescherbe mit Rötelresten auf der Innenwandung c) flacher, runder Reibstein (Amphibolith) mit Rötelspuren auf der Unterseite VB. LDA Halle Lit. Biermann 2oo3, 754 (66o1); Kaufmann 1976, 167 (255) 1o 6 (SBK) Stößen, Burgenlandkreis Fst. Bereich der Lohmühle, NW des Ortes, 18o m ü. NN Bef. Lesefunde (Siedlung ?) Fg. Fragment eines Idols mit Brauneisenstein­ magerung VB. LDA Halle Lit. Biermann 2oo3, 754 (66o4); Kaufmann 1976, 166 (254)

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Rot – vom Leben bis zum Tod

1o7 (SBK) Teuchern, Burgenlandkreis Fst. Schule/Gelände der Schule, »germanischer Töpferofen«, SW Ortslage, 17o –18o m ü. NN Fu. Grabung 1937 Fk. Siedlung Fg. Bodenscherbe eines steilwandigen Bechers mit Rötelspuren in der Innen- und Außenwandung und besonders in der Verzierung VB. LDA Halle Lit. Biermann 2oo3, 774 (6765); Kaufmann 1976, 168 (257) 1o8 (SBK) Teuchern, Burgenlandkreis Fst. L öblich, Am Oberschwöditzer Kirchweg, O der Langen Wiese Bef. Einzelfund Fg. Stk. Roteisenstein VB. LDA Halle Lit. Biermann 2oo3, 774 (6766); Kaufmann 1976, 167 (256) 1o9 (SBK) Trotha, Stadt Halle Fst. Wohnstadt Nord, W Ortslage, 85 m ü. NN, 44o m nordöstlich eines Saalearmes Fu. Lesefunde, Erdarbeiten (1966) Fk. Siedlung Bef. Siedlungsgrube Fg. a) vier kleinere und ein größerer Roteisenstein­ stücke b) zwei kleine und zwei größere Brauneisensteinstücke VB. LDA Halle Lit. Biermann 2oo3, 311 (2727); Kaufmann 1976, 163 (233) 11o (SBK) Wallendorf-Friedensdorf (ehem. Kriegsdorf), Saalekreis Fst. Weinberg, 5o m N des höchsten Punktes, SW von Wallendorf, 9o m ü. NN; 75 m östlich eines Gewässers Fk. Siedlung Fg. becherartige Siedlungsgefäße: a) Wandungsscherbe mit intensiven Rötelspuren auf der Außenwandung b) Wandungsscherbe Rötel an der Bruchkante und Harzspuren an Bruchkante VB. LDA Halle Lit. Biermann 2oo3, 233 (2o23); Kaufmann 1976, 177 (312) 111 (SBK) Wulfen, Lkr. Anhalt-Bitterfeld Fst. L ehmgrube/Tongrube Hundt, »Fundplatz 1«, SO des Ortes Fu. Notgrabungen (1944, 1949, 1953) Fk. Siedlung Bef. Siedlungsgrube 2 Fg. a) großes Stk. Rötel b) Farbstein mit Durchlochung und Abriebspuren b) 2 Stk. gebrannter Roteisenstein c) 4 kleinere Stk. Rötel

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VB. Lit.

Museum Köthen, Museum Dessau Biermann 2oo3, 869 (76o5); Kaufmann 1976, 17o (275), Taf. 54/37

Thüringen

112 (SBK) Apolda, Lkr. Weimarer Land Fst. SW Ortslage, zwischen Weststraße, Müllerstraße, Beethovenstraße, Balthasarstraße, 25o m W und 3oo m N des Herressener Baches Fk. Siedlung Fg. a) Randscherbe eines Kumpfes mit Rötelspuren b) bechernapfartiges Siedlungsgefäß mit Rötelspuren c) Schlagstein aus Silex mit Schlagspuren und Rötelresten d) Fragment einer Reibeplatte aus Sandstein mit intensiven Rötelspuren auf einer der Reibflächen (L. 8,5 cm) e) Reibeplatte aus Sandstein mit Rötelspuren auf den Reibflächen (L. 9,3 cm) VB. Museum Weimar Lit. Kaufmann 1976, 129 (1) 113 (SBK) Ballstädt, Lkr. Gotha Fst. Großer Heuberg, NO des Ortes, 28o m ü. NN, 38o m NO der Tonna Fk. Siedlung (Höhensiedlung) Fg. Stück Roteisenstein VB. Museum Gotha Lit. Biermann 2oo3, 53 (463); Kaufmann 1976, 135 (28) 114 (SBK) Bruchstedt, Unstrut-Hainich-Kreis Fst. W des Ortes, 1oo –13o m SW Ferne-Bach, S des Weges zwischen Bruchstedt und Höhe 231.6, 225 m ü. NN Fu. Grabung 1959 durch H. D. Kahlke, Wolfram und Nolte Fk. Siedlung Bef. Siedlungsgrube 62 Fg. Schlag- und Reibstein aus Silex mit Rötelspuren VB. Museum Langensalza, LDA Halle, Museum Weimar, Anthropologisches Institut Jena Lit. Biermann 2oo3, 98–99 (877) Kaufmann 1976, 137 (49) 115 (SBK) Donndorf, Kyffhäuserkreis Fst. Grundstücke Schulze und Kirschmann, unweit Pkt. 123.6, SO Ortslage, 123 m ü. NN, 2oo, südöstlich eines Bachlaufes Fu. Lesefunde, Notgrabung Fk. Siedlung Bef. Siedlungsgrube 2 Fg. a) Scherbe einer Schale mit »Krötenkreuz«, mit Rötelspuren in der Innenwandung und in den Einstichen b) unverzierte Schale mit Rötelrest in der Innenwandung

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VB. Lit.

LDA Halle  iermann 2oo3, 143 (1245); Kaufmann 1976, B 151 (141)

116 (SBK) Erfurt Nord Fst. »Hungerbachsiedlung«, im Bereich Pappelstieg, östlich der Straße nach Gispersleben, NW der Stadtmitte Fu. Siedlung Fk. Siedlungsgrube Fg. a) Bodenscherbe eines Bechers mit intensiver Rötelfärbung auf der Innenwandung b) Randscherbe einer Schale mit intensiver Rötelfärbung auf der Innenwandung VB. LDA Halle, Museum Erfurt Lit. Kaufmann 1976, 132 (2o) 117 (SBK) Erfurt Süd Fst. Nordabhang des Steiger, Geibelstraße Fu. Erdarbeiten u. a. 193o –1936 Fk. Gräberfeld Bef. Grab Fg. a) Bodenscherbe eines Bechers mit Rötelspuren auf der Innenwandung b) Rötelbruchstücke VB. LDA Halle, Museum Erfurt Lit. Biermann 2oo3, 184 (1599); Kaufmann 1976, 133 (22) 118 (SBK) Gamstädt, Lkr. Gotha Fst. Wüstung Hattstädt, nördlich des Weges nach Nottleben, O des Hattstädter Brunnes, etwa 298 m ü. NN, im Bereich der Quelle Fk. Siedlung Bef. Einzelfunde aus Siedlung Fg. R andscherbe einer Schale mit geringen Rötelresten auf der Innen- und auf der Außenwandung VB. Museum Gotha Lit. Biermann 2oo3, 239 (2o83); Kaufmann 1976, 134–135 (24)

121 (SBK) Gräfentonna, Lkr. Gotha Fst. SW des Lohberges, N des Ortes, 5o m N der Tonna 25o m S der Unstrut, 175–195 m ü. NN Fu. Lesefunde (1928–197o) Fk. Siedlung (?) Fg. Wandungsscherben eines Bechers mit Roteisensteinmagerung VB. Slg. Reich, Museum Gotha Lit. Biermann 2oo3, 269–27o (2347); Kaufmann 1976, 138 (5o) 122 (SBK) Großschwabhausen, Lkr. Weimar Fst. An der Bahn Fk. Siedlung (?) Bef. Einzelfund Fg. Bechernapf mit Rötelspuren in der Innen­ wandung VB. Museum Weimar Lit. Biermann 2oo3, 291 (2543); Kaufmann 1976, 143 (94) 123 (SBK) Neunheilingen, Unstrut-Hainich-Kreis Fst. Wüstung Ottenheilingen, westlich der Höhe 3o7,1 und des Heidenloches, nördlich vom Ottelweg, 31o m ü. NN Fu. Lesefunde von W. Limpert Fk. Siedlung (?) Bef. Einzelfunde Fg. a) 4 polierte Roteisensteine b) 5 Stk. Rötel VB. Museum Mühlhausen Lit. Biermann 2oo3, 56o –61 (49o5); Kaufmann 1976, 138 (51)

119 (SBK) Gispersleben, Stadt Erfurt Fst. Nordhäuser Straße, NW von Erfurt, 185 m ü. NN Fk. Siedlung Bef. Grube 49 Fg. konzentrisch durchbohrter Anhänger aus Rot­ eisenerz (Farbstein) VB. Museum Weimar Lit. Kaufmann 1976, 132 (19); Müller 1974, 233 f.

124 (SBK) Röpsen-Dorna, Lkr. Gera Fst. Baumgarten, Gelände der Ziegelei, Lehmgrube und Umgebung, 23o m ü. NN Fu. Lesefunde Fk. Siedlung Fg. a) Wandungsscherbe einer Flasche mit intensive Rötelfärbung auf der Innenwandung b) große Zahl Roteisensteinbruchstücke, z. T. mit Reibeflächen VB. Museum Gera, Museum Jena, Privatbesitz, Museum Hohenleuben, Museum Mainz Lit. Biermann 2oo3, 676 (5924); Kaufmann 1976, 147–148 (111) Bem. 15o m westlich der Siedlung steht auf dem west­ lichen Teil der Eichbergkuppe Rötel an

12o (SBK) Gotha Fst. Wüstung Alschleben, W der Straße Richtung Goldbach, NW des Ortes, 29o m ü. NN, 75–11o m westlich eines kleinen Bachlaufs Bef. Einzelfunde (Siedlung ?) Fg. 3 kleine Stk. Roteisenstein und Manganerz (abgeschliffen) VB. Museum Gotha Lit. Biermann 2oo3, 263 (2295); Kaufmann 1976, 136 (35)

125 (SBK) Roßleben, Kyffhäuserkreis Fst. Grundstücke Witzlebener Straße, N Ortslage, 35o m N der Unstrut, Grundstück Geißler, 13o –136 m ü. NN Fu. Untersuchung 1926 durch H. Apitz Fk. Siedlung Bef. Siedlungsgrube Fg. a) Fragment eines Schuhleistenkeils (Amphi­ bolith) mit Arbeitsspuren auf der Bruchfläche und auf dem Nacken sowie Rötelreste auf der

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Rot – vom Leben bis zum Tod

Bruchfläche, L. 7,o; Br. 3,6; H. 4,9 cm b) Stk. Rötel c) unverzierte Wandungsscherbe mit Rötelspuren unter anhaftender Erde und Sinterschicht VB. LDA Halle Lit. Biermann 2oo3, 683 (5978); Kaufmann 1976, 152 (15o)

13o (SBK) Tüngeda, Wartburgkreis Fst. Sachsdorf (Wüstung), W des Ortes, 75o m SO der Wüstung Herrmannsdorf, etwa 297 m ü. NN Bef. Einzelfunde Fg. 17 Rötelstücke VB. Museum Jena Lit. Kaufmann 1976,138–139 (54)

126 (SBK) Roßleben, Kyffhäuserkreis Fst. Baumschule der Gärtnerei Schaffner, Ortslage Fu. Untersuchung 1935 durch H. Apitz Bef. Grab (Mehrfachbestattung in einer Art Totenhütte) Beschr. 5 Individuen (davon 2 Kinder) wurden in Huf­ eisenform bestattet; angeblich wies ein Individuum an der rechten Schläfe Schlagspuren auf; Beigaben Individuum I: durchbohrtes Steingerät und Knochenpfriem, ferner drei Feuersteinmesser, ein Mahlstein, 2 Stk. Rötel und einige runde, durchbohrte Muschelscheiben, Lehmbewurf, Tierknochen und SBK-Scherben Fg. 2 Stk. Rötel VB. LDA Halle Lit. Biermann 2oo3, 683 (5981); Kaufmann 1976, 153 (162); Veit 1996, 239 (B14)

131 (SBK) Weimar Fst. Kreuzung Meyer-Fries-Straße Fu. Untersuchung 1957 durch G. Behm-Blancke, Barthel und Wolfram Fk. Siedlung Bef. Siedlungsgrube (Verfärbung I/57) Fg. Fragment einer Roteisensteinknolle VB. Museum Weimar Lit. Biermann 2oo3, 825 (7211); Kaufmann 1976, 142 (91)

127 (SBK) Schlotheim, Unstrut-Hainich-Kreis Fst. Auf der Ohm, S Ortslage Fk. Siedlung (?) Bef. Grube Fg. 4 Stk. Roteisenstein VB. Museum Mühlhausen Lit. Biermann 2oo3, 7o8 (62o3); Kaufmann 1976, 14o –141 (75) 128 (SBK) Siebleben, Stadt Gotha Fst. G eierslache, N-Seite des Großen Seeberges, SO des Ortes, 295–3oo m ü. NN, 21o m südwestlich einer Quelle Fk. Siedlung Fg. facettiertes Roteisenerz mit Bohrung (Dm. 1,7 cm; H. 1,2 cm) VB. Museum Gotha Lit. Biermann 2oo3, 264 (2299); Kaufmann 1976, 136 (37) 129 (SBK) Tinz, Stadt Gera Fst. Elsterterrasse, Flurstück Mißlitzens Erben, SW der Brauerei, N des Ortes, etwa 275 m östlich eines Quellbaches zur Weißen Elster; 75o m östlich der Weißen Elster Fu. Lesefunde, Erdarbeiten (1957), Grabung (1962) Fk. Siedlung Bef. Siedlungsgrube 7 Fg. Wandungsscherben mit geringen Rötelspuren auf der Außenwandung VB. Museum Weimar, Museum Gera Lit. Biermann 2oo3, 25o (2175); Kaufmann 1976, 146 (1o9)

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Sachsen

132 (SBK) Eythra, Lkr. Leipzig Fst. südwestlich Eythra (ZW- o1) Fu. Grabungen im Vorfeld des Braunkohlentagebaus Zwenkau, 1993–2ooo Fk. Siedlung, ca. 3o ha Bef. Siedlungsgrube Fg. Hämatitbruchstücke VB. Archäologisches Archiv, LfA Sachsen Lit. Objekt nicht publiziert; allgemein Cladders u. a. 2o12 133 (SBK) Lockwitz, Stadt Dresden Fst. N des Ortes, beiderseits Straße, über Lockwitzbachaue, Kiesgrube, »Fundstelle 173« Fu. Erdarbeiten (seit 1882, 19oo, 19o2, 19o5, 191o, 1932) Fk. Siedlung Bef. Grube Fg. Keramik mit Roteisenstein-/Hämatitmagerung VB. Landesmuseum Dresden Lit. Biermann 2oo3, 15o (1311) Teetzmann 19o5, 77 134 (SBK) Nickern, Stadt Dresden Fst. Bebauung Fritz-Meinhardt-Straße (DD-98) Fu. Grabung 1999 Fk. Siedlung Bef. Kreisgrabenanlage Fg. 2 Brocken Rötel VB. Archäologisches Archiv, LfA Sachsen Lit. Objekt nicht publiziert; allgemein Bartels u. a. 2oo3 (frdl. Mitt. LfA Sachsen/H. Stäuble)

Rössener Kultur Sachsen-Anhalt

135 (RÖ) Storkau, Lkr. Stendal Fst. Mühlberg/Windmühlenberg, »Fundplatz  2«, Sandgrube

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Fu. Bef. Fg. VB. Lit.

Notgrabung (1972, 1979) Grab (Kind) Rötel LDA Halle, Museum Stendal Biermann 2oo3, 754 (6599)

VB. Archäologisches Archiv, LfA Sachsen Lit. Dalidowski u. a. 2oo4, 73 Bem. Datierung über Lage in TBK-Umfeld, kein datierbares Inventar.

Baalberger Kultur Jordansmühler Gruppe Sachsen-Anhalt

136 (JM) Wulfen, Lkr. Anhalt-Bitterfeld Fst. Fpl. 2, Kiesgrube am Kapellenteich, am ö Ortsrand Fu. in den ersten Jahrzehnten des 2o. Jh. untersuchte W. Götze (Köthen) mehrere Grab- und Siedlungsgrubenbefunde der Jordansmühler Gruppe Fk. Siedlung und Gräber Bef. Grab 1, 3; Grube 1 Fg. a) Grab 1 (Frau und Kind; lag etwa 4o m ö von Siedlungsgrube 3): unverzierte Standringfußschale z. T. mit Roteisenstein gemagert b) Grab 3 (untersucht 19o8; SO-NW ausgerich­ teter Hocker): hinter den Lendenwirbeln ein »roter Farbklumpen, in dem 14 Silexmesser steckten« (Funde nicht auffindbar) c) Grube 1 (untersucht 1915; Grube mit 12 z. T. kopflosen Statuetten): kleine massive, plump geformte anthropomorphe Plastik, an deren »rechtem Schulterbereich ein Stk. Roteisenstein (?) zu erkennen« ist VB. Museum Köthen Lit. Fischer 1956, 42 f.; 262.; Kaufmann 1995, 49–66 Sachsen

137 (JM) Heidenau, Landkreis Sächsische SchweizOsterz­gebirge Fst. Fpl. 6, S vom alten Ortskern, Kiesgrube Fu. durch unsachgemäßes Ausheben einer Grube im November 1932 konnte eine wissenschaftliche Untersuchung nicht mehr durchgeführt werden Fk. Siedlung Bef. Siedlungsgrube Fg. 6 Randscherben mit kleineren Hämatitbrocken gemagert VB. Landemuseum Dresden Lit. Kaufmann 1995, 44–45

Trichterbecher Sachsen

138 (TBK) Zschernitz, Lkr. Nordsachsen Fst. ZNT- o8 Fu. Grabung im Vorfeld der Erdgastrasse BernburgWiederitzsch, 2oo2 Fk. Siedlung Bef. Grubenhaus Fg. geweißtes Wandfragment mit Rotbemalung

Sachsen-Anhalt

139 (Baalb) Alsleben, Salzlandkreis Fst. SO von Alsleben auf einer saalezeitlichen Hochterrasse, 11o m ü. NN Fu. bei Bauarbeiten Fundament eines ehem. LPGWirtschaftsgebäudes am 1o.o2.1987 durch A. Stier entdeckt und Bergung am 13. und 14.o2.1987 durch H.-J. Döhle, K. Wagner und J. Weigelt Fk. Grab und Siedlung (?) Bef. Stelle 1: Grabgrube (zwei frühadulte Frauen); Stelle 2: Grube Fg. jeweils Spuren von Rötel VB. LDA Halle, HK-Nr. 87:1223–1225 Lit. Döhle u. a. 1992, 51–54 14o (Baalb) Zörbig, Lkr. Anhalt-Bitterfeld Fst. N des Ortes, auf ehem. Geländekuppe Fu. Notgrabung 1997 Ortsumgehung Zörbig (Bau B 183) Fk. Trapezgrabenanlage Bef. Grab (Bef. 2) außerhalb des Trapezes, mit mög­ lichem Grabeinbau Fg. Stk. Rotocker (polygonal, L. ca. 1,5 cm) VB. LDA Halle, HK-Nr. 97:25867 Lit. Hornig 2oo3, 16–17; 24–25 141 (Hutberg nach Beran 1993) Wallendorf, Saalekreis Fst. Hutberg Fu. A ktivitätsnr. 5281, Grabung 2o11 durch LDA Halle (H. Heilmann) Fk. Erdwerk Bef. G etreidespeicher (Bef. 9; Dat. 39oo –37oo v. Chr./ AMS-Datierung), Siedlungsgrube (Bef. 19) Fg. Keramik mit Hämatitmagerung VB. LDA Halle Lit. In Vorbereitung (Dissertationsprojekt J. Schroeter) Sachsen

142 (Baalb) Eythra, Lkr. Leipzig Fst. südwestlich Eythra (ZW- o1) Fu. Grabungen im Vorfeld des Braunkohlentagebaus Zwenkau, 1993–2ooo Fk. vereinzelte Gräber und Siedlungsspuren Bef. Grab Fg. Hämatitbruchstück VB. Archäologisches Archiv, LfA Sachsen Lit. Funke 2ooo

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Rot – vom Leben bis zum Tod

Salzmünder Kultur Sachsen-Anhalt

143 (SMK) Leuna-Göhlitzsch, Saalekreis Fst. wohl zwischen den Orten Göhlitzsch (heute Leuna) und Daspig, nicht näher bekannt Fu. gefunden bei der Kaninchenjagd 175o Fk. Grabhügel Bef. Steinkammer (2,4o m x 1,55 m), Steinkistengrab mit insgesamt sechs verzierten Sandsteinplatten Fg. verzierte Sandsteinplatten mit z. T. roter Bemalung (Südwand, große Platte: mögliche Rötung der Bildseite, Axtstiel mit roter und Axt mit schwarzer Farbe; Südwand, kleine Platte: Spuren der ursprünglichen Ausfüllung mit roter Farbe vielleicht noch vorhanden, weitere rot aufgemalte Ornamente unterhalb der Verzierungsmuster; Ostgiebel, gelblichgraue Sandsteinplatte: horizontale Wellenlinie die sich schwach rot zwischen den am Rand hängenden Dreiecken und der weiter abwärts verlaufenden horizontalen Linie befindet, die teils eingegrabenen Linien sind teils ausgemalt, weitere Linien und Muster sind zusätzlich mit Farbe aufgetragen worden; Westgiebel, gelblichgraue Sandsteinplatte: Strichlinien mit schwachen Spuren wohl von ursprünglich roter Farbe) VB. LDA Halle, HK-Nr. 21:337a–f Lit. Hoppenhaupt 175o; Matthias 1982, 45–47; Müller 1999, 199–214; Müller 2oo1, 4o –43 Bem. Die Datierung ist noch unklar. Die Ornamentik der Steinkammer soll nach D. W. Müller älter (Salzmünder Kultur) sein als das Inventar bestehend aus Amphore und facettierter Streitaxt (Schnurkeramik). 144 (SMK) Salzmünde, Saalekreis Fst. Ortsausgang Salzmünde Richtung Halle-Dölau Fu. Ausgrabung vor Autobahnbau BAB 143 Fk. Erdwerk Bef. a) Kinderbestattung (Sonderbestattung), Bef. 6812 auf Grabensohle in Außenwand b) Grube, Bef. 15628 c) Grab, Bef. 5533 Fg. a) Kind auf »Placenta« aus Sandsteinlehm­ gemisch mit einem Überzug aus rotem Lehm b) Stücke von Ocker/Rötel c) rote Bemalung an Gefäß VB. LDA Halle Lit. unpubl., Schunke in Vorber. c (a); Schunke in Vorber. b, Abb. 32 (c); unpubl. (freundl. Mitt. T. Schunke) (b)

Bernburger Kultur Sachsen-Anhalt

145 (BbK) Drosa, Lkr. Anhalt-Bitterfeld Fst. ehem. Riedescher Acker Fu. Bereits um 17oo Grab geöffnet; Erforschung

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Fk. Bef. Fg.

Lit.

durch Prof. Georges 19o4 nach teilweiser Zerstörung durch Sprengung Grabhügelfeld Mehrfachbestattung in Ganggrab Tasse mit Bandhenkel; in der Furchenstichver­ zierung stellenweise Reste einer rötlichbraunen und weißen Farbmasse Schulze 193o, 77; Taf. 12, Abb. 31

146 (BbK) Halle-Dölau, Stadt Halle (Saale) Fst. Dölauer Heide, Fpl. 1, N des Langen Berges Fu. Grabung Fk. Siedlung Bef. Grube 2o2 Fg. »rötelähnliches Gestein« VB. LDA Halle, HK-Nr. 73:51 a–k Lit. Beier 1988, 128 (2o4 g)

Kugelamphoren Kultur Sachsen-Anhalt

147 (KAK) Zabitz, Lkr. Anhalt-Bitterfeld Fst. Kiesgrube am Bahnwärterhaus Fu. unbekannt Bef. Grab Fg. 4 kl. Tonbrocken mit rötlichen Farbspuren (?) VB. Museum Köthen EK 32/163 Lit. Beier 1988, 118 (167) Bem. Zugehörigkeit zum Grab nicht gesichert

Schnurkeramik Sachsen-Anhalt

148 (SK) Burgscheidungen-Tröbsdorf, Burgenlandkreis Fst. »Bühnzchen« Fu. Ausgrabung am 1. Oktober 1897 Fk. Hügelgräberfeld Bef. Hügelgrab mit Bestattung in zentraler Stein­ kammer Fg. »mehrere, fast faustgroße Erdstücke« (Rötel oder Eisenocker) vor der Mitte der Nordwand; chemische Untersuchung durch Herrn Hüttenfaktor Koch, Eisleben: 75–79 % Kieselsäure, 7–1o % Eisenoxid und Tonerde, o,3o –1,5o % Kalkerde und Wasser VB. Ehem. Museum Burgscheidungen, Verbleib un­bekannt Lit. Größler 19oo, 89; Taf. 4 149 (SK) Cauerwitz, Burgenlandkreis Fst. »Heidenickel« Fu. Mitteilung von Teetzmann, Torgau Fk. Grabfunde Bef. Hügelgrab Fg. vielseitig geschliffenes Stück Roteisen Lit. Fischer 1956, 131, 277; Götze u. a. 19o9, 331

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H a r a l d M e ll e r , F r a n z i s k a K n o ll u n d J u l i a n e F i l i pp

15o (SK) Hausneindorf, Salzlandkreis Fst. Gemeindekiesgrube, o,5 km südöstlich des Ortes Fu. gefunden 1935 Fk. keine konkrete Angabe; möglicher Bestattungsplatz Bef. Grab 1; in den Löss eingetieftes Flachgrab, angeblich unter Röteldecke rechter Hocker NW-SO, Blick SW Lit. Matthias 1968, 39 151 (SK) Köthen, Lkr. Anhalt-Bitterfeld Fst. 52 Fu. Grabung 2o11 B 6n – A 5o22 Fk. Siedlung ? Bef. relativ flache rechteckige Grube (21o cm x 215 cm; 2o cm tief) mit 3 Gefäßen Fg. ein Töpfchen mit Rötel auf der Innenwandung (Farbtopf) Beschr. In der Grube (Bef. 951) standen 3 vollständige Gefäße (Bef. 13o1) dicht nebeneinander, darunter zwei Amphoren und ein Töpfchen mit Rötel (Maltopf); dazu 1 Felsgestein mit Schlifffläche (Reibstein ?), 2 unbearbeitete Steinobjekte, 4 Silexgeräte bzw. Klingen, eine davon mit Retusche, 1o g gebrannter Lehm VB. LDA Halle, HK-Nr. 5o22:13o1:2 (Rötelgefäß) Lit. Jurkènas u. a. Beitrag in diesem Band Bem. ca. 2oo m südlich davon schnurkeramische Bestattungen und Siedlungsreste; Interpretation des Befundes nicht eindeutig zu klären. Es könnte sich sowohl um eine Siedlungsgrube als auch um eine vergangene Bestattung handeln. 152 (SK) Köthen, Lkr. Anhalt-Bitterfeld Fst. Hindenburgstraße Fu. Bergung W. Götze 193o Fk. 2 jungneolithische Gräber Bef. Grab 2 mit zwei übereinander bestatteten Individuen. Unten linker Hocker, O-W-Ausrichtung (männlich) mit Ketten aus Hundzähnen/Hirschgrandeln, Muschelpailletten, Fleischbeigaben und Rötel; oberes Individuum mit Becher und Näpfchen niedergelegt. Fg. k leines Rötelstück am Rücken der unteren Bestattung VB. Museum Köthen Lit. Fischer 1956, 131, 282; Götze 1933, 139 153 (SK) Poserna, Burgenlandkreis Fst. auf Posernaer Flur, dicht an der Grenze nach Kreischau, auf einem steil abfallenden Plateau Fu. Untersuchung 19o4 durch A. Götze Fk. mehrphasiger Grabhügel Bef. Grab  2, rechteckige Grube, 1,75 m x 1,36 m, Reste eines Holzeinbaus Fg. kumpfartiges Gefäß mit eingezogener Mündung und eingeschwungenem Unterteil; darin Rötel, der die Innenseite des Gefäßes intensiv rot gefärbt hatte; auffällige netzartige, kalkhaltige Abdrücke, die nach A. Götze (19o9, 193) von

VB. Lit.

einem grobmaschigen Netz stammen, in dem der Rötel aufbewahrt wurde, H. 6,5 cm; Mdg. 8,o cm; gr. Dm. 1o,o cm; Bdm. 5,o cm (Topf mit Farbpulver) Kgl. Museum Berlin (?) G ötze 19o9, 191–193, Taf. XX, 1 a–b; Kaufmann 1966, 21 f.

Thüringen

154 (SK) Buttstädt, Lkr. Sömmerda Fst. Tongrube Mehner, südl. von Buttstädt, an der Chaussee nach Niederreissen Fu. 1899 Fk. 2 weitere Erdgräber 19o2, 6 weitere 19o4 (Zeitungsnotiz); früher aufgefundene Gräber wurden nicht beachtet Bef. Flachgrab mit linkseitigem Hocker (adulte Frau), NO-SW/NO-Ausrichtung; Beigaben: Becher, Silexmesser, Armband und Halsschmuck aus Hundezähnen Fg. haselnussgroßes Rötelstück an der linken Kopfseite VB. Slg. Verworn, Göttingen Lit. Götze u. a. 19o9, 292; Fischer 1956, 131, 277 155 (SK) Roßleben, Kyffhäuserkreis Fu. Grabung H. Apitz 1925 Fk. Mehrere Grabhügel und Erdgräber Bef. Grab 3/1925: rechtseitiger Hocker (adulter Mann), W-O/S-Ausrichtung Fg. Rötelfleck an einem Oberschenkel VB. LDA Halle ? Lit. Fischer 1956, 131, 286

Glockenbecher Sachsen-Anhalt

156 (GBK) Bad Lauchstädt, Saalekreis Fst. ICE-Trasse östlich von Bad Lauchstädt, südlich der Laucha Fu. Grabung LDA Halle Fk. Mehrphasiger Siedlungs (?)- und Begräbnisplatz Bef. Siedlungsgrube Fg. 2 - oder 4-henkliges Großgefäß; im Inneren bis unter den Rand Anhaftungen von Rotocker in unterschiedlicher Stärke VB. LDA Halle Lit. Schunke in Vorber., Abb. 13.1 157 (GBK) Helfta, Lutherstadt Eisleben, Lkr. MansfeldSüdharz Fst. u Fk. Grabhügel (?) Bef. Grab 2 Fg. Tonklumpen »Rötel« VB Römisch-Germanisches Museum, Köln 6719– 6721 Lit. Hille 2o12, 169 (262), Taf. 24.3

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Rot – vom Leben bis zum Tod

158 (GBK) Köthen, Lkr. Anhalt-Bitterfeld Fst. T7/17; S der Altstadt, Ringstraße 69 (Hindenburgstraße; Willy-Lohmann-Str.), Baugelände Mieterverein Fu. a mtliche Notbergung 1926/1927, Museum Köthen, W. Götze; W-O gestreckter Höhenrücken im Süden der Stadt, etwa 7o –8o m von der Stelle nach West 3 weitere Hocker unbeobachtet zerstört Fk. Erdgräberfeld mit 1o Gräbern Bef. Grab 1: NNW-SSO, linker Hocker, männl., senil Grab 6: linker Hocker, WNW-OSO/NO-Aus­ richtung, männl. (?) Fg. Grab 1: Seitenwandbein und Teile des Ober­ schenkels mit roten Farbspuren (Spuren der Kleidung ?) Grab 6: Zinnoberfarbe in der Sagittalgegend des Schädels VB. Prähistorische Sammlung, Schloss Köthen EK 26/1o8 Lit. Fischer 1956, 167; Gerhardt 1953, 11 f.; Hille 2o12, 18o (354); Schulze 193o, 113 159 (GBK) Lobitzsch, Gem. Uichteritz, Burgenlandkreis Fst. a m nördlichen Ortsrand; Sandgrube an der Schule Fu. amtliche Notbergung 1o/1934 Fk. Grab Bef. »Grab« einer maturen Frau Fg. Böhmischer Becher (?) mit roter Bemalung VB. LDA Halle, HK-Nr. 35:95 a–b Lit. Hille 2o12, 186 (394), Taf. 35.8 16o (GBK) Rössen, Saalekreis Fst. Südlich des Rössener Hügels Fu. P. Berger 1915 Bef. Erdgrab mit linksseitigem Hocker, N-S/O-Ausrichtung Fg. roter Farbstein an der linken Fußwurzel VB. L DA Halle, HK-Nr. 15:2o56 a–c Lit. Gerhardt 1953, 66 f; Fischer 1956, 167, 3oo Thüringen

161 (GBK) Apfelstädt, Lkr. Gotha Fst. Untersuchungen im Vorfeld der WINGAS Pipeline Fu. Grabung Landesamt Thüringen 2oo5 Fk. 5 Gräber der GBK Bef. Grab 5/Bef. 2 (Holzeinbau): Bestattung eines 35–5o -jährigen Bogenschützen mit ElektronLockenringen. Fg. Böhmischer (?) Becher mit rot glänzenden Resten VB. TLDA Lit. Küßner 2oo6, 6o f., Abb.  12. 162

(GBK) Gispersleben, Stadt Erfurt Fst. St. Viti; rechtes Ufer der Gera, Roter Berg Fu. Slg. Sahlender Fk. Einzelfund

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Fg. VB. Lit.

 lockenbecher mit rot bemalten Verzierungs­ G bändern Stadtmuseum Erfurt V 2721 Hille 2o12, 239 (816), Taf. 73.13

163 (GBK) Wandersleben, Lkr. Gotha Fst. südwestlich vom Ortsausgang Wandersleben; westlicher Teil des Lachenberges Fu. a mtliche Notbergung 11/1937 durch das Museum Erfurt im Zuge des Autobahnbaus Fk. Grabgruppe Bef. Grab  2 (7,5o m O von Grab 1); Steinkiste, o,9 m x o,7 m x o,36 m; Reste eines Hockers, Kopf fehlt Fg. Rötel am rechten Unterarm VB. Stadtmuseum Erfurt Lit. G erhardt 1953, 4; Fischer 1956, 167, 3o1; Hille 2o12, 263 (1o42) Sachsen

164 (GBK) ehem. Cröbern (jetzt Tagebau Espenhain), Leipziger Land Fst. 1; westlich vom Ort; südlich des Weges Cröbern– Gaschwitz, Hopfenberg Fu. Lesefunde Ende 19. Jh. Fk. Einzelfunde Fg. kalottenförmige Vierfüßchenschale, rotbraun, überfangen, vermutlich bemalt, H. 15,1 cm; Mdg. 27,5 cm; Fußh. 4,7 cm VB. Landesmuseum für Vorgeschichte Dresden ZugK 2o/19o7 (c) auf Zettel 8o53; Slg. Presspich Lit. Hille 2o12, 268 (1o84), Taf. 93.2 165 (GBK) Schweta, Lkr. Nordsachsen Fst. ca. 3oo m östlich von Schweta (SWQ-1o) Fu. Grabungen im Zuge der Ortsumgehung MügelnSchweta S31, 2o12 Fk. Gräberfeld Bef. 2 Gräber, wahrscheinlich männlich Fg. 3 verzierte Glockenbecher mit roter Bemalung (davon einer mit Henkel) VB. Archäologisches Archiv, LfA Sachsen Lit. unpubl. (frdl. Mitt. LfA Sachsen/H. Stäuble) 166 (GBK) Zwenkau, Leipziger Land Fst. ZW- o1 Fu. Grabungen im Vorfeld des Braunkohletagebaus durch das Landesamt Sachsen 1999/2ooo Fk. Grab und Siedlung Bef. reiches Brandgrab (männl. adult und weibl. Leichenbrand) und Bef. 1 (ovale Grube) Fg. rotbemalter Glockenbecher Lit. Conrad 2oo7, 6–8

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H a r a l d M e ll e r , F r a n z i s k a K n o ll u n d J u l i a n e F i l i pp

Metallzeit Sachsen

167 (Metallz) Mügeln, Lkr. Nordsachsen Fst. westl. am Ortseingang von Mügeln, nördlich Stadtbad, südlich an Leisniger Straße (MUE- o8) Fu. Grabungen im Zuge der Ortsumgehung MügelnSchweta S31, 2o11 Fk. Siedlung Bef. Grube Fg. Hämatitbruchstück VB. Archäologisches Archiv, LfA Sachsen Lit. unpubl. (frdl. Mitt. LfA Sachsen/H. Stäuble)

Frühbronzezeit Sachsen-Anhalt

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(FBZ) Haldensleben, Kreis Börde Fst. Beberdüker Fu. Ausgrabung LDA Halle Bef. Grab (rechter Hocker, männlich [?]), Bef. 247o Fg. 3 Rötelstücke vor dem Körper in Höhe des Bauches VB. LDA Halle Lit. Wagner 2o12, 66

169 (FBZ) Köthen, Kreis Anhalt-Bitterfeld Fst. Edderitzerstraße, Gelände der Junkerssiedlung Fu. W. Götze 1935 Bef. Erdgrab mit rechtseitigem Hocker, SSO-NNW/ O-Ausrichtung, weibl., matur. Felsblöcke auf Schädel und Brustkorb. Scharf profilierte Tasse Fg. neben der Tasse ein kleines Stück roter Farbstoff VB. Museum Köthen Lit. Götze 1937, 1o8; Fischer 1956, 18o, 3o5 17o (FBZ) Wennungen, Burgenlandkreis Fst. Aktivitätsnr. 2365 Fu. Ausgrabung ICE-Strecke durch LDA Halle (M. Fröhlich) Fk. Siedlung Bef. Entnahmegrube, Bef. 2o17 Fg. Scherbe mit roter Farbe VB. LDA Halle, HK-Nr. 2365:2o17:2 Lit. unpubl. (frdl. Mitt. M. Fröhlich)

Mittelbronzezeit Thüringen

171 (MBZ) Wiesenthal, Bad Salzungen Fst. Oberer Roßberg, Schlag a und b Fu. Teil des Grabhügels wurde 1939 für Schotter­ gewinnung zerstört, Rest konnte durch W. Felsch untersucht werden (genauer Fundbericht nicht vorhanden) Fk. Grabhügelkette Bef. Grabhügel C, bei Bestattung vier Steinsetzungen

Fg. VB. Lit.

z wei Rötelsteine (zur Lage keine genauen Angaben vorhanden) Heimatmuseum Dermbach Felsch 1939, 77; Feustel 1958, 96–97

Späte Bronzezeit Sachsen-Anhalt

172 (SBZ) Baalberge, Salzlandkreis Fst. Langer Berg Fu. 1631 (Christian II. von Anhalt-Bernburg) und 1852/1853 Abtrag durch die Bauersfamilie Reinicke Fk. Gräberfeld Bef. Gräber (Saalemündungsgruppe) Fg. inwendig rot bemalte Steinkisten Lit. Knoll u. a. in Vorber. Bem. nur schriftliche Überlieferung 173 (SBZ) Coswig, Lkr. Wittenberg Fst. Buroer Feld Fu. 1994 Grabung LDA Halle Fk. Gräberfeld der späten Bronze-/frühen Eisenzeit Bef. Bef. 18/1994: Brandschüttungsgrab mit Scherbenpflaster (P IV, Lausitzer Kultur) Fg. rotbrauner Farbstein VB. L DA Halle, HK-Nr. 96:576o, 5761, 5764, 5794– 58o2, 5912 Lit. unpubl. (frdl. Mitt. T. Schunke) 174 (SBZ) Großwirschleben, Salzlandkreis Fst. Galgenberg Fu. Entdeckung am 16. April 1916, in der Folge Bergung durch O. Schönemann (Museum Bernburg) Bef. Grab (Saalemündungsgruppe) Fg. inwendig mit Lehm verstrichene Steinkiste; Bemalung mit roten und schwarzen umlaufenden horizontalen Bändern VB. Schlossmuseum Bernburg, Inv.-Nr. Grw III:57:553 Lit. Schönemann 1928; Knoll u. a. in Vorber. 175 (SBZ) Niederröblingen, Lkr. Mansfeld-Südharz Fst. Autobahndreieck Südharz Fu. Ausgrabung vor Bau BAB  71 durch LDA Halle Fk. Siedlung Bef. Grube, Depot (?), Bef. 377o Fg. Rötel Beschr. Rötelerden in verschiedenen Rot- und Gelbtönen zu »Fladen« gepresst (scheibenartige Objekte) VB. LDA Halle, HK-Nr. 2oo7:25499 Lit. Szédeli/Wunderlich 2o11, 143 176 (SBZ) Rottelsdorf, Lkr. Mansfeld-Südharz Fst. Ortsakte LDA Halle, Fst. 2 Fu. Aushub für die Anlage eines LPG-Stalles 1954 Fk. Siedlung Bef. Siedlungsgrube, Bef. 1 Fg. Bemalter Lehmputz in mind. 1o Schichten, rote Motive auf weißem Grund

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Rot – vom Leben bis zum Tod

VB. Lit.

LDA Halle, HK-Nr. 55:34–42 Müller 1959; Beitrag Knoll u. a. in diesem Band

177 (SBZ) Westdorf, Salzlandkreis Fu. Grabung LDA Halle 1994/95 Fst. Am Landgraben Fk. Siedlung Bef. Siedlungsgrube, Bef. 76 Fg. Terrine (jüngere Saalemündungsgruppe) mit Rückstand von roter Farbe an Innen- und Außenwandung (Maltopf) VB. LDA Halle, HK-Nr. 95:11187 (Dauerausstellung) Lit. Wunderlich 1998 178 (SBZ) FO unbekannt, Altmarkkreis Salzwedel Fg. Tönerne Schminkpalette mit roten Farbresten auf der Innenseite VB. Danneil-Museum, Salzwedel, Inv.-Nr. V 1551

18 o (FEZ) Quedlinburg, Lkr. Harz Fst. Lehof, Kiesgrube Fu. Grabungen LDA Halle 1999 Fk. Siedlung Bef. Siedlungsgrube, Bef. 185 Fg. Bemalter Lehmputz (2–3 Schichten): rot und weiß VB. LDA Halle, HK-Nr. 99:2145–46 Lit. Beitrag Knoll u. a. in diesem Band

undatiert Sachsen-Anhalt

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Langendorf, OT Weißenfels, Burgenlandkreis Fg. Farbstift mit Rötel VB. ehem. Slg. Weißenfels; LDA Halle, HK-Nr. 17:29o Lit. unpubl., (freundl. Mitt. R. Mischker)

Sachsen

Frühe Eisenzeit/Ältere Vorrömische Eisenzeit Sachsen-Anhalt

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(FEZ) Wennungen, Burgenlandkreis Fst. Wennunger Sporn Fu. Grabung ICE-Trasse durch LDA Halle Fk. Befestigte Siedlung Bef. Siedlungsgruben, Bef. 4377 (a) und Bef. 4747 (b) Fg. a) Bemalter Lehmputz (Flechtwerkwand), geometrische rote Motive auf weißem Grund b) Fragmente einer außen rot bemalten Schale VB. LDA Halle Lit. K noll/Fröhlich 2o12 (a); Fröhlich 2o12, 142, Abb. 23 (b)

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182 Schlagwitz, Lkr. Nordsachsen Fst. südlich von Mügeln, nördlich Gaudlitzer Weg (SWX- o1) Fu. Grabungen im Zuge der Ortsumgehung MügelnSchweta S31, 2o11/12 Fk. Siedlung Bef. Pfostengrube Fg. Hämatitbruchstück VB. Archäologisches Archiv, LfA Sachsen Lit. unpubl. (frdl. Mitt. LfA Sachsen/H. Stäuble)

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