Dimensionen elterlicher Erziehungsstile bei alkoholabhängigen Patienten: Erste Befunde zum Fragebogen zu Erziehungseinstellungen und Erziehungspraktiken (FEPS)

July 13, 2017 | Author: Annett Lotzin | Category: Psychology, Parenting, Germany, Humans, Alcoholism, Female, Male, Young Adult, Attitude, Middle Aged, Parents, Questionnaires, Adult, Reproducibility of Results, Child Rearing, Female, Male, Young Adult, Attitude, Middle Aged, Parents, Questionnaires, Adult, Reproducibility of Results, Child Rearing
Report this link


Description

264 Originalarbeit

Dimensionen elterlicher Erziehungsstile bei alkoholabhängigen Patienten: Erste Befunde zum Fragebogen zu Erziehungseinstellungen und Erziehungspraktiken (FEPS)

Autoren

Annett Lotzin1, Levente Kriston2, Hertha Richter-Appelt3, Irina Leichsenring4, Brigitte Ramsauer1, Ingo Schäfer4

Institute

Die Institutsangaben sind am Ende des Beitrags gelistet

Schlüsselwörter ▶ Parental Bonding Instrument ● ▶ Erziehungspraktiken ● ▶ Alkoholabhängigkeit ● ▶ faktorielle Validität ● ▶ Faktorenanalyse ●

Zusammenfassung

Abstract

Bislang liegt im deutschsprachigen Raum kein Instrument zur Erfassung elterlicher Erziehungsstile vor, das für Patienten mit Suchterkrankungen validiert wurde. Ziel dieser Studie war daher die konfirmatorische Prüfung der Faktorenstruktur des Fragebogens zu Erziehungseinstellungen und Erziehungspraktiken (FEPS) bei 186 alkoholabhängigen Patienten. Das von den Testentwicklern postulierte Modell mit den 4 Faktoren Fürsorge, Autonomie, Geringe Bestrafung und Geringe materielle Belohnung zeigte bei Zulassung von Residualkorrelationen einen akzeptablen Fit (Mutter: χ2/df = 1,92, RMSEA = 0,07, TLI = 0,79; Vater: χ2/ df = 1,75, RMSEA = 0,07, TLI = 0,82). Die Faktoren wiesen ausreichende Faktorreliabilitäten sowie gute bis sehr gute interne Konsistenzen auf. Die Faktorladungen, Trennschärfen und Schwierigkeiten der Indikatoren können mit Ausnahme von 2 Items als gut bewertet werden. Diese Ergebnisse weisen auf die faktorielle Validität des FEPS bei Patienten mit Alkoholabhängigkeit hin.

To date no instrument for the assessment of parenting styles is available in the German language area that has been validated in patients with addictive disorders. Therefore the aim of this study was the confirmatory evaluation of the factor structure of the Questionnaire on Parental Attitudes and Rearing Practices (FEPS) in 186 alcohol dependent patients. The model as proposed by the test developers with the 4 factors Care, Autonomy, Low Punishment, and Low Material Reinforcement showed acceptable fit when residual correlations were allowed (mother: χ2/df = 1,92, RMSEA = 0,07, TLI = 0,79; father: χ2/df = 1,75, RMSEA = 0,07, TLI = 0,82). All factors showed sufficient factor reliabilities as well as good to very good internal consistencies. Factor loadings, discriminations and difficulties of the indicators could be regarded as good, with the exception of 2 items. These results indicate the factorial validity of the FEPS in patients with alcohol dependence.

Einleitung

Die Alkoholabhängigkeit zählt zu den Diagnosegruppen, für die hohe Raten an bindungsbezogenen Traumata wie sexueller Missbrauch, körperliche Misshandlung und schwere emotionale Vernachlässigung durch die Eltern berichtet werden [10–13]. Alkoholabhängige Patienten beschreiben das elterliche Erziehungsverhalten als zurückweisender, kontrollierender und weniger emotional zugewandt als nicht alkoholerkrankte Personen [9, 14–18]. Ein geringes Ausmaß an elterlicher Fürsorge gepaart mit einem hohen Ausmaß an Kontrolle geht mit einem höheren Risiko für die Entwicklung einer Alkoholabhängigkeit einher [8, 9]. Auch wenn bei alkoholabhängigen Patienten besonders häufig dysfunktionale elterliche Erziehungsstile berichtet werden, liegt bislang im deutschsprachigen Raum kein Fragebo-

Keywords ▶ parental bonding instrument ● ▶ parenting style ● ▶ alcoholism ● ▶ factorial validity ● ▶ factor analysis ●

eingereicht 23. Dezember 2011 akzeptiert 12. Juli 2012 Bibliografie DOI http://dx.doi.org/ 10.1055/s-0032-1321884 Online-Publikation: 27.2.2013 Psychother Psych Med 2013; 63: 264–271 © Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York ISSN 0937-2032 Korrespondenzadresse Dipl.-Psych. Annett Lotzin Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, -psychotherapie und -psychosomatik Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf Martinistraße 52 20246 Hamburg [email protected]





Aus der Perspektive der Bindungstheorie entwickeln Kinder auf der Grundlage früher Interaktionserfahrungen mit ihren Fürsorgepersonen Repräsentationen von sich und anderen, die als Arbeitsmodell für spätere Beziehungen dienen [1]. Erwachsene, die ihre Fürsorgepersonen als emotional wenig verfügbar, vernachlässigend oder missbrauchend beschreiben, weisen einen geringeren Selbstwert auf, erhalten weniger soziale Unterstützung und gehen Partnerschaften mit einer geringen Beziehungsqualität ein [2, 3]. Darüber hinaus spielt die Qualität der Beziehungsgestaltung zwischen Eltern und Kind eine wesentliche Rolle für die Entwicklung psychopathologischer Symptome [4–9].

Lotzin A et al. Dimensionen elterlicher Erziehungsstile bei … Psychother Psych Med 2013; 63: 264–271



Heruntergeladen von: Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Urheberrechtlich geschützt.

Dimensions of Parental Rearing Styles in Alcohol Dependent Patients: First Results of the Questionnaire on Parental Attitudes and Rearing Practices (FEPS)

Originalarbeit 265

Methodik



Stichprobe Die Datenerhebung wurde im Rahmen einer Studie zum Einfluss früher negativer Entwicklungsbedingungen auf die Entzugssymptomatik und Psychopathologie bei alkoholabhängigen Patienten durchgeführt. In die Studie wurden 186 alkoholabhängige Patienten konsekutiv eingeschlossen, die zwischen Juli 2006 und Juni 2009 in der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf zum stationären qualifizierten Alkoholentzug aufgenommen wurden und nach ausführlicher Aufklärung ihr schriftliches Einverständnis zur Teilnahme gaben. Einschlusskriterien waren die Primärdiagnose einer Alkoholabhängigkeit (ICD-10 F10.2) sowie ein Alter zwischen 18 und 65 Jahren. Für die Studie lag ein positives Votum der Ethikkommission der Ärztekammer Hamburg vor. Die Datenerhebung wurde in der dritten Woche des stationären Aufenthalts durchgeführt.

Messinstrumente Der FEPS ist als retrospektives Selbstbeurteilungsinstrument konzipiert und erfasst bei erwachsenen Personen das während ihrer Kindheit und Jugend erlebte Erziehungsverhalten der eigenen Eltern. Dazu werden die Personen gebeten, jeweils das Verhalten ihrer Mutter und ihres Vaters anhand von 58 Aussagen zu beurteilen. Jede Aussage zu den elterlichen Erziehungseinstellungen oder -praktiken wird auf einer 4-stufigen Skala („stimmt genau“, „stimmt in etwa“, „nein, kaum“, „nein, überhaupt nicht“) eingeschätzt. Die Items des FEPS bilden die 4 Skalen Fürsorge, Autonomie, Geringe Bestrafung und Geringe materielle Belohnung. Dabei entsprechen die Skalen Fürsorge und Autonomie der deutschen Übersetzung des PBI [20]. Die Skala Fürsorge umfasst mit 24 Items auf dem positiven Pol elterliche Verhaltensweisen, die mit emotionaler Zuwendung und Empathie einhergehen, wie z. B. ein liebevoller Umgang mit dem Kind, Körperkontakt und Verständnis für die Sorgen des Kindes. Der negative Pol beinhaltet dagegen zurückweisende Reaktionen und emotionale Kälte, zum Beispiel das Ignorieren der Bedürfnisse des Kindes. Die Skala Autonomie misst anhand von 14 Items auf dem positiven Pol Verhaltensweisen zur Förderung der Selbstständigkeit des Kindes, wie etwa das Kind eigene Entscheidungen treffen zu lassen. Eine Verhinderung autonomen Verhaltens oder Überbehütung entspricht dem negativen Pol, zum Beispiel Versuche, die Verhaltensweisen des Kindes zu kontrollieren. Beim FEPS wurde die ursprüngliche PBI-Skala Fürsorge um 2 weitere Items (1.27 „Er/Sie demütigte mich, 1.28 „Er/Sie ging auf meine Wünsche nach Körperkontakt ein“), die Skala Autonomie um ein weiteres Item (1.22 „Er/Sie quälte mich mit Worten“) ergänzt, die in einer Pilotstudie mehrfach freitextlich erwähnt wurden [19]. Die Skalen Geringe materielle Belohnung und Geringe Bestrafung wurden auf der Basis der lerntheoretischen Prinzipien von positiver Verstärkung und Bestrafung [28] konstruiert. Die Skala zum Bestrafungsverhalten der Eltern (Geringe Bestrafung) beinhaltet 14 Items, die aktive Straferfahrungen im Sinne der Zufügung eines unangenehmen Reizes (z. B. Schlagen, Schimpfen) oder die Entfernung eines angenehmen Reizes (z. B. Fernsehverbot, Taschengeldentzug) beschreiben. Hohe Werte entsprechen dabei einer geringen Bestrafung als Erziehungsstil. Die 6 Items umfassende Skala Geringe materielle Belohnung beinhaltet eher materiell belohnende Handlungsweisen im Sinne einer positiven Verstärkung, wie etwa Geschenke, länger Fernsehen oder aufbleiben dürfen und gemeinsame Unternehmungen. Dabei entsprechen hohe Skalenwerte dem Fehlen materieller Belohnung. Die Schwere bestehender Probleme durch die Alkoholabhängigkeit wurde anhand des European Addiction Severity Index (EuropASI, [29]) für 9 Problembereiche (Körperlicher Zustand, Ökonomische Situation, Zufriedenheit mit der Arbeitssituation, Alkoholgebrauch, Drogengebrauch, Rechtliche Probleme, Familie, Soziale Beziehungen, Psychischer Zustand) eingeschätzt, bei denen Werte zwischen 0 (kein Problem) und 9 (schwerwiegendes Problem) möglich sind. Für die deutschsprachige Version des EuropASI [30] finden sich befriedigende bis sehr gute InterraterReliabilitäten [31, 32].

Datenanalyse Alle Patienten, bei denen mindestens ein ausgefüllter Fragebogen zum Erziehungsverhalten der Eltern vorlag, wurden in die Auswertung eingeschlossen (N = 186). Zur Prüfung der faktoriellen Validität der FEPS Skalen wurden getrennt für die Einschätzungen des mütterlichen und väterlichen Erziehungsstils konfir-

Lotzin A et al. Dimensionen elterlicher Erziehungsstile bei … Psychother Psych Med 2013; 63: 264–271

Heruntergeladen von: Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Urheberrechtlich geschützt.

gen zur Erfassung des Erziehungsverhaltens vor, der an einer Stichprobe alkoholabhängiger Patienten validiert worden ist. Der Fragebogen zu Erziehungseinstellungen und Erziehungspraktiken (FEPS, [19]) erfasst retrospektiv bei Erwachsenen das Erziehungsverhalten beider Elternteile während der eigenen Kindheit. Grundlage für die Konstruktion des FEPS bildete das umfangreich validierte Parental Bonding Instrument (PBI, [20]), welches das Ausmaß elterlicher Fürsorge und Kontrolle gegenüber dem Kind auf 2 Skalen (Fürsorge, Kontrolle) erfasst. Der FEPS erweitert das PBI um 2 zusätzliche Aspekte elterlicher Erziehungspraktiken, dem Belohnungs- und Bestrafungsverhalten (Geringe Bestrafung, Geringe materielle Belohnung). Bislang liegen zur Testgüte des FEPS erst 2 Untersuchungen anhand einer Stichprobe junger Erwachsener [19] und Personen mit Störungen der Geschlechtsentwicklung [21] vor, die zufriedenstellende bis gute psychometrische Eigenschaften ergaben. Psychometrische Befunde zu anderen psychiatrischen Diagnosegruppen liegen bislang nicht vor. Bisherige Prüfungen der Testgüte der PBISkalen Fürsorge und Kontrolle deuten zudem auf abweichende Faktorenlösungen in verschiedenen psychiatrischen Diagnosegruppen hin [22–24]. Bei alkoholabhängigen Patienten könnten daher spezifische Kombinationen früher Erziehungsbedingungen relevant sein, die bei anderen klinischen Gruppen weniger bedeutsam sind. Mit dem Fragebogen zur elterlichen Bindung (FEB, [25]), dem Fragebogen zum erinnerten Erziehungsverhalten (FEE, [26]) und dem Fragebogen dysfunktionaler elterlicher Beziehungsstile (FDEB, [27]) liegen im deutschsprachigen Raum Erhebungsinstrumente zur retrospektiven Erfassung elterlicher Erziehungsstile vor, die jedoch keine Dimension des verbalen und nonverbalen Belohnungsverhaltens aufweisen. Eine valide und reliable Erfassung des Belohnungs- und Bestrafungsverhaltens sowie des Umgangs mit Autonomie und Kontrolle könnte eine differenzierte Erforschung der elterlichen Erziehungsstile in der Population von Personen mit Suchterkrankungen ermöglichen. Ziel dieser Studie war daher die Prüfung der faktoriellen Validität des FEPS anhand einer Stichprobe alkoholabhängiger Patienten. Dabei wurde untersucht, ob sich die Faktorenstruktur des FEPS mit den 4 Subskalen Fürsorge, Kontrolle, Geringe Bestrafung und Geringe materielle Belohnung mittels konfirmatorischer Faktorenanalyse bestätigen lässt. Ergänzend wurde eine Reliabilitätsanalyse durchgeführt.

Tab. 1 Demografische und klinische Stichprobencharakteristika (N = 186).

Höchster Bildungsabschluss keinen Hauptschule Mittlere Reife/Realschulabschluss Abitur/Fachabitur Hochschulabschluss Erwerbssituation berufstätig arbeitslos Schüler/Student/Azubi Rentner/Frührentner Feste Partnerschafta ja nein Kinder ja nein Erkrankungsmerkmale Dauer der Alkoholabhängigkeit in Jahren Alter bei Beginn der Abhängigkeit Anzahl vorheriger Entgiftungen Composite Scores EuropASIb körperlicher Zustand ökonomische Situation Zufriedenheit mit Arbeitssituation Alkoholgebrauch Drogengebrauch rechtliche Probleme Familie soziale Beziehungen psychischer Zustand

n

%

6 53 51 52 24

3,2 28,5 27,4 28,0 12,9

81 95 1 9

43,5 51,1 0,5 4,8

80 104

43,5 56,5

87 99 M

46,8 53,2 SD

12,70 28,51 2,23

10,09 10,80 3,66

0,31 0,63 0,28 0,52 0,02 0,05 0,17 0,11 0,28

0,33 0,39 0,33 0,14 0,05 0,12 0,21 0,17 0,22

M = Mittelwert. SD = Standardabweichung. a n = 184. b 0 = kein Problem bis 1 = schwerwiegendes Problem

matorische Faktorenanalysen mittels Maximum Likelihood Schätzungen [33] durchgeführt. Die 4 FEPS Skalen wurden gemäß der Originalskalen [19] als latente interkorrelierte Faktoren, die einzelnen Items als Indikatoren modelliert. Die Metrisierung erfolgte über die Fixierung der Varianz der latenten Konstrukte. Es wurden 3 Modelle spezifiziert, die sich in Hinblick auf die Zulassung von Korrelationen zwischen den Residuen unterschieden. In Modell A wurden keine Residualkorrelationen zwischen Fehlertermen zugelassen. In Modell B wurden Residualkorrelationen zwischen Indikatoren innerhalb eines Faktors zugelassen, wenn diese die folgenden Kriterien erfüllten (s. [34, 35]): 1. inhaltliche Plausibilität (theoretisch erklärbar); 2. praktische Relevanz (Korrelation > 0,3); 3. lokale statistische Signifikanz (statistische Signifikanz der Residualkovarianz); 4. globale statistische Signifikanz (der Modifikationsindex indiziert eine statistisch signifikante Verbesserung des Model-Fits). In Modell C wurden zusätzlich faktorenübergreifende Residualkorrelationen zugelassen, sofern sie die o. g. Kriterien erfüllten. Die konfirmatorischen Analysen wurden mit AMOS [36], weitere Berechnungen mit SPSS [37] und Microsoft Excel [38] durchgeführt. Fehlende Werte (Mutterdaten: 5,4 %; Vaterdaten: 6,2 %) wurden durch den Expectation-Maximation-Algorithmus ersetzt. Zur Beurteilung der Anpassungsgüte der spezifizierten Modelle wurde entsprechend der Publikationsstandards für Strukturgleichungsmodelle [39] globale und lokale Anpassungsmaße

berechnet. Zur globalen Bewertung der Modelle wurden der χ2 Test, der Normierte χ2 Test, der Root Mean Square Error of Approximation (RMSEA) und das Standardized Root Mean Residual (SRMR) berechnet. Als Maße der inkrementellen Modellpassung wurden der Comparative Fit Index (CFI) und der Tucker-Lewis Index (TLI) herangezogen. Die Beurteilung der Gütemaße folgte üblichen Bewertungsstandards [34, 35, 40, 41]. Die 3 geprüften Modelle wurden statistisch mit dem χ2-Differenztest miteinander verglichen. Zur Prüfung der Reliabilität der Messung der latenten Konstrukte durch ihre Indikatoren wurden lokale Anpassungsmaße eingesetzt. Hierzu wurden auf Indikatorebene die Faktorladung, ihre statistische Signifikanz (Critical Ratio) und die Indikatorreliabilität berechnet. Auf Faktorebene wurden die Faktorreliabilität [42] sowie die durchschnittlich erfasste Varianz [43] bestimmt. Als Maß der diskriminanten Validität wurde die Fornell-Larcker-Ratio [44] berechnet. Als klassische Testgütekriterien wurden im Rahmen einer Reliabilitätsanalyse Trennschärfe und Schwierigkeit der Items sowie die interne Konsistenz (Cronbach’s α) der Skalen bestimmt. Als Maß der Schwierigkeit wurde der Schwierigkeitsindex für mehrstufige Antworten ohne Zufallskorrektur berechnet ([45], S. 34). Trennschärfen zwischen rit = 0,30 und rit = 0,50 wurden als mittelmäßig, Werte von rit > 0,50 als hoch bewertet ([46], S. 219).

Ergebnisse



Stichprobe Der Erhebungszeitpunkt fand im Mittel 15,60 Tage (SD = 1,81) nach dem Entzug statt. Demografische und klinische Charakte▶ Tab. 1 zu entnehmen. Das ristika der Patientenstichprobe sind ● mittlere Alter der Patienten lag bei 42,22 Jahren (SD = 9,08, Range 19–64). 71 % der Patienten waren männlich (n = 132), 29 % weiblich (n = 54). Die Patienten wiesen im Mittel eine mehr als 10 Jahre bestehende Alkoholabhängigkeit auf und hatten bereits zuvor mehrere Entgiftungen vorgenommen. Die Dauer der Abstinenz der Patienten zeigte keinen signifikanten Einfluss auf die Einschätzung des mütterlichen oder väterlichen Erziehungsverhaltens (Korrelation der FEPS Skalen mit der Dauer des Entzugs r = -0,02 bis 0,12, p = 0,101 bis 0,980).

Globale Anpassungsgüte Maße der globalen Anpassungsgüte der getesteten Modelle sind ▶ Tab. 2 beschrieben. Zunächst wurde ein Messmodell gein ● prüft, bei dem keine Residualkorrelationen zwischen Fehlertermen zugelassen wurden (Modell A). Die χ2-Statistik verwies auf einen statistisch signifikanten Unterschied zwischen der spezifizierten und beobachteten Varianz-Kovarianz-Matrix, was eine relevante Diskrepanz zwischen dem theoretischen Modell und den beobachteten Daten impliziert. Dieses Ergebnis war aufgrund der hohen Komplexität unseres Modells zu erwarten, da der χ2 Test bei einer hohen Anzahl von Indikatoren als übersensitiv gilt ([35], S. 640). Der normierte χ2 Wert (χ2/df) ergab hingegen einen akzeptablen Fit unseres Modells. Die weiteren ▶ Tab. 2 dargestellten globalen Anpassungsmaße weisen dain ● rauf hin, dass die empirisch gefundenen Zusammenhänge der beobachteten Daten durch das Modell weitgehend nicht adäquat beschrieben werden können. Alle weiteren Anpassungsindizes mit Ausnahme des SRMR bei den Vaterdaten lagen außerhalb der empfohlenen Normen. In Modell B wurde geprüft, ob durch das Hinzufügen von Residualkorrelationen innerhalb von Faktoren eine bessere Passung

Lotzin A et al. Dimensionen elterlicher Erziehungsstile bei … Psychother Psych Med 2013; 63: 264–271

Heruntergeladen von: Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Urheberrechtlich geschützt.

266 Originalarbeit

Originalarbeit 267

Tab. 2 Globale Anpassungsgüte der getesteten Modelle. χ2 Richtwert für akzeptable Modelle Richtwert für gute Modelle Mutter (n = 184) Modell A Modell B Modell C Vater (n = 174) Modell A Modell B Modell C

df

p n. s.b n. s.

χ2/df

RMSEA

TLI a

CFI a

< 3,00 < 2,00

< 0,08 < 0,06

< 0,10 < 0,05

≥ 0,90 ≥ 0,95

≥ 0,90 ≥ 0,95

SRMR

3 966,41 3 231,73 3 012,71

1 589 1 571 1 568

< 0,001 < 0,001 < 0,001

2,50 2,06 1,92

0,09 0,08 0,07

0,11 0,10 0,11

0,67 0,76 0,79

0,68 0,78 0,80

3 628,50 2 940,26 2 750,93

1 589 1 577 1 574

< 0,001 < 0,001 < 0,001

2,28 1,86 1,75

0,09 0,07 0,07

0,09 0,08 0,10

0,69 0,79 0,82

0,71 0,80 0,83

Modell A: Keine Zulassung von Residualkorrelationen. Modell B: Zulassung von Residualkorrelationen innerhalb von Faktoren. Modell C: Zulassung von Residualkorrelationen innerhalb und zwischen Faktoren. χ/df: Normierter χ-Test. RMSEA: Root Mean Square Error of Approximation. SRMR: Standardized Root Mean Residual. TLI: Tucker-Lewis Index. CFI: Comparative Fit Index. n. s.: nicht signifikant Bei komplexen Modellen kann ≥ 0,80 als akzeptabel gelten (Hair, 2010). b Komplexe Modelle können trotz eines signifikanten Testergebnisses als akzeptabel gelten (Hair, 2010)

erreicht werden kann. Dabei wurden bei den Mutterdaten 17 (3,6 %) der 473 möglichen Residualkorrelationen frei geschätzt. Bei den Vaterdaten wurde Modell B um 12 Residualkorrelationen (2,5 % der 473 möglichen Korrelationen) ergänzt. In Modell C wurden bei den Mutter- und Vaterdaten zusätzlich jeweils 3 faktorenübergreifende Residualkorrelationen (Fürsorge vs. Geringe Bestrafung: Item 3.3 und 3.2; Fürsorge vs. Geringe materielle Belohnung: Item 2.12 und 2.11; Fürsorge vs. Autonomie: Item 1.27 und 1.22) geschätzt. Dies entsprach einem Anteil von 0,3 % der möglichen faktorenübergreifenden Residualkorrelationen. Bei Zulassung von Residualkorrelationen (Modell B und C) indizierten der Normierte χ2-Test, der RMSEA und das SRMR ausreichende Anpassungsgüte der beobachteten Daten an unsere Modelle. Der TLI und der CFI lagen etwas unterhalb der Grenzwerte, die jedoch im Hinblick auf die Komplexität des Modells als hinreichend eingestuft werden können [35]. Beide Modifikationen des Modells A führten zu einer signifikanten Verbesserung der Modellpassung (Modell B vs. A: χ2-Diff18 = 734,7, p < 0,001; Modell C vs. A: χ2-Diff21 = 953,7, p < 0,001). Für die modifizierten Modelle B und C ergaben sich somit für die globale Passung deutliche Verbesserungen, sodass für diese Modelle von einer ausreichenden Modellpassung ausgegangen werden kann. Dabei fiel die Anpassungsgüte für die empirischen Daten der Väter im Vergleich zu den Daten der Mütter höher aus.

Lokale Anpasssungsgüte Im Folgenden werden zur besseren Übersichtlichkeit ausschließlich die Kennwerte von Modell A berichtet, da das Hinzufügen von Residualkorrelationen die Schätzung der lokalen Anpassungsmaße nur geringfügig beeinflusst. Der Median des Absolutwerts der Faktorladungen lag bei den Mutter- und Vaterdaten bei Md = 0,67 (Mutter: Min = 0,03, Max = 0,95; Vater: Min = 0,05, Max = 0,90). Die Faktorladungen lagen bei 8 der 58 Items (13,8 %) ▶ Tab. 3). Bei den Vaterdaten der Mutterdaten unter 0,40 (s. ● wiesen 4 Indikatoren (6,9 %) Ladungen unter 0,40 auf. Als problematisch kann Item 1.24 eingeschätzt werden, da es erhebliche Fehlervarianz aufwies. Bei Item 2.11 konnte ebenfalls nur ein geringer Varianzanteil durch den zugehörigen Faktor aufgeklärt werden. Die Faktorladungen der Indikatoren waren mit Ausnahme von Item 1.24 bei den Mutter- und Vaterdaten signifikant (C.R. ≥ 1,96). Die Interfaktorkorrelationen lagen bei den Mutterdaten zwischen r = − 0,16 und 0,66, bei den Vaterdaten zwischen r = − 0,42 und 0,69. Die niedrigsten Absolutwerte der Interkorrelationen zeigten die Konstrukte Geringe Bestrafung und Geringe materielle Belohnung. Autonomie korrelierte hoch mit den Fakto-

ren Fürsorge und Geringe Bestrafung. Die Faktorreliabilität lag ▶ Tab. 4). Die durchschnittlich bei allen Faktoren über 0,60 (s. ● erfasste Varianz (DEV) der zu dem Faktor gehörenden Items lag bei den Mutter- und Vaterdaten bei den Faktoren Autonomie, Geringe Bestrafung und Geringe materielle Belohnung unter 0,50. Das Fornell-Larcker Kriterium erfüllten bei den Mutter- und Vaterdaten die Faktoren Fürsorge und Geringe materielle Belohnung. Der Faktor Geringe Bestrafung erfüllte nur bei den Vaterdaten das Kriterium. Als Hinweis auf eine geringere diskriminante Validität erreichte der Faktor Autonomie bei beiden Elternteilen nicht das Kriterium.

Reliabilitätsanalyse Die mittleren Schwierigkeiten, Trennschärfen und internen Kon▶ Tab. 5. Alle Schwiesistenzen der FEPS Skalen finden sich in ● rigkeitsindizes der einzelnen Items lagen in einem günstigen Bereich zwischen P = 0,15 und P = 0,85. Die höchste Schwierigkeit wies Item 3.14 „Gab Kind nichts zu essen“ auf (Mutter: P = 4,7; Vater: P = 7,7). Am leichtesten zugestimmt wurde bei den Fragen zur Mutter Item 2.2 „Er/Sie freute sich mit mir“ (Mutter: P = 75,4; Vater: P = 63,8); bei den Vaterdaten war dies hingegen Item 3.1 „Er/Sie schimpfte mit mir“ (Vater: P = 74,0; Mutter: P = 74,8). Bei den Mutterdaten wiesen 7 Items eine Trennschärfe unter 0,40 auf (Item 2.5, 2.8, 3.9, 1.8, 1.13, 1.24, 2.11), bei den Vaterdaten waren dies 4 Items (2.5, 1.8, 1.24, 2.11). Die geringste Trennschärfen zeigten Item 1.24 des Faktors Autonomie (Mutter: rit = 0,12; Vater: rit = 0,29) und Item 2.11 des Faktors Geringe materielle Belohnung (Mutter: rit = 0,26; Vater: rit = 0,28). Die Trennschärfe der übrigen Items lag mit rit > 0,40 im mittleren bis hohen Bereich. Die interne Konsistenz der Skalen war als gut bis sehr gut zu bewerten. Für die Skala Fürsorge ergab sich dabei die höchste interne Konsistenz.

Diskussion



In der vorliegenden Arbeit wurde die Prüfung der faktoriellen Validität des Fragebogens zu Erziehungseinstellungen und Erziehungspraktiken (FEPS) in einer Stichprobe alkoholabhängiger Patienten vorgestellt. Dazu wurden konfirmatorische Faktorenanalysen sowie Item- und Skalenanalysen durchgeführt. Die konfirmatorische Überprüfung der von den Testentwicklern vorgeschlagenen FEPS Skalen [19] ohne Zulassung von Residualkorrelationen (Modell A) ergab entsprechend der globalen Anpassungsmaße keinen akzeptablen Fit. Die Modifikationsindizes

Lotzin A et al. Dimensionen elterlicher Erziehungsstile bei … Psychother Psych Med 2013; 63: 264–271

Heruntergeladen von: Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Urheberrechtlich geschützt.

a

268 Originalarbeit

Tab. 3 Faktorladung und Polung der Indikatoren von Modell A.

Fürsorge 1.1 Er/Sie sprach mit einer warmen, freundlichen Stimme mit mir 1.2 Er/Sie half mir nicht so viel, wie ich es brauchte 1.4 Er/Sie war mir gegenüber emotional kalt 1.5 Er/Sie verstand meine Probleme und Sorgen 1.6 Er/Sie ging liebevoll mit mir um 1.11 Er/Sie besprach gerne Dinge mit mir 1.12 Er/Sie lächelte mich häufig an 1.14 Er/Sie verstand nicht, was ich brauchte oder wollte 1.16 Er/Sie gab mir das Gefühl, nicht erwünscht zu sein 1.17 Er/Sie konnte dafür sorgen, dass ich mich besser fühlte, wenn es mir schlecht ging 1.18 Er/Sie redete nicht sehr viel mit mir 1.25 Er/Sie lobte mich nicht 1.27 Er/Sie demütigte mich 1.28 Er/Sie ging auf meine Wünsche nach Körperkontakt ein 2.1 Er/Sie lobte mich mit Worten 2.2 Er/Sie freute sich mit mir 2.5 Er/Sie hielt es für selbstverständlich 2.6 Er/Sie nahm mich in den Arm 2.7 Er/Sie küsste mich 2.8 Er/Sie hat sich nicht darüber gefreut 2.12 Er/Sie drückte seinen/ihren Stolz auf mich aus 2.13 Er/Sie ignorierte es 3.3 Er/Sie guckte mich nicht mehr an 3.9 Ihn/Sie ließ es kalt Autonomie 1.3 Er/Sie ließ mich Dinge machen, die ich mochte 1.7 Er/Sie ließ mich meine Entscheidungen gerne alleine treffen 1.8 Er/Sie wollte nicht, dass ich erwachsener wurde 1.9 Er/Sie versuchte alles, was ich tat, zu kontrollieren 1.10 Er/Sie drang in meine Intimsphäre ein 1.13 Er/Sie behandelte mich wie ein Baby 1.15 Er/Sie ließ mich Dinge selbst entscheiden 1.19 Er/Sie versuchte, mich abhängig von sich zu machen 1.20 Er/Sie hatte das Gefühl, ich könne nur auf mich aufpassen, wenn er/sie da war 1.21 Er/Sie gab mir so viele Freiheiten, wie ich wollte 1.22 Er/Sie quälte mich mit Worten 1.23 Er/Sie ließ mich so oft rausgehen, wie ich wollte 1.24 Er/Sie war mir gegenüber überfürsorglich 1.26 Er/Sie ließ mich anziehen, was ich wollte Geringe Bestrafung 3.1 Er/Sie schimpfte mit mir 3.2 Er/Sie sprach nicht mehr mit mir 3.4 Er/Sie entzog mir das Taschengeld 3.5 Er/Sie schloss mich in mein Zimmer ein 3.6 Er/Sie gab mir Hausarrest 3.7 Er/Sie verbot mir, fernzusehen 3.8 Er/Sie machte bereits versprochene Dinge rückgängig (z. B. Ausflug, Geschenk) 3.10 Er/Sie gab mir eine Ohrfeige 3.11 Er/Sie schlug mich 3.12 Er/Sie erzählte in meinem Beisein anderen davon 3.13 Er/Sie verprügelte mich 3.14 Er/Sie gab mir nichts zu essen 3.15 Er/Sie schickte mich ohne Abendbrot ins Bett 3.16 Er/Sie schrie mich an Geringe materielle Belohnung 2.3 Er/Sie schenkte mir Geld, Spielzeug o. ä. 2.4 Er/Sie erfüllte mir einen besonderen Wunsch 2.9 Er/Sie ließ mich länger aufbleiben 2.10 Er/Sie ließ mich länger fernsehen 2.11 Er/Sie erzählte in meinem Beisein anderen davon 2.14 Er/Sie unternahm etwas gemeinsam mit mir

Lotzin A et al. Dimensionen elterlicher Erziehungsstile bei … Psychother Psych Med 2013; 63: 264–271

Faktorladung Mutter

Vater

+ − − + + + + − − + − − − + + + − + + − + − − −

0,77 0,65 0,83 0,78 0,86 0,69 0,86 0,66 0,71 0,87 0,74 0,65 0,81 0,78 0,79 0,86 0,37 0,77 0,70 0,39 0,67 0,72 0,55 0,35

0,82 0,44 0,80 0,82 0,84 0,72 0,84 0,75 0,80 0,81 0,72 0,68 0,69 0,76 0,78 0,85 0,35 0,74 0,55 0,45 0,64 0,78 0,57 0,41

+ + − − − − + − − + − + − +

0,67 0,70 0,38 0,71 0,66 0,36 0,76 0,51 0,48 0,73 0,67 0,68 0,03 0,57

0,76 0,78 0,36 0,64 0,53 0,41 0,79 0,46 0,50 0,78 0,65 0,70 0,05 0,51

− − − − − − − − − − − − − −

0,50 0,53 0,62 0,53 0,60 0,58 0,59 0,76 0,77 0,62 0,69 0,56 0,63 0,72

0,50 0,56 0,60 0,66 0,63 0,60 0,59 0,86 0,88 0,54 0,83 0,49 0,61 0,70

− − − − − −

0,46 0,50 0,95 0,91 0,22 0,36

0,75 0,90 0,54 0,52 0,32 0,71

Heruntergeladen von: Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Urheberrechtlich geschützt.

Polung

Originalarbeit 269

Goodness-of-fit-Index

Faktorreliabilität

Richtwerte Mutter (n = 184) Fürsorge Autonomie Geringe Bestrafung Geringe materielle Belohnung Vater (n = 174) Fürsorge Autonomie Geringe Bestrafung Geringe materielle Belohnung

FR > 0,6

DEV

a

Fornell-Larcker Kriterium

DEV > 0,5

a

< 1,0

b

0,96 0,87 0,90 0,76

0,52 0,35 0,40 0,39

0,77 1,23 1,07 0,44

0,96 0,88 0,92 0,80

0,50 0,38 0,46 0,43

0,95 1,24 0,93 0,97

Tab. 4 Lokale Anpassungsgüte von Modell A.

Skala Mutter (n = 184) Fürsorge Autonomie Geringe Bestrafung Geringe materielle Belohnung Vater (n = 174) Fürsorge Autonomie Geringe Bestrafung Geringe materielle Belohnung

Item

Schwierigkeit

Trennschärfe

Cronbach’s α

n

M

Min

Max

M

Min

Max

24 14 14 6

46,2 43,5 29,5 51,6

18,3 19,2 4,7 46,7

75,4 69,4 74,8 56,5

0,69 0,54 0,59 0,53

0,35 0,12 0,48 0,26

0,84 0,70 0,69 0,66

0,96 0,87 0,90 0,78

24 14 14 6

42,9 37,4 30,3 44,9

22,2 11,0 7,7 42,4

63,8 71,1 74,0 48,6

0,68 0,54 0,63 0,56

0,34 0,03 0,49 0,28

0,82 0,72 0,77 0,70

0,96 0,88 0,92 0,80

Tab. 5 Reliabilitätsanalyse des FEPS.

M = Mittelwert. Min = Minimum. Max = Maximum

legten nahe, dass einige Residualterme der Indikatoren korreliert modelliert werden sollten. Zur Optimierung der Testgüte des FEPS könnte demnach in Betracht gezogen werden, jeweils ein Item dieser Itempaare mit hohen Residualkorrelationen auszuschließen. Da jedoch weniger als 4 % der Interkorrelationen der Residuen substanziell waren, erscheint eine Beibehaltung dieser Items ebenfalls vertretbar. Die geringfügige Modifizierung des Ausgangsmodells durch Zulassung von Residualkorrelationen (Modell B und C) ergab einen akzeptablen globalen Fit zwischen den spezifizierten Modellen und den empirischen Daten. Die faktorielle Validität der Skalen kann somit als befriedigend eingestuft werden. Für die Vaterdaten wurde dabei eine bessere Passung erreicht, sodass die FEPS Items und die ihnen zugeordneten Konstrukte das väterliche Erziehungsverhalten alkoholabhängiger Patienten im Vergleich zum mütterlichen Erziehungsverhalten adäquater abzubilden scheinen. Die Analyse der lokalen Gütekriterien unsere Modelle ergab, dass die Varianz des Items 1.24 („Er/Sie war mir gegenüber überfürsorglich“) weder bei den Mutter- noch Vaterdaten ausreichend durch den Faktor Autonomie erklärt werden konnte. Item 2.11 („Er/Sie erzählte in meinem Beisein anderen davon“) lud ebenfalls nicht substanziell auf den Faktor Geringe materielle Belohnung. Demnach scheinen diese Items inhaltlich weniger mit der zugeordneten Skala übereinzustimmen. Item 1.24 wies zudem eine geringe Trennschärfe auf, sodass es sinnvoll erscheint, die Formulierung zu adaptieren, um einen größeren Informationsgewinn des Items zu erzielen. So mag die deutsche Übersetzung des Begriffs „überfürsorglich“ (englisch: „overprotective“) zum einen in der Bedeutung von „sehr fürsorglich“, zum anderen im Sinne von „einengend“ interpretiert werden. Alle weiteren 56 Items zeigten hinreichende Testgüte und wiesen Trenn-

schärfen und Schwierigkeiten auf, die als gut zu bewerten sind. Die gefundenen internen Konsistenzen der Skalen können ebenfalls als gut bis sehr gut eingeschätzt werden. Die Faktorreliabilität der Konstrukte erwies sich für alle geprüften Modelle als gut. Der durchschnittlich in den Indikatoren aufgeklärte Varianzanteil als Maß der diskriminanten Validität lag für die Faktoren Autonomie, Geringe Bestrafung und Geringe materielle Belohnung jedoch unterhalb der empfohlenen 50 %. Das Fornell-Larcker Kriterium indizierte insbesondere für den Faktor Autonomie, dass dieser nicht vollständig von den anderen Konstrukten abgrenzbar ist. Entsprechend zeigten sich höhere Skaleninterkorrelationen, insbesondere mit den Skalen Fürsorge und Geringe Bestrafung. Trotz der nicht vollständigen statistischen Diskriminanz der Faktoren können die Konstrukte jedoch als augenscheinvalide eingestuft werden. Auf Itemebene ergaben sich vergleichsweise hohe Korrelationen einzelner Items von r > 0,80, die darauf hinweisen, dass diese Items den weitgehend gleichen Aspekt des Konstrukts beschreiben. Hohe Kollinearitäten von r > 0,85 traten jedoch nur bei einem Itempaar auf. Die Items der Skala Geringe materielle Belohnung korrelierten zudem negativ mit den Items der übrigen Skalen. Dabei wurden die FEPS Skalen so gepolt, dass hohe Werte einem günstigen Erziehungsstil entsprechen sollten [19]. Unsere Ergebnisse weisen darauf hin, dass ein hohes Ausmaß an geringer materieller Belohnung als ungünstiges Erziehungsverhalten zu werten ist, sodass eine Umpolung der Skala sinnvoll erscheint. Zusammenfassend konnten nach diesen Ergebnissen die von Richter-Appelt et al. [19] vorgeschlagenen FEPS Skalen in der vorliegenden Stichprobe alkoholabhängiger Patienten weitgehend repliziert werden. Damit bildeten sich auch bei alkoholabhängigen Patienten Fürsorge, Autonomie, Geringe Bestrafung und Geringe materielle Belohnung als Dimensionen des elterlichen

Lotzin A et al. Dimensionen elterlicher Erziehungsstile bei … Psychother Psych Med 2013; 63: 264–271

Heruntergeladen von: Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Urheberrechtlich geschützt.

DEV: Durchschnittlich erfasste Varianz. a Bagozzi & Yi, 1988. b Fornell & Larcker, 1981

270 Originalarbeit

Fazit für die Praxis Die Qualität der elterlichen Erziehung als ein Risikofaktor für die Entwicklung psychischer Erkrankungen im Kindes- und Erwachsenenalter macht eine reliable und valide Erfassung erforderlich. Mit dem Fragebogen zu Erziehungseinstellungen und Erziehungspraktiken (FEPS) kann bei Patienten mit Alkoholabhängigkeit das in ihrer Kindheit und Jugend erlebte Erziehungsverhalten der eigenen Eltern ausreichend valide und reliabel auf 4 Skalen erfasst werden. Neben Fürsorge und Autonomie erwiesen sich Geringe Bestrafung und Geringe materielle Belohnung als weitere bedeutende Dimensionen des elterlichen Erziehungsverhaltens, welche im klinischen Alltag relevant für den Therapieprozess sein könnten.

Interessenkonflikt: Die Autoren geben an, dass kein Interessenkonflikt besteht. Institute Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, -psychotherapie und -psychosomatik, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf 2 Institut und Poliklinik für Medizinische Psychologie, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf 3 Institut für Sexualforschung und Forensische Psychiatrie, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf 4 Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf 1

Literatur 1 Bowlby J. A secure base. Parent-child attachment and healthy human development. New York: Basic Books; 1988 2 Flaherty JA, Richman JA. Effects of childhood relationships on the adult’s capacity to form social supports. Am J Psychiatry 1986; 143: 851–855 3 Kunzke D, Strauß B, Burtscheidt W. Die Bedeutung traumatischer Erfahrungen und Bindungsstörungen für Entstehung und Psychotherapie des Alkoholismus: Eine Literaturübersicht. Z Klin Psychol Psychiatr Psychother 2002; 50: 173–194 4 Gerlsma C, Emmelkamp PMG, Arrindell WA. Anxiety, depression, and perception of early parenting: A meta-analysis. Clin Psychol Rev 1990; 10: 251–277 5 DiBartolo P, Helt M. Theoretical models of affectionate versus affectionless control in anxious families: A critical examination based on observations of parent–child interactions. Clin Child Fam Psychol Rev 2007; 10: 253–274 6 Blatt SJ, Homann E. Parent-child interaction in the etiology of dependent and self-critical depression. Clin Psychol Rev 1992; 12: 47–91 7 Parker G. Parental ‘affectionless control’ as an antecedent to adult depression. A risk factor delineated. Arch Gen Psychiatry 1983; 40: 956–960 8 Hawkins JD, Catalano RF, Miller JY. Risk and protective factors for alcohol and other drug problems in adolescence and early adulthood: Implications for substance abuse prevention. Psychol Bull 1992; 112: 64–105 9 Bernardi E, Jones M, Tennant C. Quality of parenting in alcoholics and narcotic addicts. Br J Psychiatry 1989; 154: 677–682 10 MacMillan HL, Fleming JE, Streiner DL et al. Childhood abuse and lifetime psychopathology in a community sample. Am J Psychiatry 2001; 158: 1878–1883 11 Wilsnack SC, Vogeltanz ND, Klassen AD et al. Childhood sexual abuse and women’s substance abuse: National survey findings. J Stud Alcohol 1997; 58: 264–271 12 Duncan RD, Saunders BE, Kilpatrick DG et al. Childhood physical assault as a risk factor for PTSD, depression, and substance abuse: findings from a national survey. Am J Orthopsychiatry 1996; 66: 437–448 13 Silverman AB, Reinherz HZ, Giaconia RM. The long-term sequelae of child and adolescent abuse: a longitudinal community study. Child Abuse Negl 1996; 20: 709–723 14 DeJong CAJ, van der Staak CPF, van den Brink W. Memories of parental rearing and personality pathology in male alcoholics. Eur Addict Res 1995; 1: 199–205

Lotzin A et al. Dimensionen elterlicher Erziehungsstile bei … Psychother Psych Med 2013; 63: 264–271

Heruntergeladen von: Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Urheberrechtlich geschützt.

Erziehungsverhaltens ab, wie sie bislang bei jungen Erwachsenen [19] und Personen mit Störungen der Geschlechtsentwicklung [21] gefunden wurden. In der klinischen Praxis könnte die Erfassung von Bestrafungs- und Belohnungsverhalten neben den häufig eingesetzten Skalen Fürsorge und Autonomie des PBI zur genaueren Differenzierung des elterlichen Erziehungsverhaltens beitragen. Bei alkoholabhängigen Patienten könnte dabei insbesondere die Erfassung von Bestrafungsverhalten von Bedeutung sein, da Patienten mit Alkoholabhängigkeit im Vergleich zu nicht klinischen Stichproben deutlich häufiger von physischen und sexuellen Übergriffen in der Familie berichten [47, 48]. Dies könnte die Identifikation von Subgruppen alkoholabhängiger Patienten mit ungünstigen Erziehungsstilen in der Herkunftsfamilie ermöglichen, die von spezifischen Therapieangeboten besonders profitieren könnten. In der klinischen Arbeit könnten zudem Informationen über die aktuelle Repräsentation elterlicher Erziehungsstile wichtige Hinweise darauf geben, welche Erwartungen alkoholabhängige Patienten an die Qualität von Bindungsbeziehungen einschließlich der psychotherapeutischen Beziehung haben. Limitationen dieser Studie liegen in der Selektivität unserer Stichprobe alkoholabhängiger Patienten einer psychiatrischen Universitätsklinik, die möglicherweise nicht repräsentativ für alkoholabhängige Patienten in der Bevölkerung sind. Daneben könnte die Repräsentativität unserer Population durch den Ausschluss alkoholabhängiger Patienten mit Gedächtnisstörungen oder psychotischen Symptomen eingeschränkt sein. Ein genereller Nachteil der retrospektiven Erhebung autobiografischer Daten liegt in der möglichen Beeinträchtigung durch Erinnerungslücken oder -fehler. Zudem zeigen alkoholabhängige Patienten [49, 50] ähnlich wie depressive Patienten [51, 52] geringere Gedächtnisleistungen im Abruf spezifischer autobiografischer Fakten. Bisherige Untersuchungen zum PBI an klinischen Diagnosegruppen weisen jedoch darauf hin, dass globale Urteile des elterlichen Erziehungsverhaltens zuverlässig abgefragt werden können. So zeigten sich sehr hohe Stabilitäten der Einschätzungen des elterlichen Erziehungsverhaltens bei depressiven Patienten über einen Zeitraum von 8 Jahren unabhängig vom Symptomverlauf [53]. In weiteren Studien sollte die Strukturinvarianz der vorgestellten Faktorenlösung durch eine Kreuzvalidierung anhand einer vergleichbaren Stichprobe alkoholabhängiger Patienten repliziert werden. In Längsschnittstudien ist zu klären, welche Dimensionen elterlichen Erziehungsverhaltens zur Entwicklung, Aufrechterhaltung und zum Verlauf einer Alkoholabhängigkeit beitragen. Weiterhin ist die Generalisierbarkeit der gefundenen Skalen anhand anderer Populationen zu prüfen. Vor dem Hintergrund der lerntheoretischen Ableitung der Skalen Geringe materielle Belohnung und Geringe Bestrafung gemäß der Prinzipien der positiven Verstärkung bzw. Bestrafung wäre zudem die Konstruktion einer weiteren Dimension elterlichen Erziehungsverhaltens diskutierbar, die auf dem Prinzip der negativen Verstärkung basiert. Insgesamt weisen die vorliegenden Ergebnisse darauf hin, dass die FEPS Skalen auch bei alkoholabhängigen Patienten als weitgehend valide Konstrukte für die Erfassung des elterlichen Erziehungsverhaltens eingeschätzt werden können. Die Revision einzelner Items würde jedoch zu einer Verbesserung der Testgüte beitragen.

15 Vrasti R, Eisemann M. Perceived parental rearing behaviour in alcoholics. In: Perris C, Arrindell WA, Eisemann M, Hrsg. Parenting and psychopathology. New York: John Wiley; 1994; 201–218 16 Johnson V, Pandina RJ. Effects of the family environment on adolescent substance use, delinquency, and coping styles. Am J Drug Alcohol Abuse 1991; 17: 71–88 17 Mak AS, Kinsella C. Adolescent drinking, conduct problems, and parental bonding. Aust J Psychol 1996; 48: 15–20 18 Barnow S, Schuckit MA, Lucht M et al. The importance of a positive family history of alcoholism, parental rejection and emotional warmth, behavioral problems and peer substance use for alcohol problems in teenagers: A path analysis. J Stud Alcohol 2002; 63: 305–315 19 Richter-Appelt H, Schimmelmann BG, Tiefensee J. Questionnaire on parental attitudes and rearing practices (FEPS): An extended version of the Parental Bonding Instrument (PBI). Psychother Psychosom Med Psychol 2004; 54: 23–33 20 Parker G, Tupling H, Brown L. A parental bonding instrument. Br J Med Psychol 1979; 52: 1–10 21 Richter-Appelt H, Brinkmann L, Schutzmann K. Parental bonding in childhood and psychological symptoms in a sample of adults with intersexuality. Psychother Psychosom Med Psychol 2006; 56: 325–335 22 Kazarian SS, Baker B, Helmes E. The Parental Bonding Instrument: Factorial structure. Br J Clin Psychol 1987; 26: 231–232 23 Gomez-Beneyto M, Pedros A, Tomas A et al. Psychometric properties of the Parental Bonding Instrument in a Spanish sample. Soc Psychiatry Psychiatr Epidemiol 1993; 23: 252–255 24 Cox B, Enns M, Clara I. The Parental Bonding Instrument: Confirmatory evidence for a three-factor model in a psychiatric clinical sample and in the National Comorbidity Survey. Soc Psychiatry Psychiatr Epidemiol 2000; 35: 353–357 25 Lutz R, Heyn C, Kommer D. Fragebogen zur elterlichen Bindung – FEB. In: Lutz R, Mark N, Hrsg. Wie gesund sind Kranke? Zur seelischen Gesundheit Kranker. Göttingen: Verlag für angewandte Psychologie; 1995; 183–199 26 Schumacher J, Brähler E, Eisemann M. Fragebogen zum erinnerten elterlichen Erziehungsverhalten: FEE. Manual. Bern: Hans Huber; 2000 27 Rumpold G, Doering S, Höfer S et al. Der Fragebogen dysfunktionaler elterlicher Beziehungsstile (FDEB). Z psychosom Med Psychother 2002; 48: 59–74 28 Skinner BF. Contingencies of reinforcement: A theoretical analysis. New York: Appleton-Century-Crofts; 1969 29 Kokkevi A, Hartgers C. EuropASI: European adaptation of a multidimensional assessment instrument for drug and alcohol dependence. Eur Addict Res 1995; 1: 208–210 30 Gsellhofer B, Kuefner H, Vogt M et al. European Addiction Severity Index EuropASI: Manual for Training and Application. Stuttgart: Schneider Verlag; 1999 31 Schmidt P, Küfner H, Hasemann S et al. Ist der European Addiction Severity Index ein sinnvolles Diagnoseinstrument bei Alkoholabhängigkeit? Fortschr Neurol Psychiatr 2007; 75: 541–548

32 Weiler D, Vogt M, Küfner H. Anwendung des European Addiction Severity Index (EuropASI) im Rahmen einer ambulanten Behandlung von Drogenabhängigen. Sucht 2000; 46: 197–208 33 Hoogland JJ, Boomsa A. Robustness studies in covariance structure modeling. Sociol Methods Res 1998; 26: 329–367 34 Kline RB. Principles and practice of structural equation modeling. 3. Aufl. New York: Guilford Press; 2011 35 Hair JF. Multivariate data analysis. 7. Aufl. Upper Saddle River, NJ: Prentice Hall; 2010 36 Arbuckle JL. AMOS (Version 7.0). Chicago, USA 2006 37 SPSS. IBM SPSS Statistics (Version 19). Chicago USA 2010 38 Microsoft Corporation. Microsoft Office Excel (Version 12). Redmond, USA 2007 39 Boomsma A. Reporting analyses of covariance structures. Struct Equ Modeling 2000; 7: 461–483 40 Hu L, Bentler PM. Cutoff criteria for fit indexes in covariance structure analysis: Conventional criteria versus new alternatives. Struct Equ Modeling 1999; 6: 1–55 41 Schermelleh-Engel K, Moosbrugger H. Evaluating the fit of structural equation models: Test of significance and descriptive goodness-of-fit measures. Meth Psychol Res Online 2003; 8: 23–74 42 Raykov T. Estimation of composite reliability for congeneric measures. Appl Psychol Meas 1997; 21: 173–184 43 Bagozzi R, Yi Y. On the evaluation of structural equation models. J Acad Market Sci 1988; 16: 74–94 44 Fornell C, Larcker DF. Evaluating structural equation models with unobservable variables and measurement error. J Mark Res 1981; 18: 39–50 45 Fisseni HJ. Lehrbuch der psychologischen Diagnostik. Göttingen: Hogrefe; 2004 46 Weise G. Psychologische Leistungstests: Ein Handbuch für Studium und Praxis. Göttingen: Verlag für Psychologie Hogrefe; 1975 47 Clark DB, Lesnick L, Hegedus AM. Traumas and other adverse life events in adolescents with alcohol abuse and dependence. J Am Acad Child Adolesc Psychiatry 1997; 36: 1744–1751 48 Cheng HG, Anthony JC, Huang Y. Harsh physical punishment as a specific childhood adversity linked to adult drinking consequences: Evidence from China. Addiction 2010; 105: 2097–2105 49 D’Argembeau A, Van Der Linden M, Verbanck P et al. Autobiographical memory in non-amnesic alcohol-dependent patients. Psychol Med 2006; 36: 1707–1715 50 Whiteley C, Wanigaratne S, Marshall J et al. Autobiographical memory in detoxified dependent drinkers. Alcohol Alcohol 2009; 44: 429–430 51 Williams JM, Scott J. Autobiographical memory in depression. Psychol Med 1988; 18: 689–695 52 Williams JM, Barnhofer T, Crane C et al. Autobiographical memory specificity and emotional disorder. Psychol Bull 2007; 133: 122–148 53 Lizardi H, Klein DN. Long-term stability of parental representations in depressed Outpatients utilizing the Parental Bonding Instrument. J Nerv Ment Dis 2005; 193: 183–188

Lotzin A et al. Dimensionen elterlicher Erziehungsstile bei … Psychother Psych Med 2013; 63: 264–271

Heruntergeladen von: Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Urheberrechtlich geschützt.

Originalarbeit 271



Comments

Copyright © 2024 UPDOCS Inc.