Der Talerfund von Pyhra im Weinviertel

May 29, 2017 | Author: Anna Fabiankowitsch | Category: 17th century Europe, Coin Hoards, Austrian History, Coins, Niederösterreich, Dreißigjähriger Krieg, Early Modern Coins, Coin Hoarding, Dreißigjähriger Krieg, Early Modern Coins, Coin Hoarding
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Mitteilungen der Österreichischen Numismatischen Gesellschaft Erscheint halbjährlich | Zuschriften an das Sekretariat: Wien 1 | Burgring 5 T: (01) 525 24 - 4201 | Fax: 525 24 - 4299 | E: [email protected] | http://oeng.at | ISSN 0029 – 9359

Band 55 | 2015 | Nr. 1

Inhaltsverzeichnis Peter Kos Die Kleinsilbermünzen des Typs Kugelreiter – neue Belege ����������������������������������

1

Jiří Militký Ein boischer Achtelstater aus dem Areal der Höhensiedlung Braunsberg (NÖ) ������������

9

Bernhard Woytek Neue numismatische Zeugnisse zur thrakischen Statthalterschaft des Asellius Aemilianus ���������������������������������������������������������������������������� 16 Nikolaus Schindel Ein spätantiker Fundteil ����������������������������������������������������������������������� 26 Herfried E. Wagner Ein unbekannter Denar von König Ladislaus IV. �������������������������������������������� 34 Anna Fabiankowitsch Der Talerfund von Pyhra im Weinviertel ����������������������������������������������������� 38 Franz Sümecz Eine Kleinmedaille geprägt anlässlich eines Vergleichs zwischen den niederösterreichischen Herrschaften Marchegg und Wolkersdorf am 4. Juni 1698 ���������������� 55 Norbert Helmwein Warum Krain? ��������������������������������������������������������������������������������� 64 Nikolaus Schindel Wie unterscheidet man die ägyptischen Medinis des Mustafa I. von denen des Mustafa II.? ������������������������������������������������������������������������� 66 Buchbesprechungen ����������������������������������������������������������������������������� 71 Vortragsprogramm der ÖNG/KHM 2015 ��������������������������������������������������� 77

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38 Anna Fabiankowitsch

Der Talerfund von Pyhra im Weinviertel Fundgeschichte Anfang Oktober 2013 wurden in der Ortschaft Pyhra1 im Weinviertel auf dem Dachboden des Stalls der seit 1983/84 unbewohnten Liegenschaft Pyhra Nr. 44 in einem kleinen Plastik­ kübel2 21 Silbermünzen gefunden (siehe Abb. 1). Der Sohn des damaligen Hauseigentümers entdeckte den Münzkomplex beim Ausräumen des dort gelagerten Strohs. In unmittelbarer Nähe zu den Münzen befanden sich ein Paar alte Lederschuhe sowie eine Pistole3. Angesichts des modernen Fundgefäßes muss von einem „Sekundärfund“ ausgegangen werden. Die Münzen dürften – möglicherweise vom ersten Finder – im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts aus heute nicht mehr nachvollziehbaren Gründen erneut versteckt worden sein. Der Fundort Pyhra Nr. 44 muss daher nicht mit dem historischen Verbergungsort übereinstimmen. Die einheitlichen Korrosionsspuren auf den Münzen4 sowie die Zusammensetzung des Fundes legen jedoch nahe, dass es sich bei dem Fund um einen Münzkomplex handelt, der auch ursprünglich in dieser Zusammenstellung verborgen worden war, obgleich die Vollständigkeit des Fundes angesichts der Wiederverbergung nicht garantiert werden kann.

Abbildung 1: Der Fund von Pyhra, Fundsituation Oktober 2013. Katastralgemeinde Pyhra, Gemeinde 2152 Gnadendorf, Bezirk Mistelbach, Niederösterreich. Den Kübel hält Frau Dr. Euler (Oberösterreichisches Landesmuseum Linz) für aus den 1960er oder 1970er Jahren stammend. 3 Bei der gefundenen Pistole handelt es sich um das Modell „Frommer Stop“, das 1912 in Budapest hergestellt und im 1. Weltkrieg, in der Zwischenkriegszeit und auch noch im 2. Weltkrieg verwendet wurde. (Bestimmung durch Prof. Mag. Reinolf Reisinger, Linz). 4 Die Fundmünzen wurde von René Traum (Kunsthistorisches Museum Wien) gereinigt und konserviert. 1 2

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39 Fundzusammensetzung Der Münzfund umfasst 21 Großsilbermünzen, davon 16 Taler- und 5 Halbtalernominale.5 Die Schlussmünze, ein Halbtaler der Stadt Basel (Kat.-Nr. 14), trägt die Jahreszahl 1640. Die zeitliche Tiefe des Fundes umfasst in etwa ein Jahrhundert. Die Jahrgänge verteilen sich regelmäßig von der zweiten Hälfte des 16. bis zur ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts, ohne markante Häufungen erkennen zu lassen. Lediglich die älteste (1543) sowie die jüngste Münze (1640) heben sich zu den zeitlich nächsten mit einem Abstand von 10 bis 17 Jahren ab. Die Hauptmasse der Prägungen stammt von Ständen des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation (13 Stk.). Das Haus Österreich ist mit vier Talern aus Hall in Tirol vertreten. Die größte Gruppe der deutschen Gepräge stammt aus dem Obersächsischen Kreis (6 Stk.), wobei Kursachsen mit vier Talern und einem Halbtaler dominiert. Weiter sind die Reichsstadt Donauwörth, die Reichsmünzstätte Augsburg sowie das Herzogtum BraunschweigWolfenbüttel mit jeweils einem Exemplar vertreten. Dem deutschen Anteil steht eine kleinere Gruppe von italienischen Münzen (6 Stk.) gegenüber. Darunter befinden sich ein Mailänder Ducatone, sowie drei Scudi della Croce und zwei Mezzo Scudi della Croce aus Venedig. Neben den deutschen und italienischen Münzen stammt jeweils ein Gepräge aus der Eidgenossenschaft sowie aus dem Fürstentum Siebenbürgen. Stellung in der Fundlandschaft Da es sich um einen „Sekundärfund“ handelt und der ursprüngliche Verbergungsort nicht bekannt ist, muss die geografische Zuweisung des Fundes zur Fundlandschaft des nördlichen Niederösterreichs hinterfragt werden. Der mit dem Basler Taler von 1640 gewonnen terminus post quem für die ursprüngliche Verbergungszeit, fällt in die letzten Jahre des Dreißigjährigen Krieges. Wie Michael Metlich in seiner Untersuchung der österreichischen Schatzfunde von 1617 bis 1649 zeigt, stammen die Münzfunde dieser Zeit überwiegend aus Niederösterreich.6 Dieses Ergebnis ist angesichts der generellen Verteilung der mittelalterlichen und neuzeitlichen Fundmünzen in Österreich jedoch nicht überraschend.7 Um den Talerfund von Pyhra in der österreichischen Fundlandschaft zu verorten, wurden Vergleichsfunde mit Schlussmünzen zwischen 1624 und 1660 herangezogen.8 Die Materialaufnahme basiert auf den bisher im „Fundkatalog am Institut für Numismatik und Geldge Die gebräuchlichen anderslautenden Bezeichnungen der jeweiligen Gepräge sind dem Katalog zu entnehmen. 6 Metlich 1994; Materialbasis: Mitteilungen des Clubs der Münz- und Medaillenfreunde, Mitteilungen der Österreichischen Numismatischen Gesellschaft, Österreichische Münzfundberichte. 7 Zur Verteilung mittelalterlicher und neuzeitlicher Münzfunde in Österreich siehe Fabiankowitsch 2014, S. 201, Abb. 1. 8 Die Zeitspanne von 1624 bis 1660 wurde gewählt, da zum einen mit dem Jahr 1624, nach dem Ende der Inflation der Kipper- und Wipperzeit (1619–1622) und mit dem Vorhaben, wieder vollwertiges Geld auszubringen, ein geldgeschichtlicher Einschnitt besteht; zum anderen alle Funde, die ungefähr 20 Jahre vor bzw. nach dem terminus post quem des Fundes von Pyhra schließen, berücksichtigt werden können. 5

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40 schichte“ der Universität Wien (FK/ING)9 registrierten Fundkomplexen und ergab mit 30 Schatz- oder Hortfunden, 2 Barschaften10 und 5 kleinen, nichtkategorisierbaren Ensembles insgesamt 37 Funde aus dem Gebiet des heutigen Österreich (siehe Abb. 2). Davon verteilt sich der Großteil der Funde auf Niederösterreich (19 Komplexe) und auf Oberösterreich (11 Komplexe). Erkennbare Ballungsräume befinden sich nördlich und südlich der Donau im Großraum Linz (K 7, 8, 14, 18, 31), entlang der tschechischen Grenze (K 10, 25, 26, 28), im Tullnerfeld und um St. Pölten (K 1, 23, 27, 33, 37) sowie im östlichen Weinviertel (K 6, 11, 12, 15, 19, 20, 21).

Abbildung 2: Geographische Verteilung der Münzfunde Österreichs mit Schlussmünzen zwischen 1624 und 1660 nach FK/ING. (Stand: April 2015)

Vergleichsfunde Eine inhaltliche Differenzierung der verzeichneten Funde zeigt, dass vier von sechs bekannten Talerfunden dieser Zeit aus dem Bezirk Mistelbach stammen (K 11, 12, 15, 19). Auch die geographische Vergesellschaftung der Münzsorten des Funds von Pyhra ist für diese Region nicht ungewöhnlich. Beispielsweise sind die in großen Mengen geprägten sächsischen Taler auch im Fund von Poysdorf (K 11) mit 10 von 14 Stücken stark vertreten. Der 218 Münzen umfassende, wesentlich größere, zweite Fund von Poysdorf (K 12) beinhaltet neben österreichischen Geprägen unter anderem sowohl eine hohe Zahl sächsischer (60 Stk.) aber auch Schweizer Taler (27 Stk.). Schweizer Münzen sind in Funden des Dreißigjährigen Kriegs relativ häufig vertreten und konzentrieren sich – der Fundlandschaft entsprechend – im Wald- und im Weinviertel. 11 Der Fund von Poysdorf (K 12) enthält außerdem 48 nie Basis der Materialerfassung sind die „Münzfundberichte“ ab 1928/1929 bis 1984 in Fundberichte aus Österreich 1 (1930 – 1934) bis 23 (1986). Siehe Szaivert 2005 und Emmerig im vorliegenden Band. 10 Eine „Barschaft“ steht für eine geringe, dem Alltagsgebrauch entsprechende Geldmenge, die beispielsweise als verlorene Geldbörse gedeutet werden kann. Diese Komplexe wurden nicht absichtlich verborgen, sondern ohne Selektion dem Geldumlauf entnommen. 11 dazu Geiger 1965, S. 29. 9

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41 derländische Münzen, die im Fund von Pyhra gänzlich fehlen. Die in Pyhra verhältnismäßig stark repräsentierten italienischen Prägungen – besonders die venezianischen Scudi della Croce – sind in Poysdorf hingegen nicht vorhanden. Sie sind jedoch im Fund von Ketzelsdorf (K15) nachweisbar, wo sie den größten Anteil der Silbermünzen ausmachen.12 Der Fund von Pyhra passt demnach sowohl zeitlich und geographisch als auch in Hinblick auf seine Zusammensetzung in die niederösterreichische Talerfundlandschaft der Mitte des 17. Jahrhunderts. Historische Einbettung Die letzte Phase des Dreißigjährigen Krieges hinterließ im nördlichen Niederösterreich durch den sogenannten Schwedeneinfall 1645/1646 ihre Spuren. 13 Nachdem die kaiserliche Armee im März 1645 in der Schlacht von Jankau (60 km südlich von Prag) dem schwedischen Heer unterlegen war, flohen die überlebenden Truppen gegen Süden über Budweis zur niederösterreichischen Grenze, weiter nach Mauthausen bzw. Krems. Die schwedische Hauptarmee folgte indes über Znaim, Retz und Eggenburg bis Krems und streifte am linken Donauufer bis nach Wien. Von dort aus schlug sie im April 1645 den weiteren Weg nach Norden über Mistelbach und weiter östlich Richtung Hohenau ein. Das Heer stieß bis Brünn vor, von wo es nach dem vergeblichen Versuch die Stadt zu erobern Mitte August 1645 abzog und über Laa an der Thaya, Mistelbach und Wolkersdorf bis nach Korneuburg manövrierte. Bis August 1646 befanden sich schwedische Truppen in Niederösterreich und besetzten viele Städte im Waldviertel und um Krems.

Abbildung 3: Die Truppenbewegungen der kaiserlichen sowie der schwedischen Armeen von März bis Oktober 1645 (nach Broucek 1989) mit geographischer Verteilung der Münzfunde mit Schlussmünzen zwischen 1624 und 1646 (K 1–28). (nach FK/ING, Stand: April 2015) siehe Metlich 1994, S. 18. siehe Broucek 1989.

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42 Die Truppenbewegungen der kaiserlichen und schwedischen Armeen durch Ober- und Niederösterreich verursachten besonders nördlich der Donau schwere Schäden in den Städten und in der Bevölkerung. Wenn die Besoldung der kaiserlichen Armee unterblieb, mussten die Kommandanten ihren Soldaten die Selbstbeschaffung des Lebensunterhalts durch Rauben und Plündern gestatten.14 Die zahlreichen Münzfunde im nördlichen Ober- und Niederösterreich können mit den kriegerischen Ereignissen dieser Jahre in Verbindung gebracht werden. Obgleich einige der verzeichneten Funde über 10 Jahre vor 1645/46 schließen (K 1–12), passt der Fund von Pyhra sowohl zeitlich als auch geographisch in das Bild dieses Münzhorizonts. Behandelte Fundkomplexe in chronologischer Reihung nach Datierung ihrer Schluss­ münzen zwischen 1624 und 1660 Die Eintragungen sind folgendermaßen aufgebaut: Komplexnummer (K), Fundort, chronologische Spanne, Stückzahl („+“ bedeutet, dass der Fund mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht vollständig überliefert ist), Inhalt, Zitat im FK/ING, Literaturzitat. ○ Barschaft ◌ nichtkategorisierbarer Fundkomplex ● Schatz- bzw. Hortfunde K 1 Neuaigen, PB Tulln, (NÖ) ● ?–1624 (316): Gulden, Scheidemünzen Schloß und Gut Neuaigen FK/ING 102253 Lanz 39, 11/1986. S. 11–24, Nr. 98–339 K 2 Tisis, PB Feldkirch, (Vgb.) ◌ 1621–1624 (4): Scheidemünzen auf Friedhof FK/ING 100458 MFB 1936 S. 196/14 Nr. 22 K 3 Münichreith am Ostrong, ◌ PB Melk, (NÖ) 1616–1626 (4): Groschen aus Erdaushub FK/ING 100929 MFB 1961–1965 S. 241

K 4 Bürg, PB Neunkirchen, (NÖ) ◌ 1536–1627 (9): Kleinsilbermünzen beim Sondengehen FK/ING 102470 Fundakten ING K 5 Mötz, PB Imst, (T) ○ 1620–1628 (25): Taler, Scheidemünzen FK/ING 100866 MFB 1956–1960 S. 259 K 6 Niederleis, PB Mistelbach, (NÖ) ● 13. Jh.–1629 (308): Taler, Scheidemünzen FG: 2 Töpfe unter Fußboden FK/ING 100397 MFB 1935 S. 124/14 Nr. 9

Broucek 1989, S. 3.

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43 K 7 ●

Steyregg, PB Urfahr–Umgebung, (OÖ) 15. Jh.–1630 (305): Taler, Scheidemünzen unter Mauerfundament FK/ING 100255 MFB 1931 S. 149 f./8 f. Nr. 15

K 8 Forst, PB Perg, (OÖ) ● ?–1630 (38): Scheidemünzen FG: Holzbüchse FK/ING 100735 MFB 1951–1955 S. 236. JbOÖMV 100 (1955) S. 22 K 9 ◌

Greuth, PB Finkenstein, (Ktn.) 14. Jh.–1632 (18): Scheidemünzen FK/ING 100010 MFB 1983 S. 353. Prokisch 2009 S. 546

K 10 Rainbach, PB Freistadt, (OÖ) ● 1535–1632 (17): Taler FG: Krug, Metallgefäß FK/ING 100091 MFB 1984 S. 386 K 11 Poysdorf, PB Mistelbach, (NÖ) ● 1576–1632 (14): Taler FK/ING 100931 MFB 1961–1965 S. 242 f. K 12 Poysdorf, PB Mistelbach, (NÖ) ● 1553–1634 (218): Taler und Halbtaler FG: Topf FK/ING 102036 MÖNG 37 (1997) S. 59–65 K 13 Seebenstein, ◌ PB Neunkirchen, (NÖ) 1517–1635 (11): Kleinsilbermünzen beim Sondengehen FK/ING 102535 Fundakten ING

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K 14 Lorch, PB Linz–Land, (OÖ) ○ 1624–1635 (11): Scheidemünzen Gerippe FK/ING 100327=100280 MFB 1932 S. 200/6 MFB 1933 S. 264/14 Nr. 8 K 15 Ketzelsdorf, PB Mistelbach, (NÖ) ● 1498–1637 (310): Gold- u. Großsilbermünzen FK/ING 100256 MFB 1931 S. 150 ff. /10 f. Nr. 16 K 16 Moosbach, PB Braunau, (OÖ) ● 1561–1637 (1.082): Taler, Scheidemünzen FG: Lederbeutel FK/ING 101072 MFB 1966–1970 S. 60 f. K 17 Sulzbach, PB Wels–Land, (OÖ) ● 1538–1638 (51): Gold- u. Großsilbermünzen FK/ING 100212 MFB 1928/29 S. 33/5 Nr. 10 K 18 Steyregg, ● PB Urfahr–Umgebung, (OÖ) ?–1638 (550): Pfennige FK/ING 100890 MFB 1951–1955 S. 219 f. JbOÖMV 97 (1952) S. 22 f. K 19 Wetzelsdorf, PB Mistelbach, (NÖ) ● 1534–1639 (53): Taler FK/ING 100214 MFB 1928/29 S. 33/5 Nr. 12; MNG XVI Bd. 16–18 (1928) S. 45 K 20 Mistelbach, PB Mistelbach, (NÖ) ● 1574–1639 (288): Groschen FK/ING 100515 MFB 1938–1939 S.203 f. Nr. 4–5 Die Inhalte von Fund Allhau (Nr. 4) und Mistelbach (Nr. 5) wurden in der Publikation vertauscht.

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44 K 21 Ebenthal, PB Gänserndorf, (NÖ) ● 1452–1640 (171): Gold- u. Großsilbermünzen, + Ring; FG: Topf FK/ING 101724 MÖNG 192 (1899) S. 363 ff.

K 28 St. Martin, PB Gmünd, (NÖ) ● 1578–1645 (241+): Scheidemünzen FG: Krug FK/ING 100934 MFB 1961-1965 S. 247 f.

K 22 ●

K 29 Hainburg an der Donau, ● PB Bruck–Leitha, (NÖ) 1492–1649 (810): Pfennige FK/ING 101261 MFB 1976 S. 376 f.

Felling, PB Hollabrunn, (NÖ) 2. H. 15. Jh.–1641 (20): Gold- u. Großsilbermünzen FG: Glasgefäß FK/ING 100238 MFB 1930 S. 84/3 Nr. 7

K 23 Weißenkirchen an der Perschling, ● PB St. Pölten, (NÖ) 1513–1641 (320): Taler u. -teilstücke Totenschädel FK/ING 101378 MFB 1961–1965 S. 257 ff.

K 30 Haibach ob der Donau, ● PB Eferding, (OÖ) 1561–1650 (32): Goldmünzen FK/ING 101447 MFB 1961–1965 S. 263 JbOÖMV 110 (1965) S. 27

K 24 Hüttenberg, PB St. Veit/Glan, (K) ● 1564–1642 (15): Taler im Bachschotter FK/ING 100398 MFB 1935 S. 124/14 Nr. 10. Carinthia I, 1936, 34

K 31 Linz, PB Linz, (OÖ) ● ?–1650 (1.709): Scheidemünzen FG: Beutel, 3 Skelette FK/ING 101799=101071 B. Koch 1967

K 25 Ahorn, PB Rohrbach, (OÖ) ● 1515–1643 (76): Dukaten FK/ING 100886 MFB 1951–1955 S. 218 MFB 1956–1960 S. 234 f. K 26 Seifritz, PB Gmünd, (NÖ) ● 1526–1643 (31): Dukaten FG: Metallhülse FK/ING 100542 MFB 1940–1945 S. 107 f./ 21 f. Nr. 15 K 27 Würmla, PB Tulln, (NÖ) ● 1598–1643 (635): Groschen FG: Krug FK/ING 100846 MFB 1956–1960 S. 233 f.

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K 32 Donnerskirchen, ● PB Eisenstadt Umgebung, (Bgld.) 1556–1653 (3.505): Groschen FG: Krug FK/ING 101063 MFB 1966–1970 S. 45 ff. K 33 Kollersdorf, PB Tulln, (NÖ) ● 1606–1655 (15): Dukaten, Groschen FK/ING 101041 MFB 1973 S. 195 f. K 34 (Ktn.) ●

St. Leonhard, PB Klagenfurt, 2. H. 16. –1. H. 17. Jh. (129+): Gold- u. Großsilbermünzen FK/ING 100563 MFB 1946–1950 S. 169 ff./V–VI

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45 K 35 Neckenmarkt, ● PB Oberpullendorf, (Bgld.) 1609–1656 (1187): Scheidemünzen aus Acker FK/ING 101229 MFB 1974 S. 193 f. K 36 Vöcklabruck, ● PB Vöcklabruck, (OÖ) 1564–1659

(1.178+): Gold- u. Großsilbermünzen FG: Leinensäckchen FK/ING 100297 MFB 1932 S. 206 f./12 f. Nr. 10. K 37 ●

Oberndorf a. d. Ebene, PB St. Pölten, (NÖ) Ca. 1660 (257): Scheidemünzen FK/ING 100305 MFB 1932 S. 210/16 Nr. 18

Aufgrund unzureichender Informationen über ihre Inhalte wurden folgende Funde in die Fundauswahl nicht aufgenommen: Au am Kraking, PB Pressbaum, (NÖ). FK/ING: 100232. MFB 1928/29 S. 40/12 Nr. 31 Datierung und Inhalt unbekannt, angeblich aus „Zeit der Türkenkriege“. Draßmarkt, PB Oberpullendorf, (Bgld.). FK/ING: 100213. MFB 1928/29 S.33/5 Nr. 11 Schatzfund von insgesamt etwa 700 Stücken, davon nur 25 Stk. bekannt (1616–1630) Linz, PB Linz, (OÖ). FK/ING: 100743. MFB 1951–1955 S. 237 Schatzfund von insgesamt etwa 130 Stücken, davon nur 4 Stk. bekannt (1579–1631) Mörbisch, PB Eisenstadt und Umgebung, (Bgld.). FK/ING: 100899. MFB 1961–1965 S. 223 Schatzfund von insgesamt etwa 200 Stücken, davon nur 7 Stk. bekannt (1592–1633) Wien, PB Wien I., (W). FK/ING: 101432. MFB 1951–1955 S. 243 11 Münzen, nur grobe Datierung (16.–17. Jh.) Uttissenbach, PB Zwettl, (NÖ). FK/ING: 102297. Koch, B.: Numismatik und Landeskunde, in: Unsere Heimat 43, 1927, S. 67 Datierung und Inhalt unbekannt, angeblich um 1630 verborgen. Ernsdorf, PB Mistelbach, (NÖ). FK/ING: 100634. MFB 1951–1955 S. 195 Schatzfund von insgesamt etwa 60 Silbermünzen, davon nur 14 Stk. bekannt (1624–1643) Kollmitzgraben, PB Waidhofen/Thaya, (NÖ). FK/ING: 102173. Jörg, I.: Das Bezirksmuseum in Waidhofen a. d. Thaya als Schulbildungsstätte. Sonderdruck des Waidhofner Heimatbuches, 1929, S. 46 Datierung und Inhalt unbekannt, angeblich aus „Zeit des Dreißigjährigen Krieges“. Burg, PB Oberwart, (Bgld.). FK/ING: 102512. Ratz, A.: Einschlägige Funde aus dem Trümmerfeld der Ruine Burg. In: Burgenländische Forschungen 25, Die Wehranlage Burg, 1954, S. 77 Datierung und Inhalt unbekannt, Verbergungszeit angeblich erstes Viertel des 17. Jh.

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46 Alphabetische Liste der verzeichneten Funde Ahorn, (OÖ) Bürg, (NÖ) Donnerskirchen, (Bgld.) Ebenthal, (NÖ) Felling, (NÖ) Forst, (OÖ) Greuth, (Ktn.) Haibach ob der Donau, (OÖ) Hainburg an der Donau, (NÖ) Hüttenberg, (Ktn.) Ketzelsdorf, (NÖ) Kollersdorf, (NÖ) Linz, (OÖ) Lorch, (OÖ) Mistelbach, (NÖ) Moosbach, (OÖ) Mötz, (T) Münichreith am Ostrong, (NÖ)

K 25 K4 K 32 K 21 K 22 K8 K9 K 30 K 29 K 24 K 15 K 33 K 31 K 14 K 20 K 16 K5 K3

Neckenmarkt, (Bgld.) K 35 Neuaigen, (NÖ) K1 Niederleis, (NÖ) K6 Oberndorf a. d. Ebene, (NÖ) K 37 Poysdorf, (NÖ) K 11, K12 Rainbach, (OÖ) K 10 Seebenstein, (NÖ) K 13 Seifritz, (NÖ) K 26 St. Leonhard, (Ktn.) K 34 St. Martin, (NÖ) K 28 Steyregg, (OÖ) K 7, K18 Sulzbach, (OÖ) K 17 Tisis, (Vgb.) K2 Vöcklabruck, (OÖ) K 36 Weißenkirchen a. d. Perschling, (NÖ)  K 23 Wetzelsdorf, (NÖ) K 19 Würmla, (NÖ) K 27

Der Talerfund von Pyhra: Katalog15 Österreichischer Kreis Haus Österreich Erzherzog Ferdinand (1564–1595) 1. Taler

o. J. (1577–1599) Hall 28,10 g 12 h

Moser–Tursky Abb. 267 (var.16) 38,8 mm

2. Taler

o. J. (1577–1599) Hall 28,39 g 12 h

Moser–Tursky Abb. 270 39,0 mm

3. Taler

o. J. (1577–1599) Hall 28,60 g 12 h

Moser–Tursky Abb. 273 40,6 mm

Erzherzog Leopold (1619–1632) 4. Taler

1626 28,27 g

Hall 12 h

Adamcyk Av-Walze 2/III, Rv-Walze 2/III 42,6 mm

Im Katalog werden die folgenden Angaben in dieser Reihenfolge genannt: Laufende Nr., Nominale, Jahreszahl bzw. Datierung, Münzstätte, Literaturzitat, Gewicht, Stempelstellung (nach dem Uhrziffernblatt), Durchmesser. Die Anordnung des Katalogs folgt Prokisch 1993. 16 Variante: Sternchen vor Av-Legende; Doppelpunkt nach Rv-Legende. 15

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47 Bayerischer Kreis Reichstadt Donauwörth 5. Taler

1543 28,7 g

Donauwörth 5 h

Gebhart var.: Av 59, Rv 6017 40,6 mm

Schwäbischer Kreis Reichsmünzstätte Augsburg Ludwig II. v. Stolberg (1535–1574) 6. Reichsguldiner 1560 24,49 g

Augsburg 7 h

Friederich 366 (var.18) 38,7 mm

Niedersächsischer Kreis Herzogtum Braunschweig (Mittleres Haus) – Wolfenbüttel Heinrich Julius (1589–1613) 7. ½ Taler

1612 14,45 g

Zellerfeld 10 h

Welter 656 34,9 mm

Obersächsischer Kreis Mansfeld – Vorderortlinie Friedeburg Peter Ernst I. (+1604), Bruno II. (+1615), Wilhelm I. (+1615), Johann Georg IV. (+1615) 8. Reichstaler 1602 28,87 g

Eisleben 4 h

Tornau 645 b (var.19) 41,0 mm

Hzm. Sachsen – Albertinische Linie August (1553–1586) 9. Taler

1565 28,67 g

Dresden 2 h

Schnee 713 40,4 mm

10. Taler

1571 28,82 g

Dresden 7 h

Schnee 721 28,93 mm

Rv: Legendentrennzeichen wie bei Nr. 63 (½ Taler) Variante: Rv: Strich- u. Linienkreis. 19 Variante: wie 643, zwischen den Helmen: G M. 17 18

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48 Christian I. (1586–1591) 11. Reichstaler 1588 29,00 g

Dresden 9 h

Schnee 731 41,2 mm

Johann Georg I. (1611/15–1656) 12. ½ Reichstaler 1618 14,44 g

Dresden 4 h

Kohl var.f.20 38,0 mm

13. Reichstaler 1624 28,92 g

Dresden 9 h

Schnee 818 44,3 mm

Basel 12 h

Winterstein 152 34,3 mm

Eidgenossenschaft-Schweiz Stadt Basel 14. Halbtaler 1640 14,26 g Italien Herzogtum Mailand Philipp III. von Spanien (1598–1621) 15. Ducatone 160. (1608?) Mailand 31,71 g 5 h

Martini Av. 92, 97 od. 98, Rv. 102 41,9 mm

Republik Venedig Paschalis Cicogna, Doge LXXXVIII (1585–1595) 16. Scudo della croce

o. J. (nach 17.2.1592) Venedig CNI VII 149 31,43 g 9 h 42, 6 mm

17. Scudo della croce

o. J. (nach 17.2.1592) Venedig CNI VII 154 31,69 g 8 h 42, 8 mm

Anton Priuli, Doge XCIV (1618–1623) 18. Mezzo Scudo della croce o. J. (nach 18.12.1618) Venedig CNI VIII 40 15,80 g 5 h 35,1 mm

Variante fehlt: Av: IOHAN : GEORG : D : G : DVX : SAX : IVL : CLIV : ET MONT: Rv: SACRI : ROMANI : IMP : ARCHIMAR : ET ELECT : 16 (Schwan) 18; Wappen mit Verzierungen, ohne Mzz.

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49 19. Mezzo Scudo della croce o. J. (nach 18.12.1618) Venedig CNI VIII var.: Av 40, Rv 36 15,76 g 12 h 35,3 mm Johann I. Corner, Doge XCVI (1625–1629) 20. Scudo della croce

o. J. (nach 7.4.1627) 31,55 g

Venedig CNI VIII 65 8 h 43,4 mm

Siebenbürgen Fürstentum Siebenbürgen Sigismund Bathory (1581–1602) 21. Taler

1595 28,79 g

Nagybanya 12 h

Resch 197 40,8 mm

Abkürzungen CNI Corpus Nummorum Italicorum FK/ING Fundkatalog am Institut für Numismatik und Geldgeschichte ING Institut für Numismatik und Geldgeschichte JbOÖMV Jahrbuch des Oberösterreichischen Musealvereines MFB Münzfundberichte MNG Mitteilungen der Numismatischen Gesellschaft in Wien MÖNG Mitteilungen der Österreichischen Numismatischen Gesellschaft Literaturverzeichnis Adamcyk, R.: Walzenzusammenstellung der Haller Taler von 1620 bis 1630. In: Haller Münzblätter, Band 3 1981–1983, Nr. 14/15 1983, S. 289–351. Broucek, P.: Der Schwedenfeldzug nach Niederösterreich 1645/46. Militärhistorische Schriftenreihe, Heft 7. 3. Aufl., Wien 1989. Fabiankowitsch, A.: 1683 und die Münzfunde in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland. In: Alram–Emmerig–Harreither (Hg.), Akten des 5. Österreichischen Numismatikertages Enns 21.–22. Juni 2012. Forschungen in Lauriacum 15. Enns/Linz 2014, S. 199–213. Friederich, K.: Die Münzen und Medaillen des Hauses Stolberg und die Geschichte seines Münzwesens. Dresden 1911. Gebhart, H.: Die Münzen und Medaillen der Stadt Donauwörth. Halle (Saale) 1924. Geiger, H. U.: Schweizer Münzen in österreichischen Funden 1928–1955. In: Schweizerische Numismatische Rundschau, Bd. XLIV, 1965. S. 29–40. Koch, B.: Ein Münzfund in zwei Notgräbern zu Linz-Keferfeld aus dem 17. Jahrhundert, II. Teil: Die Münzen. Kunstjahrbuch der Stadt Linz 1967, 163–173.

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50 Kohl, C. A.: Talerteilstücke des Kurfürstentums Sachsen – Typenkatalog Albertinische Linie 1547–1763. Leipzig 1994. Lanz, Auktion 39, 25. November 1986. Martini, R.: La Monetazione di Filippo III d’asburgo e di Filippo III d’asburgo et Margherita d’austria della zecca die Milano nelle civiche raccolte numismatiche di Milano (1598– 1617). Milano 1999. Metlich, M.: Österreichische Münzschatzfunde aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges. In: Universität Wien, Institut für Numismatik, Mitteilungsblatt 9 / 1994 S. 16–21. Moser, H. – Tursky, H.: Die Münzstätte Hall in Tirol 1477–1665. Innsbruck 1977. Prokisch, B.: Grunddaten zur europäischen Münzprägung der Neuzeit ca. 1500–1990. (Veröffentlichungen des Instituts für Numismatik Wien 2). Wien 1993. Prokisch, B.: Die Raitpfennigprägung in den österreichischen Erbländern. (Veröffentlichungen des Institutes für Numismatik und Geldgeschichte 12) 2 Bände. Wien 2009. Resch, A.: Siebenbürgische Münzen und Medaillen von 1538 bis zur Gegenwart. Hermannstadt 1901. Schnee, G.: Sächsische Taler 1500–1800. Frankfurt am Main 1982. Tornau, O.: Münzwesen und Münzen der Grafschaft Mansfeld von der Mitte des Fünfzehnten Jahrhunderts bis zum Erlöschen des gräflichen und fürstlichen Hauses. Prag 1937. Welter, G.: Die Münzen der Welfen seit Heinrich dem Löwen. Braunschweig 1971. Winterstein C.: Die Taler von Basel. Basel 1983. Abbildungsnachweis Abb. 1 Verena Bousek, Abb. 2–3 Anna Fabiankowitsch, Kat.-Nr. 1–21 Kunsthistorisches Museum Wien – Museumsverband. Die Münzen sind im Verhältnis 1:1 abgebildet.

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