Der Netzwerkansatz bei Granovetter und seine Rezeption

May 30, 2017 | Author: Eduard Buzila | Category: Gesellschaftstheorie, Soziologie, Netzwerktheorie, Mark Granovetter
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Der Netzwerkansatz bei Granovetter und seine Rezeption

Eduard Buzila Universität Bayreuth

Inhaltsverzeichnis Abbildungsverzeichnis

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Einleitung

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Die Entstehung von Netzwerken

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The Strength of Weak Ties

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Rezeption des Aufsatzes Granovetters

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Schlussbemerkungen

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Literatur

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Abbildungsverzeichnis 1 2 3 4 5

Triade mit starken Verbindungen . . . . . . . . . . . . . . . . Triade mit schwacher und starker Verbindung . . . . . . . . . Forbidden triad . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Lokale Brücken . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Kombinationen verschiedener schwacher und starker Brücken

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1 Einleitung Die soziale Netzwerktheorie entwickelt konzeptionelle Begriffe und Modelle, mit denen die Gesellschaft im Sinne der Gesellschaftstheorie näher untersucht werden kann. Einige prominente Autoren innerhalb der Netzwerktheorie sprechen bereits von einer »Netzwerkgesellschaft« (vgl. Fuhse Arendt 2016: 13). Schließlich leben wir in einer »small world« – so die Argumentation –, »in der angeblich jede mit jedem über höchstens sechs Zwischenschritte in persönlichen Beziehungen verbunden ist« (ebd.: 13). Eine der wichtigsten Arbeiten zur Untersuchung relationaler Beziehungen zwischen der Mikro- (»Der Mensch als soziales Wesen«) und Makroebene (»(welt-)gesellschaftlichen Gegebenheiten«) ist Mark Granovetters Aufsatz »The Strength of Weak Ties« (1973). Die hier vorliegende Arbeit befasst sich im folgenden Abschnitt zunächst mit der »Entstehung von Netzwerken« aus einer rein theoretisch-deskriptiven Perspektive. Dabei soll gezeigt werden, wie Netzwerke entstehen und wie die einzelnen Akteure in sozialen Netzwerken miteinander verbunden sind. Im dritten Teil der Arbeit sollen die Stärken und die Arten dieser Verbindungen anhand des Aufsatzes von Granovetter näher erläutert werden. Es soll gezeigt werden, weshalb Granovetter schwache Verbindungen zwischen sozialen Netzwerken wichtiger als starke Verbindungen erachtet und welche Implikationen sich daraus für das Verständnis sozialen Handelns ergeben. Im letzten Teil der Arbeit werden die wichtigsten Rezeptionen des Granovetterschen Ansatzes innerhalb der Soziologie erörtert, um zu zeigen, dass sein Aufsatz die soziale Netzwerktheorie und -analyse nachhaltig geprägt hat. Hier sind vor allem die Bereiche der »small world Netzwerke« und die theoretischen und empirischen Untersuchung des Konzepts des »Sozialkapitals« zu nennen.

2 Die Entstehung von Netzwerken Qua Geburt wird jeder Mensch in eine Gemeinschaft hineingeboren, zu der er automatisch dazugehört. Er wird somit immer ein Teil des Menschengeschlechts, oder besser der Menschheitsgemeinschaft (vgl. Folkers 1968: 220), als größte und übergeordnetste soziologische Kategorie. Die Familie, aus der er biologisch hervorgeht und in die er hineingeboren wird, bildet soziologisch den kleinsten gesellschaftlichen Nukleus, den wir kennen (vgl. Steiner Baermann 2008: 121); diese Zugehörigkeit qua biologischer Abstammung ist ebenfalls im Tierreich zu beobachten – wo es zu keiner Vermischung zwischen den Tiergattungen kommt, sondern diese immer nur unter sich bleiben –, denn nur in der Gemeinschaft, und das gilt für Menschen ebenfalls, ist das Überleben und die dauerhafte Sicherung der eigenen Spezies möglich.

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Die enge biologische und emotionale Verbindung zwischen Mutter und Kind – die vorgeschaltet grundsätzlich eine gemeinschaftliche Zusammenkunft der Eltern, traditionellerweise in Form der Ehe (»vorgeschaltete Verbindung«), erfordert, um innerhalb diesen Rahmens den Zeugungsakt des Kindes zu initiieren – wird am deutlichsten durch die Nabelschnur symbolisiert, durch die das Kind während der gesamten Schwangerschaft mit frischem, sauerstoffangereichertem Blut und Nährstoffen versorgt wird, das für das Überleben des Kindes im Mutterlaib notwendig ist. Sobald das Kind älter wird und über eine entsprechende geistige Reife verfügt, sprechen wir metaphorisch von der »Ab-nablung« von den Eltern (vgl. E. Dreher und M. Dreher 1985), denn in diesem Entwicklungsstadium lockert es die Verbindung zu ihnen auf und beginnt selbstständig zu handeln und zu denken. Zeichen dieses einsetzenden Trennungsprozesses, der bereits mit der Geburt beginnt, ist der Bauchnabel eines jeden, der nichts anderes als eine zurückbleibende Narbe ist, und der nichts anderes als die vormals durch die Nabelschnur bestehende »Ver-Bindung« zur Mutter repräsentiert. Die psychische und physische Entwicklung des Kindes führt im weiteren Verlauf zur eigenen Selbstständigkeit, zur Bestrebung nach Autonomie und zur Manifestierung des »Über-Ich« (vgl. Freud 1970 [1933]), so dass es dadurch die Gemeinschaft des Elternhauses, also die enge familiäre »Ver-Bindung«, verlässt und versucht sich in andere gesellschaftliche Zusammenschlüsse zu begeben. In unserer heutigen Zeit stellen Kindergärten den ersten Ort dar, an dem es äußerlich zu einer forcierten Zusammenkunft innerhalb eines institutionellen Rahmens kommt. Kinder ab dem 2. Lebensjahr werden in diese Einrichtungen gebracht und müssen dort mit anderen Kindern gleichen oder höheren Alters interagieren. Die Interaktion selbst findet meist noch sehr »natürlich« statt, d. h. sie ist noch nicht durch Sozialisation, Ressentiments und Vorurteile geprägt, sondern erfolgt eher bedingt durch das »ursprüngliche« Naturell der Kinder (Manifestierung des »Ich« im Sinne Freuds). Da Menschen – bereits auch in diesem Alter – unterschiedliche Wesenszüge haben, kommt es beim »Zusammenstoß« der unterschiedlichen Charaktere zu einer »Dissonanz«, die wiederum nahezu automatisch zu unterschiedlichen Gruppierungen führt. Allgemein kann man sagen, dass Kinder, die charakterlich ähnlich sind, eher zueinander finden und eine Gruppe bilden, während sie Kinder, mit denen sie nicht harmonieren und deshalb nicht spielen können und wollen, von dieser Gruppe ausgrenzen werden, was wiederum zu einer Gruppenbildung dieser »Ausgegrenzten« führt. Diese Gemeinsamkeiten – zum einen die des »sichleiden-können« und die des »sich-nicht-leiden-können« auf der anderen Seite – führen dazu, dass sich dadurch Gruppen oder »Netzwerke« bilden, die diametral zueinander stehen. Das Ziel dieser Gruppen ist – überspitzt formuliert – die totale Ausgrenzung der anderen.

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Ähnlich verläuft die Interaktion und Kooperation zwischen den Kindern in der Schule, als konsekutiver Ort im Bildungsverlauf eines jeden Kindes. Hier kann es aus unterschiedlichen Gründen zu Gruppenbildungen kommen, die nicht nur durch ein ähnliches Naturell der Schüler konstituiert werden, sondern weil beispielsweise homophile Netzwerkbildungen bevorzugt werden. So konnten Steglich und Knecht (2010: 440) nachweisen, dass Freundschaften in Schulen meist homophil sind, d. h. Mädchen nennen meist Freundinnen und Jungen meist Freunde als Bezugspersonen. Netzwerke werden aber auch deshalb gebildet, um diese als solche »auszunutzen«. Man denke hier an die eigene Schulzeit. Die Klassen-Gemeinschaft ist häufig aufgeteilt in Schüler, die beliebt, und Schüler, die unbeliebt sind. Schüler, die ungern Hausaufgaben machen, sind meistens die »beliebten« und »coolen«, die jedoch wissen, dass jemand anderes aus der Klasse diese immer zuverlässig und sorgfältig macht. Bei diesen Schülern handelt es sich dann oft um die »unbeliebten« und »uncoolen«. Um an die Hausaufgaben zu gelangen, ohne sie selbst machen zu müssen, kann der »beliebte« Schüler sein »Sozialkapital« (vgl. Fuhse Arendt 2016: 183 ff.) – seine Beliebtheit also – einsetzen, um mit dieser die Gunst des »strebsamen« und »unbeliebten« Schülers zu gewinnen, indem er mit diesem eine Bindung eingeht, um somit die von ihm begehrten Hausaufgaben von diesem abschreiben zu können (vgl. Nussbaum 2014: 512). Hierbei handelt es sich um eine »symbiotische« und »präpolitische« Gruppenbildung, die dazu dient, ein bestimmtes »Interesse«, welches nämlich zwischen den Mitgliedern vorherrscht, und zwar »inter-esse«, also zwischen ihnen ist, zu erreichen. Der »faule« Schüler möchte die Hausaufgaben abschreiben, während der »strebsame« Schüler die Gunst des meist angesehenen Schülers genießen möchte, um selbst innerhalb der Klasse an Beliebtheit zu gewinnen. Die hier stattfindende Interaktion ist im Vergleich zur Situation im Kindergarten nicht mehr so »unvorbelastet«, sondern ist bestimmt durch die Sozialisation der Kinder (»soziale Geburt«). Parsons konstatiert, dass vom »funktionalen Gesichtspunkt aus [...] die Schulklasse zunächst als Sozialisationsinstanz behandelt werden [kann]«. (2013: 103). Im Vergleich zum Netzwerkaufbau im Kindergarten, der darauf ausgerichtet war, nur Kinder in das Netzwerk aufzunehmen, die man leiden kann und alle anderen auszuschließen, haben Kinder nun gelernt Netzwerk nicht so absolut zu betrachten, sondern diese anderen gegenüber dann zu öffnen, wenn sie einen eigenen Nutzen dadurch ziehen können. Man könnte diese Netzwerke deshalb als »semipermeable« bezeichnen. Entscheidend ist, dass sich bereits Kinder darüber bewusst sind, wie sie bestimmte Ziele durch das Ausnutzen von Netzwerken erreichen können. Die Beliebtheit des Schülers ergibt sich nämlich aus dem Vorhandensein, dem Aufbau, dem Erhalt und dem Ausbau des Netzwerkes. Somit werden »Netzwerke einerseits zum

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Ziel von Handlungsentscheidungen – wir ›investieren‹ in unsere Beziehungen mit anderen. Andererseits bilden sie Mittel für das Erreichen anderer Ziele. So können wir aus unseren Netzwerken ›Kapital schlagen‹, wenn wir über sie beruflich aufsteigen« (Fuhse Arendt 2016: 184). Der unbeliebte Schüler möchte zum Netzwerke des beliebten Schülers dazugehören, um selbst an Ansehen zu gewinnen, d. h. um in das Netzwerk des beliebten Schülers aufgenommen zu werden, um es sodann für sein eigenes Ziel »ausnutzen« zu können. Laut Parsons handelt es sich insbesondere bei der Sozialisationsinstanz Schule »um eine Instanz, durch die einzelne Persönlichkeiten ausgebildet werden, um der Erfüllung von Erwachsenenrollen motivationsmäßig und technisch gewachsen zu sein« (2013: 103). Das bedeutet, dass Kinder bereits in der Schule Rollen annehmen, die sich aus ihrem eigenen Naturell und aus ihrem Sozialkapital ergeben – die »coolen« und »uncoolen« Schüler bilden jeweils getrennt voneinander ein Netzwerk –, und diese werden dann auch – allgemein gesprochen – im weiteren Lebensverlauf beibehalten. Trotz dieser Rollenverteilung wissen die einzelnen Personen aber von der Möglichkeit, das eigene Netzwerk in einer bestimmten Art und Weise einzusetzen, um so einen »Profit« aus dem Netzwerk der anderen zu ziehen. Die Netzwerke der anderen werden dann als »Sprungbrett« benutzt. Insbesondere nach der Beendigung der Schulzeit treten alle Schüler in weiteren Netzwerken ein, sei es in das Berufsleben oder das Leben an der Universität. Sowohl während als auch nach der Schulzeit können sie sich jedoch unabhängig von der Schule, und dann später unabhängig von Beruf oder Studium, bereits in anderen Netzwerken eingefunden haben, z. B. in einem Sportverein, in einer Musikgruppe, in einer Theatergruppe, in einer kirchlichen Gemeinde, in einer Gewerkschaft, usw. Netzwerke können daher als eine Art »Ariadnefaden« betrachtet werden, der, verfolgt man ihn von der Geburt bis zur Gegenwart, die gesellschaftlichen Verbindungen und die gesellschaftliche Mobilität jedes einzelnen Menschen anzeigen kann; die Verfolgung eines solchen »Ariadnefadens« ist beispielsweise genuine Aufgabe eines jeden Biographen, aber auch die der Soziologie im Allgemeinen (vgl. Meulemann 2013: 35 ff.) und z. B. die der Ethnomethodologie nach Harold Garfinkel im Besonderen (vg. Garfinkel 1967). Gesellschaftlicher oder sozialer Aufstieg, d. h. »vertikale/horizontale Mobilität«, ist im Allgemeinen ohne den Aufbau, den Erhalt und das Ausnutzen von Netzwerken nicht möglich. Insbesondere der politische Wahlkampf ist ein gutes Beispiel hierfür. Gleichgültig, auf welcher Ebene dieser stattfindet – kommunaler Ebene, Länder- oder Bundesebene –, der Kampf um die Wählergunst kann nur dadurch gewonnen werden, indem der entsprechende Politiker – der Kandidat um das entsprechende politische Amt – bereits eigene vorhandene Netzwerke

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ausbaut, und zwar indem er diese durch die Aufnahme von Individuen erweitert (z. B. indem er das Vertrauen der einzelnen Bürger gewinnt) und selbst in große Netzwerke aufgenommen wird (z. B. in das Netzwerk der Wirtschafts- und Industrieunternehmen, der Bankenbranche, usw.). Die bisherigen Ausführungen haben gezeigt, dass jeder Menschen in mindestens ein Netzwerk eingeflochten ist, nämlich im Netzwerk der Menschheitsgemeinschaft. Die engste und intensivste Verbindungen erfährt er jedoch grundsätzlich zunächst innerhalb der eigenen Familie. Indem jedoch seine Autonomie steigt, tritt er in weitere Netzwerke ein und lernt diese, durch Akkumulation und Einsatz von »Sozialkapital« (vgl. Bourdieu 1986; Coleman 1988: 97 ff. Putnam 2000), für seinen eigenen Vorteil auszunutzen. Unter »Sozialkapital« versteht Bourdieu (1986: 248) »the aggregate of the actual potential resources which are linked to possession of a durable network of more or less institutionalized relationships of mutual acquaintance or recognition«. Damit macht er deutlich, dass für ihn besonders die Größe des Netzwerkes und das Volumen des bereits akkumulierten Sozialkapitals, über welches das Individuum verfügt, entscheidend ist (vgl. ebd.: 249). Im Zeitverlauf entstehen also immer mehr Netzwerke unterschiedlicher Größe, die sich jedoch irgendwann auch wieder auflösen, und zwar – um ein drastisches Szenario anzuführen – entweder von innen, spätestens mit dem natürlichen Tod aller Mitglieder des Netzwerkes, oder von außen, wenn alle Mitglieder des Netzwerkes gezielt getötet werden (z. B. die Mitglieder einer terroristischen Zelle oder Vereinigung). Mit dem vorhergehenden Satz sollte verdeutlicht werden, dass Netzwerke einen »natürlichen« Zyklus durchlaufen: sie entstehen, sie expandieren, sie schrumpfen und schlussendlich lösen sie sich auf. Um Netzwerke am Leben zu erhalten, bedarf es also des Aufbaus und der Pflege persönlicher Beziehungen innerhalb des Netzwerkes und – von Zeit zu Zeit – der Aufnahme neuer Mitglieder in das Netzwerk (z. B. Monarchien, in denen nicht nur der»Blutsadel« unter sich heiratet, sondern wo es rechtlich möglich ist, das Adlige auch Nicht-Adlige ehelichen dürfen). Innerhalb der Netzwerktheorie unterscheidet man, in Anlehnung an Mark Granovetters Aufsatz »The Strength of Weak Ties«, zwischen »schwachen« und »starken Beziehungen«, die entweder zwischen den Mitgliedern des eigenen Netzwerkes (»starke Beziehungen«) oder zu Mitgliedern anderer Netzwerke bestehen (»schwache Beziehungen«). Diese Beziehungsarten und die entsprechenden »Intensitäten« werden im nächsten Abschnitt näher beleuchtet und innerhalb der Netzwerktheorie verortet.

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3 The Strength of Weak Ties Laut Albert-László Barabási (2002: 42) handelt es sich bei dem Aufsatz von Granovetter, »The Strength of Weak Ties«, um »one of the most influential sociology papers ever written. It is one of the most cited as well, featured as a Citation Classic by Current Contents in 1986.« Sucht man nach diesem Aufsatz auf der Internetseite »scholar.google.de«1 – auch wenn diese Seite nicht repräsentativ für alle wissenschaftlichen Publikationen weltweit ist, bietet sie dennoch eine gute Annäherung an die tatsächliche Zahl –, so erhält man eine Trefferzahl von 37.566 (Stand 06.05.2016), die besagt, dass dieser Aufsatz 37.566-mal von anderen Autoren zitiert wurde. Vergleicht man diese Zahl mit anderen ähnlichen Werken aus dem Bereich Netzwerktheorie und Soziologie, z. B. mit dem Buch »Linked: How Everything is Connected to Everything Else and What It Means« (6.662) von Albert-László Barabási, mit Niklas Luhmanns Buch »Soziale Systeme« (11.093) bzw. mit der englische Übersetzung »Social Systems« (4.815) oder Max Webers »Wirtschaft und Gesellschaft« (19.632) bzw. auch hier mit der entsprechenden englischen Übersetzung »Economy and Society« (20.428), so lässt sich augenscheinlich die Schlussfolgerung ziehen, dass es sich bei diesem Aufsatz tatsächlich um eines der meist zitiertesten Werke innerhalb der Soziologie handeln muss (vgl. Stegbauer 2008: 1061; der zum gleichen Ergebnis gelangt, jedoch mit Zahlen aus dem Jahr 2006). Bevor näher auf den Aufsatz von Granovetter eingegangen wird, sollen hier kurz einige Begriffe der Netzwerktheorie genauer erläutert werden, die bis jetzt stillschweigend verwendet wurden und die im Aufsatz Granovetters öfters genannt werden. Zwar handelt es sich bei diesen um Fachausdrücke, ihre inhaltliche Bedeutung ist jedoch bereits im großen Maße Bestandteil des allgemeinen Sprachgebrauchs geworden, denn spätestens seit der Gründung von Internetplattformen wie Twitter und Facebook sprechen wir von »sozialen Netzwerken«. Ein »Netzwerk« lässt sich allgemein als die Gesamtsumme aller miteinander verbundenen Knoten definieren. Unterschiedliche Disziplinen beschäftigen sich mit unterschiedlichen Netzwerken, so z. B. die Mathematik (vgl. Wessler und Röpcke 2014), die Volkswirtschaftslehre (vgl. Allen und Babus 2009, Acharya, Pedersen, Philippon und Richardson 2012, Acemoglu, Ozdaglar und Tahbaz-Salehi 2013, Anand, Gai, Kapadia, Brennan und Willison 2013), die Physik (vgl. Barabási 2002, Newman 2003), die Biologie (vgl. Dorogovtsev und Mendes 2013), usw. Deshalb untersuchen sie auch unterschiedliche Arten von Knoten. In der sozialen Netzwerktheorie repräsentieren solche Knoten Menschen (Fuhse 2008). 1 Ein vollständiger

Zugriff auf die Datenbank »Social Science Citation Index« war aufgrund der Lizenzvereinbarung der Universität Bayreuth nicht möglich. Die Lizenz erlaubt einen Zugriff nur ab 1979, so dass eine Auswertung des Aufsatzes von Granovetter nicht möglich war.

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Die Nabelschnur und der Bauchnabel repräsentieren das »soziale« Netzwerk »Mutter-Kind«, da Mutter und Kind zunächst durch die Nabelschnur, später nur noch emotional miteinander verbunden sind. Solche »Netzwerke« werden deshalb als »sozial« bezeichnet, weil man dabei die »Beziehungen bzw. Relationen, in die Individuen oder abstraktere soziale Einheiten eingebettet sind« (Ahrens 2009: 301), untersucht. In der Terminologie der sozialen Netzwerktheorie handelt es sich bei dem »Mutter-Kind-Netzwerk« um eine »Dyade«, welche »die kleinste mögliche Einheit der Netzwerkanalyse« darstellt (Jansen 1999: 54). Die Dyade ist »ein Netzwerk, das aus nur zwei Elementen besteht, d. h. sie besteht aus zwei Elementen und den Beziehungen zwischen ihnen.« (ebd.: 54) Diese Elemente, d.h. die »Personen« (vgl. Fuhse 2008), die in der Terminologie der Netzwerktheorie »Akteure« heißen – hier: Mutter und Kind –, bezeichnet man genauer als »Knoten« und die »Nabelschnur«, dasjenige also, was die Knoten miteinander verbindet, nennt man »Verbindungen« oder »Kanten«. Die bildliche Darstellung eines Netzwerkes erfolgt durch »Graphen« und ein »Graph ist schnell gezeichnet – tatsächlich gehört nichts weiter dazu als das Markieren einiger Punkte, die in diesem Zusammenhang meist Knoten (oder auch Ecken) genannt werden und von denen wiederum einige durch Linien, sogenannte Kanten, verbunden werden.« (Wessler und Röpcke 2014: 16) Möchte man den obigen Begriff »Netzwerk« genauer definieren, so kann eine mögliche Definition nun folgendermaßen lauten: »Ein Netzwerk ist definiert als eine abgegrenzte Menge von Knoten oder Elementen und der Menge der zwischen ihnen verlaufenden sogenannten Kanten.« (Jansen 1999: 52) Natürlich muss zwischen den Akteuren keine faktische Bindung (»Nabelschnur«) vorliegen. Bindungen zwischen Menschen entstehen auf unterschiedliche Arten und Weisen. Die Bindung zwischen Mutter und Kind ist zwar zunächst einmal eine körperliche, doch gleichzeitig auch eine emotionale. Eine solche emotionale Bindung besteht grundsätzlich in gleicher Weise auch zwischen Vater und Kind, ohne dass sie zuvor körperlich miteinander verbunden waren. Erweitert man das dyadische »Mutter-Kind-Netzwerk« um einen weiteren Akteur, den Vater, so erhält man eine »Triade«, die ein Netzwerk mit drei Knoten darstellt. »Sie besteht aus diesen drei Elementen und den Beziehungen zwischen ihnen.« (ebd.: 55) Die Beziehung zwischen »Mutter-Vater-Kind« kann eine emotionale und/oder auch eine juristische sein. Die Erzeuger selbst stehen ab Einsetzen der Schwangerschaft, spätestens jedoch mit der Geburt des Kindes, rechtlich in einer »VerBindung« zueinander. Mit der Geburt spätestens bilden sie rechtlich eine Triade, da das Kind eine rechtliche Position sowohl gegenüber der Mutter als auch gegenüber dem Vater inne hat und vice versa. Mitarbeiter in einem Unternehmen sind durch ihre Zugehörigkeit zum Unternehmen bereits miteinander verbunden, insbesondere dann, wenn sie sich mit

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dem Unternehmen selbst identifizieren. In diesem Zusammenhang spricht man von der sog. »Mitarbeiter-Bindung« an das Unternehmen (vgl. Cross und Parker 2004; Felfe 2011). Gleichzeitig stehen sie auch finanziell mit dem Unternehmen in Verbindung, da sie auf Lohn- und Gehaltszahlungen angewiesen sind. Unternehmen untereinander sind wirtschaftlich durch Geld- und Güterströme lokal, national oder sogar international miteinander verbunden, während Staaten politische, ökonomische, diplomatische und militärische Beziehungen, z. B. in Form der EU, ESA, UNO, NATO, WTO, WHO, usw., eingehen. Verbindungen können demnach sowohl auf körperlicher, emotionaler, juristischer, finanzieller, wirtschaftlicher, als auch auf politischer, ideologischer, usw. Grundlage basieren. Die soziale Netzwerktheorie interessiert sich primär für »soziale Beziehungen«, dabei kann es sich um Freundschaften (vgl. Binczek 2010), Liebesbeziehungen oder auch um Konflikte handeln, die dann als »symmetrisch«, während Zuneigung, Loyalität oder Machtbalancen als »asymmetrisch« bezeichnet werden (vgl. Fuhse Arendt 2016: 15, 215). Die »Stärke« und das Entstehen starker und schwacher Verbindungen sowohl zwischen den einzelnen Knoten eines Netzwerks, als auch zwischen zwei verschiedenen Netzwerken, wurden von Granovetter in seinem Aufsatz »The Strength of Weak Ties« prominent untersucht. Laut Christina Prell hat »Granovetter’s research subsequently launched much interest in the topic of social networks and weak ties in particular, and his article has informed research on social capital and small worlds, both popular topics in social network analysis« (2012: 45). Ein Grund für die fundamentale Bedeutung seines Aufsatzes innerhalb der sozialen Netzwerktheorie ist die durch ihn gewonnene Erkenntnis der relationalen Beziehungen zwischen Mikro- und Makroebene. Granovetter beginnt seinen Aufsatz mit folgender Kritik: »A fundamental weakness of current sociological theory is that it does not relate micro-level interactions to macro-level patterns in any convincing way.« (1973: 1360) Studien, die sich mit der Makroebene befassten, analysierten lediglich die soziale Mobilität von Akteuren, die Organisation von Gemeinschaft (»community«) und politische Strukturen, während sich Studien, welche die Mikroebene untersuchten, auf die Interaktion von Akteueren in kleinen Gruppen konzentrierten (vgl. ebd.: 1360). Eine »Brücke« von der Mikro- zur Makroebene zu schlagen und dies empirisch zu belegen, war sein Ziel. Er war nämlich der Ansicht, dass »the analysis of processes in interpersonal networks provides the most fruitful micro-macro bridge« (ebd.: 1360). Für das Verständnis dieser »micro-macro bridge« sind die starken (»strong«) und schwachen (»weak«) Verbindungen (»ties«) entscheidend. Granovetter definiert »the ‘strength’ of an interpersonal tie« folgendermaßen: »the strength of a tie is a (probably linear) combination of the amount of time, the emotional intensity, the intimacy (mutual confiding), and the reciprocal services

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which characterize the ties« (1973: 1361). Entscheidend für ihn ist Folgendes: »It is sufficient for the present purpose if most of us can agree, on a rough intuitive basis, whether a given tie is strong, weak, or absent.« (ebd.: 1361) Legt man das obige triadische »Mutter-Vater-Kind-Netzwerk« zugrunde, so kann idealtypischerweise davon ausgegangen werden, dass die Eltern sehr viel Zeit mit dem Kind verbringen (»amount of time«), dass eine starke emotionale Bindung und Intimität zwischen ihnen herrscht (»emotional intensity, intimacy)«, jedoch gibt es keine gegenseitige Hilfestellung, die die Verbindung charakterisiert (»the reciprocal services which characterize the tie«). Trotz des Nichtvorhandenseins des letzten Punktes, kann davon ausgegangen werden, dass es sich bei der triadischen Verbindung zwischen »Mutter-Vater-Kind« um eine starke Verbindung (»strong tie«) handelt. Dies wird in der Alltagssprache durch das Sprichwort »Blut ist dicker als Wasser« zum Ausdruck gebracht; ein Sprichwort, dass sich in vielen anderen Sprachen wieder findet und damit zeigt, dass es sich um ein allgemeines Verständnis der Familienverhältnisse handelt. Eine fehlende Verbindung (»absent tie«) ist dadurch charakterisiert, dass die Akteure in keinem Verhältnis zueinander stehen, d. h. sie haben keine Kenntnis voneinander, verbringen keine Zeit miteinander, sind voneinander unabhängig, usw. Was eine schwache Verbindung (»weak tie«) ausmacht, wird von Granovetter nicht definiert. Es ist jedoch eindeutig, dass diese Verbindung zwischen den zwei Extrema, »strong tie« und »absent tie«, liegen muss. Für Granovetter ist für die Bestimmung der Stärke der Verbindung die Zeit entscheidend, welche die einzelnen Akteuere miteinander verbinden (vgl. Avenarius 2010: 101). Verbringen sie viel Zeit miteinander, dann liegt eine starke, und wenn sie gar keine Zeit miteinander verbringen, dann liegt keine Verbindung vor. Immer dann also, wenn die Akteure nur relativ wenig Zeit miteinander verbringen, herrscht eine schwache Verbindung zwischen ihnen, da durch die zeitliche Restriktion sowohl die Interaktion als auch die Intensität und Intimität nur schwach ausgeprägt sein können. Das obige Beispiel der Klassenkollegen (»cooler« vs. »uncooler« Schüler) kann als solches für eine schwache Verbindung angeführt werden, da diese zwar miteinander interagieren und damit während des Aufenthaltes in der Schule Zeit miteinander verbringen, jedoch wird eine solche Verbindung meistens von den Akteuren nur als schwach angesehen, da sie ihre Zeit überwiegend außerhalb der Schule und damit getrennt voneinander verbringen (vgl. Rapoport und Horvath 1961). Um die soziologischen Auswirkungen der starken und schwachen Verbindungen näher zu untersuchen, entwickelte Granovetter ein Modell, das aus »two arbitrarily selected individuals« besteht, die er als A und B bezeichnet (1973: 1362). Zusätzlich dazu nimmt er an, dass es weitere Akteure gibt, die eine Verbindung

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zu A oder B haben. Die Menge dieser Akteure definiert er als »S = C, D, E, ..., of all persons with ties of either or both of them« (1973: 1362, Hervorhebung im Original). Damit gelangt er zu folgender Behauptung: »The hypothesis which enables us to relate dyadic ties to larger structures is: the stronger the tie between A and B, the larger the proportion of individuals in S to whom they will both be tied, that is, connected by a weak or strong tie. This overlap in their friendship circles is predicted to be least when their tie is absent, most when it is strong, and intermediate when it is weak.« (ebd.: 1362, Hervorhebung im Original) Liegt also eine starke Verbindung zwischen A und B vor, so werden beide mit einer relativ großen Anzahl von Personen aus S verbunden sein, und zwar entweder durch starke oder schwache Verbindungen. Stellt man auf die Eigenschaft der starken Verbindung ab, so wird die Annahme klarer. Damit nämlich eine solche Verbindung zwischen A und B vorliegen kann, müssen beide (per definitionem) viel Zeit miteinander verbringen. Indem sie das tun, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass A die Freunde von B kennenlernen wird und vice versa. Dies wird von Granovetter am Beispiel des Freundes C illustriert: »If A B and A C ties exist, then the amount of time C spends with B depends (in part) on the amount A spends with B and C, respectively.« (ebd.: 1362) Verbringen alle drei Akteure in dieser Konstellation intensiv Zeit miteinander, so kann angenommen werden, dass sie sich charakterlich ähneln, da man grundsätzlich freiwillig keine Zeit mit Menschen verbringt, die man nicht mag. Diese Einstellung kommt der obig beschriebenen Situation im Kindergarten sehr nahe. Man tendiert dazu, Zeit mit Menschen zu verbringen, die einem ähnlich sind. Granovetter postuliert, dass »if strong ties connect A to B and A to C, both C and B, being similar to A, are probably similar to one another, increasing the likelihood of a friendship once they met« (ebd.: 1362). Durchdenkt man Granovetter’s Beschreibung der triadischen Situation, so kann man zur Überzeugung gelangen, dass A, B und C eine Triade formen, die entweder nur aus starken oder aus zwei starken und einer schwachen Verbindung besteht, so wie dies in Abbildung 1 und 2 dargestellt wird. Diese triadische Beziehung entsteht dadurch, dass A und B besonders viel Zeit miteinander verbringen und sich sehr ähnlich sind, so dass zwischen ihnen eine (besonders) starke Verbindung besteht. Indem sie also immer (nahezu) alles gemeinsam unternehmen, treffen sie auch immer gemeinsam auf die gleichen Personen. Ihre Gemeinsamkeit führt dazu, dass sie ihr Netzwerk nur solchen Personen öffnen, die ähnliche oder gleiche Charaktereigenschaften haben, wie sie selbst (vgl. obiges Kindergartenbeispiel). Deshalb muss C entweder durch eine starke oder eine schwache Verbindung zu A und B verbunden sein. Im letzteren Fall, wenn also zwischen zwei Akteuren eine starke Verbindung besteht und der dritte Akteur lediglich mittels einer schwachen Verbindung mit den anderen zweien verbunden ist (Ab-

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bildung 2), spricht man von »Granovetter’s Transitivity« (Kadushin 2012: 79).

Abbildung 1: Triade mit starken Verbindungen

Abbildung 2: Triade mit schwacher und starker Verbindung

Um aber dem Modell weiteres abzugewinnen, insbesondere um die strukturellen Implikationen einer solchen »inter-personalen« Beziehung intensiver zu analysieren, verändert Granovetter seine ursprüngliche Hypothese und führt ein neues Konzept ein, und zwar das des »forbidden triad« (Abbildung 3). Er beschreibt dieses Konzept wie folgt: »the triad which is most unlikely to occur, under the hypothesis stated above, is that in which A and B are strongly linked, A has a strong tie to some friend C but the tie between C and B is absent« (Granovetter 1973: 1363, Hervorhebung im Original).

Abbildung 3: Forbidden triad

Diese etwas überspitzte Annahme ist ihm selbst bewusst: »I will exaggerate it in what follows by supposing that the triad shown never occurs – that is, that B C tie is always present (whether weak or strong), given the other two strong ties.« (ebd.: 1363, Hervorhebung im Original) Das heißt, falls A eine »starke« Verbindung zu B und C hat, so ist es ausgeschlossen, dass zwischen B und C keine Verbindung besteht. Eine Triade, wie in Abbildung 3 dargestellt, ist in Granovetters Modell daher verboten (vgl. Wasserman und Faust 1994: 99). Er liefert ein weiteres Argument, um seinem Postulat der »forbidden triad« mehr Gewicht zu verleihen: »If strong ties A B and A C exist, and if B and C are aware of one another, anything short of a positive tie would introduce a ‘psychological strain’ into the situation since C will want his own feelings to be congruent with those of his good friend, A, and similarly, for B and his friend,

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A. Where the ties are weak, however, such consistency is psychologically less crucial.« (Granovetter 1973: 1362, Hervorhebung im Original) Eine schwache Verbindung zwischen B und C reduziert also die Notwendigkeit und den (sozialen) Druck, dass beide sehr gute Freunde werden müssen. Es reicht, dass beide sich positiv tolerieren. Dieses Tolerieren erfolgt mittels der schwachen Verbindungen, die zwischen ihnen annahmebedingt herrschen muss. Menschen sind in der Lage, die subjektiv empfundene Stärker einer Beziehung auszudrücken. Herrscht eine starke Beziehung zwischen zwei Menschen, so kann dies als »Freundschaft« bezeichnet werden; beide Akteure sehen und bezeichnen sich als » enge Freunde« (»strong tie« zwischen A und B). Liegt nur eine schwache Verbindung vor (»weak tie« zwischen B und C), so betrachten sie sich als »Kumpels« oder »Spezis«. Der schwächste Grad innerhalb einer schwachen Beziehung dieser Art kann dadurch ausgedrückt werden, dass man einfach von einem »Bekannten« spricht. Diese sprachliche Unterscheidungen der Verbindungsstärken lassen sich in vielen Sprachen finden, so z. B. im Englischen, wo man ebenfalls von »close friend«, »buddy« or »mate« und von »acquaintance« spricht (vgl. ebd.: 1368, 1372, Fußnote 17). Da Granovetter in seinem Modell annimmt, dass es nie zu einer »forbidden triad« kommen kann, muss nun gefragt werden, ob B und C trotzdem in irgendeiner Form miteinander verbunden sein können, denn sie haben ja schließlich einen gemeinsamen Freund A. Er sagt hierzu folgendes: »Consider the strong tie A B: if A has another strong tie to C, then forbidding the triad of figure [3, E. B.] implies that a tie exists between C and B, so that the path A C B exists between A and B; hence, A B is not a bridge.« (ebd.: 1364) Eine »bridge« definiert er als »a line in a network which provides the only path between two points« (ebd.: 1364; Hervorhebung im Original). Die Verbindung zwischen A und B (siehe Abbildung 1) ist deshalb keine »Brücke«, weil beide durch C verbunden sind. Würde man die starke Verbindung A B entfernen, so wären A und B weiterhin über C verbunden (A C B). Da eine Brücke »the only path between two points« ist, kann die Verbindung zwischen A und B keine Bücke sein. Löst man die Verbindungen A B und B C auf, so bedarf es mindestens einer schwachen Verbindung zwischen A und B, um eine Triade zu formen. Da aber eine Triade in dieser Form »verboten« ist (vgl. Abbildung 3), bedarf es weiterhin mindestens einer schwachen Verbindung zwischen B und C. In beides Fälle ist eine schwache Verbindung notwendig, um das »A C-Netzwerk« zu verbinden. Deshalb kommt Granovetter zur Schlussfolgerung, dass »all bridges are weak ties« (ebd.: 1364). Nichtsdestotrotz können auch starke Verbindungen eine Brücke bilden, allerdings »only if neither party to it has any other strong ties, unlikely in a social network of any size (though possible in a small group« (ebd.: 1364; Hervorhebung im Original).

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Ruft man sich das obige »Mutter-Vater-Kind-Netzwerk« ins Gedächtnis, das ein »social network« repräsentiert, so ist es ersichtlich, dass es in diesem triadischen Netzwerk keine Brücken geben kann, da die drei Akteure idealtypischerweise ständig im direkten räumlichen und emotionalen Kontakt zueinander stehen, so dass es hierfür keine Brücke erfordert, um die Akteure miteinander zu verbinden, da sie es ohnehin schon sind. Im obigen Klassenkameraden-Beispiel bedarf es allerdings einer solchen Brücke, damit der »coole« Schüler die Hausaufgaben des »uncoolen« Schülers abschreiben und ihm mittels der Brücke die Gunst der anderen Mitschüler »übertragen« kann. Die Übergabe der Hausaufgaben und die Übertragung der Gunst kann hier nur mittels einer Brücke erfolgen, da die Akteure sonst nicht miteinander verbunden wären, sondern eher in Opposition zueinander stünden. Brücken sind also wichtig, um »small groups« miteinander zu verbinden und um den Austausch von Informationen und Einfluss zwischen den Akteuren zu ermöglichen. »Since, in general, each person has a great many contacts, a bridge between A and B provides the only route along which information or influence can flow from any contact of A to any contact of B, and, consequently, from anyone connected indirectly to A to anyone connected indirectly to B.« (Granovetter 1973: 1364; Hervorhebung im Original) Entscheidend für Granovetter ware es aufzuzeigen, wie die Mikro- und Makroebene miteinander verbunden sind. Seine Antwort lautet: durch »Brücken«.

Abbildung 4: Lokale Brücken, die Akteure miteinander verbinden, die sonst nicht miteinander verbunden wären

In diesem Beispiel (vgl. Abbildung 4) wäre C D streng genommen keine Brücke, da man von C zu D über B und E gelangen könnte (C B E D). C D ist jedoch die kürzestes Verbindung, um von A nach D zu kommen (A C D, anstatt A B E D), so dass es sich aus diesem Grund bei C D dennoch um eine Brücke handelt (vg. ebd.: 1364). Würde man die Verbindung C D also aufheben, so wären mehrere Schritte notwendig, um von A nach D zu gelangen. Man könnte auch mit C und D selbst argumentieren, denn mittels der lokalen Brücke sind sie jeweils nur einen Schritt, ohne die Brücke drei Schritte voneinander entfernt.

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Bei der in Abbildung 4 gestrichelten Linie (»weak tie«) zwischen C und D handelt es sich um »a ‘local bridge of degree n’ if n represents the shortest path between its two points (other than itself), and n > 2« (Granovetter 1973: 1365). n sind die Schritte, die benötigt werden, um von einem Knoten zum nächsten zu gelangen. Bei der entsprechenden Linie in Abbildung 4 handelt es sich daher um eine lokale Brücke 3. Grades (»local bridge of degree 3«), da man 3 Schritte benötigt, um auf den kürzesten Weg von A nach D zu gelangen (die Brücken selbst dürfen nicht mitgezählt werden). Granovetter postuliert, dass »a local bridge in a social network will be more significant as a connection between two sectors to the extent that it is the only alternative for many people – that is, as its degree increases« (ebd.: 1365). Er stellt zudem nochmals fest, dass »[b]y the same logic used above, only weak ties may be local bridges« (ebd.: 1365). Hier bezieht er sich erneut auf die »forbidden triad«, die annahmebedingt in seinem Modell nicht existiert. Aus dieser Annahme leitet sich die Schlussfolgerung, dass eine Brücke niemals eine starke Verbindung sein kann (»no strong tie is a bridge«), außer sie ist die einzig starke Verbindung zwischen zwei Akteuren (vgl. B E in Abbildung 5) oder keiner der Akteure in der entsprechenden Beziehung hat eine weitere starke Verbindung (vgl. B C D E in Abbildung 5) (vgl. Granovetter: 1364).

Abbildung 5: Kombinationen verschiedener schwacher und starker Brücken

Läge in Abbildung 4 zwischen B und E eine starke Verbindung vor, so ergäbe sich die Triade C B E. Da es sich dabei um eine »forbidden triad« handelt, muss zwischen C und E mindestens eine schwache Verbindung vorliegen. Nun könnte man die starke Verbindung B E beseitigen, so dass als Brücke nur noch die schwache Verbindung C E bestehen bleibt. Zum gleichen Ergebnis gelangt man bei der Annahme einer starken Verbindung zwischen C und D, übrig bleibt wieder nur eine schwache Verbindung als Brücke. Würde man zwischen B E und C D starke Verbindungen annehmen, so lägen (per definitionem) keine Brücken mehr vor, das Ganze wäre ein in sich geschlossenes Netzwerk (vgl. das »Mutter-Vater-Kind-Netzwerk«). Die Funktion lokaler Brücken besteht nämlich gerade darin, soziale Einheiten, die an sich getrennt sind, zu verbinden, d. h.

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eine Verbindung zwischen Mikro- und Makroebene herzustellen. Diese kann nur durch schwache Verbindungen erreicht werden. »The significance of weak ties [...] would be that those which are local bridges create more, and shorter, paths.« (Granovetter 1973: 1365) Würde man also die schwachen Verbindungen beseitigen, so stiege dadurch die Anzahl der Schritte (n), die gegangen werden müssten, um den gewünschten Knoten zu erreichen. Wie bereits beschrieben, fungieren Brücken als Medium der Informationsübermittlung im weitesten Sinne zwischen zwei getrennten Netzwerken. Erhöht sich die Schrittzahl, so kann sich das auf die Informationsübermittlung auswirken. Dieses Phänomen kennt man aus der Kindheit, wenn man »Flüsterpost« gespielt hat. Je höher die Anzahl der Kinder zwischen Sender und Empfänger der Nachricht, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass die zu übermittelnde Information nur unvollständig beim Empfänger ankommen wird. Deshalb sagt Granovetter in diesem Zusammenhang folgendes: »The contention here is that removal of the average weak tie would do more ‘damage’ to transmission probabilities than would that of the average strong one« (ebd.: 1366). Diese Aussage verstärkt er im Folgenden: »Intuitively speaking, this means that whatever is to be diffused can reach a larger number of people, and travers greater social distance (i.e., path length), when passed through weak ties rather than strong« (ebd.: 1366). Die letzten zwei Zitate verdeutlichen den Grund für die Titelwahl seines Aufsatzes, und zwar deshalb, weil »the strength of weak ties« wichtiger ist als die der starken Verbindungen. Im letzten Drittel seines Aufsatzes (vgl. ebd.: 1369 ff.) zeigt Granovetter, wie bedeutsam Netzwerke für die sozio-ökonomische Ungleichheit, insbesondere für den Zugang zum Arbeitsmarkt, sind. Er versucht damit die von ihm entwickelten theoretischen Ansätze empirisch zu belegen. Nicht nur seine eigene Studie im hier besprochenen Aufsatz bestätigen seine Ausführungen weitestgehend, sondern auch nachfolgende Studien Jahre und Jahrzehnte später (vgl. Tuti´c und Wiese 2015).

4 Rezeption des Aufsatzes Granovetters Zwei große Bereiche innerhalb der Soziologie wurden durch den Aufsatz Granovetters nachhaltig beeinflusst: zum einen die theoretische und empirische Untersuchung von »small world Netzwerken« und zum anderen die Forschung im Bereich des »Sozialkapitals« (vgl. Prell 2012: 45). Was bei ihm zunächst getrennt untersucht wurde (»Vernetzung von Akteuren und von Netzwerken mittels Brücken«), wird dann um das Konzept des Sozialkapitals erweitert, indem er aufzeigt, wie der Zugang zum Arbeitsmarkt erfolgt, nämlich durch »weak ties«. Sebastian Schnettler liefert in seinem Aufsatz »A Structured Overview of 50

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Years of Small-World Research« (2009) einen Überblick über die fünfzigjährige Geschichte der »small-world-Netzwerk-Forschung«. Aus diesem Übersichtsartikel wird deutlich, dass Granovetters Ansätze der »weak« und »strong ties« in vielen Bereichen der Netzwerktheorie und Netzwerkanalyse aufgenommen wurden. Schnettler führt z. B. aus, dass »Granovetter showed that weak ties can be useful when it comes to obtaining job information (Granovetter 1973; Granovetter 1981), and that both immediate and extended ties can be important with regard to job matching (Granovetter 1995). This research result has frequently been used as the standard – and indeed often the only cited – example for the relevance of targeted search processes, both in the small-world literature, but also in the literature on social capital« (Schnettler 2009: 172). Eine Rezeption der Granovetterschen Ansätze innerhalb des Theoriefeldes »Sozialkapital« erfolgte insbesondere durch James Coleman (vgl. Coleman 1988; Coleman 1991) und durch Pierre Bourdieu (vgl. 1982; 1983). Granovetter beeinflusste weiterhin sehr intensiv die Arbeiten von Ronald Burt (vgl. 1976; 1992; 2004), der direkt auf den Ansätzen Granovetters seine Theorie der »strukturellen Löcher« entwickelte. Laut Burt »kommt es nicht so sehr auf die Stärke der Beziehung an. Vielmehr profitieren wir vor allem von Beziehungen in Netzwerkbereiche hinein, mit denen wir ansonsten unverbunden sind. Dies sind dann Brücken über strukturelle Löcher – ob es sich nun um starke oder schwache Beziehungen handelt.« (Fuhse Arendt 2016: 66) Viel wurde und wird noch zu den konzeptionellen Begriffen in Granovetters ursprünglichem Aufsatz geforscht. Es ist noch immer unklar, wie die Stärken der Beziehungen »objektiv« gemessen werden können (vgl. Marsden und Campbell 1984; Avenarius 2010). Weiterhin ist unklar, ob die »forbidden triad« tatsächlich niemals vorliegt oder ob es Situationen gibt, in denen sie existiert und wie sich das auf das gesamte Theoriegebäude wirken würde.

5 Schlussbemerkungen Granovetters Aufsatz hat unser Verständnis für die »Brücke« zwischen der Mikround Makroebene nachhaltig geprägt. Dieses Konzept ist für uns heutzutage so selbstverständlich geworden, dass wir es gar nicht mehr als so fundamental betrachten. Das Postulat, dass »weak ties are strong« zeigt uns, wie Informationen zwischen Akteuren und Netzwerke diffundieren, wie Macht und Einfluss ausgeübt und verteilt wird und wie freie Stellen auf dem Arbeitsmarkt allokiert werden. Die von ihm entwickelten konzeptionellen Begriffe und Modelle ermöglichen es uns zudem soziales Handeln im Sinne der Gesellschaftstheorie zu untersuchen.

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