Christoph Brandhuber: Gymnasium mortis. Das Sacellum der Universität Salzburg und seine Sitzgruft. – Salzburg/Wien/Berlin (Müry Salzmann) 2014 (= uni:bibliothek 4, hg. von Ursula Schachl-Raber).

June 6, 2017 | Author: Christoph Brandhuber | Category: History, Art History, Death, Death Studies, Death and Burial (Archaeology), Baroque art and architecture, Burial Practices (Archaeology), Salzburg, Sepulchral Architecture, Neuzeitliche Bestattungssitten, Salzburg Benedictine theatre 18th century, Baroque art and architecture, Burial Practices (Archaeology), Salzburg, Sepulchral Architecture, Neuzeitliche Bestattungssitten, Salzburg Benedictine theatre 18th century
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Description

Universitätsbibliothek Salzburg herausgegeben von Ursula Schachl-Raber uni bibliothek4

Christoph Brandhuber gymnasium mortis Das Sacellum der Universität Salzburg und seine Sitzgruft Mit Fotografien von Hubert Auer

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Das Salzburger Sacellum, die Wiege der Universität, liegt im Herzen der Altstadt

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inhalt

Vorwort von Heinrich Schmidinger 4 Über dieses Buch von Ursula Schachl-Raber 7 Der Blick fürs Wesentliche 9 Die Wiege der Universität 13 Der Patron 19 Die 15 Geheimnisse des Rosenkranzes 25 Der Passionszyklus 83 Rubens als Ideal 107 Die berühmte Vorlage 117 Die Sitzgruft im Sacellum 139 Anmerkungen 214 Quellen- und Literaturverzeichnis 232 Bildnachweis/Dank/Impressum 240

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Vorwort

Die Salzburger Benediktineruniversität war im­­ 17. und 18. Jahrhundert eine der größten Universitäten im deutschen Sprachraum mit weitem Einzugsgebiet. Sogar russische Studenten aus St. Petersburg studierten hier. Die Universität bildete Eliten heran, die als einflussreiche Berater der Herrscher, wortgewaltige Literaten, geistreiche Erfinder und wohltätige Mäzene wirkten. Für Salzburg bildete die Universität seit jeher einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor, weil durch die Studenten vill gelt in das landt kam, wie bereits 1677 erkannt wurde.

tel als ein Zentrum der Künste in der Mitte Europas präsentieren wollten. Das Phänomen der berühmten Vorlage wirft, ausgehend vom Sacellum, neues Licht auf die Salzburger Kunstgeschichte des Barocks. Zurückgreifend auf die Korrelation von Wissenschaft und Kunst sei beispielshaft auf die Genehmigung zur Ausführung von Rosenkranz-Gemälden an der Universität verwiesen, die von Vincenzo Maculani – der übrigens am Prozess gegen Galileo Galilei teilnahm – erteilt wurde. Gruft Unterhalb des prächtigen Kirchenraumes befindet sich eine Krypta mit einer bemerkenswerten Grabstätte: Außergewöhnlich und wohl einzigartig für eine Universität ist die Sitzgruft, in der zwischen 1664 und 1722 Professoren auf gemauerten Lehrstühlen über den Tod hinaus lehren wollten. Auf Initiative der Universitätsbibliothek wurde diese Gruft im Herbst 2013 geöffnet und wissenschaftlich untersucht. Im zweiten Teil der vorliegenden Publikation wird das Leben der hier bestatteten Männer nachgezeichnet. Sie wussten sich im Leben wie im Tod zu inszenieren. Keine Überraschung, dass sich darunter auch der Universitätspedell Wolfgang Braumiller († 1683) befindet, der Darsteller des ersten Salzburger Jedermann von 1632. Die Gebetsbruderschaften an der Universität geben ein Zeugnis der besonderen Gemeinschaft ab, welche die Angehörigen der größten Bildungsinstitution des Landes damals miteinander verband. Ihnen möge 350 Jahre­nach der „Erstbesetzung“ der Sitzgruft im Jahr 1664 unser respektvolles Gedenken gelten.

Wissenschaft & Kunst Ein Schwerpunkt dieser Universität war die enge Verbindung von Wissenschaft und Kunst. Studenten wurden dazu angehalten, die abstrakten Fragestellungen ihrer schriftlich vorgelegten Thesenverteidigungen bildlich in Form von Titel-Kupfern darzustellen. Diese Prüfungsfragen konnten in dem für alle Studenten verpflichtenden Philosophie-Studium etwa lauten: „Ob es in dieser Zeit so viele philosophische Maler wie Schriftsteller gibt?“ oder „Ob der Dichter, der Maler und der Logiker im selben Himmel sind?“ Den Konnex zwischen Wissenschaft und Kunst erkennt man im Sacellum, jener kleinen Kapelle im universitären Gebäudekomplex gegenüber dem heutigen Festspielhaus, die als „Wiege“ unserer Universität anzusehen ist: Im Jahr 1618 wurde mit der Errichtung des Sakralraums der Grundstein zur Universität gelegt. Dies ist der Grund, warum dem Sacellum erstmals eine Monographie gewidmet ist. Die im ersten Teil dieses Buches publizierten Funde einer Vielzahl exquisiter Vorlagen für die bildliche Ausstattung des Sacellums zeugen vom Kennerblick der Professoren, die ihre Hohe Schule trotz geringer Mit-

Heinrich Schmidinger Rektor der Universität Salzburg

Johann Carl von Reslfeld / Vorlage, ­Leonhard Heckenauer / Stecher, Verherrlichung des hl. Benedikt, Detail aus dem Thesenblatt des Carl Joseph von Guttrath „Theses ex universa Philosophia peripatetico-thomistica“, 1741, Kupferstich, Salzburg, Erzabtei St. Peter

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über dieses buch

Nach einem alten Sprichwort soll angeblich jeder Mensch eine Leiche im Keller haben. Dass dies – obgleich nicht im übertragenen Sinn – auch für die Universitätsbibliothek gelten könnte, daran hätte­ich noch vor einigen Monaten nicht einmal im Entferntesten gedacht. Ebenso hätte ich es nie für möglich gehalten, als Leiterin der Universitätsbibliothek Salzburg eine Sitzgruft öffnen zu lassen. Aber: Unverhofft kommt oft. Das Forschungsprojekt von Dr. Christoph Brandhuber klang sehr spannend und höchst ungewöhnlich, denn bei einer Testsuche im Internet mit dem Stichwort „Sitzgruft“ wusste selbst Google keine Treffer anzuzeigen. Die Universitätsbibliothek ist freilich allein schon durch ihre baulichen Gegebenheiten am Thema interessiert, da das ehemalige Oratorium des Sacellums heute als Teil der Bibliothek genutzt und durch Fenster der Einblick in den Sakralraum möglich ist. Das Sacellum gehört der Bundesimmobiliengesellschaft und wird von der Katholischen Hochschul­ gemeinde genutzt. Mein Dank gilt daher deren Inter­ essensvertretern, Herrn Ing. Bernhard Paradeiser, und Herrn Pastoral­ assistenten MMag. Christian Wallisch-­Breitsching, für die Zustimmung zu den Forschungsarbeiten, die zwischen dem 23. September und 4. Okto­ ber 2013 durchgeführt wurden. Die Gruft wurde von Steinmetzmeister Erich Reichl und seinem Team geöffnet. Für die erforderliche Genehmigung

und fachliche Betreuung danke ich der Landeskonservatorin für Salzburg, Frau DI Eva Hody, und Herrn Dr. Peter Höglinger. Dem Vermessungsbüro Linsinger gebührt mein Dank für die Pläne der außergewöhnlichen Grabstätte. In den Tagen des intensiven Forschens haben wir viel Unruhe in die Räumlichkeiten des TheologInnen-­ Zentrum gebracht, durch die das Sacellum vom Hof des Alten Studiengebäudes betreten werden kann. Frau MMag. Birgit Esterbauer-Peiskammer war so freundlich, kurzfristig Termine zu verlegen, wofür ich herzlich danke. Nicht zuletzt möchte ich Frau Monika Fasching meinen Dank aussprechen, die viele „komplizierte“ Probleme höchst unkompliziert zu lösen wusste und zum Gelingen des Projektes wesentlich beigetragen hat. Die Drucklegung dieser Publikation wurde von den Kulturellen Sonderprojekten des Landes Salzburg gefördert. Für diese Unterstützung und die Aufnahme der Buchpräsentation in das Programm der Festwoche zur Eröffnung des DomQuartiers danke ich Frau Dr. Elisabeth­Resmann und Frau Mag. Elisabeth Vallant. Somit freue ich mich über eine weitere Publikation der Reihe uni:bibliothek und wünsche dem Buch viel Aufmerksamkeit und Interesse. Ursula Schachl-Raber Leiterin der Universitätsbibliothek Salzburg

Johann Friedrich Pereth (1643–1722) / Vorlage, Melchior Küsell (1622–1683) / Stecher, Athena trägt das Salzburger Studiengebäude, Detail aus dem Thesenblatt des Christoph Selhamer „Conclusiones ex universa Theologia“, 1675, Kupferstich, Salzburg, Landesarchiv, Graphiksammlung

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der Blick fürs wesentliche

Das Alte Studiengebäude inmitten der Stadt Salzburg lage geschaffen, um die Professoren in der Krypta auf beherbergt heute die Theologische Fakultät, die Uni- ihren Lehrstühlen sitzend zu begraben. Neben diesem versitätsbibliothek und eine kleine Kapelle: das Sacel- kulturgeschichtlichen Phänomen geben die Biographilum, gewissermaßen die Wiege der Universität. Das en dieser Männer zahlreiche Aufschlüsse zu aktuellen bisher unbeachtete künstlerische Kleinod wird nun Forschungsfragen von Kulturtransfer und Migrationserstmals eingehend untersucht. Schon die ersten Ergeb- geschichte. nisse der Nachforschungen verblüfften, denn für die Aufgrund des interdisziplinären Forschungsansatzes Rosenkranz-Medaillons und Passions-Bilder wurden haben viele Kolleginnen und Kollegen zu diesem Buch ausnahmslos Vorlagen nach barocken Meisterwerken beigetragen: Mein besonderer Dank gilt Frau Dr. Rosherangezogen. witha Juffinger, welche das Entstehen dieses Werkes Es waren die Großen der Zeit, Kaiser Rudolph II., überaus kenntnisreich begleitet und beim Klären der ­Kardinal Mazarin und Anna von Österreich, welche kunsthistorischen Fragen geholfen hat. Das Fortschreidie wertvollen Originale besaßen. Doch durch reprodu- ten der Arbeit hat zudem Herr Univ. Prof. Dr. Wolfgang zierende Verfahren wie die Kupferstichtechnik fanden Speyer mit Interesse verfolgt und die Ausführungen zur die Bildkompositionen weite Verbreitung und konnten Rezeption der christlichen Antike durch wertvolle Hinso in Salzburg kopiert werden. weise ergänzt. Herrn Ass. Prof. Dr. Maximilian Fussl Das Faszinierende daran ist nicht so sehr die Qualität durfte ich in allen Fragen zur lateinischen Syntax konder Ausführung im Sacellum, sondern die ausgespro- sultieren. chen exquisite Auswahl und Kombination der kopier- Viel Freude bereitete wieder die Zusammenarbeit mit ten Werke: Warum gerade diese Vorlagen gewählt und dem Fotografen Hubert Auer, der den Inhalt des Buwie die Originale damals beurteilt wurden. ches so treffend ins Bild gesetzt hat. Bei unseren FotoVon gefeierten Künstlern gemalt und von einflussrei- reisen standen uns Herr Hubert Gastager und Herr chen Persönlichkeiten gesammelt, erzählen die Vor- Josef Rauscher hilfreich zur Seite. lagen spannende, im barocken Salzburg bekannte Mit großem Engagement hat Frau Dr. Irmgard Lahner Geschichten: Veronese wurde von der Inquisition an- das Lektorat aller Texte übernommen und unermüdgeklagt, Kager von den Schweden gefangen, Bassano lich zur Lesbarkeit beigetragen, wofür ich herzlich danendete im Wahnsinn und van Dycks Grab verbrannte.­ ken möchte. Die Buchproduktion lag in den bewährten Die in der Universitätsbibliothek verfügbaren Viten Händen des Müry Salzmann Verlags: Frau Mag. Mona formen Charakterbilder der im Sacellum rezipierten Müry hat das Buch in ihr Verlagsprogramm aufgenomKünstler, aus denen hervorgeht, dass selten jemand men und Frau Dr. Silke Dürnberger war stets bemüht, reich wie Seghers, stolz wie Tencalla und verschlagen alle Layoutwünsche umzusetzen sowie der Gestaltung wie Hans von Aachen war. Vor allem aber verbreitete den letzten Schliff zu geben. Ihnen allen danke ich für der Ruhm des Peter Paul Rubens eine Euphorie, von der die schöne und erfolgreiche Zusammenarbeit! man sich an der Benediktineruniversität anstecken ließ. Gleich mehrere seiner Werke sind im Sacellum wiederSalzburg, im April 2014 gegeben. Dort wurde auch eine spektakuläre GruftanChristoph Brandhuber

Peter Paul Rubens (1577–1640), König Heinrich IV. von Frankreich empfängt das Bildnis seiner Braut Maria de’ Medici,­ 1622/25, Öl / Leinwand, 394 x 295 cm, ­Paris, Musée du Louvre

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die wiege der universität

Fürsterzbischof Marcus Sitticus Graf von Hohenems (reg. 1612–1619) überzeugte den Abt von St. Peter, an der Gründung einer Hohen Schule in Salzburg mitzuwirken. Dieser gewann auf einer Werbereise durch den süddeutschen Raum weitere Benediktinerklöster, die das Projekt finanziell und personell absichern sollten. Die Klöster schlossen sich zu einer Kongregation zusammen, die bald 60 Stifte in Österreich, Deutschland und der Schweiz umfasste. Im Jahr 1617 wurde das Gymnasium, für das der Landesherr den Baugrund zur Verfügung stellte, als Vorstufe der Universität gegründet. Um der zukünftigen Bildungseinrichtung den Segen des Himmels zu erwirken, wurde mit dem Bau des Sakralraums begonnen, nach dem lateinischen Wort für Kapelle bald das Sacellum genannt. Es befindet sich im Nordwesttrakt des heutigen „Alten Studiengebäudes“ am Herbert-von-Karajan-Platz und ist durch ein Portal von der Hofstallgasse aus zugänglich. Das Ausheben der Fundamente für das Sacellum ließ alte Gemäur des antiken Iuvavums samt etlichen römischen silberen und kupferen Münzen zum Vorschein kommen. Bei der feierlichen Grundsteinlegung am 14. Mai 1618 versammelten sich kurz nach sechs Uhr früh Domkapitel, Abt und Konvent von St. Peter sowie alle angehenden Professoren in der Residenz. Sie geleiteten den Erzbischof mit dessen Hofherrn, Räten, Adel, Hofgesind und Leibsgwardi in schöner Ordnung bis zur Baustelle. Dompropst Paris Graf von Lodron, der spätere Erzbischof, legte den Grundstein, worauf von den hochfürstlichen Hoftrompetern und Heerpaukern triumphierlich aufgeblasen und geschlagen wurde. Anschließend trat der Abt von St. Peter vor und überreichte dem Fürsterzbischof eine Festschrift mit lateinischen Gedichten. 2 Von einer aufgebauten Kanzel

hielt ein Professor zum Abschluss der Zeremonie eine fürbindige und gelehrte Deklamation. 3 Nach dem frühen Tod von Marcus Sitticus wurde Paris Lodron zum Nachfolger gewählt, dem es trotz des Dreißigjährigen Krieges gelang, das Gymnasium zu einer Universität auszubauen. Wegen der kriegerischen Unruhen erhielt das Sacellum ein besonderes Privileg: Papst Urban VIII. erlaubte mit Urkunde vom 11. Januar 1636, das 40stündige Gebet für die Einigkeit der christlichen Fürsten „in der Kirche des hl. Carlo“ abzuhalten.4 Im Sacellum versammelten sich die Studenten zum gemeinsamen Gottesdienst, es wurden Predigten, und Bruderschaften gehalten. Allein, so wie die Zahl der Studierenden wuchs, so fand man es auch nothwendig, diese Kapelle zu erweitern. 5 Daher begann man mit der Vergrößerung des Sacellums nach der Vollendung des Hofstallgassentrakts im Universitätsgebäude unter dem Rektorat von P. Alphons Stadelmayr OSB kurz nach der Mitte des 17. Jahrhunderts. Es wurde mit einem

li. Portal des Sacellums zur Hofstallgasse, 1696, Salzburg, Altes Studiengebäude re. Abt Alphons Stadelmayr (1610–1683) von Weingarten, vormals Rektor und bedeutender Bauherr der Benediktineruniversität in Salzburg, 1673, Öl / Leinwand, Weingarten, ehem. Benediktinerabtei

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Choraltare, 2 Seitenaltären und einer kleinen Kapelle, der Kreuzkapelle, ausgestattet.6 Der Fürstbischof von Chiemsee, Franz Vigil Graf von Spaur (1609–1670), weihte das renovierte Sacellum im Jahr 1663.7 Zu diesem Zeitpunkt wurde eine Krypta ausgehoben, die dann als Sitzgruft für Professoren diente.8 Die Universitätskirche löste etwa dreißig Jahre später das Sacellum als liturgischen Sitz der Universität weitgehend ab. Es wurden weiterhin Gottesdienste abgehalten, außerdem nutzte die von den geistlichen Universitätsprofessoren betreute „Deutsche Kongregation“,­ eine Gebetsbruderschaft, den Sakralraum. Daran erinnert noch heute die Inschrift über dem Portal des Sacellums: Universitäts Sacellum / der deutschen Congregation a(nn)o 1696 verliehen / von ihr verziert, und durch Feyerung des 1ten Jubiläums am 3. April 1796 verherrlichet. Aus dem Jahr 1720 ist das Gesangsbuch dieser Bruderschaft erhalten, das 30 geistliche Lieder enthält, so in dem Sacello der teutschen Congregation unter dem Titul der Unbefleckten Empfängnuß Mariae von den Handlsverwandten und anderen jungen Gesellen ledigen Standes an verschidenen Fest-Tägen Mariä, besonders aber an dem hohen Titularfest, und die Octav hindurch offentlich seynd abgesungen worden.9 An die Bruderschaft erinnert in der Kreuzkapelle noch ein Kästchen, dessen Stecktafel die Namen der Mitglieder und ihre Ämter festhält. Noch vor der Einweihung der Universitätskirche gab es ein Dilemma mit dem Glockengeläut. Der Brauch, am Vortag des Festes des hl. Johannes des Täufers (24. Juni) eine Stunde lang die Glocken im Sacellum zu läuten, sollte ebenso wie das nächtliche Wetter- und Ave-Maria-Läuten in die Universitätskirche übertragen werden. Doch dafür fehlte es am nötigen Personal: Die Universitätsköche hatten beÿ der Kuchl ihre Handtierung beÿ Tagzeith zu treiben, nachts gingen sie daher in die Statt hinaus zu ihren bestandtnen bewohnungen; der Pförtner hatte continuò beÿ dem Collegÿ Thor zubleiben; der Hausknecht war bei der Bedienung so vie-

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ler Professoren zu disem Leithen kaum zu gebrauchen; noch weniger schließlich der Mesner des Sacellums, da dieser von kleberer complexion [schmächtiger Gestalt] war und ohnedies wenig salario [Lohn] bekam. Daher schob man die Entscheidung auf.10 Die Bruderschaft machte sich mit großem Engagement um den Sakralraum verdient. In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts erhielt das Sacellum zwei Seiten­ altäre, deren Geschichte noch nicht erforscht ist. Der Altar an der linken Seitenwand zeigt den Patron der Theologischen Fakultät, den hl. Thomas von Aquin, mit zwei Engeln, die einen Strick mit 15 Knoten halten. Die Mitglieder der Bruderschaft des hl. Thomas von Aquin, seit 1653 an der Universität etabliert, trugen einen solchen Strick als Gürtel, der sie mahnte, 15 Ave Maria zur Bewahrung ihrer Keuschheit zu beten.11 Das Altarbild stellt eine Szene aus der Heiligenvita dar: Mit einem brennenden Holzscheit vertrieb Thomas von Aquin eine Prostituierte, die ihn verführen sollte. Als er einschlief, sah er im Traum zwei Engel, die seine Lenden mit einem Gürtel schnürten und ihm unverletzte Keuschheit verhießen.12 Den Altar flankieren Statuen des hl. Antonius von Padua mit dem Jesuskind und des hl. Johannes Nepomuk. Der rechte Seitenaltar zeigt Gott Vater über dem hl. Florian, Patron gegen Feuersbrünste, auf Wolken schwebend mit der Märtyrerpalme. Sein Martyrium, der Sturz von der Brücke in Lorch und die wunder­same Auffindung seines Leichnams sind im linken Bildhintergrund dargestellt. Statuen der Erzengel Michael mit dem Schwert und Gabriel mit der Lilie rahmen den ­A ltar.13 Die früher seitlich vom Hochaltar befindlichen Gemälde­„Mariae Verkündigung“ und „Mariae Tempelgang“ hängen heute bei der Orgelempore bzw. im Fakultätsbüro der Theologischen Fakultät. Der „hl. Sebastian“ aus dem Oratorium des Sacellums ist heute in der Residenzgalerie Salzburg zu sehen.14 Ein weiteres Marienbild aus dem Sacellum kam in die Pfarrkirche Fusch an der Glocknerstraße.15

Der neue Hochaltar P. Placidus Scharl, bedeutender Dramaturg am Universitätstheater und Seelsorger der „Deutschen Kongregation“, initiierte den Bau eines neuen Hochaltars im Sacellum.16 Doch es bedurfte auch der Unterstützung durch den Erzbischof: Siegmund Christoph Graf von Schrattenbach war dem Sacellum sehr zugetan und besuchte den kleinen Sakralbau gerne, sogar um selbst darin die Messe zu lesen. Die Hoffnung auf einen ansehnlichen Beitrag schien daher berechtigt. Man glaubte sogar, einen Rechtsanspruch auf Unterstützung zu haben: Erzbischof Firmian hatte nämlich die Bruderschaftskasse in einer Finanzverlegenheit […] mit mehreren hundert Gulden in Anspruch genommen und eine Rückzahlung mit Zinsen versprochen, doch nun regierte bereits der dritte Erzbischof nach Firmians Ableben und die Bruderschaft hatte ihr Geld noch immer nicht bekommen. Als P. Placidus bei einer Audienz sein Anliegen vortrug, verfinsterte sich die Miene des Landesfürsten und er erwiederte in vollem Feuer: „Einer schneidet mir das Brod vor, der Andere nimmt mir’s vom Maul hinweg; was habe ich davon? Der Erzbischof Firmian hat die Schuld gemacht; […] Er hätte bezahlen sollen.“ Doch dann lenkte er in freundlicherem Ton ein: Was den Altar in eurem Sacellum betrifft, so bin ich bereit, zur Verschönerung desselben von mir selbst einen Beitrag zu geben, weil ich dort gerne meine Andacht verrichte. Lasset euch von meinem Hofbaumeister Hagenauer einen Riß machen sammt dem Voranschlage, wie hoch der Altar, in schönem Salzburger Marmor ausgeführt, kommen möchte.17 Scharl und seine Begleiter konnten ihr Glück kaum fassen: Wir küßten die liebreichste Hand und begaben uns nach empfangenem erzbischöflichen Segen nach Hause. Wir säumten nicht, durch die Gebrüder Hagenauer, von denen der eine Hofbaumeister, der andere Hofstatuarius war, einen Plan zu einem neuen marmorsteinernen Altar sammt dem Voranschlage machen zu lassen.18

Johann Baptist Hagenauer (1732–1811) war ein früh verwaister Bauernsohn aus Straß in Oberbayern.19 Sein Vetter Johann Lorenz Hagenauer – Besitzer des Hauses Getreidegasse 9 und Adressat der Mozart-Briefe – ließ ihn das Bildhauerhandwerk erlernen und später mit erzbischöflicher Unterstützung an der Wiener Akademie der bildenden Künste ausbilden. 20 Fürsterzbischof Schrattenbach ernannte ihn 1760 zum Hofstatuarius­ und Galerie-Inspektor, außerdem finanzierte er in den Jahren 1762–1764 eine Studienreise nach Italien. 21 Wieder zurück in Salzburg, wohnte Hagenauer mit seiner Frau, der Malerin und Wachsbildnerin Maria Rosa Barducci, 22 im Collegium Virgilianum, 23 dem heutigen Priesterseminar. Zu seinen Hauptwerken in Salzburg zählen die Plastiken über dem Neutor und die Monumentalfiguren der Mariensäule auf dem Domplatz.

re. Unbekannter Künstler, Mariae Verkündigung, 18. Jh., Öl / Leinwand, Salzburg, Altes Studiengebäude, Sacellum nächste Doppelseite: li. Seitenaltar des hl. Thomas von Aquin, 1. H. 18. Jh., Salzburg, Altes Studiengebäude, Sacellum; re. Seitenaltar des hl. Florian, 1. H. 18. Jh., Salzburg, Altes Studiengebäude, Sacellum

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Erzbischof zog unter Kanonendonner feierlich in das Sacellum ein, wo er die Konsekration des Altars vornahm und die erste hl. Messe las, indessen der Musikchor eine feierliche Messe aufführte. Danach nahm er im Rektorat die Dankesbezeigungen der Kongregation entgegen. Zum anschließenden Festmahl im Refektorium der Universität waren außer den Domherren und mehreren anderen distinguirten Personen sämmtliche Professoren als Gäste des Erzbischofs geladen. Zur allgemeinen Erheiterung und unter dem Beifalle aller Anwesenden wurde abschließend das von P. Placidus verfasste Theaterstück „Philemon cum Baucide felicitas“ zur Musik von Anton Cajetan Adlgasser aufgeführt.31 Nach seinem Ableben wurde das Herz von Erzbischof Schrattenbach zunächst in einer silbernen Urne neben dem Altare des Sacellums aufgestellt, 32 später unter einem heute stark abgetretenen und daher unleserlichen Inschriftenstein direkt vor seinem Wappen an der Altar­mensa beigesetzt.

Möglicherweise unterrichtete er auch an der Hofzeichnungsakademie des Erzbischofs Schrattenbach, die bisher nicht erforscht wurde. 24 Zusammen mit seinem älteren Bruder Wolfgang entwarf Johann Baptist Hagenauer den gewünschten Plan. 25 Als Scharl zum Fest des hl. Nikolaus wieder zur Audienz geladen war, bekundete der Erzbischof sein Wohlgefallen über den Altarriss und übergab dem Bittsteller ein zugeschnürtes rothseidenes Beutelchen, händigte mir selbes ein und entließ uns, nachdem wir unsern Dank abgestattet hatten, mit seinem heiligen Segen. Schon auf dem Rückwege plagte meine Begleiter die Neugierde, was sich wohl etwa in dem Beutelchen befinden möge. Ich sagte: „Wenn in dem Beutelchen Silbergeld enthalten ist, so mag es eine Kleinigkeit betragen; sind die Geldstücke aber von Gold, so ist es eine merkliche Summe“. Wie erhofft waren es Goldstücke, eine Summe von über tausend und sechzig Gulden, welche die erzbischöflichen Nicolaus-Hände der Congregation eingelegt und verehrt hatten. 26 Die Hagenauer-Brüder erhielten also den Auftrag und fertigten nach der Vorstellung von P. Placidus den Altar als eine Marmornische […], in welcher das Bild der seligsten Jungfrau dieses Sacellums stand. Ein Engel sollte den Vorhang emporhalten, hinter welchem dasselbe bisher gleichsam verborgen war, bis dieser es den Verehrern der seligsten Jungfrau durch das Emporhalten der Draperie sichtbar machte. 27 Stark überstrichene Holzfiguren des hl. Benedikt und des hl. Carlo Borromeo flankieren den Altar. 28 Die beiden überaus wertvollen vergoldeten Bleireliefs von Johann Baptist Hagenauer an den Sockeln der Statuen zeigen den hl. Benedikt beim Empfang König Totilas und den hl. Carlo­Borromeo bei den Pestkranken. 29 Der Erzbischof ließ die Reliquien für den neuen Altar am Tag vor der Weihe zur Verehrung aussetzen. Am nächsten Tag, dem 10. April 1768, 30 musste das Militär ausrücken und sich um das Sacellum postiren. Der

li. Wolfgang (1726–1801) und Johann Baptist Hagenauer (1732–1810), Hochaltar, 1768, Salzburg, Altes Studiengebäude, Sacellum re. Johann Baptist Hagenauer (1732–1810), Der hl. Benedikt empfängt König Totila, 1768, vergoldetes Bleirelief, Salzburg, Altes Studien­gebäude, Sacellum

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der patron

Vita Carlo Borromeo wurde am 2. Oktober 1538 in der Burg von Arona am Lago Maggiore als Spross einer Mailänder Adelsfamilie geboren. Seine Eltern waren ­Gilberto Borromeo und dessen erste Ehefrau ­ Margherita de’ Medici.3 Früh für den geistlichen Stand bestimmt, kreierte ihn sein Onkel, Papst Pius IV., bereits 1560 zum Kardinal. Als Geheimsekretär des Papstes führte er die Korrespondenz mit den Legaten des Konzils von Trient, leitete anschließend die Erzdiözese Mailand höchst vorbildlich im Sinn der Katholischen Reform und gründete Knabenseminare in Pavia und Mailand. Persönliche Visitationen führten ihn bis in die höchstgelegenen Orte des Engadins. Sein karitatives Wirken für Arme und Kranke,4 vor allem aber sein furchtloses Handeln während der Pestepidemie 1576 in Mailand, die 13.000 Menschenleben forderte, trugen wesentlich zu seiner Popularität bei. 5 Borromeos Reformeifer, kirchliche Missstände zu beseitigen, stieß bei den Mitgliedern des Humiliaten­ ordens allerdings auf Widerstand, da sie um ihr freizügiges Leben fürchteten. Sie planten ein Attentat und verdingten den Laienbruder Gerolamo Donato, genannt Farina, als Mörder. Doch der reiste zunächst mit den Bestechungsgeldern nach Korfu und kehrte erst zwei Jahre später wieder zurück, um am 26. Oktober 1569 endlich sein abscheuliches Verbrechen zu vollbringen:

Das Sacellum ist dem hl. Carlo Borromeo (1538–1584) geweiht, dem Kardinal-Erzbischof von Mailand, einem Hauptvertreter der Katholischen Reform. Links vom Altar steht seine Statue auf einem Sockel mit vergoldetem Bleirelief von Johann Baptist Hagenauer. Es gibt eine der bekanntesten Szenen aus der Vita des Heiligen wieder: Furchtlos spendet Borromeo Pestkranken die Sakramente.1 Die hohe Verehrung für einen Mailänder Erzbischof in Salzburg mag zunächst verwundern – immerhin ist er in beinahe jeder Kirche präsent und Schutzpatron von zwei Bildungseinrichtungen, der Universität und dem Privatgymnasium Borromäum. Doch sie findet in der nahen Verwandtschaft zweier Salzburger Erzbischöfe mit dem Mailänder Kardinal ihre Begründung: Wolf Dietrich von Raitenaus Mutter war eine Cousine, die Mutter von Marcus Sitticus eine jüngere Halbschwester des Heiligen. 2 Carlo Borromeo hatte sich besonders um das Schul­ wesen in seiner Diözese verdient gemacht, so lag es für Marcus Sitticus nahe, das von ihm 1617 gegründete Gymnasium unter den Schutz seines heiliggesprochenen Verwandten zu stellen. Die Schule wurde unter ­Paris Graf von Lodron zur Universität erhoben, über die der Mailänder Heilige fortan wachte. Daher begann das Studienjahr in Salzburg stets am 4. November, dem Festtag des hl. Carlo Borromeo.

Johann Baptist Hagenauer (1732–1810), Der hl. Carlo Borromeo bei den Pestkranken, 1768, vergoldetes Bleirelief, Salzburg, Altes Studiengebäude, Sacellum

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land und wurde bereits 1610 von Papst Paul V. Borghese heiliggesprochen.

Als Borromeo vor dem Kruzifix seines Oratoriums betete, feuerte der Attentäter eine Bleikugel aus seiner Arkebuse ab. Der Kardinal wurde in den Rücken getroffen, jedoch durchdrang die Kugel nur die Kleidung, der Körper blieb wie durch einen unsichtbaren Schild geschützt. Unversehrt überlebte der Heilige, kein Tropfen Blut drang aus der Wunde und zurück blieb nur ein Bluterguss, der als Zeugnis des göttlichen Wunders bis an sein Lebensende nicht verschwand.6 Der Attentäter und seine Komplizen wurden gefasst und hingerichtet. Borromeo, ein Bewunderer des hl. Ambrosius von Mailand, war bestrebt, Mailand in eine secunda Roma, in ein „zweites Rom“, und in eine Musterdiözese im Geist des Konzils von Trient zu verwandeln. Von strenger Askese gezeichnet starb Borromeo im Alter von nur 46 Jahren am 3. November 1584 in Mai-

Kunstverständnis eines Heiligen Nur wenige Bischöfe folgten der Aufforderung des Konzils von Trient, im Dienst der Katholischen Reform neue Normen für die Kunst zu entwickeln.7 Carlo Borromeo, der deren Bedeutung erkannte, übertrug diese Aufgabe Ludovico Moneta, einem ausgewiesenen Kenner der Schriften Vitruvs, des maßgeblichen römischen Architekturtheoretikers. Der handwerklich überaus geschickte Moneta, der sein Mobiliar selbst schreinerte, kunstvolle Uhren konstruierte und sogar seine Strümpfe selber strickte,8 verfasste 1576 in Borromeos Auftrag die Instructiones fabricae et supellectiles ecclesiasticae. Sie geben detaillierte Anweisungen für Bau und Ausstattung von Kirchen,9 erstellen Kriterien für die Wahl des Baugrunds, des Grundrisses, der Gestaltung von Fassaden, Dächern, Fußböden, Türen und Fenstern und beziehen sich stets auf biblische Vorbilder, insbesondere auf den Tempel Salomons.10 Vornehmlich bei der Malkunst war jegliches Abweichen von der kirchlichen Lehre strengstens untersagt: Vielmehr muß jede Darstellung im Einklang mit der Wahrheit der Schrift, der Überlieferung und der Kirchenhistorie stehen. Ferner darf weder in Bild noch Skulptur Falsches, Unsicheres, Apokryphes, Abergläubisches oder Ungewöhnliches abgebildet werden. Dieses Verdikt gilt selbstverständlich auch für die Darstellung des Profanen, Schändlichen, Obszönen, Unehrenhaften und Frivolen, kurz für alle Bilder, die anstelle frommer Gedanken bloße Neugierde in den Menschen wecken und Auge wie Seele der Gläubigen verletzen.11 Auf alles profanierendes, überflüssiges oder störendes Beiwerk sollte verzichtet werden,12 vor allem aber auf die Darstellung von Tieren, weil sie vom heiligmäßigen Geschehen zu sehr ablenken würden. Wie strikt dieses

Johann Baptist Hagenauer (1732–1810), hl. Carlo Borromeo, 1768, Holz, Salzburg, Altes Studiengebäude, Sacellum

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Pinacoteca Ambrosiana in Mailand.13 Tizian hatte es gewagt, in diesem Bild ein äußert provozierendes Detail zu malen: einen kleinen Hund, der an einem Pfosten des Stalls von Bethlehem sein Beinchen hebt. Ein Detail, das viele Schaulustige anzog, von Borromeos Umgebung aber als anstößig empfunden wurde. Kurzerhand ließ man es übermalen,14 was schon der Vetter des Heiligen, der kunstsinnige Kardinal Federico Borromeo, Gründer von Biblioteca und Pinacoteca ­A mbrosiana in Mailand, verewigt durch Alessandro Manzonis „I Promessi Sposi“, gehörig bedauerte.15

Verbot durchgesetzt wurde, zeigt die folgende Anekdote: Im Auftrag des Kardinals Ippolito d’Este schuf Tizian eine „Anbetung der Könige“ als Geschenk für König Heinrich II. von Frankreich und dessen Mätresse Diane de Poitiers. Davon zeugt noch der Rahmen, der die Monogramme (H und D) sowie die Embleme (Lilie, Pfeil und Bogen) des berühmten Liebespaares zeigt. Der König wurde jedoch bei einem Turnier tödlich verwundet. Deshalb gelangte das noch nicht fertiggestellte Gemälde nie an seinen Adressaten sondern in den Besitz des hl. Carlo Borromeo und später in die

Tiziano Vecellio (um 1488/90–1576), Anbetung der Könige, 1557, Öl / Leinwand, 120 x 223 cm, Mailand, Pinacoteca Ambrosiana

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Borromeo-Darstellungen in Salzburg Schon bald nach seinem Ableben wurde Carlo Borromeo als vorbildlicher Hauptvertreter der Katholischen Reform inszeniert.16 Wolf Dietrich von Raitenau ließ für seinen Verwandten den Bau einer Chorkapelle in der Salzburger Franziskanerkirche beginnen. Sie wurde von seinem Nachfolger Marcus Sitticus fertiggestellt, der sich außerdem bei seinem Vetter Federico Borromeo in Mailand um Reliquien des Heiligen bemühte.17 Das Altarbild der Kapelle zeigt das fehlgeschlagene Attentat auf den Heiligen, die Gemälde daneben die Pestprozession und die wundersame Heilung der Margherita Vertua.18 Ausgehend von der Franziskanerkirche wurden in den nächsten 150 Jahren für sämtliche Salzburger Kirchen Bilder mit Szenen aus der Borromeo-Vita in Auftrag gegeben. Beispielhaft dafür ist das Gemälde „Der hl. Carlo Borromeo unter den Pestkranken“, das Johann Heinrich Schönfeld um 1655 im Salzburger Dom für Fürsterzbischof Guidobald Grafen von Thun schuf.19 Ganz besonders gefördert wurde die Verehrung des Heiligen an der Benediktineruniversität. So ziert sein Porträt unter der Familiendevise Humilitas – „Demut“ das Universitätssiegel, 20 außerdem das 1656 von An-

dreas Hamberger in Augsburg geschaffene päpstliche Zepter. 21 Zudem wurde dem Universitätspatron in der 1707 vollendeten Universitätskirche ein großartiger Altar mit einem Gemälde von Johann Michael Rottmayr geweiht und sein Kardinalshut zur Verehrung ausgesetzt. Die Reliquie, deren Authentizität umstritten ist, kam als Geschenk der Grafen von Castelbarco nach Salzburg. 22 Im Rahmen dieser Forschungen wird nun eine Zeichnung von Meisterhand aus dem Bestand der Universitätsbibliothek erstmals identifiziert und publiziert, welche die Reihe der zahlreichen Borromeo-Darstellungen in Salzburg bereichert: Bisher als „Kompositionsskizze zu einem Heiligenbild“ geführt, ist die wertvolle Federzeichnung dem Œuvre von Jacopo Negretti (1548– 1628), genannt Palma il Giovane, zuzuschreiben, von dem die Universitätsbibliothek mehrere Skizzenblätter besitzt. Das Blatt diente als Studie für ein 1627 fertiggestelltes Altarbild im Duomo Nuovo in Brescia, auf dem unter der Himmelfahrt Mariens die Heiligen Franziskus und Carlo Borromeo sowie der Stifter Bischof Marin Zorzi zu sehen sind. 23

li. Jacopo Negretti (1548–1628), gen. Palma il Giovane, Himmelfahrt Mariens und die Heiligen Franziskus und Carlo Borromeo sowie der Stifter des Altarbilds, Bischof Marin Zorzi, 1627, Öl / Leinwand, 440 x 220 cm, Brescia, Duomo Nuovo re. Jacopo Negretti (1548–1628), gen. Palma il Giovane, Kompositionsstudie, Federzeichnung, 210 x 306 mm, Universitätsbibliothek Salzburg H 222

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die 15 geheimnisse des rosenkr anzes

Ein wertvolles Gemälde im Salzburg Museum vergegenwärtigt die Verehrung der Rosenkranzmadonna im frühen 17. Jahrhundert. Das Rosenkranzbild befand sich ursprünglich in der Anna-Kapelle des Schlossbauernguts in Liefering.1 Als Besitzer dieser Liegenschaft ist um 1600 der Schlosshauptmann Leonhard Ehrgott belegt, der Kerkermeister Wolf Dietrichs von Raitenau auf der Festung Hohensalzburg. 2 Er könnte der Stifter des Bildes gewesen sein und ist möglicherweise als Kniender im Brustharnisch vor der Darstellung der Geheimnisse des Rosenkranzes abgebildet. 3 Das Rosenkranzgebet, nach dem „Vater Unser“ das meistgesprochene Gebet der Katholischen Kirche, wurde im Zuge der Gegenreformation gefördert und an der Benediktineruniversität besonders gepflegt, wie die Rosenkranzbilder in der Großen Aula und im Sacellum zeigen.

Geheimnisse: Die „freudenreichen“, die „schmerzhaften“ und die „glorreichen“ Mysterien des Rosenkranzes, die an das Heilsgeschehen von der Verkündigung bis zur Auferstehung Christi erinnern.4 Im letzten Teil wird seit dem 13. Jahrhundert der Beistand Mariens in Leben und Tod erbeten: Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder jetzt und in der Stunde unseres Todes. Mit der hebräischen Akklamationsformel Amen, „So sei es!“, endet das Gebet. Den Rosenkranz als Gebetsschnur empfing der Legende nach der hl. Dominikus bei einer Marienerscheinung. Der Dominikanerpapst Pius V. Ghislieri legte 1569 Anzahl und Abfolge der Rosenkranzgebete fest, und als am 7. Oktober 1571 der Sieg der christlichen Alliierten in der Seeschlacht von Lepanto dank des Rosenkranzgebets herbeigeführt und damit die Türkengefahr gebannt werden konnte, konstituierte er das Rosenkranzfest, das immer am 7. Oktober gefeiert wird. 5 Seither beginnt der Rosenkranz mit einem Kreuzzeichen, dem Glaubensbekenntnis, dem „Vater Unser“, drei „Ave Maria“ und dem „Ehre sei dem Vater“, daran schließen sich fünf Gesätze mit je einem „Vater Unser“, zehn „Ave Maria“ und einem „Ehre sei dem Vater“ an. Im Zeitalter der Katholischen Reform wurde das Rosenkranzgebet insbesondere von „Bruderschaften“ verbreitet. Die Männer und Frauen dieser Gebets­ gemeinschaften gewährleisteten ihren Mitgliedern ein würdiges Begräbnis und Wohlergehen im Jenseits durch das gemeinsame Gebet, das einerseits die Zeit der Verstorbenen im Fegefeuer verkürzen, andererseits aber den bereits Erlösten absonderliche Freiden im Paradies bescheren sollte. Mit Brief und Siegel versprachen die Bruderschaften gewinnbringende Beteiligungen an ­allen Frömmigkeitsformen,6 wie Gebetsversammlungen, Prozessionen, aber auch religiösen Theaterspielen.7

Einführung in die Mysterien Die künstlerischen Darstellungen der Jungfrau Maria, in der christlichen Ikonographie durch die Rose symbolisiert, wurden als Zeichen der Huldigung oftmals mit einem „Rosenkranz“ geschmückt. In Abwandlung dieser Form der Verehrung konnte ab dem 13. Jahrhundert statt der echten Rosen ein „Gebetskranz“ aus 50 „Ave Maria“ dargebracht werden. Die Verdreifachung dieser Zahl ergibt die Anzahl der Psalmen und wird „Marienpsalter“ genannt. Das Gebet beginnt mit dem „Englischen Gruß“, den der Erzengel Gabriel bei der Verkündigung des Herrn Maria entbietet: Gegrüßet seist Du Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit Dir (Lk 1,28). Der zweite Teil zitiert die Worte Elisabeths beim Besuch Mariens: Du bist gebenedeit unter den Frauen, und gebenedeit ist die Frucht Deines Leibes, Jesus (Lk 1,42). Daran schließt sich in drei Fünfergruppen jeweils eines der 15

Unbekannter Maler, Kniender Ritter in Verehrung der Rosenkranzmadonna, Anfang 17. Jh., Öl / Leinwand, 131,5 x 101 cm, Salzburg Museum

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Die Rosenkranz-Bruderschaft der Universität Die Initiative zu einer Rosenkranz-Bruderschaft in Salzburg rührte von Albert Keuslin her, der vor seiner Wahl zum Abt von St. Peter erster Rektor der Benediktineruniversität war.8 Die Bruderschaft sollte an der Universität etabliert werden und in der 1631/32 erbauten Großen Aula ihren liturgischen Sitz haben. Nachdem der Abt die erforderliche Genehmigung beim Dominikanerorden in Rom eingeholt hatte, wurde die Errichtungsurkunde, datiert vom 4. Februar 1632, im römischen Konvent von Santa Maria sopra Minerva ausgefertigt.9 Als Generalkommissar des Dominikanerordens unterzeichnete P. Vincenzo Maculani OP (1578–1667), der durch den Prozess gegen Galileo Galilei Berühmtheit erlangte und 1641 zum Kardinal kreiert wurde. Das Dokument gestattete zudem, „dass bei der ehrwürdigen Bildgestaltung der

genannten Kapelle die 15 heiligen Geheimnisse unserer Erlösung gemalt werden und auch für die übereinstimmende Wiedererkennung dieser Zustimmung hier in derselben Bildgestaltung das ehrwürdige Abbild unseres hl. Vaters Dominikus, einer der ersten Urheber desselben Rosenkranzes, wie er mit gebeugten Knien von der Hand der Gottesgebärerin und Jungfrau die Gebetskugeln empfängt, in gleicher Weise gemalt werden soll.“10 Diese 15 Rosenkranz-Gemälde, ausgeführt 1636/37,11 zieren heute die Große Aula in den acht Achsen der Ostseite und den sieben Achsen der Westseite in stuckierten, goldgerahmten Wandfeldern unter querovalen Fenstern. Den Auftrag erhielten zwei Maler, der einheimische Zacharias Miller und der aus einer niederländischen Künstlerfamilie stammende Adriaen Bloemaert aus Utrecht.12 Über beide ist noch wenig bekannt, doch zumindest über Bloemaert weiß Joachim von Sandrart zu be-

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li. Errichtungsurkunde der Rosenkranzbruderschaft an der Benediktineruniversität Salzburg vom 4. Februar 1632, Universitätsarchiv Salzburg re. Adriaen Bloemaert, Jungfrau Maria auf Engel gestützt, hinten Jesus am Ölberg, 1637, Öl / Leinwand, Salzburg, Altes Studiengebäude, Große Aula nächste Seite: li. Abt Roman Müller († 1671) von Seeon, vormals Rektor und Prokanzler der Benediktineruniversität Salzburg, Seeon, Kultur- & Bildungszentrum des Bezirks Oberbayern, Festsaal re. Bruderschaftszettel der StundBruderschaft, Salzburg, Konvent archiv der Franziskaner

richten: Adrian ware ein guter Mahler, zoge aus Italien nach Salzburg, und färtigte denen Patribus Benedictinis daselbst vielfältige herrliche Werke, ware um viel lebendiger und herzhafter als sein Bruder, dahero er mit denen Studenten zum öftern palgte, wie er dann endlichen auch in einem Streit erstochen ward.13 Von Bloemaert stammt zudem das Altarbild in der Großen Aula, das einen Blitz schleudernden Christus zwischen Gott Vater und Maria zeigt, darunter die Heiligen Vitalis, Rupert, Thomas von Aquin, Carlo Borromeo, Erentrudis, Benedikt und Franz von Assisi.14 Auf Initiative des Rektors P. Roman Müller wurde die Rosenkranz-Bruderschaft um die Stundbruderschaft erweitert,15 deren Praeses und Prediger er war.16 Jedem Mitglied wurde eine festgelegte Stunde des Tages zugewiesen, in der drei Rosenkränze für jene Menschen zu beten waren, die in dieser Stunde starben. Sie wurde

vom Vorsteher der Bruderschaft zugelost und durfte von keinem Mitglied verändert werden. Wer die zugeteilte Zeit versäumte, hatte dafür eine Messe lesen zu lassen. Zwischen den Rosenkränzen waren vorher definierte, auf dem Bruderschaftszettel abgedruckte Gebete zu sprechen. Mitglieder, die des Lesens nicht mächtig waren, beteten stattdessen drei „Vater Unser“ und drei „Ave Maria“.17 In hohem Maße förderte der Chiemseer Fürstbischof Johann Christoph Graf von Liechtenstein (1591–1643) das Rosenkranzgebet an der Universität: Dieser pflegte jeden Monat 15 arme Studenten zu Ehren der 15 Geheimnisse des Rosenkranzes in seinen Palast einzuladen, ihnen bei Tische zu dienen und das Handwasser zu reichen. Er ließ ihnen sieben Gerichte vorsetzen, schenkte ihnen vom besten Weine ein, soviel sie wollten, und gab zum Schlusse für das Abendessen jedem einen Gulden.18

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Das Rechnungsbuch der Rosenkranz-Bruderschaft Ab 1660 wurde das Rechnungsbuch der Bruderschaft von P. Otto Aicher überaus sorgfältig geführt. Die Auflistung der Einnahmen und Ausgaben musste am Ende eines Studienjahres dem Rektor zur Prüfung vorgelegt und von ihm abgezeichnet werden. Über den Tod hinaus wurde die Bruderschaft von den Salzburger Fürst­ erzbischöfen Guidobald Graf von Thun mit 50 fl.19 und Maximilian Gandolph Graf von Kuenburg mit 30 fl. bedacht. 20 Dem Beispiel der Erzbischöfe folgten mehrere Domherren und Propst Balthasar Zauchenperger, 21 der Salzburg auf dem Westfälischen Friedenskongress vertreten hatte. Die Mitglieder stammten aus der Stadt Salzburg, aber auch aus Altötting, Braunau, Linz, Obernberg, Ried, Rosenheim, Schärding, Traunstein und Wasserburg. Aus allen Bevölkerungsschichten kamen Zuwendungen, von der Gräfin bis zum Hausmeister. Gefördert

wurde die Bruderschaft von der Geheimratswitwe Sara Motzel, 22 deren Sohn, Rechtsprofessor P. Volpert Motzel, später im Sacellum beigesetzt wurde. Die Bürgers­ tochter Susanna Wagendorfer aus Aussee stiftete einen Reichstaler, 23 bevor sie sich mit dem bald darauf promovierten Studenten Johann Paul Langetl aus Linz vermählte. Spenden wurden in den Opferstock auf dem Saal, der Großen Aula, geworfen, konnten aber auch in ainem Zetelein verwikhlet sein, in Form von alten silbernen Spitzen oder einer vergoldeten Gürtelschnalle erfolgen. 24 Doch die Bruderschaft hatte eine Reihe von Ausgaben zu tätigen. Zu Jahresbeginn wurde ein Schreibkalender erworben und der Buchdrucker bekam 10 fl. für 20. buech grosse Stundtzetln mit khupfer. 25 P. Otto Aicher­ ließ das beschädigte Bruderschaftsbuch und das Einschreibbuech, in dem die übernommenen Gebetsstunden verzeichnet waren, reparieren bzw. neu schreiben­

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sammen mit sechs weiteren Gemälden bei Joachim von Sandrart in Auftrag gab, 39 der sein Werk selbst mit folgenden Worten beschrieb: Der zweyte Altar zeiget den H. Dominicum in einer Wolke kniehend, deme Unser liebe Frau sitzend in Gloria durch das Christkindlein den Rosenkranz eingehändigt, der nun in Begleitung vieler Engel sich herunter begeben begriffen ist, um auf Erden seinen devoten ermeldten Rosenkranz auszutheilen, worbey der Papst, Kayser, Cardinäle, Erzbischöfe und allerley hohe Standspersonen, absonderlich auch Ihr Hochwürden der Herr Abt, gar lebhaft gecontrafätet [porträtiert] sich befinden.40 Auf Fernwirkung zielt die flüchtige Malweise der Geheimnisse des Rosenkranzes unter der Himmelsszene, doch es werden nur elf davon dargestellt, während der hl. Dominikus, so wird der Eindruck vermittelt, die fehlenden vier Geheimnisse verdeckt.41 Der linke Ausblick zeigt die Südseite des vom Abt neu erbauten Stifts Lambach, darunter schreitet eine volkreiche Rosenkranz-Prozession über die Traunbrücke. Für Sandrart, der das Gemälde als eines seiner Hauptwerke betrachtete, war der relativ geringe Preis von 800 fl. nur deswegen möglich, weil für den gleichen Betrag auch die andern, rascher gemalten Bilder [für die Stiftskirche] geliefert würden.42 Die Rosenkranz-Bruderschaft wurde mit einem Kapital von 1500 fl. dotiert und erhielt einen eigenen Opferstock bei ihrem Altar.43 Der kunstsinnige, aber streng auf Klosterdisziplin bedachte Abt starb 1678 eines gewaltsamen Todes. Sein Küchenmeister P. Ernest Fischer hatte Gift in den Zucker gemischt, mit dem sich Hieber sein heißgeliebtes Apfelküchel zu versüßen pflegte.44 Die näheren Umstände des Aufsehen erregenden Prälatenmords wurden nie geklärt, doch unverbürgter Legende zufolge hat der Abt seinen Küchenmeister gerügt, weil sich dieser angeblich mit einer Frau beim Klosterbrunnen traf. Der Mörder wurde zum Tode verurteilt und in Passau enthauptet.45

und schaffte dafür ein neues Einschreibtischl auß Kherschbaumern Holz an. 26 Der Student, der regelmäßig beim Einschreiben half, erhielt ebenso einen Lohn wie die Bueben, so auf dem Saal an den Umbgängen [Prozessionen] beteiligt waren, 27 die Musikanten und der Mesner der Bürgerspitalskirche, der während der Prozessionen die Glocken läutete. 28 Immer wieder wurden Künstler und Handwerker mit Restaurierungsarbeiten beauftragt, wie der Bildhauer Jakob Gerolt, der drei Marienstatuen auszubessern, zwei neue Hände und ein Jesuskhindl zu schnitzen hatte. 29 Das Jesuskind erhielt vom Schneider ein neues­ Rökhel, eine Marienstatue vom Goldschmied eine silberne Khron, außerdem musste eine Perücke für ein Frauenbildt erstanden werden. 30 Beim Kupferstecher wurde ein gestochenes Platlein für die Bruderschaftszettel in Auftrag gegeben. 31 Bei der Anschaffung von Tabernakel, Buschkrügen und neuen Sesseln für die Große Aula bediente sich der Rektor wiederholt aus der Bruderschaftskasse. 32 Den Unkosten der Comædi, also der Theateraufführung am Ende des Studienjahres, fiel nach seinem Verlangen sogar ein neuer Ornat für die Bruderschaft zum Opfer. 33 Ebenso wenig erbaut war man wegen einer Figur, die ein P. Augustinus für die Prozession am Rosenkranz-Sonntag ungebettner gemacht hatte und für die 1 fl. zu bezahlen war. 34 Schließlich geizte P. Otto nicht mit Trinkgeldern etwa für den Paukenträger35 oder den Überbringer der erzbischöflichen Erbschaft. 36 Die Rosenkranz-Bruderschaft in Lambach Der langjährige Praeses der Universität, Abt Placidus Hieber von Lambach, etablierte 1645 in seinem Kloster eine eigene Rosenkranz-Bruderschaft, 37 die der Befürderung der Ehr Gottes, Vermehrung und Fortpflanzung des Allerheiligsten Rosenkranzes, auch zum Nutzen unserer Seelen dienen sollte. 38 Für die Gebetsgemeinschaft stiftete er 1657 ein Altarbild, das er zu-

Joachim von Sandrart (1606–1688), Rosenkranzspende mit Bruderschaftsprozession in Lambach, 1657, Öl / Leinwand, Lambach, Stiftskirche

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Ausweitung auf Landesebene Maßgebliche Förderung erfuhr die Rosenkranz-Bruderschaft unter der Herrschaft des Salzburger Fürst­ erzbischofs Maximilian Gandolph Grafen von Kuenburg.46 Solange dies seine Kräfte zuließen, wohnte der Landesfürst, der sich eigenhändig in das Bruderschaftsbuch einschrieb, den monatlichen Treffen der Gebetsgemeinschaft bei und bedachte sie mit Zuwendungen:47 „Im genannten Kolleg der Benediktinerväter entbehrte die Erzbruderschaft des hl. Rosenkranzes, die durch großen Zulauf des Volkes zahlreich besucht wurde, ehrenhaften Silberschmuck, der entweder die Diener des Altars oder den Altar selbst seiner Würde entsprechend zieren sollte: Der Fürst kleidete die Ministranten in Silberstoff und zierte den Altar mit einem silbernen Abbild des gekreuzigten Erlösers, mit je sechs Leuchtern aus demselben Metall und je vier Buschkrügen.“48

Auf Landesebene wurde die Rosenkranz-Bruderschaft ab 1678 vom Erzbischof fundirt, auffgerichtet, und mit allen Mitteln versehen. Das vom Salzburger Münz- und Eisenschneider Paul Seel gestochene Bruderschaftsblatt zeigt unter der Rosenkranzspende die 15 Geheimnisse umrahmt von Elementen des erzbischöflichen Wappens sowie die „Mitgliedsregeln“ kurz zusammengefasst:49 Beichte und Kommunion waren beim Eintritt in die Bruderschaft verpflichtend und danach weiterhin regelmäßig zu wiederholen. Mitglieder hatten pro Woche drei Rosenkränze zu beten, jeden Monat die Versammlung der Bruderschaft zu besuchen, die Predigt zu hören und an der Prozession teilzunehmen. Bei Verhinderung war eine bestimmte Anzahl von Gebeten zu sprechen. Stets war ein geweihter Rosenkranz zu tragen und während des Gottesdienstes oder beim Beten des Kreuzwegs sichtbar in Händen zu halten. Unaufmerksame Bruderschaftsmitglieder zu belehren, gehörte ebenso zu den verpflichtenden gottgefälligen Werken, wie das Beten für die Wohltäter der Gemeinschaft. Verstorbenen Mitgliedern sollte man das letzte Geleit geben und der anschließenden Seelenmesse beiwohnen. Überdies waren am Rosenkranz-Sonntag (erster Sonntag im Oktober) von der ersten Vesper bis zum Sonnenuntergang Kirchen, Kapellen und Oratorien der Bruderschaft zu besuchen, um dort für die Vereinigung der Christlichen Fürsten, Außreutung der Ketzereyen, und Erhöhung der Heil. Mutter Kirchen zu beten. Schon beim Eintritt in die Bruderschaft erwirkte man den vollkommenen Ablass der Sünden, ebenso wenn man vor dem Ableben beichtete, die Kommunion empfing, den Namen Jesu aussprach oder ihn wenigstens in dem Hertzen andächtig anrief. Jeweils 60 Tage Ablass von der Bußzeit im Fegefeuer wurden versprochen, wenn Bruderschaftsmitglieder Arme beherbergten, unter Feinden Frieden stifteten oder Irrende auf den Weg des Heils brachten. Es gab Regelungen, wie zu gewissen Zeiten und Tagen eines verstorbenen Bruders und Schwesters Seel auß dem Fegfeur kann erlöst werden. Auch der Bußprediger Marco d’Aviano, der auf Einladung des Erzbischofs nach Salzburg gekommen war, förderte das Rosenkranzgebet. Er predigte hauptsächlich­ li. Hans Franz Fesenmayr (1640–1692), Max-Gandolph-Kelch mit den 15 Geheimnissen des Rosenkranzes, 1680, Salzburg, Domschatz re. Fürsterzbischof Maximilian Gandolph Graf von Kuenburg (1622–1687), Salzburg, Maria Plain, ehem. Refektorium

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in lateinischer und italienischer Sprache, flocht aber immer wieder ihm besonders bedeutsam erscheinende Worte in Deutsch ein. Dabei schrie er laut und weinte hefftig: Rosengrantz! Rosengrantz! […] Ich hab gesündiget, gesündiget! gesündiget! Du habst gesündiget! Nimmermehr Thun! Nimmermehr Thun! Wie einen Heiligen verehrte das Volk den Kapuzinerpater, flehte ihn beständig um Andenken an und versuchte sogar, kleine Flicken aus seiner Kutte herauszuschneiden.50 Heinrich Ignaz Franz Biber widmete seine berühmten Rosenkranzsonaten Erzbischof Max Gandolph. In das handschriftliche Widmungsexemplar ließ der Komponist anstelle der Titel einzelner Sonaten die Kupferstichmedaillons von Paul Seel aus dem Bruderschaftsblatt kleben und trug damit der Vorliebe des Erzbischofs für das Rosenkranzgebet Rechnung. 51

Bis über die Mitte des 18. Jahrhunderts hinaus erfreuten sich die Bruderschaften regen Zuspruchs. Noch Fürsterzbischof Siegmund Christoph Graf von Schrattenbach (reg. 1753–1771) pflegte täglich, wo immer er auch war, gemeinsam mit dem ganzen Hofstaat den Rosenkranz zu beten. 52 Perfide Glücksritter nützten die Schwäche des leichtgläubigen Landesherrn für Bigotterie aus: Der Fürst nahm jede äussere Miene von Andächtelei für ächte Tugend; und da schwang sich so mancher durch lautes Rosenkranzbeten bei offenen Fenstern bis zum geheimen Rath. 53 Erst unter der Herrschaft von Hieronymus Joseph Grafen von Colloredo mussten die Bruderschaften Restriktionen hinnehmen, blieben jedoch bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts bestehen. 54

o. Heinrich Ignaz Franz Biber (1644– 1705) / Komponist, „Krönung Mariens“ aus den Rosenkranzsonaten, München, Bayerische Staatsbibliothek

re. Paul Seel (1642–1695) / Stecher, Bruderschaftsblatt der Rosenkranz-Bruderschaft, 1686/87, Kupferstich, 536 x 324 mm, Archiv der Erzdiözese Salzburg, Graphiksammlung

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Der Rosenkranzzyklus im Sacellum Die Privilegierung der universitären Rosenkranz-Bruderschaft gestattete es, Rosenkranzbilder im Umkreis von zwei italienischen Meilen (3702 Meter) mehrmals darzustellen. 55 Somit war die rechtliche Grundlage geschaffen, neben der Großen Aula andere Salzburger Bauten mit Rosenkranzzyklen auszugestalten und im fünfjochigen Kreuzgratgewölbe des Sacellums der Universität die 15 Geheimnisse des Rosenkranzes wiederzugeben. In der Mittelachse des Gewölbes befinden sich die durch ihre Größe hervorgehobenen glorreichen Geheimnisse in einer Rahmung aus stilisierten Lorbeerkränzen. Westlich und östlich der Mittelachse, den

Mittel-Medaillons untergeordnet, sind in den Gewölbefeldern die in Rollwerkrahmungen mit vegetabilem Dekor eingefassten freudenreichen und schmerzhaften Geheimnisse dargestellt. Weder die Anordnung der Medaillons noch die Kupferstichvorlagen finden im Bruderschaftsblatt des Paul Seel eine Entsprechung. Im Rahmen dieser Forschungen konnten erstmals die im Sacellum zur Erstellung der einzelnen Rosenkranzbilder herangezogenen Vorlagen identifiziert werden. Aus der Datierung der Vorlagen geht hervor, dass die Malereien entweder während der Erweiterung des Sacellums (1663) oder wenig später vollendet wurden. Ungeklärt bleibt die Frage nach dem Künstler, da bisher keine diesbezüglichen Rechnungen aufzuspüren waren. Allerdings stellte sich im Zuge der Nachforschungen heraus, dass der aus Kufstein stammende Maler Veit Rabl, ein Schwager des Salzburger Malers Wilhelm Faistenberger, 56 für seinen 1664 entstandenen Rosenkranzzyklus in der Pfarrkirche St. Andreas in Kitzbühel bei drei Bildern (Geißelung, Dornenkrönung, Kreuztragung) die gleichen Vorlagen wählte wie der Künstler im Sacellum. 57 Die Farbgebung der Gewänder stimmt frappierend überein, wenngleich sie gewiss teilweise dem damals gängigen Kanon der den einzelnen Figuren zugeordneten Farben geschuldet ist. Zudem ist nicht zu übersehen, dass für die Darstellung der „Dornenkrönung“ eine Kombination­derselben zwei Stiche nach Anthonis van Dyck und Abraham van Diepenbeeck als Vorlage diente.

li. Titelkupfer mit Rosenkranzspende, aus: Kurtzer Bericht und Ablaß der ErtzBruderschaft deß Heil. Rosenkrantz, Salzburg 1699, Universitätsbibliothek Salzburg re. Die 15 Geheimnisse des Rosenkranzes, Salzburg, Altes Studiengebäude, Sacellum, Deckenansicht

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Jesus, den du, o Jungfrau, vom Heiligen Geist empfangen hast

gewährten ihm Steuererleichterungen.8 Als sich gegen Ende des Dreißigjährigen Krieges die Auftragslage verschlechterte, dürfte sich Seghers dem väterlichen Gewerbe zugewandt haben, denn er scheint als Mitglied der Weinhändlergilde auf.9 Seghers’ Œuvre gliedert sich in zwei Teile: Das Frühwerk lässt den Einfluss Caravaggios erkennen,10 seine bekanntesten Bilder aus dieser Zeit sind Genre-Szenen mit Karten spielenden Soldaten. Das Spätwerk hingegen, dem auch die vorliegende Verkündigungsszene­zuzuordnen ist, orientiert sich an Rubens und van Dyck, weil deren Stil – wie Seghers selbst Joachim von ­Sandrart anvertraute – beliebter und daher einträglicher war. So musste er bey dieser expedienza verbleiben, und seine Gedanken mehr um viel Geld zu machen, als die Kunst zu erheben, abrichten. Gleichwohl war er auch in dieser Manier sehr geistreich, da er sich in seinen Werken viel der guten Natürlichkeit befleißigte.11

Die Vorlage für die Verkündigungsszene bildete ein Stich nach Gerard Seghers (1591–1651), dessen Marien­ darstellungen sehr begehrt waren.1 Das Blatt wurde dem Bürgermeister von Antwerpen, Antonio S­ ivori, gewidmet. 2 Von ihrem Lesepult wendet sich die Jungfrau Maria hoheitsvoll dem eintretenden, in Ehrfurcht geneigten Erzengel Gabriel zu. Er überreicht ihr eine Lilie, Symbol für Reinheit und Unschuld.3 Kunstfertig akzentuiert der Maler den Kontrast zwischen der bewegten Gestalt des Engels und der vornehme Ruhe ausstrahlenden Jungfrau.4 Das Bild im Sacellum übernimmt die Gesamtkomposition und wesentliche Details des Stichs, wie die Versatzstücke der Architektur. Gerard Seghers stammte aus Antwerpen, wo sein Vater die Weinschenke „De Robijn“ führte. Mit zwölf Jahren als Lehrling in die Malergilde St. Lukas aufgenommen, erhielt er bereits fünf Jahre später den Freispruch als Meister. Nun hatte er das Recht, seine Werke zu signieren und unter eigenem Namen zu verkaufen. 5 In Italien schulte Seghers sich an den Werken Caravaggios, wurde von Neapel aus an den spanischen Hof empfohlen und kehrte hoch geehrt in seine Heimat zurück.6 Er heiratete 1621 Catharina Wouters, Tochter eines wohlhabenden Tuch- und Tapisserie-Händlers, ließ sein Haus zu einem Palazzo im Stil der italienischen Renaissance umbauen und nahm am gesellschaftlichen Leben Antwerpens regen Anteil.7 Die Statthalter der Niederlande zeichneten ihn mit Ehrentiteln aus und

li. Gerard Seghers (1591–1651) / Vorlage, Schelte Adamsz. à Bolswert (1586–1659) / Stecher, Mariae Verkündigung, um 1635, Kupferstich, 385 x 273 mm

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Jesus, den du, o Jungfrau, zu Elisabeth getragen hast

Vorlage für das zweite Rosenkranz-Medaillon ist ein Stich von Johann Matthias Kager (1575–1634). Eine lateinische Bildlegende des Stichs bezeichnet die dargestellten Personen als Maria mit ihren Eltern Joachim und Anna1 – im Sacellum wird die Szene jedoch vom Maler als Heimsuchung Mariens bei Elisabeth und Zacharias umgedeutet. Die beiden schwebenden Engel auf Wolken wurden nicht übernommen, der Architekturhintergrund jedoch beibehalten: die Fassaden- und Turmgliederungen ebenso wie der figurenbesetzte Torbogen im Hintergrund. Auf dem Dach des zweistöckigen Hauses ergänzen nun manieristische Zierelemente den in der Vorlage von Engeln verdeckten Bereich. Johann Matthias Kager stammte aus München, wurde in der Hofwerkstätte als Miniaturmaler ausgebildet und wirkte an der Ausgestaltung der Residenz mit. 2 Im Jahr 1603 zog er nach Augsburg, erlangte dort das Bürgerrecht und heiratete wenig später Libia Maria Salvatoria.3 Bald zum Stadtmaler erhoben, zeichnete sich Kager durch große Vielfalt im Œuvre aus: Er schuf Altarblätter, Gemälde mit profanen Themen und Miniaturen für den Münchener Herzogshof, die Fugger und etliche Ordensgemeinschaften im süddeutschen Raum. Außerdem beteiligte er sich in Augsburg an der künstlerischen Ausgestaltung von Rathaus, Stadttoren4 und Zunft­gebäuden – überregionale Bekanntheit erlangten besonders seine Häuserfresken. 5 Deren ausgesucht tiefsinnige Ikonographie lieferte der Jesuit Matthäus­

li. Johann Matthias Kager (1575–1634) / Vorlage, Christoph Greuter (tätig 1. Hälfte 17. Jh.) / Verleger, Maria mit ihren Eltern Joachim und Anna, Datierung unbekannt, Kupferstich, 298 x 233 mm, Braunschweig, Herzog Anton Ulrich-Museum

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­ ader,6 mit dem Kager auch für die monumentale R ­Bavaria sancta, ein reich illustriertes Heiligenkompendium Bayerns, zusammenarbeitete.7 Seither ist Kager geschätzt für seine markant gezeichneten Gestalten mit weichen, oval geschnittenen Gesichtern. Die Kleidung schmiegt sich eng dem Körperumriss an und zeigt gern aufgestaute Faltenwürfe und schwingende Säume.8 Nach seiner Wahl zum Stadtrat von Augsburg lieferte­ Kager hauptsächlich Entwürfe, unter anderem zu Kunstschränken und spektakulären Galanterieobjekten wie dem mechanischen Meierhof für den Herzog von Pommern9 oder einem vielgliedrigen Geflügelhof für die Kaiserin Anna.10 Zudem war er für den Salzburger Erzbischof Wolf Dietrich von Raitenau tätig, in dessen Auftrag er sechs Ovidische Fabeln malte11 und möglicherweise den berühmten Feldhasen von ­A lbrecht Dürer kopierte.12

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Jesus, den du, o Jungfrau, zu Bethlehem geboren hast

di Lasso. 5 Dass er schließlich nach Prag an den Kaiserhof zog, scheint eine Folge der Abdankung des Herzogs zugunsten seines Sohnes Maximilian I. und dessen ­rigorosem Sparkurs gewesen zu sein.6 In Prag brachte Hans von Aachen seine Lichtmalerei zu höchster Vollendung.7 Als Hofmaler übernahm er viele­ Aufträge im Dienst Kaiser Rudolphs II.8 Zahlreiche Missionen führten den Künstler durch ganz Europa­– als Maler, als Agent für die Kunstkammer aber auch als Diplomat.9 Seine bekanntesten Aufträge aus dieser Zeit sind Porträts möglicher Heiratskandidatinnen für den Kaiser, darunter der Erzherzogin Anna in Innsbruck.10 Dabei ließ sich der Maler in politische Intrigen verwickeln, denen der kaiserliche Kammerdiener P ­ hilipp Lang mit einem Schreiben an den Onkel der Bewerberin zuvorzukommen versuchte: Es wird diese oder die ander wochen Ihr Kaiserliche Majestät den Hans

Als Vorlage für die „Anbetung der Hirten“ diente ein Kupferstich,1 der ein heute verschollenes Gemälde des Hans von Aachen (1552–1615) wiedergibt. Für das Medaillon im Sacellum wurde nur ein Teil der grazilen, bisweilen geziert wirkenden Figuren der Hauptkomposition übernommen. Himmlische Lichtstrahlen heben das neugeborene Kind hervor. Ergänzt ist der nach oben blickende hl. Joseph. Hans von Aachen stammte aus Köln, wo er als Maler in der flämischen Tradition ausgebildet wurde. Auf einer Italienreise erhielt er seinen ersten bedeutenden Auftrag, ein Altargemälde für die Jesuitenkirche Il Gesù in Rom. 2 Schon hier erreichte er durch Farbsprünge und Kontrastierungen eine viel bewunderte Lebendigkeit in der Darstellung von Gesichtern, indem er geschickt die grell-scharfe Farbigkeit der Römer mit dem atmosphärischen Kolorit der Venezianer zu verbinden wusste. 3 Während eines Aufenthalts in Venedig erreichte ihn der Ruf an den Hof Herzog Wilhelms V. von Bayern. Zahlreiche religiöse Bilder mit schmächtigen Figuren, deren überlange Körper und Gesten voll übersteigertem Ausdruck stark dem Geist der Katholischen Reform verhaftet sind, entstanden unter dem Eindruck des asketischen Lebens am Hof des strenggläubigen Herzogs. In seiner Kunst unterstützte Hans von Aachen die religionspolitischen Maßnahmen der Wittelsbacher.4 Er blieb zehn Jahre in München und heiratete Regina di Lasso, Tochter des berühmten Komponisten Orlando

li. Hans von Aachen (1552–1615) / Vorlage, Jan Sadeler (1550–1600) / Stecher, Die Anbetung der Hirten, Kupferstich, 247 x 183 mm, München, Staatliche Graphische Sammlung

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J­ ohann t’Serclaes von Tilly, hob eines seiner Kinder aus der Taufe. Das ehrenvolle Begräbnis im Prager Veitsdom, das Hans von Aachen 1615 erhielt, bezeugt seine gesellschaftliche Anerkennung.13 Als Maler zeichnete er sich durch eine beeindruckende Vielfalt im Schaffen aus und bediente sich unterschiedlicher Stilmittel. Es gab drei wesentliche Stationen seines Erfolgs: In Italien gelang ihm der Durchbruch, in München waren seine religiösen Bildmotive gefragt, in Prag wusste er sich mit mythologischen Themen durchzusetzen. Die „Anbetung der Hirten“ zählt zu den erfolgreichsten, oft kopierten Bildkompositionen des Künstlers. Hans von Aachen entwarf sie um 1590 für Herzog Wilhelm V. von Bayern. Eine Kupfertafel der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen gilt als Werkstatt­ replik,14 eine Miniaturkopie von Hans Werl wurde als juwelenartige Verzierung in eine kostbare Kusstafel eingelassen.15 Der Stich von Jan Sadeler hat die „Anbetung der Hirten“ weit verbreitet. Sie ist auch im flüchtig skizzierten Mittelfeld eines Altarentwurfs zu erkennen, der – wie das Wappen zeigt – vom Salzburger Fürsterz­ bischof Wolf Dietrich von Raitenau gestiftet wurde.16 In der erzbischöflichen Galerie befand sich überdies eine „Kuppeleiszene“ des Malers.17

von Aachen nach Innspruk verschiken, die princessin abzuconterfecten. So ist’s gross von nötten, das euer Altezza [Hoheit] ihren maller, den Niderlender nach Inspruk senden und die Erzherzogin lassen abmahlen, ehe der Hans von Aachen hin kompt; denn er wird mit fleis nichts gutz mallen, diweil er andere ketzerische hairad practesirt [vorzieht] und diese hairad verhindern will.11 Auch der Kunstagent Philipp Hainhofer hielt den Maler für verschlagen12 und unterstellte ihm, Porträts zu schönen, um den Auftraggebern zu schmeicheln. Trotz aller Anfeindungen konnte sich Hans von A ­ achen dauerhaft in der Gunst des Kaisers behaupten. Es war ihm gestattet, auf der Prager Burg zu wohnen und dort als Gastgeber hoher Standespersonen aufzutreten. Der berühmte Feldherr des Dreißigjährigen Krieges,

li. Unbekannter Künstler, Entwurf für einen Altar mit dem Wappen Erzbischofs Wolf Dietrich von Raitenau, Federzeichnung, 275 x 170 mm, Salzburg Museum re. Hans von Aachen (1552–1615), Die Anbetung der Hirten, 1591, Öl / Kupfer, 240 x 190 mm, München, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Alte Pinakothek

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Jesus, den du, o Jungfrau, im Tempel aufgeopfert hast

Der Künstler des Sacellums hält sich streng an die Figurenkomposition seiner Vorlage, allerdings zeigt er das Kind nicht gänzlich entblößt, den Chorknaben ohne Kopfbedeckung und im Hintergrund statt der Landschaft eine schmucklose Säulenhalle. Die Vorlage für den seitenverkehrten Stich gelangte 1793 durch einen Bildertausch der Habsburgerhöfe von Wien und Florenz in die Galleria Palatina des Palazzo­ Pitti in Florenz.3 Wegen der starken Übermalungen – die Gestalt der jungen Frau kam erst nach der Restaurierung 1998 wieder zum Vorschein – wird das Gemälde in der Literatur unterschiedlich Veronese, seiner Werkstatt oder Polidoro da Lanciano zugeschrieben.4 Die lateinische Legende des in diesem Zusammenhang bisher unbeachteten Stichs von Wolfgang Kilian weist aber die Vorlage eindeutig Veronese zu.5

Das vierte Rosenkranzmedaillon zeigt die „Darstellung im Tempel“. Da nach alttestamentlichem Recht jeder männliche Erstgeborene dem Herrn geweiht sein sollte, brachten Maria und Joseph ihr Kind in den Tempel von Jerusalem. Zudem wollten sie das geforderte Opfer, ein Paar Turteltauben oder zwei junge Tauben, darbringen. Im Tempel wurde das Kind von Simeon und Hanna als der Messias erkannt.1 Der Lobgesang des greisen Propheten Simeon aus dem Lukasevangelium wird täglich im Stundengebet der Katholischen Kirche zur Komplet gesungen. Als Vorlage für das Medaillon im Sacellum verwendete der Künstler einen Stich von Wolfgang Kilian nach einem Gemälde von Paolo Veronese (1528–1588). Der Stich ist Abt Alexander Sauter von Ottobeuren (reg. 1600–1612) gewidmet. 2 In schwerem liturgischen Gewand, von zwei Tempeldienern gestützt empfängt der Hohepriester die Heilige Familie: die auf den Stufen kniende Maria mit dem Kind und Joseph mit einer brennenden Kerze. Hinter dem Altar hält eine junge Frau einen kleinen Käfig mit den zwei jungen Opfertauben, davor kniet ein Knabe mit dem Chorbuch. Auf der obersten Stufe steht ein kleiner Kessel mit dem Aspergill zum Versprengen des Weihwassers.

li.o. Paolo Caliari (1528–1588), gen. Veronese, Darstellung im Tempel, 1570, Öl / Leinwand, 117,3 x 144,7 cm, Florenz, Palazzo Pitti, Galleria Palatina li.u. Paolo Caliari (1528–1588), gen. Veronese / Vorlage, Wolfgang Kilian (1581–1663) / Stecher, Dominicus Custos (1560–1612) / Verleger, Darstellung im Tempel, 1600/1612, Kupferstich, 187 x 194 mm, München, Staatliche Graphische Sammlung

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li. Paolo Caliari (1528–1588), gen. Veronese, Rahel am Brunnen, Bisterfeder- und Pinselzeichnung, 175 x 265 mm, Universitätsbibliothek Salzburg, Sondersammlungen H 489 re.o. Paolo Caliari (1528–1588), gen. Veronese / Vorlage, Giovanni Battista Vanni (1599–1660) / Stecher, Die Hochzeit zu Kana, 1637, Kupferstich, 558 x 695 mm re.u. Unbekannter Künstler nach Paolo Caliari (1528–1588), gen. Veronese, Die Hochzeit zu Kana, um 1670, Öl / Leinwand, 315 x 444 cm, Salzburg, Erzabtei St. Peter nächste Seite: Paolo Caliari (1528–1588), gen. Veronese, Die Hochzeit zu Kana, 1563, Öl / Leinwand, 677 x 994 cm, Paris, Musée du Louvre

Paolo Caliari – nach seinem Geburtsort Verona später Veronese genannt – wurde 1528 als Sohn eines Steinmetzen geboren. Nach einer Malerlehre wirkte er früh an der Ausgestaltung von Palästen mit und übersiedelte 1555 nach Venedig, wo er am Campo Santi Apostoli seine Werkstatt eröffnete. Bereits sein erster Auftrag in der Lagunenstadt, der Esther-Zyklus für die Kirche San Sebastiano,6 ist ebenso zu seinen Hauptwerken zu zählen wie die prachtvollen Wandmalereien der Villa Barbaro in Maser mit Ideallandschaften, Figuren vor Scheinarchitektur und mythologischen Szenen.7 Zudem war er maßgeblich an den Deckengemälden der Biblioteca Marciana beteiligt.8 Seine großformatigen und opulent ausgestalteten biblischen Gastmahlszenen trugen ihm bald großen Ruhm ein. Als er jedoch wagte, das „Letzte Abendmahl“ für das Refektorium der Dominikaner von SS. Giovanni­ e Paolo in Venedig mit deutschen Landsknechten, Narren und Betrunkenen auszustatten, wurde er zur Vernehmung vor das Sacro Tribunale zitiert. Veronese

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entzog sich einer Anklage, indem er das Gemälde leicht überarbeitete und in „Das Gastmahl im Hause Levi“ umbenannte.9 Für den Dogenpalast übernahm der Maler bedeutende Aufträge, die aber 1574 großteils durch einen Brand zerstört wurden. Am 19. April 1588 starb Veronese in Venedig an einer Lungenentzündung und wurde in San Sebastiano begraben. Die Gemäldeinventare der Salzburger Residenz bringen lediglich ein Gemälde mit Veronese in Verbindung, eine Kopie nach der „Hochzeit zu Kana“, über deren Verbleib bisher nichts bekannt ist.10 Ob dieses Bild später in die Erzabtei St. Peter gelangte, wo im Vorraum zum Refektorium eine in Farbgebung und Details weitgehend übereinstimmende Kopie nach Veroneses „Hochzeit zu Kana“ hängt, ist derzeit nicht zu entscheiden. Das berühmte Vorbild wurde ebenfalls für eine Bene­ diktinerabtei gemalt. Veronese führte das Bild in den Jahren 1562–1563 für das Refektorium von San ­Giorgio Maggiore in Venedig aus.11 Es wurde 1797 von den Franzosen requiriert und befindet sich seither im Musée du Louvre in Paris. Auch in Salzburg gibt es ein eigenhändiges Werk des Meisters zu bewundern. Veroneses Skizzenblatt für das Gemälde „Rahel am Brunnen“ zählt zu den wertvollsten Graphiken in den Beständen der Universitätsbibliothek.12

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Jesus, den du, o Jungfrau, im Tempel wiedergefunden hast

unter einem Baldachin. Mit ausdrucksstarkem Erklärgestus zählt er seine Argumente an den Fingern auf.1 Seine Jugend steht in starkem Kontrast zum Alter der im Bildvordergrund sitzenden bärtigen Greise. Die verblüfften Schriftgelehrten stecken die Köpfe zusammen, können nur mit Mühe seiner Lehre folgen, die sie in ihren Büchern nicht finden. Sie scheinen Jesus im Redefluss Einhalt gebieten zu wollen, bis aus dem rechten Bildhintergrund weitere Bücher herbeigebracht sind. Von links kommend sieht man Joseph und Maria hinzutreten, die den vermissten Sohn verzweifelt gesucht hatten und ihn nun mit Erstaunen im Tempel erkennen. Zwar hielt sich der Maler weitgehend an seine Vorlage, doch malte er nur ein Fenster und versah dieses nicht mit einem Maschengitter. Stattdessen gibt er den Ausblick frei auf einen blauen Himmel mit Wolkenhintergrund.

Das fünfte Rosenkranz-Medaillon nimmt Bezug auf eine Begebenheit des Lukasevangeliums (2,41–52): ­Joseph und Maria waren mit dem zwölfjährigen Jesus wie jedes Jahr zum Paschafest nach Jerusalem gepilgert. Als das Fest zu Ende war, hatten die Eltern im Getümmel ihr Kind verloren und meinten irrig, Jesus sei bereits mit einer Pilgergruppe zurück nach Nazareth aufgebrochen. Sie verließen daher Jerusalem, doch als sie ihren Sohn auf dem Weg nicht finden konnten, kehrten sie voller Aufregung in die Stadt zurück. Erst nach drei Tagen fanden sie Jesus im Tempel: Er saß mitten unter den Lehrern, hörte ihnen zu und stellte Fragen. Alle, die ihn hörten, waren erstaunt über sein Verständnis und über seine Antworten. Als ihn die Eltern sahen, sagte seine Mutter zu ihm: Kind, wie konntest du uns das antun? Dein Vater und ich haben dich voll Angst gesucht. Jesus aber antwortete: Warum habt ihr mich gesucht? Wusstet ihr nicht, dass ich in dem sein muss, was meinem Vater gehört? Joseph und Maria verstanden jedoch seine Antwort nicht. Glücklich vereint konnte die Familie wieder nach Nazareth zurückkehren. Der Maler im Sacellum wählte als Vorlage für die Darstellung des Geschehens einen anonymen Stich aus einer Serie über das Leben Jesu. Der blondgelockte zwölfjährige Knabe sitzt auf einem Lehrstuhl erhöht

li. Unbekannter Stecher, Der zwölfjährige Jesus im Tempel, 1626–1650, Kupferstich, 74 x 58 mm, Wolfenbüttel, Herzog August Bibliothek

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Jesus, der für uns Blut geschwitzt hat

den Sadelers in München sowie mit Dominicus Custos und dessen Stiefsohn Lukas Kilian in Augsburg. 5 Für den Kupferstich schuf er sorgfältige Kompositionen in kurzen, hochnervösen Strichen, betonte dabei stark die Konturen und wählte schmale, feingliedrige Gestalten mit ausdrucksstarken Gesten. Er konzentrierte sich stets auf die Hauptszene und überließ das Entwerfen von Rahmen oder Bordüren den Stechern.6 Diese mühten sich, die vollendete Lichtmalerei Hans von Aachens durch technisch geschickt gearbeitete Hell-DunkelKontraste wiederzugeben, um dem nicht reproduzierbaren manieristischen Reichtum seiner Farbpalette annähernd gerecht zu werden. Die beliebten Stiche wurden in Venedig, Paris, Delft, Antwerpen und Nürnberg kopiert. Sie sind meist ausgebleicht, vergilbt, zerrissen oder beschnitten, weil sie besonders als Andachtsbilder private Verwendung fanden.7

Eine Ölbergszene nach Hans von Aachen (1552–1615) eröffnet die Reihe der schmerzhaften Geheimnisse des Rosenkranzes. Aegidius Sadeler überlieferte die Bildkomposition durch einen Stich,1 von dem für das Sacellum die ausdrucksstarke Christusfigur kopiert wurde. Details der Lichtführung, wie der auf Oberkörper und Oberschenkel fallende himmlische Lichtstrahl, und die Haltung der mit gefalteten Händen inbrünstig betenden Gestalt wurden übernommen. Analogien finden sich überdies beim bodenlangen Gewand von Christus: Über die rechte Schulter ist bei der Stichvorlage ein bis zum Boden wallendes Manteltuch dekorativ drapiert. Im Sacellum-Bild findet sich dieser Umhang als rotes, mit dem blauen Gewand kontrastierendes Tuch wieder. Hans von Aachens berühmtes Gemälde befand sich im Oratorium der Münchener Jesuitenkirche St. Michael; es wurde während des Zweiten Weltkriegs zerstört. 2 Die große Anzahl von Stichen nach Hans von Aachen spiegelt nur einen kleinen Teil seines künstlerischen Schaffens. 3 Ländliche Genre-Szenen und erotische Mythologien waren – auf Marmor und Alabaster gemalt – als Werke höchster Raffinesse exklusiv für die kaiserliche Kunstkammer gedacht und wurden kaum reproduziert. Weite Verbreitung hingegen fanden religiöse und allegorische Bildmotive, die sämtlich aus seiner Zeit am Münchener Hof zwischen 1585 und 1596 stammen. Als Stichvorlagen dienten vollendete Gemälde, Zeichnungen zu nicht ausgeführten Bildern und schließlich Skizzen, die nur für die Reproduktionsgraphik entworfen wurden.4 Hans von Aachen arbeitete eng mit bedeutenden Kupferstechern zusammen, vor allem mit

li. Hans von Aachen (1552–1615) / Vorlage, Aegidius Sadeler (1570–1629) / Stecher, Das Gebet Christi im Garten Gethsemane, Kupferstich, 285 x 194 mm, München, Staatliche Graphische Sammlung

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Jesus, der für uns gegeißelt worden ist

1574), an dessen Hof nach Pesaro begleiten. 5 Der Herzog sorgte für seine Ausbildung und ermöglichte einen Studienaufenthalt in Rom. Im Stil zu sehr vom mittelitalienischen Manierismus geprägt, bereitete die Rückkehr nach Venedig zunächst Schwierigkeiten. Um wieder Fuß zu fassen, lehnte sich Palma an die Malweise von Tintoretto und Veronese an, bis er um 1580 zu seinem eigenen Stil fand. Beim Wiederaufbau des 1577 abgebrannten Dogenpalastes verfertigte er einige repräsentative Arbeiten, die seinen Ruf festigten und kirchliche aber auch private Aufträge nach sich zogen. Doch erst der Tod seiner älteren Konkurrenten6 und die noch nicht zur Meisterschaft ausgereifte Technik der nachfolgenden Generation ließen Palma knapp vor der Jahrhundertwende zum führenden Maler Venedigs werden. Mit in- und ausländischen Bestellungen überhäuft – Kaiser Rudolph II. und König Sigismund III. von Polen zählten zu seinen Kunden –, fiel das Spätwerk durch zahlreiche Wiederholungen gegenüber dem Ideenreichtum früherer Arbeiten etwas ab.7

Die Vorlage für die Geißelungs-Szene bildete ein Stich nach einem verlorenen Gemälde, das Jacopo Negretti (1548–1628), genannt Palma il Giovane, für die Chiesa­ della Trinità in Venedig geschaffen hatte.1 Das Bild erlangte bald nach seinem Entstehen große Berühmtheit. 2 Palma entwarf eine dramatische Nachtszene, die nur von einer brennenden Fackel erleuchtet wird. In ihrem Schein erstrahlt der noch makellose Leib Christi, während seine ihn umringenden Peiniger in das Dunkel tiefer Schatten getaucht bleiben. Palmas künstlerische Meisterschaft in dieser Darstellung des halbnackten, in anspruchsvoller Pose gedrehten Körpers steht im Gegensatz zur Forderung katholischer Bildtheoretiker der damaligen Zeit, die blutige Realität zu zeigen, um christliches Erbarmen und Mitleid beim Betrachter hervorzurufen.3 Bewusst realistisch wiedergegeben sind die Physiognomien der Peiniger und die dynamische Vorbereitung ihres grausamen Handelns. In venezianischer Manier ist bei Palma die Szene mit historischem Personal und zahlreichen Assistenzfiguren angereichert,4 auf die der Maler des Medaillons im Sacellum ebenso verzichtet wie auf die kunstvoll entworfenen Bildachsen der Vorlage. Er beschränkt sich darauf, die vordere Bildebene zu kopieren und daneben nur den Jungen mit Stab und Laterne zu übernehmen. Dabei sind die Proportionen gegenüber der Vorlage nicht ganz richtig wiedergegeben. Der aus Venedig gebürtige Jacopo Negretti stammte aus einer Künstlerfamilie und wurde Palma il Giovane genannt, um ihn von seinem Großonkel Palma Vecchio zu unterscheiden. Beim autodidaktischen Kopieren eines Tiziangemäldes entdeckt, durfte Palma den Herzog von Urbino, Guidobaldo II. della Rovere (1514–

li. Jacopo Negretti (1548–1628), gen. Palma il Giovane / Vorlage, Aegidius Sadeler (1570–1629) / Stecher, Marcus Sadeler (Lebensdaten unbekannt) / Verleger, Die Geißelung Christi, 1594, Kupferstich, München, Staatliche Graphische Sammlung

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ziskanerkirche zu finden.9 Außerdem werden Palma il Giovane zwei Gemälde in den Inventaren der erz­ bischöflichen Galerie zugewiesen.10 Während hier über Verfasserschaft und Verbleib noch keine sichere Auskunft gegeben werden kann, ist eine Reihe von Zeichnungen in der Universitätsbibliothek Salzburg eindeutig der Hand des jüngeren Palma zuzuschreiben.11 Aus diesem Konvolut ragen besonders Skizzen des Künstlers für großformatige Gemälde im Dogenpalast von Venedig hervor.12 Die Entwürfe zu einem ebenfalls für dieses Gebäude projektierten, aber nicht ausgeführten „Paradies“13 haben möglicherweise die Ausgestaltung des Hoforatoriums der Salzburger Residenz (heute: ­Bibliothek des Franziskanerklosters) beeinflusst.14

Palma genoss auch als Zeichner großen Ruhm; Zeitgenossen berichten, er habe fast ohne Unterbrechung Skizzen erstellt. Noch zu Lebzeiten wurde nach seinen Zeichnungen gestochen und das Studienwerk De excellentia et nobilitate delineationis publiziert. Palma, der 1628 in Venedig starb, wird in der Kunstgeschichte vor allem als „Wegbereiter des Frühbarocks“ gewürdigt. Die vor 1594 entstandene „Geißelung Christi“ zählt zu den bekanntesten Bildkompositionen des jüngeren Palma. Neben einer eigenhändigen, stark reduzierten Replik hat sich eine Reihe von Kopien in der Nachfolge des Stichs von Aegidius Sadeler erhalten.8 Eine Kopie nach Palmas „Geißelung“ ist in Salzburg nicht nur im Sacellum, sondern auch in der Kreuzkapelle der Fran-

u. Unbekannter Künstler nach Jacopo Negretti (1548–1628), gen. Palma il Giovane, Die Geißelung Christi, polygonales Ölgemälde des westlichen Gewölbezwickels, Salzburg, Franziskanerkirche, Kreuzkapelle re. Jacopo Negretti (1548– 1628), gen. Palma il Giovane, Die Geißelung Christi, Öl / Leinwand, 131,5 x 103 cm, Privatbesitz

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Jesus, der für uns mit Dornen gekrönt worden ist

Die Hauptkomposition des achten Rosenkranz-Medaillons folgt einem berühmten Gemälde des Anthonis van Dyck (1599–1641), das die Dornenkrönung Christi und die Überreichung eines Schilfrohrs als Spottzepter zeigt.1 Als unmittelbare Vorlage für die Ausführung im Sacellum diente ein Stich des Hofkupferstechers Jeremias Falck, der zeitweise im Dienst der kunstsinnigen Königin Christina von Schweden stand.2 Während in der Stichvorlage die Dornenkrönung erst vorgenommen wird, pressen die Soldaten des Sacellum-Bildes die Dornenkrone mit Stangen auf das Haupt Christi. Hier entnahm der Maler die Anregung von einem Stich nach Abraham van Diepenbeeck (1596–1675). Anthonis van Dyck stammte aus einer reichen, tief religiösen Tuchhändlerfamilie in Antwerpen.3 Nach der Meisterlehre wurde er Schüler und Mitarbeiter von P ­ eter Paul Rubens, der sein Frühwerk stark beeinflusste.4­ Bald erfuhren die Werke van Dycks ähnliche Wertschätzung wie die seines Meisters, und schon mit 21 Jahren setzte ihm König Jakob I. von Großbritannien eine Jahrespension aus. 5 Auf einer Italienreise studierte van Dyck die Werke römischer und venezianischer Meister, besonders die Gemälde Tizians. Dem wohl­habenden Künstler war es möglich, Bilder auch zu kaufen und zu sammeln. Bei seiner Rückkehr nach Antwerpen ernannte ihn die Statthalterin der Spanischen Niederlande zu ihrem Hofmaler.6 Die französische ­Königin Maria de’ Medici saß ihm auf ihrer Durchreise­ Porträt und bewunderte sein Tizian-Kabinett.7 Als van Dyck 1632 erneut nach London ging,8 schlug ihn Karl I. zum Ritter. Der unglückliche König aus dem Hause Stuart, dessen Leben auf dem Schafott endete, war einer der größten Kunstsammler seiner Zeit:9 Als ihm

der spanische König die Hand seiner Tochter verweigern musste, vermochte er den enttäuschten jungen Mann nur mit Tizians „Venus von Pardo“ zu trösten.10 Karls einzigartige Kollektion umfasste schließlich 1400 Gemälde und 400 Skulpturen.11 Wie Horace Walpole so treffend über das Verhängnis des Königs bemerkte, „war die Regierungskunst die einzige Kunst, die er nicht beherrschte.“12 Als Bernini van Dycks berühmtes Triple-Porträt des Königs sah, das dem Bildhauer als Vorlage für eine Marmorbüste dienen sollte, rief er bestürzt aus, „niemals unglückseligere Züge erblickt zu haben.“13 Trotz hoher Wertschätzung blieb der König van Dyck die Entlohnung fünf Jahre lang schuldig. Schließlich sah sich der Künstler 1638 genötigt, vom Monarchen das Salär für 25 noch nicht bezahlte Bilder einzufordern. Karl I. beglich die Rückstände, setzte jedoch bei 14 Gemälden den Preis herab. Der Künstler wurde weiterhin mit ehrenvollen Aufträgen bedacht, unter

li. Anthonis van Dyck (1599–1641) / Vorlage, Jeremias Falck (1609–1677) / Stecher, Herman Weyen (Lebensdaten unbekannt) / Verleger, Die Dornenkrönung, Datierung unbekannt, Kupferstich, 612 x 441 mm, Wolfenbüttel, Herzog August-Bibliothek

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li. Abraham van Diepenbeeck (1596–1675) / Vorlage, Pieter de Bailliu (1613–1660) / Stecher, Martin van den Enden (1605–1673) / Verleger, Die Dornenkrönung, Datierung unbekannt, Kupferstich, 444 x 330 mm, Salzburg, Erzabtei St. Peter, Kunstsammlungen re. Anthonis van Dyck (1599–1641), Die Dornenkrönung, 1618/20, Öl / Leinwand, 225 x 197 cm, Madrid, Museo Nacional del Prado

teste Gemälde befand sich in der Abtei Ter Duinen in Brügge, kam später in den Besitz der Preußischen Krone und wurde während des Zweiten Weltkriegs in Berlin zerstört.19 Die zweite Variante diente den Stechern als Vorlage. 20 Die dritte, stark übermalte Version schenkte van Dyck seinem Lehrer Peter Paul Rubens, aus dessen Nachlass König Philipp IV. von Spanien das Bild um 1000 fl. erwarb; das Gemälde befindet sich heute im Museo Nacional del Prado in Madrid. 21 Gegenüber van Dyck, der neben Rubens als wohl bedeutendster Künstler flämischer Barockmaler gilt, erweiterte der Maler im Sacellum die Komposition um eine Figur: Der Peiniger mit pelzverbrämter Kappe, der mit dem linken Fuß auf einen Steinblock steigt, um mit Schwung den Holzstock auf das dornengekrönte Haupt Christi zu drücken, entstammt dem Stich nach einer „Dornenkrönung“, die Abraham van Diepenbeeck für die Sint-Joriskerk in Antwerpen malte. 22

anderem malte er das offizielle Hochzeitsporträt von Karls Tochter Maria und deren Gatten Wilhelm II. von Oranien.14 Van Dycks Porträts – sie gelten als ein Höhepunkt der europäischen Porträtmalerei – sind oft in charakteristisch dunklem Braun gehalten und zeigen die Dargestellten in edler Pose von kostbarem Tuch umglänzt.15 Van Dyk heiratete 1639 Mary Ruthven, eine Hofdame der englischen Königin, doch der Künstler starb bereits zwei Jahre später, erst 42 Jahre alt. Sein Grab im Chor der St. Paul’s Cathedral in London wurde 1666 durch einen verheerenden Kirchenbrand zerstört.16 Die innere Unruhe und Leidenschaft der religiösen und mythologischen Gemälde van Dycks wich im Spätwerk einer beinahe lässigen Eleganz. Die „Dornenkrönung“, zu der mehrere Vorzeichnungen und Ölskizzen erhalten sind,17 zählt zum temperamentvollen Frühwerk.18 Van Dyck malte das Bild in mindestens drei Versionen, die alle den Einfluss von Rubens erkennen lassen: Das äl-

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Jesus, der für uns das schwere Kreuz getragen hat

Als Vorlage für das Rosenkranzbild diente die achte Station eines Kreuzwegzyklus, der nach Entwürfen des italienisch-schweizerischen Malers Carpoforo Tencalla gestochen wurde: Christus stürzt unter dem Kreuz, und Simon von Kyrene wird gezwungen, die schwere Last tragen zu helfen. Der Maler der Darstellung im Sacellum übernahm die Figuren des Bildvordergrunds, aus der linken Bildhälfte den Reiter und den laufenden Knaben. Die Szene auf dem Felsen ließ er weg und interpretierte den Hintergrund neu. Carpoforo Tencalla stammte aus Bissone am Luganersee1 und wurde in Mailand, Bergamo und Verona ausgebildet. Abt Placidus Hieber holte ihn 1659 nach Lambach, wo er das Gotteshaus mit seiner Kunst bereichern sollte. 2 Ab 1665 hielt er sich in den Ländern der Donaumonarchie auf.3 In Wien freskierte er für das Kaiserhaus den Leopoldinischen Trakt der Hofburg und arbeitete in der Dominikaner- und der Schottenkirche. Als Hofmaler der Kaiserinwitwe Eleonora Gonzaga wurde er heftig umworben und stand bald im Dienste zahlreicher Adeliger.4 Bischof Karl II. von Liechtenstein-Castelcorno5 beauftragte ihn mit Malereien in Olmütz und Kremsier.6 Die neuere Forschung konnte nachweisen, dass sich der Künstler besonders an Rubens-Vorlagen orientierte.7 Noch zu seinen Lebzeiten zog ein Feuer sein Hauptwerk, die Freskierung des Doms in Passau,8 so sehr in Mitleidenschaft, dass er seine Bilder nochmals überarbeiten musste.9 Im Winter 1684 erkrankte Carpoforo Tencalla in seiner Heimat Bissone, im Frühjahr ließ er seinen ligerhaften Zustand nach Passau melden und starb wenige Tage später am 9. März 1685.10

Ein Großteil seiner Malerei ist heute zerstört. Carpo­ foro Tencalla war zu seiner Zeit ein bewunderter ­Maler: Dieser fürtreffliche Künstler, schrieb Joachim von ­Sandrart, hat die fast ganz darniderligende Kunst in fresco oder naßen Kalk auf Mauern zu mahlen, wieder erhoben.11 Deshalb bemühte sich der Präses der Salzburger Benediktineruniversität, Abt Erenbert Schre­ vogl von Kremsmünster,12 hinter das Geheimnis von Tencallas Malweise13 zu kommen und bat ihn mit Erfolg, einem vom Stift bezahlten Lehrling alle Information­sowollen in praeparir- und Zuerichtung der Farben zu geben – es wäre schade, wenn dieses Wissen nach dem Tod des Künstlers mit Erden bedekht würde.14 Dermaßen hofiert, legte Tencalla ein hochmütiges Verhalten an den Tag: Als er sogar die Entlohnung des Kaisers bemängelte, bemerkte der Zahlmeister, dass der Maller sein Arbeit gar kostbar und hoch schätzen tuet.15

li. Carpoforo Tencalla (1623–1685) / Vorlage, Melchior Küsell (1622–1683) / Stecher, Jesus fällt unter dem schweren Kreuz, Datierung unbekannt, Kupferstich, 217 x 120 mm

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Jesus, der für uns gekreuzigt worden ist

Kreuz zu hängen – meisterhaft komponiert, jedoch entgegen der Forderung gegenreformatorischer Bildtheoretiker zu wenig realistisch-grausam. Gleichwohl weisen die fünf Nägel in der Mitte des Querbalkens verstärkend auf die fünf Wundmale Christi hin. Neben dem dornengekrönten Gekreuzigten schweben zwei adorierende Putti, unter ihnen stehen Maria und ­Johannes. Hinter dem Kreuzstamm kniet die rotblonde Maria Magdalena. In einer ähnlich kunstvoll aber zu Christus gegengleich gedrehten Pose scheint sie ehrfurchtsvoll die verwundeten Füße des Herrn umfassen zu wollen, die sie einst gesalbt und mit ihrem Haar getrocknet hat. Die kniende Mönchsgestalt im rechten Bildvordergrund wurde lange als Antonius von P­adua interpretiert, da ihm die Kirche geweiht ist. Doch jüngst wurde auf Nikolaus von Tolentino hingewiesen, den die Stifterfamilie besonders verehrte.4 Die bemerkenswerte Bildkomposition zeigt jede der Figuren in unterschiedlicher Gebetshaltung.

Die Bildkomposition der „Kreuzigung“ geht auf ein Gemälde von Palma il Giovane in Potenza Picena zurück,1 das über verschiedene druckgraphische Reproduktionen verbreitet wurde. Palma schuf das Altarblatt in der Zeit seines Aufstiegs zum führenden Maler Venedigs. Seit der Ausgestaltung des Ospedaletto dei Crociferi, für die er fast zehn Jahre benötigt hatte, galt er als gefragter Schöpfer von Passionsszenen voll „schmerzerfüllter Frömmigkeit und stiller Spiritualität.“ In dieser Schaffensperiode sind seine Bilder theatralisch inszeniert und in dunkler Grundstimmung gehalten, sodass nur auf die Protagonisten akzentuierend Licht fällt. 2 Bei der „Kreuzigung“ von Potenza Picena folgt er in der intensiven Farbigkeit Tizian und in der Ikonographie dem Bildhauer Alessandro Vittoria, dessen Kreuzigungsgruppe für das Oratorium der Scuola di San Fantin Palmas unmittelbares Vorbild war. 3 Palma il Giovane schuf sein Gemälde für die Kirche der Franziskaner-Observanten in Potenza Picena. Dieser Ort, der damals noch Monte Santo hieß, erlangte eine gewisse Berühmtheit, weil hier der Franziskanerheilige Gérard de Lunel († 1295) einen Zusammenbruch erlitten haben soll und seither als Schutzpatron gegen Epilepsie angerufen wird. Auftraggeber des Altarblatts war die Landadelsfamilie Mancini, die das Bild für ihre Grabkapelle in der Kirche bestimmte. Der Leib Christi scheint in Palmas Gemälde durch den angehobenen rechten Oberschenkel und die dezente Seitwärtsdrehung fast anmutig und leicht bewegt am

li. Jacopo Negretti (1548–1628), gen. Palma il Giovane / Vorlage, Raphael Sadeler (1560–1632) / Stecher, Die Kreuzigung, Datierung unbekannt, Kupferstich, 410 x 284 mm

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Als Erster stach Raphael Sadeler nach dem Altargemälde, übernahm jedoch, um den Kupferstich allgemeiner zu gestalten, die Mönchsgestalt nicht. Elias Nessenthaler verzichtete in seinem Schabkunstblatt auf die Engel und auch auf Maria Magdalena. Dieser stark reduzierten Kreuzigungsszene folgt der Maler des SacellumBildes. Die von Palma meisterlich angelegte Bildachse, die dem Blick des gekreuzigten Christus auf die Sünderin Maria Magdalena folgt, geht so verloren – der Blick geht ins Leere. Die Figurenkomposition wurde von Nessenthaler übernommen, doch auch der SadelerStich wurde für die „Kreuzigung“ des Sacellums als Vorlage herangezogen: Denn die Füße Jesu sind wie bei Sadeler direkt an das Kreuz genagelt, während Nessenthaler ein kleines Podest hinzufügt. Der Augsburger Kupferstecher Elias Nessenthaler scheint gute Kontakte nach Salzburg gepflegt zu haben. Im Jahr 1699 verfertigte er einen Porträtstich des Salzburger Universitätsbuchdruckers Johann Baptist Mayr von Mayregg als Präsent zu dessen 65. Geburtstag; in der Bildlegende nennt er Mayr seinen „Freund“ und wünscht ihm „von Herzen“ ein langes und glückliches Leben. Vorübergehend lebte Nessenthaler in Tyrnau (Trnava) im Nordosten von Bratislava, 5 wo die Jesuiten eine bedeutende Universität unterhielten. Dort lehrte der junge Ernst Friedrich von Someting vor seinem Ruf an die Benediktineruniversität nach Salzburg. Someting, Schwager des Buchdruckers Mayr, fand seine Ruhestätte in der Sitzgruft des Sacellums.

o. Elias Nessenthaler (1664–1714) / Verleger, Die Kreuzigung, Datierung unbekannt, Schabkunst, 255 x 185 mm, Braunschweig, Herzog Anton Ulrich-Museum li. Elias Nessenthaler (1664–1714) / Stecher, Johann Baptist Mayr von Mayregg, 1699, Kupferstich, 196 x 138 mm, Salzburg Museum re. Jacopo Negretti (1548–1628), gen. Palma il Giovane,­ Die Kreuzigung, 1595, Öl / Leinwand, 330 x 190 cm, ­Potenza Picena, Chiesa di S. Antonio da Padova

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Jesus, der von den Toten auferstanden ist

Kaisers, der ihn in den Adelsstand erhob und sein Gehalt verdreifachte.8 Zudem erhielt er den ehrenvollen Auftrag, die Mitglieder der Grazer Linie der Habsburger zu porträtieren. Bald nahme sein Ruhm bey denen Kunst-Verständigen von Tag zu Tag mehr zu, und wurde seine Arbeit häufig gesucht, sonderlich weiln sein Wandel und Leben leutselig, ehrbar und höflich ware.9 In seinem Werk überwiegen mythologische Themen, die meist nach Ovid und Apuleius gearbeitet sind. Die Gemälde – mehr malerisch als zeichnerisch konzipiert – wurden wegen ihres zittrigen Duktus und des Fehlens scharfer Linien kritisiert. Berühmtheit jedoch erreichten die Erfindung und Zueinanderordnung verschiedener, oft gesuchter Bewegungen und die typisierenden Gebärden.10 In diesem Zusammenhang wurde gern auf das Diktum des antiken Dichters Simonides von Keos verwiesen, wonach Gemälde wie stumme Gedichte erscheinen sollen.11 Nach dem Tod von Joseph Heintz am 15. Oktober 1609 heiratete seine Witwe den Maler Matthäus Gundelach.12

Die „Auferstehung Christi“ eröffnet die Reihe der glorreichen Geheimnisse. Vorlage war ein Stich von Lukas Kilian nach einem Gemälde des kaiserlichen Kammermalers Joseph Heintz des Älteren (1564–1609).1 Das heute verschollene Altarblatt schuf Heintz 1606 für die Schlosskapelle in Haunsheim bei Lauingen. 2 Er erhielt den Auftrag vom Reichspfennigmeister Zacharias Geizkofler, dessen Vater Direktor des Salzburger Münz- und Bergwesens war. 3 Viele Künstler kopierten nach dem Stich wegen seiner klar zentrierten, von Pathos erfüllten Komposition.4 Der großartige Hell-Dunkel Kontrast wurde im Sacellum nicht übernommen. Joseph Heintz stammte aus Basel und erhielt seine Ausbildung in Rom. Dort wohnte er bei Hans von Aachen und lernte mit großem Fleiß die Farbe zu beherrschen. 5 Nach seinem Italienaufenthalt wollte er am Sächsischen Hof in Dresden sein Glück versuchen, doch hat ihn Kaiser Rudolph II. auf ein verfertigtes Kunststück zu Diensten begehret. In dessen Auftrag kopierte er berühmte Meisterwerke, vermittelte als Agent für die Kunstkammer und erstellte Expertisen über die Echtheit von Gemälden.6 Daneben wirkte er als Architekt beim Neubau des Linzer und des Neuburger Schlosses mit.7 Im Jahr 1598 heiratete er Regina Gretzinger aus reicher Augsburger Kaufmannsfamilie, die beim Konkurs der Patrizierfamilie Welser zu den Gläubigern zählte. Heintz erfreute sich der Gunst des

li. Joseph Heintz d. Ä. (1564–1609) / Vorlage, Lukas Kilian (1579–1637) / Stecher, Dominicus Custos (1560– 1612) / Verleger, Auferstehung Christi, 1606, Kupferstich, 442 x 291 mm,

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Jesus, der in den Himmel aufgefahren ist

Eine von Peter Paul Rubens (1577–1640) für das Missale Romanum entworfene Buchillustration diente als Vorlage für Maria und die Apostel,1 die im zwölften Rosenkranzmedaillon die Himmelfahrt Christi verfolgen. Im Sacellum sind die zwei Figurengruppen spiegelverkehrt angeordnet und um den neu eingefügten Ölberg arrangiert, auf dem die Fußspuren Jesu noch deutlich zu erkennen sind. Die kniende Haltung der auf Halbfiguren reduzierten Personen, speziell von ­Maria und Johannes im Vordergrund, ist in dieser Komposition nur aus dem Größenverhältnis der Personen abzuleiten. Die Jungfrau Maria, Symbol für die von Christus auf Erden zurückgelassene Kirche, blickt zu ihrem Sohn auf. Mit einer Hand hält sie ihren Schleier, während sie die andere an die Brust drückt. 2 Christus, bei Rubens nackt und nur von einem eng umfließenden Umhang verhüllt, trägt auf dem Medaillon im Sacellum ein langärmeliges Gewand. Ein um den rechten Oberarm drapierter Umhang bildet eine Art Aureole um die Christusgestalt. Als Folge der Liturgiereform des Konzils von Trient­ wurde­unter Papst Pius V. Ghislieri das Missale ­Romanum überarbeitet und 1570 erstmals neu gedruckt. Für dieses „Messbuch“ sicherte sich der bedeutende Drucker Christoph Plantin (um 1520–1589) die Rechte für den Nachdruck in den Niederlanden, Spanien und dessen Kolonien.3 Die in Antwerpen heute noch als Weltkulturerbe erhaltene Druckerei wurde von Plantins Enkel Balthasar Moretus (1574–1641) zu

li. Peter Paul Rubens (1577–1640) / Vorlage, Theodoor Galle (1571–1633) / Stecher, Christi Himmelfahrt, 1614, Kupferstich, 302 x 199 mm

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einem wichtigen Instrument der Katholischen Reform weiter ausgebaut.4 Eng mit Peter Paul Rubens befreundet, maß Moretus der Illustration seiner Bücher hohe Bedeutung bei – insbesondere dem Titelkupfer, das Käufer anlocken sollte. Die Abbildungen dienten nicht nur der Zierde, sie mussten auch engen Bezug zum Text aufweisen. Selbst kleine Details in Rahmen und Bordüren waren Allegorien, um so das Missale Romanum zu einem Gesamtkunstwerk aus Wort und Bild zu machen. 5 Solch ein ehrgeiziges Vorhaben bedingte eine enge Zusammenarbeit zwischen Autor, Künstler und Verleger.6 Für seine „Himmelfahrt“ entwarf Rubens ausdrucksstarke Apostelköpfe, zu denen Vorzeichnungen erhalten sind. Im Februar 1613 erhielt Theodoor Galle für das Stechen der Platte 75 fl.7 Das Blatt wurde 725 Mal gedruckt, das illustrierte Gesamtwerk kostete 11 fl.8 Die „Himmelfahrt Christi“ wurde für das im folgenden Jahr erschienene Breviarium Romanum gering­ fügig überarbeitet und neu gestochen.9

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Jesus, der uns den Heiligen Geist gesandt hat

hl. Geistes“ inspirieren:2 Wie im venezianischen Vorbild akzentuiert er die Reaktionen der Figuren auf das Wunder, wobei die vierzehn Personen, die Maria umgeben, nicht mit Heiligenattributen versehen sind. 3 Rubens betrachtete die Malerei als wichtigstes künstlerisches Medium, deshalb pflegte er sich Buchillustrationen nur an Sonn- und Feiertagen zu widmen. Die Aufträge mussten aus diesem Grund mindestens sechs Monate vor dem gewünschten Abgabetermin erfolgen – er machte allerdings Ausnahmen, wenn man ihm eine entsprechend hohe Summe pro Blatt bezahlte.4 Für seine Illustrationen zum Breviarium bekam der Künstler insgesamt 132 fl. 5 Nach Rubens’ Vorlage stach zuerst Theodoor Galle, der 1614 für die Platte 65 fl. erhielt.6 Das Einzelblatt wurde 1.275 Mal gedruckt, das gesamte, durchgehend bebilderte Buch kostete dann im Handel 16 fl.7 Von den Illustrationen sind zahlreiche Nachstiche erhalten.

Eine Komposition, die Peter Paul Rubens (1577–1640) als Buchillustration entworfen hatte, bildete die Vorlage für dieses Medaillon:1 Maria sitzt erhöht auf einer Stufe inmitten der stehenden und knienden Apostel. Sie wendet ihren Blick nach oben zum hl. Geist, verschränkt aber, im Gegensatz zur Vorlage, ihre Hände. Auf der linken Seite hält einer der Apostel, geblendet von göttlichem Licht und den Feuerzungen des hl. Geistes, schützend eine Hand vor sein Antlitz. In ehrfurchtsvoller Pose kniet ein anderer Apostel mit ausgebreiteten Armen in der rechten vorderen Bildhälfte. Die Gruppierung der Figuren entspricht im Wesentlichen dem Rubens-Stich, reduziert jedoch die Anzahl der Personen von fünfzehn auf dreizehn. Der Maler verzichtet auf die Übernahme der Innenraumgestaltung ebenso wie auf die kreisförmige, den hl. Geist einfassende, kulissenartige Wolkenformation. Rubens schuf seine Komposition für das Breviarium Romanum, das 1614 in der Antwerpener Plantin-Druckerei erschien. Er entwarf für dieses Werk, das die Texte des Stundengebets der Katholischen Kirche umfasste, acht weitere Illustrationen und das Frontispiz. Bei seiner Konzeption des Pfingstwunders folgt Rubens nicht den Darstellungsformen in früheren Ausgaben des Breviariums durch niederländische Künstler, sondern lässt sich deutlich von Tizians „Ausgießung des

li. Peter Paul Rubens (1577–1640) / Vorlage, Gaspar Huberti (1609–1684) und Cornelis van Merlen (1654–1723) / Verleger, Die Ausgießung des hl. Geistes, Datierung unbekannt, Kupferstich, 435 x 331 mm

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Jesus, der dich, o Jungfrau, in den Himmel aufgenommen hat

zu führen.5 Bekannt sind die Werke für ihre dramatisch nuancierte Farbgebung mit sattem Kolorit und kühnen Lichtsprüngen,6 die a tocco aufgetragen wurden,7 weswegen besonders die Altarbilder des Spätwerks in gleißender Helligkeit leuchten. Dieser pastose Farbauftrag beeinflusste El Greco nachhaltig.8 Als Lieblingssohn, Mitarbeiter und gleichberechtigter Partner half Francesco Bassano seinem Vater vor allem bei genremäßig ausgeführten Bibelszenen und bei Serien wie dem Sintflut- oder dem Elementezyklus.9 Nach seiner Heirat mit Giustina Como (1573) lebte Francesco in Venedig, wo er seine Werkstatt im ehemaligen Wohnhaus Tizians betrieb.10 Sein Vater unterstützte ihn bei der Ausführung der Deckengemälde im Dogenpalast:11 „Man sagt, dass Francesco, um den Effekt der noch unfertigen Figuren zu prüfen, die Leinwände auf einem Gerüst anheftete, und dort mit viel Sorgfalt jegliches Detail der Ansichten ausbesserte, wobei ihn der Vater,

Die Himmelfahrt Mariens ist das Motiv des vorletzten Rosenkranz-Medaillons. Die Apostel, aus einem Stich von Jacob Matham übernommen, blicken in einen Sarkophag voller Blüten.1 Vorlage dafür ist das Hochaltarbild der französischen Nationalkirche San Luigi dei Francesi in Rom, gemalt von Francesco Bassano.2 Die Marienfigur des Stichs ist nach einem Fresko von Taddeo und Federico Zuccaro­in der Pucci-Kapelle von Santa Trinità dei Monti in Rom kopiert. In Mimik und Gestik, selbst in der Kleidung der Apostel folgt das Bild im Sacellum dem Stich in sämtlichen Details. Allein die Heiligenattribute im Bildvordergrund wurden ausgespart. Dem Sarkophag entschwebt in sitzender Haltung die Gottesmutter ­Maria, für die der Künstler eine andere Vorlage wählte. Francesco Bassano (1549–1592) stammte aus einer berühmten Künstlerfamilie, deren internationalen Ruf sein Vater Jacopo Dal Ponte begründete. 3 Dieser wählte den Namen seines Geburtsorts Bassano del Grappa als Künstlernamen. Von seiner bäuerlichen Umgebung inspiriert, entwickelte er eine eigenständige Landschaftsmalerei mit unübertroffener Detailrealistik.4 In die anmutige Beschreibung des Landlebens integrierte er religiöse Szenen und verband dabei geschickt Belehrung und Unterhaltung. Dadurch wirken seine Gemälde vergeistigt und dennoch lebensnah. Die große Nachfrage ermöglichte es Bassano, mit seinen vier Malersöhnen ein florierendes Familienatelier in bemerkenswert arbeitsteiliger Werkstattorganisation

li. Taddeo (1529–1566) und Federico Zuccaro (1542– 1609) / Vorlage: oberer Teil, Francesco Dal Ponte (1549–1592), gen. Bassano / Vorlage: unterer Teil, Jacob Matham (1571–1631) / Stecher und Verleger, Die Himmelfahrt Mariens, vor 1611, Kupferstich, 530 x 365 mm

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in Rom:14 Die von glänzendem Silberlicht umflossene Assunta schwebt in einer eindrucksvollen Engelsgloriole in den Himmel. Francesco wählte über dem für ihn typischen Waldhintergrund einen hohen Horizont bei forcierender Perspektive. Die sprühende Farbigkeit seiner maniera caricata erreichte er durch schnelle Pinselstriche,15 feine Lasuren lassen das Gemälde in wunderbarem Emailglanz schimmern. Bassano schuf das Bild im Auftrag von Matteo Kardinal Contarelli in seiner venezianischen Werkstatt.16 Es ersetzte ab dem 9. November 1585 das Hochaltarbild in San Luigi dei Francesi, das Girolamo Muziano gemalt hatte.17 Die Gemälde der Malerdynastie Bassano wurden zu begehrten und hochbezahlten Sammlerstücken.18 So kauften der Bischof von Olmütz, Karl II. Graf von Liechtenstein, und Frankreichs Sonnenkönig Ludwig XIV., der sich in Versailles sogar ein Bassano-Kabinett einrichten ließ,19 bedeutende Gemälde der Künstler. Eine Geburt, eine Auferstehung und eine Himmelfahrt Christi sowie ein Landschaftsbild werden in den Gemäldeinventaren der Salzburger Residenz Mitgliedern der Malerfamilie Bassano zugeschrieben. Eine Bauernszene wurde eindeutig Leandro Bassano zugeordnet. 20 Dieser kam vermutlich auf seiner Reise zum Prager Kaiserhof nach Salzburg, um Erzbischof Wolf Dietrich von Raitenau zu porträtieren. 21 Derselbe Erzbischof gab 1588 einen fünfteiligen Sintflutzyklus bei Kaspar Memberger in Auftrag, 22 der sich bei drei Gemälden der Serie deutlich von den berühmten bassanesken Vorbildern inspirieren ließ. 23

der einen Spiegel in der Hand hielt, beobachtete und Francesco mit einem Stab auf Fehler hinwies, so dass die Werke besonders fachgerecht und exzellent, mit einem besonders weichen Kolorit und vielen schönen und gelehrten Beobachtungen ausfielen: Mit einem Schatten wurden Figuren im Hintergrund lasiert, und die im Vordergrund mit wenigen, aber lebhaften Lichtern, mit meisterhaftem Pinselstrich gemalt.“12 Francesco Bassano erfreute sich bereits zu Lebzeiten überregionaler Bekanntheit und führte Aufträge für Bergamo, Brescia, Montecassino und Rom aus. Seine letzten Lebensjahre waren indessen von einem Verfolgungswahn überschattet, der schließlich im Freitod endete: „Nachdem sich in seiner Einbildung festgesetzt hatte, dass er von Häschern gefangen genommen werden würde, lebte er fortan in ständiger Angst: Seine vernünftige Frau versuchte diese Angst zu kurieren, indem sie ihn in seinem Zimmer einsperrte, in der Absicht, damit seine Ängste zu zerstreuen. Eines Tages jedoch hörte er ein starkes Klopfen an der Türe seines Hauses, und interpretierte es dahingehend, dass die Häscher kämen, um ihn zu holen. In Panik stieg er auf das Fensterbrett und voller Angst sprang er hinaus, wobei er mit der Schläfe auf einem Stein aufschlug und sich tödlich verletzte.“13 Francesco, der begabteste der Söhne Jacopo Bassanos, zeichnete sich durch temperamentvollen Pinselstrich, farbenprächtige Palette und einfallsreiche Deskriptionen aus; dabei gelangen ihm lebhaft bewegte Figuren. Dies gilt besonders für die „Himmelfahrt Mariens“

re. Francesco Dal Ponte (1549–1592), gen. Bassano, Die Himmelfahrt Mariens, 1585, Öl / Leinwand, Rom, San Luigi dei Francesi

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Jesus, der dich, o Jungfrau, im Himmel gekrönt hat

Direkt über dem Hochaltar des Sacellums schließt die „Krönung Mariens“ als Höhepunkt den Rosenkranzzyklus ab.1 Zu sehen ist die Trinität, rechts Gott Vater, links Gott Sohn und in der Mitte Gott Heiliger Geist in Gestalt einer Taube, welche die Flügel über das Geschehen ausbreitet. Theologisch bedeutsam wird die göttliche Dreiheit durch Maria zu einer Vierheit erweitert. Gott Vater, in Gestalt eines alten Mannes mit grauem Haar und langem Bart, legt als Zeichen seiner ewigen Herrschaft über die Welt seine linke Hand behütend auf den Reichsapfel. Sein Sohn mit schulterlangem Haar und kurzem Bart umfasst mit dem linken Arm den Längsbalken des an seiner Schulter lehnenden Kreuzes, ein aufwendig drapiertes Umhangtuch umfließt teilweise das Kreuz und seinen Körper. Gott Vater und Gott Sohn, seitlich auf Wolkenbänken sitzend, krönen die Madonna. Die Gottesmutter ist in der Bildmitte auf einer von adorierenden Putti gestützten Wolke ebenfalls sitzend dargestellt. Ihr Haupt wird umglänzt von einem Sternenkranz, der von der Krone zum Teil verdeckt wird. Die Zahl der Sterne – nach der Offenbarung des Johannes: der Mond war unter i­hren

Füßen und ein Kranz von zwölf Sternen auf ihrem Haupt – weist auf die zwölf Apostel hin, in deren Mitte Maria das Pfingstwunder erlebte. Für die „Krönung Mariens“ konnte keine direkte Vorlage gefunden werden. Möglicherweise hat der Künstler für seine Komposition mehrere Stiche herangezogen und in freier Variation ausgeführt. Die sitzende und ­damit statische Figur entspricht nicht dem gängigen, dynamischen Kompositions-Schema für Marienkrönungen im 17. Jahrhundert, die meist eine stehende, dabei demutsvoll das Haupt senkende und das rechte­ Knie beugende Maria zeigen. 2 Dagegen wendet bei einer Himmelfahrt die sitzende Gottesmutter ihren ­ Blick zum Himmel. Gehörte dieser himmelwärts gerichtete Blick seit Raffael zum Repertoire ehrfürchtiger Anbetung, 3 wurde besonders seit Guido Renis Darstellungen der betenden Maria zusätzlich der emotional aufgeladene, „himmelnde“ Blick standardisiert.4 Im Sacellum wurden außerdem die im Gebet gefalteten Hände übernommen, wobei sich lediglich die Fingerspitzen berühren. Dadurch bleiben ein Teil der Handflächen und die Daumen sichtbar.

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Der Passionszyklus

Neben dem Rosenkranzzyklus befindet sich im Sacellum ein Passionszyklus, der acht Bilder umfasst. An den Längsseiten des Sakralbaus werden auf sieben Tafeln die Leiden Christi dargestellt und finden ihren Abschluss in der Kreuzigung, einem Lünettenbild, das heute in der als Sakristei genutzten Kreuzkapelle hängt.1 Rudolf Ingruber hat 1990 als erster die sieben querformatigen Bilder dem Brixener Maler Stephan Kessler (1622–1700) zugeschrieben.2 Stephan Kessler stammte aus Donauwörth und lebte­ spätestens seit seiner ersten Eheschließung 1643 in Brixen.3 Bald war er ein gefragter Maler von Altarblättern und machte sich ab 1652 besonders mit der facettenreichen Rezeption des Werks von Peter Paul Rubens (1577–1640) nach Kupferstichvorlagen einen Namen. Zunehmend versiert im Umgang mit den großen Vorbildern konnte er die daraus resultierenden zahlreichen Aufträge des städtischen Klerus und Adels aus dem gesamten süddeutschen Raum nur noch mit Hilfe eines sorgfältig durchorganisierten Werkstattbetriebes ­ bewältigen.4 Der zu Ansehen und Wohlstand gelangte Maler starb kurz nach seiner dritten Eheschließung am 31. August 1700 in Brixen.5 Kessler schöpfte aus dem reichen Fundus der Rubensgraphik, stellte die verwendeten Figuren und Requisiten

Kruzifix, Ende 17. Jh., Salzburg, Altes Studiengebäude, Sacellum, Kreuzkapelle

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oft neu zusammen und musste sie daher bisweilen inhaltlich umdeuten.6 Mit der Verwendung von Vorlagen für jedes noch so kleine Detail, etwa eine Fahne von Soldaten, bewies der Maler seine Kennerschaft berühmter Meisterwerke. Dieser Eklektizismus scheint durchaus dem Wunsch seiner Auftraggeber entsprochen zu haben, die Kessler mit den Kupferstichen ihre Vorstellungen und Erwartungen vermittelt haben dürften. Als Vorlagen für die Passionsszenen des Sacellums verwendete Stephan Kessler neben Rubens vor allem zwei umfangreiche Stichserien nach Jan van der Straet und Johann Wilhelm Baur.7 Er folgte den Vorlagen in unterschiedlicher Exaktheit. Stephan Kesslers Bezug zu Salzburg ist noch unerforscht. Möglicherweise kann er auf die zahlreichen personellen Verflechtungen von Brixener und Salzburger Domkapitel zurückgeführt werden. Auch das Stift St. Peter bestellte 1686/87 Arbeiten in der Werkstatt Kesslers,8 die derzeit allerdings nur archivalisch fassbar sind.9 Ein weiteres Gemälde des Brixener Malers, deutlich inspiriert von Veroneses „Gastmahl im Haus des Simon“, hängt im Refektorium des Benediktinerinnenstifts auf dem Nonnberg.10

Peter Paul Rubens (1577–1640) / Vorlage, Boëtius Adamsz. à Bolswert (1580–1633) / Stecher, Gaspar Huberti (1609– 1684) / Drucker, Das letzte Abendmahl, 1632, Kupferstich, 638 x 487 mm, Salzburg, Franziskanerkloster

re. Stephan Kessler (1622–1700), Das letzte Abendmahl, um 1670/1680, Öl / Leinwand, Salzburg, Altes Studiengebäude, Sacellum

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Das letzte Abendmahl

Buch zwischen zwei Kerzen und ädikulaartigem Tabernakel, hingegen ist die zentrale Kulisse mit Portal und vier allegorischen Statuen anders als in der Vorlage ausgeführt. Dass der Maler nur den Stich und nicht das berühmte Gemälde kannte, macht die unterschiedliche Farbgebung deutlich. So ist beispielsweise Judas rothaarig dargestellt, während Rubens ihn schwarzhaarig zeigt. Peter Paul Rubens malte das „Letzte Abendmahl“ für den Sakramentskapellenaltar der St. Rombouts-Kathedrale in Mecheln. Zum Auftrag gehörten die beiden Predellen „Einzug Christi in Jerusalem“ und „Christus wäscht seinen Jüngern die Füße“. Bestellt hatte das

Stephan Kessler eröffnet den Passionszyklus im Sacellum mit dem „Letzten Abendmahl“. Vorlage ist ein Stich nach einem Gemälde von Peter Paul Rubens (1577–1640),1 das sich heute in der Pinacoteca di Brera in Mailand befindet. 2 In der Hauptkomposition folgt Kessler dem Stich, jedoch zieht er die Szene, um sie in sein Querformat einzupassen, auseinander und erweitert sie um zwei Diener, die der Tischrunde aufwarten. Während Rubens die zum Betrachter blickende Gestalt des Judas durch eine hinter ihm am Tisch stehende Kerze düster erscheinen lässt, wird im Sacellum auf dieses raffinierte Detail verzichtet. Kessler übernimmt zwar den linken Bildhintergrund mit dem aufgeschlagenen

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li. Ferdinand Siegmund Amende (1656–1731), Mezgerkelch, 1699, Emailmalerei, Salzburg, Erzabtei St. Peter, Detail

re. Peter Paul Rubens (1577– 1640), Das letzte Abendmahl, 1630/1631, Öl/Holz, 304 x 250 cm, Mailand, Pinacoteca di Brera

An Rubens’ Gemälde wurde besonders die virtuose Lichtgebung bewundert, welche die Figuren kunstvoll streift und ihre Gesten ausdrucksstark betont.5 Vorbereitet hatte der Künstler das „Letzte Abendmahl“ mit einer Reihe von Kopfstudien, den Großteil der Ausführung des Gemäldes überließ er dann höchstwahrscheinlich seiner Werkstatt.6 Durch den Stich von Bolswert fand das Werk weite Verbreitung und reiche Rezeption.7 Auf dem sogenannten Mezgerkelch der Erzabtei­ St. Peter in Salzburg ist ebenfalls eine Kopie des „Letzten Abendmahls“ nach diesem Stich zu sehen. Der Kelch wurde aus dem Erbe des tiefreligiösen Hofkanzlers­ Dr. Johann Christoph Mezger (1594–1658) bezahlt, dessen drei Söhne in das Stift St. Peter eintraten und an der Benediktineruniversität verdienstvoll lehrten. Der Salzburger Goldschmied Ferdinand Siegmund Amende verarbeitete 1699 für den überaus kostbaren Kelch 201 Brillanten, 567 Rubine, fünf Saphire, zehn Smaragde, fünf Hyazinthe und vier Amethyste.8

­ nsemble Catherine Lescuyer, die 1000 fl. dafür beE zahlte. Die Kosten für den Altaraufbau übernahm die Sakramentsbruderschaft. Die Franzosen requirierten das berühmte Gemälde 1794 für das Musée Central in Paris, von wo das „Letzte Abendmahl“ 1813 nach Mailand gelangte. 3 Rubens wählt für sein Gemälde den Moment der Einsetzung des Altarsakraments. Christus, der soeben den ihm bevorstehenden Verrat angekündigt hat, sitzt inmitten seiner Jünger an einem Tisch, hebt die Augen zum Himmel und segnet das Brot. Die Jünger, in Zweier- und Dreiergruppen arrangiert, stehen ganz im Bann des Ereignisses. Allein Judas im rechten Bildvordergrund wendet sich von Christus ab, stützt sein Haupt auf die rechte Hand und fixiert den Betrachter mit seinem stechenden Blick. Unter seinem Schemel liegt ein zotteliger Hund, der gierig an einem Knochen kaut – eine Anspielung auf die Habsucht des Judas, der seinen Herrn für 30 Silberlinge verraten wird.4

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Charles Le Brun (1619–1690) / Vorlage, Gilles Rousselet (1610–1686) / Stecher, Christus am Ölberg, 1661, Kupferstich, 457 x 410 mm, Paris, Bibliothèque nationale de France

re. Stephan Kessler (1622–1700), Christus am Ölberg, um 1670/1680, Öl / Leinwand, Salzburg, Altes Studiengebäude, Sacellum

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Christus am Ölberg

das Blatt 1661 nach einem berühmten Gemälde von Charles Le Brun gestochen hatte. Das Lukasevangelium überliefert das Gebet Christi im Garten Gethsemane (22,39-46): Vater, wenn du willst, nimm diesen Kelch von mir! Aber nicht mein, sondern dein Wille soll geschehen. Nach dem Gebet, so fährt der Evangelientext fort, erschien ihm ein Engel vom Himmel und gab ihm Kraft. Le Brun zeigt Christus beim inbrünstigen Gebet, Blutstropfen im Gesicht und an den Armen, denn sein Schweiß war wie Blut, das auf die Erde tropfte. Unterhalb des Engels mit dem Kelch verweist eine Wolke in Schlangen- oder Drachengestalt

In seinem zweiten Passionsbild zeigt Stephan Kessler Christus und die schlafenden Jünger im Garten Gethsemane. Angeführt von Judas dem Verräter nähert sich aus dem Stadttor im Bildhintergrund unheildrohend eine Soldatenschar, um Christus gefangen zu nehmen. Der uneinheitliche Gesamteindruck des Bildes resultiert aus Kesslers eklektischer und kompilierender Malweise: Die Proportionen der aus unterschiedlichen Vorlagen entnommenen Szenen und Einzelpersonen gab er perspektivisch nicht immer korrekt wieder. Die Hauptkomposition, Christus mit zwei Engeln, malte er nach einem Kupferstich von Gilles Rousselet,1 der

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re.o. Jan van der Straet (1523–1605), gen. Stradanus / Vorlage, Adriaen Collaert (1560– 1618) / Stecher, Philipp Galle (1537–1612) / Drucker, Christus am Ölberg, vor 1587, Kupferstich, 193 x 261 mm re.u. Stephan Kessler (1622–1700), Christus am Ölberg, um 1670/1680, Öl/Leinwand, Salzburg, Altes Studiengebäude, Sacellum, Detail

auf den Sündenfall von Adam und Eva, den Christus durch seinen Tod sühnen sollte. Die Annahme des Kelches symbolisiert Opfer und Sieg in Übereinstimmung mit dem Willen des Vaters. 2 Charles Le Brun malte die Ölbergszene für Suzanne­ du Plessis-Bellière, eine bekannte Salonnière, die Alexandre­Dumas in seinem Roman „Le Vicomte de Bragelonne“ (dt. Der Mann mit der eisernen Maske) verewigte. Die Marquise bestimmte das Bild für das Schloss Charenton. Als der Finanzminister und Kunstsammler Nicolas Fouquet das Bild bewunderte, 3 wurde­auch Kardinal Mazarin darauf aufmerksam und wünschte das Gemälde zu sehen.4 Die Marquise lieh das Bild Le Brun, der es zum Kardinal brachte. Diesem gefiel es so sehr, dass er es über sein Bett hängte und dem Maler erklärte, die Besitzerin müsse sich mit einer Kopie, die ihr Le Brun anzufertigen hatte, zufrieden geben. 5 Doch als die Königinmutter, Anna von Österreich, Gefallen daran fand, beeilte sich Mazarin, ihr das Bild zu übereignen.6 Anna von Österreich ließ die Ölbergszene als bevorzugtes Andachtsbild in ihr Oratorium hängen und schenkte dem Künstler als Zeichen der Anerkennung eine Goldkette von hohem Wert sowie eine mit Diamanten besetzte Uhr.7 Während der Französischen Revolution dürfte das Gemälde, das Le Brun endgültig zum Durchbruch verhalf, verkauft worden sein, danach verliert sich jede Spur.8 Charles Le Brun (1619–1690) stammte aus einer Bildhauerfamilie und fiel früh durch sein Zeichentalent auf.9 Er erhielt seine Ausbildung bei François Perrier, Simon Vouet und schließlich bei Nicolas Poussin in Rom,10 wo er sich an den Werken Raffaels, Annibale Carraccis und Guido Renis schulte.11 Zurück in Paris war er einer der Gründer der Académie Royale de Peinture et de Sculpture. Finanzminister Fouquet, dessen besonderer Günstling er war, ernannte ihn zum künstlerischen Leiter der Tapisseriemanufaktur in Maincy und beauf-

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tragte ihn mit der Ausstattung von Schloss Vaux-leVicomte.12 Ludwig XIV. erhob Le Brun auf Empfehlung der Königinmutter und Kardinal Mazarins in den Adelsstand und berief ihn zum Premier Peintre du Roi. Nach dem Sturz Fouquets übernahm der Maler durch die Protektion des neuen Finanzministers Colbert die Generalintendanz über die königlichen Sammlungen und die Direktion der Manufacture Royale de Tapisseries et Meubles de la Couronne.13 Mit der Ausschmückung von Schloss Versailles prägte Le Brun wie kein anderer Maler seiner Zeit die Kunst des Grand siècle­ weit über die Grenzen Frankreichs hinaus – kaum ein Schloss, das in den nächsten hundert Jahren nicht Bezug auf die Ausgestaltung von Spiegelsaal und großer Gesandtschaftstreppe nahm.14 In Salzburg wurden noch 1781 unter Erzbischof Colloredo die Stuckszenen des Weißen Saals von Le Bruns Alexanderzyklus beeinflusst.15 Stiche nach den kostbaren Tapisserien, die Le Brun im Auftrag des Sonnenkönigs entwarf, befinden sich in der Universitätsbibliothek Salzburg.16 Mit dem Tod Colberts (1683) begann Le Bruns Einfluss zu schwinden. Obwohl weiterhin mit Aufträgen betraut, blieb sein Vorrang nicht mehr unangefochten.17 Der Maler starb 1690 im Alter von 71 Jahren in Paris.18 Abgesehen von der Hauptkomposition der Ölbergszene entnahm Stephan Kessler dem Stich nach Le Brun auch die Figur des Lieblingsjüngers Johannes, der, die Hand schützend über sein Haupt gelegt, am Boden schläft. Jakobus und Petrus sind dagegen von einem Stich aus der Serie Passio, mors et resurrectio Dn. nostri Jesu Christi des am Florentiner Hof der Medici wirkenden niederländischen Zeichners und Malers Johannes Stradanus (1523–1605) inspiriert: Jakobus ruht auf einen Wurzelstock gelehnt, während Petrus in Anspielung auf seinen Namen mit dem Zeigefinger auf den Felsen weist, der ihm als Stütze dient.19

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Christus vor dem Hohepriester Kaiphas

des bedeutenden Architekten, Malers und Künstlerbiographen Giorgio Vasari wurde Stradanus mit der Ausgestaltung des Palazzo Vecchio betraut. Zu erwähnen sind vor allem die Freskierung der Gemächer der Eleonora von Toledo und zwei Gemälde für das studiolo von Francesco I., in dem der Großherzog seine alchemistischen Studien betrieb.6 Als dessen Gemahlin Johanna von Österreich in Florenz einzog, gestaltete Stradanus ephemere Architekturbauten.7 Seine Jagdszenen, als Tapisserienserie für die Villa ­Medicea in Poggio a Caino gedacht, fanden gestochen und gedruckt in ganz Europa Verbreitung. Zahlreiche Aufträge für Altarbilder in Florentiner Kirchen machten Stradanus so vermögend, dass er sich ein Haus in der Via Colonna kaufte. Er begleitete den strahlenden Türkensieger von Lepanto, Don Juan de Austria, 1576 von Neapel in die Niederlande. Dort zeichnete Stradanus die edlen Pferderassen aus dem Gestüt des Don Juan. Die daraus entstandene, äußerst beliebte Serie erwarb der Salzburger Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau ebenso wie den nach Stradanus gestochenen Zyk­lus zur Geschichte der Medici.8 Stradanus starb am 3. November 1605 in Florenz. Begraben wurde er in der Barbarakapelle von Santissima Annunziata, in der sein Sohn ein Grabdenkmal für ihn errichten ließ.9

Im dritten Passionsbild steht Christus vor dem Hohe­ priester Kaiphas, welcher ihn der Gotteslästerung bezichtigt und an die Römer ausliefert. Bei dieser Darstellung folgt Stephan Kessler einem Blatt aus der Stichserie Passio, mors et resurrectio Dn. nostri Jesu Christi von Jan van der Straet.1 Doch lehnt er sich hier im Gegensatz zu den beiden ersten Passionsbildern nur marginal an die Komposition an und entnimmt seiner Vorlage bloß einzelne Personen: die zwergenhafte ­Figur mit Laterne und Kurzschwert, 2 den Protokollführer auf einem Schemel, den bärtigen Schriftgelehrten mit Ohrenklappen-Barett und auffällig drohendem Zeige­ gestus, schließlich Kaiphas, der auf einem erhöhten Thronpodest steht und in Wut und Empörung seine Kleider zerreißt. Drehung und Haltung dieser Personen sind für Kessler ungewöhnlich frei wiedergegeben, was die Verwendung weiterer Vorlagen nahelegt. Jan van der Straet, der stets mit seinem latinisierten Namen Johannes Stradanus signierte, wurde als Sohn eines Malers 1523 in Brügge geboren.3 Nach der ersten Ausbildung in Antwerpen reiste er über Lyon und Venedig nach Florenz, wo er seine zweite Heimat fand.4 Im Auftrag des Großherzogs Cosimo I. de’ Medici fertigte er zunächst zahlreiche Entwürfe für dessen Tapisseriefabrik, die berühmte Arazzeria Medicea, 5 zudem erhielt er Aufträge als Freskenmaler. Unter der Aufsicht

li.o. Jan van der Straet (1523–1605), gen. Stradanus / Vorlage, Adriaen Collaert (1560–1618) / Stecher, Philipp Galle (1537–1612) / Drucker, Christus vor dem Hohepriester Kaiphas, vor 1587, Kupferstich, 193 x 261 mm

li.u. Stephan Kessler (1622–1700), Christus vor dem Hohepriester Kaiphas, um 1670/1680, Öl / Leinwand, Salzburg, Altes Studiengebäude, Sacellum

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Verhör Christi

ein großer Hund am linken unteren Bildrand übernommen. Kesslers Liebe zum Detail, die sich in wertvollen Stoffen und zahlreichen Attributen zeigt, wird hier im effektvollen Helldunkel seiner manieristischen Farb­ palette deutlich zum Ausdruck gebracht.4 An dem Stich „Die Rache der Tomyris“ scheint Kessler großen Gefallen gefunden zu haben, denn er ließ sich in zahlreichen seiner Werke von dieser Vorlage deutlich inspirieren. 5 Das opulent ausgestattete Gemälde von Rubens, heute im Museum of Fine Arts in Boston, zeigt eine der blutrünstigsten Szenen der altorientalischen Geschichte, die der griechische Geschichtsschreiber Herodot überlieferte: Die Massagetenkönigin Tomyris ließ den Kopf des im Kampf unterlegenen kriegerischen Perserkönigs Kyros II. in Menschenblut tauchen. So sollte er im Tode mit dem Blut gesättigt werden, nach dem ihn im Leben so sehr gedürstet hatte.6

Das vierte Passionsbild trägt in der Literatur den Titel „Christus vor Pilatus“.1 Allerdings könnten Barttracht, Turban, Hermelinmantel und Thron eher auf den jüdischen König Herodes Antipas als auf den römischen Statthalter Pilatus hinweisen. Zudem fehlt das Gefäß, in dem Pilatus seine Hände in Unschuld wäscht. Die Gestalt des Christus, barfuß, um den Leib und an den Armen gefesselt, scheint dem Blatt „Christus vor Herodes“ aus der Stichserie Passio, mors et resurrectio Dn. nostri Jesu Christi des Jan van der Straet entnommen zu sein. 2 Wie in der Forschung bereits aufgezeigt, hat Stephan Kessler für sein Passionsbild den Stich „Die Rache der Tomyris“ nach Peter Paul Rubens verwendet und in eine Verhörszene umgedeutet. 3 Den Platz der Königin unter dem Thronbaldachin nimmt ein orientalischer Krieger ein, an dessen Seite spiegelverkehrt zur Stichvorlage ein geharnischter Befehlshaber steht, der sich auf einen Stock stützt. Ähnlich frei wurde auch

li.o. Peter Paul Rubens (1577–1640) / Vorlage, Paulus Pontius (1603–1658) / Stecher, Die Rache der Tomyris, 1630, Kupfer-stich, 403 x 589 mm

li.u. Stephan Kessler (1622–1700), Verhör Christi, um 1670/1680, Öl / Leinwand, Salzburg, Altes Studiengebäude, Sacellum re. Jan van der Straet (1523–1605), gen. Stradanus / Vorlage, Adriaen Collaert (1560–1618) / Stecher, Philipp Galle (1537– 1612) / Drucker, Christus vor Herodes, vor 1587, Kupferstich, 193 x 261 mm

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Die Geißelung

und um die Piazza di Spagna, weil sie hier Steuerfreiheit beanspruchen konnten.6 Bald bekam Johann Wilhelm Baur Aufträge von den Papstfamilien der Borghese,­ Colonna, Farnese und Orsini, ein weiterer Mäzen wurde der spätere Kardinal Mazarin. Als gewandter Zeichner verfertigte Baur Stadt- und Phantasieveduten, Theaterszenen, Schlachten, Darstellungen von Prozessionen und Aufzügen, Völkern und Trachten.7 Um den Ausbruch des Vesuvs festzuhalten, weilte er 1631 für kurze Zeit in Neapel.8 Nach acht Jahren Aufenthalt verließ Baur 1637 Rom und studierte in Venedig die Werke von Jacopo Tintoretto, Francesco Bassano und Jacopo Palma il Giovane. Im Jahr 1638 heiratete er die Witwe eines Hofgoldschmieds, um in Wien Fuß zu fassen. Kaiser Ferdinand III. beauftragte ihn mit 40 Miniaturen aus dem Leben Christi und Mariae.9 Gleichzeitig arbeitete Baur an den Illustrationen zu Ovids Metamorphosen, ein graphisches Meisterwerk, das zum Besten gehört, was die Illustrationskunst zur Weltliteratur im 17. Jahrhundert aufzuweisen hat.10 Anfang des Jahres 1642 starb der Künstler in Wien.11 Heute fast vergessen, war Johann Wilhelm Baur zu seiner Zeit jedoch hochgeschätzt und berühmt. Als sich Ludwig XIV. nach dem Tod Kardinal Mazarins eine Reihe von Kunstwerken aus dessen Hinterlassenschaft aussuchte, waren die von ihm gewählten elf Miniaturen Baurs teurer als zwei Gemälde Raffaels und ein Porträt Tizians.12

Für das fünfte Passionsbild verwendete Stephan Kessler erstmals einen Stich von Melchior Küsell nach Johann Wilhelm Baur.1 Kessler übernahm von der Vorlage die an der Geißelsäule stehende, nur mit einem Lendenschurz bekleidete Christusfigur, den Peiniger, der die Beine des Herrn geißelt, die im rechten Vordergrund sitzende Wache mit Brustpanzer, Helm und Hellebarde sowie Pilatus mit der hinter ihm stehenden Schar von lanzenbewehrten Soldaten, die das Geschehen beobachten. Variiert und in den Proportionen modifiziert sind die aus der Vorlage entlehnten Architektur-Versatzstücke der linken Bildhälfte mit den antikisierenden Steinvasen. Johann Wilhelm Baur (1607–1642) stammte aus einer Straßburger Goldschmiedfamilie. Trotz seines frühen Todes im Alter von 35 Jahren hinterließ der bedeutende Graphiker des Frühbarocks ein überaus umfangreiches Werk, mit dem er maßgeblich zum römischen Kulturtransfer beitrug. 2 Baur erhielt zunächst in seiner Heimatstadt von Friedrich Brentel die Ausbildung zum Miniaturmaler.3 Eine Studienreise führte ihn an den Stuttgarter Hof Herzog Johann Friedrichs von Württemberg, für den damals Johann Heinrich Schönfeld und Karel Škréta arbeiteten.4 Anschließend reiste er weiter nach Rom, wo er sich unter dem Verbindungsnamen „Reiher“ der Schilderbent anschloss. 5 Die Mitglieder dieser zunftmäßigen Vereinigung holländischer und flämischer Maler in der Ewigen Stadt wohnten am Fuß des Monte Pincio

li.o. Johann Wilhelm Baur (1607–1642) / Vorlage, Melchior Küsell (1622–1683) / Stecher und Verleger, Die Geißelung, 1670, Kupferstich, 174 x 253 mm, Universitätsbibliothek Salzburg li.u. Stephan Kessler (1622–1700), Die Geißelung, um 1670/1680, Öl / Leinwand, Salzburg, Altes Studiengebäude, Sacellum

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Die Dornenkrönung

der Menschwerdung und Passion Christi, Embleme, Paläste,­Häfen, Gärten und Landschaften. 5 Melchior Küsell versuchte, so präzise wie möglich dem Stil von Baurs herausragendem Zeichentalent gerecht zu werden und selbst feinste Schattierungen der Pinseltönung durch Schraffuren exakt wiederzugeben. Dadurch wurde Johann Wilhelm Baur, der seine Kompositionen nicht zu überarbeiten brauchte, zum Lehrmeister barocker Zeichentechnik. Viele Künstler, allen voran Johann Heinrich Schönfeld und Hans Georg Asam, schöpften aus der Iconographia, die als Musterbuch und Inspirationsquelle bald zur Keimzelle einer neuen Formensprache nördlich der Alpen wurde.6 Die Universitätsbibliothek Salzburg besitzt die erste Ausgabe der Iconographia von 1670, deren Einband das Supralibros des Fürsterzbischofs Maximilian Gandolph Grafen von Kuenburg ziert.7 Die Vorzeichnungen für Küsells Stiche befinden sich heute in den Sammlungen des Fürsten von und zu Liechtenstein in Vaduz.8

Auch in seinem sechsten Passionsbild, der Dornenkrönung Christi, verwendet Stephan Kessler einen Stich von Melchior Küsell nach Johann Wilhelm Baur als Hauptvorlage.1 Kessler übernimmt leicht variierend die zwei Peiniger, welche die Dornenkrone mit einer Stange auf das Haupt des Herrn pressen, die knienden Spötter und den im Bildvordergrund sitzenden, ein Horn blasenden Soldaten. Den links im Bild stehenden, in ein Löwenfell gekleideten Soldaten entlehnt Kessler hingegen einem Stich nach der „Dornenkrönung“ von Anthonis van Dyck. 2 Dieser Stich diente auch als Vorlage für ein Rosenkranzmedaillon an der Decke des Sacellums. Nach dem Tod von Johann Wilhelm Baur im Jahr 1642 erwarb der Augsburger Kupferstecher Melchior Küsell einen Großteil von dessen zeichnerischem Nachlass und gab ihn unter dem Titel Ioannis Guilielmi Baurn Iconographia als Kupferstichwerk heraus, 3 das zwischen 1670 und 1681 in fünf Auflagen erschien.4 Die sieben Teile der Iconographia umfassen Szenen aus

li.o. Johann Wilhelm Baur (1607–1642) / Vorlage, Melchior Küsell (1622–1683) / Stecher und Verleger, Die Dornenkrönung, 1670, Kupferstich, 173 x 253 mm, Universitäts­ bibliothek Salzburg li.u. Stephan Kessler (1622–1700), Die Dornenkrönung, um 1670/1680, Öl / Leinwand, Salzburg, Altes Studiengebäude, Sacellum re. Anthonis van Dyck (1599–1641) / Vorlage, Jeremias Falck (1609–1677) / Stecher, Herman Weyen (Lebensdaten unbekannt) / Verleger, Die Dornenkrönung, Datierung unbekannt, Kupferstich, 612 x 441 mm, Wolfenbüttel, Herzog-August-Bibliothek, Detail

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Die Kreuzaufrichtung

Stephan Kessler lehnt die Bildkomposition seiner „Kreuzaufrichtung“ abermals an einen Stich von Melchior Küsell nach Johann Wilhelm Baur an.1 In der das Kreuz umrahmenden Szene folgt er dieser Vorlage besonders deutlich, jedoch mit weniger Personen. Eingefügt sind stattdessen ein Mann mit einer Leiter, Soldaten unter der Adlerfahne und ein Schächer, der zur Kreuzigung abgeführt wird. 2 Die Muttergottes und der bereits gekreuzigte Schächer – bei Kessler seitenverkehrt mit gegengleicher Beinstellung an den linken Bildrand gesetzt – stammen aus einem Stich nach dem berühmten Gemälde „Le coup de lance“ von Peter Paul Rubens (1577–1640), 3 auf dem Christus durch den Soldaten Longinus die letzte Wunde zugefügt wird. Das Gemälde wurde 1620 im Auftrag des Antwerpener Bürgermeisters Nicolaas Rockox für den Hochaltar der Kirche der Franziskaner-Rekollekten gemalt. Die Franzosen verschleppten es 1794 in das Musée Central nach Paris, 1816 kehrte es nach Antwerpen zurück.4 Rubens zeigt den toten Christus mit vier Nägeln ans Kreuz geschlagen, das dornengekrönte Haupt mit dem langen Haar zur Seite gesunken, die Füße leicht überkreuzt. Um die Hinrichtung möglichst realistisch darzustellen, zog der Künstler die Publikationen seines Freundes, des Humanisten und Antikenforschers Justus Lipsius, als Quelle heran. Das theologisch-­ spirituelle Konzept des Bildes dürfte hingegen wesentlich von Franziskanergelehrten beeinflusst worden sein, für deren Kirche das Altargemälde angefertigt wurde. 5 Rubens wählt den Moment des Zurückziehens der ­ Lanze: Blut und Wasser fließen aus der Wunde Christi­

li.o. Johann Wilhelm Baur (1607–1642) / Vorlage, Melchior Küsell (1622–1683) / Stecher und Verleger, Die Kreuzaufrichtung, 1670, Kupferstich, 174 x 253 mm, Universitätsbibliothek Salzburg li.u. Stephan Kessler (1622–1700), Die Kreuzaufrichtung, um 1670/1680, Öl / Leinwand, Salzburg, Altes Studiengebäude, Sacellum

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als Symbol für die Geburt der Kirche als Ursprung und Quelle der Sakramente der Taufe und der ­Eucharistie.6 Der um das Kreuz gewickelte Lendenschurz verdeutlicht das biblische Motiv vom „Baum des Lebens“. Während Christus sein Leiden überwunden hat und still im Tode triumphiert, winden sich die beiden Schächer noch in höchster Todesqual.7 Der linke Schächer hat einen Fuß von einem Nagel losgerissen, doch schon steigt ein Soldat auf die Leiter, um ihm mit dem Eisen­ knüppel die Beine zu brechen: Der Todeskampf soll beschleunigt werden, um die Verurteilten nach jüdischem Brauch vor Einbruch der Dunkelheit begraben zu können.8 Unter den aufragenden Kreuzen drängt sich neben Soldaten und Pferden die kleine Schar der treuesten Anhänger Jesu zusammen, die sich von dem grausamen Geschehen abwendet: seine Mutter Maria, ihr zur Seite der Lieblingsjünger Johannes und Maria Kleophae.9 Die erhaltenen Skizzen zeigen, dass sich ­Rubens zunächst unklar war, in welche Nähe er Maria Magdalena zum Erlöser rücken wollte.10 Er entschied sich schließlich dafür, die schöne Sünderin im Zentrum des Bildes am Kreuzstamm knien zu lassen. Ihr Gesicht spiegelt die Liebe zu Christus wider und in ohnmächtiger Hilflosigkeit streckt sie die Arme abwehrend dem Soldaten Longinus mit der Lanze entgegen, als wolle sie den Heiland schützen.11 Im mittleren Bildhintergrund sind zwei Zuschauer zu erkennen, die den Betrachter des Gemäldes gleichsam ins Bild hinein versetzen.12 Rubens nahm für die Pferde Anleihen bei Tizian, für das Motiv der Leiter bei Tintoretto und für die beiden Schächer bei Martin van Heemskerck.13 Der die Sonne

verdunkelnde Mond setzt die gesamte Szene in ein mystisches Licht. Bei der Vollendung des Gemäldes dürfte Rubens die Unterstützung seiner Werkstatt herangezogen haben, denn die Gesichter der Figuren scheinen vom Meister nur korrigiert worden zu sein. Experten vermuten daher die Hand von zumindest einem zweiten Maler – oft wird der junge van Dyck angenommen.14 Neben dem Sacellum wurde die Stichvorlage nach „Le coup de lance“ in Salzburg auch für die zwölfte Kreuzwegstation der Müllner Pfarrkirche verwendet. Hier ist die Darstellung auf die drei Kreuze sowie die Mutter Jesu, Johannes, Maria Magdalena und Longinus auf dem Pferd beschränkt.

li.o. Peter Paul Rubens (1577–1640) / Vorlage, Boëtius Adamsz. à Bolswert (1580–1633) / Stecher und Verleger, Die Kreuzigung („Le coup de lance“), 1631, Kupferstich, 605 x 435 mm

re.o. Unbekannter Künstler nach Peter Paul Rubens (1577–1640), Die Kreuzigung („Le coup de lance“), Salzburg, Müllner Pfarrkirche, Kreuzwegstation XII re. Peter Paul Rubens (1577–1640), Die Kreuzigung („Le coup de lance“), 1620, Öl / Holz, 429 x 311 cm, Antwerpen, Koninklijk Museum voor Schone Kunsten

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Die Kreuzigung

Die Kreuzigungsszene beschließt den achtteiligen Passionszyklus. Das Lünettenbild hängt an der westlichen Seitenwand der Kreuzkapelle des Sacellums und wird als einziges der Passionsbilder nicht der Kessler-Werkstatt zugeschrieben.1 Vor dem Stadthintergrund mit Kuppeln, Zinnen und Türmen verdunkelt eine Sonnenfinsternis die vielfigurige Szene. Analog zur Malweise Kesslers dürfte der Künstler eine Reihe von Vorlagen herangezogen haben. So ist beispielsweise die Gestalt der Gottesmutter Maria, die in Trauer und Gram ihre Arme ausbreitet, einer Stichvorlage nach Anthonis van Dyck entnommen. Dieser malte das Bild 1630 für die Bruderschaft vom hl. Kreuz in der Sint-Michielskerk

zu Gent. 2 Obwohl ursprünglich Peter Paul Rubens den Auftrag erhalten hatte, übernahm van Dyck aus unbekannten Gründen die Ausführung. In seiner theatralisch inszenierten Tragik beeindruckt das als „majestätisch“ beschriebene Bildkonzept. 3 Das im Volksmund als „Christus und der Schwamm“ bezeichnete Bild zeigt jenen Moment der Kreuzigungsgeschichte, in dem ein Soldat mit einem Schwamm auf der Lanzenspitze dem dürstenden Christus zu trinken reicht. Als Lohn erhielt Van Dyck 800 fl., die höchste Summe, die er während seiner zweiten Antwerpener Schaffensperiode (1627–1632) für ein Altarbild erzielen konnte.4

li. Anthonis van Dyck (1599–1641) / Vorlage, Jeremias Falck (1609–1677) / Stecher, Pierre Mariette (1603–1657) / Drucker, Die Kreuzigung, Kupferstich, 645 x 442 mm, Salzburg, Erzabtei­ St. Peter, Kunstsammlungen

u. Unbekannter Künstler, Die Kreuzigung, um 1670/1680, Öl / Leinwand, Salzburg, Altes Studiengebäude, Sacellum

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rubens als ideal

Die Malerei von Peter Paul Rubens wurde in Salzburg in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts begeistert rezipiert. Neuesten Forschungen zufolge sind Gemälde im Sacellum aber auch in anderen Sakralbauten der Stadt von seinen Bildern inspiriert. Aus dieser Vorliebe erklären sich die Aufträge an den bekanntesten Rubens-Rezipienten im süddeutschen Raum, Stephan Kessler. Die so häufige Wahl von Rubens-Vorlagen lässt erkennen, dass man sich eingehend mit dem Werk des Malerfürsten und seiner wohldurchdachten Ikonographie auseinandersetzte. Die Rekonstruktion der Bildprogramme ermöglicht daher Aufschluss über die Auswahlkriterien der Salzburger Auftraggeber, die vor allem die Hauptwerke von Rubens kopieren ließen. Die Kreuzabnahme Im Stiegenhaus der Müllner Kirche befindet sich eine Kopie der berühmten „Kreuzabnahme“ der Liebfrauen­kathedrale in Antwerpen. Das Altargemälde­ gilt als ­eines der Hauptwerke von Peter Paul Rubens, das seinen Ruhm in ganz Europa verbreitete.1 Rubens benötigte drei Jahre, von 1611 bis 1614, um das Meisterwerk auszuführen. Die letzte Teilzahlung seines ­Honorars erhielt er erst 1621. 2 Rubens entwarf für die Szene eine großartige Abendstimmung. Während die Sonne in der linken Bildhälfte untergeht, ist die rechte Bildhälfte bereits in das Dunkel der Nacht gehüllt. Vor dieser erhabenen Kulisse wird der im Tod fahl leuchtende Leichnam Christi vom Kreuz genommen. Vorsichtig, fast zärtlich lassen die trauernden Anhänger den scheinbar schwerelosen Körper in das strahlend weiße Leichentuch gleiten, das als beeindruckende Bilddiagonale in die Tiefe des Gemäldes flutet. Das Haupt Christi ist leblos zur Schulter

li. Peter Paul Rubens (1577–1640), Die Kreuzabnahme, 1614, Öl / Holz, 421 x 311 cm, Antwerpen, Liebfrauenkathedrale, Kapelle des hl. Christophorus

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gesunken, der linke Arm hängt verrenkt bis zur Kniekehle hinab, das noch frische Blut tritt leuchtend rot unter den Haaren sowie aus den Wundmalen hervor. In kraftvollen Bogenlinien sind die den Leichnam umgebenden Figuren komponiert. Gemeinsam nehmen sie Christus vom Kreuz, die einander zugewandten Personen verstärken noch dieses Gefühl der Zusammengehörigkeit. Mit dem Leib Christi in ihrer Mitte erscheinen sie als Sinnbild der Kommunion und der Gemeinschaft im Glauben. Die Augen der Muttergottes sind vom Weinen gerötet, auch über die gerötete Wange von Maria Kleophae fließt eine Träne. Der Lieblingsjünger Johannes im roten Mantel lehnt sich leicht zurück, um den Körper des Erlösers entgegenzunehmen. Stumm, mit gesenkten Augenlidern blickt er auf die strahlend schöne Maria Magdalena, die am Kreuzstamm die Füße des Heilands umfängt. Am rechten unteren Bildrand färbt das Blut der Dornenkrone den Essig in einer Schüssel rötlich. Meisterhaft lässt der Maler die Detailszene wie ein Stillleben in Trompe-l’œil-Manier wirken. 3 Den Auftrag zu diesem Meisterwerk erhielt Rubens von der Antwerpener Schützengilde für die Kapelle des hl. Christophorus in der Liebfrauenkathedrale. Da nach den Bestimmungen des Konzils von Trient auf Altären vor allem Personen und Szenen aus dem Neuen Testament zu sehen sein sollten, entschied man sich für ein raffiniertes Bildprogramm, das den in der Kapelle verehrten hl. Christophorus einbezieht: Der als Triptychon gestaltete Altar zeigt links die „Heimsuchung Mariens“, rechts die „Darstellung Jesu im Tempel“ und in der Mitte die großartige „Kreuzabnahme“. Christus wird also unter dem Herzen Mariens, in den Händen des Simeon und im Leichentuch von seinen treuesten Anhängern drei Mal getragen. Dadurch wird der

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Der Malerfürst Faszination ging natürlich nicht nur vom Werk, sondern auch vom Leben des Künstlers aus. Peter Paul ­Rubens prägte die Malerei einer ganzen Epoche wie kaum ein Künstler vor oder nach ihm und sein Ruhm wirkt bis heute fort. Schon zu Lebzeiten wusste der geniale und produktive Künstler seine Zeitgenossen für seine Kunst zu begeistern, erwarb Wohlstand und Anerkennung und bewahrte sich seine Tatkraft bis ins Alter. Selbstbewusst schreckte er vor keiner Aufgabe zurück: Ich gestehe, dass ich durch eine angeborene­Gabe dazu berufen bin, statt kleiner Kuriositäten große­Werke auszuführen. Jeder nach seiner Art. Mein Talent ist so geartet, dass keine Unternehmung, sei sie auch noch so groß und mannigfaltig im Gegenstand, mein Selbstvertrauen jemals überstiegen hätte.6 Die frühen Rubens-Biographien von Giovanni Pietro Bellori und Joachim von Sandrart waren schon in den historischen Bibliotheken von Salzburg präsent.7 Rubens wurde als Sohn eines Rechtsanwalts 1577 in Siegen geboren, wohin die aus Antwerpen stammenden Eltern aufgrund ihres protestantischen Bekenntnisses geflohen waren. Sein Vater wurde einer Affäre mit Anna von Sachsen verdächtigt, die er im Ehescheidungsprozess gegen deren Gatten Wilhelm I. von Oranien vertrat, und entging nur dank der flehentlichen Bitten seiner Frau der Hinrichtung. Nach seinem Tod 1587 in Köln kehrte die leidgeprüfte Witwe mit den Kindern nach Antwerpen und zur Katholischen Religion zurück.8 Der junge Rubens besuchte die Lateinschule gemeinsam mit Balthasar Moretus, dem angehenden Erben der Plantin-­ Druckerei, der ihm später zahlreiche Aufträge für Buch­illustrationen vermittelte.9 Seine geschliffenen Umgangsformen und besonders die vollendete Höflichkeit, die ihm später große Vorteile im diplomatischen Dienst sicherte,10 erlernte er als Page der Gräfin Marguerite de Ligne, die seine Erziehung vervollkommnete.

„Christus­ träger“ Christophorus allegorisch präsent. Dass diese scharfsinnige Interpretation bewusst intendiert wurde, wird erst beim Schließen der Seitenaltarflügel deutlich: Denn die Außenseite zeigt, wie der ­hl. Christophorus mit dem göttlichen Kind auf seinen starken Schultern gegen Wind und Wellen kämpft, während ihm ein Eremit den Weg durch den Sturm leuchtet.4 Die kraftvolle und ungebärdige Gestalt des Christusträgers ist dem Herkules Farnese nachempfunden. 5

li. Peter Paul Rubens (1577–1640) / Vorlage, Lucas Vorsterman (1595–1675) / Stecher und Verleger, Die Kreuzabnahme, 1620, Kupferstich, 582 x 435 mm

o. Unbekannter Künstler nach Peter Paul ­Rubens (1577–1640), Die Kreuzabnahme, Salzburg, Müllner Pfarrkirche, Stiegenhaus

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Dass Rubens anschließend eine Malerlehre antrat, scheint ungewöhnlich, noch ungewöhnlicher, dass er mehrmals den Lehrherrn wechselte. Schließlich fand er seinen Meister in Otto van Veen, einem gefragten Künstler, den sogar Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau nach Salzburg verpflichten wollte.11 Von van Veens „Anbetung der Hirten“ für das Mädchenwaisenhaus in Antwerpen befindet sich eine Kopie in der Kapelle des hl. Johannes a S. Facundo der Müllner Kirche in Salzburg.12 Nach Abschluss seiner Lehre reiste Rubens für acht Jahre nach Italien, wo er einen großen Auftraggeberkreis gewinnen konnte. Während des Karnevals in Venedig lernte er Herzog Vincenzo I. Gonzaga von Mantua13 kennen und begleitete ihn auf seinen Reisen bis nach Spanien. Günstlinge des Herzogs verschafften ihm neue Kunden, so vermittelte etwa Gonzagas Bankier Niccolò Pallavicini den Auftrag für das Altarbild „Die Beschneidung Christi“ in der Jesuitenkirche von Genua.14 Zu Studienzwecken kopierte Rubens in Rom nach den berühmtesten antiken Skulpturen, darunter den Torso vom Belvedere, den Herkules Farnese, die Vatikanische Ariadne, den Afrikanischen Fischer und die LaokoonGruppe, die er fortan in seinem Werk immer wieder zitierte.15 Er hielt das Üben an Statuen zwar für unerlässlich, dennoch dürfe Malerei auf keinerlei Weise nach dem Stein schmecken.16 Voller Begeisterung studierte Rubens die Meisterwerke Caravaggios17 und kopierte dessen „Grab­ legung“. ­Caravaggios skandalöses Werk „Marientod“ vermittelte­er an Gonzaga: Die Unbeschuhten Karmeliter hatten das Altarbild für ihre Kirche abgelehnt, weil die im Tod aufgedunsene Maria die Züge einer stadtbekannten Dirne trug.18 Zur gleichen Zeit lehnten die Oratorianer aus nicht näher bekannten Gründen das von Rubens gemalte Altarbild „Der hl. Gregorius der Große umgeben von Heiligen“ ab.19 Als seine Mutter schwer erkrankte, verließ der Künstler die Ewige Stadt und reiste nach Antwerpen zurück, traf die Mutter jedoch nicht mehr lebend an. Das in Rom abgelehnte Bild stiftete er für ihre Grabkapelle. 20

Zum Hofmaler ernannt, ließ sich Rubens dauerhaft in Antwerpen nieder. Im Alter von 32 Jahren heiratete er Isabella Brant, die ihm drei Kinder schenkte. Er begann das gemeinsame Haus großzügig auszubauen. Ein Atelier mit Galerie erlaubte es den vielen Gästen, den Maler bei der Arbeit zu beobachten, ohne ihn zu stören. 21 Während seiner Arbeit ließ sich Rubens aus Tacitus vorlesen und diktierte zum Erstaunen seiner Bewunderer nebenbei noch Briefe. Die größte Attraktion blieb allerdings die furia del penello, das Wüten seines Pinsels. 22 In seinem großen Werkstattbetrieb war der junge van Dyck wohl der berühmteste der zahlreichen Schüler. 23 Die angeschlossene Kupferstichwerkstatt machte die Bildkompositionen des Meisters weithin bekannt. Am Höhepunkt der Karriere Hatten Rubens religiöse Sujets zum Durchbruch verholfen, wusste er sich mit mythologischen Themen dauerhaft zu behaupten. So bediente er sich der antiken Mythologie für die diffizilen Allegorien seines Hauptwerks, des berühmten „Medici-Zyklus“. 24 Nach der Rückkehr aus ihrer Verbannung ließ die französische Königinwitwe Maria de’ Medici das ihr zugewiesene Palais du Luxembourg großzügig ausstatten. 25 Zwei große Galerien sollten das höchst ruhmreiche Leben der Königin und die heroischen Taten ihres 1610 ermordeten Gemahls, König Heinrichs IV. von Frankreich, verherrlichen. 26 Für seine schnelle Arbeitsweise bekannt, bekam Rubens den Auftrag. Man versicherte der Königin, dass zwei Maler in Italien nicht in zehn Jahren ausführen würden, was Rubens in vier schaffen würde, und nicht einmal daran dächten, Bilder von der erforderlichen Größe zu malen. 27 Er übernahm damit eine diplomatisch heikle Aufgabe, denn die Regentschaft der Königinmutter während der Minderjährigkeit ihres Sohnes war von Konflikten geprägt gewesen. 28 Sie wurde gestürzt und nach Blois verbannt, doch über eine Strickleiter gelang ihr die Flucht aus dem Schloss. Schließlich durfte sie sich im Palais du ­Luxembourg niederlassen. Der erbitterte Krieg von Mutter und Sohn

li. Peter Paul Rubens (1577–1640) / Vorlage, Jean-Marc Nattier (1685–1766) / Skizze, Charles Louis Simonneau (1645–1728) / Stecher, Gaspar Duchange (1662–1757) / Verleger, Le voyage de la Reine au Pont de Cé, 1709, Kupferstich, 504 x 456 mm, Salzburg, Erzabtei St. Peter, Kunstsammlungen

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flammte während Rubens’ Arbeit neu auf und endete erst mit der endgültigen Vertreibung Maria de’ Medicis aus Frankreich. Zuvor konnte aber noch die Galerie der Königin anlässlich der Hochzeit ihrer Tochter Henriette Maria mit König Karl I. von England eröffnet werden. 29 Die Galerie Heinrichs IV. musste dagegen in Anbetracht der veränderten politischen Lage unvollendet bleiben. Rubens hatte seine Entwürfe vergebens gemacht. 30 Der Medici-Zyklus trug jedoch entscheidend zur Vermehrung seines Ruhmes bei. Auch zum englischen Hof unterhielt Rubens hervorragende Kontakte.31 Doch musste der Künstler gleich bei der ersten Gemäldelieferung für Karl I. erkennen, dass er es mit einem wahren Kunstkenner zu tun hatte. Denn der königliche Connaisseur stellte mit sicherem Blick fest, dass es sich um kein eigenhändiges Werk des Meisters, sondern um eine Arbeit seiner Werkstatt handelte und sandte das Bild an Rubens zurück. Dadurch wurde die Geschäftsverbindung aber keineswegs getrübt, vielmehr machte Rubens dem König bei späterer Gelegenheit das Kompliment, er sei der beste Gemäldekenner unter den gekrönten Häuptern der Welt.32

Auf Wunsch Karls I. schuf Peter Paul Rubens ein allegorisches Selbstporträt, das ihn auf seinen Namen anspielend vor einem Felsen (lat. petra, Fels) im Abendrot (lat. rubescere, erröten) zeigt.33 Für seinen bedeutendsten Auftrag in England, die Deckengemälde der Banqueting Hall im Whitehall Palace, erhielt Rubens 3000 Pfund. 34 Als der unglückliche König die Halle zum letzten Mal passierte, könnte er noch einen wehmütigen Blick auf die von ihm in Auftrag gegebenen herrlichen Gemälde geworfen haben, bevor er aus dem Fenster auf das Schafott steigen musste. Ein weiteres Großprojekt nach dem Erfolg des MediciZyklus war die Ausgestaltung des Jagdschlosses Torre de la Parada für König Philipp IV. von Spanien, ebenfalls ein kunstsinniger Schwiegersohn Maria de’ Medicis. Rubens selbst beschränkte sich vorrangig auf die Ölskizzen, 35 während er die Ausführung der über 100 Szenen, hauptsächlich nach Ovids Metamorphosen, seiner Werkstatt überließ. 36 Zudem fertigte er zahlreiche Jagdstücke für europäische Höfe,37 die er als Kampf um Leben und Tod für Jäger und Gejagte mit vielen exotischen Tieren inszenierte.38

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Salzburg – die Stadt der Rubenskopien? Schon vor Rubens’ Tod hatten die zahlreichen Kupferstichreproduktionen aus seiner Werkstatt die Bildkompositionen des Meisters europaweit bekannt und begehrt gemacht43 – so auch in Salzburg: Im Franziskanerkloster befindet sich neben dem gezeigten Stich nach dem „Letzten Abendmahl“ das Gemälde eines unbekannten Künstlers nach dem Stich „Die Rückkehr von der Flucht nach Ägypten“. Rubens und seine Werkstatt schufen die Vorlage zu diesem Stich, der himmlische und irdische Dreifaltigkeit in Form eines Kreuzes zeigt, für den Altar des hl. Joseph im südlichen Seitenschiff der Jesuitenkirche von Antwerpen.44 Auf die Kopien nach „Le coup de lance“ und nach der „Kreuzabnahme“ in der ehemaligen Klosterkirche der AugustinerEremiten in Mülln wurde bereits hingewiesen. In der Graphiksammlung der Erzabtei St. Peter ist neben etwa 40 überaus qualitätsvollen Rubens-Stichen die nahezu komplette Serie des Medici-Zyklus erhalten.45 Der Reichtum der Salzburger Klöster an Kopien und Graphiken nach Rubens lässt Rückschlüsse auf die

Nach dem Tod seiner ersten Frau heiratete Rubens eine der schönsten Frauen Antwerpens, die erst 16jährige Hélène Fourment, die ihm fünf Kinder schenkte. Der Künstler wählte bewusst keine Frau von Adel, sondern eine Bürgerliche, die nicht errötet, wenn sie mich zum Pinsel greifen sieht, 39 und mit der er eine neue Sinnlichkeit entdeckte. So zeigt das bekannteste ihrer Porträts, das er selbst liebevoll Het Pelsken, „Das Pelzchen“, nannte, Hélène in intimer Pose im pelzgefütterten Morgenmantel. Das Gemälde besticht durch große Detailgenauigkeit: Ihr großer Zeh scheint durch das Tragen zu enger Schuhe leicht verkrümmt.40 Hélène war die Nichte seiner ersten Frau, mit ihrer Familie verband ihn also eine langjährige Bekanntschaft. Rubens’ berühmtestes Porträt, das als Le chapeau de paille, „Der Strohhut“, in die Kunstgeschichte einging, zeigt ­Hélènes ältere Schwester.41 Von Gichtanfällen geplagt starb der Künstler am 30. Mai 1640 in Antwerpen. Die Versteigerung seines Nachlasses brachte den Erben ein Vermögen von 70.000 fl. ein.42

li. Peter Paul Rubens (1577–1640) / Vorlage, Pieter Claesz. Soutman (1580–1657) / Stecher und Verleger, Nilpferdjagd, Kupferstich, 457 x 616 mm, Salzburg, Erzabtei St. Peter, Kunstsammlungen re. Peter Paul Rubens (1577–1640) / Vorlage, Nicolaes Rÿckemans (Lebensdaten unbekannt) / Stecher und Verleger, Achilles entdeckt von Odysseus, 1620/26, Kupferstich, 469 x 361 mm, Salzburg, Erzabtei St. Peter, Kunstsammlungen

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nicht erforscht. Marcus Sitticus Graf von Hohenems war mit Vincenzo Gonzaga und ­Maria de’ ­Medici, den beiden bedeutendsten Förderern von ­Rubens, zumindest bekannt; die Königin nannte Marcus Sitticus aufgrund seiner Abstammung von den Medici sogar „mon Cousin“. 50 Daneben ist belegt, dass zwei Künstler, die in der zweiten Hälfte des ­17. Jahrhunderts in Salzburg tätig waren, aus Antwerpen kamen: der Maler Frans de Neve und der Bildhauer Bartholomäus van Opstal. 51 Beide stammten aus weitverzweigten Künstlerfamilien, die nachweislich mit Bildwerken von Rubens zu tun hatten: Der Bildhauer Sebastian de Neve erhielt 1648 eine Replik des Triptychons mit der „Kreuzabnahme“­ geschenkt, 52 der Maler Jasper Jacobus van Opstal kopierte dieses Hauptwerk von Rubens 1703 für den Marschall de Villeroy. 53 Ob jedoch die beiden aus Antwerpen stammenden Künstler die Rubens-Rezeption in Salzburg anregten oder ob die Erzbischöfe von sich aus dem Zeitgeist folgten, muss weiteren Forschungsarbeiten vorbehalten bleiben.

Sammlung der Erzbischöfe zu, obwohl diese infolge von Verschleppung und Zerstreuung durch Bayern, Franzosen und Österreicher schwer zu rekonstruieren ist. Immerhin steht fest, dass neben St. Peter auch die Erzbischöfe über eine Stichserie nach Rubens’ Hauptwerk verfügten: Der kostbare Graphikband La Gallerie du Palais du Luxembourg, herausgegeben von den Gebrüdern Nattier in Paris 1710, wurde am 4. Oktober 1806 für die kaiserliche Hofbibliothek in Wien requiriert.46 Ob die Salzburger Erzbischöfe überdies Originale des „Malerfürsten“ besaßen, lässt sich derzeit nicht konkretisieren. In den Gemäldeinventaren der erzbischöflichen Residenz werden Peter Paul Rubens eine Ölskizze zur Beschneidung Christi und gezeichnete Lebensgrosse Figuren zur Historia von Caesar Augusto zugeschrieben.47 Daneben finden sich drei Jagdszenen und weitere Kopien,48 von denen das „Urteil Salomons“ identifiziert werden konnte.49 Wie all diese Werke von oder nach Rubens den Weg nach Salzburg fanden, wer ihren Ankauf empfahl bzw. die vielen Kopien in Auftrag gab und die dafür notwendigen Stichreproduktionen vermittelt haben könnte, bleibt vorerst ungeklärt. Eine direkte Verbindung des Künstlers oder seiner Werkstatt zum Hof der Salzburger Erzbischöfe ist nicht bekannt, wurde aber bisher noch

li. Peter Paul Rubens (1577–1640) / Vorlage, Schelte Adamsz. à Bolswert (1586– 1659) / Stecher, Gillis Hendricx (tätig 1632–1677) / Verleger, Die Rückkehr von der Flucht nach Ägypten, Datierung unbekannt, Kupferstich, 440 x 328 mm

re. Unbekannter Künstler nach Peter Paul Rubens (1577–1640), Die Rückkehr von der Flucht nach Ägypten, Datierung unbekannt, Öl / Leinwand, 632 x 487 mm, Salzburg, Franziskanerkloster

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die berühmte vorlage

Wer als Maler im Barockzeitalter an europäischen Fürstenhöfen reüssieren wollte, musste die berühmtesten Gemälde italienischer Malerei studiert haben und ihre Geschichte kennen. Obwohl bisher kaum erforscht, lassen sich diese Studienreisen nach Italien auch für aus Salzburg stammende Künstler nachweisen, von deren Einfluss bis heute Gemälde und Zeichnungen zeugen. Sie spiegeln die Zeitströmungen und den Wandel des Kunstgeschmacks: Denn im 17. Jahrhundert wurde nach Klassikern wie Michelangelo und Raffael sowie nach anerkannten zeitgenössischen Künstlern kopiert. Caravaggio Alle fünfzehn Bilder des Kreuzwegs in der Müllner Pfarrkirche dürften nach Vorlagen gemalt sein.1 Der vorletzten Kreuzwegstation, der „Grablegung Christi“, gebührt besondere Aufmerksamkeit, diente ihr doch das berühmte Altarbild Caravaggios für die Cappella della Pietà der Oratorianerkirche von Santa Maria in Vallicella als Vorlage. 2 Ähnlich der auf so manchem römischen Sarkophag dargestellten „Heimtragung Meleagers“ wird der Leichnam Christi in das Grab gelegt. Entlang der Bilddiagonale von der klagend erhobenen Hand der Maria Kleophae rechts oben zum Leichentuch Christi links unten stellt Caravaggio kunstvoll die drei Marien­ in jeweils unterschiedlichen Klagegesten dar. Der Sarkophag­deckel ragt perspektivisch in den Raum des Betrachters, sodass der Altar unterhalb und vor dem Bild dadurch sinnbildlich zum Grab wird, eine klare Anspielung auf das Sakrament der Eucharistie.3 Die „Grablegung Christi“ gehört zu Caravaggios meistbewunderten Werken.4 Peter Paul Rubens studierte­das Gemälde eingehend und fertigte eine freie Variation

li. Michelangelo Merisi (1571–1610), gen. Caravaggio, Grablegung Christi, 1602/3, Öl / Leinwand, 300 x 203 cm, Vatikanstadt, Pinacoteca Vaticana re. Unbekannter Künstler nach Michelangelo Merisi (1571–1610), gen. Caravaggio, Grablegung Christi, Salzburg, Müllner Pfarrkirche, Kreuzwegstation XIV

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an. 5 Doch mit dem aufkeimenden Klassizismus kam eine Zeit herber Kritik für die Werke Caravaggios: Seine [Caravaggios] Zeichnung ist selten richtig, seine Manier hart, seine Färbung fällt ins Aschgraue, und ist nur, da er sehr das Abspringende liebte, bei Nachtstücken angenehm.6 Caravaggio provozierte freilich bereits die Zeit­genossen mit seiner Kunst. Eine im Tod aufgedunsene Marien­ gestalt und die schmutzigen Fußsohlen in Augenhöhe der Gläubigen sorgten damals schon für Aufregung.7 So gesehen wurde für die Müllner Pfarrkirche das am wenigsten umstrittene seiner Werke kopiert, sieht man von dem makabren Detail ab, dass einer der Träger­ des Leichnams seinen Finger genau in die Seiten­wunde

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zwei reiche Kaufleute namens Boselli, welche für jede der drei gewünschten Figuren – Christus, Maria und Johannes – Renis üblichen Tarif von 100 Scudi bezahlten. Doch weil der Künstler den Kapuzinerorden besonders schätzte, malte er zusätzlich die Maria Magdalena gratis hinzu.15 Er wählte den Typus des „einsamen Crucifixus auf Wolkengrund“, verzichtete auf erzählende Details und deutete die karge Landschaft nur an. Dadurch wirkt der dunkle Hintergrund, vor dem die Figuren isoliert im Ausdruck ihres seelischen Schmerzes stehen, umso dramatischer.16 Geschickt betont die Lichtführung die Kleider in leuchtenden Farben und kunstvoll ausgeführten Faltenwürfen. Besonders beachtenswert sind die Inkarnattöne der Personen, denn Reni suchte mit der differenzierten Wiedergabe von Hauttypen seine Gestalten zu charakterisieren: nahezu steingrau für den Körper Christi, ähnlich fahl, aber

Christi legt. Caravaggio, der sogar im gemalten Blut seiner Protagonisten signierte, sorgte nicht zuletzt durch seinen ausschweifenden Lebensstil für eine Reihe von Skandalen, wodurch er bald nach seinem Tod zum Archetyp des verruchten Künstlergenies stilisiert wurde.8 In den Gemäldeinventaren der Salzburger Residenz finden sich nur zwei Bilder, die mit Caravaggio in Zusammenhang gebracht werden: eine „Alte Frau mit Krug“ und ein „Frauenkopf mit offenem Haar“.9 Guido Reni Caravaggio hat zu seiner Zeit polarisiert und die Geschmäcker geschieden, anders als der nur wenige Jahre jüngere Guido Reni, der über fast zwei Jahrhunderte unbestritten als Meister seines Fachs galt. Er war einer der meistkopierten Künstler des 17. Jahrhunderts und wurde aufgrund seines Ideenreichtums als der „göttliche Guido“ verehrt. Der Maler selbst wollte freilich nichts von „göttlichen Eingebungen“ wissen, sondern beharrte darauf, dass seine Fähigkeiten allein auf ständiger Übung und Bemühung beruhten.10 Als Sohn eines Berufsmusikers in Bologna geboren, fiel Renis frühe Begabung dem niederländischen Maler D ­ enys Calvaert auf, der ihn zusammen mit Domenichino­und Francesco Albani ausbildete.11 Kopien, Porträts und Fresken im Auftrag mehrerer Papst­ familien verhalfen ihm schnell zum Durchbruch in Rom.12 Allerdings ließen Intrigen und Erfolgsdruck Reni 1612 fluchtartig nach Bologna zurückkehren. Kardinal ­Scipione ­Borghese zwang ihn unter Androhung einer Haftstrafe zur Rückkehr nach Rom, um das berühmte Deckenfresko der „Aurora“ im heutigen Palazzo Pallavicini Rospigliosi auszuführen. Erst nach der Vollendung des wie ein antikes Relief wirkenden Deckenbildes konnte der Künstler dauerhaft in Bologna­leben, schuf aber weiterhin Gemälde für römische Kirchen.13 Die Emailmalerei auf dem berühmten Mezgerkelch der Erzabtei St. Peter in Salzburg nahm als Vorlage eine Komposition Renis, die dieser 1619 für die Kapuzinerkirche in Bologna gemalt hatte.14 Den Auftrag erteilten

li. Guido Reni (1575–1642), Kreuzigung der Kapuziner, 1619, Öl/Leinwand, 397 x 266 cm, Bologna, Pinacoteca Nazionale re. Ferdinand Siegmund Amende (1656– 1731), Mezgerkelch, 1699, Emailmalerei, Salzburg, Erzabtei St. Peter, Detail

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geschrieben, der „David“ ist dagegen eine Kopie nach Renis Meisterwerk im Pariser Louvre. 23 In den Inventaren sind zudem eine „Kleopatra“, ein weiterer „David“ sowie die Heiligen „Johannes der Täufer“ und „Franz von Assisi“ fassbar. 24 Erst ab dem 19. Jahrhundert wurde das übersteigerte religiöse Pathos in Renis Werken kritisiert und als geradezu unausstehlich abgelehnt. 25

mit rosa gehöhten Gesichtskonturen die Muttergottes, von porzellanartiger Zartheit Johannes und bäuerlichrotbraun Magdalena.17 Weil hymnisch gelobt, wurde die „Kreuzigung der Kapuziner“ vielfach kopiert und als Kupferstich weit verbreitet.18 Das Altargemälde vermochte zahlreiche Kreuzigungsszenen zu beeinflussen, darunter von Simon Vouet, Jusepe de Ribera und ­Johann Heinrich Schönfeld.19 Angelehnt an die Kompositionslehre scheint Guido Reni, der Musikersohn, je nach Genre die Malweise in sogenannten modi entwickelt zu haben, die es ihm erlaubten, in derselben Stilphase völlig unterschiedlich zu arbeiten; dadurch sind seine Werke kaum zu datieren. Er malte gerne auf Seide, da er von der Dauerhaftigkeit dieses Bildträgers überzeugt war: Bei der Öffnung eines Gelehrtengrabes hatte er nämlich bemerkt, dass alle Kleider des Toten bis auf den Seidenmantel zerfallen waren. 20 Fast bis zur Ekstase inszenierte Reni das Pathos seiner Gemälde, idealisierte und perfektionierte, was ihm von Natur aus als unvollkommen erschien. Seine geradezu überirdisch anmutende Farbgebung stellte er in den Dienst religiöser Überzeugungskraft, wusste dadurch seine kirchlichen Auftraggeber einzunehmen und konnte exorbitant hohe Preise verlangen. Zeitweise überaus wohlhabend, besaß Reni eine Gemäldesammlung und etwa hundert Raffael-Zeichnungen. 21 Doch seine Spielsucht trieb ihn nachts durch die Spelunken von Bologna, brachte seine Finanzen in Unordnung und zwang ihn wiederholt im Akkord zu arbeiten. Sein Ruhm ließ ihn trotz wachsender Schülerschar zunehmend vereinsamen, er litt unter Berührungsängsten vor Frauen, fürchtete Hexerei und Gift, war aber zugleich tiefgläubig und fromm, ein großer Marienverehrer und stets hilfsbereit. 22 Er starb am 18. August 1642 in Bologna. Abgesehen von seiner Spielleidenschaft lebte Reni weitgehend skandalfrei und wirkte zudem in seiner Kunst weniger anstößig als Caravaggio. Anstelle des schockierenden Naturalismus seines Künstlerkollegen ästhetisierte Reni durch seine Malweise selbst Grausames und Hässliches in nahezu vollkommener Schönheit. Auch die Salzburger Erzbischöfe konnten sich der Wirkkraft seines Werkes nicht entziehen und die Inventare ihrer Residenz bringen sieben Gemälde mit dem Bologneser Künstler in Zusammenhang: Von den bereits identifizierten Bildern werden die „Hl. Cäcilia“ und die „ ­ Hl. Katharina“ heute der Reni-Werkstatt zu-

Übungskopie In einem Konvolut von Handzeichnungen aus der Universitätsbibliothek Salzburg wurde im Rahmen dieser Studie eine Reihe von Vorlagen entdeckt, die den Stellenwert von Kopien während der Ausbildung im Akademiebetrieb zeigt. Nach Annibale Carracci Guido Reni überwarf sich mit seinem Meister Denys Calvaert, um sich der Schule der Carracci anzuschließen. Deren bedeutendster Vertreter, Annibale Carracci, überwand zusammen mit Caravaggio den Manierismus und begründete die Barockmalerei. 26 Die Zeichnung H 158, bisher als „St. Franciscus predigend“ geführt, ist eine Kopie nach der „Predigt des hl. Diego“ von Annibale Carracci 27 aus einem Freskenzyklus für die spanische Nationalkirche San Giacomo degli Spagnoli in Rom. 28 Carracci übernahm den Auftrag nach Beendigung seiner weltberühmten Malereien in der Galleria Farnese, doch wegen seiner schweren Erkrankung 1605 beaufsichtigte Francesco Albani das Projekt. Bei der Ausführung des Freskos „Die Predigt des hl. Diego“ ist die Mitarbeit von Carraccis Schüler Sisto Badalocchio bezeugt. 29

re.o. Annibale Carracci (1560–1609) und Sisto Badalocchio (1585–1647), Die Predigt des hl. Diego, 1605/1606, Freskomalerei auf Leinwand übertragen, 202 x 374 cm

re.u. Unbekannter Monogrammist II. W. nach Annibale Carracci (1560–1609) und Sisto Badalocchio (1585–1647), Die Predigt des hl. Diego, 2. H. 17. Jh., Rötelzeichnung, 272 x 398 mm, Universitätsbibliothek Salzburg H 158

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Nach Sisto Badalocchio Unter den Zeichnungen der Universitätsbibliothek Salzburg befindet sich noch ein weiteres Blatt, das sich mit Badalocchio in Verbindung bringen lässt: Die Rötelzeichnung H 224 wurde bisher im Graphikkatalog als Kopie eines Details aus Guido Renis Galateengruppe im Palazzo Rospigliosi geführt, hatte aber Badalocchios­ „Polyphem und Galathea“ im Palazzo Verospi als Vorlage.30 Da Carracci den jungen Badalocchio für einen besseren Zeichner als sich selbst gehalten haben soll, ist es naheliegend, dass Akademieschüler gerade nach ihm zu kopieren übten. Bis heute gilt Badalocchio als solider Zeichner, der in seinen Hauptwerken eine meisterhafte Beherrschung barocker Malkultur mit einem Gefühl für graziöse Anmut erkennen lässt.31

o. Sisto Badalocchio (1585–1647), Polyphem und Galathea, 1615, Freskomalerei, Rom, Palazzo Verospi u. Unbekannter Künstler nach Sisto Badalocchio (1585–1647), Galathea, 2. H. 17. Jh., Rötelzeichnung, 129 x 186 mm, Universitätsbibliothek Salzburg H 224

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Nach Giuseppe Cesari Nicht nur nach Gemälden und Fresken wurde kopiert, sondern auch anhand von Meisterzeichnungen. Eine erste Kompositionsskizze Giuseppe Cesaris für sein Fresko „Die Kapitolinische Wölfin mit Romulus und Remus“ im Salon des Palazzo dei Conservatori auf dem Kapitol in Rom, die allerdings nicht ausgeführt wurde, dürfte die Vorlage für das Blatt H 342 gewesen sein.32 Cesari, ein hochgelobter und erfolgreicher Künstler in der Zeit um 1600, bediente eine Gesellschaft zwischen dem Devoten und Paganen, deren Genuß sich vor allem aus der Eleganz der Inventionen und einer neuen Sinnlichkeit speiste. Man hielt ihn für ein großes künstlerisches Talent von einer naturgegebenen Begabung, dem alles leicht zugefallen war, ein Meister des Liebenswürdigen, des leichten Charmes, dessen Frische die ersten Jahrzehnte seines Werkes zu seinen besten machte.33 o. Giuseppe Cesari (1568–1640), gen. il Cavalier d’Arpino, Die Kapitolinische Wölfin mit Romulus und Remus, 1595/96, Kreidezeichnung, 157 x 172 mm, Wien, Albertina u. Unbekannter Künstler nach Giuseppe Cesari (1568–1640), gen. il Cavalier d’Arpino, Die Kapitolinische Wölfin mit Romulus und Remus, 17. Jh., Rötelzeichnung, 137 x 196 mm, Universitätsbibliothek Salzburg H 342

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Nach Gian Lorenzo Bernini Für einen größeren Bestand an Zeichnungen dienten Skulpturen als Vorlage. Auf H 164 lässt sich ein Detail aus dem berühmten Grabmal Papst Urbans VIII. von Gian Lorenzo Bernini erkennen:34 der Kopf der Carità romana, die am Grab die Totenwache hält, während ein geflügeltes Skelett den Namen des Verstorbenen mit einem kleinen Knochen in das Buch des Todes einträgt.35 Da Bernini mit dem Verstorbenen seinen größten Mäzen verloren hatte, inszenierte er die Enthüllung des Grabmals als großartige letzte Szene einer Epoche: Die Sonne erleuchtete die Nische des Grabmals als es im März 1647 der Öffentlichkeit präsentiert wurde. 36 Der neue Papst Innozenz X., der sich, obwohl seinem Vorgänger nicht wohlgesinnt, zur Teilnahme verpflichtet sah, soll die Worte: „Es ist schön, es ist gut gelungen“, zwischen den Zähnen hervorgepresst haben. 37 Ein Kardinal kritisierte die über den Sarkophag verstreut krabbelnden Wappenbienen der Barberini, worauf ein anderer Kardinal lachend einwarf, dies wären wohl die aus Rom geflohenen Nepoten Urbans VIII. Doch schlagfertig und dem neuen Papst gegenüber unverschämt soll Bernini erwidert haben: Man wisse doch nur allzu gut, dass sich die Bienen beim Glockenschlag des Campanile auf dem Kapitol, der nach jedem Papsttod ertönt, wieder versammeln würden.38

li. Gian Lorenzo Bernini (1598–1680), Grabmal von Papst Urban VIII. Barberini, 1647, Vatikanstadt, Petersdom

re.o. Gian Lorenzo Bernini (1598–1680), ­Carità romana, 1647, Vatikanstadt, Petersdom re.u. Unbekannter Künstler nach Gian ­Lorenzo Bernini (1598–1680), Carità romana, 2. H. 17. Jh., Kreidezeichnung, 198 x 270 mm, Universitätsbibliothek Salzburg H 164, Detail

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Nach Alessandro Algardi Bald nach dem Tod Urbans VIII. und der Wahl von Innozenz X. kam es zu weitreichenden politischen Veränderungen, die nicht zuletzt das Mäzenatentum beeinflussten. 39 Als Protegé der Barberini verlor Bernini seine Vorrangstellung, während andere Künstler an Bedeutung gewannen. Mit Hilfe des päpstlichen Hofmeisters Cristoforo Segni konnte Alessandro Algardi den Papst auf sein jüngstes Werk, eine „Taufe Jesu“, aufmerksam machen – eine überaus geschickte Themenwahl, denn Innozenz X. hieß mit Geburtsnamen Giovanni Battista (dt. Johannes der Täufer).40 Tatsächlich gelang es Algardi, den Papst mit diesem Meisterwerk für sich einzunehmen und viele Aufträge zu lukrieren.41 Seinem Förderer Cristo­ foro Segni vermachte Algardi in seinem Testament als Zeichen der Dankbarkeit das Modell zur

„Taufe Jesu“.42 Das aus Silber gearbeitete Original gilt heute als verloren, doch sind das Terrakotta-Modell sowie zahlreiche Repliken und Kopien erhalten.43 Im Besitz der Universitätsbibliothek Salzburg befindet sich eine flüchtige Übungsskizze H 246 dieses für den Künstler so bedeutenden Werks. Bei der Überlegung, in welchem Umfeld die Zeichnungen der Universitätsbibliothek Salzburg entstanden sein könnten, wurde jüngst auf die Accademia di San Luca in Rom verwiesen.44 Durch die Reihe der neuen Funde von Vorlagen lässt sich dies nun weiter erhärten, denn sowohl Giuseppe Cesari (1600, 1615/16, 1629) als auch Gian Lorenzo Bernini (1630) und Alessandro Algardi (1639/40) standen der Accademia di San Luca in Rom als principi vor. Die Salzburger Verbindung zur römischen Akademie und ihren Einfluss auf das Kunstschaffen im Fürsterzbistum gilt es noch zu erforschen.

li. Alessandro Algardi (1598–1654), Taufe Jesu, Bronze, H. 61 cm, Cleveland, Museum of Art re. Unbekannter Künstler nach Alessandro Algardi (1598–1654), Taufe Jesu, 2. H. 17. Jh., Kreidezeichnung, 316 x 280 mm, Universitätsbibliothek Salzburg H 246

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Christoph Lederwasch Ein Salzburger Maler könnte diesen Einfluss über die Alpen gebracht haben: Christoph Lederwasch (um 1651–1705). In Tamsweg in die Tradition einer Maler­ dynastie geboren, empfahl ihn sein Taufpate und Gönner Christoph Siegmund Graf von Kuenburg (1618–1704) seinem Vetter, dem eben gewählten Fürst­ erzbischof. Maximilian Gandolph Graf von Kuenburg ließ den jungen Lederwasch in Rom ausbilden,45 wo der Name Cristofero Lederbash 1675 in den Akten der römischen Akademie belegt ist.46 Über diese Studienjahre ist bisher nichts bekannt, doch verweisen die Arbeiten von Christoph Lederwasch nach seiner Rückkehr unverkennbar auf die Accademia di San Luca. So rezipierte der junge Maler 1681 in der zum Erbbegräbnis der Familie Kuenburg ausgestalteten Annakapelle der Salzburger Franziskanerkirche berühmte Gemälde von drei bedeutenden Vertretern der römischen Akademie:47 Pietro da Cortona (1597–1669), Andrea Sacchi (1599– 1661) und Giovanni Francesco Romanelli (1610–1662).

Nach Pietro da Cortona Das Aufsatzbild des Altars der Annakapelle zeigt die Immaculata, von Gott Vater gesegnet und über die Erbsünde in Gestalt eines Drachens triumphierend. Erstmals wird die Ausführung hier in Zusammenhang mit einem Gemälde von Pietro da Cortona gebracht, das dieser unter Mithilfe von Ciro Ferri (1633–1689) für die Kirche San Filippo in Perugia schuf.48 Pietro da Cortona gilt als einer der Hauptvertreter des römischen Hochbarocks, nicht nur in der Malerei, sondern auch in der Architektur. In den Jahren von 1634 bis 1636 stand der vielbeschäftigte Künstler der Accademia di San Luca als principe vor. Bekannt sind seine illusionistischen Deckenmalereien für den Palazzo Barberini in Rom und den Palazzo Pitti in Florenz.49 Seine plastisch wirkenden Säulenstellungen und bewegten Fassaden verschiedener römischer Kirchen wurden richtungsweisend in ganz Europa. 50 Cortona lieferte 1664 Entwürfe für die Umgestaltung des Louvre in Paris, schuf zahlreiche Altarbilder und mythologische Gemälde. In den Inventaren der Salzburger erzbischöflichen Galerien werden drei Kopien nach Pietro da Cortona verzeichnet. 51

o. Nachweis von Christoph Lederwasch aus dem alphabetischen Namensverzeichnis, Rom, Accademia Nazionale di San Luca, Archivio Storico, vol. 66 li. Pietro Berrettini (1597–1669), gen. da Cortona, und Ciro Ferri (1633–1689), Immacolata Concezione, 1661, Öl / Leinwand, 327 x 222 cm, Perugia, San Filippo re. Christoph Lederwasch (1651–1705) nach Pietro Berrettini (1597–1669), gen. da Cortona, und Ciro Ferri (1633–1689), Immaculata, 1681, Salzburg, Franziskanerkirche, Annakapelle, Aufsatzbild des Altars

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Nach Giovanni Francesco Romanelli Einer von Pietro da Cortonas zahlreichen Schülern war Giovanni Francesco Romanelli aus Viterbo. Nach dem Bruch mit seinem Meister zählte er bald zu den meistbeschäftigten Künstlern in Rom, übernahm prestigeträchtige Arbeiten im Vatikan sowie im Palazzo Barberini und wurde 1638 zum principe der Accademia di San Luca gewählt. Sogar in Paris erhielt er durch die Protektion der Papstnepoten Barberini Aufträge. Bei seinem ersten Frankreich-Aufenthalt (1646/47) arbeitete er für Kardinal Mazarin und malte bei seinem zweiten Besuch (1655–57) die Sommerwohnung Anna von Österreichs im Louvre aus. Während Christoph Lederwasch an der Accademia di San Luca in Rom studierte, fertigte er nach Romanellis Altarbild „Tempelgang Mariens“ im Petersdom einen Kupferstich an, 52 den er mit einer Widmung an den Fürstbischof von Lavant, Franz Caspar von Stadion (1637–1704), versah.53 Zurück in Salzburg malte er eine freie Variation desselben Bildes für die Annakapelle.54

Nach Andrea Sacchi Für seinen „Tod der hl. Anna“ wählte Lederwasch ein berühmtes Altargemälde von Andrea Sacchi in San Carlo ai Catinari in Rom als Vorlage. 55 Sacchis Bild, eines seiner letzten Werke, wurde zum Prototyp vieler derartiger frommer Sterbeszenen. Sein Schüler Carlo Maratta (1625–1713) nahm hier Anleihen für seinen ebenfalls oft rezipierten „Tod des hl. Joseph“.56 Andrea Sacchi, ein Schüler von Giuseppe Cesari, wusste seine Kompositionen stets auf das Wesentliche zu reduzieren, beschränkte sich auf wenige Figuren ohne Effekt heischenden Hintergrund. 57 Dabei sind seine Szenen wohldurchdacht und bestechen durch großartige Farbgebung. Für das Hochaltarbild in San Romualdo bediente Sacchi sich eines Tricks, um sein besonderes Talent zur Geltung zu bringen: Der geistreichste kompositionelle Gedanke dieses Bildes ist jener Baum, der einzelne der weißgekleideten Mönche beschattet; ein Ausweg aus der Zwangslage, alle Figuren in gleichem Kostüm und in gleicher Farbe darstellen zu müssen. 58 Der Maler war belesen, wovon nicht nur seine Bibliothek mit Werken von Tacitus und Plutarch, italienischer Dichtung und einem Französischwörterbuch zeugt, 59 sondern auch der Einfluss der Schriften von Tommaso Campanella auf sein Werk.60 Sacchi malte nur langsam, weil, wie er sagte, Raffael­ und Annibale Carracci ihm den Mut benähmen. Gegen Ende seines Lebens ließ er seine Werke oft unvollendet, während er Schülern gerne auftrug, frühere Arbeiten zu kopieren.61 Da er als unfehlbar in Fragen des guten Geschmacks galt, wurde er von Kollegen und Schülern oft konsultiert. So sollte er auf Einladung Gian Lorenzo­Berninis seine Meinung zum Modell der ­C athedra Petri äußern.62 Sacchi, noch immer nachtragend wegen eines Auftrags, den er einst an Bernini

linke Seite: Giovanni Francesco Romanelli (1610–1662) / Vorlage, Christoph Lederwasch (1651–1705) / Stecher, Tempelgang Mariens, um 1675, Kupferstich, 470 x 282 mm li. Christoph Lederwasch (1651–1705) nach Giovanni Francesco Romanelli (1610–1662), Tempelgang Mariens, 1681, Öl / Leinwand, Salzburg, Franziskaner­ kirche, Annakapelle

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Episoden zu erschließen hätte.67 Beide Kontra­henten gewannen Befürworter ihres Standpunkts, allen voran die rivalisierenden Kardinäle und Papstnepoten Antonio und Francesco Barberini, die sich sowohl politisch als auch in ihrem Mäzenatentum voneinander abgrenzen wollten.68 Mit dem Tod Urbans VIII. und der Verbannung der Barberini aus Rom schien zunächst Cortona den Sieg davonzutragen, denn die beiden nachfolgenden Päpste Innozenz X. und Alexander VII. interessierten sich mehr für dessen Kunst, während Andrea Sacchi ins Abseits geriet. Doch als Cortona 1669 starb, erlangte Sacchis Schüler und Freund Carlo ­ Maratta prägenden Einfluss auf die Accademia di San Luca und förderte dezidiert den Stil seines Meisters.69 Im Gegensatz zu Cortona, dem man vorgeworfen hatte, die Akademie nur zur Glorifizierung seiner Person auszunutzen, gelang es Maratta, die Institution zu größtem Ruhm in Europa zu führen.

verloren hatte, stieg in die bereitgestellte Kutsche, ohne seine A ­ rbeitskleidung zu wechseln. Mit Bernini, der ihn am Portal des ­Petersdoms erwartete, schritt Sacchi durch das Langhaus und blieb etwa in der Mitte stehen, um das Werk zu betrachten. Dann wandte er sich um und meinte beim Verlassen des Petersdoms spitz: „Die Figuren sind zu klein!“63 Sein klassizistischer Stil musste Sacchi in Konflikt mit Pietro da Cortona bringen, mit dem er eine leidenschaftliche Debatte über Ästhetik führte.64 Die an der Accademia di San Luca ausgetragene Fehde entzündete sich an der Frage, ob die Erzählhandlung auf einem Bild mit vielen oder wenigen Figuren darzustellen sei.65 Sacchi plädierte für wenige Figuren mit starker Mimik, Gestik und Emotionen66 und berief sich dabei auf die antike Dramentheorie. Cortona verteidigte dagegen seinen vielfigurigen Stil mit dem Verweis auf das antike Epos, nach dem sich die Haupthandlung aus mehreren

li. Andrea Sacchi (1599–1661), Tod der hl. Anna, 1649, Öl / Leinwand, 430 x 230 cm, Rom, S. Carlo ai Catinari re. Christoph Lederwasch (1651–1705) nach Andrea Sacchi (1599–1661), Tod der hl. Anna, 1681, Öl / Leinwand, Salzburg, Franziskanerkirche, Annakapelle

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Zurück in Salzburg Der Aufenthalt in Rom während seiner vom Erzbischof finanzierten Studienreise brachte Christoph Lederwasch in engen Kontakt mit der akademischen Tradition. In der Annakapelle der Salzburger Franziskanerkirche scheint er Höhepunkte verschiedener Kunstströmungen präsentieren zu wollen. Wie weit der fürstliche Auftraggeber bei der Wahl der Themen und Vorlagen Einfluss genommen hat, ist zwar nicht überliefert aber durchaus in Betracht zu ziehen: Maximilian Gandolph Graf von Kuenburg studierte in den Jahren von 1642 bis 1644 am Collegium Germanicum in Rom,70 zu einer Zeit als Cortona, Sacchi und Romanelli den Zenit ihres Ruhms erreicht hatten. Als Erzbischof berief er den Maler Frans de Neve an seinen Hof, welcher 1661 an der von Pietro da Cortona begonnenen Ausschmückung des Palazzo Pamphilj in Rom beteiligt gewesen war.71 Wie die Wappen am Ein- und Ausgang zeigen, war Kuenburg Vollender und erster Nutznießer der „Großen Galerie gegen St. Peter“, die unter seinem Vorgänger, Erzbischof Guidobald Grafen von Thun, konzipiert worden war.72 Christoph Lederwasch wurde nach seiner Rückkehr aus Rom zum Hofmaler und Kammerdiener des Erzbischofs ernannt. Am 18. Januar 1682 heiratete er mit Zustimmung des Konsistoriums in der Salzburger St. Andrä-Kirche Maria Theresia Göttlicher aus Österreich.73 Der Erzbischof ließ ihm zur Hochzeit ein Goltstuckh im Wert von 10 Dukaten verehren.74 Das Ehepaar überlebte alle seine Kinder, deren Taufpaten Mitglieder der Grafenfamilie Kuefstein waren.75 Auch unter Kuenburgs Nachfolger Johann Ernst Grafen von Thun behielt Lederwasch seine Funktionen bei Hof. Er starb im Dezember 1705 in Salzburg und wurde im Petersfriedhof begraben.76 Die Kupferstiche, die der Maler im Testament vom 13. Dezember 1705 als wertvollen Besitz besonders hervorhob, vermachte er seiner Frau: die vorhandene opera der Beriembtisten Histori- und LandschaftsMallern als des Nicolai Poussin, Pauli Veronensis, ­ avagliers Pietro de Cordon, auch Pietro Titiani, C ­ Testa­radierte, und andere mehr.77 Möglicherweise

befand sich unter den Stichen auch das „Weltgericht“ nach Jean Cousin dem Jüngeren (1522–1595), das sein Bruder Johann Chrysostomus Lederwasch als Vorlage für seine Bearbeitung des Themas in der Wallfahrts­ kirche St. Leonhard bei Tamsweg wählte.78 Französische Einflüsse auf Christoph Lederwasch scheinen nicht unwahrscheinlich, da während seines Romaufenthalts Charles Le Brun (1676/77) und Charles Errard (1678) als principi der Accademia di San Luca vorstanden.79 Die Zaichnungen so woll von meiner aigenen als anderen Handten sollten sich nach der letztwilligen Verfügung von Lederwasch seine Maler-Brüder mit seiner Frau teilen.80 Dieser testamentarische Hinweis ist für die Provenienz des römischen Konvoluts der Handzeichnungen in der Universitätsbibliothek Salzburg von Inter­ esse, denn es ist nicht auszuschließen, dass Zeichnungen vor oder nach dem Tod seiner kinderlosen Witwe an die erzbischöfliche Hofbibliothek verkauft wurden. Ob diese Zeichnungen dann an Schrattenbachs Hofzeichnungsakademie oder Colloredos Malerakademie Verwendung fanden, kann derzeit nicht gesagt werden.81 Raubkopie Nicht nur Kopien einzelner Gemälde schienen dem Salzburger Klerus begehrenswert, sondern auch komplette Arrangements ganzer Galerien. Der Domdechant Wilhelm Freiherr von Fürstenberg (1623–1699) bat seinen mit Christina von Schweden

Detail aus dem Testament von Christoph Lederwasch über ­seine Kupferstiche und Handzeichnungen, 1705, Salzburger Landesarchiv, Hofratstestamente L5

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bekannten Bruder, von der abgedankten Königin die Erlaubnis zu erwirken, etliche Gemälde aus ihrer weltberühmten Galerie kopieren lassen zu dürfen. Außerdem wollte er ebenso wie die im Geschmack als unfehlbar geltende Königin von Ferdinand Voet (1639–1689) porträtiert werden.82 Doch es gab Fürsten, die darauf bedacht waren, die Exklusivität ihrer Sammlungen zu bewahren, und die daher keine Kopiergenehmigung erteilten. Großherzog Cosimo III. von Toskana soll nach einem Bericht aus der Mitte des 18. Jahrhunderts von einem „Bischof von Salzburg um 1690 ersucht worden sein, den Gesamtbestand der Künstler-Porträts durch einen gewissen Maler Puccini […] kopieren lassen zu dürfen. Cosimo III. lehnte das Ansuchen des Bischofs ab. Daraufhin begann der Bischof damit, Puccini ausländische Maler nach Florenz zuzusenden, die – zu Studienzwecken – jeweils 10 bis 12 Porträts kopierten, denn es war üblich, ausländischen Malern dies zu gestatten. Dies ging eine ganze Weile gut, bis dem Galeriedirektor auffiel, dass alle Maler, die einer nach dem anderen kamen, nie dasselbe Motiv wiederholten und dass alle Porträts in der gleichen Größe kopiert wurden, und teilte dies dem Großherzog mit, worauf dieser die Kopiergenehmigung für alle zurücknahm. Neunzig Gemälde jedoch waren bereits fertiggestellt und werden heute in Salzburg präsentiert.“83 Wegen der unpräzisen Zeitangabe des Berichts um 1690 kann nicht mit Gewissheit gesagt werden, ob sich der nachweislich an berühmten Kopien interessierte Fürsterzbischof Maximilian Gandolph (1668–1687) oder sein Nachfolger Johann Ernst Graf von Thun (1687–1709) mit dem Reproduktionsansuchen an Cosimo III. gewandt hatte. In den Gemälde­ inventaren der Salzburger Residenz werden die 90 Künstlerporträts nicht erwähnt. Allerdings könnte der Auftrag auch in rein privatem Interesse erfolgt sein, da die Erzbischöfe zwischen den landesfürstlichen und persönlichen Sammlungen streng zu unterscheiden pflegten. Ob diese ohne Zustimmung des Florentiner Großherzogs kopierten Gemälde später den Grundstock für die auf Schloss Leopoldskron präsentierten Künstlerporträts bildeten, lässt sich derzeit nur vermuten.84

Gabriel Ehinger (1652–1736) / Stecher, Ehrenpforte für Kardinal-Erzbischof ­Maximilian Gandolph Grafen von Kuenburg, aus: Porta honoris, Salzburg 1686, Universitätsbibliothek Salzburg

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von Kuenburg, der ein ausgeprägtes Interesse an Kopien nach berühmten Vorlagen besaß. Die Werke der großen Meister konnte oder wollte er sich nicht leisten, für ihn war allein die Bildkomposition entscheidend, welche er mit Kunstverstand und Kennerblick auszuwählen pflegte.88 Es zeigte sich überdies die große Bedeutung der römischen Accademia di San Luca als ein für die Salzburger Kunstentwicklung in der Zeit der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts prägendes Ausbildungszentrum mit Strahlkraft. Der bisher kaum beachtete Maler Christoph Lederwasch aus Tamsweg konnte für den Kulturtransfer aus Rom benannt werden. Er studierte in den 70er-Jahren des 17. Jahrhunderts in der Ewigen Stadt, als die Akademie unter der Leitung von Carlo Cesi, Charles Le Brun und Charles Errard sowie unter dem Einfluss von Carlo Maratta stand. Diese Erkenntnisse bieten einen neuen Ansatz für die Erforschung der Provenienz der römischen Handzeichnungen in der Universitätsbibliothek Salzburg.

Die Handzeichnung H 456r der Universitätsbibliothek Salzburg wurde bisher unter dem Titel „Christus erscheint einer Heiligen“ geführt,85 doch ist sie eine Kopie des Gemäldes „Die Ekstase der hl. Margherita da Cortona“ von Giovanni Lanfranco.86 Das Original, das heute in der Galleria Palatina des Palazzo Pitti in Florenz hängt, wurde 1622 für die Kirche Santa Maria Nuova in Cortona gemalt und gelangte später in den Besitz des Großherzogs Cosimo III. von Toskana, dessen Galerie die Salzburger Künstler heimlich zu kopieren hatten.87 Zusammenfassung Ausgehend von den Funden der Vorlagen für die Rosenkranzmedaillons und Passionsbilder im Sacellum ist es gelungen, die Bedeutung von Stichvorlagen, insbesondere der Rubensgraphik, im Salzburger Kunstschaffen zu zeigen. Die Suche nach den Auftraggebern führte zu dem Salzburger Fürsterzbischof Maximilian Gandolph Grafen

li. Giovanni Lanfranco (1582–1647), Die Ekstase der hl. Margherita da Cortona, 1622, Öl / Leinwand, 230,5 x 185 cm, Florenz, Palazzo Pitti, Galleria Palatina re. Unbekannter Künstler nach Giovanni Lanfranco (1582–1647), Die Ekstase der hl. Margherita da Cortona, 2. H. 17. Jh., Kreidezeichnung, 432 x 277 mm, Universitätsbibliothek Salzburg H 456r

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die Sitzgruft im sacellum

in der hinteren Südwest-Ecke wurde ein bemalter Holzsarg abgestellt. Zum Teil stark verwitterte Inschriftentafeln mit den Namen der sieben geistlichen und fünf weltlichen Toten markieren die Grabstätten, die zum Hochaltar hin ausgerichtet, rechts beginnend von vorne nach hinten besetzt wurden. Die Reihung der Toten entspricht allerdings nicht der Folge ihres Ablebens. Möglicherweise musste der weltliche Rechtsprofessor Christoph Bluemblacher, der als zweiter gestorben war, den Platz links in der ersten Reihe einem geistlichen Professor überlassen. Die lateinischen Texte der Inschriftentafeln dokumentieren im Wesentlichen die akademischen Ämterkarrieren: Während die geistlichen Professoren die fünf Klassen des Gymnasiums3 sowie Theologie, Philosophie und Kanonisches Recht unterrichteten, übernahmen die weltlichen Rechtsprofessoren die drei Lehrstühle der Institutionen, der Pandekten und des Codex, deren Bezeichnungen sich von antiken Rechtssammlungen herleiten. Da sie unterschiedlich hoch dotiert waren, strebte jeder Rechtsprofessor danach, die Berufung auf den bestbezahlten Lehrstuhl für den Codex zu erreichen.

Großes Erstaunen löste die Öffnung der Krypta und ihrer Grabkammern im Mai 1968 während der Restaurierung des Sacellums aus. Denn überrascht sah man, dass die Toten hier buchstäblich „beigesetzt“ worden waren. Obwohl die Gruft sofort ungewöhnlich großes Interesse der Öffentlichkeit erweckte, hat man sie ohne wissenschaftliche Dokumentation wieder geschlossen und nur in zwei Zeitungsartikeln darüber berichtet.1 Auf Initiative der Universitätsbibliothek Salzburg wurde­die Gruft für dieses Buch im Jahr 2013 erneut geöffnet und im Zeitraum vom 23. September bis zum 4. Oktober sorgfältig untersucht. Befund Erst im Zuge des Umbaus des Sacellums während des Rektorats von Alphons Stadelmayr begann man mit dem Ausheben einer Krypta. Das kann aus Dokumenten des Jahres 1664 geschlossen werden, die von der Erstbestattung in nova cryptâ, „in der neuen Krypta“, berichten. 2 Der Zugang befindet sich in der Mitte des vorderen Drittels des Sakralraums. Nach dem Heben des Gruftdeckels führt ein etwa 50 cm tiefer Einstiegsschacht in das Tonnengewölbe der Krypta, deren Scheitelhöhe bei 2,82 m liegt. Da keine Stufen gemauert wurden, ist für den Abstieg eine Leiter erforderlich. An den beiden Längsseiten des Mittelgangs, der 4,5 m in der Länge und 1,5 m in der Breite misst, befinden sich je sechs vermauerte Grabkammern,

li. Ansicht der Krypta unter dem Sacellum, Aufnahme: September 2013 re. Querschnitt der Krypta unter dem Sacellum, Vermessungsbüro Linsinger

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Reste seiner Kniebundhose gut erkennbar. Eine Nische für die Füße im Mauerwerk lässt darauf schließen, dass die Grabkammer an den Leichnam Ayblingers regelrecht angepasst wurde.

Die Inschriftentafeln sind entweder direkt an der Mauer oder an quadratischen Kanthölzern angebracht, die in Mauerfugen eingepasst bis in die Grabkammern reichen. Ungeklärt bleibt, ob diese Bohlen gelegentlich entfernt wurden, um den Verwesungszustand der Toten nachzuprüfen. Im Mauerwerk der Grabkammern von Marian Schwab (1664) und Joseph Adam Ayblinger (1722) sind deutlich die Spuren der Öffnung vom Mai 1968 erkennbar. Mit Zustimmung des Landeskonservatorats für Salzburg wurden 2013 neben den beiden bereits 1968 geöffneten Grabstätten auch die hintereinander liegenden Grabkammern von Volpert Motzel, Christoph Bluemb­lacher und Joachim Morsack untersucht. Als eine Kamerasonde nach dem Entfernen der Holzklötze in die Grabkammern geschoben wurde, bot sich in allen Kammern ein ähnliches Bild: In den roh verputzten und gekalkten Kammern wurden die Toten mit Blickrichtung zum Hochaltar auf gemauerte Bänke gesetzt, die 60 cm breit, 30 cm tief und 70 cm hoch waren. Da die Kirche nicht geostet ist, können die Verstorbenen entgegen der üblichen Vorstellung dem Herrn bei der Auferstehung nicht entgegenblicken. Stützbalken zwischen Brust und Mauerwerk fixierten die Toten in ihrer Sitzhaltung, doch wegen der hohen Luftfeuchtigkeit verwesten die Leichen über die Jahrhunderte, das Knochengerüst fiel in sich zusammen und die Kleidung verrottete teilweise. Obwohl zusätzlich der Kragen von Christoph Bluemblachers Kleidung an einem Balken im Mauerwerk befestigt worden war, fiel das Skelett des Oberkörpers im Lauf der Zeit aus seinem noch auf einem Haken hängenden Talar nach vorn. In allen Grabkammern lagen die Totenschädel auf dem Boden bei den Füßen, die Brustskelette waren in den Wandecken zusammengesunken und die Unterschenkelknochen lehnten zum Teil noch an den Sitzbänken. Bei Marian Schwab fiel das erstaunlich gut erhaltene Gebiss auf, bei Joseph Adam Ayblinger waren

Die Ausnahme bestätigt die Regel Obwohl bereits im Jahr 563 das Konzil von Braga ein Verbot für die Bestattung in Gotteshäusern ausgesprochen hatte4 und diese Bestimmung bis in das 18. Jahrhundert verschiedentlich erneuert wurde, entwickelten sich Kirchen zu Nekropolen mit unzähligen Gräbern. 5 Grund dafür war die Hoffnung auf den Schutz der Heiligen, der allerdings nur privilegierten Personen vorbehalten blieb. Ausnahmen galten zuerst für die Priesterschaft, weil ihr Körper in ganz besonderem Maße Tempel Christi und des Heiligen Geistes ist. Auch für Laien, die sich durch ihre adelige Großmut, ihre Handlungen und ihre mildtätigen Werke im Dienste Gottes und des Gemeinwesens ausgezeichnet haben, wurde das Verbot umgangen. So stellte die Beisetzung in der Kirche nicht zuletzt ein Zeichen des Ansehens und eine Auszeichnung dar.6 Ohne Zweifel galt die Bestattung im Sacellum der Benediktineruniversität Salzburg als besondere Ehre, die der Bewilligung von Ihr Magnificenz, also der Zustimmung des Rektors, bedurfte.7 So heißt es im Testament des Wolfgang Braumiller (1682), er habe den Begräbnisplatz im Sacellum vom Rektor auß Gnaden erlanget, und dafür tausent fältigen Dankh gesagt.8 Erst unter der Herrschaft des Erzbischofs Hieronymus Joseph Grafen von Colloredo wurde das Bestattungsverbot in den Kirchen des Fürsterzbistums durchgesetzt und am 16. April 1783 erging an den Rektor der Benediktineruniversität der Befehl, dass keine Leiche mehr in die hiesigen Kirchen, was immer für Namen sie haben möge, begraben werden solle.9

Blick in die geöffnete Sitzkammer von P. Marian Schwab OSB († 1664), Aufnahme: September 2013

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Hochaltar

1 P. Marian Schwab OSB († 11.6.1664)

3 P. Volpert Motzel OSB († 4.4.1679)

2 Christoph Bluemblacher († 2.11.1674)

Einstiegsschacht

5 P. Cölestin Hainz OSB († 18.10.1681)

6 P. Joachim Morsack OSB († 26.3.1686)

8 Ernst Friedrich von Someting († 7.9.1697)

7 Rupert Streicher († 5.3.1687)

10 P. Otto Aicher OSB († 18.1.1705)

9 P. Leonhard Fessenmayr OSB († 23.3.1700)

12 Joseph Adam Ayblinger († 21.12.1722)

11 Johann Georg von Tach († 29.9.1709)

13 Sarg von Joseph Hermenegild Herberger († 22.2.1775)

Grabkammern mit gemauerten Sitzbänken

4 P. Otto Guzinger OSB († 13.10.1679)

Portal zur Hofstallgasse

ursprüngliche Bausubstanz später gemauerte Trennwand

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Rechte Längsseite der Krypta

li. Sterbliche Überreste von P. Marian Schwab († 1664) re. Sterbliche Überreste von Joseph Adam Ayblinger († 1722)

Linke Längsseite der Krypta

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Das Schweigen der Quellen Jene Quellen, die über die Begräbnisse im Sacellum berichten, enthalten keinerlei Hinweise, dass die Toten­ sitzend bestattet wurden. In Matriken und Fakultätsprotokollen ist schlicht von sepultus, „begraben“, die Rede. Obwohl Rupert Streicher sicherlich von der Beschaffenheit des Krypta als Sitzgruft wusste, verfügte er in seinem Testament unpräzise, er wünsche im Sacello­in die Gruft gelögt zu werdten. Selbst der Salzburger Totengräber Hieronymus Leitner († 1700), dessen ­Beschreibungs Buch aus diesem Zeitraum im Archiv der Erzabtei St. Peter erhalten ist,10 berichtet über die erste Sitzbestattung im Sacellum lediglich: Aõ 1664 . Den 13. tag Junÿ. alß ich den Wolerwürdig und Hochgelerten Herrn Pater Marian seel: in dem Frauengarten in die Neüerpaute Kürchen in die Grufft hinunder gelegt habe, mit gehilffen dreÿer Männer, ist die gehabte bemieheung mir bezalt worden 2 fl. Und bei der zweiten Erwähnung dieses Begräbnisses scheint Leitner nur erwähnenswert, dass Unß von Ihro Magnificenz Herrn P: Rectore […] 2 Viertl Wein ausgegeben worden sind.11 Immerhin geht aus der Notiz hervor, dass vier Männer erforderlich waren, um einen Toten in der Gruft beizusetzen. Für die im Sacellum bestatteten geistlichen Lehrer sind sogenannte Rotelbriefe erhalten, die ausgesendet wurden, um den konföderierten Benediktinerklöstern den Tod eines Professors anzuzeigen und um ihr Gebet zu bitten.12 Doch auch sie erwähnen die sitzende Bestattung mit keinem Wort. Nur in dem Rotelbrief für Otto Aicher spielt die Wendung cathedra in tetram sepulchri casam versa auf die antike Vorstellung vom Grab als dem letzten Haus des Toten an.13 Merkwürdig, dass soviele Quellen die sitzende Beisetzung völlig verschweigen. Könnte die sitzende Bestattungsform damals derart alltäglich gewesen sein, dass sie nicht weiter erwähnenswert war? Darauf gibt es derzeit keine Antwort. Erst 1813 notierte Franz Xaver Weilmeyr über das Sacellum, dass hier in eigener Gruft die Professoren begraben, eigentlich sitzend in Blenden beygesetzt wurden.14

Der feine Unterschied Matriken, Testamente und Fakultätsprotokolle überliefern neben 13 Bestattungen in der Krypta des Sacellums mindestens vier weitere Begräbnisse. Tatsächlich ist vom Eingang aus im ersten Drittel des Kirchenraums eine zweite, mittig gesetzte Grabplatte eingelassen, die durch das Epitaph des Universitätsprofessors Joseph Bernhard Gletle bezeichnet ist. Bohrungen, sowohl von der Krypta aus, als auch am Rand der Grabplatte, zeigten, dass sich hier kein zweiter Hohlraum sondern ein Erdgrab befindet. Die unmittelbare Nähe zum Altar und die limitierte­ Zahl von zwölf Grabkammern machten die Sitz­gruft gegenüber dem Erdgrab zum exklusiveren Begräbnisplatz, was dazu führte, dass die Rektoren den Wunsch einiger Professoren nach einer Bestattung in der Sitz­ gruft ablehnen mussten. Ihnen konnte als Ersatz ein Erdgrab angeboten werden. Mancher hatte möglicherweise den persönlichen Wunsch, lieber liegend als sitzend Ruhe zu finden, aber es fanden sich durchaus Gründe, die eine Bestattung in der Sitzgruft ausschlossen: Wolfgang Braumiller war nicht Professor, sondern Pedell; der junge Baron Schifer war zwar von Stand, doch hatte er sich keinerlei Verdienste um die Universität erworben; der Rechtsprofessor Johann Balthasar­ Braun wünschte, dass nach khönfftigen ­ ableiben ­meiner liebsten Confrauen auch dero Cörper beÿ mir under einem khleinen Grabsteinlein beÿgesezt werden sollte,15 allerdings scheint die Sitzgruft – vielleicht aus Rücksicht auf die geistlichen Professoren – einer reinen Männerrunde vorbehalten gewesen zu sein; und Joseph Bernhard Gletle schließlich konnte zwar auf internationales Renommée verweisen, doch hat er möglicherweise­mit seiner skandalösen Kritik am ­K irchenbesitz den Sitzplatz verwirkt.16 Die Trendwende von 1707 Von Beginn an gab es Professoren, die in einem anderen Sakralraum als dem Sacellum ihre letzte Ruhestätte finden wollten. Gemeinsam mit seiner zweiten Gemahlin wollte Hermann Hermes in der Stiftskirche von

Kolumbariengruft der Universitätsprofessoren, Salzburg, Universitätskirche, Aufnahme: April 2013

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sah. Lange Zeit scheint die Kolumbariengruft geistlichen Professoren vorbehalten gewesen zu sein, denn im Unterschied zum Sacellum gab es hier nur eine einzige weltliche Bestattung (Johann Heinrich Drimel, † 1770).20 Während weniger Jahre erfolgten Bestattungen sowohl im Sacellum als auch in der Universitätskirche. In dem Zeitraum von 1664 bis 1722 wurden zwölf Personen im Sacellum sitzend bestattet, den letzten „Sitzplatz“ erhielt der weltliche Rechtsprofessor Joseph Adam ­Ayblinger. Ein letztes Mal öffnete man die Gruft 1775, als der Notar Joseph Hermenegild Herberger in einem bemalten Holzsarg hier seine letzte Ruhestätte fand.

St. Peter ruhen, wo bis heute ihr Epitaph an prominenter Stelle im Presbyterium erhalten ist.17 Noch vor dem Bau der Sitzgruft im Sacellum hatten der geistliche Professor P. Joseph Burger im Kreuzgang und Rektor Matthäus Weiss in der Veitskapelle von St. Peter ihre letzte Ruhestätte gefunden.18 Mit der Vollendung der Universitätskirche (1707) war ein neuer, attraktiver Begräbnisplatz geschaffen. Allerdings schloss die geräumige Kolumbariengruft unter der Universitätskirche eine sitzende Bestattung aus.19 Die Särge wurden in dafür vorgesehene Nischen geschoben, die man dann zumauerte und mit Inschriftentafeln ver-

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Die Suche nach dem Sinn Konkrete Informationen zur Konzeption der Sitzgruft in der Krypta des Sacellums liegen nicht vor, daher ist man auf andere zeitgenössische Quellen angewiesen, um diese Bestattungsform im Barockzeitalter zu deuten. Angesichts von Sitzgräbern stellen Leichenpredigten aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts die Frage: Was mag doch dessen Ursach gewest seyn? Der Kapuzinerprediger Lucianus Montifontanus nahm als Ausgangspunkt seiner einschlägigen Erörterungen den weitverbreiteten Bibelkommentar des Alonso Fernández de Madrigal († 1455), der vermutete, dass Abraham, nach Gebrauch anderer Völcker, die Begräbnus also geordnet habe, daß die Todte weder gestellet, noch gelegt wurden. Cadavera sepeliebantur sedentia in Cathedra. Die Todte wurden damahl eygentlich beygesetzt, dann sie sitzend, wie in einem Sessel, begraben wurden.

Dann setzt der Prediger fort: Ich vermeyne, der uralte Clemens Alexandrinus gebe dessen Bericht, indem er die Gräber nennet Gymnasium mortis. Ein Schul des Todts. Wahrhafftig seynd die Gräber ein Schul, darinn der Todt die wahre Weisheit uns Menschen fürlieset: Disce mori. Lerne zu sterben. 21 Auf den Punkt bringt der Wiener Franziskanerpater Serenus Schatter († 1740)22 die Interpretation der Sitzbestattung im Jahr 1728: deswegen seyn vor Zeiten die Todte in ihren Gräbern gesessen, wie anjetzo die Professores sitzen auf ihren Cantzlen: Cadavera sepeliebantur sedentia tanquam in cathedra, spricht Abulensis [Alonso Fernández de Madrigal], die todten Cörper wurden sitzend begraben, wie auf einer Cantzel, dardurch anzudeuten, wasgestalten der Tod und die Todte beste Lehrmeister seyn. 23 Ursprung in der Antike? Bereits im Totenkult der Antike kam der cathedra große Bedeutung zu, was Funde von Monumental­ sitzen aus dem 3. Jahrhundert in den frühchristlichen Katakomben von Rom belegen. Die Forschung heute geht davon aus, dass sie als Sitz der zum Totenmahl zu rufenden Verstorbenen gedacht waren. 24 Ungewiss bleibt, ob man sich die Verstorbenen auf dem Sessel sitzend bloß dachte oder ob man sie tatsächlich auf die cathedrae setzte. Für beide Überlegungen gibt es Traditionslinien: Bei der historisch gut belegten Kathedra­ setzung von Bischofsleichen wurden bis in die Frühe Neuzeit die Toten während des Begräbnisses tatsächlich sitzend aufgebahrt. 25 Andererseits spricht eine alte Klostertradition der Beuroner Kongregation für die bildliche Variante, nach der man sich den Toten auf der cathedra nur vorstellte: Nach dem Tode eines Mönches bleibt sein Platz im Refektorium noch 30 Tage lang unbenutzt. Wie bisher werden Speise und Trank dort aufgetragen. Nachher verteilt man alles an die Armen; er sitzt nach Vorstellung seiner Mitbrüder unter ihnen und hält mit ihnen Mahl. 26

Titelkupfer, aus: Paolo Aringhi, Roma subterranea novissima, Rom 1651, Universitätsbibliothek Salzburg, Sign. 86.209 III

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Die frühchristlichen Katakomben in Rom wurden erst 1593 von Antonio Bosio (um 1575–1629) wiederentdeckt und erforscht. In der zweibändigen, reich bebilderten Roma subterranea novissima, publiziert 1651 von Paolo Aringhi (1600–1676), werden Beispiele für die cathedrae in frühchristlichen Katakomben präsentiert.27 Wie das Exlibris verrät, befand sich das Werk zuerst im Besitz des Fürstbischofs von Chiemsee, Franz Vigil Grafen von Spaur, der das Sacellum 1663 einweihte, und kam danach in die Hofbibliothek der Salzburger Erzbischöfe. 28

Erwiesenermaßen kannte zumindest der Salzburger Benediktinerprofessor P. Roman Müller aus dem Kloster Seeon, der die Rosenkranz-Bruderschaft mitbegründete und Prokanzler (Vizerektor) der Universität zur Zeit des Baus der Sitzgruft war, die römischen Katakomben. Er hatte 1622–1624 am Collegium Germanicum in Rom studiert29 und offensichtlich noch zu Lebzeiten von Antonio Bosio die Katakomben besucht, denn Müller brachte die Reliquien des Katakombenheiligen Rogatus nach Seeon, wo sie heute noch in der Stiftskirche zu sehen sind.30

Grabkammer mit gemauerten Stühlen im Coemeterium S. Agnetis an der Via ­Nomentana in Rom, aus: Paolo Aringhi, Roma subterranea novissima, Rom 1651, Bd. 2, S. 179, Universitätsbibliothek Salzburg, Sign. 86.209 III

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Weitere Sitzbestattungen Überlieferungen von Sitzbestattungen für zahlreiche berühmte Persönlichkeiten müssen meist in das Reich der Legende verwiesen werden. Der Lütticher Jean Desprez, genannt d’Outremeuse (1328–1399), versichert, dem römischen Dichter Vergil sei vor dem Ableben die christliche Wahrheit offenbart worden: Kurz vor seinem Tod legt Vergil das Glaubensbekenntnis ab, schreibt schnell ein Buch über die christliche Lehre und lässt sich provisorisch taufen. Schließlich macht er sich zum Sterben bereit, indem er ein theologisches Buch vornimmt und sich auf einen prächtigen Stuhl setzt, in welchem er mit eigener Hand alle Begebenheiten des neuen Testaments von der Verkündigung bis zur Himmelfahrt eingemeißelt hatte. Und so blieb er sitzen mit dem Anscheine des Lebens, bis der hl. Paulus kam und ihn beim Mantel zupfte, worauf Vergil in Asche zerfiel. Der Apostel fing nun an, bitterlich zu weinen, weil er vermutete, Vergil sei als Heide gestorben, allein er kam zu seinem Troste bald von seinem Irrtum zurück, da er das Buch erblickte, welches der Dichter hinterlassen hatte.31 Ebenso scheint es die überlieferten Sitzbestattungen von Karl dem Großen († 814) und Bischof Sigismund von Halberstadt († 923) nicht gegeben zu haben. 32 Eine heute widerlegte Legende berichtet, auch der Salzburger Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau sei sitzend in der Gruft der Gabrielskapelle mit den Bauplänen in der Hand bestattet worden.33 Könnte es sich um eine Verwechslung mit der Sitzgruft der Professoren im Sacellum handeln? Anderen wurde die erstrebte Sitzbestattung nicht gewährt: Vincenzo Gonzaga, Mäzen von Rubens und Monteverdi, verfügte in seinem Testament, dass er nicht liegend in hölzernem Sarg, sondern sitzend auf einem Marmorthron bestattet werden wolle. Doch als er 1612 starb, wurde er entgegen seinem Wunsch in einem Holzsarg liegend begraben. 34 Tatsächlich auf einem Stuhl sitzend bestattet wurde dagegen Georg Reinhard von Ortenburg 1679 in Passau. 35

Bei sitzend und stehend bestatteten Toten kommt es in einigen Grabanlagen mit besonderen klimatischen Bedingungen zur natürlichen Mumifizierung. Dafür berühmt sind die Krypta der Kapuzinerkirche Santa ­Maria della Concezione in Rom und die Krypta in der Kirche von Santa Maria della Pace in Palermo, die bis zum heutigen Tag besichtigt werden können.36 Auf der kleinen Felseninsel Castello Aragonese an der Ostseite von Ischia wurden die Nonnen des Klarissenklosters über Jahrhunderte sitzend auf Steinstühlen begraben, 37 die unverkennbar an die cathedrae in den christlichen Katakomben erinnern. Die Krypta im Sacellum könnte als Vorbild für die um 1681 angelegten Sitzgrüfte unter dem Presbyterium der Stiftskirche Benediktbeuren gedient haben, da dieses Stift zu den Klöstern zählte, die für den Erhalt der Salzburger Benediktineruniversität sorgten. Dafür spricht die Bestattungspraxis, die einerseits die Ausrichtung zum Altar hin und andererseits eine Fixierung der Toten mit stützenden Holzpflöcken vorsah. Allerdings waren in Benediktbeuren die Sitzbänke länger – bis zu drei Tote saßen, getrennt durch dünne Trennmauern, nebeneinander auf einer Bank – und die Anlage war wesentlich größer. Allein die Mittelgruft bot 24 Toten Platz, war also doppelt so groß wie die Salzburger Sitzgruft.38 Neben der sitzenden Bestattung von „Normalsterblichen“ sind abschließend die kunstvollen Reliquiare von Heiligen in Sitzposition zu erwähnen. Der barocke Reliquienkult inszenierte aus den Gebeinen römischer Märtyrer beeindruckende Kunstwerke des ­Todes, besonders prunkvoll der hl. Deodatus in Rheinau (Schweiz) und der hl. Felix in Gars / Inn. Auch unweit der Stadt Salzburg kann in der Kirche eines Klosters, das vormals mit der Benediktineruniversität eng verbunden war, ein Sitzreliquiar bewundert werden: Im Hochaltar der Stiftskirche Mondsee fand 1745 der selige Abt und Märtyrer Konrad († 1145) seine letzte, weithin sichtbare Ruhestätte. 39

Reliquienschrein des seligen Abtes und Märtyrers Konrad († 1145), Mondsee, Basilika St. Michael

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totentafel

Bestattungen in der Krypta In den 12 Sitzkammern P. M arian Schwab OSB, Stift Scheyern, † 11.6.1664 Professor der Rudimentisten- und Grammatikklasse am Gymnasium, Professor für Philosophie und Theologie Christoph Bluemblacher, Salzburg, † 2.11.1674 Professor der Institutionen und Pandekten P. Volpert Motzel OSB, Stift Scheyern, † 4.4.1679 Professor der Poetik- und Rhetoriklasse am Gymnasium, Professor für Kanonisches Recht P. Otto Guzinger OSB, Stift Seeon, † 13.10.1679 Professor der Poetik- und Rhetorikklasse am Gymnasium, Professor für Ethik Pater comicus, Universitätssekretär P. Cölestin H ainz OSB, Stift Vornbach/Inn, † 18.10.1681 Professor der Rudimentisten-, Grammatik- und Syntaxklasse am Gymnasium P. Joachim Morsack OSB, Stift Zwiefalten, † 26.3.1686 Professor für Philosophie Rupert Streicher, Salzburg, † 5.3.1687 Stadtarzt Ernst Friedrich von Someting, Linz, † 7.9.1697 Professor der Pandekten und des Codex P. Leonard Fessenmayr OSB, Stift St. Ulrich und Afra in Augsburg, † 23.3.1700 Prior seines Stifts, Fastenprediger in Salzburg P. Otto A icher OSB, Stift St. Veit/Rott, † 18.1.1705 Professor der Syntax-, Poetik- und Rhetorikklasse am Gymnasium, Professor für Ethik und Mathematik Pater comicus, Universitätssekretär, Universitäts- und Hofbibliothekar Johann Georg von Tach, Zell am See, † 29.9.1709 Universitätsnotar Joseph A dam Ayblinger, Augsburg, † 21.12.1722 Professor der Institutionen und der Pandekten Im Holzsarg Joseph Hermenegild Herberger, Dietenheim, † 22.2.1775 Universitätsnotar Erdbestattungen im Sakralraum Wolfgang Braumiller, Augsburg, † 2.3.1683 Universitätspedell, Schauspielstar Johann Balthasar Braun, Amöneburg, † 4.11.1688 Professor der Institutionen, Pandekten und des Codex Dietmar A nton M artin Freiherr von Schifer, Eferding, † 27.2.1694 Student Joseph Bernhard Gletle, Augsburg, † 27.7.1696 Professor der Pandekten und des Codex

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P. MARIANVUS SCHWAB / ex Schyrensi […] SS. Theo: / logiæ Doctor […] „P. Marian Schwab aus Scheyern […] der hochheiligen Theologie Doktor […]“

1664 – P. Marian Schwab OSB Marian Schwab aus Landsberg am Lech kam nach dem Eintritt in das Benediktinerstift Scheyern zum Philosophiestudium nach Salzburg. Als Jahrgangsbester schloss er das Studium als Baccalaureus am 29. August 16281 und am 8. November 1629 als Magister ab. 2 Unter dem Vorsitz seines Lehrers P. Jakob Molitor, dem späteren Prior der Stifte Michaelbeuern und Ottobeuren, 3 verteidigte er Thesen, deren Drucklegung seinem Abt gewidmet wurde.4 Ein vierjähriges Theologiestudium folgte und schließlich empfing Schwab am Pfingstsonntag, dem 15. Mai 1633, die Priesterweihe. 5 Noch im selben Jahr begann er seine Lehrtätigkeit am Akademischen Gymnasium, an dem er zuerst in der Rudimentisten-, dann in der Grammatikklasse unterrichtete.6 Er verwendete das Lehrbuch des Jesuiten Emanuel Alvarez, las mit den Schülern ausgewählte Briefe von Cicero und begann zudem noch mit den Grundzügen des Griechischen.7 Anschließend lehrte er Philosophie an der Universität, am 30. Juni 1636 schlossen die ersten 42 seiner Studenten mit dem Baccalaureat ab.8 Der weitere Unterricht wurde durch eine Pestwelle jäh unterbrochen,9 in der sich ein Kapuzinerpater namens Jakob als Retter des

Vaterlandes und Befreier der Stadt bewährte: Ohne Widerspruch erhielt er auf sein Verlangen alles, der Hof und die Stadt gehorchten ihm. Das Lazarett betrat er von einem Stab der Chirurgen begleitet, sah sich die Wunden der Kranken an, ließ Pflaster, wie er es für nötig hielt, wegnehmen, auflegen, ändern usw. So wurde er nicht bloß als Seelenarzt, sondern auch als Leibesarzt gerühmt, während doch ebenso viele, wenn nicht mehr unter seinem „Regime“ (denn er „regierte“ mit Machtfülle alle Angelegenheiten des Lazaretts) starben.10 Seinen Philosophiekurs konnte Schwab wegen der Seuche erst im Studienjahr 1637/38 fortführen. Bei der Prüfung zum Magisterium am 19. Mai 1638 war seine Klasse auf 23 Kandidaten dezimiert. Von Schwabs Studenten überlebten etwa Ulrich Freyberger, der spätere Prior von St. Peter, und Marcellus Islinger, der spätere Salzburger Domorganist, die Pest. Ganz im Zeichen der schrecklichen Ereignisse stand wohl eine von Schwabs Prüfungsfragen: „Ob alle vom Glück Begünstigten glücklich sind?“11 Für einige Jahre leitete Schwab das Religiosenkonvikt und übernahm 1643 nach der Wahl Placidus Buechauers zum Abt des Stifts Kremsmünster dessen laufenden Philosophiekurs, den

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Benediktinerstift Scheyern, aus: Chronicon Schirense, Strassburg 1616, Universitätsbibliothek Salzburg, Sign. 160.069 I

er 1644 zum Abschluss führte.12 Als großer Bewunderer des griechischen Philosophen Aristoteles wusste er dessen Lehre beredt zu verteidigen.13 Nach der Promotion zum Doktor der Theologie lehrte er ab 1644 für zehn Studienjahre Theologie. Aus dieser Zeit sind an der Universitätsbibliothek Salzburg zwei Mitschriften zu Vorlesungen über die Dreifaltigkeit und über Engel erhalten.14 Schwab, der wiederholt der Theologischen Fakultät als Dekan vorstand,15 wurde auch als Prediger gefeiert und vom Erzbischof mit dem Ratsdiplom ausgezeichnet. Nach diesem Jahrzehnt intensiver Lehrtätigkeit ging Schwab als Subprior in sein Kloster zurück. Im Jahr 1662 erfolgte erneut der Ruf des überaus fleißigen Professors auf die Lehrkanzel der Theologie nach Salzburg, jedoch begann sich allzu

bald sein bevorstehendes Ende abzuzeichnen: „Deswegen trug er schon in vielen Jahren zuvor eine Blässe im Gesicht. Er war ein abgemagerter Mann, weil er bei keinen Mühen jemals errötete. Gleichsam mit dem aufgesetzten Efeukranz [des Dichters] bekundete er, dass er, soweit es ihm Freude machte, über den Büchern erblasste. Aber der Mann war stark wie eine alte Eiche, weil er nicht mit einem Schlag fiel. Daher wurde Marian durch Fieber, Galle und Hustenanfälle zu Fall gebracht.“16 Marian Schwab starb am 11. Juni 1664 und wurde am 13. Juni als erster „in der neuen Krypta“ des Sacellums beigesetzt.17 Ein Anschlag auf dem „Schwarzen Brett“ verpflichtete alle Studenten, dem verdienten Professor das letzte Geleit zu geben.18

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PRÆNOB: STRENVVS AC CONSVLTISS: D: / CHRISTOPHORVS BLVEMBLACHER J. V. D. DIGESTORVM / PROFESSOR, CONSIL. AVLIC9 &C. CAMERÆ PROCVRATOR / DE RE LITTERARIA PER PLVRIMOS ANNOS MERI: / TISSIMVS VTI COR VIVVS, ITA MORTVVS / INTER RELIGIOSOS PROFESSORES / CORPVS POSVIT ANNO / D: 1674 .3. NOVEMB. „Der hochedle, gestrenge und hocherfahrene Herr Christoph Bluemblacher, beider Rechte Doktor, der Digesten Professor, Hofrat usw. Kammerprokurator, um das Schrifttum durch sehr viele Jahre hochverdient, hat so wie im Leben das Herz, so auch im Tode den Leib unter die geistlichen Professoren gesetzt im Jahre des Herrn 1674 am 3. November.“

1674 – Christoph Bluemblacher Christoph Bluemblacher wurde am 17. Februar 1624 im Salzburger Dom getauft.1 Seine Eltern waren Johann Bluemblacher und Anna Wirth, die am 7. Februar 1620 geheiratet hatten. 2 Er besuchte das Gymnasium seiner Heimatstadt und studierte anschließend an der Benediktineruniversität Philosophie bei P. Wilibald Lendin aus dem Stift Ochsenhausen. Dieses für alle Studenten verpflichtende Studium schloss er am 8. Juli 1642 mit dem Baccalaureat3 und am 14. Oktober 1643 mit dem Magisterium ab.4 In den Bestenlisten seines Jahrganges war er der sechste Baccalaureus von 30 Kandidaten und der zwölfte Magister von 29 ausgezeichneten Studenten. Möglicherweise wollte Bluemblacher zunächst Priester werden, denn erst nach zwei Jahren Theologie studierte er vier Jahre beide Rechte. Im Oktober 1648 verteidigte er seine Abschlussthesen unter dem Vorsitz von P. Ägidius Ranbeck. Die Drucklegung der Thesen, mit denen er das Lizentiat beider Rechte erwarb, widmete er dem einflussreichen Geheimen Rat und Kammerdirektor ­Johann Freiherrn von Plaz, dessen Sohn er als Nachhilfelehrer betreute. 5 Bluemblacher begann seine Karriere 1648 als Hofgerichtsadvokat und schon zwei Jahre später wurde ihm die Hofkammerregistratur anvertraut.6 Die Trauzeu-

gen bei seiner Hochzeit am 26. April 1651 mit Dorothea Greinwald aus Berchtesgaden waren der Hof­ apotheker Christoph Mayr und der Kaufmann Johann Wilhelm Roth sowie der Hofkammerrat Emmeram Friedrich Ritz zu Grueb, ein Großneffe der Salome Alt.7 Aus Bluemblachers Ehe gingen vier Kinder hervor. Die Familie bewohnte das Haus Kranzlmarkt Nr. 3.8 Wohl beeinflusst vom Freiherrn von Plaz förderte Fürst­ erzbischof Guidobald Graf von Thun in den folgenden Jahren die Karriere Bluemblachers kontinuierlich: 1655 ernannte er ihn zum Hofkammerprokurator und verlieh ihm gleichzeitig den Hofratstitel.9 Zwei Jahre später unterzeichnete er die Berufungsurkunde des mittlerweile promovierten Bluemblachers zum Universitätsprofessor der Institutionen.10 Der Dienstvertrag, datiert vom 3. November 1657, verpflichtete den angehenden Professor zu Fleiß, Gehorsam, Verschwiegenheit und dass er niergent anderstwo Dienst annemmen werde. Sein Jahresgehalt von 400 fl. wurde ihm vierteljährlich ausbezahlt. Sofern es seine universitären Aufgaben nicht beeinträchtigte, war ihm gestattet, Privatunterricht zu erteilen und gegen Bezahlung Rechts­expertisen zu verfassen. Sollte er seinem Dienst widriger Leibzuständte halber nicht nachkommen können, hatte er keine Gehaltsabzüge zu befürchten.11

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Bestellung der Rechtsprofessoren Franz Matthias von May und Christoph Bluemblacher mit eigenhändiger Unterschrift Fürsterz­bischofs Guidobald Grafen von Thun, 1657, Universitätsarchiv Salzburg, A 7.1

Sein Nebenerwerbsrecht nützte Bluemblacher ausgiebig. Sobald er sich als Professor eingearbeitet hatte, übernahm er ab 1667 erneut die Hofkammerprokuratur und besuchte ab 1670 regelmäßig die Hofrats­ sitzungen.12 Abt Amand Pachler hatte ihn schon zuvor mit einem Jahreslohn von 20 fl. als Anwalt des Stifts­ St. Peter verpflichtet.13 Vornehme Studenten, die er bei sich einquartierte, waren eine weitere einträgliche Einnahmequelle, die aber gelegentlich unliebsame Folgen nach sich zog. So geriet Bluemblacher gehörig in Verlegenheit, als sein Pflegsohn Martin Benedikt Wöss 1659 mit der Dienstmagd Barbara Schmidingerin ein uneheliches Kind zeugte. Der Großonkel des Studenten, der einflussreiche Abt Martin Greysing von Schlägl, hätte sich von einem Universitätsprofessor wohl eine strengere Aufsicht erwartet. Nach der üblichen Haftstrafe wurde der junge „Übeltäter“ von der Universität entfernt und zu den Soldaten geschickt. Bluemblacher schloss im Auftrag des Abtes mit der jungen Mutter einen Versorgungsvertrag für das Kind. Die Universität zog aber gleich von dem aus Schlägl geschickten Geld die gewohnliche 5. fl khindtsstraff ab und auch der Pedell forderte davon das noch ausständige kheichengeld für die Gefängnisstrafe

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des Kindesvaters ein, sodass nur eine geringe Summe übrig blieb. Als die Schmidingerin obendrein einen Teil des Geldes für gefälscht hielt, sandte sie die falschen Zinnerne Taller kurzerhand wieder nach Schlägl zurück. Erst als sie dem Abt drohte, nach Schlägl zu kommen und ihm das Kind vor die Thür zuelegen, kam die resolute Kindesmutter endlich zu ihrem Recht.14 Schwierigkeiten hatte Bluemblacher zudem mit einem Mündel des Abtes Placidus Hieber von Lambach, da dieser Student sich dergestalt verhalten, daß es wol besser sein hette khönnen. Wenn ihm der Abt nun das reiten und fechten lehrnen lassen wolle, werde er wiederumben gar ein guete excusation [Entschuldigung] haben, wann man beÿ ihm ein nachlessigkeit im Studirn verspüret.15 Trotz allem blieb der Abt ein Förderer des Professors, wie dem aufschlussreichen Briefwechsel zu entnehmen ist. Im Jahr 1661 bat Bluemblacher den Abt um Hilfe für sein neues Publikationsprojekt, einen Traktat zum Erbrecht, der im truckh sich auf die zwainzig pögen belauffen möchte und den er den oberösterreichischen Landständen widmen wollte. Mit Hilfe des Abtes, der ihm schon oft grosse gnaden und guethaten erwiesen habe, hoffte Bluemblacher bei seiner vorhabenten Dedication khain repulsam [Zurück-

Abt Martin Greysing (1592–1665), Öl / Leinwand, Stift Schlägl

weisung] zu erleiden, auch weil er mit dem truckhen beraith einen anfang habe machen lassen.16 Die Widmung wurde mit Hilfe der einflussreichen Protektion tatsächlich wunschgemäß angenommen.17 Als das Erzbistum Salzburg Anton Hermes, den Sohn des Rechtsprofessors Hermann Hermes, als Assessor zum Kammergericht nach Speyer entsandte, schrieb der Markgraf von Baden an den Erzbischof, dass der neue Assessor sein sach etwa wol verstehen möge, allain scheine derselb noch iung zu sein. So stellte man ihm den Rechtsprofessor Franz Matthias von May zur Seite. An der Universität wurde dadurch der Lehrstuhl für die Pandekten frei. Abermals erbat Bluemblacher die Protektion von Abt Placidus,18 da er ihn als seinen ainzigen allerwerthisten Patron betrachtete, dem er zum Jahreswechsel 1670/1671 ein glickseeliges freidenreiches neues iahr […] von innerstem, redlichen, und teütschen Herzen wünschte.19 Als Bluemblacher im Herbst 1671 tatsächlich Professor der Pandekten wurde, 20 bedankte er sich beim Abt überschwänglich und versprach, daß sowol ich alß alle meine Khinder solch höchster guethat die Zeit unseres lebens mit dankhbarstem gemüeth eingedenkh und in ermanglung aller anderen Verdienungsgelegenheit, mit un-

serm gebet zu demerirn [verdienen] und zuvergelten geflissen sein werden. 21 Als Jurist beschäftigte sich Bluemblacher nicht nur in der Theorie mit seinem Fach, sondern nahm auch auf zahlreiche Urteile des Hofgerichts praktischen Einfluss und verfasste etliche Gutachten. Wie die Rektoratsprotokolle überliefern, trat er wiederholt selbst als streitbarer Kläger auf. So richtete er 1659 folgende Anzeige an den Rektor: Der Stephan Ulrich, der diebische und feindtseelige gesöll, habe den Hauslehrer seines kleinen Sohnes Hundtstaschen genannt und tätlich angegriffen. Es sei auch für ihn eine Schande, wenn nun ein solch übel zuegerichter und zerschlagener Hauslehrer mit seinem Biebel über offne gassen und in die Kirchen gehen müsse. Er bat daher, den Übeltäter abzustrafen und ihm wegen der Belaidigung einen scharfen Verweis zu erteilen. 22 Von Bluemblachers zahlreichen Werken ist das bedeutendste der Kommentar zur Constitutio Criminalis

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li. Abt Placidus Hieber (1615–1673), Öl /Leinwand, Stift Lambach re. Epitaph des Rechtsprofessors Christoph Bluemblacher, 1674, Salzburg, Altes Studiengebäude, Sacellum

seiner Grabkammer überliefert den 3. November als seinen Begräbnistag. Sein ältester Sohn ließ ihm ein Epitaph unter der Orgel­ empore des Sacellums setzen. Der rechteckige Inschriftenstein mit einem profilierten Rotmarmor-Rahmen wird von einem reliefierten Wappen in barocker Kartusche bekrönt. Der lateinische Text spielt in origineller Weise mit Bluemblachers Nachnamen, der nach dem antiken Sprichwort Nomen est omen eine Vorbedeutung für das Wesen seines Trägers hatte. 29 Die Übersetzung des lateinischen Textes lautet: „Der Mensch geht wie eine Blume auf und verwelkt (Iob 14, 2). Betrauere, Wanderer, unter diesem Grab die jetzt verdorrte Blume; ihres Lachens Nektar kosteten viele Bienen, deren Honig weithin über den Staat verbreitet wurde. Es verdorrt hier der edle Mann, der Rechtsgelehrte Christoph Bluemblacher. Sowohl in der Praxis als auch in der Theorie ganz ausgezeichnet, setzte er das, was er am Lehrstuhl 17 Jahre als Öffentlicher Professor lehrte und in gedruckten Büchern der Nachwelt hinterließ, am Gerichtsplatz in praktische Anwendung um, des erhabensten und hochwürdigsten Fürsterzbischofs von Salzburg wirklicher Hofrat und Kammerprokurator; von ungebrochener Treue, unermüdlicher Arbeit, heißem Schweiß an einem heißen Tag Allerseelen aufgerieben, hörte er der Erde zu nützen auf und suchte ausgedient den Himmelsgarten auf im November im Jahre 1674, seinem 51. Lebensjahr. Nach der Führung des Vaters zu den teuren Manen hin sehnt sich seufzend der dankbare Sohn Christoph Ludwig Bluemblacher, beider Rechte Doktor.“30

Carolina, der die Grundlage der territorialen Strafrechtspflege in Salzburg bis zur Säkularisation bildete. 23 Wegen seiner hohen Praxisnähe viel gelobt erschien das Werk in sieben Auflagen, zuletzt 1752. 24 Auf Befehl des Erzbischofs Maximilian Gandolph Grafen von Kuenburg erhielt Bluemblacher für dieses Werk ein Gnadengeschenk von 100 Reichsthalern aus der Landschaftscasse. 25 Bluemblacher, der seiner Fakultät vier Mal als Dekan vorstand, 26 war es ein Anliegen, dass die von seinen Studenten verteidigten Thesen im Druck erschienen. Sein bei ihm studierender Sohn Christoph Ludwig widmete das Thesenblatt Polykarp Wilhelm Grafen von Kuenburg, dem Fürstbischof von Gurk. Letzter Prüfungskandidat Bluemblachers war Martin Friedrich Resch aus Gmunden, der spätere Abt von Kremsmünster. Die Thesenverteidigung fand am 17. September 1674 in besonders festlichem Rahmen und in Anwesenheit des Erzbischofs statt. 27 Bald darauf erkrankte Bluemblacher an einem hitzigen Fieber und starb am 2. November 1674 in Salzburg. 28 Die Inschriftentafel

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[…] ex Monasterio […] / […] Eloquentiæ Professor […] / […] demum Utriusque Iuris doctor / […] SS. Canonum Professor Ordinarius, / suæ Professuræ anno integro, Sacris omnib9 munitus / sancte decessit ex maligna febri Anno Domini millesimo / sexcentesimo septuagesimo nono ætatis suæ trigesimo / primo, die 4. Aprilis feria tertiâ Paschatis. „[…] aus dem Kloster […] der Rhetorik Professor […] später beider Rechte Doktor […] des heiligsten Kanonischen Rechts ordentlicher Professor, verschied ehrwürdig im unvollendeten (ersten) Jahr seiner Professur, mit allen Sakramenten versehen, aufgrund eines bösen Fiebers, im Jahre des Herrn 1679, im 31. Jahr seines Alters, am 4. Tag des Aprils, dem Osterdienstag.“

1679 – P. Volpert Motzel OSB diktinerorden ein: Marina Meinrada im Stift Nonnberg,9 Vital in St. Peter,10 Volpert und Rupert in Scheyern.11 Ihr Sohn Volpert Motzel begann am 30. Oktober 1657 mit dem Studium am Gymnasium der Benediktineruniversität.12 Das obligat anschließende Philosophiestudium beendete er unter dem Vorsitz von P. Franz Mezger am 20. Mai 1664 als Zweitbester seines Jahrgangs mit dem Baccalaureat.13 Anschließend entschied er sich, in das Benediktinerstift Scheyern einzutreten, in dem er am 28. Oktober 1665 die Ewige Profess ablegte.14 Zurück in Salzburg setzte er das Philosophiestudium bei P. Bernard Wenz aus Tegernsee fort, unter dessen Vorsitz er seine auch im Druck erschienenen Thesen verteidigte.15 Mit der Sponsion zum Magister der Philosophie schloss er sein Studium am 12. Oktober 1667 als Jahrgangsbester ab.16 Seine Abschlussrede wurde sogar im Fakultätsprotokoll hervorgehoben.17 Bei den Benediktinerprofessoren Desiderius Schapperger und Benedikt Pettschacher studierte er Theologie. Drucklegungen seiner Thesen widmete Motzel 1669 seinem Abt Gregor Kimpfler von Scheyern18 und 1671 dem Salzburger Fürsterzbischof Maximilian Gandolph

Volpert Motzel wurde am 3. August 1648 im Salzburger Dom getauft.1 Sein Vater gleichen Namens (1604–1662) stammte aus Arberg und studierte an den Jesuitenuniversitäten von Dillingen 2 und Ingolstadt3 zunächst Mathematik und Astronomie,4 danach Rechtswissenschaft. Im Alter von erst 25 Jahren übernahm er die Zivilrechtsprofessur in Dillingen, 5 doch dem berühmten Tiroler Hofkanzler Wilhelm Bienner gelang es bald, ihn für den Innsbrucker Hof abzuwerben. Als Bienner gestürzt und enthauptet wurde, hatte Motzel Innsbruck schon wieder verlassen und war zunächst in seine fränkische Heimat nach Eichstätt zurückgekehrt.6 Von dort übersiedelte er dauerhaft als Hofrat und Vizekanzler nach Salzburg, nahm im Auftrag von Fürsterzbischof Paris Graf Lodron in Münster an den Verhandlungen teil, die zum Westfälischen Frieden führten,7 und wurde für seine Verdienste am 8. Juli 1655 in den Adelsstand erhoben.8 Der Vater Volpert Motzel heiratete am 28. April 1637 in Innsbruck Sara Burgklehner (1617–1666), eine Nichte des bekannten Tiroler Geschichtsschreibers Matthias Burgklehner. Vier ihrer neun Kinder traten in den Bene-

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Grafen von Kuenburg.19 Nach der Priesterweihe folgte ab dem 14. November 1672 an der Jesuitenuniversität in Ingolstadt das Studium beider Rechte. 20 Nur für kurze Zeit kehrte Motzel als Seelsorger und Ökonom in sein Kloster zurück 21 und unterrichtete ab 1675 in Salzburg am Gymnasium ein Jahr die Poetikund zwei Jahre die Rhetorikklasse. 22 In dieser Zeit verfasste er mehrere Theaterstücke, 23 die er möglicherweise selbst vertont hat, wurde er doch als Musicus24 und bester Orgelspieler seines Klosters bezeichnet. 25 Gleichzeitig betreute er die Kleinere Marienkongregation. 26 Nach seiner Lehrtätigkeit am Gymnasium wurde Motzel zum Professor des Kanonischen Rechts an der Benediktineruniversität ernannt. Das dafür notwendige Rigorosum bestand er nach dem Urteil der sichtlich beeindruckten Prüfungskommission am 27. Oktober 1678 „sehr ordentlich und überaus gewandt“. Anlässlich der feierlichen Promotion in Anwesenheit der Äbte von St. Peter und Mondsee am 3. November27 hielt der Prokanzler der Universität, P. Joseph Metzger, die übliche Scherzrede. 28 Motzel konnte seine Lehrtätigkeit jedoch nur wenige Monate ausüben, denn eine heftige Fiebererkrankung, die auch die Eingeweide erfasste, zwang ihn ab dem­ 27. März 1679 auf das Krankenlager. Da er sehr fromm war und täglich drei Rosenkränze betete, war seine größte Sorge, während der Krankheit diesem privaten Gelübde nicht genügend nachkommen zu können. 29 Volpert Motzel starb am 4. April 1679, erst 30 Jahre alt. Auf einer Bahre trug man ihn einen Tag später zum Begräbnis, dem der Rektor, der Abt von St. Peter und eine große Zahl von Adeligen beiwohnten. Der Tod des beliebten jungen Professors wurde außerordentlich betrauert, besonders von den Schülern der Kleineren Marienkongregation.30 Motzel fand seine letzte Ruhestätte in der Sitzgruft des Sacellums.31 Die Totenrotel, mit der das Stift Scheyern die konföderierten Klöster über seinen Tod benachrichtigte, schließt in Anspielung auf seine Tätigkeit als Dramaturg des Universitätstheaters mit einem Zitat des römischen Philosophen Seneca: „Wie ein Theaterstück, so ist das Leben: Nicht wie lange, sondern wie gut es gespielt wurde, darauf kommt es an.“32

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nächste Seite: Krönung Mariens, 1576, Fresko, Seeon, Stiftskirche, Gewölbe über dem Altarraum u. Klagefrau, Detail aus dem Grabdenkmal des Hofrats und Vizekanzlers Volpert Motzel (1604–1662), Salzburg, Stiftskirche St. Peter

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– Relig: Doctiss: P. Otto Guzinger SeonenAdm. Rdus sis, 7. / annos Rhetorices, ac 20. Ethices Professor, Comicus celeberr: per 34 an: / nos et olim Congregationis Maioris B. V. M. Præses, / Obiit anno 1679 die 13 Octob: ætatis suæ 64. „Der hochwürdige, gottesfürchtige und hochgelehrte P. Otto Guzinger aus Seeon, sieben Jahre der Rhetorik und 20 Jahre der Ethik Professor, ein hochgefeierter Dramatiker durch 34 Jahre hindurch und einst Praeses der Größeren Bruderschaft der seligen Jungfrau Maria ist gestorben im Jahre 1679 am 13. Tag des Oktobers im 64. (Jahr) seines Alters.“

1679 – P. Otto Guzinger OSB Subdiakonweihe8 und am 27. Februar 1638 die Diakonweihe empfangen.9 Schließlich weihte ihn Fürst­ erzbischof Paris Graf von Lodron am 19. März 1639 im Domoratorium des hl. Rupert zum Priester.10 Im Studienjahr 1638/39 unterrichtete er die Poetikklasse am Gymnasium in Salzburg, leitete danach zwei Jahre lang die Rhetorikklasse11 und kehrte anschließend als Ökonom, Seelsorger der Filialpfarre Ischl bei Seeon und Novizenmeister in das Kloster zurück,12 wo er die jungen Mitbrüder für das Studium in Salzburg vorzubereiten hatte. Im neugebauten Hörsaal begann er am 13. Januar 1643 seine Vorlesungen über Rhetorik,13 tat sich als Dichter hervor und förderte die Musikpflege im Kloster, etwa durch den Kauf zahlreicher Instrumente. Allerdings mussten die härpfen, paßgeigen, violn, discantgeigen, prätschen und dergleichen instrumenta eilig vor den heranrückenden Schweden in der Klostergruft versteckt werden.14 Trotz Dürre, Pest und Krieg gelang es Abt Honorat Kolb sein Kloster zur höchsten Blüte zu führen. Den Wissenschaften zugetan, stand er der Salzburger Benediktineruniversität von 1637 bis 1642 als Praeses vor15 und übernahm im Orden bedeutende Aufgaben. Der Kurfürst von Bayern konsultierte ihn in Finanzfragen und die Visitation seines Klosters kam noch 1644 zu einem rühmenden Ergebnis, doch bald darauf begannen sich Abt und Konvent voneinander zu entfremden. Der zunehmend auf Luxus und Repräsentation bedachte Abt häufte derart

Der um 1614 in Kärnten geborene Guzinger entschied sich nach Abschluss der Rhetorikklasse am Gymnasium der Benediktineruniversität in Salzburg 1631 zum Eintritt in das Benediktinerkloster Seeon.1 Er erhielt den Ordensnamen Otto und kehrte nach dem Noviziatsjahr für das Studium der Philosophie bei P. Simon Fyrbas nach Salzburg zurück. Jeweils als Jahrgangsbester wurde er am 31. August 1633 Baccalaureus, 2 am 17. Oktober 1634 Magister der Philosophie. 3 Die Drucklegung seiner Thesen Syntagmata physica widmete er mit überschwänglichem Lobpreis dem Fürstbischof von Chiemsee, Johann Christoph Grafen von Liechtenstein:4 Niemals erging es dem stets wohltätigen Bischof so wie dem römischen Kaiser Titus, dem jäh bei Tisch eingefallen war, während des ganzen Tages noch niemandem einen Wunsch erfüllt zu haben, sodass er ausrief: Amici, diem perdidi – „Freunde ich habe einen Tag verloren!“5 Der neugewählte Abt Honorat Kolb von Seeon war mit seinem Vorzugsschüler sehr zufrieden, studierten doch andere junge Mitbrüder weit weniger eifrig. So konnte er einen Konventualen erst gar nicht zur öffentlichen Thesenverteidigung zulassen, weil vor gewiß zu förchten gewösen, er werde unter die allerlösten gesözt werden, daraus dem Closter gering lob erfolgt wer.6 Guzinger hingegen setzte seine Ausbildung mit dem Studium der Theologie bis zum Jahr 1638 fort.7 Nach der ersten Tonsur im Kloster hatte er schon 1637 die

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Berühmt aber wurde Otto Guzinger als Dramatiker des Universitätstheaters, als Pater comicus: „In der Dramendichtung war er hinter keinem der Zweite. Und er wusste sowohl auf der kleinen Schaubühne im leutseligen Ergötzen sich herabzulassen, als auch auf der großen durch erhabene Gelehrsamkeit zufriedenzustellen.“22 Das Studienjahr wurde, zumeist in Anwesenheit des Erzbischofs, mit einer großen „Finalkomödie“ beendet. Was keiner seiner Nachfolger mehr schaffte: Guzinger verfasste gleich zwanzig davon und berücksichtigte dabei auch noch den Geschmack des jeweiligen Landesfürsten. So dramatisierte er unter Fürsterzbischof Paris Graf von Lodron das Leben von Heiligen und historischen Personen, wie Theoderich dem Großen (1641), Ambrosius von Mailand (1642), Sigismund von Burgund (1646) oder Kaiser Heinrich II. (1647). In Ansberta (1650) stand erstmals eine historische Frauengestalt im Mittelpunkt, die – wie übrigens alle Frauenrollen im Universitätstheater – von einem Mann

hohe S­chulden an, dass diese zu seiner Resignation führten.­Daraufhin zog er sich als Wallfahrtspriester nach ­Maria Eck zurück.16 Noch als Abt hatte er für diese Kirche ein Altarbild in Auftrag gegeben, das ihn neben zwei Pilgern zeigt: ein Zitat aus Caravaggios berühmtem Gemälde „Madonna di Loreto“ für die Kirche Sant’ Agostino in Rom. Die „verschwitzte Haube“ der Pilgerin und die „schmutzigen Füße“ des Pilgers, noch dazu in Augenhöhe der Betrachtenden, hatten in Rom für einen Skandal gesorgt.17 Abgesehen von dieser so frühen Caravaggio-Rezeption nördlich der Alpen ist bemerkenswert, dass der Abt für die Kopie gerade diese anstößigen Details wählte oder zumindest zuließ – ein Beispiel für den weltoffenen Geist im Kloster Seeon zu dieser Zeit. Honorat Kolb hatte aus nicht nachvollziehbaren Gründen P. Otto zum Küchenmeister seines Stifts ernannt: „Aber eine so herausragende Begabung durfte nicht im Küchendampf hängenbleiben, denn weder roch seine fließende Redegabe nach Töpfen, noch passte die Gewähltheit seines Lateins für die Küche. Ja vielmehr entsprach sie einer Küche, in der die Früchte der Begabungen ausgekocht werden.“18 Guzinger kehrte 1645 an die Benediktineruniversität nach Salzburg zurück, wo er bis zu seinem Tod verschiedene Ämter bekleidete. Zunächst lehrte er erneut Rhetorik19 und übernahm 1646 den Lehrstuhl für Ethik an der Philosophischen Fakultät, den er zwanzig Jahre innehatte. 20 Der Catalogus librorum zeigt, dass er sein Fach vornehmlich nach der Nikomachischen Ethik des Aristoteles vortrug. 21

li. Michelangelo Merisi (1571–1610), gen. Caravaggio, Madonna di Loreto, 1603/5, Öl / Leinwand, 260 x 150 cm, Rom, Sant’Agostino, Cappella Cavalletti re. Unbekannter Künstler, Anbetung der Madonna mit Abt Honorat Kolb und Pilgern, um 1627, Öl / Leinwand, Maria Eck, Wallfahrtskirche, Hochaltar

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gespielt wurde. Beglückt berichtete er über seinen Erfolg als Dichter nach Seeon, woraufhin Abt Honorat manches Fäßlein „Nektar“ als Lohn nach Salzburg schicken [musste], ein Genuss, für den der Dichter gutes Verständnis hatte. 23 Während dieser ersten, sehr erfolgreichen Schaffens­ periode starb P. Ottos Mutter Rosina Guzinger in Salzburg und wurde am 1. August 1649 auf dem Petersfriedhof begraben. Das Stift St. Peter kam dem gefeierten Theaterdichter bei den Begräbniskosten ex gratia, „aus Gnade“, entgegen – ein Zeugnis des hohen Ansehens, das er damals schon genoss. 24 Das Stift erbat ihn sogar als Kommissar für die Wahl des neuen Abtes von St. Peter, die sein Kollege Amand Pachler, Professor für Moraltheologie, für sich entschied. 25 Nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges brachte Guzinger unter dem neuen Landesherrn, Fürsterzbischof Guidobald Grafen von Thun, zahlreiche Stücke allegorischen Inhalts auf die Bühne, mit den immer wiederkehrenden Themen Friede, Eintracht und Milde. 26 Seine heute nur noch zum Teil erhaltenen Stücke erforderten einen beträchtlichen szenischen Aufwand, dem erst die Bühnentechnik des 1662 neu errichteten Salzburger Universitätstheaters gerecht werden konnte, wobei­ P. Ottos besondere Vorliebe der Flugmaschine gehörte.27 Sein komisches Talent entfaltete er vor allem beim Spiegeln der hehren Haupthandlung der Götter und Herrscher in die unteren Bevölkerungsschichten. Dabei des­ avouiert er die zahlreichen Laster der Menschen: Beispielsweise eine versoffene Wirtin, die selbst ihre beste Kundschaft ist, lehrnet die nasse Kunst gar wol, muß doch erfahren, daß, nachdem das Faß läer worden, ihr Hauß ein grosses Loch bekommen;28 ihr Pendant, der gefräßige Parasit, entfernet sich von der Vernunfft, eylet den Sinnlichkeiten nach;29 Hypochonder, die vom gerissenen Arzt glaubwürdig beredet [werden], sie seyen alle Kranck und Cur-dürfftig.30 Guzinger gibt aber auch Einblick in die Nöte und Sorgen seiner Zeit: Den Zimmerleuten ist die Nacht zu

lang: weil sie ihrer Kinder vom Hunger murrender Magen nicht schlafen last, Eylen derentwegen bey eröffnetem Thor zur Arbeit, hierdurch der Kinder Hunger einzuschläffen.31 Selbst der weitverbreitete Aberglaube am Vorabend der Salzburger Hexenprozesse wird auf der Bühne thematisiert: Ein Hex erzürnet sich über ein schönen grünen Wald, macht denselben durch Zauberey allen Wanders-Leuthen unweegsamb, wünschet Donner und Hagel […].32 Schließlich wird in humoristischen Allegorien gewandt auf die europäische Bündnispolitik Bezug genommen: Fürwitz bestelt ein Frantzösischen Koch und Schneyder, ein Savoyer verspricht treuen Dienst zur Anstellung allerhand Ergötzlichkeiten, ein Dantzer schlagt sich auch hinzu, damit beym guten Muth nichts abgehe.33 Im Vordergrund all dieser Theaterstücke in ihrem farbenprächtigen Zeitkolorit stand jedoch der pädagogische Nutzen: Die Erziehung der Jugend nach strengen moralischen und religiösen Regeln. Am deutlichsten wird dies in Guzingers vielleicht bekanntestem Stück, dem Iter Montani: Ein alter Bergknappe will am Ende seines Lebens auf einer phantastischen Reise den Wert des Goldes in der Welt erfahren, nach dem er sein Leben lang geschürft hat. Er zerbricht am eigenen Verlangen und an der Raffgier der Welt, doch lenkt das Stück am Ende zu einer positiven, weil geläuterten Weltsicht: Gott Merkur bietet dem Gescheiterten an, Prämien an die Studenten außzutheilen, damit er sehe, daß Gold auch wol angelegt seye, wann es denjenigen so es verdienen, gegeben wird.34 Die glanzvollen Theateraufführungen fanden oft vor hohen Gästen der Salzburger Erzbischöfe, wie Erzherzog Sigismund Franz von Österreich-Tirol (1646), Kaiser­Leopold I. (1665) sowie dem Kurfürstenpaar, Ferdinand Maria von Bayern und Henriette Adelaide von Savoyen (1670), statt. Kardinal Ernst Adalbert von Harrach notierte über die Finalkomödie Concordia­ anima mundi, die 1654 anlässlich der Weihe von Erz-

Typendekoration „Das Meer“, Erzabtei St. Peter, Kunstsammlungen

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bischof Guidobald gespielt wurde: hatt 4 stundt gewehret, und gueten gusto gegeben, weill gar schöne variationes der scenen, annembliche figuren in den lufft, etliche guete musicalische stimmen, und recitanten zusehen und zu hören [waren].35 Die Komponisten der Theaterstücke werden in den Periochen, den in lateinischer und deutscher Sprache abgefassten Programmheften, nur selten genannt. Belegt sind der spätere Rektor Alphons Stadelmayr, der Lambacher Organist Benjamin Ludwig Ramhauffsky und der Salzburger Hofkapellmeister Andreas Hofer. Mit Ende des Studienjahres 1666/67 legte P. Otto seine­ Ethikprofessur nieder, diente aber der Universität weiterhin als Sekretär und Pater comicus. Sein letztes Theaterstück, den Triumphus amoris divini, verfasste er anlässlich des Besuchs von Kardinal Bernhard

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Gustav Markgrafen von Baden-Durlach. Ein originelles Blumenballett beendete am Aufführungstag, dem­ 13. Mai 1672, sein über 30 Jahre währendes Wirken für die Salzburger Universitätsbühne.36 Neben dramatischen Werken schrieb Guzinger eine Reihe von Gelegenheitsgedichten, über die es heißt: „Die Gedichte, die er selber verfasst hat, waren niemals ohne Spitze, aber dennoch immer ohne satirischen Stich.“37 Des Weiteren überliefert Otto Aicher im Theatrum funebre einige von ihm verfasste Epitaphe auf Salzburger Friedhöfen. 38 P. Otto Guzinger, der aufgrund seiner stattlichen Erscheinung scherzhaft „Otto der Große“ genannt wurde,39 starb versehen mit den Sterbesakramenten als Senior des Kollegs am 13. Oktober 1679 in Salzburg.40 Seine letzte Ruhestätte fand er in der Sitzgruft des Sacellums.

Multum R.dus Rel: et Doctiss. P: Cælestinus Hainz ex / Monasterio Formbacensi, ætatis suæ annorum 32, in / Colegio nostro Versatus annis sex duobus RR: FF: / Subpræfectus, reliquis Litterarum Humaniorum / Professor p: Obiit A.o 1681 die 18. Octobris / Cuius anima requiescat in Pace. „Als der hochwürdige, gottesfürchtige und hochgelehrte P. Cölestin Hainz aus dem Kloster Vornbach, im 32. Lebensjahr, sechs Jahre in unserem Kolleg, zwei als Subpräfekt der hochwürdigen Religiosen, die übrigen als Professor der Literaturwissenschaften usw. verbracht hat, ist er im Jahre 1681 am 18. Tag des Oktobers gestorben. Seine Seele ruhe in Frieden!“

1681 – P. Cölestin Hainz OSB Cölestin Hainz, geboren um 1649, trat in das zur Diö­ zese Passau gehörende Kloster Vornbach am Inn ein. Zum Studium der Philosophie kam er am 24. Dezember 1668 nach Salzburg,1 wo P. Paul Mezger aus dem Stift St. Peter sein Lehrer war. In der Bestenliste seines Jahrgangs auf dem 10. Rang von 43 Kandidaten wurde Hainz am 18. Juni 1669 Baccalaureus der Philosophie2 und als drittbester von 27 Kandidaten am 15. Oktober 1670 Magister der Philosophie.3 Einige seiner Mitschüler avancierten später zu einflussreichen Persönlichkeiten, wie Severin Plass, Abt von Lambach, Paris von Lerchenfeld, Prior von­ St. Peter, und Bartholomäus Geislizer von Wittweng, Pfleger der Herrschaft Orth. Im Anschluss an sein vierjähriges Theologiestudium4 empfing Hainz am 22. September 1674 die Weihe zum Diakon durch den Salzburger Fürsterzbischof Maximilian Gandolph Grafen von Kuenburg. 5 Noch im selben Jahr, gleichfalls im Domoratorium des hl. Virgil, weihte ihn der Fürstbischof von Chiemsee, Johann Franz

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Graf von Preysing, zum Priester.6 Ab 1677 unterrichtete­ Hainz am Gymnasium der Benediktineruniversität, zunächst die Rudimentisten-, dann die Grammatik- und schließlich zwei Studienjahre die Syntaxklasse.7 Nach dem Catalogus librorum las er mit seinen Schülern ausgewählte Briefe des M. Tullius Cicero, Biographien des Cornelius Nepos und die Tristia des P. Ovidius Naso.8 Gleichzeitig wirkte er als Subpräfekt des Religiosenkonvikts des hl. Bonifaz und drei Jahre als Präses der Bruderschaft des hl. Thomas von Aquin, des ­Patrons der Theologischen Fakultät. Die Mitglieder dieser Gebetsbruderschaft trugen einen Gürtel von weißem Linnenfaden mit 15 kleinen Knöpfen, wodurch sie gemahnt wurden, täglich 15 Ave Maria zur Bewahrung der Keuschheit und zur Ausrottung der Fleischessünden zu beten.9 Als er 1681 aus den Ferien zurückkehrte, trat ein altes Bruchleiden auf. An dessen Folgen starb er nach viertägigem Leiden und unter entsetzlichen Schmerzen am 18. Oktober im Alter von erst 32 Jahren.10

Adm. Rd9, Relig: et doct: P. Ioachi: / mus Morsack ex ˜ Zwifal: / tensi, docuit in hac Universitatis Phi: / Monrıo ˜ losophiam atq: RR. FF. Convictorum / Præfectura trienıo functus, Sanctimoni: / alibus insuper Lauretanis à Confessionibus / fuit. Obÿt A.° M.DC.LXXX VI. Die 26 / Martÿ, Vir præter solidam doctrinam, pro: / bæ et religiosæ vitæ. „Der hochwürdige, gottesfürchtige und gelehrte P. Joachim Morsack aus dem Kloster Zwiefalten hat an dieser Universität Philosophie gelehrt und die Präfektur der Konvikte der hochwürdigen Brüder durch drei Jahre ausgeübt, darüber hinaus war er Beichtvater der Loreto­ nonnen. Gestorben ist er im Jahre 1686 am 26. Tag des März, abgesehen von seiner gründlichen Gelehrsamkeit ein Mann von rechtschaffener und gottesfürchtiger Lebensführung.“

1686 – P. Joachim Morsack OSB Johann Lorenz Morsack wurde um 1642 in Hayingen im Landkreis Reutlingen geboren, wo sein Vater im Dienst der Grafenfamilie zu Fürstenberg stand. Er trat in das Benediktinerstift Zwiefalten ein, erhielt den Ordensnamen Joachim und legte am 21. März 1659 die Ewige Profess ab.1 In seinem Kloster studierte er Philosophie und begann am 19. November 1661 an der Benediktineruniversität in Salzburg das Studium der Theologie, 2 das er ab dem 14. Dezember 1665 an der Jesuitenuniversität in Dillingen fortsetzte.3 Nach seiner Rückkehr ins Kloster Zwiefalten war er zunächst als Moderator der Cleriker für die Ausbildung seiner jungen Ordensbrüder zuständig, lehrte hier Philosophie und später an der von den schwäbischen Benediktinerabteien errichteten Studienanstalt in Rottweil.4 Zusammen mit seinem Konvent musste er im Jahr 1675 vor den französischen Truppen nach St. Gallen flüchten.5 Ab dem Studienjahr 1681/82 dozierte P. Joachim in Salzburg Philosophie.6 Morsack, der seiner Fakultät bald als Dekan vorstand,7 war darauf bedacht, die Stu-

denten regelmäßig Thesen zu Übungszwecken verteidigen zu lassen und diese auch zu publizieren.8 Als Präfekt des Religiosenkonvikts blieb er in Salzburg, zudem war er Beichtvater der Kapuzinerinnen des Loretoklosters. Der sehr fromme Morsack verbrachte schon in seiner Jugend die Ferien mit Andachtsübungen.9 Ebenso bezeugt ein handschriftlicher Kommentar zur Benediktinerregel für alle Tage des Jahres seine Frömmigkeit.10 Bevor er schließlich eine Lehrkanzel für Theologie übernehmen konnte, starb er überraschend am 26. März 1686: Allgemein war das Bedauern über das frühe Hinscheiden des frommen und gelehrten Mannes.11 Im Kondolenzschreiben der Universität an das Stift Zwiefalten hob man hervor: „Der einzige Trost besteht in seiner wahrlich unschuldigen und gottesfürchtigen Lebensführung, unerschütterlichen Tugend und Gelehrsamkeit, wodurch er allen sowohl auf der Lehrkanzel, als auch in der Präfektur ausgezeichnet vorstand und der Universität zur Ehre und zum Nutzen gereichte.“12

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Abraham Megerle (1607–1680), Speculum musico-mortuale, 1672, Universitätsbibliothek Salzburg, Sign. R 92.971 I

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Die 5. Martÿ Anno M.DCL.XXXVII. / horâ septima manè piè in Dño obÿt Nob: / Stren: ac Doc.m9 Dñ9 Rupertus Streicher / Med: Dr: Consil: Sal: et civitatis Metropol: / Phÿsicus etc: ætatis suæ ann: L.VIII. / cui sit vita æterna. „Am 5. Tag des März im Jahre 1687 ist um sieben Uhr früh fromm im Herrn gestorben, der edle, gestrenge und hochgelehrte Herr Rupert Streicher, Doktor der Medizin, Salzburger Rat und Arzt der Hauptstadt usw. im 58. Jahr seines Alters. Ihm sei das ewige Leben!“

1687 – Rupert Streicher Rupert Streicher wurde am 30. März 1629 im Salzburger Dom getauft.1 Seine Eltern waren der Stadtgeiger und Domchoralist Sebastian Streicher († 1660) und Veronika Stall, die am 19. Mai 1627 geheiratet hatten. 2 Als Sohn eines Musikers ergriff Rupert Streicher den Beruf des Arztes gerade in einem Jahrhundert, in dem der therapeutische Einfluss von Musik besondere Würdigung erfuhr. Rupert Streichers Vater, der seine musikalische Karriere im Kapellhaus begonnen hatte, wirkte unter dem Salzburger Hofkapellmeister Abraham Megerle, dem Onkel des berühmten Pestpredigers Abraham a Sancta Clara. In Megerles Speculum musico-mortuale, „Musikalischer Totenspiegel“, wachsen aus den abgebildeten Totenköpfen zum Klang von Musikinstrumenten Heilpflanzen, denn die Musik gibt Stärck und Krafft: Durch sie wird man wo nit äußerlich doch gewiß innerlich, nämlich in Seel und Hertzen Linderung empfinden. Die Heilkräfte der Pflanzen werden genau dargelegt: So hilft Jasmin den jungen Kindern, wann sie hitzig seyn und Bauchkrankheiten haben, Schlangenkraut gegen giftige Kranckheiten und Pestilentz, Goldrute taugt gar wol den Blasenstein außzutreiben, der mit Salz und Oel verfeinerte Stängel der Sonnenblume führt auß die Gall und Schleim und das gesottene Tausendschön heilt zerknirschte Glider. Die Anfangsbuch-

staben der lateinischen Pflanzennamen bildeten die Worte Jesus und Maria, daher war sich Megerle sicher, würden sie auch noch nach dem Tode helfen. Rupert Streicher besuchte ab dem 21. Oktober 1640 das Gymnasium der Salzburger Benediktineruniversität3 und absolvierte anschließend das erste Jahr des obligaten Philosophiestudiums, das er am 3. Juli 1647 mit dem Bakkalaureat beendete. In der Bestenliste erreichte er nach dem Urteil seines Lehrers, P. Bernard Ruedorfer, von 37 Kandidaten den 29. Platz. Eine seiner Prüfungsfragen lautete: „Ob die Logik in diesen Jahren noch verdient, gelehrt zu werden?“4 Nach dem Medizinstudium kehrte er nach Salzburg zurück und bewarb sich im Juli 1658 um die Nachfolge des Stadtarztes Franz Oswald von Grembs, für den Fall, dass dieser andere Dienst andretten oder gar, wie man sagen will, das zeitliche beschlossen haben sollte. 5 Grembs war im Jahr zuvor nach München gereist, um den Druck seiner medizintheoretischen Abhandlung Arbor integra et ruinosa hominis, „Unversehrter und verfallender Lebensbaum des Menschen“, zu überwachen, mit der er die Schriften des flämischen Arztes und Naturforschers Johan Baptista van Helmont (1579– 1644) in Salzburg verbreiten wollte. Helmont, der die Wirkungen des Magnetismus als Folge natürlicher Magie erklärte und deshalb von der Katholischen Kirche

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re. Silberreliquiar des hl. Felix, um 1678, H. 53 cm, Benediktinerabtei Michael­ beuern Seite 173: Epitaph des Stadtarztes Rupert Streicher, 1687, Salzburg, Altes Studiengebäude, Sacellum

seiner Khunst und Verstand threulich dienen. In Seuchenzeiten hatte er jeder Person zu helfen insonderheit beÿ und in dem Lazareth und zwar ohne zusätzliche ergezlichkheit von der gemeinen Stadtkasse, weil er nach Meinung der Stadtväter sonsten seinem officio [Dienst] ohne sonderbahre mühe leichtlich nachkommen könne! Es stand Streicher frei, auch Patienten auf dem Land zu betreuen, jedoch ohne die Kranken in der Stadt zu vernachlässigen. Beim Verlassen der Stadt hatte er sich beim Stadthauptmann und beim Bürgermeister abzumelden und anzugeben, wo er im Notfall zu erreichen sei. Das jährliche Gehalt von 300 fl. wurde ihm quartalsmäßig ausbezahlt, außerdem beglich die Stadt den Mietzins für seine Wohnung in der Niderlag.11 Am 11. März 1661 leistete Streicher den Amtseid und übernahm Aufgaben und Pflichten mit Siegel und Unterschrift.12 Drei Jahre später, am 16. Juli 1664, wurde er zum Salzburger Rat des Fürsterzbischofs Guidobald Grafen von Thun ernannt,13 dessen ältere Schwester – unter dem Ordensnamen Maria Josepha Priorin im Benediktinerinnenstift Nonnberg – seine Patientin war. Als sie wieder einmal an einem Catar litt, der sich von dem Haubt auf die Prust schlug, wurde eilig Dr. Streicher gerufen, weil ihr harter auswurff bisweillen mit Pluat und Gallen durchsetzt war. Doch alle thuenliche mietl und hilff, etwa der Patientin ein Ader öffnen lassen, waren vergebens, denn der Arzt fand gar schwarz und verprents Pluat. Maria Josepha starb fünf Tage später am 16. September 1669.14 Streicher war Mitglied des Consilium sanitatis, gegründet zur Verhüttung allerhandt böser und ansteckender Seuchen,15 und des Consilium medicum, mit dem Erzbischof Max Gandolph das Sanitätswesen im Land ordnen wollte.16 Da aber das Gremium dem Hofrat unterstellt war und Entscheidungen nur mit bürokratischer Umständlichkeit getroffen werden konnten, blieb der Einfluss der neuen Einrichtung beschränkt und war nur im Stadtbereich wirksam.17 Als Abt Michael Trometer von Michaelbeuern die Reliquien des Katakombenheiligen Felix als Geschenk

als Ketzer verfolgt wurde, faszinierte Grembs derart, „dass er alles was ihm in den Schriften der Alten an höherem Wissen begegnete, entweder mit Helmont zu vereinbaren oder mit ihm zu verurteilen bestrebt war.“6 Im Vorwort versicherte Grembs allerdings nachdrücklich, die von der Katholischen Kirche verurteilten Lehrsätze seines Vorbilds als morsche Zweige von seinem Baum abgeschnitten zu haben. Von Paracelsus entlehnte er die Lehre vom Archeus, dem „Lebensgeist“, den er als Werkmeister des Organismus begriff. Demnach werden alle Krankheiten durch eine idea morbosa, eine „krankmachende Idee“, hervorgerufen. Sie setzt sich im Archeus fest, der im Magen lokalisiert wird, weshalb er dem Schlucken von Arzneimitteln größte Heilkraft zuschreibt. Grembs bemühte seinen besonderen Gönner, den späteren Fürsterzbischof Maximilian Gandolph Graf von Kuenburg, um die angestrebte Approbation seines Werks durch das Salzburger Konsistorium zu erlangen.7 Diese überaus kluge Taktik brachte ihm den Namen alter Ulisses, „zweiter Odysseus“, ein.8 Von seiner Publikationsreise kehrte Franz Oswald von Grembs jedoch nicht mehr nach Salzburg zurück. Er starb in Freiburg im Breisgau, wo er im Münster begraben wurde.9 Der Tod Grembs’ brachte Rupert Streicher die Ernennung zum Stadtarzt. Der bis heute erhaltene Dienstvertrag wurde am 2. Januar 1659 unterzeichnet.10 Darin galt eine beiderseitige Kündigungsfrist von einem halben Jahr, außerdem war Streicher dazu verpflichtet, mindestens zweimal pro Woche das Bürgerspital, das Bruderhaus und das Siechenhaus zu besuchen und darüber hinaus mit seinem Rath, und Verordtnung der Arzneÿen willig und hilfreich iederzeit zu erscheinen. Von Armen durfte er nicht mehr als 15 Kreuzer für einen Krankenbesuch verlangen, für die Untersuchung des Urins, welcher ihme zu Hauß getragen würdet, sollte er 12 Kreuzer zubegehren berechtigt sein. Der Tarif für Ratschläge, Rezepte und Arzneien war nach ieder Persohn Beschaffenheit, und nottdurft zu berechnen. Den Armen sowoll alß Reichen sollte er, so wie ihm sein Gewissen gegenüber Gott auftrug, mit

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in Mülln. In der Franziskanerkirche sollten Messen an den Altären des hl. Antonius von Padua, des Universitätspatrons Carlo Borromeo und des berühmten Wunderbaumes gelesen werden. Der zu dieser Zeit von zahlreichen Pilgern hochverehrte Wunderbaum, ein 1682 von Erzbischof Max Gandolph gestiftetes sakrales Kleinod, zeigt Früchte als Symbole für die wunderbaren Gebetserhörungen Mariens. Streicher bedachte zudem die Klosterfrauen von Loreto, die für ihn beten sollten, seine Stieftochter und sein Bäsl Rosina Streicherin. Die übrige Erbschaft vermachte er seiner Frau und seinen vier Kindern. Seine Bücher gehörten zwar zur Erbmasse, sollten aber von seinen Söhnen gegen finanzielle Ablöse übernommen werden. Nach der Abfassung des Testaments scheint sich Streichers Gesundheitszustand wieder etwas verbessert zu haben. Er starb vier Jahre später am 5. März 1687 und fand, seinem letzten Wunsch entsprechend, im Sacellum die letzte Ruhestätte. 25 Streichers Erben stifteten ein Epitaph, dessen nicht erhaltenes Medaillonbild Christus in Wolken zwischen Maria und Johannes zeigte, darunter einen Tuba blasenden Engel, Auferstehende und Teufel.26 Als Verfasser des Epitaphs für den schöngeistigen Salzburger Stadtarzt kann P. Otto Aicher angenommen werden. Denn die bemerkenswerte Inschrift zitiert denselben Aphorismus aus dem Epitaph François Vautiers, des berühmten Leibarztes der französischen Königin Maria de’ Medici, den Aicher in seinem Theatrum funebre verwendete.27 Die Übersetzung des lateinischen Textes lautet: „Lies und trauere, Wanderer! Es liegt hier der edle und hervorragende Rupert Streicher aus Salzburg, zweier großer Fürsten von Salzburg Rat. Zu wissen verlangst du, wie er war? Erfahre es kurz: Seine ganze Anlage war es, gut zu sein. Niemand bat, dem er nicht Gutes tat. Während er sich durch klugen Rat, erfolgreiche Heilung um eine Mehrzahl verdient machte, tauschte er ein arbeitsam verrichtetes Leben schließlich mit geruhsamem Frieden im Jahre 1687, seinem 58. Lebensjahr. Er ruht, der eben noch 37 Jahre sich für das Vaterland abmühte. Du erbitte für ihn, Wanderer, ewige Ruhe und von einem Arzt lerne die wahrhaftigste Lebensweisheit: Wir sterben für die Zeit, werden geboren für die Ewigkeit. Lebe wohl und gehe hin eingedenk des Todes. Die Kunst der Künste ist zu sterben wissen!“28

aus Rom erhielt, wurde Streicher gemeinsam mit dem Konsistorialrat Johann Heinrich Pascha in das Stift gerufen. In einer Kommission, der auch der spätere Abt Edmund Sinnhuber von St. Peter und der bekannte Barockdichter Paris Gille angehörten, sollten sie die Vollständigkeit der Gebeine und Knochenfragmente überprüfen, die sich in einem mit rothen Bändern umwundenen und vielfach besiegelten Kistchen befanden. Die Rekognoszierung am 26. Juni 1670 im Oratorium des hl. Joseph brachte ein so günstiges Ergebnis, dass der Erzbischof alsbald die öffentliche Verehrung des Märtyrers gestattete.18 Dafür wurde ein kostbares Reliquiar mit der silbernen Halbfigur des Heiligen in Auftrag gegeben.19 Streicher war in erster Ehe mit Maria Ursula Walch verheiratet, Tochter des Bräuverwalters in Traunstein, 20 die im November 1675 in Salzburg starb. 21 Am 6. Juli 1677 heiratete er Maria Clara Grueber, 22 an der Hochzeitsfeier im Petersbrunnhof nahm Abt Edmund Sinnhuber teil. 23 Im Gegensatz zu seinem Vorgänger gab Rupert Streicher als Stadtarzt kein medizinisches Werk in Druck, scheint aber gerne Gelegenheitsgedichte verfasst zu haben, so wird etwa ein Carmen aggratulatorium anlässlich der Wahl des Stiftsdekans von Berchtesgaden erwähnt. 24 Aus der besonderen Freundschaft Streichers zu den Benediktinerprofessoren, die ihren Leibarzt offenbar nach dem Tod nicht missen wollten, erklärt sich wohl die Bitte­an den Rektor der Universität, P. Gregor Wibmperger, um die Ehre der Beisetzung im Sacellum. Das eigenhändige, im Vergleich zu seinen anderen Dokumenten in beinahe unleserlicher Schrift verfasste Testament vom 6. September 1683 lässt auf seinen bereits angegriffenen Gesundheitszustand schließen. Entsprechend der schon erhaltnen Bewilligung von Ihr Magnificenz erbat er sich, im Sacello in die Gruft gelögt zu werdten. Das Begräbnis sollte beÿ der Nacht erfolgen, sein Leichnam von Unser lieben Frauen Bruderschaft getragen, nur von wenigen Mitgliedern der Corporis Christi-Bruderschaft begleitet, und die drei üblichen Gottesdienste am ersten, dritten und dreißigsten Tag nach dem Ableben von Benediktinerprofessoren gehalten werden. Daneben berücksichtigte er zahlreiche Bruderschaften und stiftete Messen in den Kirchen der Kapuziner und der Augustiner-Eremiten

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Ernestus Fridericus a Someting, J. V. D. / Comes Palatinus Cæsareus, Celsissimi / et Reverendissimi S. R. I. Principis et Archi: / episcopi Salisburgensis &c. &c. Consiliarius, in / Ejusdemq: Vniversitate Juris publici et Codicis / Professor ordinarius die 7.ma Sept. obÿt ætatis suæ 28. 1697. „Ernst Friedrich von Someting, beider Rechte­ Doktor, kaiserlicher Hofpfalzgraf, des erhabensten und hochwürdigsten des Heiligen ­Römischen Reiches Fürsterzbischofs von Salzburg usw. usw. Rat und in desselben Universität ordentlicher Professor des öffentlichen Rechts und des Codex, ist am 7. Tag des Septembers gestorben, im 28. (Jahr) seines Alters, 1697.“

1697 – Ernst Friedrich von Someting Ernst Friedrich von Someting stammte aus einer oberösterreichischen Familie, deren Name ursprünglich Sumatinger oder Sometinger geschrieben wurde. Das Adelsgesuch seines Großvaters Sebastian Sumatinger erlaubt einen spannenden Einblick in die bewegte Familiengeschichte: Als Ahnherr des Geschlechts wird Georg Sumatinger angeführt, der 1519 beim Tod Kaiser Maximilians I. Kammertrabant in Wels war. Ernst Friedrichs Großvater kämpfte während des Langen Türkenkriegs (1593–1606) im Regiment des Grafen von Thurn und nahm an der erfolgreichen Verteidigung der Festung Gran (Esztergom) teil. Danach, im Dienst der Freiherren von Pollheim, verwaltete er mehrere Herrschaften als Pfleger. Als ihn die HauptRädlsfüehrer Stephan Fadinger und Achaz Weilinger 1626 während des Bauernkriegs stark bedrängten, riskierte er Leib undt Leben, Haab undt Guett. Für seine Treue und mannigfaltigen Verdienste erhob ihn Kaiser Ferdinand III. am 7. Juni 1652 in den Adelsstand.1 Von seinen Söhnen wurde Johann Heinrich Stadtschreiber in Wels, 2 Johann Paul Stadtschreiber in Krems / Donau und Waidhofen / Ybbs und Johann Christoph Gegenschreiber zunächst im Verweseramt Ischl, später im Hofschreiberamt Hallstatt. Als diesem ein schier nicht zu bändigendes Feuer im Salzbergwerk das halbe Haar sampt einem Theil des Rocks hinweg

gesengt hat, wurde­das verbrannte Kleidungsstück als Nachweis für ein Wunder-Feuer an Kaiser Leopold I. nach Wien gesandt. 3 Ein weiterer Sohn namens Johann Friedrich verdiente sich sein Studium als Hofmeister junger Adeliger, die er 1641 auf ihrer Studienreise begleiten durfte.4 Am 1. Juni 1646 heiratete er in Wels Johanna Christina Walther, die Tochter eines Wiener Hof- und Gerichtsadvokaten. 5 Bald darauf übernahm Johann Friedrich den Posten des Landschreibers in Linz. Dort wurde Ernst Friedrich als sein jüngster Sohn am 24. Februar 1668 in der Stadtpfarrkirche getauft.6 Die Taufpatin war Susanna Eleonora Gräfin von Khevenhüller-Frankenburg, dritte Gemahlin und Witwe des kaiserlichen Gesandten in Spanien, Franz Christoph Grafen von Khevenhüller-Frankenburg, der das bedeutende Geschichtswerk „Annales Ferdinandei“ über die Regierung Kaiser Ferdinands II. verfasste. Ernst Friedrichs Kindheit war vom frühen Tod seines Vaters (1669)7 und seiner Mutter (1677)8 überschattet. Seine älteste Schwester Maria Johanna Ludwiga heiratete am 7. Juni 1677 in Linz den bereits verwitweten Salzburger Hof- und Universitätsbuchdrucker Johann Baptist Mayr von Mayregg,9 starb aber schon 1683 im Kindbett.10 Ab 1680 besuchte Ernst Friedrich das Jesuitengymnasium­ in Linz, wo die Jesuiten Carl Scheihenstuell (1655–

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Nach dem Tod von Joseph Bernhard Gletle schrieb er an Fürsterzbischof Johann Ernst Grafen von Thun: Es werden Euer Hochfürstl. Gnaden gnedigist sich annoch erinnern khönen, wasmassen beÿ meiner anherokhunfft deroselben beliebet, nicht allein meine wenigkheit mit vermehrung des gewöhnlichen salarÿ, und hochfürstl. Rathstitl anzusechen [auszuzeichnen], sondern auch, die genedigiste Verordnung ergehen lassen, daß ich khönfftig, wofern Gott dem Allmechtigen beliebe, Doctorem Gletle wegen so langwüriger Unpaslichkeit von dieser welt abzufordern, auf die Cathedram Codicis, & juris Publici, genedigist versichern lassen. Da der Erzbischof zu seiner vorhin versicherten hochen fürstl. Gnad stand, mit der er Someting einst von Tyrnau abgeworben hatte, durfte dieser im Alter

1719),11 Johann Baptist Depser (1655–1690),12 Wilhelm Gleispach (1658–1697),13 Johann Baptist Reinpichl (* 1656)14 und Thomas Winter (1654–1733) seine Lehrer waren.15 Am 7. November 1687 begann er mit dem Studium der beiden Rechte an der Benediktineruniversität in Salzburg.16 Seine Thesen, die gedruckt unter dem Titel Principia iuris canonici erschienen und später mehrfach aufgelegt wurden, verteidigte er am 4. September 1690 „überaus gewandt und mit Beifall“ unter dem Vorsitz des aus Gmunden stammenden Kanonisten und späteren Rektors P. Robert König († 1713).17 Für diese Arbeit erhielt er das Lizentiat beider Rechte verliehen. Die schwungvolle Scherzrede des Prokanzlers der Universität, P. Paul Mezger, beim Festakt der Titelverleihung erschien später im Druck.18 Das anschließende Doktoratsstudium beendete Someting mit der Promotion­zum Doktor der beiden Rechte am 23. April 1691.19 Auf Grund seiner hervorragenden Kontakte zum Jesuitenorden, in den seine beiden älteren Brüder Tobias (* 1658)20 und Friedrich (1660–1713)21 zusammen mit ihren Vettern Christoph (1650–1687)22 aus Ischl und Philipp (1656–1691)23 aus Waidhofen / Ybbs eingetreten waren, erfolgte unmittelbar nach seinem Studienabschluss der Ruf an die Jesuitenuniversität von Tyrnau (Trnava), an der Ernst Friedrich den Lehrstuhl für die Institutionen übernahm. Vom Kaiser mit der Würde eines Hofpfalzgrafen ausgezeichnet, wurden ihm eine Reihe von Vorrechten zuteil. So war es ihm möglich, uneheliche Kinder zu legitimieren oder Adels- und Wappenbriefe zu verleihen. Schon nach wenigen Jahren kehrte er als Professor der Pandekten an die Benediktineruniversität in Salzburg zurück, wo ihm am 1. Juni 1696 der Ratstitel verliehen wurde.

Die Taufpatin des Ernst Friedrich von Someting: Susanna Eleonora Gräfin von Khevenhüller-Frankenburg, geborene Gräfin von Kollonitsch, Miniaturmalerei in der Khevenhüller-Chronik, Wien, MAK

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hinderlich sein. Auskunft über Katharinas Nachnamen konnte der Professor nicht geben: der Zuenamen ist niemahlen begehrt worden, da ihm der Kurator des Konsistoriums versichert habe, dass sie ain Ehrliche persohn sÿe. Vermögenswerte habe sie keine bei sich geführt: Von gelt ist nichts beÿ ihr gesehen worden, ausser das Sÿe ihm 2. silberne Leichterl [und] ain silbernes Weichbrunn Kesserl gezaiget habe. 27 Damit wurden die Ermittlungen eingestellt. Verheiratet war Ernst Friedrich von Someting mit Anna Maria Theresia von Taxis, die ihm mehrere Kinder schenkte. Als der hoffnungsvolle Universitätslehrer am 7. September 1697 im Alter von erst 29 Jahren starb, 28 charakterisierte ihn der Dekan, P. Robert König, im Nachruf des Fakultätsprotokolls als einen „hochgerühmten Professor“. 29 Seine letzte Ruhestätte fand er in der Sitzgruft im Sacellum. Die trauernde Witwe ließ für ihren Mann in der Kreuzkapelle des Sacellums ein Epitaph anbringen, doch ist diese in den Boden eingelassene Platte heute nicht mehr sichtbar. Die Inschrift, die den Verstorbenen fälschlich um zwei Jahre jünger macht, spielt mit dem lateinischen Wort IVS (Recht), aus dem durch Umstellung der Buchstaben VIS (Gewalt) wird.

von erst 28 Jahren die ranghöchste und daher bestdotierte Professur der Juridischen Fakultät nunmehro würkhlich geniessen. 24 Ernst Friedrich gab mehrere Thesenschriften seiner Studenten und das Werk Introductio in universum ius heraus, das von P. Robert König und Joseph Adam Ayblinger fortgeführt wurde. Zu seinen Studenten zählte Sebastian Anton von Zillerberg, 25 der später als Salzburgs Gesandter auf dem Reichstag in Regensburg während der Protestantenausweisung eine bedeutende Rolle spielte.26 Als im Mai 1697 ein Kindsmord aufzuklären war, fiel der Verdacht auf Sometings Dienstmagd Katharina, die verdechtige gmainschafft mit einem Philosophiestudenten gehabt haben soll. Zu Ostern verließ sie überstürzt die Stadt auf einem Schiff, wobei sich angeblich der Student beÿ der Salzach von ihr verabschiedete. Someting gab eidlich Auskunft über seine Dienstmagd, die in Salzburg aufgrund ihres grauen Ungarischen Pölz bekannt war. Er gab an, die gesuchte Person sei einige Monate bei ihm angestellt gewesen und ihres wollverhaltens halber nicht gern auß dem Dienst entlassen worden. Als sie aber vorgab, eine Gräfin Khuen habe versprochen, ihr zu ainem bessern glückh zuhelfen, hat sÿe gebetten, man wolle ihr an ihren glückh nicht

Ernst Friedrichs Vetter Georg Franz von Sumating (1659–1721), Hallstatt, Benefizium Lahn

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LEGE; Non Legum ænigmata, sed clarum Mortis IVS Quod, verso grammate VIS est Hoc vitæ iactura didicit, qui publice hic docuit In Universitate Tirnaviensi primum, inde Iuvaviensi, Hic Instituta, hic Pandectas, & mox Codicem & Ius publicum, utrimque laudatissime, MAGNI NOMINIS MAXIMÆ SPEI. Prænob. Clar. & Consult. Vir ERNEST9 FRIDERIC9 à Someting I.U.D. & Com. Pal. Cæs. Cels. ac Rev. Princ. & Arch. Sal. a Consiliis. Mæsta Coniux Hoc marmor posuit, ut sibi & tibi, qui hoc calcas, piam memoriam inculcaret. Obiit VII. Sept. Æt. año XXVII. TV ergo LeCtor ChrIstVM hoC ora, atqVe preCare, Vt LVX perpetVa LVCeat eI. 30

Die Witwe erhielt für sich und ihre Kinder ein monatliches Gnadengeld von 8 fl., das in den nächsten Jahren vom Erzbischof auf 12 fl. erhöht wurde. 32 Anna Maria Theresia von Someting ging keine zweite­ Ehe mehr ein. Sie finanzierte 1715 eine wohltätige Stiftung für das Benediktinerstift Garsten, 33 wo ihr Schwager P. Anton, der älteste Bruder ihres Mannes, seine Ordensprofess abgelegt hatte. 34 Sie erlebte noch die Stiftung der Kalvarienbergkirche in Hallstatt 1711, errichtet von einem Vetter ihres Mannes, dem Hofschreiber Georg Franz von Sumating (1659–1721), und dessen Gemahlin Maria Anna Christina Crollalanza. 35 Sometings Witwe starb am 8. April 1715 in Salzburg und wurde am 13. April in der Georgskapelle der Stiftskirche St. Peter begraben. 36 Die durch Stuck reich umrahmten Malereien der Kapellendecke weisen einen engen Bezug zur Benediktineruniversität auf: Die Vorlagen der als Immaculata-Symbole zu deutenden elf Embleme stammen alle aus dem 1695 erschienenen Werk Innocentia vindicata von Kardinal Celestino Sfondrati, 37 der 1679 bis 1681 Kanonisches Recht in Salzburg gelehrt hatte. 38

„Lies, nicht die Rätsel der Gesetze, sondern das deutliche Recht des Todes, das, wenn man einen Buchstaben umstellt, nichts anderes als Gewalt ist. Dies lernte durch den Verlust des Lebens, der, der öffentlich hier lehrte, in der Universität zunächst zu Tyrnau, dann zu Salzburg, hier die Institutionen, hier die Pandekten, bald auch den Codex und das öffentliche Recht, beiderorts höchst lobenswert, ein Mann eines großen Namens und allergrößter Hoffnung. Der hochedle, hochberühmte und hocherfahrene Mann, Ernst Friedrich von Someting, beider Rechte Doktor, kaiserlicher Pfalzgraf, des erhabensten und hochwürdigsten Fürsterzbischofs von Salzburg Rat. Die trauernde Gattin ließ diesen Marmorstein setzen, um sich selbst und dir, der du auf diesen Stein trittst, ein frommes Gedenken einzuprägen. Er starb am 7. September in seinem 27. Lebensjahr. Du also Leser bitte und flehe zu Christus, auf dass ihm das ewige Licht leuchte.“31

Epitaph der Anna Maria Theresia von Someting, geborener von Taxis, Salzburg, Stiftskirche St. Peter, Kapelle des hl. Georg

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1 VMBRA PROCVL „Fern jeder Schatten“ 2 NIHIL MATRIS HABENS „Nichts von der Mutter habend“ 3 VNICA NAVFRAGIO SUPEREST „Als Einzige überlebt sie den Schiffbruch“

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3 4 AB ORTV „Von Geburt an.“ 5 NIHIL OBSTAT ORIGO „Die Herkunft steht nicht entgegen“ 6 NEC TINGOR AB VNDA „Ich werde nicht benetzt von der Welle.“

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6

5

7 NIL FRVCTVS FLORIBVS OBSTAT „Nicht steht die Frucht den Blüten entgegen“ 8 INFRA TONAT „Darunter Donner“ 9 NIHIL CONQVINATVM „Nichts befleckt“

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Immaculata-Embleme aus: Celestino Sfondrati, Innocentia vindicata, in qua gravissimis argumentis ex S. Thoma petitis ostenditur, angelicum doctorem pro immaculato conceptu Deiparæ sensisse & scripsisse. St. Gallen 1695, Universitätsbibliothek Salzburg, Sign. R 1406 II re. Deckenansicht der Kapelle des hl. Georg mit Immaculata-­ Emblemen nach Celestino Sfondrati, Salzburg, Stifts­ kirche St. Peter

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SOLIS OPVS „Der Sonne Werk“

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SINE NVBIBVS ORTVS „Wolkenloser Aufgang“

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OBŸT / PLVRIMVM REVERENDVS / AC CLARISSIMVS D. P. LEONAR: / DVS FESSENMAŸR ORD: S: BENED: / AD SS: VDALRICVM ET AFRAM / AVGVSTÆ PROFESSVS SS: THEO: / LOGIÆ DOCTOR AC PRIOR IBIDEM / MERITISSIMVS ANNO M:DCC DIE / 23 MARTŸ S: ÆTATIS 57. „Gestorben ist der hochwürdige und hochberühmte Herr P. Leonard Fessenmayr aus dem Orden des hl. Benedikt, zu St. Ulrich und Afra in Augsburg Profess, der hochheiligen Theologie Doktor und hochverdienter Prior daselbst im Jahre 1700 am 23. Tag des März, im 57. (Jahr) seines Alters.“

1700 – P. Leonard Fessenmayr OSB Leonard Fessenmayr wurde um 1645 in Augsburg geboren. Er trat in das Augsburger Benediktinerstift St. Ulrich und Afra ein, wo er am 3. Februar 1664 seine Profess ablegte.1 Sein Theologiestudium, das er am 20. Dezember 1666 an der Benediktineruniversität in Salzburg aufnahm, 2 durfte er wegen seines hervorragenden Studienerfolges in Rom fortsetzen. Dort studierte er zunächst vom 13. Oktober 1667 bis 11. September 1670 am Collegium Germanicum3 und schloss danach an der römischen Universität La Sapienza mit dem Doktorat der Theologie ab.4 Zudem wurde er in der Ewigen Stadt am 30. September 1669 zum Priester

geweiht. Auf Wunsch seines Abtes kehrte er nach Augsburg zurück, wo er in den Jahren 1671 bis 1674 die dem Stift anvertraute Pfarre St. Ulrich und Afra leitete. 5 Kurz darauf stieg er zum Prior seines Klosters auf. Der glühende Verehrer der Eucharistie und der Jungfrau Maria war auch ein wortgewaltiger und gefeierter Prediger. Ob seines rhetorischen Talents wurde er im Jahr 1700 zum zweiten Mal eingeladen, die Fastenpredigten in Salzburg zu halten.6 Hier starb er am 23. März 1700 völlig unerwartet unter plötzlich auftretenden Fieberschüben und wurde in der Sitzgruft des Sacellums beigesetzt.

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R. P: Otto Aicher Moñrÿ Benedict. ad S. / Vitum cis Rotham Profes– Salisburg. Consiliari Ecclicus ˜ et / Archiepi sus, Cels.mi ac R.mi Ppıs 9 &c. postquam / in hac Universitate ab anno 1657. usq. ad præsens / tempus non modò Humaniores Litteras, sed et Ethi: / cam et ­Mathematicam cum fructu docuit, aliáq: / munia diligent.mè obivit, piè in Dño defunctus est / die 18. Ianuarÿ A.o M.DCC.V. „Nachdem der hochwürdige P. Otto Aicher, des Benediktinerklosters zu St. Veit diesseits der Rott Profess, des erhabensten und hochwürdigsten Fürsterzbischofs von Salzburg Kirchenrat usw. an dieser Universität vom Jahre 1657 bis zur Gegenwart nicht nur die Literaturwissenschaften, sondern auch Ethik und Mathematik mit Erfolg gelehrt und andere Ämter überaus sorgfältig auf sich genommen hatte, ist er fromm im Herrn gestorben am 18. Tag des Januars im Jahre 1705.“

1705 – P. Otto Aicher OSB Obwohl der Benediktinerpater Otto Aicher den Salzburger Akademiebetrieb nahezu ein halbes Jahrhundert lang prägte, ist ihm bisher keine biographische Studie gewidmet. Immerhin würdigte Magnus Sattler in den „Collectaneen Blättern“ zur Universitätsgeschichte die Verdienste des bedeutenden Professors: Er war ein Mann, talentvoll und geistreich wie wenige und in allen Gebieten des Wissens wohl zu Hause.1 Die Herkunft des um 1628 geborenen Aichers ist unbekannt, zuweilen wird eine uneheliche Geburt in Altötting oder Neumarkt vermutet.2 Dem scheint der hier erstmals publizierte Eintrag Martinus Aicher Salisburg[ensis],3

„Martin Aicher aus Salzburg“, im Matrikelbuch der Benediktineruniversität entgegenzustehen, sofern nicht die Diözese Salzburg gemeint ist. Das neben der autographen Immatrikulation vermerkte Sterbedatum beweist, dass der frisch an der Universität eingeschriebene Student Martin Aicher identisch ist mit dem Benediktinermönch und langjährigen Professor P. Otto Aicher. Doch seine definitive Herkunft bleibt weiter ungeklärt, weil es im besagten Zeitraum in den Taufbüchern der Salzburger Dompfarre keine Eintragung unter diesem Namen gibt und die Matriken von Salzburg-Mülln, Altötting und Neumarkt erst später beginnen.

Autographer Matrikeleintrag Martin Aichers, des späteren Bene­ diktinerpaters Otto, vom 27. Dezember 1641, links Todesvermerk von späterer Hand, Universitätsarchiv Salzburg, bA 1, fol. 6v

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Salzburger Studienjahre Martin Aicher begann am 27. Dezember 1641 mit dem fünfstufigen Gymnasium in Salzburg, an dem er vor allem die lateinische Sprache meisterhaft erlernte. Sein Lehrer in der Rhetorikklasse, der gefeierte Thea­ terpater Otto Guzinger,4 förderte seine Begeisterung für antike Literatur. Nach Abschluss des Akademischen Gymnasiums trat Aicher unter dem Ordens­ namen Otto in das Benediktinerstift St. Veit an der Rott ein, wo er 1648 die Ewige Profess ablegte. In Salzburg studierte er zunächst Philosophie bei P. Bernard Ruedorffer aus dem Kloster Seeon. Als Fünftbester von 27 ausgezeichneten Kandidaten beendete er am 7. Juli 1649 das erste Studienjahr als Baccalaureus. 5 Die beiden Prüfungsfragen bezogen sich auf den im Jahr davor geschlossenen Westfälischen Frieden: „I. Ob die Logik auf Friedenspläne angewendet werden soll? II. Ob die Logik mehr für den Krieg als für den Frieden anwendbar ist?“ Bereits nach dem zweiten Studienjahr, am­ 12. Oktober 1650, erfolgte die Sponsion zum Magister der Philosophie,6 danach studierte Aicher Theologie und Kanonisches Recht. Am Karsamstag, dem 12. April 1653, weihte ihn der Fürstbischof von Chiemsee, Franz Vigil Graf von Spaur, im Domoratorium des hl. Virgil zum Priester.7

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Erste Lehrtätigkeit Von dem eben gewählten Abt Gregor Wöstermayr zum Prior ernannt, verweilte der junge Magister nach der Priesterweihe einige Jahre in seinem Heimatkloster.8 Schon 1657 kehrte Aicher nach Salzburg zurück, wo er fünfzehn Studienjahre Syntax, Poesie und Rhetorik9 lehrte und ab 1664 zusätzlich als Praefectus Scholarum das Gymnasium leitete.10 Mit seinen Schülern las er Werke von Cicero, Cornelius Nepos, Livius, Ovid und Vergil, dazu in der Poetikklasse den Alexanderroman des Q. Curtius Rufus und in der Rhetorikklasse stets ein Drama von Seneca als Vorbereitung für die Theateraufführungen an der Universität.11 Laut seiner Totenrotel unterrichtete er 600 Schüler.12 Da Aicher wiederholt mit einem Jahrgang aufzusteigen pflegte, müssen seine Klassen wohl 50 bis 60 Knaben gezählt haben. Sein wahrscheinlich bekanntester Schüler Johann Ulrich Megerle, der wortgewaltige Pestprediger Abraham a Sancta Clara, inskribierte am 7. November 1659 in Salzburg Syntax und besuchte im Studienjahr 1660/61 bei Aicher die Poetikklasse.13 Nach Abschluss des Gymnasiums trat Megerle in Wien in den Orden der Augustiner-Barfüßer ein und wählte den Ordensnamen Abraham zu Ehren seines Onkels, des ehemaligen Salzburger Hofkapellmeisters Abraham Megerle.14

li. Benediktinerstift St. Veit / Rott, aus: Anton Wilhelm Ertl, Churbayerischer Atlas, 2. Teil, Nürnberg 1690, S. 235, Universitätsbibliothek Salzburg, Sign. R 15.173 I re. Innere Sakristei des ehemaligen Benediktinerstifts St. Veit / Rott mit Knorpelstil-Mobiliar aus der Zeit von P. Otto Aicher (1673)

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Nulli parcit honori „Sie verschont keine Ehre“

Sublimia Funera plango „Ich betrauere erhabene Leichen“

Fortia frango, tenera meto „Starkes breche ich, Zartes mähe ich“

Serius aut Citius „Später oder früher“

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Kenntnis der Rhetorik bzw. der Poetik zu vermitteln. Dementsprechend erfolgte die Einteilung des Stoffes in sieben größere Einheiten, die Tage, und in Unterkapitel, die einzelnen Stunden. Das „Iter poeticum“ erschien nicht bei Mayr, der den Druck möglicherweise abgelehnt hatte, sondern ausgerechnet bei dessen größten Konkurrenten Melchior Haan, der die Werke von Abraham a Sancta Clara publizierte. 21 Da dem didaktisch originellen Werk offensichtlich großer Erfolg beschieden war, sicherte sich der geschäftstüchtige Mayr zumindest die Rechte am Fortsetzungsband „Iter oratorium“. Geschickt nutzte also P. Otto die Konkurrenz der Salzburger Buchdrucker für sich aus, um beide Werke publizieren zu können. Mayr druckte zudem Aichers kommentierte Schulausgaben zu Cicero, 22 Livius23 und Seneca. 24

In der Widmung zum vierten Teil seines Hauptwerks „Judas, der Ertz-Schelm“ schrieb Abraham a Sancta Clara über seine Salzburger Studienjahre: das wenige und wintzige, was ich kan, thue ich nach dem Allerhöchsten niemand zuschreiben als der Benedictinerischen Lehr und Lehrer.15 Die Jahre im Schatten Als man 1671 an der Philosophischen Fakultät den begehrten Lehrstuhl für Ethik neu besetzte,16 wurde Aichers Hoffnung, seinem Lehrer Guzinger nachfolgen zu können, schwer enttäuscht. Ohne sich zuvor am Gymnasium bewähren zu müssen, wurde der jüngere P. Simon Rettenpacher aus dem Stift Kremsmünster favorisiert. Die neuen Besetzungskriterien waren der Forderung des Erzbischofs Maximilian Gandolph Grafen von Kuenburg geschuldet, künftig das Fach Geschichte im Ethikunterricht stärker zu betonen.17 Leben und Taten berühmter Persönlichkeiten sollten gelehrt und nach ethischen Gesichtspunkten beurteilt werden. Aicher leitete weiterhin das Gymnasium, bereitete aber jetzt seine Schriften für den Druck vor. Sein erstes publiziertes Werk war gleich ein Überraschungserfolg: Das „Theatrum funebre“, eine Sammlung von Grabinschriften, veröffentlichte er 1673 beim Universitätsbuchdrucker Johann Baptist Mayr zunächst unter dem Pseudonym Dodo Richea (Anagramm für Oddo ­A icher).18 Dafür rügte ihn sein Abt, der meinte, es wäre besser gewesen gar keinen Namen unter das Werk zu setzen.19 Aufgrund der großen Nachfrage wurde das Buch schon zwei Jahre später erneut aufgelegt – diesmal unter dem richtigen Namen des Autors. Mit dem zweiteiligen „Hortus variarum inscriptionum“ ließ ­A icher 1676 und 1684 weitere Inschriftensammlungen folgen. Die unmittelbar nacheinander erschienenen Werke „Iter poeticum“ (1674) und „Iter oratorium“ (1675), 20 versprachen, in nur sieben Tagen die vollständige

li. Embleme, aus: Otto Aicher, Theatrum funebre, Salzburg 1675, Universitätsbibliothek Salzburg, Sign. R 5.201 I re. Titelkupfer, aus: Otto Aicher, Institutiones ethicæ, Salzburg 1696, Sign. 5.409 I

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Weltgeschichte im Hörsaal Als Simon Rettenpacher für die Vorbereitungsarbeiten zum Jubiläum seines Heimatstifts nach Kremsmünster zurückgerufen wurde, übernahm P. Otto, der nun nicht mehr übergangen werden konnte, von 1675 bis zu seinem Tod den Lehrstuhl für Ethik an der Philosophischen Fakultät 25 und stand ihr im Studienjahr 1678/79 überdies als Dekan vor. 26 Aicher hielt meist zwei Vorlesungen, die erste aus Ethik, die zweite aus Geschichte, in späteren Jahren außerdem eine dritte, die sich mit den Wahlsprüchen der Kaiser beschäftigte. 27 Er lehrte hauptsächlich nach der Nikomachischen Ethik des Aristoteles, gab daneben Einführungen in Politik sowie Ökonomie und behandelte einmal sogar die Privilegien der Universitäten und ihrer Studenten. 28 Seine Vorlesungen aus Geschichte verliefen schleppend: Allein für das Leben von Kaiser Tiberius benötigte er ein ganzes Jahr, für Caligula und Claudius ein weiteres, für Nero dann ein drittes und auf diese Weise weiter, bis er zum dritten Jahrhundert kam. Dann, im Jahr 1684, begann er, die Geschichte ab der Erschaffung der Welt zu leh-

ren 29 – sechzehn Jahre, bis 1700, brauchte er, um einmal die Universalgeschichte durchzubekommen. 30 In seinen letzten Lebensjahren dozierte er über das Heilige Römische Reich Deutscher Nation und übernahm im Alter von 74 Jahren noch zusätzlich die Professur für Mathematik. 31 Aicher scheint in diesem Fach versiert gewesen zu sein, da er zur Berechnung der beweglichen Feste und astronomischen Phänomene für den Kalender der Universität herangezogen wurde. 32 Seine Vorlesungen publizierte Aicher in mehreren Bänden: Die Geschichte der römischen Könige und der römischen Republik behandelte er in den nach Florus benannten Werken „Infantia et adolescentia Romae“ und „Iuventus et maturitas Romae“. 33 In den Viten der römischen Kaiser bis zum Tod Hadrians, der „Historia quartae monarchiae“, 34 knüpfte er ethische Fragen und Antworten an die Analyse der historischen Ereignisse. Beispielsweise erörterte Aicher im Anschluss an die Darstellung des Attentats auf Caesar die Frage, ob der Tyrannenmord zu Recht oder zu Unrecht erfolgte. Als historisches Hauptwerk darf die aus seinen Vorlesungen entstandene und in zwei Ausgaben erschienene „Epitome chronologica historiæ universalis sacræ & profanæ“ bezeichnet werden. Während die Ausgabe von 1689 von der Schöpfung der Welt bis zu Christi Geburt reicht, 35 schließt die im Jahr nach Aichers Tod erschienene Ausgabe von 1706 mit dem Jahr 1702. Seine Ethikvorlesungen publizierte Aicher in den „Institutiones ethicae“36 und im „Zodiacus vitae“, 37 dessen Aufgliederung des Stoffs nach den sprichwörtlichen Tugenden und Lastern der Sternzeichen die Originalität des Autors bezeugt. Von seinen sonstigen Werken sind noch die Sentenzensammlungen „Florilegium insigniorum sententiarum“38 und der „Tacitus enucleatus“39 erwähnenswert. Die umfangreichen Autorenverzeichnisse, die P. Otto allen seinen Büchern voranstellte, beweisen seine bemerkenswerte Literaturkenntnis, die wohl nicht zuletzt auf seine Tätigkeit als Bibliothekar der Universität seit 1660 zurückzuführen ist.40 In seine Werke ließ er französische, spanische, englische, polnische, deutsche und belgische Dichtungen einfließen.41

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Aries (Widder) Taurus (Stier) Gemini (Zwilling) Cancer (Krebs)

Leo (Löwe) Virgo (Jungfrau) Libra (Waage) Scorpio (Skorpion)

Sagittarius (Schütze) Capricornus (Steinbock) Aquarius (Wassermann) Pisces (Fische)

li.u.o. Titelkupfer und die 12 Tierkreiszeichen, aus Otto Aicher, Zodiacus ­vitae sive iter ethicum, Salzburg 1697, Universitätsbibliothek Salzburg, Sign. R 5.410 I

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Aus einer abschließenden Notiz im zweiten Band seines „Hortus variarum inscriptionum“ kann die umfangreiche Publikationstätigkeit Aichers ermessen werden. Wohl aus Werbegründen fügte Aicher hier einen „Elenchus scriptorum“, ein Register seiner edierten und noch nicht edierten Schriften, an, das darauf schließen lässt, dass bereits 1684 beinahe alle seiner später publizierten Schriften fertiggestellt waren. Folglich war er in den nächsten zwei Jahrzehnten wohl hauptsächlich auf der Suche nach „Sponsoren“ für den Druck seiner Werke, die er zumeist in den zur Visitation an der Universität weilenden Äbten fand. Einige der im Elenchus erwähnten Werke, wie das „Palatium Heroum“, das Elogien auf berühmte Persönlichkeiten enthielt, erschienen dennoch nicht im Druck,42 während andere Werke­noch nach Aichers Tod neu aufgelegt wurden, die ­„Institutiones oeconomicae“43 erschienen 1746 sogar in italienischer Übersetzung.44

Im „Elenchus scriptorum“ legte Aicher sein weiteres ­literarisches Schaffen dar: „Und weil ich mehrere Jahre Poetik und Rhetorik gelehrt habe, wird es vielleicht jemanden geben, der auch meine flüchtig hingeworfenen und vereinzelten Schriften kennenlernen will. Wie man diese kaum aufzählen kann, so können sie noch weniger aufgefunden werden, weil ein großer Teil von ihnen verloren gegangen ist. Ich will sie überblicksmäßig angeben: Reden haben ich ungefähr hundert verfasst. Mehrere Sentenzensammlungen und Briefe. Sechs lateinische Komödien, drei deutsche, sechs Tragödien, 27 kleinere Dramen, 20 epische Dichtungen, 60 Elegien, 400 Embleme, Epigramme und anderes derartiges.“45 „Berühmtester Dramatiker seiner Zeit“ In den Jahren im Schatten seines Konkurrenten Rettenpacher konnte Aicher lernen, wie man den Geschmack des Landesfürsten traf. Mit Demetrius, Atys und Per-

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seus hatte Rettenpacher drei Gestalten aus der antiken Geschichte sehr erfolgreich dramatisiert.46 Er war um historische Wahrheit und psychologische Ausdeutung bemüht, wodurch er die verwerflichen Aktionen seiner Protagonisten menschlich verständlich zu machen versuchte.47 Wohl gegen seinen Willen nach Kremsmünster zurückberufen, ließ sich Rettenpacher zu einer an den Passauer Fürstbischof gerichteten Petition gegen seinen Abt überreden. Als er seine Mitbrüder in den Landpfarren unterschreiben lassen wollte und der Abt von der Sache Wind bekam, distanzierten sich die Urheber von dieser Aktion und P. Simon stand als Sündenbock allein da. Strafversetzt in die Pfarre Fischlham musste er sogar seine geliebten Bücher abgeben.48 Welches Konkurrenzverhältnis zwischen Rettenpacher und Aicher herrschte, zeigt sich vor allem daran, dass in ihren Theaterstücken zum Teil dieselben Protagonisten auftreten.49 Doch es gelang nur Simon Rettenpacher seine Dramen drucken zu lassen, während von Aichers dramatischem Schaffen bisher nicht einmal Handschriften gefunden werden konnten. Mit Simon Rettenpachers Abgang übernahm Aicher nicht nur die Ethikprofessur, sondern wurde auch Pater comicus am Universitätstheater. Hatte er schon 1670 für die Finalkomödie verantwortlich gezeichnet, sollten nun bis 1687 elf weitere folgen, deren Inhalt lediglich aus den Programmheften, den Periochen, bekannt ist. Schon Jahre zuvor hatte Aicher in seinem „Iter poeticum“ eine kurzgefasste, Julius Caesar Scaliger, Jacob Masen und Martin Du Cygne folgende Dramentheorie entworfen, 50 in dem er die Theaterstücke des am Wiener Kaiserhof wirkenden Jesuiten Niccolò Avancini als beispielhaft lobte. Besonders wichtig war ihm der Prolog, vor allem aber die szenische Darstellung. Seinen Vorgaben entsprechend durfte die Bühne selbst dann nicht leer sein, wenn nur Instrumentalmusik erklang. In seinen Dramen wusste er aber auch effektvoll zu schweigen, wenn es etwa am Schluss seiner 1675 aufgeführten „Rosimunda“ heißt: Bey dem Grab der Rosimunda lassen sich vier tantzende Geister sehen […], die mit traurigen Geberden ohne Red ihre Laster und Verbrechen vorstellen und zu erkennen geben. 51 Aus den Periochen lässt sich ableiten, dass Aicher seine

Dramen als wohldurchdachte Spektakel, als barocke Gesamtkunstwerke aus Wort, Musik, Tanz, Gebärde und Kostüm inszenierte. Die Vertonungen stammten von Andreas Hofer, 52 Heinrich Ignaz Franz Biber und Georg Muffat. 53 Er schrieb sogar Liedtexte wie etwa in der Finalkomödie des Jahres 1677: Vomorin wird zu der Richtstatt geführet: von deme sich seine Zunfftgenossen mit einem neuen Leich-Gesänglein beurlauben. 54 Seine Dramenstoffe wählte Aicher aus dem Alten Testament, der jüdischen, römischen, langobardischen und französischen Geschichte. Anlässlich der großartigen Feierlichkeiten zum 1100-Jahr-Jubiläum der Ankunft des hl. Ruperts in Salzburg wurde sein prestigeträchtigstes Stück aufgeführt, das Saeculum aureum,

o. Titelkupfer, aus: Otto Aicher, Institutiones oeconomicæ, sive discursus morales in duos libros oeconomicorum Aristotelis. Salzburg 1690, Sign. 5.408 I

li. Typendekoration „Feldlager“, Erzabtei St. Peter, Kunstsammlungen

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der mitzubestimmen. Von Kindesbeinen an lernten sie, dieses ererbte Recht als von Gott gegeben zu begreifen. Daher trachtete das barocke Universitätstheater eindringlich vor Augen zu führen, dass ein Herrscher von Gottes Gnaden seinem Gott auch Rechenschaft schuldete: Macht stellt keine Allmacht dar, sondern braucht das Gewissen. Nicht Selbstzweck bestimmt das irdische Dasein der Mächtigen sondern das Bewusstsein höherer Verpflichtung. Adelige Studenten fanden sich hauptsächlich unter den salii, also unter den Tänzern. So lernten sie neben Gesellschaftstänzen würdevolles Schreiten verbunden mit ausdruckstarker Gestik und Mimik. Die Hauptrollen übernahmen hingegen zumeist bürgerliche Hochbegabte, die sich in kurzer Zeit große Textmengen in schwierigen Metren merken mussten. Die damals unverzichtbaren grausamen und blutigen Rollen, wie die nicht selten vorkommende Figur des Henkers, pflegte der Pedell zu übernehmen.

das die Salzburger Frühgeschichte zum Inhalt hatte. 55 Die Inszenierung entsetzlichster Abscheulichkeiten auf der Bühne scheint offenkundig dem Geschmack der Zeit entsprochen zu haben: Rosimunda muss aus einem Pokal trinken, gefertigt aus der Hirnschale ihres Vaters;56 Vomorin wird nach verbüßter Galeerenstrafe gehängt;57 Herodes und Constantin VI. lassen ihre schuldlosen Gattinnen enthaupten;58 der gefangene Kaiser Valerian wird bei lebendigem Leib gehäutet und seine mit Zinnober eingefärbte Haut in einem Tempel zur Warnung aufgespannt. 59 Die pädagogischen Ziele seiner Dramen fasste Otto Aicher in den Observationes politicae zusammen, den Teilen der Periochen, die sich nur an die Studenten richteten und daher ausschließlich lateinisch gedruckt wurden. Sie folgen der Praxis des damaligen Geschichtsunterrichts, ethische Maximen aus der Historie abzuleiten. „Der Hof des Herodes“, so führt ­A icher in der Perioche seines Dramas „Mariamne“ aus, „zeigt ein schreckliches Musterbeispiel eines ruchlosen und unheilvollen Hofes: Dort herrschte nichts außer Argwohn, Verleumdungen, Betrügereien, Hinterlist, Nachstellungen und Morde.“ Doch „entrissen wird das Diadem durch Frevel, niemals besteht für Herodes ­Sicherheit: Denn der Kronen schwacher Wächter ist die Furcht. Und viele fürchtet notgedrungen derjenige, vor dem sich viele fürchten.“60 Schüler und Studenten rekrutierten sich zumeist aus dem Beamten- und Bürgertum sowie dem niederen und hohen Adel. Philipp Ludwig Wenzel Graf von Sinzendorf, der spätere Obersthofkanzler Maria Theresias, und Alois Thomas Raimund Graf von Harrach, der spätere Vizekönig von Neapel, übernahmen beispielsweise Rollen im Theaterstück „Valerian“. Auf Ausbildung und Erziehung der adeligen Studenten, meist aus der Verwandtschaft des regierenden Fürsterzbischofs oder der österreichischen Aristokratie, wurde besonderes Augenmerk gelegt, oblag es den jungen Grafen und Freiherren doch als zukünftigen Ratgebern von Kaisern, Königen und Fürsten, über das Wohl Tausenli. Elias Nessenthaler (1664–1714) / Stecher, P. Otto Aicher OSB, 1703, Kupferstich, Wien, Österreichische Nationalbibliothek, Porträtsammlung re. Titelkupfer, aus: Otto Aicher, Epitome chronologica historiæ universalis sacræ & profanæ, Salzburg 1689, Universitätsbibliothek Salzburg, Sign. 5.652 I

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und deren Kataloge dem Fleiß und den Mühen unseres Ottos verdankten.“65 Leider sind Aichers Bücherkataloge für die Hofbibliothek bisher nicht aufgetaucht. Max Gandolph hatte im Neubau einen zweischiffigen Saal mit prunkvollen Portalen errichten lassen, in dem künftig die Hofbibliothek der Erzbischöfe untergebracht werden sollte. Diese Aufgabe sicherte Aicher den sonst nicht üblichen Verbleib an der Hohen Schule, denn während die meisten Professoren schon nach wenigen Jahren der Lehrtätigkeit wieder in ihre Heimatklöster abberufen wurden, kam P. Otto nur in den Ferien 1679 zur Ordnung des Hausarchivs wieder nach St. Veit. Als er in seinem Kloster Prior werden sollte, bat er flehentlich darum, ihn in Salzburg zu belassen, denn nach zwanzigjähriger Abwesenheit eigne er sich nicht mehr für das Klosterleben und er könne sich nicht mehr daran gewöhnen, mitten in der Nacht zum Chorgebete aufzustehen.66 Der einsichtige Abt gewährte Aicher seinen Wunsch unter der Bedingung, die in Salzburg studierenden Mitbrüder aus St. Veit zu betreuen.67 Von seinen Büchern, die er, soweit es die Ordensregel zuließ, selber sein Eigen nannte, haben sich einige in der Universitätsbibliothek Salzburg erhalten, eine Vielzahl hinterließ er dem Kloster St. Veit.68 Als Exlibris wählte er ein sprechendes Wappen mit drei Eicheln, dazu den Schriftzug „P. Otto Aicher“.

Einen zeitgenössischen Eindruck von Aichers Theaterstück „Nabuchodonosor“61 überliefert der Mauriner Jean Mabillon (1632–1707), der die Aufführung am 1. September 1683 besuchte: „Drei Tage darauf, als es uns schon nach der Abreise verlangte, gab uns der Fürst seinen Wunsch zu verstehen, dass wir dem bevorstehenden öffentlichen Schauspiel beiwohnen möchten. In diesem sollte die Geschichte des Nabuchodonosors im Versmaß des Senars an der Universität dargestellt werden. Wir gehorchten und waren anwesend. Alles war sehr festlich, das Theater elegant, das Bühnenbild wurde häufig gewechselt. Es gab Bläser und Streicher und eine zahlreiche Besucherschar. Am Schluss wurden an die Studierenden die Preise verteilt. Dem Schauspiel wohnte der hochgeborene Fürst mit großem Gefolge von Damen und Herren bei. Darunter zeigten sich auch viele Vornehme von Wien und Österreich beiderlei Geschlechts, fast alle nach französischer Mode gekleidet. Die Furcht vor den Türken hatte sie bewogen, hier ihre Zuflucht zu suchen.“62 Von der Bühne in die Bibliothek Mit dem Tod Fürsterzbischofs Maximilian Gandolph Grafen von Kuenburg am 3. Mai 1687 veränderte sich der Theaterbetrieb an der Universität. Aicher suchte den Geschmack des neuen Landesherrn Johann Ernst Grafen von Thun zu treffen und wählte mit seinem „Ulysses“ erstmals einen Stoff aus der griechischen Mythologie.63 Der erhoffte Erfolg scheint ausgeblieben zu sein, denn Aicher wurde als Theaterpater von Vitus Kaltenkrauter und Wolfgang Rinswerger abgelöst. Auf der Bühne wurden nun die Heiligenviten von Hermenegild, Wenzel von Böhmen und Paulinus von Nola inszeniert,64 während sich Aicher verstärkt seinem Betätigungsfeld als Bibliothekar widmete. Wie die „Historia Universitatis“ berichtet, blieb P. Otto, der neben der Universitätsbibliothek zusätzlich die Hofbibliothek betreute, besonders jenen in dankbarer Erinnerung, „welche die Hof- oder Universitätsbibliothek zu besuchen pflegten, da sie die überaus schöne Ordnung der Bücher

li. Blick in P. Otto Aichers Lebenswelt: Die 1682 vollendete Max-Gandolph-Bibliothek dient heute als Veranstaltungssaal der Universität Salzburg re. Exlibris von P. Otto Aicher, Universitätsbibliothek Salzburg

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Ausklang mit Verdienst Als Otto Aicher 1703 sein Goldenes Priesterjubiläum in der Stiftskirche von St. Peter feierte, widmete ihm der Universitätsdrucker Johann Baptist Mayr „als Beweis für die alte Verehrung und Freundschaft“ ein langes lateinisches Gedicht: Der Titel, ein Zitat aus einem Seneca-Drama, Fatidica quercus, „Die weissagende Eiche“, spielt einerseits auf Aichers Namen an,69 meint aber andererseits die dem Jupiter heilige Eiche von ­Dodona, nach Delphi die berühmteste Orakelstätte der griechischen Welt. Mayr gelang damit eine tiefgründige Reminiszenz an Aichers Pseudonym „Dodo“, unter dem er noch verschämt sein Erstlingswerk publiziert hatte.70 P. Otto blieb demzufolge Anerkennung und Wertschätzung zu Lebzeiten nicht versagt. Der ganzen Stadt war er als „der gutmütige und fromme Pater Otto“ bekannt, der „niemandem zur Last fiel und keinem Schwierigkeiten bereitete.“71 Der Mann, der fast ein halbes Jahrhundert zwischen Hörsaal, Bühne und Hofbibliothek zugebracht hatte, war den Salzburgern zur Legende geworden, denn es hieß: „Er verdiente, das lebende Protokoll der Universität genannt zu werden.“72

Am 5. Dezember 1704 wurde Otto Aicher von Fürst­ erzbischof Johann Ernst Grafen von Thun in ansehung seiner gueten qualiteten, seiner der Universität langwirig und ersprießlich gelaisten Diensten sowie für die beÿ einrichtung unserer HoffBibliothec gehabte müehe und arbeith zum Geistlichen Rat ernannt,73 konnte sich jedoch nicht lange über die hohe Auszeichnung freuen, denn bald darauf nahm auch ihm der Tod Schreibkiel und Bücherkatalog aus den Händen.74 Vom Schlag getroffen wurde er noch eilig mit den Sterbesakramenten versehen, bevor er am 18. Januar 1705 um halb zehn Uhr morgens starb. Am Nachmittag des folgenden Tages wurde er mit feierlichem Gepränge im Sacellum beigesetzt.75 Aichers literarischer Nachlass wurde dem Stift St. Veit übergeben, wo die Handschriften 1708 einem verheerenden Brand zum Opfer fielen. Trotz des Wiederaufbaus folgte eine Zeit des kontinuierlichen Niedergangs, bis das Stift 1802 säkularisiert wurde. Die Klosterbibliothek, wo Aichers Werke in vollständiger Reihe standen, wurde um 1860 als Altpapier verschleudert – der Zentner Literatur für ganze fünf Gulden.76

Brand des Benediktinerstifts St. Veit, 1708, Öl / Leinwand, Pfarrhaus Neumarkt-St. Veit

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PRÆNOBILIS / CONSVLTISSIMVS / VIR AC ­DOMINVS IOANNES / GEORGIVS A TACH ALMÆ / VNIVERSITATIS / SALISBVRGENSIS / NOTARIVS 24 ANN: / ÆTATIS SVÆ 59 ANN: / OBYT 29 MENSIS IVLŸ / ANNO DOMINI MDCCVIIII. „Der hochedle und hocherfahrene Mann und Herr Johann Georg von Tach, der ‚nährenden‘ Universität von Salzburg 24 Jahre Notar, ist im 59. Jahr seines Alters am 29. (Tag) des Monats Juli im Jahre des Herrn 1709 gestorben.“

1709 – Johann Georg von Tach Johann Georg von Tach wurde am 15. März 1650 in Zell am See getauft.1 Sein Vater, Martin von Tach (1607–1662), war Gerichtsschreiber im Dienst des Salzburger Erzbischofs. Als gegen Ende des Dreißigjährigen Krieges das ganze Landtvolkh wider Ihren Landtsfürsten aufgestandten, hat er allain seine untergebenen Underthanen zu Zell im Pinzgau beÿ Ihrer Treu gegen unseren genedigisten Landtsfürsten doch mit hechster Miehe und Sorg erhalten. 2 Seine Mutter, Katharina Lürzer, war die Tochter von Johann Lürzer († 1660), Verweser des Eisenwerkes der Familie Alt in Flachau.3 Johann Georg von Tachs Oheim Balthasar Lürzer von Zechenthal, Pfleger der Herrschaft Hüttenstein, übernahm nach dem frühen Tod des Vaters die Vormundschaft. Die Erziehung überließ er weiterhin der Mutter, der er zudem seine eigenen Kinder überantwortete. Daran entzündete sich in der Folge ein Rechtsstreit,4 in dem sogar die Rechnungen für die Perücken der jungen Herren thematisiert wurden. 5 Noch Jahre später klagte Tach beharrlich die Auslagen für seine Cousinen und

Cousins ein, habe doch seine Mutter öffters in Ihren Lebzeithen, vor Ihrer leztern Khrankheit, ja in dem Todtpöth [Totenbett] selbsten gesagt, mein Herr Bruder ist uns noch von seinen Khündern die Khost und anders schuldig.6 Ab dem 1. November 1660 besuchte Johann Georg von Tach das Gymnasium der Salzburger Benediktiner­ universität7 und inskribierte 1667 Philosophie an der Universität in Graz,8 wo der Jesuitenpater P. Aloys ­Muschinan (1632–1687) sein Lehrer war.9 Dieses Studium beendete er am 12. April 1668 als Baccalaureus10 und am 19. August 1669 als Magister der Philosophie.11 Im selben Jahr legte sein Bruder Jakob Christoph mit dem Ordensnamen Bernardin die Ewige Profess im Franziskanerorden ab und vermachte ihm 50 fl. zu Gedechtnuß und zu einem Kleidt.12 Nach dreijährigem Studium des Kirchenrechts in Graz kehrte Johann Georg nach Salzburg zurück, um das Studium beider Rechte in der Mindeststudienzeit zu bewältigen. Am 12. November 1672 wurde er zum

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Rigorosum zugelassen,13 das er am 16. November bestand.14 Da ihm die Fakultät bescheinigte, sein Studium „mit großer Gründlichkeit“ absolviert zu haben, war er zur Titelverleihung eines „Lizentiaten oder Doktors der beiden Rechte“ zugelassen. Doch Tach war nicht gewillt, die Taxe für das Lizentiat und schon gar nicht die höhere für das Doktorat zu entrichten und erhielt deswegen – damals nicht ungewöhnlich – zum Studienabschluss nur ein „Kompetenzzeugnis“ ohne Titel. Eidlich wurde er verpflichtet, sich an keiner anderen Universität, die allenfalls die Promotion preiswerter vornehmen würde, den Titel verleihen zu lassen.15 Unter dem Vorsitz von Christoph Bluemblacher durfte er zum feierlichen Abschluss am 17. Januar 1673 öffentlich seine von der Fakultät approbierten Thesen verteidigen,16 deren Drucklegung er dem Fürsterzbischof Maximilian­ Gandolph Grafen von Kuenburg widmete.17 Für den Vorspann seiner Dissertation verfassten Kollegen, wie Georg Christoph Langner aus Bamberg, späterer Hofrichter des Stiftes Nonnberg, oder Bartholomäus Geislizer von Wittweng aus Schörfling, späterer Pfleger der Herrschaft Orth, lateinische Lobgedichte auf Tach. Gemeinsam mit seinem Bruder Franz Martin Friedrich bemühte er sich um die Bestätigung ihres Adels und Besserung des Wappens. Im Adelsgesuch hob Johann Georg von Tach hervor, seine Vorfahren hätten dem

König in Hispanien, wie auch dem hochlöblichen Erzhaus Österreich zu Kriegs- und Friedenszeiten unausgesezt treuist gedient, doch leider sei das Adelsdiplom vor etlich und neünzig Jahren durch [einen] erschröklich schädlichen Wasserguß verlohren gegangen. Die verbliebenen Dokumente, aus denen der Ahnen vill getreueste Dienst in Pergwercks sachen hervorgingen, ließ er von einem Salzburger Notar beglaubigen und legte sie seinem Gesuch bei. Kaiser Leopold I. billigte die Unterlagen und gewährte wunschgemäß Bestätigung und Wappenbesserung am 27. Oktober 1673 in Graz.18 Johann Georg von Tach begleitete Siegmund Carl Grafen von Castelbarco, den späteren Fürstbischof von Chiemsee, und dessen Bruder Johann Baptist auf ihrer Studienreise nach Mantua und Rom, wo er den jungen Grafen die Jura vorgelesen, und dociert hat.19 Nach seiner Rückkehr übernahm er Ende 1685 das Universitätsnotariat von seinem ehemaligen Studienkollegen Georg Christoph Langner, der sich mit Tachs Tante Christina Lürzer vermählt hatte. Mehrmals bewarb er sich um eine Universitätsprofessur, vor allem weil er sich mit Büecherschreiben von Zeith zu Zeith aufgehalten habe, wurde jedoch immer wieder übergangen. 20 Besonders verärgert reagierte der Notar, als ihm der deutlich jüngere Ernst Friedrich von Someting

re. Votivbild mit der Wallfahrtskirche Maria Kirchental und der Piazzetta von Venedig, 1742, Maria Kirchental

li. Wappen der Familie von Tach, 1673

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vorgezogen wurde. Umso mehr befremdete es Tach, dass ausgerechnet er auf Wunsch des Rektors nach ­Sometings frühem Tod die Vormundschaft über dessen Kinder übernehmen sollte. Dieser Auftrag, so schrieb er ablehnend, würde ihm sehr beschwehrlich fallen, zumal gerade er wohl der geringste Freund des Dr. ­Someting gewesen sei. Auch betonte er ausdrücklich, er sei eben kein Universitätsprofessor und ohne diß mit underschidlichen Processhändeln beunruhiget, wie der Herr Rektor in Gnaden wisse. 21 Tatsächlich war Tach in zahlreiche Prozesse verwickelt. Mit der Landschaft geriet er 1698 in einen heftigen Rechtshandel über die bei ihm in der waid und füetereÿ eingestellten Ochsen und Schafe: Weil er mit dem Preis für die Oxen- und Schaffüeterung nicht zufrieden war, wollte er den Zehent nicht abliefern, deshalb hatte ihn der Rektor zur Steuerrückzahlung würklich anzuhalten. 22 Über Jahre lag er in Streit mit dem Handelsmann Johann Kaufmann von Söllheim, mit dessen Reichtum es angeblich folgende Bewandtnis hatte: Kaufmann erwarb von seinen Mitbürgern ein mit reicher Handels-

ware versunken geglaubtes Schiff, das aber durch sein inbrünstiges Gebet zum hl. Antonius von Padua doch den Hafen von Venedig erreichte und seinem nunmehrigen Besitzer unermesslichen Reichtum einbrachte. 23 Tach behauptete, dem außerordentlich vermögenden Kaufmann einige Rechnungen nicht bezahlen zu müssen, weil dieser ihm die Abgeltung für eine von ihm erteilte Rechtsauskunft versprochen aber nie beglichen habe. 24 Der streitbare Universitätsnotar besaß seit 1687 den nach ihm benannten „Fontachhof“ in Parsch bei Salzburg, wo er am 29. Juli 1709 starb. Seiner Frau hinterließ er 800 fl., den in der Heiratsabrede vereinbarten Zinsgenuss von 1000 fl. und die Helffte von Silber­ gschmeid, Böthgewandt, Leinwanthen, Zünn, Kupfer, Gmähl [Gemälde], und andern lebendig: und todter Fahrnuß. Seine Tochter Maria Johanna Franziska sollte neben 1000 fl. Heiratsgut das goldene Servicebesteck und silberne Tassen erhalten. 25 Tach wurde am 30. Juli 1709 in der Sitzgruft des Sacellums beigesetzt. 26

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Iosephus Adamus Aybling: / ger Digestorum Professor / publicus obÿt die 21 Decembris Anno Domini MDCCXXII / Ætatis suæ 59 Professuræ suæ / hic 22. / † „Joseph Adam Ayblinger, der Digesten öffentlicher Professor, ist am 21. Tag des Dezembers im Jahre des Herrn 1722 im 59. (Jahr) seines Alters, im 22. (Jahr) seiner Professur hier gestorben.“

re. Zeugnis von Joseph Adam Ayblinger, das ihm am 4. Juli 1684 an der Jesuitenuniversität Dillingen ausgestellt wurde, Universitätsarchiv Salzburg, A 82/2 (1684/85), Nr. 58

1722 – Joseph Adam Ayblinger Joseph Adam Ayblinger wurde am 18. März 1664 in Augsburg geboren.1 Sein Vater, Marquard Jakob Ayb­ linger, war Verwalter der „Fuggerei“, einer Sozialsiedlung mit Reihenhäusern, errichtet zwischen 1516 und 1523 aus dem Stiftungsvermögen der berühmten Augsburger Kaufmannsfamilie Fugger. Joseph Adam begann am 18. November 1683 das Studium beider Rechte an der Jesuitenuniversität in Dillingen. 2 Nachdem ihm am 4. Juli 1684 ein Zeugnis über seinen glänzenden Studienfortschritt ausgestellt worden war, 3 setzte er das Rechtsstudium an der Benediktineruniversität in Salzburg fort.4 Er praktizierte einige Jahre als geprüfter, wohl aus Kostengründen nicht promovierter Jurist, bis er am 15. September 1697 auf die Lehrkanzel der Institutionen nach Dillingen berufen wurde. Nun strebte er den Doktortitel an, den er am 19. November in Salzburg erhielt.5 Der Prokanzler der Universität,­ P. Paul Mezger, hielt zur Promotion die im Druck erschienene Festrede.6 Nach dem überraschenden Tod des erst 37jährigen Salzburger Rechtsprofessors Johann Anton Lindner am 5. November 1698 bewarb sich Ayblinger um dessen Nachfolge.7 In mehreren Bewerbungsschreiben an den Erzbischof und den Rektor führte er seinen großen Studienerfolg an dero weltberuembten Universität bei den Professoren Johann Balthasar Braun und Joseph Bernhard Gletle an, außerdem seine Promotion durch ­Johann Anton Lindner nach elf Jahren Praxis.8 Allerdings gab man dem Münchener Hofgerichtsadvokaten Johann Caspar von Böcken den Vorzug. Als dieser aber bereits nach wenigen Monaten das Amt des Salzburger Stadt-

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syndikus übernahm, wurde Ayblinger am 10. Mai 1700 doch noch zum Professor der Institutionen ernannt.9 Der von Fürsterzbischof Johann Ernst Grafen von Thun am 7. September 1702 verliehene Ratstitel wurde am 1. Mai 1709 von dessen Nachfolger Franz Anton Fürsten von Harrach erneut bestätigt.10 Im Jahre 1717 stieg er schließlich zum Professor der Pandekten auf. Als Professor publizierte Ayblinger eine Reihe juridischer Schriften. Aus seiner offenbar umfangreichen Privatbibliothek befinden sich heute mehrere Bände in der Universitätsbibliothek Salzburg, darunter „Der Frantzösische Küchen-Gärtner“ von Nicolas de Bonnefons.11 Neben seiner Professur unterstützte Ayblinger einige Klienten in Rechtsfällen, wodurch er sich 1710 den Unmut des Hofgerichts wegen angeblicher Formfehler zuzog: So gab ihm der Rektor auf Verlangen des Hofkanzlers wegen seiner disfalls gebrauchten unmanier einen ernstlichen Verweiß, denn er habe eine schimpfliche erclärung verfasset.12 Die Rechtsauskünfte Ayblingers stießen auf generelles Missfallen: So führte die Eingabe für eine bürgerliche Weinwirtin zu einer heftigen Beschwerde der Advokaten beim Hofrat. Ayblinger berief sich in seiner Rechtfertigungsschrift gegenüber dem Rektor auf die „freie Praxis“, welche von vielen Erzbischöfen gewährt und auch ihm in seinem Dienstvertrag zugestanden worden sei. Noch nie sei eine seiner Eingaben an den Hofrat Baron von Pranckh beeinsprucht worden, die er schon oft für Arme im Auftrag von dessen wohltätigem Freÿlein Tochter vorformuliert habe. Dem Hofrat wolle man doch kaum jahrelange negligenz, oder ignoranz

vorwerfen. Nur die Vermutung der Advokaten, die Weinwirtin sei eine sehr einträgliche Partheÿ, bei der es vill zuerhaschen gäbe, habe wohl diesmal zu einer Beschwerde geführt.13 Joseph Adam Ayblinger war mit Maria Ludovika Schmid verheiratet. In der Salzburger Dompfarre wurden sieben Kinder des Ehepaares getauft, die nicht alle über das Kleinkindalter hinaus kamen. Bei zwei Kindern fungierte Abt Placidus Mayrhauser von St. Peter als Taufpate.14 Ayblinger wurde sechs Mal zum Dekan seiner Fakultät gewählt.15 Aufgrund einer Erkrankung resignierte er das Dekanat am 16. November 1722, hatte sich aber zuvor ausbedungen, das Amt nach einem Jahr, in dem er sich zu erholen hoffte, wieder zurückzubekommen.16 Doch seine Hoffnung sollte sich nicht erfüllen. Er starb nach einer fünfmonatlichen Krankheit am 21. Dezember 1722 so plötzlich,17 dass er nicht mehr mit den Sterbesakramenten versehen werden konnte.18 In einem Brief an den Rektor bat die Witwe um Beistand: Ich habe zwar schon heunt in der Frue Ewer Magnificenz durch meinen eltesten Sohn wehemiettigist klagen lassen, wasmassen Gott meinen liebsten eheconsorten von dem

Zeitlichen in das Ewige abgefordert habe. Weillen aber wegen bestreittung der Unkosten zu der sepultur [Begräbnis] die nothwendige mittl manglen: Als gelanget an Ewer Magnificenz meine unterthenige bitt dieselbe geruehen gnädig denselben in ansechung, das er die professuras Institutionum, undt Digestorum in die 22 Jahr bekleidet, die sepulturam [Begräbnis] eintweders in der Collegiikirchen, oder Sacello nit zue versagen.19 Der Rektor wies daraufhin dem Verstorbenen die letzte noch freie Grabkammer in der Gruft des Sacellums zu. Das Fakultätsprotokoll hob im Nachruf seine „überaus unbescholtene Lebensführung“ hervor. 20 Ayblingers Witwe versuchte, auf das laufende Berufungsverfahren für die Nachfolge ihres Mannes Einfluss zu nehmen: Da die Verlassenschaft gering und ihr es fast unmöglich sei, die 5 unversorgten Waisen weiters zu ernehren, bat sie den Rektor, nur einen Kandidaten anzustellen, der ihre ältiste Dochter zu Ehelichen verspreche, damit ihrer nothdurfft abgeholfen werde. Eine Antwort des Rektors auf ihr Ansuchen ist nicht belegt. Um die finanzielle Situation der Familie zu entschärfen, quartierte die Witwe adelige Studenten zur Miete ein, denen ihr ältester Sohn Nachhilfeunterricht erteilte. 21

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Vixit / Clarissimus ac Prænobilis D. / Josephus Herberger Natus die / 26 Februarÿ Anno 1725 J.U.D. Judicior: / Salisburg. Advocatus Cæsareus Pub: / licus et Universitatis hujatis Notari: / us, qui die 22 Februar. anno 1775 heic / sui corporis exuvias in omnium / cordibus sui desiderium et beatam / posuit memoriam ut R.I.P. „Gelebt hat der hochberühmte und hochedle Herr Joseph Herberger, geboren am 26. Tag des Februars im Jahre 1725, beider Rechte Doktor, Gerichtsadvokat in Salzburg, kaiserlicher, öffentlicher und der hiesigen Universität Notar, der am 22. Tag des Februars im Jahr 1775 hier die äußere Hülle seines Körpers zum Verlangen nach sich in aller Herzen und zur glückseligen Erinnerung ablegte, um in Frieden zu ruhen.“

1775 – Joseph Hermenegild Herberger Joseph Hermenegild Herberger wurde am 26. Februar 1725 geboren. Seine Eltern, der Bildhauer Dominikus Hermenegild Herberger (1694–1760) und dessen Gattin Maria Viktoria Vogt († 1755), heirateten am 22. November 1718 in Dietenheim. Die Familie lebte in Dietenheim, Ochsenhausen und Immenstaad am Bodensee, wo der Vater für zahlreiche Kirchen in Oberschwaben und im Bodenseeraum arbeitete. Höhepunkt seiner Karriere war die Ernennung zum Hofbildhauer des Fürstbischofs von Konstanz.1 Über Joseph Herbergers Mutter wurde 1746 in Ochsenhausen das Gerücht gestreut, daß sie mit ihrem Gesellen Kazenmayer den Winter hindurch gleichsamb alwie Eheleuth miteinander gelebt haben soll. Ein Mitarbeiter der Werkstatt widersprach zwar diesem Gerücht, musste jedoch bei der Vernehmung einräumen: Sie sei noch ein junges frisches Weib, das mit dem Gesellen im Winter auch einmahl Schnee geballet habe. Die beiden hätten aber nur dann und wann mit Charten gespihlet und seien miteinander auf ein Glas Wein gegangen. Selbst die Magd konnte kein Liebesverhältnis der Meisterin bezeugen, hatte jedoch bei anderer Gelegenheit den Dienst quittieren wollen: weillen die Bildthawerin und die Leuth im Haus öfters ausgegangen, und sie zuhaus gelassen, und spath gekommen sind und sie inmittelst nit gewußt, was sie kochen solle, und die Studenten doch essen wollten. 2 Mit Studenten sind wohl der Bildhauersohn Joseph Hermenegild Herberger und seine Kollegen gemeint, die in diesem

Jahr das Studium­am Benediktinergymnasium in Ehingen beendeten. Herbergers glänzendes Abgangszeugnis vom 6. Oktober 1746 bescheinigt, dass er die Schule „mit dem Lob eines sehr fähigen Talents, einer beständigen Sorgfalt und eines großen Fleißes“ verließ.3 Das Philosophiestudium setzte er ab dem 12. November 1746 an der Salzburger Benediktineruniversität fort.4 Sein Lehrer war P. Frobenius Forster, gelehrter Philosoph, Historiker, Pädagoge und Herausgeber der Werke Alkuins, dem bedeutenden Berater Karls des Großen. Am 22. August 1747 feierte Herberger seine Sponsion zum Magister der Philosophie, wobei er in der Bestenliste den achtzehnten Rang von 27 Kandidaten erreichte. 5 Danach absolvierte er das Studium der beiden Rechte, das er mit dem Rigorosum am 17. August 1750 und der Promotion zwei Tage später in der Mindeststudiendauer abschloss.6 Am 17. Juli 1759, kurz nach der Übernahme des Universitätsnotariats, heiratete er mit Zustimmung des Konsistoriums in Hallein Maria Anna Keller, die Tochter des Hofzahlers Mathias Keller und der M ­ aria ­Barbara Greiffer. Der Geheime Rat und Konsistorialkanzler J­ohann Adam Dickhart assistierte dem Halleiner­ Stadtpfarrer bei der Trauung.7 Als Zeugen fungierten der Salzburger Stadtarzt Karl Joseph von Helmreichen zu Brunfeld und der Universitätspedell Matthias R ­ upert Starch.8 Als Herberger 1761 von der geplanten Ausschreibung einer neuen außerordentlichen Rechtsprofessur erfuhr,

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Sarg von Joseph Hermenegild Herberger in der Krypta des Sacellums

reichte der Universität und der Witwe, um die Bestattung im Sacellum vorzunehmen. Der Stadtpfarrer aber notierte unter Verweis auf die Todesmatrik, der Vorgänger Herbergers im Amt des Universitätsnotars wäre nicht im Sacellum begraben worden.12 Hofrat Joachim Ferdinand von Schidenhofen überliefert, dass das Begräbnis am Abend des 24. Februar 1775 stattfand.13 Da alle Grabkammern bereits „besetzt“ waren, wurde Herberger in einem bemalten Holzsarg in der Gruft bestattet. Herbergers Witwe überlebte ihren Mann um mehr als zwanzig Jahre. Am 11. Juli 1797 errichtete sie ein neues Testament. Bei ihrem Leichnam sollten bis zur Beerdigung zway arme Weibspersonen bethen, anschließend wollte sie in St. Sebastian bei ihren Verwandten begraben werden. Während der Gottesdienste, die sie stiftete, waren 5 fl. den Armen auf die Hand auszutheilen. Dem Geistlichen, der bei ihrem Hinscheiden gegenwärtig seyn werde, vermachte sie einen Speziesdukaten. Ihrer Schwester hinterließ sie abgesehen von einem Geldbetrag ihr übertragenes Hausgewand und alle alte Leibwäsche. Die Brüder, Nichten und Basen, darunter die Hausknechtin bey St. Peter, erhielten Legate in unterschiedlicher Höhe. Ihr Vetter Franz Zauner, der das Testament aufgesetzt hatte, bekam neben einem Speziesdukaten ihre Komodkästen. Zum Haupterben ernannte sie aber das Armen-Säckel der Stadt Salzburg, aus dem die Armen und Dürftigen Wohltaten empfangen sollten.14

bewarb er sich bei Fürsterzbischof Siegmund Christoph Grafen von Schrattenbach. Dabei verwies er ohne ­ruehm melden zu wollen auf seinen Studienerfolg und seine langjährige Praxiserfahrung: Der Erzbischof möge geruhen, ihm solche Stölle in höchsten Gnaden angedeÿen zu lassen, in der er sich bestermassen verhalten und sich nach Kräften gebrauchen lassen werde.9 Doch er bekam den angestrebten Posten nicht, konnte sich aber als Kloster- und Urbarrichter der AugustinerEremiten in Mülln ein Zubrot verdienen.10 Das kinderlose Ehepaar errichtete am 20. März 1773 ein gemeinschaftliches Testament. Die beiden wollten dem Stande gemäß nach christlicher Ordnung ehrlich zur Erden bestattet werden, außerdem sollten 30 Messen gelesen werden. Herberger bestimmte seine Frau als Universalerbin. Im Falle ihres Todes war er als Universalerbe eingesetzt,11 hätte aber an ihre Schwester wegen seit 14 Jahren her geleisteten Diensten weiterhin einen jährlichen Lohn von 115 fl. zu bezahlen. Zu einem Angedenken waren ihrer Schwester Maria Anna außerdem 70 fl., ihrem Bruder Jakob 15 fl. zugedacht. Zwei Jahre nach der Errichtung des Testaments starb Joseph Hermenegild Herberger am 22. Februar 1775 in Salzburg. Seine Witwe bat den Erzbischof Hieronymus Grafen von Colloredo, um die Erlaubnis, ihren Mann im Sacellum beisetzen zu dürfen. Der Erzbischof bestimmte: Wan die Notarij Universitatis gewohnlichermassen in dem sogenanten Sacello beerdiget werden, ist die Sepultur daselbst zuegestanden. Dieses Urteil

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1683 – Wolfgang Braumiller Wolfgang Braumiller, der am 23. April 1600 in Augsburg geboren wurde,1 absolvierte das Philosophiestudium in Salzburg. Seine Auftritte im Universitätstheater erregten bald Aufmerksamkeit. So notierte der damalige Rektor P. Matthäus Weiss am 30. August 1626 nach der Aufführung des Theaterstücks Saul rex Israel­ in seinem Tagebuch: „Bei dieser Aufführung ragten drei [Studenten] besonders hervor, vor allem Wolfgang Braumiller, der den Saul spielte.“2 Bei der Prüfung zum Baccalaureat am 20. April 1627 zeigte sich jedoch, dass die Pflege der Schauspielkunst merklich zu Lasten des Studiums ging. Unter den weltlichen Studenten erreichte Braumiller nach dem Urteil des Prüfers, P. Melchior Ranbecks, das schlechteste Ergebnis und konnte sein Studium gerade noch abschließen. 3 Dennoch bekam er, angesichts seiner schönen Schrift und weil er bereits bei Hofe gefördert wurde, vorübergehend eine Anstellung als hochfürstlicher Kammerkanzlist. Zudem empfahlen ihn, wie sein Amtsnachfolger Matthias Starch launig anmerkte, gewisse „Scherze, die an Fürstenhöfen gewöhnlich nicht unbeliebt“ waren.4 Weil man bald auf diesen talentierten Schauspieler nicht mehr verzichten wollte, übertrug man ihm schließlich das Amt des Universitätspedells, das er vom Buchdrucker Christoph Katzenberger am 13. März 1632 übernahm. 5 Fortan glänzte er über ein halbes Jahrhundert in beinahe jedem Theaterstück auf der Universitätsbühne in zahlreichen Titelfiguren und manchmal gleichzeitig in bis zu sieben weiteren Rollen. Braumiller trat vor den höchsten Fürsten Europas auf, die als Gäste der Salzburger Fürsterzbischöfe im Universitätstheater unterhalten wurden, sprach die Prologe bei Schäferstücken und wurde mit Gnadengeschenken fürstlich belohnt.6 Im Jahr 1632 übernahm er im Theaterstück Anastasius von P. Thomas Weiss, das den Jedermann-Stoff zum Inhalt hatte, die Titelpartie; damit war er gleichsam der erste Salzburger Jedermann.7

li. Andreas Hamberger, Päpstliches Zepter der Universität Salzburg, 1656 re. Pedell der Benediktineruniversität Salzburg, 2. H. 18. Jh., Privatbesitz

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Braumiller führte ein bewegtes Familienleben. Seine erste Frau, die um 23 Jahre ältere Maria Kirchberger, ehelichte er noch in seiner Zeit als Kammerkanzlist am 1. Juli 1629.8 Sie starb im Alter von 60 Jahren und wurde am 14. August 1637 auf dem Petersfriedhof begraben.9 Am 26. Januar des darauffolgenden Jahres heiratete er die um 22 Jahre ältere Witwe Maria Magdalena Wuester.10 Zu den durchwegs bürgerlichen Trauzeugen zählten sein Amtsvorgänger Katzenberger und der Mundbäcker des Erzbischofs. Braumillers zweite Frau starb im Alter von 78 Jahren und fand am 6. Januar 1656 ihre letzte Ruhestätte im Petersfriedhof.11 Schon fünf Monate später trat der Witwer zum dritten Mal vor den Traualtar, als er am 16. Mai 1656 die um rund 30 Jahre jüngere Thecla Stadler aus Reichenhall heiratete.12 Diese Trauung bezeugten der Pfarrer von Anthering und der Salzburger Bürgermeister Johann Kellenperger, dessen Speditionsunternehmen die Altargemälde des Joachim von Sandrart für das Stift Lambach lieferte.13 Alle sieben Kinder aus dieser Ehe hob der angesehene Hofrat Caspar Joachim Reiter aus der Taufe, doch nur die Söhne Joachim Benedikt

tätsdiensten gestanden und absonderlich sein Andacht dem Sacellum entgegengebracht habe, stiftete Braumiller neben einem sauberen Kelch 100 Gulden und die noch einzutreibenden Schulden, die sein Stiefsohn Jakob Sittich Ayrnschmalz, Pfleger zu Albeck in Kärnten, seit November 1643 bei ihm hatte. Wenngleich seine liebe Ehewürthin Thecla zur Hälfte Besitzerin des von ihm gekauften Hausbodens sei, wolle sie freiwillig ihre Hälfte dem gemainen Verlaß einverleiben und das annehmen, was er ihr zusprechen werde, obwohl sie die mehrere Ursach gewesen, mit ihrer gefihrten threuen und gesparsamben Haußwürthschafft, dass so vil sich der Verlaß bezaiget, hinterlegt und erspahrt werden konnte. Die Verlassenschaft sollte nach Abzug der Bestattungskosten, Legate und Schulden in drei gleiche Teile geteilt werden, wobei er den ersten Teil seinen vier Kindern und den zweiten Teil seiner Ehefrau vermachte. Den dritten sprach er zwar den Kindern zu, seiner Gattin allerdings die Nutznießung daraus. Diese Aufteilung geschah unter der Bedingung, dass die Kinder die vorhandenen Kapitalien und seine Gattin den völligen Haußpoden mit aller Haußvahrnus erbte. Sie sollte die gemeinsamen Kinder bei ihr in Cost, Zucht und Undterhalt behalten und jedem Kind bei einer Verehelichung fünffzig Gulden Aussteuer übergeben. Sollte aber seine Witwe wider Verhoffen zu einer zweiten Ehe schreiten, so behielt sie in Anbetracht ihrer grossen mühen und sorgfalt das erste Drittel aus seinem Erbe, die Nutznießung aus dem dritten Drittel hätte sie jedoch zugunsten der Kinder abzutreten. Als Zeugen seines Testaments erbat sich Braumiller­ P. Franz Mezger und P. Otto Aicher, der ihm so viele Theaterrollen auf den Leib geschrieben hatte.18 Wolfgang Braumiller starb am 2. März 1683 – am letzten Tag des Faschings, wie betont wurde.19 Am Aschermittwoch, dem 3. März 1683, wurde er im Sacellum, allerdings nicht in der Sitzgruft sondern in einem Erdgrab bestattet.20 Als am 1. September 1683 die erste Finalkomödie nach seinem Tod glanzvoll aufgeführt wurde, schrieb der Dekan der Philosophischen Fakultät, P. Joachim Morsack, nach anerkennenden Worten schließlich doch ein wenig wehmütig in das Amtstagebuch: „Aber die Schaubühne vermisste ihren Braumiller!“21

und Joseph Wolfgang sowie die Töchter Maria Anna und Maria Thecla überlebten das Kleinkindalter.14 Mit seinen beiden Söhnen, die wohl das Schauspieltalent ihres Vaters geerbt hatten, stand Braumiller später gemeinsam auf der Bühne. Mit zunehmendem Alter drückte Braumiller die Last seines Amtes, hatte er doch als Pedell auch für die Disziplinierung der straffällig gewordenen Studenten zu sorgen, sie im Karzer einzusperren, zu bewachen und zu verpflegen. Daher sei der Pedellen Dienst absonderlich beÿ denen gemainen Leuthen so veracht und beÿ denen Studenten, obwohlen ohne Ursach, durchgehent sehr verhasst.15 Bereits 1663 wurde darüber beraten, ihm aufgrund seines Alters eine Hilfskraft zur Seite zu stellen.16 Sein Nachfolger Matthias Starch musste aber viele Jahre warten, bis er das Amt des trotz allem rüstigen Braumiller übernehmen konnte. Starch, von dem der erste erhaltene Bücherkatalog der Universitätsbibliothek stammt, verfasste eine sehr launige Kurzbiographie über seinen Vorgänger.17 Im Alter von 82 Jahren stand Braumiller ein letztes Mal auf der Bühne. Er spielte eine kleinere Nebenrolle im Festspiel anlässlich des 1682 pompös gefeierten 1100-Jahr-Jubiläums der Ankunft des hl. Ruperts in Salzburg. Am 4. Dezember 1682 erschien er im Rektorat um sein Testament zu errichten, zumahlen er mit villen sehr gefährlichen Leibszuestendten neben dem hochen alter behaffet war und als ein alt abgeschwächter Mann plötzlich sterben könne. Sein Leichnam sollte im Sacellum bestattet werden, weil er aus Gnaden ­dises erlanget habe. Er wünschte sich ein Begräbnis nach dem mittlern standt ohne grosses gepräng, ferner das letzte Geleit von der Rosenkranz-Bruderschaft sowie den Bruderschaften des Corporis Christi, der hl. Monika und des hl. Joseph. Seine Seele empfahl er den „siegreichsten fünf Wunden Christi“ und bat Unsere Liebe Frau und alle Heiligen um ihre Fürbitten. Die drei gewöhnlichen Gottesdienste am ersten, siebten und dreißigsten Tag nach seinem Ableben sollten mit Leviten und figuraliter gehalten werden, doch mit wenigen Musicanten. Von den geistlichen Universitätsprofessoren sollten im Sacellum in der Nähe seines Ruhestättl 100 Messen für fünffzig Gulden gelesen werden. Weil er so lange in Universi-

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1688 – Johann Balthasar Braun Johann Balthasar Braun aus Amöneburg in Hessen besuchte das Jesuitengymnasium in Fulda und studierte anschließend in Marburg (1660),1 Gießen (1661)2 und Würzburg (1670), 3 wo er zum Doktor der beiden Rechte promoviert wurde. Sein im Sacellum erhaltenes Epitaph nennt Mainz4 und Heidelberg5 als weitere Studienorte, doch kann er dort nicht mit einem Inskriptions­ datum nachgewiesen werden. Nachdem Braun kurze Zeit Privatunterricht erteilt hatte, erhielt er 1671 den Ruf an die Benediktineruniversität Salzburg auf den Lehrstuhl für die Institutionen, wo er am 13. Januar 1672 seine Antrittsvorlesung hielt.6 Nach dem Tod von Christoph Bluemblacher trachtete er 1674 per Gesuch an den Erzbischof, auf den besser dotierten Lehrstuhl für die Pandekten zu avancieren. Er verwies auf sein achtjähriges Studium an den Universitäten zu Maintz, Giessen, und Marburg, also an theils katholisch theils uncatholisch örtern. Da er schon drei Jahre hoffentlich mit gutem nutzen hiesiger Universität in Salzburg gelehrt hatte, sollte ihm der Erzbischof aus mildester güte die angestrebte Professur vor anderen gnädigst vergönnen. Er versprach sich zu bemühen, solche hochfürstliche Benevolentz mit demütigster Devotion auch schuldigsten gebett zu erwiedern.7 Braun hatte nicht nur mit diesem Gesuch Erfolg, sondern er erhielt nach dem Tod von Hermann Hermes 1680 auch die bestdotierte Professur der Juridischen Fakultät, den Lehrstuhl für den Codex und das öffentliche Recht.8 Mitschriften seiner Vorlesungen sind in der Universitätsbibliothek Graz erhalten.9 Fünf Mal wurde er mit dem Amt des Dekans der Juridischen Fakultät betraut10 und am 19. November 1675 schließlich zum hochfürstlichen Rat ernannt.11 Er war nicht nur ein anerkannter Jurist, sondern besaß auch in der schönen Römischen Literatur eine ziemliche Stärke, und wußte damit seinen Lehrvortrag so zu würzen, daß seine Collegien von der studierenden Jugend immer zahlreich besuchet wurden.12 Erst zehn Jahre nach

seinem Tod ging seine „Historia Augusta“ in Druck, Kurzbiographien sämtlicher Kaiser von Caesar bis zu Leopold I., nach eigener Aussage soweit wie möglich um gesicherte Daten und Fakten bemüht.13 Jedem Kaiser stellte er einen Wahlspruch voran, hob danach dessen Leistungen in der Amtsführung hervor, verschwieg aber meist die verwerflichen Charakterzüge, weshalb er oft lobte und selten tadelte. Seine in sehr gut lesbarem Latein geschriebene „Historia“ hat einen überaus sachlichen Charakter, weil er zum Großteil auf die aus Tacitus und Sueton bekannten Skandalgeschichten verzichtete. Stattdessen spickte er seine Ausführungen gern mit zahlreichen Sinnsprüchen von Kaisern oder von ihnen nahestehenden Persönlichkeiten. Mit seiner Ehefau Maria Susanna Khnoblach,14 Tochter des Generaleinnehmers Marzellin Khnoblach, hatte­Johann Balthasar Braun fünf Kinder, von denen Jakob Balthasar und Anna Maria das Kleinkindalter

Titelblatt zum posthum erschienenen Hauptwerk von Johann Balthasar Braun: Historia Augusta, Dillingen 1698, Universitätsbibliothek Salzburg, Sign. 3.280 I

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abgezehrt, mit den großen Beispielen christlicher Duldsamkeit und Frömmigkeit in ein besseres Leben überging. Er war abgesehen von der Rechtskunde höchst gebildet in der schönen Literatur, ein Mann von großer Bescheidenheit und Mäßigung, höchst liebenswert in seinem Charakter und Umgang, in seiner Lehre methodisch und sorgfältig, schlüssig in der Beweisführung; daher hinterließ er bei den Musen ein großes Verlangen nach sich.“18 Seine Witwe ließ ihm im Sacellum ein prunkvolles Epitaph unter der Orgelempore setzen. Der hochrechteckige Inschriftenstein weist eine profilierte RotmarmorRahmung auf und wird von einer Doppelwappenkartusche mit Totenkopf bekrönt. Die Übersetzung des lateinischen Textes lautet: „Lies, Wanderer, und trauere, während nicht so sehr die Gesetze schweigen als der Gesetze hochberühmte Stimme und weithin gefeierter Ausleger, der hochedle, hochberühmte und hocherfahrene Herr Johann Balthasar Braun, beider Rechte Doktor, der großen Fürsten von Salzburg Rat. Es gaben ihm Amöneburg in Hessen das Leben, Fulda die hervorstechende Beredsamkeit, Mainz, Heidelberg, Giessen, Marburg die unvergleichliche Rechtskundigkeit, Würzburg den Doktorlorbeer, Salzburg für die Institutionen drei Jahre, die Digesten sechs Jahre, für den­Codex und das öffentliche Recht acht Jahre den Lehrstuhl, wo er das Recht zur Vollendung führte. Als er der Natur seine Schuld einlöste am 4. November im Jahre 1688, seinem 45. Lebensjahr, setzte, um die ihm gebührende Beisetzung auszurichten, die verwitwete Gattin Susanna, geborene Khnoblach, mit ihrem trauernden Sohn und der Tochter zur ewigen Erinnerung dieses Marmordenkmal.“19 Maria Susanna Braun überlebte ihren Mann fast um ein halbes Jahrhundert, fand ihre letzte Ruhestätte jedoch nicht im Sacellum, sondern am 4. Mai 1736 auf dem Petersfriedhof. 20

überlebten.15­ Von Steinschmerzen geplagt, verfasste Braun am 9. Oktober 1688 sein Testament. Da es augenblikhlich zuerwarthen war, aus diesem Jammer-, Trauer- und Tränenthall abberufen zu werden, gab er zu Verhüetung alles Missverstandts, Zwitracht und Zerspaltung der Erben seinen letzten Willen bekannt. Zunächst dankte er Gott für alle von Jugendt auf erwiesene Guettathen herzlich und empfahl ihm seine Seele. Er erbat sich, dass der verstorbene Cörper nach katholischem Brauch in des heÿl: Caroli Khürchen, oder Sacellum der hochfürstl. hochlöbl. Universitet alhier in Mitte der Khürchen begraben werde. Hier sollte nach khönfftigen ableiben meiner liebsten Confrauen auch dero Cörper beÿ mir under einem khleinen Grabsteinlein beÿgesezt werden. Sonst bestimmte er khein Maß noch ordnung für das Begräbnis, das letzte Geleit allerdings sollte ihm die Marienkongregation geben, der er dafür 50 fl. vermachte. Aus den Zinsen des eigens dafür angelegten Kapitals sollten seine Erben immer zu Neujahr fünfzehn Messen lesen lassen zu seiner Seele Ergözung und Trost. Die Bibliothek vermachte er seinem lieben Söhnle, der später seiner Schwester dafür 300 fl. auszahlen sollte. Für den übrigen Besitz setzte er seine Frau und die Kinder gemeinschaftlich als Universalerben ein.16 Johann Balthasar Braun starb am 4. November 1688 in Salzburg und wurde am nächsten Tag im Sacellum bestattet.17 Die drei Brüder Mezger würdigten ihren Kollegen mit einem „Elogium“ in der „Historia Salisburgensis“: „Aber mit den Stufen der Ehrenämter und mühevollen Belastungen wuchsen auch die Stufen der Krankheiten an. Während er sich in der Darstellung der Kaiserviten, die dem Licht der Öffentlichkeit geschenkt werden sollten, im Schweiße abmühte, hefteten die Nierenschmerzen, mit denen er zu wiederholten Malen zu kämpfen hatte, seinen schmächtigen Körper an das Bett und quälten ihn grausam über ein ganzes Trimester, bis er schließlich, auf Knochen und Haut

Epitaph des Rechtsprofessors Johann Balthasar Braun, 1688, Salzburg, Altes Studiengebäude, Sacellum

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1694 – Dietmar Anton Martin Freiherr von Schifer Dietmar Anton Martin war ein Sohn des Benedikt Theodosius Freiherrn von Schifer und der Susanna Eleo­ nora Gräfin von Kuefstein,1 die am 10. Januar 1678 in Linz geheiratet hatten. 2 Die Trauungszeremonie nahm der Passauer Dompropst Franz Anton Graf von Losenstein vor, in Anwesenheit der Trauzeugen Landeshauptmann Helmhard Christoph Ungnad Graf von Weissenwolf und Landschaftspräsident Franz Christoph Graf von Khevenhüller-Frankenburg. Die Stammreihe des oberösterreichischen Adels­ geschlechts der Schifer lässt sich bis in das 13. Jahrhundert zurückverfolgen. Berühmt ist die Familie für das bereits um 1320 gegründete „Schifer’sche Erbstift“ in Eferding, eine Wohltätigkeitseinrichtung, in der verarmte und kranke Untertanen Aufnahme fanden.3 Das Stift stand über 450 Jahre unter dem Patronat der Gründerfamilie und wurde erst 1789 durch Kaiser ­Joseph II. aufgelöst. Schifer studierte gemeinsam mit seinem Cousin Ernst Leopold Ignaz Grafen zu Salm4 ab dem 10. November 1690 am Gymnasium der Salzburger Benediktineruniversität. 5 Die beiden jungen Adeligen wurden von den Benediktinern Engelmund Alt aus Bamberg, Benedikt Eder aus Michaelbeuern und Ildephons Heinzl aus Ettal unterrichtet.6 Gelesen wurden Briefe und Reden von Cicero, Biographien von Cornelius Nepos, der Alexanderroman von Q. Curtius Rufus sowie Vergils Aeneis und Ovids Epistulae ex Ponto.7 Der junge Freiherr trat auch in einem Theaterstück auf, das P. Vitus Kaltenkrauter verfasst hatte.8 Als Consultor engagierte sich der fromme Schifer in der Kleineren Marienkongregation. Noch vor dem Abschluss des Gymnasiums starb er nach vierzehntägigem Krankenlager am 27. Februar­ 1694 um fünf Uhr früh an einem hitzigen Fieber9 und wurde am 4. März im Sacellum bestattet.10 Am Begräbnis nahmen die Mitglieder der Größeren und

li. Grabdenkmal Rudolph des Schifers (1276–1329), Gründers des Schifer’schen Erbstifts in Eferding, um 1400, Eferding, Spitalskirche

Kleineren Marienkongregation sowie der Englischen Bruderschaft teil. Um sieben Uhr abends geleiteten acht Benediktinerprofessoren und alle im Konvikt lebenden Religiosen den Leichnam zum Grab.11 An Schifer erinnert ein kleines Epitaph, das sich heute­ hinter dem Altar befindet. Die Übersetzung lautet: „Bete hier und betrachte die Vergänglichkeit an dem hoch- und wohlgeborenen Herrn Dietmar Anton Martin Freiherrn von Schifer, einem Österreicher, Erbherrn auf Dachsberg, Studenten der Poetik, einem bestens veranlagten und höchst hoffnungsvollen Jüngling von 14 Jahren und vier Monaten, gestorben am 27. Februar im Jahre 1694.“12

o. Epitaph des Studenten Dietmar Anton Martin Freiherrn von Schifer, 1694, Salzburg, ­Altes Studiengebäude, Sacellum

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1696 – Joseph Bernhard Gletle Joseph Bernhard Gletle wurde am 17. März 1655 in Augsburg getauft. Seine Eltern waren der aus Bremgarten stammende Johann Melchior Gletle (1626– 1683) und Maria Katharina Streitl. Der Vater war Augsburger Domkapellmeister und ein im gesamten süddeutschen Raum bekannter und geschätzter Komponist, dessen berühmtester Schüler, der Jesuit und Missionar in Paraguay Anton Sepp, sich in der Neuen Welt alleinig Musikalien von Gletle erbat: sollte ich sie empfangen, wäre es mir eben, als brächte sie ein Engel vom Himmel. […] sie mögen alt, zerrissen unnd verschmutzt seyn wie sie wollen, wann sie nur noch leselich, dann die Indianer Musicanten schreiben schon schön Noten.1 Joseph Bernhards ältester Bruder, der bereits unter dem Klosternamen Johannes in das Stift Göttweig

eingetreten war, kam nach dem frühen Tod des Vaters zur ­Unterstützung seiner alten Mutter und unerzogenen Geschwister vorübergehend wieder nach Augsburg. 2 Zu Joseph Bernhards vierzehn Geschwistern zählten außerdem der Weltpriester Franz Sebastian Gletle, Chorvikar am Augsburger Dom, der Jesuitenpater ­Ignaz Gletle, Ethikprofessor in Ingolstadt und Freiburg/Breisgau, und der Augustiner-Eremit Johann Christoph Gletle, der vorübergehend im Salzburger Kloster Mülln lebte.3 Für einen Skandal sorgte Paul Nikolaus Gletle, der zunächst in den Jesuitenorden eintrat, als Professor in Eichstätt lehrte und sogar Beichtvater und Hofprediger des Kölner Kurfürsten Joseph Clemens von Bayern wurde: Denn er schwor völlig unerwartet in einer öffentlichen Predigt den katholischen Glauben ab und erging sich bei dieser Gelegenheit in einer fulminanten Controverspredigt in den bittersten und schmählichsten Ausfällen gegen den Papst, die Gottesmutter, den h. Ignatius, den h. Franz Xaverius,­ den katholischen Glauben an Wunderwerke und gegen manche specifisch katholische Glaubensartikel, Gebräuche und Cäremonien. […] Sein Verhältniß zu einer jungen Duisburger Wittwe, in deren Wohnung er die letzte Zeit seines Lebens zubrachte, wurde vielfach als der Hauptgrund seines Confessionswechsels angegeben.4 Joseph Bernhard studierte ab dem 27. November 1676 bis zu seiner Promotion 1681 beide Rechte an der Jesui­ tenuniversität in Ingolstadt. 5 Er lehrte für einige Jahre in Dillingen, erhielt aber bereits 1684 die Berufung auf den Lehrstuhl der Pandekten an der Benediktineruniversität nach Salzburg.6 Der Tod Johann Balthasar Brauns bot ihm die Gelegenheit, sich um den bestdotierten Lehrstuhl für den Codex und das öffentliche Recht zu bewerben. Seinem knappen lateinischen Gesuch an die Universitätsleitung wurde stattgegeben und

li. Bodenepitaph des Rechtsprofessors Joseph Bernhard Gletle, 1696, Salzburg, Altes Studiengebäude, Sacellum re. P. Franz Schmier OSB (1680–1728), Rektor der Benediktineruniversität, Stift Ottobeuren

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am 17. November 1688 unterzeichnete der Erzbischof auf Burg Tittmoning die Bestellungsurkunde.7 Gletle leitete drei Mal die Juridische Fakultät als Dekan und wurde zum hochfürstlichen Salzburger Rat ernannt.8 Er galt als einer der gründlichsten und aufgeklärtesten Salzburgischen Rechtslehrer, und besaß nicht nur eine ausgebreitete Belesenheit, sondern wußte auch den Werth der Bücher mit kritischem Scharfsinne zu bestimmen. […] Auch sein lateinischer Styl war reiner, und seine Lehrart systematischer, als man es von den damaligen, besonders katholischen Rechtslehrern gewohnt war.9 Dass Gletle tatsächlich zu den frühen Aufklärern gehörte und schließlich zu freie Gedanken hegte, macht die Affäre um die Publikation seines letzten Werkes deutlich. Gletle hatte ein Buch Legis Amortizationis et immunitatis ecclesiasticae anatomia iuridica verfasst,10 das sich mit dem Vermögenserwerb geistlicher Einrichtungen und der Immunität der Kirche beschäftigte. Die kleine Schrift wurde von der Theologischen und von der Juridischen Fakultät zunächst approbiert: Diese Fakultäten müssen also damals schon sehr hell gedacht haben, weil sie den Druck eines so freymüthigen und dem Interesse der Geistlichkeit so nahe tretenden Werkes gestattet hatten.11 Doch die Prälaten, welche in diesem Jahr die Universität zu visitieren hatten, versuchten die Veröffentlichung zu verhindern. Gletle verteidigte sein Werk und wollte keinen Nagel breit von seinen Sätzen weichen. Da nun die Herren Prälaten nicht im Stande waren die Wahrheit mit Beweisgründen und Argumenten umzustossen, giengen sie den Doctor Gletle mit guten Worten an, und brachten es endlich bey ihm so weit, daß sie alle Exemplarien aufkauften und den Herrn Doctor mit einem rechtschaffenen Präsent dahin persuadirten [überredeten], daß er ihres Willens wurde.12 Nach Gletles Tod entdeckte ein Freund in dessen hinterlassenen Bibliothek einige Exemplare des verbotenen Buches, die Gletle vor der Vernichtung hatte retten können. Dieser Freund gab die Schrift 1714 anonym heraus, wobei er im Vorwort die Umstände der einst verhinderten Publikation erzählte und die Benediktineruniversität zutiefst beschämte. Judas Thaddäus Zauner überlieferte 1789 den weiteren Verlauf der Affäre: Dieser Hergang machet nun der Denkungsart der

damaligen Prälaten freylich nicht viel Ehre. Daher hätten der Rektor P. Franz Schmier und der Verfasser der Historia Universitatis die gesamte Affäre zu verschleyern und die Welt zu überreden gesuchet, als ob dieser Traktat nicht von Gletle verfaßt, sondern demselben unterschoben worden wäre. Sie behaupteten, der Herausgeber sey ein Betrüger gewesen, allein sagen sie das nur, ohne es zu beweisen.13 Gletle war in kinderloser Ehe mit Maria Elisabeth ­Weber verheiratet. Weil seine Gesundheit sich verschlechterte und er sich nicht mehr zu erholen schien, verfasste er sein Testament. Er erklärte seine Frau für die ihm erwiesenen Wohltaten zur Universalerbin, damit sie nach seinem Tod ein sorgenfreies Leben führen könne. Seine Mutter sowie seine Schwestern Barbara und Jakobina bedachte er dagegen nur mit je 200 fl. Seiner Frau aber empfahl er dringend: „Ich will, dass meine Bibliothek verkauft wird, jedoch nicht zu e­inem bescheidenen Preis, wie es bisweilen zu geschehen pflegt, sondern zu einem angemessenen: Auf diese habe ich nämlich mein aufgewandt.“14 Durchaus hauptsächliches Vermögen ­

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bemerkenswert ist die darauf folgende Passage des Testaments: „Meine Hahnenfußgewächse und Windröschen sowie auch 100 Tulpenzwiebeln vermache ich von Herzen meinem hochverehrten Anverwandten L ­ egrand. Alle übrigen Zwiebeln, Pflanzen und Blumenwurzeln sowie das gesamte übrige Gartenwerkzeug hinterlasse ich den Salzburger Benediktinervätern des Kollegiums des hl. Carlo Borromeo.“15 Abschließend wünschte er, im Sacellum „ohne Gepränge“ begraben zu werden. Nur die Kleinere Marienkongregation sollte ihn zum Grab begleiten, wofür er der Bruderschaft 18 fl. vermachte. Seine Frau bat er darum, nach seinem Tod 100 Messen für sein Seelenheil lesen zu lassen. Beim Verfassen seines Testaments hoffte Gletle noch auf ein Kind. Sollte es erst nach seinem Tod geboren werden, gebührte dem Kind neben seiner Mutter die Hälfte des Erbes. Als Gletle aber noch zu Lebzeiten Gewissheit bekam, dass sich dieser Wunsch nicht erfüllen

würde, erhöhte er in einem Kodizill zum Testament die Legate für seine Mutter und seine Schwestern um je 50 fl. Er starb am 26. Juli 1696 und wurde am 29. Juli im Sacellum begraben.16 Warum der kritische Professor nicht in der Sitzgruft, sondern in einem Erdgrab bestattet wurde, geht aus den Quellen nicht hervor. Seine Witwe stiftete ein Epitaph, das in der Bodenmitte des Sakralraums eingelassen wurde und heute nicht mehr leserlich ist. Die Mutter des Verstorbenen zeigte sich mit dem von ihrem Sohn vermachten Erbe kheineswegß zufriden. Ungeachtet des Testaments war sie der Meinung, dass ihr von Rechts wegen mehr zustünde. Auch wollte sie nicht glauben, dass ihr Sohn so wenig hinterlassen habe. Daher erbat sie sich eine Abschrift vom Inventar der Hinterlassenschaft. Aufrichtig erhoffte sie sich als Witib und schwaches weibsbildt Hilfe und Unterstützung, doch darüber berichten die erhaltenen Akten nichts mehr.

Jacob Marrel (1614–1681), Tulpen „Viceroy“ und „Semper Augustus“, um 1645, Amsterdam, Rijksmuseum Im 17. Jahrhundert wurden Tulpen als Luxus- und Spekulationsobjekte gehandelt. Die Pflanzen, die damals durch eine Viruserkrankung befallen waren und daher in schillernden Farbvarianten glänzten, verursachten sogar einen Börsencrash. Für drei Zwiebeln der Sorte „Semper Augustus“ sollen 30.000 fl. geboten worden sein.

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anmerkungen

die wiege der universität  Zur Gründung von Gymnasium und Universität siehe ausführlich Hermann (1949) und Birnbacher (2012), S. 42–45. 2  Epopomata sive schediasmata primitiarum, quae illustrissimo et reverendissimo domino domino Marco Sittico archiepiscopo Salisburgensi, sanctae sedis Apostolicae legato nato, magno praesuli, magno Sacri Romani Imperii principi, &c. &c. apud patres sancti Benedicti elucubrabant pimpleides Salisburgiacae, dum novi Lycei fundamenta poneret, atrium bonarum resartori & fundatori suo gratissimo domino & principi clementissimo offerentes DD. Salzburg 1618. 3  Stainhauser/Rainer (2012), S. 283. 4  UAS, A 30.23: in Ecclesia Sancti Caroli … pro Christianorum Principum concordia. Dieses Privileg wurde 1667 mit Beginn des Devolutionskrieges von Papst Clemens IX. bestätigt. UAS, A 30.24. 5  Hübner (1792), S. 105. 6  Hübner (1792), S. 105. 7  Hübner (1792), S. 105. 8  Zur die Erstbestattung in der Sitzgruft (P. Marian Schwab OSB) im Juni 1664 heißt es in UAS bA 137, fol. 43r: Sepultus est in novâ cryptâ Sacelli S: Caroli quæ præcedenti anno pro Professoribus ædificata erat. 9  UBS, Sign. R 2648 I. 10  UAS, A 28.8. 11  UAS, A 33.3. Sattler (1890), S. 114. 12  Sattler (1890), S. 114. 13  Nach Tietze/Martin (1914), S. 146, befanden sich die Seitenstatuen der heiligen Antonius und Johannes Nepomuk beim Altar des hl. Florian, die beiden Statuen der Erzengel beim Altar des hl. Thomas von Aquin. Ob hier Tietze irrte oder eine Vertauschung anlässlich der Renovierung 1968 vorgenommen wurde, kann nicht entschieden werden. 14  Juffinger (2010), S. 162. 15  Neuhardt (1982), S. 66: Das ursprünglich von Markus Sittikus von dem Konstanzer Maler B. Sterer bestellte Gnadenbild (eine Kopie des in der Dreifaltigkeitskirche zu Konstanz hochverehrten Heiligtums) hängt heute in der Pfarrkirche Fusch an der Glocknerstraße. 16  Sattler (1868), S. 152. 17  Sattler (1868), S. 154. 18  Sattler (1868), S. 154. 19  Zur Genealogie der Familie siehe Martin (1946), S. 194–197. 20  Hagenauer (2009), S. 836–837: Abt Dominikus Hagenauer berichtet in seinem Tagebuch über die „Entdeckung“ des Künstlers durch seinen Vater. 21  Hahnl (2006), S. 154. Hahnl (2013), S. 42–43: Die Brüder Hagenauer und Johann Joachim Winckelmann. 22  Zur Geschichte von Wachsfiguren siehe Panzanelli (2008). 23  Dass hier Zeichenunterricht erteilt wurde, erwähnt Pillwein (1810), S. 211, wenn er über Karl Schneeweiß schreibt: [Er] gab in der Pagerie so wie in vielen herrschaftlichen Häusern ZeichnungsUnterricht. 24  Pillwein (1821), S. 210. Hier heißt es über den späteren Kupferstecher Karl Schneeweiß: Den ersten Unterricht im Zeichnen verdankte er dem Erzbischof Sigmund v. Schrattenbach, der ihn auf Empfehlung in die damalige Hofzeichnungs-Akademie aufnahm, in welcher er ein Jahr hindurch Unterricht genoß. 25  Zu Wolfgang Hagenauer siehe Hahnl (1969).

 Sattler (1868), S. 154–155.  Sattler (1868), S. 155. Eine weitere Beschreibung des Altars bei Hahnl (2013), S. 73. 28  Wegleiter (1952), S. 109. 29  Tietze/Martin (1914), S. 144–145. Wegleiter (1952), S. 112–114. 30  UAS, bA 81, p. 321: [10. April 1768] Hodie Celsissimus consecravit aram principem Sacelli. 31  Boberski (1978), S. 305, [625]. Catanzaro/Rainer (2000), S. 161. Zu Adlgasser siehe Rainer (1965). 32  Sattler (1868), S. 156. 26

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PATRON  Tietze/Martin (1914), S. 144. Sobotka (1920), S. 37. 2  Zum Stammbaum siehe Brandhuber/Ruggenthaler (2012), S. 397. 3  Zur Familie siehe Pagliughi (2006). 4  Siehe dazu Zardin (2010), S. 55–104. 5  Giancotti (2010), S. 192–215. Burzer (2011), S. 86. 6  Brandhuber/Ruggenthaler (2011), S. 243. Burzer (2011), S. 83. 7  Mayer-Himmelheber (1984), S. 1. 8  Zur Verfasserfrage Mayer-Himmelheber (1984), S. 88–90. 9  Siehe dazu Giancotti (2010), S. 160–181. 10  Siehe dazu ausführlich mit Kommentar Mayer-Himmelheber (1984), S. 90–175. 11  Mayer-Himmelheber (1984), S. 129. 12  Seidel (1996), S. 246. 13  Zu diesem Bild ausführlich Wethey (1969), S. 63–68. 14  Borromeo/Rothwell/Jones (2010), S. 32: Fuerat in ima huius parte tabulae et angulo catellus unus tanto artificio et venustate, quanta coloribus et penicillo assequi quisquam posset. Eam ibi iacentem bestiolam torvus rigidus homo ex Cardinalis ipsius familia tolli ac deleri repente iussit uno verbo, atque ita miraculum illud artis est amissum. 15  Zu Kardinal Federico Borromeo siehe Giancotti (2010), S. 256. Pagliughi (2010). Über dessen Mäzenatentum ausführlich Jones (1993). 16  Siehe dazu ausführlich Burzer (2011). 17  Galbiati (1940), S. 91. 18  Brandhuber/Ruggenthaler (2011), S. 243–244. 19  Pée (1971), S. 138–140. Juffinger (2008), S. 280, Abb. S. 275. 20  Zu Wappen und Familiendevise ausführlich Giancotti (2010), S. 86–137. 21  Zu den Zeptern der Universität Salzburg siehe Putzer (1985), (1989), (1998). 22  Brandhuber (2012), S. 16–17. 23  Zum Altarbild siehe Mason Rinaldi (1984), S. 78, die zu diesem Gemälde 1990 eine Kompositionsskizze publizierte: Mason Rinaldi (1990), S. 169. 1

Rosenkranzzyklus Einleitung 1  Zu diesem Bild siehe Rohrmoser (1984), Nr. 31. Rohrmoser (1982), S.  63–66. Keller in Keller/Neuhardt (2008), S.  121–122. Husty (2010), S. 116. 2  Zu Ehrgott siehe Brandhuber (2011), S. 285–288. 3  Husty (2010), S. 116. 4  Papst Johannes Paul II. fügte im Oktober 2002 eine vierte Fünfergruppe, die „lichtreichen Geheimnisse“, hinzu.

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 Klieber in Keller/Neuhardt (2008), S. 35.  Klieber in Keller/Neuhardt (2008), S. 33. 7  Zur Entwicklung der Bruderschaften und ihrer umfangreichen Seelsorgeangebote seit der Renaissance siehe Wisch/Ahl (2011) und Wisch/Newbigin (2013). 8  Zur Rosenkranz-Bruderschaft siehe Klieber (1999), S. 326–332. Klieber in Keller/Neuhardt (2008), S. 38–39. 9  UAS, A 33.2. 10  UAS, A 33.2: quòd in venerabili icona dictæ Capellæ quindecim nostræ redemptionis sacra mysteria pingantur, nec non pro huiusce concessionis consentanea recognitione in eadem Icona diui Patris n[ost]ri Dominici eiusdem Rosarÿ primarÿ autoris Imago venerabilis flexis genib9 de manu Deiparæ Virginis coronulas orarias accipientis similiter pingatur. 11  Hahnl (1972), S.  717–754. Keller in Keller/Neuhardt (2008), S. 137–138. 12  Zur Großen Aula ausführlich Hahnl (1972). Keller in Keller/­ Neuhardt (2003), S. 234. 13  Sandrart (1675), II, Buch 3, S. 298. 14  Tietze/Martin (1914), S. 142. 15  Klieber in Keller/Neuhardt (2008), S. 38. 16  OÖLA, Stiftsarchiv Garsten, Aktenband 316, Nr. 10: Lebens­ beschreibung des Abtes Roman von Seeon. 17  KFS, 7-3-1. Freundlicher Hinweis von P. Mag. Oliver Ruggen­ thaler OFM. 18  Sattler (1890), S. 68. UAS, bA 122, fol. 209v. 19  UAS, bA 139, fol. 8r. 20  UAS, bA 139, fol. 23v. 21  UAS, bA 139, fol. 8r. 22  UAS, bA 139, fol. 6v. 23  UAS, bA 139, fol. 3r. 24  UAS, bA 139, fol. 10r–10v. 25  UAS, bA 139, fol. 34r. 26  UAS, bA 139, fol. 34r. 27  UAS, bA 139, fol. 33r. Vgl. Klieber (1999), S. 329. 28  UAS, bA 139, fol. 34r. 29  UAS, bA 139, fol. 34v. 30  UAS, bA 139, fol. 59v. 31  UAS, bA 139, fol. 59r. 32  UAS, bA 139, fol. 39v, 41v. 33  UAS, bA 139, fol. 37v. Vgl. Klieber (1999), S. 329. Klieber in Keller/Neuhardt (2008), S. 38. 34  UAS, bA 139, fol. 63r. 35  UAS, bA 139, fol. 36v. 36  UAS, bA 139, fol. 55v. 37   Zur Rosenkranz-Bruderschaft in Lambach siehe Lobenwein (2012), S. 457–459. 38  Anzengruber (1983), S. 119. 39 Klemm (1986), S. 232–252. Wächter (2009). Maier (2012), S. 158–169. Zu Sandrart allgemein Ebert-Schifferer/Mazzetti Di Pietralata (2009). 40  Klemm (1986), S. 237. 41  Wächter (2009), S. 94. 42  Klemm (1986), S. 237. 43  Anzengruber (1983), S. 120. Lobenwein (2012), S. 459. 44  Zum Mörder, P. Ernest Fischer OSB, siehe Eilenstein (1936), S. 58. 45  Anzengruber (1983), S. 57–63. 46  Klieber in Keller/Neuhardt (2008), S. 43. 47  Mezger (1692), S. 920: Menstruas supplicationes S. Rosarij (cuius Archifraternitatis Albo sua se manu inscripsit) diligentissimè comitabatur, quamdiù vires, & anni permiscêre. 48  Mezger (1692), S. 892: In dicto PP. Benedictinorum Collegio Sacri Rosarii Archifraternitas magno populi concursu frequentata carebat honorario argento, quod vel Aræ Ministros, vel ipsam Aram pro dignitate ornaret. Princeps Ministros textili argento vestiit, aram 5 6

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argenteo Servatoris Crucifixi simulacro, senis ex eodem metallo candelabris, ac quaternis florithecijs exornavit. 49  Keller in Keller/Neuhardt (2008), S. 129. 50  Baur (1867), S. 345, Martin (1982), S. 135–136. 51  Schmid (2008), S. 95. 52  Martin (1982), S. 225. 53  Pezzl (1784), S. 240. 54  Klieber in Keller/Neuhardt (2008), S. 47. 55  UAS, A 33.2: Et declaramus postremo, quod quandocunque contigerit Fratres nostros intus vel extra dictam Civitatem in eius territorio per duo milliaria italica Ecclesiam obtinere, ipso iure, ipsoque facto ex nunc pro tunc, absque nova declaratione sed presentium tenore dictam Societatem, ac omnes indulgentias, et priviliegia eidem concessa ablata esse a d.ta Capella et penitus atque totaliter ad dictam nostram ecclesiam translata cum omnibus bonis temporalibus dictæ Societati quomodolibet acquisitis, ut iuxtà piam mentem fidelium inseruire possint pro ornamento, et alÿs iustis indigentÿs dictæ Confraternitatis, cui relicta fuere. 56  Faistenberger (2007), S. 188–190. Zu Wilhelm Faistenberger siehe Faistenberger (2007), S. 203–258. 57  Vgl. mit den Abbildungen in Keller/Neuhardt (2008), S. 52–54. Hier sind die Vorlagen nicht genannt. Zum Maler Veit Rabl siehe Egg (1971). Jesus, den du, o Jungfrau, vom Heiligen Geist empfangen hast 1  Das Verkündigungsgemälde von Seghers ist nicht erhalten. 2  Sivori, der aus einer Kaufmannsfamilie in Genua stammte, war mit der reichen Portugiesin Juana Felipe Jorge verheiratet, die neben Schmuck und Kleidern 30.000 fl. als Mitgift in die Ehe brachte. Vgl. Pohl (1977), S. 88, 300, 361. 3  Zur Lilie in der christlichen Ikonographie siehe Berndl (2005), S. 94– 102. 4  Bieneck (1992), S. 190–191. 5  Bieneck (1992), S. 14. 6  Kardinal Antonio Zapata y Cisneros (1550–1635), Vizekönig von Neapel, protegierte den Künstler. Bieneck (1992), S. 17. Zu neu entdeckten Gemälden von Gerard Seghers in Spanien siehe Sanzsalazar (2007) und (2009). 7  Bieneck (1992), S. 18–19. Er war Mitglied der Jesuitenkongregation, der Rhetorikerkammer „De Violiere“ und der Romanisten-Gilde, die Antwerpener Bürger vereinte, die nach Rom gereist waren. Bieneck (1992), S. 21–23. 8  Bieneck (1992), S. 25. 9  Bieneck (1992), S. 20. 10  Zu dieser Schaffensperiode ausführlich Frelin/Houdelinchx/Delvingt (2011). 11  Sandrart (1675), S. 301. Zu Sandrart siehe Ebert-Schifferer/Mazzetti Di Pietralata (2009). Jesus, den du, o Jungfrau, zu Elisabeth getragen hast  Das elegische Distichon lautet: Felices Ioachime tuos iam pande penat(es) / Res miranda, æther qua(e)ritat hospitiu(m) – „Joachim, öffne dein schon glückliches Haus! Ein wunderbares Ereignis, der Himmel sucht gastliche Aufnahme.“ 2  Netzer (1980), S. 1. 3  Netzer (1980), S. 14. Ein Sohn aus dieser Ehe wurde vom bekannten Humanisten und Historiographen Markus Welser aus der Taufe­ gehoben. Netzer (1980), S. 47. Herzog Maximilian I. von Bayern schenkte Welsers Bayrische Geschichtsschreibung dem Salzburger Erzbischof Wolf Dietrich von Raitenau (1559–1617). Brandhuber/ Ruggenthaler (2011), S. 449. 4  Das Frauentor zeigte auf der Außenseite Szenen aus dem Leben des Salzburger Kardinal-Erzbischofs Matthäus Lang von Wellenburg (1469–1540), der aus Augsburg stammte. Netzer (1980), S. 77. 1

Jesus, den du, o Jungfrau, im Tempel wiedergefunden hast  Zur Bedeutung von Gesten in der Kunst siehe einführend Groschner (2004).

 Falk (2008), S. 65–157.  Mödersheim (2000), S. 229–247. 7  Netzer (1980), S. 22. 8  Netzer (1980), S. 11. 9  Für Herzog Philipp II. von Pommern (1573–1618) lieferte er überdies Ansichten der Münchner Residenz und zeichnete die berühmte Monstranz im Domschatz zu Eichstätt. Netzer (1980), S. 16. Diese Aufträge an Kager vermittelte der berühmte Kunstagent Philipp Hainhofer. Siehe dazu ausführlich Mundt (2009). Zu Kunstkammern siehe Mauriès (2011). 10  Netzer (1980), S. 26. 11  Walderdorff (2008), S. 424. Brandhuber/Ruggenthaler (2011), S. 463. 12  Juffinger (2011), S. 540–541. 5 6

1

Jesus, der für uns Blut geschwitzt hat  Jacoby (1996), S. 70–71 und Ramaix (1997), S. 71–72. 2  Peltzer (1928), S. 162. 3  Lediglich Kupferstichporträts gingen aus allen Perioden der erfolgreichen Karriere des Hans von Aachen hervor. Jacoby (1996), S. 14. Jacoby in Fusenig (2010), S. 43–51. 4  Jacoby (1996), S. 10. 5  Jacoby (1996), S. 22. 6  Jacoby (1996), S. 16. 7  Jacoby (1996), S.20. 1

Jesus, den du, o Jungfrau, zu Bethlehem geboren hast 1  Zum Kupferstich Jacoby (1996), S. 64–67. 2  Das Altarbild ist verloren. Jacoby (2000), S. 16. Zum Italienaufentˇ halt Aikema in Fusenig (2010), S. 96–133, und Aikema in Konecný/ Vácha (2012), S. 17–27. 3  Jacoby (2000), S. 11, 19. Zum Venedigaufenthalt Di Lenardo in ˇ Konecný/Vácha (2012), S. 28–37. 4  Jacoby (2000), S. 21, 29. Weiters über den Aufenthalt am Herzogshof in München Jacoby in Fusenig (2010), S. 134–183, Jacoby (2000), S. 24. 5  Jacoby (2000), S. 44. 6  Jacoby (2000), S. 46. 7 ˇ  Über die Zeit am Prager Kaiserhof Fucíková in Fusenig (2010), S. 184–263. 8 ˇ  Martin in Konecný/Vácha (2012), S. 197–202. 9  Zu Hans von Aachens Porträtmalerei allgemein Schütz in Fusenig (2010), S. 53–62. 10  Jacoby (2000), S. 47. 11  Jacoby (2000), S. 51. 12  Jacoby (2000), S. 58–59. 13  Jacoby (2000), S. 91–94. 14  Jacoby in Fusenig (2010), S. 160–161. 15  Wagner (1978), S. 16–17 und (1987), S. 517–518. Geissler (1987), S. 244. Möglicherweise war dieser Altar für das Hoforatorium gedacht: Brandhuber/Ruggenthaler (2011), S. 478. 16  Walderdorff (2008), S. 332 und (2009), S. 146. Juffinger (2011), S. 540. Die „Kuppeleiszene“ ist heute als langfristige Leihgabe des Kunsthistorischen Museums in der Oberösterreichischen Landes­ galerie in Linz zu sehen. Jacoby (2000), S. 206–208, Nr. 63.

Jesus, der für uns gegeißelt worden ist  Mason Rinaldi (1984), S. 185. Zu Sadelers Stich siehe Ramaix (1997), S. 72–73. Ramaix gibt irrig an: After a lost drawing by Jacopo Palma, or perhaps not by Palma. 2  Ridolfi (1648), II, S. 176, beschreibt das Bild mit folgenden Worten: fece nella Cappella dell’Altar Maggiore la presa di Christo nell’Horto, e flagellato alla Colonna, fingendo l’attione di notte tempo con ombre, e lumi gagliardi tolti da gli splendori delle lucerne, e dalle fiaccole accese tenute dalla Sbiraglia – „In der Kapelle des Hochaltares schuf er die Gefangennahme Christi im Garten [Gethsemane] und die Geißelung an der Säule, die Darstellungen als Nachtszenen konzipierend, mit Schatten und starkem Licht – der Leuchtkraft von [Öl-]Lampen nachempfunden, und den angezündeten Fackeln der Häscher.“ Übersetzung: Dr. Roswitha Juffinger. 3  Seidel (1996), S. 299–300. Hier wird weiterführend angemerkt, dass aus Interesse am nackten Körper eher die „Geißelung“ als die „Dornenkrönung“ dargestellt wurde. 4  Seidel (1996), S. 305. 5  Dokumente zu Palmas Aufenthalt in Urbino edierte Gronau (1936), S. 19, 22, 42, 43, 149, 152. 6  Paolo Veronese († 1588), Jacopo Bassano († 1592), Jacopo Tintoretto († 1594). 7  Zum Spätwerk: Mason Rinaldi (1984), S. 52–54: La produzione estrema. 8  Die eigenhändige Replik wurde im Wiener Dorotheum am 13. April 2011 als Lot 16 versteigert. Sadelers Entwurf für die Kupferstichplatte hat sich erhalten und wurde bei Sotheby’s in London am 5. Juli 2006 als Lot 12 versteigert. Freundliche Mitteilung von Stefania Mason, Venedig. Geissler (1987), S. 244, stellt in seiner allgemeinen Betrachtung der Zeichenkunst um 1600 fest, dass Palmas „Geißelung“ zu den immer wieder kopierten „Lieblings-Kompositionen“ jener Zeit gehört. 9  Brandhuber/Ruggenthaler (2011), S. 437–439. 10  Walderdorff (2008), S. 426 und (2009), S. 141, Nr. [34], S. 147– 148, Nr. 15. Während auf das Bild „Lukretia“ im Inventar nicht näher eingegangen wird, heißt es zu „Loth mit seinen Töchtern“: Ein Stük auf Leinwand, das den Loth in einem blauen Kleide und rothen Mantel mit seinen 2 entblößten Töchtern vorstellt, deren eine eine mit rothem Weine gefüllte Schalle darreicht, nebenher steht ein Silbergeschirr in der Ferne aber das brinnende Sodoma. Orig. von Palma. Diese Beschreibung erinnert an die Komposition eines Gemäldes von Palma, das sich heute im Rijksmuseum in Amsterdam befindet. Mason Rinaldi (1984), S. 73, cat. 6. Über Palmas mögliche Bezüge zum Salzburger Erzbischof Wolf Dietrich von Raitenau siehe Juffinger (2011), S. 537. 11  Stefania Mason hat laut freundlicher Mitteilung vom 13. Januar 2012 folgende Zeichnungen der Universitätsbibliothek Salzburg Palma il Giovane zugewiesen: H 123, H 168, H 179, H 180, H 194, H 195, H 204/1, H 204/3, H 205, H 206, H 204/2, H 207, H 208, 1

Jesus, den du, o Jungfrau, im Tempel aufgeopfert hast 1  Lk 2,21–40: Das Zeugnis des Simeon und der Hanna über Jesus. 2  Zijlma (1976), S. 93: Wolfgang Kilian, Nr. 6. 3  Chiarini in Chiarini/Padovani (2003), S. 481. 4  Pignatti (1976), S. 181, A87: Presentazione al tempio. 5  Die lateinische Legende lautet: P(aulus) V(eronensis) P(inxit). W(olf) G(angus) K(ilian) F(ecit) V(enetiis) – „Paolo Veronese hat (das Bild) gemalt, Wolfgang Kilian hat (den Stich) in Venedig angefertigt.“ Zu Veronese und der Kupferstichreproduktion allgemein siehe Bober in Brilliant/Ilchman (2012), S. 208–221. 6  Rosand (2012), S. 79–104. 7  Rosand (2012), S. 123–153. 8  Gisolfi (1996), S. 349. 9  Rosand in Brilliant/Ilchman (2012), S. 26. 10  Walderdorff (2009), S. 142 [51]. 11  Pignatti (1976), S. 126, Nr. 131: Nozze di Cana. Rosand (2012), S. 186–192. 12  Sölter in Gottdang/Prochno (2012), S. 78–81. Sölter (2013).

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H 209, H 453, H 478, H 485, H 486, H 487. Ausgewählte Blätter besprach zuletzt Sölter in Gottdang/Prochno (2012), S. 54–75. Zu Zeichnungen des jüngeren Palmas allgemein Mason Rinaldi (1990). 12  Mason Rinaldi (1984), S. 163, D 173–175. 13  Mason in Habert/Marabini (2006), S. 74–87. 14  Die Wände des ehemaligen Hoforatoriums sind heute weiß übertüncht. Brandhuber/Ruggenthaler (2011), S. 476–479.

beyzubringen, auch mit zierlichen Landschaften, artigen Gebäuden, Zierrahten und Thiern zu erfüllen wusste. Sandrart (1675), S. 335. 7  Brucher (1973), S. 26ff. Kühlenthal/Zunhamer (1982), S. 35. 8  Zu den Deckengemälden im Passauer Dom ausführlich: Möseneder (1993). 9  Kühlenthal/Zunhamer (1982), S. 44. Nachdem er die Arbeit am Langhaus vollendet hatte, begann er mit der Ausmalung der Seitenkapellen. Insgesamt gestaltete Tencalla eine Fläche von über 1000 m². Kühlenthal/Zunhamer (1982), S. 84. 10  Kühlenthal/Zunhamer (1982), S. 101. Die Suche nach einem geeigneten Nachfolger zur Fertigstellung des Domes gestaltete sich als schwierig: Matthias Rauchmiller starb kurz nach Auftragsübernahme, Giovanni Francesco Splendore erwies sich als unfähig, erst Tencallas Schwiegersohn Carlo Antonio Bussi gelang die Vollendung der Ausmalung 1688. Kühlenthal/Zunhamer (1982), S. 40. 11  Sandrart (1675), S. 335. 12  Zur Person: Kellner (1968), S. 245–246. 13  Zum Malstil: Medvecký (2007), S. 237–244. 14  Kühlenthal/Zunhamer (1982), S. 32. Tencalla ließ sich schließlich doch überreden, wenn er auch bekannte, dass er sonsten niemahlen gesonnen gewesen diesen von mir in fresco zu mahlen müehesamen Vorthail zueröffnen. Tatsächlich habe er vorgehabt, das geheime Wissen bei mir zu verhalten und ersterben zu lassen. Der Abt versicherte daraufhin dem besorgten Maler, der Lehrling werde auf so glicklich erhaltene Information seinen Pembsel außerhalb des Klosters Kremsmünster nicht zu führen erlaubt sein. Kühlenthal/Zunhamer (1982), S. 33. 5  Kühlenthal/Zunhamer (1982), S. 33. Als sich Tencalla in Passau zusammen mit dem Dombaumeister Carlo Lurago prominent an der östlichen Tambourwand porträtierte, ging dieser Hochmut dem Bischof dann doch zu weit. Die beiden Künstler mussten durch einen die Knickhalslaute spielenden Engel ersetzt werden. Kühlenthal/ Zunhamer (1982), S. 92.

Jesus, der für uns mit Dornen gekrönt worden ist  Zur Künstlerbiographie eingehend Blake (1999) und Brown (1999). Zum Gemälde zuletzt ausführlich Vergara/Lammertse (2012), S. 224–227, Röntgenuntersuchung S. 361–364. 2  Über Falck ausführlich Block (1890). Zu dessen Aufenthalt in Schweden Upmark (1885). 3  Zur Herkunft und Familie siehe Brown (1991), S. 13. Barnes/ De Poorter/Millar/Vey (2004), S. 1. Stighelen in Barnes/Wheelock (1994), S. 17–46. 4  Zum Verhältnis zwischen Rubens und van Dyck einführend Held in Barnes/Wheelock (1994), S. 63–76 und Prochno (2006), S. 127–153. 5  Brown (1991), S. 13. 6  Erzherzogin Isabella Clara Eugenia (1566–1633), eine Tochter König Philipps II. von Spanien. 7  Brown (1991), S. 14. 8  Über diese Schaffensperiode Prochno (2006), S. 155–164. 9  Zur Biographie des Königs besonders Cust (2005) und Hibbert (2007). Zur Epoche Coward (2012). 10  Brotton in Samson (2006), S. 20. Zur Spanienreise von Karl I. ausführlich Redworth (2003) und Samson (2006). Über die TizianRezeption in England speziell Reinhardt (1999). 11  Zum Mäzenatentum des Königs Asch (1993), zur Sammlung Brown/Elliott (2002) und Brotton (2006). 12  Cowley (1983), S. 80. 13  Cowley (1983), S. 73. Zu den Stuart-Porträts allgemein siehe Scott (2010), S. 69–97. 14  Barnes/De Poorter/Millar/Vey (2004), S. 616–617, cat. IV.242. 15  Zur Kleidung siehe Reynolds (2013). 16  Brown (1991), S. 15. 17  Brown (1991), S. 118–127. Vergara/Lammertse (2012), S. 212–223. 18  Zum Frühwerk ausführlich Vergara/Lammertse (2012). 19  Barnes/De Poorter/Millar/Vey (2004), S. 37–39, cat. I.22. Larsen (1988), Bd. 2, S. 114, cat. 271. 20  Barnes/De Poorter/Millar/Vey (2004), S. 140–141, cat. I.A4. Larsen (1988), Bd. 2, S. 114, cat. 271, hält das Bild für ein Original von van Dyck. Er gibt irrig an, die erste Version sei die Vorlage für die Stiche von Schelte Adamsz. à Bolswert und Jeremias Falck. Doch zeigen diese neben dem knienden Spötter mit dem Schilfrohr den alten Mann aus der zweiten Version, nicht den jungen aus der ersten. 21  Barnes/De Poorter/Millar/Vey (2004), S. 39–40, cat. I.23. Larsen (1988), Bd. 2, S. 114–115, cat. 273. 22  Steadman (1982), S. 103, Nr. 53. Das Bild wurde 1951 in London versteigert. 1

Jesus, der für uns gekreuzigt worden ist 1  Mason Rinaldi (1984), S. 103, cat. 222. 2  Mason Rinaldi (1984), S. 34. 3  Mason Rinaldi (1984), S. 103. 4  Domenichini (2011). Beiden Heiligen ist das Attribut der Lilie gemeinsam. 5  Hämmerle in: Thieme/Becker 25 (1931), S. 395. Jesus, der von den Toten auferstanden ist  Zu Joseph Heintz dem Älteren ausführlich Zimmer (1971) und (1988). 2  Zu Haunsheim speziell: Zimmer (1985). 3  Sigelen (2009), S. 1–4; 391. 4  Zimmer (1971), S. 128. 5  Zimmer (1971), S. 11. 6  Zimmer (1971), S. 15–17. 7  Zimmer (1971), S. 21, 24; (1985), S. 98–118. 8  Zimmer (1971), S. 20–23. 9  Sandrart (1675), S. 286. 10  Zimmer (1971), S. 40–44. 11  Überliefert u. a. in der Rhetorica ad Herrenium 4,39: Poema loquens pictura, pictura tacitum poema debet esse – „Das Gedicht soll sprechende Malerei, Malerei ein stummes Gedicht sein.“ Zimmer (1971), S. 41, zitiert nach der berühmten Paraphrase von Horaz in der Ars poetica 361: Ut pictura poesis. 12  Gundelach arbeitete auch für den Salzburger Erzbischof Wolf Dietrich von Raitenau. Dem gefangenen katholischen Erzbischof wurde später in der Anklageschrift das protestantische Bekenntnis dieses Künstlers zum Vorwurf gemacht. Brandhuber/Ruggenthaler (2011), S. 436, 442. 1

Jesus, der für uns das schwere Kreuz getragen hat  Zur weitverzweigten Künstlerfamilie: Proserpi (1999) und Mollisi (2008). Eine Bibliographie zum Künstler: Mollisi (2009). 2  Sandrart (1675), S. 335. 3  Kitlitschka (1969) und (1970). 4  Kühlenthal/Zunhamer (1982), S. 33. 5  Zu Liechtenstein als Kunstmäzen mit weiterführender Literatur: ˇ (2010). Slavícek 6  Reidl (1998) und Zapletalová (2010). Seine hurtig ausgeführten Arbeiten bestanden in einer guten Zeichnung und vielen sinnreichen Inventionen, die er nach Art der Historien in einer stattlichen Ordinanz und vernünftigen Colorit unvergleichlich anmutig und freudig 1

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Jesus, der in den Himmel aufgefahren ist  Judson/van de Velde (1977), S. 99–100. 2  Judson/van de Velde (1977), S. 99. 3  Judson/van de Velde (1977), S. 86. 4  Zu Plantin und seiner Druckerei ausführlich Bowen/Imhof (2008). 5  Judson/van de Velde (1977), S. 25–26. 6  Judson/van de Velde (1977), S. 33. 7  Judson/van de Velde (1977), S. 100. 8  Judson/van de Velde (1977), S. 89. 9  Judson/van de Velde (1977), S. 136.

velando con ombre le figure lontane, e staccando le vicine con pochi, ma viuaci lumi, e con maestreuli colpi. Übersetzung: Dr. Roswitha Juffinger. 13  Ridolfi (1648), II, S. 399: hauendosi formato nella mente d’esser preso da sbirri, si che viueua in continui timori: onde la saggia moglie lo faceua curare, tenendolo rinserrato in camera, pensando con la buona cura leuargli quel pensiero dal capo; mà vn giorno sentendo egli picchiar fortemente alla porta di sua Casa, stimò per apunto, che gli sbirri venissero per lui, onde ripieno di spauento, salito sopra vna fenestra, si gettò furiosamente à terra, e percotendo d’vna tempia sopra d’vn sasso, restò mortalmente ferito. Übersetzung: Dr. Roswitha Juffinger. Der Leichnam wurde von Venedig nach Bassano übergeführt und dort in der Kirche San Francesco bestattet. Eine Büste von Gerolamo Campagna zierte das Grabmal. Alberton Vinco Da Sesso in Brown/Marini (1992), S. 317. 14  Ridolfi (1648), II, S. 396: Occorse in tanto à Francesco di far conoscere il suo valore in altre Città onde mandò à Roma alla Compagnia di San Luigi de’ Francesi una gran pala dell’ Assunta della Regina de’ Cieli con numero d’Angeletti, e gli Apostoli intorno al Sepolcro. 15  Olbrich (1987), S. 422. 16  Aikema/Di Lenardo in Fusenig (2010), S. 90. Der untere Teil des unvollendeten Gemäldes wurde noch in Bassanos Werkstatt von Hans von Aachen kopiert. Jacoby und Aikema in Fusenig (2010), S. 122–123. 17  Tosini (2008), S. 204, 476–478, cat. D44. Zur Kirche Roberto (2005). 18  Trotz des volkstümlichen Charakters der vielfigurigen Bauern- und Marktidyllen schöpfte Bassano aus der Repräsentationskunst. Daher wurden seine relativ kleinen, querformatigen Bilder bald begehrte Sammlerstücke für das venezianische Patriziat und die europäischen Höfe, überdies trug die Druckgraphik wesentlich zur Steigerung der Bekanntheit bei. Vgl. dazu die Notiz bei Welti (1963), S. 259, über die Ausstattung von Schloss Ambras: … die Arche Noas von Bassano, für die ein Großherzog von Toscana 100.000 Reichtstaler bezahlen wollte. Zum Bildprogramm siehe Aikema (1996), S. 131–147. 19  Marquet (1995), S. 650. 20  Walderdorff (2008), S. 414–415. Walderdorff (2009), S. 141: Nr. [17], [31], S. 149: Nr. 39, S. 152: Nr. 55. Über mögliche Bezüge zum Salzburger Erzbischof Wolf Dietrich von Raitenau siehe Juffinger (2011), S. 537. 21  Wickenburg (1958), S. 459–464. Brandhuber/Ruggenthaler (2011), S. 428. Das Porträt wurde am 13. November 2012 bei „Im Kinsky Kunst Auktionen GmbH“ in Wien als Lot 10 versteigert. Freundliche Mitteilung von Mag. Kareen M. Schmid. 22  Alle fünf Gemälde sind signiert, datiert und tragen das Wappen Erzbischofs Wolf Dietrich von Raitenau. Walderdorff (2008), S. 368– 370. Ausführliche Besprechung der Gemälde bei Marquet (1995). 23  Marquet (1995), S. 681.

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Jesus, der uns den Heiligen Geist gesandt hat  Bodart (1977), S. 21, cat. 13. Judson/van de Velde (1977), S. 137– 138. 2  Tizian malte das Bild um 1550 für die Kirche Santo Spirito in Isola, heute befindet es sich in der Kirche Santa Maria della Salute in Venedig. Judson/van de Velde (1977), S. 138. Wethey (1969), S. 121–122, cat. 85. 3  Judson/van de Velde (1977), S. 138. 4  Judson/van de Velde (1977), S. 27. 5  Judson/van de Velde (1977), S. 118. 6  Judson/van de Velde (1977), S. 138. 7  Judson/van de Velde (1977), S. 119. 1

Jesus, der dich, o Jungfrau, in den Himmel aufgenommen hat  Zum Stich siehe Widerkehr (2007), S. 168, Nr. 80. 2  Auf dem Stich wird nur „Taddeo Zucchero“ als „Inventor“ erwähnt. Zu Francesco Bassano siehe Aurenhammer (1993), S. 382–384, und Alberton Vinco Da Sesso (1992), S. 61–79 und (1996), S. 348–349. 3  Als Einführung zu Jacopo Bassano siehe Alberton Vinco Da Sesso (1992) und Aurenhammer (1993), S. 385–390. Weiterführend siehe Ballarin (1995/96), Brown/Marini (1992) und Ballarin/Ericani (2010). 4  Wenngleich sich Jacopo Bassano an Tizian, Tintoretto und der niederländischen Druckgraphik orientierte, blieb er doch stets ein origineller Maler, der weitgehend losgelöst von den Themen seiner Zeit mit seinem Werk ein reifes Zeugnis der Spätrenaissance lieferte. Ballarin (1995), S. 363–376. Über die Bezüge zur niederländischen Druckgraphik Aikema in Hochmann (2011), S. 101–138. 5  Diese handwerksmäßige Massenproduktion, in der Entwurf, Ölskizze, Ausführung, Korrektur und Kopie von unterschiedlichen Personen ausgeführt wurden, erlaubt es heute kaum noch, die Hände zu unterscheiden. Zudem gab der Vater seine Werke als Arbeiten der Söhne aus, um deren Bekanntheit zu steigern, und verkaufte Werkstattkopien unter eigenem Namen, um sie leichter absetzen zu können. Einen einführenden Überblick bieten Alberton Vinco Da Sesso (1996), S. 351, und Aikema (1996), S. 82–84. Aufgrund eines erhalten gebliebenen Werkstattbuchs ist Jacopos Frühzeit noch am besten dokumentierbar, siehe dazu Ballarin in Ballarin/Ericani (2010), S. 41–55. 6  Zur Maltechnik Avagnina in Brown/Marini (1992), S. CCXLV– CCLVI. 7  Aurenhammer (1993), S. 386. 8  Gerola in Thieme-Becker 3 (1909), S. 4–7. 9  Zu den Serien siehe Aikema (1996), S. 131–147. 10  Aurenhammer (1993), S. 382. 11  Mason Rinaldi (1980), S. 214–219. 12  Ridolfi (1648), II, S. 396: Dicono, che Francesco, per vedere gli effetti di quelle figure, affigesse le tele al palco, non ancor finite, & iui aggiustasse qualunque cosa alla veduta, con molta accuratezza, assistendoui il di lui Padre, che teneua von specchio in mano, & osseruando entro gli errori gli accennaua à Francesco, con vna bacchetta, onde riuscirono quelle opere così ben regolate, & eccellenti, usandoui vn soauissimo colorito, e molte belle, e dotte osseruationi: 1

Jesus, der dich, o Jungfrau, im Himmel gekrönt hat 1  Die Szene geht auf die Offenbarung des Johannes zurück, wonach die als Maria gedeutete apokalyptische Frau mit einem Kranz von Sternen bekrönt war (Offb 12,1). 2  Siehe z.B. Peter Paul Rubens, Marienkrönung im Musée Royaux des Beaux-Arts, Brüssel. 3  Henning/Weber (1998). 4  Henning/Weber (1998).

Passionszyklus  Andergassen in Andergassen/Stampfer (2005), S. 55. 2  Ingruber (1990), S. 57–62. 3  Zur Biographie siehe Scheiber in Andergassen/Stampfer (2005), S. 25–38. 1

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 Becker in Andergassen/Stampfer (2005), S. 15.  Scheiber in Andergassen/Stampfer (2005), S. 25. 6  Becker in Andergassen/Stampfer (2005), S. 16. 7  Galle Phillipp: Passio, mors, et resurrectio Dn. nostri Iesu Christi iconibus artificiosissimis, a celeberrimo pictore Joanne Stradano Brugensi Belga delineata. Küsell Melchior: Joannis Guilielmi Baurn Iconographia complectens in se passionem miracula vitam Christi universam, nec non, prospectus rarissimorum portum, palatiorum, hortorum. Augsburg 1670. 8  Tietze (1913), S. CX: [1686] dem Stephan Kössler mallern zu Brixen umb die 2 mallereyen in die neue taflstuben mit einschlus 2 ducaten für sein hausfrau vnd gesöllen dann 5 f. fuehrlohn 97 f. S. CXI: [1687]: herrn Stephan Khössler zu Prixen umb 2 stuckh in 2 gastzimmer, das erste mit dem tauff Christi und das ander mit der ankhvnfft der heiligen drey königen zum krippl 24 ducaten facit 87 f. 9  Freundlicher Hinweis von Erzabt Dr. Korbinian Birnbacher OSB und Mag. Wolfgang Wanko. 10  Juffinger (2008), S. 296–298.

10  Fricker (1963), S. XXXIX–XXXVI. Gareau (1992), S. 7–8. Constans (1996), S. 19–20. 11  Gareau (1992), S. 13–16. 12  Gareau (1992), S. 19–21, 27–31. Constans (1996), S. 21. 13  Zu Colbert siehe Murat (1996) und Aubert (2010). 14  Constans (1996), S. 23. Zu Versailles siehe Bajou (2011) und Gady (2011). Zum Spiegelsaal siehe Faton/Faton (2007). Zum Grand Siècle allgemein siehe Fuhring u. a. (2010). Zur Inszenierung des Sonnenkönigs siehe Burke (2009). 15  Bstieler (2011), S. 95–111. Le Bruns Gemälde befinden sich heute im Louvre, siehe dazu Gareau (1992), S. 33. Zur allegorischen Ausdeutung dieser Gemälde siehe Posner (1959), Grell/Michel (1988) und Burke (2009), S. 41. Zur Rezeption der antiken Alexander-Literatur siehe Petersmann (2001). 16  UBS, Sign. G 466 I: Kraus Johann Ulrich (Hg.): Tapisseries du roy. Augsburg 1687. Zu Ludwig XIV. einführend Malettke in Hartmann (1994), S. 189–236. Über die Kunstentwicklung unter Ludwig XIV. zusammenfassend Malettke (2008), S. 267–269. 17  Constans (1996), S. 24. Über Lebruns Verhältnis zu seinem Konkurrenten Pierre Mignard (1612–1695) siehe Mérot (1995), S. 255–277. 18  Fricker (1963), S. LXXIII. 19  Nach dem im Matthäusevangelium (16,18) überlieferten Herrenwort: „Ich aber sage dir: Du bist Petrus und auf diesen Felsen [griech. petra] werde ich meine Kirche bauen.“ Leesberg (2008), Bd. 1, S. 71, Nr. (54). Sman in Baroni/Sellink (2012), S. 267.

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Das letzte Abendmahl  Ingruber (1990), S. 57. Zum Stich, der als beste Arbeit von Boëtius Adamsz. à Bolswert gilt, siehe Bodart (1977), S. 25, Nr. 20 und Pohlen (1985), S. 190–191. 2  Jaffé (1989), S. 330, Nr. 1066A. 3  Judson (2000), S. 48. 4  Ein aufgeschlagenes Buch zwischen zwei Leuchtern deutet darauf hin, dass das Mahl nach jüdischem Ritus gefeiert wird. Die Weinreben an den gewundenen Säulen des Tabernakels im mittleren Teil des Bildhintergrunds symbolisieren das Blut Christi. Judson (2000), S. 49. 5  Damit steht Rubens hier in der Tradition Caravaggios, dessen Werke er in Rom ausführlich studierte. Von Caravaggios Meisterwerk „Die Berufung des hl. Matthäus“ scheint die schräg am Schemel sitzende Jüngerfigur links von Judas inspiriert zu sein. Zu Caravaggios Gemälde an der linken Seitenwand der Cappella Contarelli in San Luigi dei Francesi in Rom siehe Schütze (2009), S. 258–259, Nr. 24.1, und Ebert-Schifferer (2009), S. 128. 6  Besonders Justus van Egmont soll maßgeblich daran beteiligt gewesen sein. Judson (2000), S. 50. 7  Judson (2000), S. 49. 8  Tietze (1913), S. CXVII–CXIX. Wagner in Kronbichler (1998), S. 172. 1

Christus vor dem Hohepriester Kaiphas 1  Leesberg (2008), Bd. 1, S. 74, Nr. (58). 2  Die Lanze in der linken Hand wird nicht übernommen, sondern ­lediglich die Handhaltung. 3  Zur Biographie siehe Rutgers (1996), S. 740–741, und Baroni/Sellink (2012), S. 5–7. 4  Rutgers (1996), S. 740. 5  Meoni in Baroni/Sellink (2012), S. 31–58. 6  Rutgers (1996), S. 741. Vitzthum (1969). 7  Leesberg (2008), Bd. 3, S. 61–66. 8  Universitätsbibliothek Salzburg Sign. G 402 I (Mediceae familiae rerum feliciter gestarum victoriae et triumphi) und G 408 I (Equile Ioannis Austriaci). Leesberg (2008), Bd. 3, S. 39–60 und 232–277. Zur Salzburger Provenienz siehe Brandhuber/Ruggenthaler (2011), S. 399, 403. 9  Rutgers (1996), S. 742.

Christus am Ölberg  Meyer (2004), Nr. 42, S. 120–123. 2  Der Engel in den Wolken weist auf diesen Gotteswillen hin. Nivelon (2004), S. 283: Au-dessous de cet ange paraît un grand amas de nuages, dont le roulant informe figure un serpent ou dragon qui se présente au Christ, par lequel est représenté le caractère du premier péché ou la figure de celui qui fit tomber le premier Adam; pour laquelle satisfaction le Christ souffrit la mort. 3  Zu Fouquet siehe Petitfils (2005). 4  Zur Biographie des Kardinals siehe Bertiere (2009), zu seinem Mäzenatentum Conihout/Michel (2006). 5  Ein Gemälde „Charles Le Brun et son atelier, Le Christ au jardin des Oliviers“ wurde am 18. März 2005 bei Daguerre in Paris als Lot 32 versteigert. 6  Zum Mäzenatentum Annas von Österreich siehe Mérot in Grell (2009), S. 243–263. 7  Nivelon (2004), S. 283. 8  Später kam das Gemälde nach Versailles. In den Schlossinventaren erscheint es 1784 zum letzten Mal. 9  Charles Le Brun malte ein Porträt seines Vaters, des Bildhauers Nicolas Le Brun († 1648), das sich heute in der Residenzgalerie Salzburg befindet (Inv. Nr. 254). Siehe dazu mit weiterführender Literatur Juffinger (2010), S. 110–111. 1

Verhör Christi  Ingruber (1990), S. 59. Andergassen (2005), S. 53. 2  Leesberg (2008), Bd. 1, S. 74, Nr. (64). 3  Ingruber (1990), S. 59. 4  Rampold (2009), S. 26. 5  Becker (2005), S. 22. 6  Zu Rubens’ Bild siehe McGrath (1997), S. 14–25. 1

Die Geißelung  Tietze/Martin (1914), S. 146. Ingruber (1990), S. 59. 2  Zu Johann Wilhelm Baur siehe Bonnefoit (1997) und Koefoed (1998). 3  Bonnefoit (1997), S. 32. 4  Bonnefoit (1997), S. 37–38. 5  Partsch (1993), S. 629. 6  Bonnefoit (1997), S. 39–40. 7  Siehe dazu die Spezialstudie Di Lernia (2004). 8  Partsch (1993), S. 629. 9  Bonnefoit (1997), S. 94–97. 10  Bonnefoit (1997), S. 120. 11  Partsch (1993), S. 629. 12  Bonnefoit (1997), S. 12: Raphael, hl. Georg und hl. Michael (1600 1

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Pfund); Tizian, Porträt Königs Franz I. von Frankreich (500 Pfund); Baurs elf Miniaturen (2000 Pfund).

 Zu Rubens und Moretus siehe Judson/van de Velde (1977), S. 25–40.  Zu Rubens als Diplomat siehe Simson (1996), S. 286–306. 11  Sandrart (1675), II, Buch 3, S. 288. 12  Zu Otto van Veen siehe Haberditzl (1908), S. 205–206, und Müller-Hofstede (1959), S. 194–195. Zur Müllner Pfarrkirche Mund (2004), S. 80. 13  Hellwig (2012), S. 34. 14  Jaffé (1989), S. 157, Nr. 54. 15  Hellwig (2012), S. 38. Zum Kopieren nach Antiken allgemein Bartsch/Becker/Bredekamp/Schreiter (2010). 16  Warnke (2006), S. 165. 17  Zur Caravaggio-Rezeption siehe Schaudies (2006). 18  Jaffé (1989), S. 180, Nr. 175. Hellwig (2012), S. 58. Ebert-Schifferer (2009), S. 184–187. Schütze (2009), S. 270–271. Von Rosen in Feigenbaum/Ebert-Schifferer (2011), S. 40. 19  Siehe dazu Buttler in Feigenbaum/Ebert-Schifferer (2011), S. 17–38. 20  Jaffé (1989), S. 159, Nr. 64. Hellwig (2012), S. 62. 21  Wedgwood (1978), S. 94. 22  Hellwig (2012), S. 77 und 98. 23  Zu dieser Schaffensperiode von van Dyck siehe ausführlich Vergara/Lammertse (2012). 24  Jaffé (1989), S. 271–279, Nr. 702–754. Zu den Allegorien des Medici-Zyklus ausführlich Simson (1996), S. 229–285. 25  Zum Palais du Luxembourg der Maria de’ Medici siehe Galletti (2012). 26  Hellwig (2012), S. 113. Zu den beiden Galerien und ihrer Konzeption mit Grundrissplänen siehe Galletti (2012), S. 144–150. 27  Hellwig (2012), S. 114. 28  Zur Biographie der Königin siehe Dubost (2009) und Kermina (2010). 29  Galletti (2012), S. 32. 30  Jaffé (1989), S. 310–313, Nr. 951–965. 31  Über die Beziehung von Rubens zu England siehe ausführlich Martin (2011). 32  Cowley (1983), S. 80. Brotton (2006), S. 10. 33  Jaffé (1989), S. 281, Nr. 764. 34  Jaffé (1989), S.  319–322, Nr.  1003–1026. Wedgwood (1978), S. 141. 35  Zu Rubens’ Ölskizzen siehe Sutton/Wieseman (2004). 36  Hellwig (2012), S. 133. 37  Siehe dazu Balis (1986). 38  Hellwig (2012), S. 96. 39  Wedgwood (1978), S. 141. 40  Wedgwood (1978), S. 143. 41  Jaffé (1989), S. 279, Nr. 756. Wedgwood (1978), S. 91. 42  Hellwig (2012), S. 142. 43  Zur Rezeption von Rubens siehe Brejon de Lavergnée (2004), S. 19–22. 44  Zum Stich siehe Bodart (1977), S. 37–38, Nr. 43. Das Gemälde wurde am 15. Mai 2010 im Kunsthaus Lempertz als Lot 1239 um EUR 216.000 versteigert. 45  Freundlicher Hinweis von Mag. Wolfgang Wanko (Kunstsammlungen, Erzabtei St. Peter): „Es fehlen die Blätter 6: Die Landung Maria de’ Medicis in Marseille, 10: Die Krönung der Maria de’ Medici in Saint-Denis, 11: Apotheose Heinrichs IV. und Proklamation der Regentschaft Maria de’ Medicis, 12: Die Herrschaft der Königin oder Der Rat der Götter und 18: Der Vertrag von Angoulême.“ 46  Zaisberger/Ostermann (1984), S. 95. 47  Walderdorff (2008), S. 428. 48  Walderdorff (2008), S. 428–430. 49  Das Gemälde befindet sich heute im Kunsthistorischen Museum in Wien. Walderdorff (2008), S. 382. 50  Welti (1963), S. 91–92. 51  Zu Frans de Neve siehe Stillfried (2008). 9

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Die Dornenkrönung  Tietze/Martin (1914), S. 146. Ingruber (1990), S. 59–60. 2  Ingruber (1990), S. 60. 3  Di Lernia (2004), S. 271. 4  Bonnefoit (1997), S. 187. 5  Partsch (1993), S. 629. 6  Bonnefoit (1997), S. 117–118. 7  UBS, G 403 I. 8  Bonnefoit (1997), S. 97. 1

Die Kreuzaufrichtung Tietze/Martin (1914), S. 146. Ingruber (1990), S. 61. Die Adlerfahne stammt aus dem Stich: Anthonis van Dyck (1599– 1641) / Vorlage, Schelte Adamsz. à Bolswert (1586–1659) / Stecher, Martin van den Enden (1605–1673) / Verleger, Die Kreuzigung, 1630/35, Kupferstich, 634 x 446 mm. 1 2

Zum Stich siehe Bodart (1977), S. 25–26, und Pohlen (1985), S. 188– 189. 4  Zum Altarbild siehe Judson (2000), S. 139–146. Sauerländer (2011), S. 69–74. Jaffé (1989), S. 251, Nr. 545. 5  Judson (2000), S. 144. Davon zeugt auch eine Ölskizze von Rubens’ Hand, die sich bis 1794 im Franziskanerkloster befand (heute: London, National Gallery). Judson (2000), S. 149. 6  Sauerländer (2011), S. 73. 7  Judson (2000), S. 143–144. 8  Sauerländer (2011), S. 70. 9  Simson (1996), S. 188. 10  Judson (2000), S. 147. 11  Bellori (1728), S. 133. Simson (1996), S. 188. Sauerländer (2011), S. 74, verweist dagegen auf den Kreuzeshymnus der Karfreitagsliturgie, wonach die Sünderin ihre Arme als Klagende und Orantin beim Anblick des kostbaren Blutes erhebt. 12  Warnke ( 2006), S. 52. 13  Judson (2000), S. 144. 14  Ausführlich zur Frage ob Rubens und/oder van Dyck siehe Van Hout (2011), zusammenfassend Vergara/Lammertse (2012), S. 53. 3

Die Kreuzigung  Andergassen (2005), S. 55. 2  Zum Bild siehe Larsen (1988), S. 285, Nr. 712. Vey in Barnes/De Poorter/Millar/Vey (2004), S. 263–264, Nr. III.24. 3  Larsen (1988), S. 252. 4  Vey in Barnes/De Poorter/Millar/Vey (2004), S. 263. 1

RUBENS ALS IDEAL  Jaffé (1989), S.183, Nr. 189. Wedgwood (1978), S. 63. 2  Zur „Kreuzabnahme“ ausführlich siehe Judson (2000), S. 162–170. Sauerländer (2011), S. 51–68. Simson (1996), S. 124–126. Zum Stich siehe Pohlen (1985), S. 256–257. 3  Hellwig (2012), S. 88. Rubens hat für sein Meisterwerk eingehend die „Kreuzabnahmen“ von Daniele da Volterra und Lodovico Cigoli studiert. Die „Kreuzabnahme“ von Daniele da Volterra (1509–1566) befindet sich in Santa Trinità dei Monti in Rom, die „Kreuzabnahme“ von Ludovico Cigoli (1559–1613) im Palazzo Pitti in Florenz; Anfang des 17. Jahrhunderts war Cigolis Meisterwerk gleichfalls in Rom. Judson (2000), S. 167. 4  Judson (2000), S. 166. 5  Sauerländer (2011), S. 55. 6  Hellwig (2012), S. 8. 7  Bellori (1728) und Sandrart (1675). 8  Hellwig (2012), S. 10. 1

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nerkirche (Dornenkrönung) und im Franziskanerkloster (hl. Franz von Assisi in Ekstase) siehe Brandhuber/Ruggenthaler (2011), S. 436–437, 496–497. 28  Auftraggeber war Juan Henríquez de Herrera, der in der Kirche eine Kapelle stiftete, die dem Franziskanerheiligen Diego von Alcalá geweiht wurde. Herrera hatte den Bau der Kapelle gelobt, falls sein Sohn von einer schweren Krankheit wieder genesen sollte. Die Fresken wurden im frühen 19. Jahrhundert auf Leinwand übertragen. 1850 brachte man 16 Bilder nach Barcelona, neun davon kamen später in den Prado nach Madrid. Posner (1971), 2. Bd., S. 69–71. 29  Posner (1971), 2. Bd., S. 71. Zu Badalocchio siehe Pirondini (2004). 30  Zum Palazzo Verospi siehe Brevaglieri (2001). 31  Van Tuyll van Serooskerken (1992), S. 193. 32  Röttgen (1973), S. 159, Nr. 113. Birke/Kertész (1992), S. 400, Inv. 767. 33  Röttgen (1998), S. 4. 34  Zum Grabmal siehe Wittkower (2012), S. 252–253. Behrmann in Bredekamp/Reinhardt (2004), S. 179–196, und Behrmann in Karsten/ Zitzlsperger (2004), S. 49–67. Zu Bernini Warwick (2012). 35  Zum Modell der Carità siehe Dickerson/Sigel/Wardropper (2013), S. 112–117. 36  Behrmann in Bredekamp/Reinhardt (2004), S. 179. 37  Behrmann in Bredekamp/Reinhardt (2004), S. 189. 38  Behrmann in Bredekamp/Reinhardt (2004), S. 190. 39  Zur Epoche allgemein siehe Fagiolo/Portoghesi (2006). 40  Montagu (1985), Bd. 1, S. 81–85. 41  Über seine Beteiligung an den Plänen zur Piazza Navona in Rom siehe Metzger Habel (2013), S. 17. 42  Montagu (1985), Bd. 1, S. 82. 43  Montagu (1985), Bd. 2, S. 310–311. 44  Brandhuber (2011), S. 663–664. 45  Zu Christoph Lederwasch siehe Hatheyer (1904), S. 94–97. Martin (1928), S. 534. Zu Christoph Siegmund Graf von Kuenburg siehe Kuenburg (1962), S. 67–68. 46  Cipriani/Valeriano (1988), S. 189 (12.5.1675). Freundlicher Hinweis von Dr. Roswitha Juffinger. 47  Die Rechnung überliefert Riedl (1858), S. 75: [1681] Christoph Lederwasch, Hofmallern allda, ist inhalt Nebenlag, wegen der in der St. Anna Capellen in der Franziskaner-Kirchen (worinnen der hochgräfl. Familie Kienburg Familien-Begräbnuß ist) mit Vergolten und sonst verrichten Arbeit bezahlt worden 396 fl. 5 kr. 48  Lo Bianco (1997), S. 380. 49  Zur Ausgestaltung des Palazzo Pitti durch Cortona siehe Campell (1977). 50  Zu Cortona als Architekten in Rom siehe Metzger Habel (2013), S. 45–48. 51  Walderdorff (2011), S. 291–292. 52  Das Original wurde durch eine Mosaikkopie ersetzt und befindet sich heute in S. Maria degli Angeli. 53  Zu Stadion siehe Thaler (2011), S. 511–513. 54  Heinz (1954), S. 116. 55  Heinz (1954), S. 116. 56  Voss (1925), S. 530. Sutherland Harris (1977), Nr. 75, S. 97–98. 57  Zu Andrea Sacchi siehe Sutherland Harris (1977), D’Avossa (1985), Strinati/Barbiellini Amidei (1999). 58  Nach Voss (1925), S. 530. 59  Sutherland Harris (1977), S. 36. 60  Lechner (1976) und Grillo (1979). 61  Voss (1925), S. 529. 62  Zu Berninis Cathedra Petri siehe Wittkower (2012), S. 278–280. Warwick (2012), S. 50–54. 63  Sutherland Harris (1977), S. 33. 64  Sutherland Harris (1977), S. 33–37. 65  Karsten (2003), S. 133.

52  Judson (2000), S. 162–163. Das Gemälde befindet sich heute in der Kirche von Schoten (Provinz Antwerpen). 53  Judson (2000), S. 162. Das Gemälde befindet sich heute in der Stadthalle Bayreuth.

Die berühmte Vorlage  Die Kreuzwegbilder der Müllner Pfarrkirche sind bisher unbearbeitet geblieben. Neben den Rosenkranzmedaillons und dem Passionszyklus im Sacellum weist die Kreuzkapelle der Salzburger Franziskanerkirche ein ähnlich umfangreiches Ensemble an Kopien nach berühmten Vorlagen auf. Siehe dazu Brandhuber/Ruggenthaler (2011), S. 437–439. 2  Den Auftrag erteilte der päpstliche Vizekämmerer Gerolamo Vittrici, mit dessen Familie der Künstler befreundet war. Sickel (2003), S. 64– 73. Das Gemälde kam 1797 nach Paris, wurde 1815 restituiert und gelangte später in die Vatikanischen Museen. Schütze (2009), S. 267. 3  Ebert-Schifferer (2009), S. 171. 4  Schütze (2009), S. 267. 5  Ebert-Schifferer (2009), S. 170. 6  Elwert (1785), S. 120. 7  Zu Caravaggios umstrittenen „Marientod“ siehe Schütze (2009), S. 270–271. 8  Siehe dazu Prohaska/Swoboda (2010). 9  Beide Bilder konnten bisher nicht identifiziert werden. Walderdorff (2009), S. 149, und Walderdorff (2011), S. 290–291. 10  Ebert-Schifferer (1988), S. 30. 11  Ebert-Schifferer (1988), S. 16. Gegen Ende der Lehrzeit überwarf sich Reni mit seinem Meister, weil er sich zunehmend der Schule der Carracci anschließen wollte. 12   Schmidt-Linsenhoff in Ebert-Schifferer/Emiliani/Schleier (1988), S. 67–70. Aus dieser Schaffensperiode stammen der von vielen Malergenerationen studierte „hl. Andreas auf dem Weg zur Richtstatt“ für das Oratorium von S. Gregorio Magno und der „Bethlehemitische Kindermord“ für die Bologneser Familie Berò, den Anton Raphael Mengs für ein vollendet antikisches Werk hielt. Ebert-Schifferer (1988), S. 20. 13  Hervorzuheben sind die angeblich in nur 27 Tagen geschaffene „Dreifaltigkeit“ für SS. Trinità dei Pellegrini und die „Kreuzigung“ für S. Lorenzo in Lucina. Zum Kunstmarkt in Bologna siehe Morselli in Spear/Sohm (2010), S. 144–203. 14  Zum Gemälde siehe Ebert-Schifferer (1988), S. 134–136. Fiori in Bentini/Cammarota/Mazza/Scaglietti Kelescian/Stanzani (2008), S. 67– 69. Zu Vor- und Nachzeichnungen siehe Birke (1981), S. 94–95. 15  Biagi Maino (1986), S. 67. 16  Auch Pentimenti verraten dieses Streben nach Monumentalität, da Reni den Kopf der trauernden Maria tiefer ansetzte als ursprünglich geplant. 17  Ebert-Schifferer (1988), S. 134. 18  Zur Reproduktionsgraphik nach Guido Reni siehe Birke (1988). 19  Ebert-Schifferer (1988), S. 136. 20  Ebert-Schifferer (1988), S. 18, 28. 21  Ebert-Schifferer (1988), S. 20–21. 22  Ebert-Schifferer (1988), S. 29. Zu den Charaktereigenschaften von Guido Reni ausführlich siehe Spear (1997), S. 19–76. 23  Walderdorff (2008), S. 379–382. Zu Renis Original im Musée du Louvre siehe Salvy (2001), S. 46. 24  Walderdorff (2008), S. 426–427. 25  Riegl (1908), S. 182. 26  Elwert (1785), S. 34, lobte Carracci für seinen Reichthum an Gedanken, in dem ihm nur Raffael und Tintoretto gleichkämen: Er war eins der fruchtbarsten, feurigsten, lebhaftesten Genies, die die Welt hervorgebracht. Er lernte zu Rom einen edlen und erhabnen Stil, eine kräftige Färbung und einen hohen Geschmak in der Zeichnung. 27  Eine weitere Zeichnung nach Carracci ist der hl. Franziskus auf H 399 siehe dazu Brandhuber (2011), S. 658–659. Zu gemalten Kopien nach Annibale Carracci in der Kreuzkapelle der Salzburger Franziska1

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 Sutherland Harris (1977), S. 35.  Karsten (2003), S. 133. 68  Karsten (2003), S. 134. Zu den Barberini und ihrem Mäzenatentum ausführlich Mochi Onori/Schütze/Solinas (2007). 69  Sutherland Harris (1977), S. 34. 70  Schmidt (1984), S. 263. Naschenweng (2004), S. 100. 71  Stillfried (2008), S. 15: Bei dieser Arbeit wird er sich mit der Kunst Pietro da Cortonas vertraut gemacht haben, der in den Jahren 165154 das Deckengemälde der langen Galerie dieses Palastes gemalt hat. Bartoni (2012), S. 431–432. 72  Juffinger (2008), S. 272. 73  AES, Dompfarre Salzburg, Trauungsbuch 4/505: Aõ 682 Januarius 18. Ex Ltıa ˜ Rmı˜ Consistorÿ copulati sunt ad S. Andream: Sponsus Nob. D. Christoph Löderwasch de Damsweg, Cels.mo Principi Nrõ a cubiculis et Pictor Aulicus. Sponsa Nob. Virgo Maria Theresia Göttlicherin Austriaca. 74  Riedl (1858), S. 78: 1682. Dem hochfürstl. Cammerdiener und Hofmaller Hrn. Christophen Lederwasch ist zur gnädigsten Hochzeit Verehrung ain Goldstuckh: 10 Ducaten ausgefolgt worden – beträgt 35 fl. 75  AES, Dompfarre Salzburg: 1. Maria Anna Josepha, * 14.8.1683 (6/329r), 2. Franz Ludwig Cajetan, * 18.6.1685 (6/382v). 76  AES, Pfarre St. Andrä, Sterbebuch 1/42: December 1705 […] 26 Christophorus Lederwasch à cubiculis Celsissimi, pictor, 54 anni sepultus fuit ad S: Petrum. ASP, Hs. A 266, Todtenbuch I. (1300–1749), fol. 79v: [1705] Den 26. Decemb. Ist Christoph Lederwascher gewester Mahler allhier begraben worden. 1. Req. cum levit. 20. Messen. ASP, Hs. A 158, fol. 367v: [Dezember 1705] 29. dito ist für Christoph Lederwasser ein Requiem mit Leviten sambt 20 Messen, deren 6 von Unsrigen gehalten worden. 77  SLA, Hofratstestamente, L 11: (Salzburg, 13.12.1705). Hatheyer (1904) kennt das Testament, gibt aber nicht alle Künstlernamen wieder. 78  Hatheyer (1904), S. 97. Heinz (1954), S. 117. 79  Zu Errard siehe Coquery (2013). 80  SLA, Hofratstestamente, L 11. 81  Die Existenz der Hofzeichnungsakademie belegt Pillwein (1821), S. 210. Hier heißt es über den späteren Kupferstecher Karl Schneeweiß: Den ersten Unterricht im Zeichnen verdankte er dem Erzbischof Sigmund v. Schrattenbach, der ihn auf Empfehlung in die damalige Hofzeichnungs-Akademie aufnahm, in welcher er ein Jahr hindurch Unterricht genoß. Zur Malerakademie allgemein siehe Wagner (1916), S. 48–50. Weiß (1991), S. 228–229. Brandhuber (2011), S. 650–669. Sölter in Gottdang/Prochno (2012), S. 12–13. 82  Lahrkamp (1971), S. 110. Zu Fürstenberg siehe auch Thaler (2011), S. 216–219. 83  Der Galeriekustos Giuseppe Bianchi berichtet 1759 aus der Zeit seines Großvaters. Meloni Trkulja (1978), S. 81: Il Vescovo di Salisburgo verso il 1690 chiese a Cosimo terzo la facoltà di lasciare copiare a un certo pittore Puccini tutta la raccolta de Pittori […]. Cosimo III nego tale cosa al Vescovo. Il Vescovo punto da tale ripulsa, cominciò a mandare de pittori forestieri in Firenze dal Puccini, i quali sotto specie di loro studio ne copiavano 10. o 12 per ciascheduno essendo uso di concedere tal facultà a Pittori Forestieri. L’affare andò avanti per un pezzo, ma il mio Nonno vedendo che nessuno di questi Pittori che venivano uno dopo, partito l’altro, copiava tutti ritratti diferenti, e tutti della medesima grandezza Si accorse del fatto, e datone parte al Granduca ne fu levata la permisione a tutti di copiare. Novanta ne erano gia fatti, e si vedono in oggi a Salisburgo. Übersetzung: Dr. Roswitha Juffinger. 84  Hübner (1792), S. 434: Im obersten oder 4ten Geschosse ist ein großes Billardzimmer, dessen Wände, wie gesagt, mit Mahlerporträten überhängt sind, worunter die berühmtsten Künstler sich befinden, und wovon sich viele, besonders die neu hinzugekommenen, selbst gemahlet haben. Diese gewiß überaus merkwürdige, und seltene Sammlung enthält gegenwärtig 287 Porträte. Hübner (1792), S. 434–437, listet die Malernamen auf.

 Frisch (1946), H 456r: Unsign. Blatt aus einem Malerakademie-­ Klebeband. Flüchtige Skizze, weiß gehöht. Christus auf Wolken getragen spricht zu der erschreckten Frau, die vorn u. hinten von je einem Putto gestützt wird. Vielleicht ist die dargestellte Heilige Theresia. 86  Zu Lanfrancos Gemälde siehe Schleier (2001), S. 228–231. 87  Chiarini in Chiarini/Padovani (2003), S. 226. 88  Widerlegt scheint somit die Feststellung von Martin (1982), S. 141: Im allgemeinen dürfen wir Max Gandolf für eine etwas kühle, nüchterne, amusische Natur ansehen.

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Sitzgruft 1  Sallaberger Johann: Art. Das Sacellum – Grundstein der Salzburger Universität, in: Salzburger Volkszeitung, Heimat Salzburg, (7.6.1968), S. 14. Sallaberger Johann: Art. „Ewige Sitzung“ der Fakultäten, in: Salzburger Volkszeitung, Heimat Salzburg (31.10.1969), S. 11. Freundlicher Hinweis auf diese Zeitungsartikel von Ao. Univ. Prof. Dr. Johann Sallaberger und Margret Anna Steup. 2  UAS 137, fol. 43r: Sepultus est in novâ cryptâ Sacelli S: Caroli quæ præcedenti anno pro Professoribus ædificata erat. UAS, bA 88, p. 130. 3  Rudimentisten-, Grammatik-, Syntax-, Poetik- und Rhetorikklasse. 4  Ariès (2009), S. 63. 5  Ariès (2009), S. 67. 6  Ariès (2009), S. 64–65. 7  SLA, Hofratstestamente, S 8: Streicher Rupert. 8  UAS, bA 30 (1682), p. 56. 9  UAS, A 28.20. 10  ASP, Hs. A 278: Mein Hieronimusen Leitners Beschreibungs Buch der Jenigen Geist: und Weltlich, Hoch: und Nidern standts, Man: und Weibspersohnen, welche Ich neben meinem lieben Eheleiblichen Vatter Andreen Leitner zur begrebnus bringen und in die Erden bestettigen helfen. 1638. Siehe dazu Brandhuber in Juffinger (2008), S. 200. 11  ASP, Hs. A 278, unpaginiert, im Kapitel Manliche Ordenspersonen. Die zweite Erwähnung im Kapitel Chor: und andere Priester alhie: Aõ 1664 Den 13 Monatstag Junÿ haben wir den WolErwürdigen und Hochgelerten Herrn Pater Marian N. seel: als professorn des Hochlobl: Collegij alhir in Salzburg in die Neuerpaute Khürchen und Gruft gelegt als ist Unß von Ihro Magnificenz Herrn P: Rectore bezalt worden 2 fl. für Unßer Bemieheung und .2 Viertl Wein. 12  Zu den Totenroteln siehe allgemein Hirtner (2013). 13  Pietri (1983), Sp. 532. 14  Weilmeyr (1813), S. 34–35. Freundlicher Hinweis auf dieses Buch von Margret Anna Steup. 15  SLA, Hofratstestamente, B 21: (Salzburg, 9. Oktober 1688). 16  Zauner (1789), S. 43–45. 17  Brandhuber/Fussl (2013). 18  Tietze (1913), S. 103, 159. 19  Der Name dieser Bestattungsart leitet sich vom lateinischen Wort columbarium für „Taubenschlag“ ab. Zur Kollegienkirche allgemein siehe Gobiet (2013). 20  Zu Drimel (Drümel) siehe Sattler (1890), S. 476–477. 21  Montifontanus Lucianus: Geistliches Kinder=Spill, das ist: Dreyhundert Sechs und zwaintzig neue Predigen über den kleinen Catechismum R. P. Petri Canisii Societatis Jesu. Vierdter Theil. München 1712, S. 782–783. Das angegebene Zitat „Clem. Alex. l. 2. Pædag. c. 2.“ konnte nicht verifiziert werden. Der Bibelkommentar des Alonso Fernández de Madrigal war seit 1647 in der Bibliothek der Benediktineruniversität vorhanden (UBS, Sign. 87.905 II): Alphonsi Tostati Hispani episcopi Abulensis opera. Venedig 1615. 22  Zu P. Serenus Schatter siehe Hollaus, Nekrolog zum 11. Februar: St. Pölten 1740: P. Serenus Schätter aus Wien, Generallektor und Generalprediger, ein reicher schriftlicher Nachlass zeugt von der Tiefe seines Wissens und seiner Frömmigkeit. 23  Schatter Serenus: Fama sancta oder Heiliger Rueff. Das ist Lob-

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 UBS, Sign. M I 322, M I 323.  Sattler (1890), S. 680–681: 1652/53, 1662–1664. 16  ASP, Hs. A 556, fol. 43–44: Hinc pallorem multis antè annis vultu circumtulit, homo monogrammus, eò quod ad nullos labores unquam erubesceret; appensâ velut hederâ testatus, quantum volupe esset, libris impaluisse. Sed vir fortis, ut annosa quercus, quia uno non cadit ictu, hinc febribus, felle, tussibus concutitur MARIANUS. 17  UAS, bA 88, p. 130: [Mai 1664] In profesto Corporis Christi circa primam ex insperato mortuus est Adm. R. Rel. & Clarmus ˜ P. Marianus Schwab SS. Theol. Doctor & S. Script. Professor, Celsıssmi. Principis ˜ Consiliarius, bis antehac Philosophiæ Professor, & in varÿs Scholis circa 20. annos in nostra Academiâ versatus. Fuit annorum 57. vel paulò amplius. Insignis concionator, & nunc alterâ vice Præses Congregationis maioris Bmæ Virg. Sepultus est 13. post prandium in nova cryptâ Capellæ S. Caroli. 18  UAS, A 17.3.

und Ehren-Predigen, von Gott, der allerseeligsten Mutter Gottes, und denen lieben Heiligen Gottes, sambt zweyen Leich-Predigen. Augsburg 1728, S. 985. 24  Klauser (1971), S. 145. 25  Rausch (1990), S. 361. Freundlicher Hinweis von Dir. Dr. Peter Keller. Dieses Ritual besteht gleichfalls in der Ostkirche. Siehe dazu Klauser (1971), S. 146. 26  Klauser (1971), S. 146. Allgemeine Überlegungen zum klösterlichen Totenkult siehe Schachenmayr (2011). 27  Aringhi (1651), Bd. 2, S. 179. 28  UBS, Sign. 86.209 III. 29  Schmidt (1984), S. 277: Molitor Romanus OSB. 30  OÖLA, Stiftsarchiv Garsten, Aktenband 316, Nr. 10: Lebensbeschreibung des Abtes Roman von Seeon: Nr. 19. S. Rogati Corpus, quod Romæ acquisivit, magno in honore habuit; Altare Eidem erexit, auro et margaritis ornavit, uti videre est. Roth in Malottki (1993), S. 140. Brugger in Malottki (1993), S. 286. Pörnbacher in Malottki (1993), S. 335. Zum Vorbild Rom allgemein Kritzer (2012). 31  Klopsch (1967), S. 34. 32  Hausmann (1973), S. 49–52. 33  Siehe dazu Cemper-Kiesslich/Schumann/Neuhuber/Tutsch-Bauer/ McCoy (2011). 34  Ost (2001), S. 118: non quidem, ut moris est, iacendo, sed sedendo super cathedra marmorea ad hoc parata, non autem in arca lignea. 35  Hausmann (1973), S. 64. 36  Koudounaris (2011), S. 65–70, 72–77. 37  Höcker (1999), S. 247. 38  Haas (1973), S. 161. 39  Koudounaris (2013), S. 56, 112–117, 128.

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Christoph Bluemblacher  AES, Dompfarre Salzburg, Taufbuch 3/610. 2  AES, Dompfarre Salzburg, Trauungsbuch 2/117. 3  UAS, bA 150, fol. 20r: 6. Christophorus Plaimblacher, Salisburgensis. Die Prüfungsfragen lauteten: I. An omnium optimè loquendi modum doceat Logica? II. Quodnam ex omnibus animantibus maximè conveniat Logicorum Insignibus. 4  UAS, bA 150, fol. 174r: 12. Christophorus Plaimlacher, Salisburgensis. Die Prüfungsfragen lauteten: I. An Alexander Macedo gladio, an Philosophiâ Orbem subjugaverit? II. An titulus Nobilitatis debeatur Philosopho? 5  Bluemblacher Christoph: Epitome possessionum, ac remediorum pro eidem competentium. Salzburg 1648. Im unpaginierten Vorwort heißt es: cuius Filium Pædagogus instruo. 6  SLA, Frank Beamtenkartei: „Blumblacher Christof“. 7  AES, Dompfarre Salzburg, Trauungsbuch 3/114v. Zur Familie Ritz siehe Martin (1946), S. 72–76. 8  SLA, Nachlass Spatzenegger XVII/2. Freundliche Mitteilung von HR DI Walter Schlegel. 9  SLA, Frank Beamtenkartei: „Blumblacher Christof“. 10  UAS, A 7.1. 11  UAS, A 7.27. 12  SLA, Frank Beamtenkartei: „Blumblacher Christof“. 13  ASP, Hs. A 54, p. 18: Hoc mense in Advocatum susceptus est Clarissimus D. Christophorus Plaimlacher Professor Instiutionum pro. 20. fl. annuo stipendio. 14  UAS, A 49.15. 15  Stiftsarchiv Lambach, Schreiben von Christoph Bluemblacher an Abt Placidus Hieber (15.8.1670). 16  Stiftsarchiv Lambach, Schreiben von Christoph Bluemblacher an Abt Placidus Hieber (o. D.). 17  Bluemblacher Christoph: Tractatus de jure emphiteutico et jure precariæ. Salzburg 1661. 18  Stiftsarchiv Lambach, Schreiben von Christoph Bluemblacher an Abt Placidus Hieber (29.5.1670). 19  Stiftsarchiv Lambach, Schreiben von Christoph Bluemblacher an Abt Placidus Hieber (2.1.1671). 20  Kolb (1962), S. 136–137. 21  Stiftsarchiv Lambach, Schreiben von Christoph Bluemblacher an Abt Placidus Hieber (19.11.1671). 22  UAS, A 45. 16. 23  Putzer (1987), S. 48. 24  Zauner (1789), S. 15. Sattler (1890), S. 192. 25  Gärtner (1816), S. 456–457. 26  In den Jahren 1660/61, 1664/65, 1668/9, 1672/73. Siehe dazu Sattler (1890), S. 687–688. 27  UAS, bA 153, fol. 106: Controversiæ quædam selectæ ex jure canonico, publico, civili et feudali. Thesenverteidigung von Martin Fried1

P. Marian Schwab OSB 1  UAS, ba 150, fol. 7r: 1. F. Marianus Schwab, ex Monsterio Scheurn. Die Prüfungsfragen lauteten: I. An non sit quidvis in Logica ut in Nucibus esculentum?II. Quid omnium sit Logicis in Logica obscurissimum? 2  UAS, bA 150, fol. 212r: 1. F. Marianus Schwab, ex Monasterio Scheurn. Die Prüfungsfragen lauteten: I. An quæ supra Solem sunt, & infra Solem fiunt contemplari, Vanitas sit? II. An verè Philosophia, Nihil ad Farinam? 3  Sattler (1890), S. 162–163. 4  Schwab Marian: Pronunciata philosophica de ausculatione physica. Salzburg 1629. 5  AES, 12/84: Ordinations-Katalog 1629–1659, fol. 83v: Examen ordinandorum pro Sabbatho Penthecostes 1633. Presbiterandi […] F. Marianus Schwab eiusdem ord: Professus in Scheÿern, 26 annor: studet Theol. maiores ord: hic accepit. 6  Kolb (1962), S. 148–149. 7  UAS, bA 154. 8  UAS, bA 150, fol. 15r. Die Prüfungsfragen lauteten: I. An Philosophiæ Organum sit sola Analytica? II. An Logicæ studium rem familiarem augeat? 9  Über diese Pestwelle gibt es einen Bericht im Archiv des Franziskanerklosters: KFS 1-2-2. Siehe dazu Huemer (1918), S. 29–36. Zur Pest in Salzburg allgemein Öhler (2013). 10  Huemer (1918), S. 36. 11  UAS, bA 150, fol. 168r: Die Prüfungsfragen lauteten: I. An omnes fortunati sint felices. II. An inter cætera nobilitatis ornamenta etiam philosophia numeretur. 12  Sattler (1890), S. 167. UAS, bA 150, fol. 175r. Die Prüfungsfragen lauteten: I. An, si hoc tempore viveret Aristoteles, posset sciri Magister. II. An experentia sit optima rerum Magistra. 13  ASP, Hs. A 556, fol. 43r: cathedra Magister Philosophorum sedere debuit, quam iteratò Professor inscendit, ubi pro Aristotele semper stetit. Siehe auch Bauer (1996), S. 45, 120.

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 Quoika (1958), S. 37: Musicus Domi inter organoedos primus.  UAS, bA 134, p. 1. Er übernahm das Amt im November 1676 von P. Vitus Kaltenkrauter und übte es bis April 1678 aus. 27  UAS, bA 85, p. 103. 28  Diese Rede erschien auch im Druck: Mezger Joseph und Franz: Orationum Salisburgensium pars quinta, seu orationes academicæ. Augsburg 1700, S. 112–116: In Gradu Licentiatûs Juridici, Adm. R. P. Volperti Mozl, Schyrensis, futuri Professoris SS. Can: An in Ordine Jurisprudentiæ Canonicæ concessa sit promotio per saltum? 29  ASP, Hs. A 558, fol. 53r. 30  UAS, bA 134, p. 20: [April 1679] 4. Assumtus est ex hac mortalitate calida febri Adm. R: Relıgmus ac Clarissimus P: Volpertus Mozl omni˜ bus certè charissimus, ideoque obitus eius singulis longè moestissimus consummatus quidem in brevi explevit tempora multa. 5. Hora 2da pomeridiana funus eius extulimus per portam Academicam ad Sacellum & in ordinario Professorum conditorio tumulatus est, prosequente feretrum in sacris vestibus & levitis duobus Magnif: D: P: Rectore, dein – Revdmo D: S: Petri Abbate, numerosaque nobilium turba comitante. 31  UAS, bA 85, p. 108: 27 Mart. Anno hoc 1679 Lunæ post Palmarum, permale coepit valere, ut ea infirmitate crescente 4 Aprilis animam Deo redderet Adm. Rdus Religiosus Clariss. P. Volpertus Motzel D. Canonista, qui requiescat in pace die 5 Aprilis sepultus in Sacello academico sive medio templi. 32  Sen. epist. 77,20: Quomodo fabula, sic vita: non quam diu, sed quam bene acta sit, refert.

rich Resch am 17. September 1674. UAS, bA 85, p. 41: [1674] Hoc eodem anno mense Septembri publicas etiam theses defendit sub præsidio ultimo Dñi Dñi Christophori Pluemblacher Martinus Fridericus Resch, præsente Celsissimo principe et archiepiscopo Salisburgensi. 28  UAS, bA 85: [1674] 2 9ber obÿt Nobilis, Clarissimus & Consultissimus Vir Dñs Christophorus Blumblacher antehac Institutionum post Pandectar: per tres annos in hac Universitate Professor. Requiescat in sancta pace. AES, Dompfarre Salzburg, Sterbebuch 2/74: Aõ 1674 […] Novembris […] 2. Nob: ac Clariss: D: Christophorus Pluemblacher J:V:D: Celsiss. Principi Consiliarius aulicus p. annor: 51 in Sacello B: V: RR: PP: Professorum. 29  Mit den Bienen sind die Studenten Bluemblachers gemeint. 30  Übersetzung: Maximilian Fussl und Christoph Brandhuber.

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P. Volpert Motzel OSB  AES, Dompfarre Salzburg, Taufbuch 7/377v: Anno 1648, Augustus [3.] Ut supra. Volpertus filius lgmıus ˜ Prænobilis Dñi D. Wolpertus Motzel Vice=Cancellarÿ Aulici p. et Dñæ Saræ Conjug. Patrinus idem Prænob. D. D. Joannes â Platz Illmj Nrı˜ Consiliarius et Cameræ Director. 2  Specht/Schröder (1909), S. 413, Nr. 176: [15.11.1612] Wolpertus Mozel Arbergensis prope Eistadium fil. Georgii granarii ibidem episcopi ad rud. 3  Pölnitz (1939), Sp. 368: [März 1619] Volpertus Motzel Arnbergensis philosophiae studiosus. 4  Mozel Volpert: Mathemata astronomica de loco, motu, magnitudine, et causis cometae, qui sub finem anni 1618. et initium anni 1619. in coelo fulsit. Ingolstadt 1619. 5  Motzel (2010), S. 45. 6  Martin (1946), S. 38. Vgl. dort Hinweis auf: Straus, Andreas: Viri scriptis, eruditione ac pietate insignes, quos Erichstadium vel genuit vel aluit. Eichstätt 1799. 7  Heinisch (1978) und Heinisch (1991), S. 282. 8  ÖStA, AVA, Reichsadelsakt, von Mozel, Volpert (8.7.1655). 9  Esterl (1841), S. 141. 10  Lindner (1906), S. 76. 11  Motzel (2010), S. 47. 12  Redlich (1933), S. 57, Nr. 2807 [30.10.1657]: Praenob. Volpertus Mozl Salisb. Rud. 13  UAS, bA 150, fol. 42r: 2. Prænob: Volpertus Mozel, Salisburgensis. Die Prüfungsfragen lauteten: I. An Baccalaureus creari debeat in pondere numero & mensurâ? II. An quod oculo est Optica: hoc intellectui sit Topica? 14  Zauner (1789), S. 16–17. 15  UAS, bA 153. fol. 63: Disputatio menstrua de motu in genere, et specie (4.7.1667). 16  UAS, bA 150, fol. 198r: 1. R. F. Volpertus Motzl, Ord. S. Bened. ex Monast. Schyrensi. Die Prüfungsfragen lauteten: I. An solùm speculari, hoc tempore conveniat Magistro? II. Vtrum homo sine Philosophia cognoscat seipsum? Zu seinen Mitschülern zählte der Gambist Johann Franz Wolfwieser. 17  UAS, bA 88, p. 145. 18  Mozl Volpert: Visibilia invisibilis gratiæ symbola et instrumenta hoc est: Septem ecclesiæ sacramenta secundum rationem genericam quæstionibus theologicis exposita. Salzburg 1669. 19  Motzel Volpert: Theses theologicæ de peccato habituali gratia, et justificatione. Salzburg 1671. 20  Pölnitz (1939), Sp. 1002: [November 1672] 14. Pater Volpertus Motzel, professus Schyrensis, Salisburgensis iuris vtriusque studiosus. 21  ASP, Hs. A 558, fol. 53r: Domum inde redux curare Parochiam jussus, unà munus oeconomi subiit. 22  Kolb (1962), S. 152. 23  Boberski (1978), S. 243–244, 328. 24  ASP, Hs. A 558, fol. 53r: Heu! Juvenis, Poëta, Rhetor, Musicus, Philsophus, Theologus, Jurium Doctor, tot titulis magnificus. 1

P. Otto Guzinger OSB  ASP, Hs. A 558, fol. 91r: Fuit illi Patria Carinthia. Das ungefähre Geburtsjahr ergibt sich aus den unten zitierten Angaben der Weiheprotokolle. 2  UAS, bA 150, fol. 12r: 1. F. Oddo Guzinger, Ord. S. Benedicti, ex Monasterio Seon [von 5 religiosi]. Die Prüfungsfragen lauteten: I. Utrum Inexperientia circa Logica præcepta etiam faciat casum, sicut circa cætera? Ex Arist. lib. I. Met. c. 1. II. Utrum Logici rectè comparentur Calculatoribus, cæcis numis utentibus? Ex Arist. lib. I. Elench. c. 1. 3  UAS, bA 150, fol. 217r: 1. F. Oddo Guzinger, Ord. S. Benedicti, ex Monasterio Seon [von 5 religiosi]. I. Quid juvet, inter Montes philosophari? II. Quid Philosophus hoc ævo circa Germaniam philosophari possit? 4  Guzinger Otto: Syntagmata physica de natura generationis, corruptionis, alterationis, et accretionis. Salzburg 1634 (UBS, Sign. 4399 I). 5  Guzinger spielt auf Suet. Tit. 8,1 an. 6  Wiest (1931), S. 99. 7  Wiest (1937), S. 98. 8  AES, 12/84: Ordinations-Katalog 1629–1659, fol. 158v: Examen ordinandorum pro Angaria S. Luciæ sive Nativitatis Christi Aõ 1637. […] Subdiaconandi […] F. Oddo Guzinger O. S. Benedicti Professus in Seon, 25 non complet:, studet Theolog: priores ordines in Monasterio accepit, ordinatur ad Titulum sui Monasterÿ. […] Ordinati sunt ab Illmõ Chiemensi in Oratorio Basilicæ Ecclıæ ˜ S. Virgilÿ. 9  AES, 12/84: Ordinations-Katalog 1629–1659, fol. 161r: Examen ordinandorum pro sabbatho Reminiscere, die 27 Februarÿ Aõ Dñi MDC.XXXVIII. […] Diaconandi […] F. Otto Guzinger Professus in Seon, 24 annor: studet Theologiæ, priores hic accepit. […] Ordinati – Salisburgi in Oratorio S. omnes ab Illmõ et R.mo Principe Archiepo Ruperti die 27. Feb. 1638. 10  AES, 12/84: Ordinations-Katalog 1629–1659, fol. 176v: Examen Ordinandorum pro Sabbatho Reminiscere 1639. Præsbiterandj. F. Oddo Guzinger Professus in Seon 25 annor: absolvit Philosoph. priores ordines hic accepit. […] Ordinati sunt ab Illmõ Principe et Ar– Dño nostro Clementissimo 19 Martÿ in Oratorio S. Ruperti chiepo Basilicæ Salisburgensis. 11  Kolb (1962), S. 148, 150. 12  ASP, Hs. A 558, fol. 91r: Egit domi oeconomum, fideles in Ischl & Seon verbo vitæ, Novitios lacte pavit regularis disciplinæ. 1

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 Wiest (1937), S. 99.  Wiest (1937), S. 102. 15  Kolb (1962), S. 120. 16  Roth in Malottki (1993), S. 138–139. 17  Bonsanti (2005), S. 105. Siehe dazu Jones (2008), S. 75–136. Hall (2011), S. 260–261. 18  ASP, Hs. A 558, fol. 91r: Verum tam claro ingenio inter fumos hærendum non fuit, neque enim ollas redolebat fluida ejus facundia, nec latinitatis elegantia culinæ conveniebat; imo conveniebat culinæ, sed in quâ excoquuntur ingeniorum fructus. 19  Kolb (1962), S. 150. 20  Kolb (1962), S. 143, 145. 21  UAS, bA 154. 22  ASP, Hs. A 558, fol. 91r: In comicis nulli secundus fuit, & tam in parva Theatra humaniter oblectando se demittere, quam magna grandi Musâ novit explere. 23  Wiest (1937), S. 102. 24  ASP, Hs. A 266, Todtenbuch I. (1300–1749), fol. 19r: [1649] Den 1. August ist begraben worden Rosina Guzingerin Mater R. P. Oddonis in Seon. Für das ausleiten, und einsegnen 1 fl. 30 x. pro 1. Req. 2. Missis .3. fl. ex gratia. 25  Seeauer (1782), S. 567. 26  Pörnbacher in Malottki (1993), S. 339. 27  Boberski (1978), S. 162. 28  UBS, Sign. 3.976 I. 29  UBS, Sign. 3.980 I. 30  UBS, Sign. 3.980 I. 31  UBS, Sign. 3.975 I. 32  UBS, Sign. 3.976 I. 33  UBS, Sign. 3.971 I. 34  UBS, Sign. 3.973 I. 35  Harrach/Keller/Catalano (2010), Bd. 5, S. 762 (28.9.1654). 36  UBS, Sign. 3.980 I. 37  ASP, Hs. A 558, fol. 91r: carmina quæ ipsemet composuit nunquam fuêre sine acumine, sine vulnere tamen semper satyrico. 38  Aicher (1675), S. 105, 107, 231. Die Abkürzung P. O. G. steht für Pater Otto Guzinger. 39  ASP, Hs. A 558, fol. 91r. 40  UAS, bA 134, p. 27: [Januar 1680] 21. Dicitur Officium Defunctorum totum pro Adm. R: Patre Ottone Guzinger huius Vniversitatis Secretario & benemerito Professore, olim Humaniorum Scholarum & Phıliæ ˜ Moralis, qui obÿt pie 13 Octob: 1679.

logus ordinandorum pro Angaria S: Luciæ Anno 1674 die 22. Decembris. Presbyterandi. Fr: Cælestinus Hainz ord: S: Ben: ex Monrıo ˜ Formbacen. diæc. Passavien. Dimissus. […] Hi omnes ordinati sunt à ˜ Cathedralis Rev.mo Principe Chiemens. in oratorio S. Virgilÿ Ecclıæ die 22 Decembr: Aõ 1674. 7  Kolb (1962), S. 152–153. 8  UAS, bA 154. 9  Sattler (1890), S. 114. UAS, A 33.5: Errichtungs- und Ablassbreve der Bruderschaft vom hl. Thomas von Aquin (15.11.1658). 10  UAS, bA 134, p. 45: [1681] 18 Obÿt piè in Dño Adm. Rdus P: Coelestinus Hainz Professor Syntaxeos, reversus è vacationibus veteri cæpit herniæ morbo laborare, ac tandem post quadridui Dolores acerbissimos exantlatos hoc die diluculo vitam cum morte commutavit. Sequenti die â DD: Sodalibus terræ mandatus in Sacello.

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P. Joachim Morsack OSB  Lindner (1910), S. 48. 2  Redlich (1933), S. 74, Nr. 3621 [19.11.1661]: F. Joachimus Morsack Zwifaltensis. 3  Specht (1909), S. 835, Nr. 117 [14.12.1665]: F. Joachimus Morsack. 4  Bauer (1996), S. 708. 5  Lindner (1910), S. 48. 6  Er führte am 30. Juni 1682 insgesamt 30 Kandidaten zum Baccalaureat, 67 durften ohne Titelverleihung aufsteigen. UAS, bA 150, fol. 60. Morsacks Prüfungsfragen lauteten: I. An finis Logicæ sit initium Sapientiæ? II. An locus Baccalaureo, vel Baccalaureus loco sit ornato? Den weiterführenden Philosophiekurs beendeten 21 Kandidaten am 6. September 1683 als Magister, während 48 Kandidaten das Studium ohne Titel abschlossen. UAS, bA 151, fol. 7: Morsacks Prüfungsfragen lauteten: I. Utrum Philosophia hominem reddat beatum? II. An Philosophum absolutum deceant problemata magis, quàm axiomata? III. An Laurea Philosophica illustres deceat? 7  Sattler (1890), S. 695. 8  Sattler (1890), S. 695. 9  UAS, bA 153, fol. 154: Connubium rationale Isaaci & Rebeccæ hoc est intellectus & logicæ pro exercitio menstruo. Thesenverteidigung von Veit Constantin von Seeau im Februar 1682. UAS, bA 153, fol. 157: Ens rationis Thomisticum mendacio vindicatum. Thesenverteidigung von F. Bonaventura Oberhueber aus Tegernsee im Juni 1682. UAS, bA 153, fol. 158: Corpus naturale in speculo artis. Thesenverteidigung des Leopold Engelbert Joseph Grafen Kazianer von Kazenstein am 19. Februar 1683 pro exercitio menstruo. UAS, bA 153, fol. 159: Quadriga causarum corporis natuaris pro exercitio menstruo. Thesenverteidigung des Johann Herward Freiherrn von Lampfrizham am 24. Mai 1683. UAS, bA 153, fol. 160: Corpus animatum sub allegoria organi musici pro menstruo exercitio. Thesenverteidigung des Veit Rupert Staudacher von Wisbach im Juli 1683. 10  Sedlmayr (1728), S. 367–368: unde non semel, cum per ferias literarias Salisburgo abesset, ut aliorum exemplo studiorum tædia levare posset, clam in Monasterium aliquod sese abdidit, sacris exercitijs per id temporis daturus operam. 11  Lindner(1910), S. 48. 12  Sattler (1890), S. 236. 13  Sedlmayr (1727), S. 368: Unicum solatium est vere innocens & religiosa vita, solida virtus, & doctrina, quibus tum in cathedra tum in Præfectura omnibus insigniter præfuit, ac Universitati & honori & emolumento fuit. 1

P. Cölestin Hainz OSB 1  Redlich (1933), S. 101, Nr. 4931 [24.12.1668]: Fr. Coelestinus Hainz Professus Formbacensis. Log. 2  UAS, bA 150, fol. 47r: 10. R. F. Cælestinus Hai[n]z, Ord. S. Benedicti ex Monasterio Fornbacensi. Die Prüfungsfragen lauteten: I. An baccalaureatus sit pretium non vile laborum? II. An inter Logicos & Poëtas magna sit similitudo? 3  UAS, bA 150, fol. 201r: 3. R. F. Cælestinus Hainz, Ord. S. Bened. ex Monasterio Formbacensi. Die Prüfungsfragen lauteten: I. An hoc tempore tot sint Philosophici Pictores, quot Scriptores? II. Num Ægyptii prudenter ex Philosophia Pontifices, & ex Pontificibus Reges elegerint? 4  ASP, Hs. A 558, fol. 162r: deîn è sacro fonte sacros Theologiæ rivulos quadriennio hausit. 5  AES, 10/81: Catalogus Ordinandorum 1659–1698, fol. 142r: Examen Ordinandorum pro Angaria S: Crucis Anno 1674 die 22 7bris […] Diaconandi […] Fr. Cælestinus Hainz ord: S: Ben: ex Monrıo ˜ Formbacen. diæc. Passavien. Dimissus. […] Hi omnes ordinati sunt à Cels.mo – Salisburg: et Rev.mo Pıpe ˜ ac Dño Dño Maximil. Gandolpho Archiepo – in Oratorio S: Virgilÿ Ecclæ Metroplæ Salisburg: die 22. Septembris Anno 1674. 6  AES, 10/81: Catalogus Ordinandorum 1659–1698, fol. 143r: Cata-

Rupert Streicher  AES, Dompfarre Salzburg, Taufbuch 3/782: [30.3.1629] Rupertus fil: legit: Sebastian: Streicher Musicus Vx. Veronica, patrinus M. Hanß Jeßinger Schuhmacher.

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 AES, Dompfarre Salzburg, Trauungsbuch 2/197: [19.5.1627] Spus: ˜ Sebast: Streicher. Spã: Veronica Stallin Copul. M. Melchior Schuster. Testes: Martin Haisperg, Joann: Wimber, Matthias Vischer, alda Burger und Eißenhandler. 3  Redlich (1933), S. 4, Nr. 180 [21.10.1640]: Rupertus Streicher Salisb. Rud. Zu Sebastian Streicher siehe Spies (1932), S. 99, 104, 132. 4  UAS, bA 150, fol. 25: 29. Rupertus Streicher, Salisburgensis. I. Utrum Neopolitici sint boni Logici. II. Utrum Logica his annis adhuc mereatur doceri. 5  AStS, Stadtratsprotokoll 1658, fol. 159v. 6  Oefele/Bauer (1960), S. 32: ut quidquid in antiquorum scriptis altioris indaginis occurreret, vel cum Helmontio concilare vel cum illo explodere in animum induxerit. 7  Ausdrücklich wird von Maximilian Gandolph, der damals Fürstbischof von Lavant und Präses des Salzburger Konsistoriums war, die Lehre vom Archeus verteidigt: Archeus iste contra fidem & bonos mores nihil: multum verò Curiositatis continet, proinde datur licentia, ut typo committi poßit. 8  Oefele/Bauer (1960), S. 36: Quam cautelam etiam libro II adhibuit, ubi sub Maximiliani Gandolphi episcopi Lavantini clypeo alter Ulisses se abdidit. 9  Martin (1946), S. 296. Besl (1998), S. 235. 10  AStS, PA 585. Vgl. den Hinweis auf die Verträge von Streichers Vorgängern bei Ammerer (2004), S. 191. 11  AStS, Stadtratsprotokoll vom 8.10.1660. Herr Ruepprecht Streicher Medicinæ Doctor, und Statt Pysicus supplicirt ihme von dem inhabenden Zimmer in der Niderlag des Hauszins zubegeben. Würdt bewilligt, das Hr: Supplicant nun in ienigen Zimmer, so Er dermahlen inen hat, freÿsizen, und Hr: StattCämerer deme fürbas begeben solle. 12  SLA, Frank Beamtenkartei, „Streicher Rupert“. 13  SLA, Frank Beamtenkartei, „Streicher Rupert“. 14  Juffinger/Brandhuber (2008), S. 38. 15  Besl (1998), S. 230. 16  Sonntag (1985), S. 475–476. 17  Besl (1998), S. 230. 18  Filz (1833), S. 509. Lauterbacher (1985), S. 339–340. 19  Buberl/Martin (1913), S. 510. Zu Reliquiaren allgemein Bagnoli/ Klein/Mann/Robinson (2010). 20  Ferchl (1911/12), S. 1137. Die am 31.1.1658 in Salzburg geborene Tochter Franziska Salome heiratete 1687 Adam Franz Gutrater von Altengutrath. Das Ehepaar besaß das Haus Kajetanerplatz Nr. 4. Siehe dazu Koller-Neumann/Koller (1995), S. 305. Zillner (1885), S. 291. 21  ASP, Hs. A 266, Todtenbuch I. (1300–1749), fol. 42v: [1675] Den 26. Novemb. ist zu nacht begraben worden Fr. Maria Ursula Streicherin. Für das einsegnen 2 fl. 3 Req. cum levit. 9 fl. 12 Messen 6. fl. 3 altär, und 4 Klagstiel zu klaiden 12 fl. 22  AES, Dompfarre Salzburg, Trauungsbuch 4/400: An. 1677 Julius 6.to: In Pettersprun ex Gratiosissima Reverendissimi Consistorii licentia copulati. Sponsus Prænob. Dñus Rupertus Streicher Medi. Dr. Celsiss. Principis Consiliarius & urbis Physicus, viduus. Sponsa Nobilissima Maria Clara, nata Grueberin vidua. Testes: Prænobiles Domini Franc. Georg. Krembs. Franc. Mair et Joan. Adamus Lospichler medicinæ Doctores. Nach Streichers Tod heiratete Maria Clara Grueber am 21. November 1688 in Lauffen Dr. Egidius Gatterer. 23  ASP, Hs. A 56, fol. 25r: [1677] Den 6. Julÿ ist deß Herrn Streicher Medicinæ Doct. Hochzeit in dem Petersprunn gewesen, cui et Ego interfui. 24  UAS, bA 82, p. 113: [1676] Die 9. Aprilis Carmen aggratulatorium a D: Doctore Streicher Redss.mo, Prænobili, et Amplissimo Dño. Dño. Joanni Jacobo Zechentner Neo-Electo D. Decano in Berchtoldtsgaden dicatum approbavi. 25  AES, Dompfarre Salzburg, Sterbebuch 2/303: An. 1687 […] Martius […] 5. […] Eodem Nob. D. Rupertus Streicher Medicinæ Doctor an. 58. Sepultus in Sacello academico.

 Tietze/Martin (1914), S. 147.  Das Epitaph auf François Vautier stammt aus Labbé Pierre: Elogia sacra, theologica & philosophica, regia, eminentia, illustria, historica, poetica, miscellanea. Leipzig 1686. Otto Aicher zitiert aus diesem Werk im dritten Teil seines „Theatrum funebre“, S. 342–344. 28  Übersetzung: Maximilian Fussl und Christoph Brandhuber. Siehe auch Fussl/Fussl (2007), S. 67.

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Ernst Friedrich von Someting  ÖStA, AVA, Hofkanzleiakt „Sumatinger Sebastian“ (7.6.1652). 2  Von ihm ist ein Stammbuch erhalten: OÖLA, Neuerwerbungen, Hs. Nr. 252: Stammbuch des Johann Heinrich Sumatinger, Stadtschreiber von Wels. 3  Meyer (1665), S. 646. 4  Laut Eintrag im Matrikelbuch der Jesuitenuniversität Ingolstadt: Pölnitz (1939), Sp. 658: [28.12.1641] Gottlieb liber baro ab Öedt dominus in Helfenberg iuris studiosus, Joannes Wichardus Kazianer liber baro de Kazenstain iuris studiosus, Joannes Fridericus Sumatinger iuris vtriusque studiosus praefectus. 5  Wels-Stadtpfarre, Trauungsbuch 1632–1672, p. 103: Año 1646. Seindt Copulirt worden der Edl und Hochgelert Herr Joan: Friderich Sumatinger Juris Utriusque Licentiatus und Hoffgerichts Advocat bei der Löbl: Landteshauptmanschafft zu Linz mit der Edl und Ehrntugendtreich Junckhfraw Joanna Christina weillandt des Edlen und Hochgelehrten Herrn Johann Walthers beeder Rechten Doctoris auch Hoff und Gerichts Advocaten am Kaÿ: Hoff in Wien seel: unnd der Edlen Frauen Maria ainer gebornen Khazpöckh ehelich Tochter. 6  Linz-Stadtpfarre, Taufbuch 7/20v: [1668] Februarius: 24 Ernestus Fridericus fil. legit: Prænobilis Dñi Joannis Friderici Sumatinger Archigrammatæi Provincialis et Johannæ Christinæ Coniugis. Matrina fuit nomine Illustrissimæ Susannæ Eleonoræ de Kevenhillerin Ilustrissimæ Dña Dña Christina Comitissa de Schallengerg p. 7  Linz-Stadtpfarre, Totenbuch 2/11. 8  Linz-Stadtpfarre, Totenbuch 2/78. 9  Linz-Stadtpfarre, Tauungsbuch 3/84v: [1677] Junius 7: Nob: D: Johann Baptista Mayr Viduus Salisburg: Prænob: Virgo Maria Johanna Ludwiga v. Sumatting. Testes Herr Johann Fridericus Haÿperger, Hr: Christoph Klinger. 10  ASP, Hs. A 266, f. 51r: [1683] Den 6. April begraben worden Maria Johanna Ludwiga Mayrin gebohrne Someting. 11  OÖLA, Lyzeum Linz, Hs. Nr. 12a, Studentenkatalog 1646–1715, p. 288: Anno 1680 […] Principistæ sub M. Carolo Scheichenstuel […] Ernestus Fridericus à Somating. Aust. Lincensis. Zu. P. Carl Scheihenstuell SJ siehe Lukács (1988), S. 1451–1452. 12  OÖLA, Lyzeum Linz, Hs. Nr. 12a, Studentenkatalog 1646–1715, p. 298: Anno 1681 […] Grammatistæ sub Magistro Joanne Baptistâ Depser […] Ernestus Fridericus Summatinger Aust: Lincensis Nobilis. Zu P. Johann Baptist Depser siehe Lukács (1988), S. 229. 13  OÖLA, Lyzeum Linz, Hs. Nr. 12a, Studentenkatalog 1646–1715, p. 307: Anno 1682 […] Sÿntaxistæ sub Magistro Guilielmo Gleispach. […] Ernestus Fridericus Sumatinger. Zu. P. Wilhelm Gleispach siehe Lukács (1988), S. 425. 14  OÖLA, Lyzeum Linz, Hs. Nr. 12a, Studentenkatalog 1646–1715, p. 314: Anno 1683 […] Poëtæ sub Magistro Joanne Baptista Reinpichl. […] Ernestus Fridericus Sumattinger. Zu. P. Johann Baptist Reinpichl siehe Lukács (1988), S. 1357. 15  OÖLA, Lyzeum Linz, Hs. Nr. 12a, Studentenkatalog 1646–1715, p. 324: Anno 1684 […] Rhetores sub Patre Thoma Winter. […] Ernestus Fridericus Bernardus à Sommättinger. Zu. P. Thomas Winter siehe Lukács (1988), S. 1855. 16  Redlich (1933), S. 171, Nr. 8219 [7.11.1687]: Nob. Ernestus Frid. Somatinger Austr. Lyncensis. Jur. 17  UAS, bA 85, p. 187: Principia Iur. Can. ex Lib. II. Decretalium dexterrimè et cum plausu defendit Prænob. D. Ernestus Fridericus à Someting Præside P. Roberto König. 1

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 Mezger Paul: Orationum Salisburgensium pars quarta seu auctarium problematum, in promotionibus academicis Almae Archiepiscopalis Salisburgensis peroratorum. Augsburg 1700, S. 56–61: Problema decimum tertium, in Licentiatu Prænob. D. Ernesti Friderici à Someting: Utrum in Jurisprudentiæ foro sit majus pretium titulis, vel vitulis? (UBS, Sign. 3020 I). 19  UAS, bA 85, p. 190: [1691] 23:tia Fuit Gradus Doctoratus in Theologia et jure, ille collates fuit Admodum Rev:do Dño P. Virgilio Faber, hic verò promotore Admodum Rev:do P. Roberto SS. Can: Professore ordinario p. Prænob. Dño Ernesto Friderico a Someting. 20  Lukács (1988), S. 1631–1632. P. Tobias hat 1714 den Orden verlassen. 21  Lukács (1988), S. 1630. 22  Lukács (1988), S. 1630. Weil die Familie von Ischl nach Hallstatt zog, wird er als Holstadiensis bezeichnet. 23  Lukács (1988), S. 1631. P. Philipp studierte in Tyrnau. 24  UAS, A 8.1. 25  Zillerberg Sebastian Anton von: Semi-centuria controversiarum illustrium ex universe jure canonico, public, civili, criminali, feudali […] præside Ernesto Friderico â Someting. Salzburg 1696. 26  Martin (1982), S. 178. 27  UAS, A 52.80. 28  AES, Dompfarre Salzburg, Sterbebuch 2/477: Anno 1697, September […] 7. Nob. D. Ernestus Fridericus Sumerting. Jurium Doct. et Professor Codicis, an. 30. in Sacel. acad. 29  UAS, bA 85, p. 228: [7. September 1697] Prænob. ac Clariss. D. Ernestus Fridericus a Someting J. U. D., Comes Palatinus, Celss. ac I.mi Principis et Archiep. Salisb. Consiliarius, antehac in Universitate Tyrnaviensi per quinquennium et in Archiep. hac nostra Universitate per sesqui annum primo Pandectarum, deinde Cod. et Juris Publici Professor famigeratissimus, ætatis suæ Anno 28. Depositus est in Sacello nostro. Requiescat in Sancta pace. 30  Bevor die Inschrift verdeckt wurde, hat Ao. Univ. Prof. Dr. Johann Sallaberger die vorliegende Abschrift der Inschrift vorgenommen. 31  Übersetzung: Maximilian Fussl und Christoph Brandhuber. 32  SLA, Frank Beamtenkartei: „Someting, Ernst Friedrich von“. 33  Pritz (1841), S. 114. 34  Bereits P. Antons Vater hatte hervorragende Kontakte zum Benediktinerstift Garsten siehe dazu OÖLA, Stiftsarchiv Garsten, Aktenbd. 316, Nr. 1: Briefe an den Landschreiber Johann Friedrich Sumatinger 1642–1669. 35  Zu Georg Franz von Sumating siehe auch OÖLA, Ständisches Archiv, Landschaftakten, Bd. 1364, Nr. 90: Verlassenschafts-Inventar nach Georg Franz Sumatinger, Hofschreiber zu Hallstatt 1722. Copie. 36  ASP, Hs. A 266, Todtenbuch I. (1300–1749), fol. 97v: [1715] Den 13. Aprilis. Nachmittag umb 2. Uhr ist die gestrenge Frau Maria Theresia Doct. Somettinger in unsere grosse Kirchen in Capella S. Georgÿ begraben worden. pro loco Sepulturæ 100 fl. ausleiten .1. fl. 30. x. 3. Req: mit Leviten. 26. Messen. vor die bekhlaidung der altär und 6. Klagstiel 15.fl. 37  Sfondrati Celestino: Innocentia vindicata, in qua gravissimis argumentis ex S. Thoma petitis ostenditur, angelicum doctorem pro immaculato conceptu Deiparæ sensisse & scripsisse. St. Gallen 1695 (UBS, Sign. R 1406 II). 38  Sedlmayr (1728), S.  323–333. Zauner (1789), S.  45–50. Sattler (1890), S. 237–245. Kolb (1962), S. 138.

 ASP, Hs. A 562, fol. 246r: Ex quo tempore tam insignia prodidit capacis indolis specimina, ut Romam ad Studia Theologica à Superioribus destinaretur, ibidem inter illustres celeberrimi Germanici Collegii Alumnos ad altiora efformandus, utì etiam post absolutum studiorum curriculum tam Scientiis, quàm ipsâ Doctoratûs Laureâ, qua in publico Romanæ Sapientiæ Athenæo decoratus fuit, insignis ad Monasticos nostros lares rediêrit. 5  Ansbacher (2011), S. 440. 6  ASP, Hs. A 562, fol. 246r: Salisburgum enim ad peragendas Conciones quadragesimales jam secundò invitatus, utì priori anno non sine magno Auditorium fructu spartam hanc spiritualem excoluit, ita eandem iteratò colere occepit.

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P. Leonard Fessenmayr OSB  Ansbacher (2011), S. 440. 2  Redlich (1933), S. 94, Nr. 4586 [20.12.1666]: F. Leonardus Fesenmayr ord. S. P. Benedicti Professus ad SS. Udalricum et Afram Augustae Vindelicorum. 3  Freundliche Mitteilung von Br. Markus Pillat SJ, Kollegsarchivar des Pontificium Collegium Germanicum et Hungaricum (30.1.2014).

P. Otto Aicher OSB  Sattler (1890), S. 255. 2  Kißlinger (1915), S. 318. Hubensteiner (1949) ohne Angaben von Quellen: Zwar fehlen in Altötting die einschlägigen Taufregister, aber aus späteren Angaben wissen wir, daß Aicher 1628 dort geboren ist. Er soll illegitimer Herkunft gewesen sein. 3  Redlich (1933), S. 9, Nr. 396 [27.12.1641]: Martinus Aicher Salisburg. Rud. 4  Kolb (1962), S. 150. Guzinger unterrichtete ab 1640 die Rhetorikklasse für zwei Studienjahre. 5  UAS, bA 150, fol. 27r: 5. [von 27 Kandidaten] F. Otto Aicher, Ord. S. Benedicti ex Mon. S. Viti. Die Prüfungsfragen lauteten: I. Utrum Logica debuerit admitti ad Pacis Consilia? II. Utrum Logica Bello magis quàm Paci sit accomoda? 6  UAS, bA 150, fol. 181r: 7. [von 19 Kandidaten] F. Otto Aicher, Ordinis S. Benedicti ex Monte S. Viti. Die Prüfungsfragen lauteten: I.ma An inter Philosophos quoque pacis consilia instituenda. II.a An in pacis sæculo, aliâ quam Magisterii Laurea, Philosophi sint condecorandi. 7  AES, 12/84: Ordinations-Katalog 1629–1659, fol. 371r: Examen Ordinandorum pro Sabbatho Sancto 1653. Presbiterandi. F. Otto Aicher ord. S. Benedicti ex Monasterio ad S. Vitum cis Rotham Diæces. Salisb. annorum 25 completorum studet Theologiæ et Juri Canonico, cæteras ord. accepit hic. […] Hic omnes à R.mo et Ill.o Ppe– et D.D.° Francisco Vigilio Epõ Chiemensi in Oratorio S. Virgilÿ Basilicæ Maioris Salisburgi in Sabbatho Sancto, qui erat duodecimo Mensis Aprilis 1653 ordinati sunt. 8  Hubensteiner (1949). 9  Kolb (1962), S. 150–152: Syntax: 1657/58, 1658/59; Poetik: 1659/60, 1660/61, 1661/62, 1662/63, dann wieder 1666/67, 1667/68; Rhetorik: 1668/69, 1669/70, 1670/71, 1671/72, 1672/73, 1673/74, 1674/75. 10  Kolb (1962), S. 150–153. 11  UAS, bA 154. 12  ASP, Hs. A 563, 223v: sexcenti discipuli, virtutem & scientiam ab eo edocti. 13  Redlich (1933), S. 66, Nr. 3215: Jo. Udalricus Megerle Mösskirchensis Suevis. Synt. Megerle besuchte somit 1659/60 die Syntaxklasse bei P. Edmund Pannagl, 1660/61 die Poetikklasse bei P. Otto Aicher und 1661/62 die Rhetorikklasse bei P. Virgil Guggenberger. Kolb (1962), S. 150. Karajan (1867), S. 41–43. 14  Zu Abraham Megerle siehe Albert (1927). 15  Abraham a Sancta Clara (1695), Dedicatio. 16  Wintersteller (1995), S. 304. Witek (2001), S. 204. 17  Mühlböck (1973), S. 15–16. 18  [Aicher Otto]: Theatrum funebre. Salzburg 1673. 19  Kißlinger (1915), S. 318. 20  Zum „Iter oratorium“ siehe Till (2003), S. 58–61. 21  Zum „Iter poeticum“ siehe Gradnitzer (1977). 22  M. T. Ciceronis Orationes Philippicae: Notis Historicis, Ethicis, Politicis, Philologicis, Rhetoricis Illustratae a P. O. A. B. A. S. V. [= a Ottone Aicher, Benedictino ad S. Vitum]. Salzburg 1675. 1

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 [Aicher Otto:] Titi Livii historiarum ab urbe condita. Decas prima cum notis historicis, ethicis, politicis, philologicis, rhetoricis. Salzburg 1675. 24  L. Annaei Senecae Cordubensis Tragoediae cum Notis P. O. A. B. A. S. V. [= Patris Ottonis Aicher Benedictini ad Sanctum Vitum]. Salzburg 1693. 25  UAS, bA 122, fol. 176r. 26  UAS, bA 88, p. 200. Sattler (1890). S. 695. 27  UAS, bA 154, 1696/97, 1697/98: Symbola Imperatorum, Ethicè & Politicè exposita. 28  UAS, bA 154, 1697/98: De Academijs seu Universitatibus, ac Studiosorum privilegiis. 29  UAS, bA 154, 1684/85: Historia Universalis ab Orbe condito. 30  UAS, bA 154, 1699/1700: Historia Universalis Ecclesiastica & Profana, nostri temporis. 31  UAS, bA 122, fol. 180r. 32  Sattler (1890), S. 257: Ephemerides ecclesiasticae, astronomicae, historicae, ethico-politicae ab anno 1687–1699. 33  Aicher Otto: Infantia et adolescentia, iuventus et maturitas Romæ. Würzburg 1700. 34  Aicher Otto: Historia quartæ monarchiæ sacra et profana, exhibens gesta, dicta, symbola, principum Romanorum, observationibus, seu institutionibus politicis instructa. St. Gallen 1691. 35  Aicher Otto: Epitome chronologica historiæ universalis sacræ & profanæ: ab Orbe condito usque ad Christi Ortum, cui præfixa est brevis isagoge, seu introductio ad historiam. Salzburg 1689. 36  Aicher Otto: Institutiones ethicæ, sive discursus morales in decem libros ethicorum Aristotelis ad Nicomachum. Salzburg 1696. 37  Aicher Otto: Zodiacus vitae, sive iter ethicum: continens symbola moralia de hominis vita, studio, ac moribus optimè instituendis, ex libris ethicorum Aristotelis deducta. Salzburg 1697. 38  [Aicher Otto:] Florilegium insigniorum sententiarum. Nürnberg 1690. 39  Aicher Otto: Tacitus enucleatus, sive aphorismi, & axiomata politica: ex omnibus Cornelii Taciti operibus, quorum cognitio & scitu digna, & principibus, rebus publicis, ac utrorumque consiliariis necessario. Augsburg 1701. 40  UAS, bA 122, fol. 174v. 41  Sedlmayr (1728), S. 401. 42  Aicher (1684), unpaginierter Schlussteil: Palatium Heroum, per diversa Conclavia exhibens Elogia Virorum illustrium. Die Fertigstellung wird in UAS, bA 82, p. 113, vermerkt: [1676] Die 18. Martÿ Ad.m Red. Rlgsus, ac Docti.ssmus P. Otto Aicher ad S: Vitum in Bavaria Professus, hic Ethicæ professor, Centuræ submisit Elogia cum brevi Cronologia SS. Pontifices, Imperatores etc: 43  Aicher Otto: Institutiones oeconomicæ, sive discursus morales in duos libros oeconomicorum Aristotelis. Salzburg 1690. 44  Aicher Otto: Regole economiche. Trient 1746. Übersetzer: Giuseppe Antonio Maria Santini. 45  Aicher (1684), unpaginierter Schlussteil: Cúmque annis compluribus Poëticam, Rhetoricámque docuerim; erit fortè, qui nosse velit scripta vaga, & solitaria. Hæc ut ægrè numerari, sic ægrius inveniri possunt; utpotè cùm magna eorum pars perierit. Obiter attingam. Orationes composui centenas circiter. Chrias, & Epistolas complures. Comoedias latinas sex. Germanicas tres. Tragoedias sex. Dramata minora viginti septem. Poemata Epica viginti. Elegias sexaginta. Emblemata 400. Epigrammata, & id genus alia. 46  Über Rettenpachers Zeit in Salzburg siehe Witek, Rettenpacher (2001), S. 199–212. Über das Drama „Demetrius“ speziell siehe Witek, Demetrius (2001). 47  Boberski (1978), S. 164. 48  Wintersteller (1995), S. 313. 49  Boberski (1978), S. 165. 50  Aicher (1674), S. 322–335.

 UBS, Sign. 3985 I.  Zu Hofer siehe Barndt-Webb (1972), S. 215, 219. 53  Dahms in Stenzl, Hintermaier, Walterskirchen (2005), S. 178, 204–205. 54  UBS, Sign. 3987 I. 55  [Aicher Otto:] Saeculum aureum ecclesiae ac provinciae Salisburgensi a S. Ruperto primo episcopo, ac Boiariae apostolo, reductum. Salzburg 1682. 56  [Aicher Otto:] Rosimunda regum filia felix, coniux infida, crudelis interitus: divinae vindictae luculentum exemplum. Salzburg 1675. 57  [Aicher Otto:] Pendularia, seu Vaumorinus Parisiensis, inter malos malus, inter bonos pessimus, nec malis nec bonis emendatus. Salzburg 1677. 58  [Aicher Otto:] Innocentia calumnijs opressa: sive Mariamne regina, Machabaeorum stirpe inclyta, Herodis pessimi coniux optima, iubente marito innocenter occisa. Salzburg 1680. [Aicher Otto:] Marina Armena Constantini VI. imp. coniux, felix, infelix, variantis fortunae spectaculum. Salzburg 1679. 59  [Aicher Otto:] Valerianus Romanorum imperator, barbarorum ludibrium, regiae infelicitatis exemplum. Salzburg 1684. 60  [Aicher] (1680), S. 3.: Aulae impiae & infelicis ferale specimen praebet Aula Herodis: in qua nihil nisi suspiciones, calumniae, fraudes, doli, insidiae, caedes. […] Raptum per nefas diadema, nunquam Herodi stetit securum: infirmus enim coronarum custos est metus. Et multos timeat necesse est, quem timent multi. 61  [Aicher Otto:] Nabuchodonosor rebus gestis magnus, somniis maior, inter magnos maximus, imperio aureum caput, fortunis arbor vitae, inter tot titulos vix homo. Salzburg 1683. 62  Witek (2004), S. 316. 63  [Aicher Otto:] Virtutis triumphus sive Ulysses, virtute duce, sapientia comite, victor discriminum. Salzburg 1687. 64  Zum Spielplan des Universitätstheaters unter Fürsterzbischof Johann Ernst Grafen von Thun siehe Boberski (1978), S. 252–263. 65  Sedlmayr (1728), S. 399: gratam vero memoriam ab omnibus, illis præsertim, qui Bibliothecam aulicam vel academicam invisere solent, cum pulcherrimum librorum ordinem eorumque catalogos Ottonis nostri industriæ & laboribus debeant. 66  Kißlinger (1915), S. 318. 67  Hubensteiner (1949). 68  Kißlinger (1915), S. 263. 69  Sen. Herc. O. 1472/3: quercus hanc sortem mihi / fatidica quondam dederat. 70  ASP, Hs. A 614, p. 102: Fatidica quercus, et Jovi et Apollini amica, dum Plurimum Reverendus, Religiosissimus, ac Eximius vir, omni eruditione præstantissimus D. P. Otto Aicher, Ord. S. P. Benedicti, in Celeberrimo Monasterio ad S. Vitum cis Rotham Professus, in Alma ac Archiepiscopali Universitate Salisburgensi Poëseos ac Eloquentiæ Emeritus, Ethices & Historiarum Professor Actualis, &c. jubilæus Neo-Mysta Sacris solemniter operabatur in Antiquissima Ecclesia S. Petri Salisburgi, in veteris Amoris & Amicitiæ tesseram festivo applausu coronata a Joanne Baptista Mayr, Typographo Aulico-Academico. 71  ASP, Hs. A 563, fol. 223v: nemini gravis, nulli difficilis. 72  UAS, bA 85, p. 323: [1705] Dici meruit Universitatis vivum Protocolum. 73  AES, 11/100: Decreta propria, S. 3. 74  Hubensteiner (1949). 75  UAS, bA 134, p. 272: [Januar 1705] 18. Coetus ordinarius, in quo susceptus est novus sodalis, habita consueta oratio, in fine Lytaniæ Lauretanæ recitatæ, pro Plurimùm Rñdo P. Ottone Aicher, hodie mane media circiter decimâ defuncto, viro optimô et præclaro, de republica litteraria optimè merito. 19. Sepulchro mandavimus funus Prædicti P. Ottonis, Ethicæ et Matheseos Professoris, Cels. mi Principis Consiliarÿ, Professi ad S. Vitum cis Rotham; sepultus est solemni ritu in Sacello.

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 Hubensteiner (1949). Siehe auch Kißlinger (1915), S. 262.

 UAS, A 82/2: Testimonia 1684/85, Nr. 58 (4. Juli 1684).  Redlich (1933), S. 160, Nr. 7712: [1684] Jos. Adamus Ayblinger Augustanus Suevus Jur. 5  UAS, bA 85, p. 229: [19.11.1697] Eodem die in meliori forma expeditum fuit Testimonium pro prænominato Dño Josepho Adamo Ayblinger. 6  Mezger Paul: Orationum Salisburgensium pars quarta seu auctarium problematum, in promotionibus academicis Almae Archiepiscopalis Salisburgensis peroratorum. Augsburg 1700, S. 201–204: Problema quadragesimum tertium, in promotione DD. Josephi Adami Ayblinger, Virgilii Caldonatii, et Christoph. Ignat. Seneca: An Consiliarii sint Principum oculi? (UBS, Sign. 3020 I). 7  AES, Dompfarre Salzburg, Sterbebuch 2/496: Anno 1698, Novemb. […] 6. […] Eodem Prænob: D. Joan. Ant. Lintner Jurium Doct. & Profess. an. 37. ad S. Pet: 8  UAS, A 7.4: Quandoquidem verò in prædicta Alma Vniversitate non tantùm studia mea Juridica sub Clarissimis DD. Doctore Braun, et Doctore Glettle ambobus p. m. ante 12. incirca annos maxima cum laude absolvi, sed etiam pridem elapso anno, cum ad cathedram Dilinganam post 11. annorum praxin, promotus essem, gradum Doctoralem ibidem assumpsi, uti notum est promotore prædicto D. Doctore Lindner. Weitere Bewerbungsschreiben in UAS, bA 8.1. 9  Zauner (1789), S. 63. 10  AES, 11/100: Decreta propria, S. 1. 11  UBS, Sign. 72.202 I. Siehe dazu Kolmer (2008), S. 123. 12  UAS, A 54.2. 13  UAS, A 54.70. 14  AES, Dompfarre Salzburg, Taufbuch 7: 1. Maria Franziska Isabella, * 15.7.1700 (7/763) 2. Franz Joseph Adam, * 9.2.1702 (7/802) 3. Maria Helena Elisabeth, * 27.6.1703 (7/840) 4. Ignaz Benedikt Wunibald, * 2.2.1705 (7/889) 5. Ernst Xaver Placidus, * 11.1.1707 (7/941) 6. Thaddäus Anselm Ivo, * 24.10.1708 (7/987) 7. Maria Scholastika Sabina Ursula, * 11.11.1712 (7/1095) 15  Sattler (1890), S. 689: 1707/08, 1711/12, 1715/16, 1718/19. 16  UAS, A 7.4. 17  Zauner (1789), S. 63. 18  AES, Dompfarre Salzburg, Sterbebuch 3/213: 1722 Decemb: […] 23. […] Josephus Adamus Ayblinger J:V:D. Cels. mj Conciliarius et digestorum professor æt: 59 ann: improvisus discessit. In Sacello PP: Benedictin: 19  UAS, A 7.4. 20  UAS, bA 86, p. 160: [Dezember 1722] 21. Piè defunctus est subitanea quidem morte, sed per aliquot menses valetudinarius Clar. mus D. noster Collega, Josephus Adamus Ayblinger. Digestorum Professor, vir vitæ integerrimæ, qui per 22. annos Cathedræ Instit. et Digestorum præfuit. 21  Lehner (1930), S. 142–143. 3 4

Johann Georg von Tach  AES, Pfarre Zell/See, Taufbuch 3/58: [März 1650] 15 [Infans:] Joannes, [Parentes:] Dñus Martinus von Tach Gerichtsschreiber p. Catharina uxor, [Patrini] Dñus Joannes Jud hospes in Piesendorff. 2  ÖStA, AVA, Reichsadelsakt, von Tach Johann Georg, 27.10.1673. 3  Sein Epitaph ist in Radstadt erhalten. 4  UAS, A 39. 5  UAS, A 39.30. 6  UAS, A 39.53. 7  Redlich (1933), S. 69, Nr. 3374 [1.11.1660]: Jo. de Tach Zellensis Pintzgoius. Rud. 8  Andritsch (1987), S. 16, Nr. 35: Joannes Georgius von Tach, Nobilis Salisburgensis. 9  Lukács (1988), S. 1067–1068. 10  Andritsch (1987), S. 225, Nr. 520/35: Joannes Georgius von Tach, Zelensis, Nobilis, Salisburgensis. 11  Andritsch (1987), S. 232, Nr. 704/13: D. Joannes Georgius Von Tach, Zelensis, Nobilis, Salisburgensis. 12  UAS, A 39.9 vom 30.8.1668. Zu P. Bernardin von Tach siehe Hollaus, Nekrolog zum 10. Juli: Judenburg 1716: P. Bernardin Tach aus Salzburg, Präses der Residenz bei dem Klarissenkloster „Paradeis“ und Definitor, oftmals Guardian, einmal Kustos der Provinz, ein großer und inniger Marienverehrer. 13  UAS, bA 85, p. 27: [November 1672] 12 Huius Mensis Novembris Facultati Juridicæ proposui, quatenus Dnus â Tach Jurium studiosus cuperet subire Tentamen et Examen in ordine ad Gradum Licentiatus vel Doctoratus suo tempore accipiendus exponendo, quod integrum Triennium in hac Universitate Salisburgensi studio utriusque Juris cum magna diligentia: et Triennium Juri Canonico in Universitate Grecensi impendisset, et Taxam in huiusmodi casibus hucusque consuetam, nimirum 25 fl. et 30 kr. apud me deposuisset. 14  UAS, A 84/25: Approbationes examinatorum ex iure, Nr. X (16. November 1672). 15  UAS, bA 85, p. 27: [November 1672]: 16. Eiusdem, præfatus Joannes Georgius von Tach superato Tentamine et rigoroso examine, unanime Collegÿ Juridici voto ad Gradum Licentiatus vel Doctoratus ex utroque Jure suo tempore pro commodidate accipiendum, admissus est, ubi expressè et stipulate manu promisit, Gradum nullibi quam in hoc alma Universitate Salisburgensi accipere. Solvit modò pro Tentamine et Examine 25 fl. 30 kr. 16  UAS, bA 85, p. 29: Aõ 1673. Januarÿ die 17. publicam disputationem Præside me Doctore Blumblacher Digestorum professore habuit Dominus Joannes Georgius von Tach in ordine ad Gradum Doctoratus vel Licentiatus ex utroque Jure suo tempore accipiendum. 17  Tach Johann Georg von: Disputatio publica de servitutibus prædialibus seu realibus. Salzburg 1673. (UBS, Sign. R 101.404 I). 18  ÖStA, AVA, Reichsadelsakt, von Tach Johann Georg, 27.10.1673. 19  UAS, A 8.1. 20  UAS, A 8.1. 21  UAS, A 7.18. 22  UAS, A 52.95. 23  Martin (1946), S. 168. 24  UAS, A 52.75. 25  UAS, A 12.2. 26  AES, Pfarre Salzburg–St. Andrä, Sterbebuch 1/73: 1709 Julius […] 30 Joann. Georgius von Tach Notarius Universitatis ritè provisus ætate 57 ann: Sepultus in Sacello Universitatis. 1

Joseph Hermenegild Herberger  Schahl (1980), S. 7. 2  Schahl (1980), S. 8. 3  UAS, A 82/14, Nr. 31: Discesurum à nobis ornatum ac perdoctum Dominum Josephum Hermenegildum Herberger Diettenhemensem Suevum patentibus hiscè litteris prosequimur, testamurque, præfatum Dominum annô superiore in Gymnasio nostro prælectiones Logicas eâ ingenii perquàm capacis, constantis diligentiæ, et magni profectus laude excepisse, ut ad physicam universalem admitti iure optimo sit promeritus. Mores litterarum studia coniunxit à pietate in superos, et obsequiosâ in superiores reverentiâ maximè dilaudandos; dignissimus eapropter, qui omnium, ad quos devenerit, favoribus ac benevolentiæ impensissimè commendetur. 1

Joseph Adam Ayblinger  Zauner (1789), S. 62. 2  Specht/Schröder (1909), S. 965, Nr. 109: Josephus Adam Aiblinger August. Suev. iur. utr. ann. circ. 19. 1

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 Redlich (1933), S. 503, Nr. 23.352 [12.11.1746]: Jos. Hermenegildus Herberger Diettenhemensis Suevus. Phys. 5  UAS, bA 151, fol. 61: 18. Joseph Hermenegildus Herberger, Dietenheimensis Suevus. Die Prüfungsfragen lauteten: I. An Philosophia Cynica etiamnum sectatores habeat? II. An Philosophis & Poëtis fingendi sit æqua potestas? III. An Philosophia Religioni, vel Religio ornamentum afferat Philosophiæ? 6  UAS, bA 86, p. 581: [August 1750] 17. Tentamen ex utróque jure subÿt ornat. ac doct: mus D. Josephus Herberger. 19. Idem cum praedicato medio ad gradum suo tempore in examine rigoroso admissus est. 7  Zu Dickhart siehe Thaler (2011), S. 164–166. 8  AES, Dompfarre Salzburg, Trauungsbuch 7/334: 1759. Julius […] 17. Hallein De Licentia R.mi Consistorÿ p. et me annuente in Ecclıa ˜ – Sponsus: Prænobilis ac Parochiali Hallinensi matrimonium iniere. Consultissimus Juvenis D: Josephus Hermenegildus, D: Dominici Hermenegildi Herberger burger. Bildhauers zu Diettenheim in Schwaben adhuc viventis, et Mariæ Victoriæ Vogtin coniugis suæ p: m: fil: leg: J: V: Doctor, Judiciorum Consistorialis et Aulici Advocatus, nec non Almæ Universitatis huiatis Notarius. Sponsa: Pudica Virgo Maria Anna, Matthiæ Köller Hofzaller adhuc viventis, et Mariæ Barbaræ Greifferin uxoris p: m: fil: leg. Min: Ass: ex Comiss: D:nus Præn. D: Joannes Adamus Dickhart Consiliarius Intimus, et Cancellarius Consistorialis, nec non B: V: M: ad Nives Canonicus senior. Testes Præn: D: Josephus de Helmreich in Prunnfeld Medicinæ D:r nec non Stadt Physicus et D: Mathias Starch Almæ Universitatis Pedellus. 9  UAS, A 8.3. 10  Stiftsarchiv Michaelbeuern, Archiv Mülln, Urkunde 432 vom 23.2.1768. 11  SLA, Hofratstestamente, H 42. 12  AES, Dompfarre Salzburg, Sterbebuch 4/484: 1775. Februarius […] 24. Nob. D: Josephus Hermenegildus Herberger J: V: Dr: Advocatus. et Universitatis Notarius: ætatis 50 an: ritè provisus. In Sacello S. Caroli. NB: Viduæ Cels:mo Ppı˜ pp. pro hac Extraordinaria Sepultura supplicant emanavit sub dato 23. Febr: 1775. Sequens Clement:mi Resolutio: Wan die Notarij Universitatis gewohnlichermassen in dem sogenanten Sacello beerdiget warden, ist die Sepultur daselbst zuegestanden. Atqui hanc conclusionem Universitas, seu Vidua proponere non potuit, cum imediatus Antecessor Titl: Dñs Josephus Herele, J: V: Doctor, et Judiciorum Advocatus nec non Universitatis notarius /: ut videre est in hoc eodem Necrologio 1759 :/ 13  Schidenhofen/Angermüller (2006), S. 47: [1775] Freitags den 24. Hornung … Heunt abends wurde Doctor Herberger begraben. 14  SLA, Hofratstestamente, H 42.

 AES, Dompfarre Salzburg, Sterbebuch 1/96: Augustus Anni 1637 […] 14. Maria Braunmillerin Annorum 60 susceptis sacramentis ad S. Petrum. 10  AES, Dompfarre Salzburg, Trauungsbuch 2/466: Januarius Anni 1638. […] Contrahentes Honesti 26. Sponsus Perdoctus Dñs Wolffgangus Braunmillner Academiæ Bidellus viduus. Sponsa Dña virtuosa Magdalena Wuesterin vidua. Testes Dñi Honesti Sebastian Reittenman Civis et caupo, Christophorus Kazenberger Hochfürstlich. Buechtrucker, Wolffgangus Euffentin Civis und Hochfürstlicher Mundböck. 11  AES, Dompfarre Salzburg, 1/336: Annus Chri. Millesim9 Sexcentesim9 Quinquagesimus Sextus. Januarÿ [6.] Eodem Maria Magdalena Braunmillnerin uxor Wolfgangj Braunmillner annorum 78. Ad S. Pet. 12  AES, Dompfarre Salzburg, Trauungsbuch 3/167r: Aõ 656. Maius […] 16. Sponsus Doctis. m9 D. Wolfgangus Praunmüller Pedellus viduus. Sponsa Virgo Thecla Stadlerin Reichnhallensis. Testes: Adm. Rd9 D. M. Andreas Hinderseher Parochus Ainhering. Nobilis D. ­Joannes Kellnperger Illmj Consiliarius p. 13  Brandhuber in Juffinger/Brandhuber/Schlegel/Walderdorff (2008), S. 172. 14  AES, Dompfarre Salzburg: 1. Joachim Benedikt, * 8.6.1657 (4/575r) 2. Anna Scholastica, * 1.3.1659 (5/54), † 12.4.1660 (1/387) 3. Maria Anna, * 7.12.1661 (5/201) 4. Maria Thecla, * 7.5.1664 (5/324), † 30.12.1664 (1/465) 5. Joseph Wolfgang, * 15.11.1665 (5/392) 6. Johann Amand, * 28.2.1669 (5/594), † 28.2.1669 (1/532) 7. Maria Thecla, * 20.4.1670 (5/670) 15  UAS, A 12.4. 16  UAS, bA 122, p. 209: Anno 1663 deliberatum fuit de assumendo, qui Pedellum iam senio confectum adiuvet. 17  UAS, A 12.14: Notæ de primo ab Archi-Episcopo et Principe Celsissimo assumpto Pedello academico. 18  UAS, bA 30 (1682), p. 53–62. Vgl. in Auszügen Brandhuber/Witek (2010), S. 129. 19  UAS, bA 88, p. 236: Hic enim 2da Martÿ /: fuit Bachanationum finis :/ piè obierat. 20  AES, Dompfarre Salzburg, Sterbebuch 2/233: Aõ 1683 Martius […] 3. D. Wolfgangus Braunmiller Pidellus Academicus, 80, in Sacello Academico. 21  UAS, bA 88, p. 236: Verum caruit scena suo Braunmüllero.

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Johann Balthasar Braun  Ab 25. August 1660. Freundliche Mitteilung von Dr. Katharina Schaal, Archiv der Philipps-Universität Marburg (18.9.2013). 2  Ab Mai 1661. Klewitz/Ebel (1898), S. 40. Freundliche Mitteilung von Lutz Trautmann M. A., Universitätsarchiv Gießen (16.9.2013). 3  Ab Februar 1670. Freundliche Mitteilung von Dr. Marcus Holtz, Universitätsarchiv Würzburg (24.9.2013): Joannes Balthasarus Braun Amoenoburgensis, J. V. C. 4  Die Matrikelbücher aus dieser Zeit sind verlorengegangen. Freundliche Mitteilung von Dr. Christian George, Universitätsarchiv Mainz (17.9.2013). 5  Braun scheint in den Matrikelbüchern der Universität Heidelberg nicht auf. Siehe Toepke (1889). 6  Zauner (1789), S. 28. 7  UAS, A 8.1. 8  Kolb (1962), S. 138. 9  Mairold (1985), S. 415. 10  Sattler (1890), S. 688. 11  SLA, Frank Beamtenkartei: „Braun Johann Balthasar“. 12  Zauner (1789), S. 28. 13  Braun (1698), Vorwort: Veritatem autem hic imprimis colui, et si fortè fefelli, non ab uno, sed à pluribus sum deceptus. 1

Wolfgang Braumiller  Brandhuber/Witek (2010), S. 126. 2  UAS, bA 18, p. 251: in ea actione tres præcipue excelluerunt, nimirum, qui Saulem agebat, Wolfgangus Braumiller. 3  UAS, bA 150, fol. 5r: VIII. Wolfgangus Braunmiller, Augustanus Vindelicus, Sueuus. Die Prüfungsfragen lauteten: I. Cur Logicæ Candidati Laureâ coronentur? II. Rectène Aristo Logicam, aranearum telis; & Logicos comentibus cancros comparârit? 4  UAS, A 12.4: ob concinitatem in arte scribendi, qua excellebat, vel ob conatas facetias, in aulis Principum regulariter non ingratas. 5  UAS, bA 18, p. 366: [März 1632] 13. Sab. Ad officium Bedelli admissus et susceptus D. Wolfgangus Braunmiller Baccalaureus. 6  UAS, bA 18, p. 416: [27.2.1634] Sub prandio quidam studiosi rusticam Eclogam egerunt, prologo Wolf. Braumillero, cui a Principe 14 Daleri dabat. 7  Siehe dazu ausführlich Brandhuber/Witek (2010). 8  AES. Dompfarre Salzburg, Trauungsbuch 2/259: Aõ 1629 Julius Imo: Spus ˜ Wolffg: Praunmüllner Hoffsl. Camer Cancelist. Spã Maria Khürchpergerin. 1

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 Martin (1946), S. 292.  AES, Dompfarre Salzburg: 1. Jakob Balthasar, * 12.2.1680 (6/217r) 2. Johann Joseph, * 24.2.1683 (6/313r), † 11.3.1683 (2/233) 3. Maria Margaretha, * 24.9.1684 (6/362r), † 1.10.1684 (2/262) 4. Franz Joseph, * 2.12.1685 (6/393v), † 25.1.1686 (2/285) 5. Anna Maria, * 7.4.1688 (7/129) 16  SLA, Hofratstestamente, B 21: (Salzburg, 9. Oktober 1688). 17  Abweichend von der Inschrift im Sacellum überliefert das Sterbebuch der Dompfarre den 3. November als Todestag. AES, Dompfarre Salzburg, Sterbebuch 2/329. UAS, bA 134, p. 118: [November 1688] 5tâ Huius tumulavimus Funus Nob. ac Consultissimi D. Dñi Braun Codicis Professoris in Sacello Vniversitatis. 18  Mezger (1692), S. 945–946: Verùm cum gradibus honorum & laborum crevêre gradus morborum. Dum in Vitis Imperatorum luci publicæ donandis desudat, nephritici dolores, quibuscum identidem conflictabatur, gracile corpusculum lecto affigunt, totóque trimestri dirè excruciant, donec adusque ossa & pellem consumptus, magnis patientiæ & Christianæ pietatis exemplis ad meliorem vitam transiit. Erat præter Jurisprudentiam humaniori litteraturâ excultissimus, vir magnæ modestiæ & temperantiæ, ingenio & alloquio suavissimus, in docendo methodicus & accuratus, solidus in arguendo: ex quo apud Musas magnum sui desiderium reliquit. 19  Übersetzung: Maximilian Fussl und Christoph Brandhuber. 20  ASP, HS. A 262, fol. 171r: [Mai 1736] Den 4. Ist die gnäd. Fr. Doctor Braunin beÿ der nacht begraben worden. Ausleiten 1. fl. 30 xer. 3. Req. cum levit: Bekhleidung der altär 15 fl. redimirung des Opfers 9. fl. Musikanten 19 .fl.

 Lashofer (1983), S. 178.  Ennen (1856), S. 110. 5  Zauner (1789), S. 39. Pölnitz (1940), Sp. 1050: Josephus Bernardus Gletle Augustanus Suevus iuris utriusque studiosus. 6  Kolb (1962), S. 138. 7  UAS, A 7.27. 8  In den Studienjahren 1686/87, 1689/90, 1693/94. Sattler (1890), S. 188, 688–189. 9  Zauner (1789), S. 39–40. 10  Des Amortisationsgesetzes und der kirchlichen Immunität juridische Anatomie. 11  Zauner (1789), S. 43. 12  Neuberger (1768), S. 11–12. 13  Zauner (1789), S. 44–45. 14  SLA, Hofratstestamente, G 13: Bibliothecam meam vendi volo, non tamen modico, ut quandoque fieri solet pretio, sed honesto: in hanc enim potissimam substantiam meam impendi. 15  SLA, Hofratstestamente, G 13: Ranunculos meos et anemonas, nec non centum bulbos Tuliparum ex lectissimis lego colendissimo Affini meo Legrand: reliquos omnes bulbos, plantas, radices florigeras, et totum reliquum apparatum hortensem lego Patribus Benedictinis Salisburgensibus Collegii S: Caroli Borromæi. 16  AES, Dompfarre Salzburg, Sterbebuch 2/460: An. 1696 Julius […] 27. Prænob. ac stren. D. Josephus Bern. Gletle Jur. Doct. et Cod. Profess. an. 42. in Sac. Acad. UAS, bA 134, p. 198: [Juli 1696] 29. á prandio circa 2dam elatum est funus Nob. Dñi Josephi Bernardi Glettle.

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Dietmar Anton Martin Freiherr von Schifer  Grienberger, (1897), S. 177. 2  Pfarre Linz-Stadtpfarre, Trauungsbuch 1667–1737, p. 94r: [Januar 1678] 10 Illustrissimus D. D. Benedictus Theodosius Schifer L. B. de Freÿling p.p. solutus. Ill. ma D. D: Susanna Eleonora Comitissa de Kueffstain p.p. solute. Testes: Excell:mus DD: Helmhardus Christophorus Comes de Weissenwolf. Provinciæ Capitaneus p. Ill.mus DD: Franciscus Christoph: Comes Kevenhiller Landtschafft Præsident p.p. Copulans Rev:mus et Ill: mus D: D: Franciscus Antonius Comes â Losenstain p.p. Ecclıæ ˜ Cathedralis Passaviensis Præpositus p.p. 3  Grienberger (1897), S. 10–12. 4  Ein Sohn von Franz Leopold Ignaz Grafen zu Salm und der Maria Herzenleid Freifrau von Schifer. 5  Redlich S. 187, Nr. 8973: Ill. Dietmarus Antonius Martinus L. Baro Schiffer a Daxberg. Rud. 6  Kolb (1962), S. 154. 7  UAS, bA 154. 8  UBS, Sign. 4.004 I. 9  UAS, bA 134, p. 170: [Februar 1694] 27. Obiit hac die manè circa 5ta Ill: ac Generosus D. Theothmarus Anton: Martinus L. Baro à Schifer Poëta, postquam per dies 14 decubuit calidâ febri. Fuit Consultor Congregationis nostræ, piissimus Juvenis piissimè mortuus. 10  AES, Dompfarre Salzburg, Sterbebuch 2/416: A.° 1694 […] Martius […] 4. Illust. D. Dietmarus Antonius Schifer v. Dachsberg. Humanista. an. 15. in Sacello Acad.o 11  UAS, bA 134, p. 171: [März 1694] Circa 7mam noctis fuit elatum funus Illustris D. L. Baronis â Schifer p. Interfuerunt Sodales Mai. Min: & Angel. Congregationus. Item octo PP. Professores & Rgsı˜ FF. Convictores omnes. 12  Übersetzung: Maximilian Fussl und Christoph Brandhuber. 1

Joseph Bernhard Gletle  Sepp (1712), S. 206. 2  Lashofer (1983), S. 177. 1

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Adriaen Bloemaert, Christus und Maria, 1637, Öl/Leinwand, Salzburg, Altes Studiengebäude, Große Aula, Detail aus dem ehem. Altarbild

quellen- und liter aturverzeichnis

HANDSCHRIFTLICHE QUELLEN Allgemeines Verwaltungsarchiv, Wien (AVA) Archiv der Erzabtei St. Peter, Salzburg (ASP) Archiv der Erzdiözese Salzburg (AES) Archiv der Stadt Salzburg, (AStS) Haus-, Hof- und Staatsarchiv, Wien (HHStA) Konventarchiv der Franziskaner in Salzburg (KFS) Salzburger Landesarchiv (SLA) Oberösterreichisches Landesarchiv, Linz (OÖLA) Österreichisches Staatsarchiv, Wien (ÖStA) Stiftsarchiv Lambach Universitätsarchiv Salzburg (UAS) Universitätsbibliothek Salzburg (UBS)

GEDRUCKTE QUELLEN 16.–18. Jahrhundert Epopomata sive schediasmata primitiarum, quae illustrissimo et reverendissimo domino domino Marco Sittico archiepiscopo Salisburgensi, sanctae sedis Apostolicae legato nato, magno praesuli, magno Sacri Romani Imperii principi, &c. &c. apud patres sancti Benedicti elucubrabant pimpleides Salisburgiacae, dum novi Lycei fundamenta poneret, atrium bonarum resartori & fundatori suo gratissimo domino & principi clementissimo offerentes DD. Salzburg 1618. A braham a Sancta Clara: Judas der Ertz-Schelm, für ehrliche Leuth, oder: Eigentlicher Entwurff, und Lebens-Beschreibung deß Iscariotischen Bößwicht, Bd. 4. Salzburg 1695. A icher Otto: Epitome chronologica historiæ universalis sacræ & profanæ. Salzburg 1689, Köln ²1706. A icher Otto: Historia quartæ monarchiæ sacra et profana, exhibens gesta, dicta, symbola, principum Romanorum, observationibus, seu institutionibus politicis instructa. St. Gallen 1691. A icher Otto: Hortus variarum inscriptionum, veterum et novarum. Salzburg 1676, ²1684. A icher Otto: Infantia et adolescentia, iuventus et maturitas Romæ. Würzburg 1700. A icher Otto: Institutiones ethicæ, sive discursus morales in decem libros ethicorum Aristotelis ad Nicomachum. Salzburg 1696. A icher Otto: Institutiones oeconomicæ, sive discursus morales in duos libros oeconomicorum Aristotelis. Salzburg 1690. A icher Otto: Iter poeticum, quo intra septem dierum patium tota ferè ars poëtica absolvitur, praeceptionibus & exemplis illustratum, non tantùm poëtocae, sed & Rhetoricæ tyronibus perutile, maximè quae de tropis hic fusius traduntur. Salzburg 1674. A icher Otto: Iter oratorium, quo intra septem dies tota ars rhetorica absolvitur, praeceptis, & exemplis, instructum, occurrentibus passim rationibus obiectionibus ac solutionibus, in Gratiam oratoriae facultatis studiosorum, eorum praesertim, quibus Cypriani Rhetorica praelegitur. Salzburg 1675. A icher Otto: Regole economiche. Trient 1746. A icher Otto: Theatrum funebre. Salzburg 1673, ²1675. A icher Otto: Zodiacus vitae, sive iter ethicum: continens symbola moralia de hominis vita, studio, ac moribus optimè instituendis, ex libris ethicorum Aristotelis deducta. Salzburg 1697. A ringhi Paolo: Roma subterranea novissima, 2 Bde. Rom 1651. Baglione Giovanni: Le vite de’ pittori, scvltori, et architetti: dal pon-

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Christoph Brandhuber Dr. phil., studierte Latein und Geschichte in Salzburg, Leiter des Universitätsarchivs Salzburg Ursula Schachl-Raber Dr. theol., studierte Katholische Theologie und Latein in Graz und Salzburg, Leiterin der Universitätsbibliothek Salzburg, Herausgeberin der Reihe uni:bibliothek Wir danken dem Sponsor

Herausgeberin und Autor danken für die Unterstützung: Deutschland Augsburg: Stadtarchiv Augsburg Simone Herde München: Staatliche Graphische Sammlung München Sabine Wölfel Neumarkt-St.Veit: Pfarrverband Franz Eisenmann Italien Bologna: Corinna Giudici, Sergio Nilo, Sergio Pasquesi Florenz: Palazzo Pitti, Gabinetto Fotografico Susi Piovanelli Potenza Picena: Luigi Di Anzalone Venedig: Stefania Mason österreich Hallstatt: Museumsverein Hansjörgen Urstöger Karl Wirobal stift Lambach Maximilian Neulinger OSB Christoph Stöttinger maria Kirchental Karl Unger MSC Benediktinerabtei michaelbeuern: Michael Eppenschwandtner OSB salzburg: Archiv der Erzdiözese Salzburg Thomas Mitterecker Wolfgang Neuper Archiv der Stadt Salzburg Peter F. Kramml Sabine Veits-Falk Dommuseum zu Salzburg Peter Keller Erzabtei St. Peter Korbinian Birnbacher OSB

Sonja Führer Adolf Hahnl Gerald Hirtner Wolfgang Wanko Franziskanerkloster Oliver Ruggenthaler OFM Land Salzburg, Kulturelle Sonderprojekte Elisabeth Resmann Elisabeth Vallant Landeskonservatorat für Salzburg Eva Hody Peter Höglinger Salzburger Landesarchiv Oskar Dohle Ulrike Engelsberger Alexander Rochmann Salzburg Museum Werner Friepesz Erhard Koppensteiner Gerhard Plasser Universität Salzburg Fachbereich Kunst-, Musik- und Tanzwissenschaft Andrea Gottdang Renate Prochno Universitätsbibliothek Salzburg Hubert Gastager Rosa Hutya Beatrix Koll Irmgard Lahner Susanna Liegler Diana McCoy Maria Oberascher Josef Rauscher Stift Schlägl: Stephan Weber O. Praem. Privat: Helmut Parzer Werner Rainer Johann Sallaberger Walter Schlegel Margret Anna Steup Imma Walderdorff

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© 2014 Salzburg – Wien – Berlin Umschlagbild: Ansicht der Krypta unter dem Sacellum, Foto: Hubert Auer, September 2013 Grafische Gestaltung: Müry Salzmann Verlag Lektorat: Irmgard Lahner Projektbetreuung und Korrektorat: Silke Dürnberger Druck: Theiss, St. Stefan im Lavanttal ISBN 978-3-99014-090-1 www.muerysalzmann.at Alle Rechte vorbehalten. Kein Teil dieser Publikation­darf in irgendeiner Form oder in irgend­einem Medium reproduziert oder verwendet werden, weder in technischen noch in elektronischen Medien, eingeschlossen Fotokopien und digitale Bearbeitung, Speicherung etc. Bibliografische Information der Deutschen National­bibliothek Die Deutsche Nationalbibliothek vezeichnet die Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte­bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.ddb.de abrufbar. Bildnachweis Alle Fotos von Hubert Auer, Universität Salzburg, Fachbereich Kunst-, Musik- und Tanzwissenschaft, außer: akg-images, Berlin: S. 9, 21, 63, 79, 87, 103, 106, 116, 132, 136, 162. | Albertina, Wien: S. 123. | Luigi Anzalone, Potenza Picena: S. 69. | Archiv der Erzdiözese Salzburg, Josef Kral: S. 35. | Archivio Fotografico Soprintendenza e Pinacoteca, Bologna: S. 118. | Bayerische Staatsbibliothek, Strube Verlag: S. 34. | Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Alte Pinakothek, München, S. 45. | Bibliothèque nationale de France, Paris: S. 88. | Dommuseum zu Salzburg, Josef Kral: S. 32. | Erzabtei St. Peter, Kunstsammlungen: S. 165, 188. | Fotostudio Rapuzzi, Brescia: S. 22. | Herzog Anton Ulrich Museum, Braunschweig: S. 40, 68. | Herzog August Bibliothek, Wolfenbüttel: S. 52, 60, 99. | MAK, Wien: S. 175. | Musée du Louvre, Dist. RMN-Grand Palais, Angèle Dequier, Paris: S. 50– 51. | Museu Nacional d’Art de Catalunya, Barcelona: S. 121. | Museum of Art, Cleveland: S. 126. | Palazzo Pitti, Galleria Palatina, Florenz: S. 46. | Österreichische Nationalbibliothek, Wien: S. 190. | REQUIEM, Humboldt-Universität, Berlin: S. 124, 125. | Rijksmuseum, Amsterdam: S. 212. | Salzburger Landesarchiv: S. 6. | Salzburg Museum: S. 24, 44, 68, 203. | Staatliche Graphische Sammlung, München: S. 42, 46, 54, 56. | Universitätsarchiv Salzburg: S. 154, 181, 199 | Universitätsbibliothek Salzburg, Beatrix Koll: S. 36, 48, 96, 100, 121, 122, 123, 125, 135, 137, 146, 147, 152, 168, 178, 182, 184, 185, 186, 187, 189, 191, 193, 205. | Volz Fotodesign, Karin Volz: S. 11.



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